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dem sich keine ungleiche Zahl von Lichtern befinden sollen, sonst gibt es nach uralter Anschauung im Vogtland Unglück im Hause. Auch der treue Wächter des Hofes, der Hund darf nicht ins Freie, fürchtet doch sonst der Franke das wilde Meer, das in der Christnacht umgeht (ein Uederbleibfel des alten Wodansglaubens), könne Haus und Hof vernichten. Um Mitternacht rüstet man zum Gang in die »Heilige Metten" oder wie der Schwabe sagt zur „Christkindlesmeß". Vorher aber wird im Münfterland der „Christbrand" entzündet, ein Brauch, der schon 1184 urkundlich verbucht ist. Ein Scheit Holz wird ins Feuer geworfen, nun läßt mau es ankohlen, nimmt es heraus und stellt den angebrannten Block auf die Ofenbank. Dort soll er den Herd und dos Haus vor Blitzschlag schützen. So wie der Mün- sterländer den „Christbrand", entzündet der Thüringer den „Christblock", der Elsäsier seinen „Holzblock", der bayerische Dauer den „Mettenblock", während der Moselwinzer und der fleißige Moselschiffer ihren „Wn- nachtsblock" nötig hoben. Nach der Mette entwickelt sich in vielen bayerischen und schwäbischen Dörfern, in anderen Gegenden Deutfchlands auch erst am eigen!« liehen Weihnachts- oder Stephanstage, ein schon oben kurz erwähntes liebliches Krippenspiel. Maria mit Iesukindlein, Joseph der gute Nährvater, die Hirten mit den weißen Lämmern, dann die hl. drei Könige, darunter natürlich als beliebteste Figur der schwarze König aus Mohrenland, ziehen singend von Haus zu Haus und künden das Weihnachtswunder. Reich beschenkt von den Dorfbewohnern, wird der Gewinnst dann in fröhlicher Gesellschaft geteilt oder aber man schenkt den Armen des Dorfes und der Gegend ein „Chriftklndle".
Heute nach fürchterlichem Erleben singen wir aus tiefster Seele und heiligstem Erleben unserm Heiland und Christkind Lob- und Dankeslieder. von den Sitten und Weihnochtsbräuchen aber ist in unserm Vaterlande oft nur noch ein dünner Hauch zu verspüren. Mögen alle, die dazu berufen sind, Sorge tragen, daß diese Bolk-sftten nicht vollkommen aussterben, denn sie sind gerade wie die Tracht und der Dialekt ein äußeres Zeichen der Schönheit der deutschen Landschaft und der Poesie und der anheimelnden Pracht unserer Dörfer. Darum der Mahnruf an alle, die cs angeht: Schont Lolkssitte und Volksbräuche. laßt sie aufleben jetzt in heiliger Weihnachtszeit, das Vaterland wird cs euch doch einmal danken.
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Bolksfitte tt. Aberglauben an Weihnachten.
Von Robert M ö s i n g e r, Frankfurt c. M.
Be' allen Völkern und Nationen und zu allen Zei- ttn de: Erdgssch'chte haben sich Volksgebräuche gebildet, die getreu oew Vater auf den Sohn und den Enkel vererb! wurden. Schon im Altertum konnte man Voi'sfstten und in enger Verbindung domn den Votksoberglauben, das frühe d'rltlid’e 3 * if'frr war nicht frei davon und im Mittelalter stand der Volks- brouch in höchster Blüte und man maß ihm damals mitunter foaar ungerechtfertigte Bedeutung bei. Das moderne fchnellebiaere Zeitalter hat nun für jene Zeugen pulsierenden Volkslebens wenig Verständnis, und io ist es olsgemach gekommen, daß mancher schöne Brauch, manche ftnnire Gewohnheit und mancher bar-lose Volksfcherz nur mehr in Büchern verzeichnet M*: das Volk hat sich eben anders, leider nicht immer bessere Möglichkeiten ,Lust und Freude kund 'N tun, geschaffen. Trotzdem, und sagen wir getrost Eo>t sei Dank, gibt es noch im weiten deutschen Reiche manche Gegend, wo der Volksbrauch in guter Hebung ist, wo er von den Bewohnern in Liebe und treuer Anhänglichkeit an das Althergebrachte und von den Vöt-rn Ucbernsnimene gepflegt wird.
besitz in der Hand der Erben existenz- fäh-a bleibt, so verdankt er das dem 3e it! r um! — ihm allein!
Cs folgte das Notop'ergefetz. A ich hier sa-id sich im Entwurf die nämliche Bestimmung bezüglich des „gemeinen Wertes", mit dem der bäuerliche Grundbesitz herangezogen werden sollte. Der 3,enirumsantrag Farwick, Herold und Genossen vom 28. September 1919 sah hier nach dem Rechten und zwar trotz heitiaen Widerstandes mit Erfolg. Aber das Notopfergesetz ist ein Spezialsteuergesetz! Wichtiger als alles dies war die Sicherstellung der Existenz des ländlichen Grundbesitzes für alle, Zukunft gegenüber dem Steuerfiskus in der eigentlichen Verfassung unseres neuen deutschen Steuerwesens, in der Reichsabgabenordnung. Denn sie gibt allen Steuern, den jetzigen und den nachkommenden, Regel und Richtung. An ihre Grundgebote sind alle im 'Prinzip gebunden und nach üjr hat auch der Steuerfiskus seine Zugriffe gegenüber den einzelnen Steuerzahler — es mag sich um eine Steuer handeln, welche es auch sei — vor einem höchsten Gerichtshöfe zu rechtfertigen. Unabhängige Richter werden dort nach Anhörung von Sachverständigen Recht sprechen nach den Vorschriften der Reichsabgabenordmmg. Auch der Entwurf der Reichsabgabenordnung hat es
3ai)k Geld zurück, wenn Mitts odn • y datier Hühneraugen und Hornhaut in kurzer Zelt nicht radlkat beseitigt Mein echt in der 4017 Drogerie zum Krokodil (Inh. ti. K. Steyer) Let.1'24. ^uibii Kar!irr. 1.
rheinischen Gegenden auch der Elsäsier nicht so ängstlich ist, denn getrost zieht Jung und Alt zum Dorfbrunnen, ehe das Mettenglöcklein läutet und schöpft fein „Heiligwag", Heilwasser, das schützen soll vor Blitz und Ungereifter, Viehseuchen und Kriegsnot.
Uederhaupt preist nun allüberall in deutschen Landen die Wunder der Christnacht. Gott der Herr will die Erde in aller Pracht sehen, wenn sein Sohn her- niedersteigt zu den Menschen. Aepfel und Birnbäume stehen im Schnee junger Blüten und tragen Früchte, glaubt man allgemein in Westfalen und in Franken erzähl: die Großmutter im ledernen Lehnstuhl am warmen Ofen sitzend den: Enkelkind am Tage vor dem Christfest, daß der Hopfen in der heisigen Nacht fingerlange Sprossen treibe, damit das Dechslein und der kleine graue Esel in des Heilands kalten Stall nicht hungern müsien. Das Glückskind, das in solch treibendem .Hopfengarten ober urtter einem blühenden Baume stützt, sieht nach altem deutschen Glauben den Himmel offen. An der goldenen Pforte kehrst dann der Hüter des Himmelstorrs, der' hl. Petrus mit dem Schlüssel und weiter hinter glänzenden Wolken, über« strahlt von der Sonne glühendem Feuer, auf himm- lifchem Throne sitzt Maria die Mutter, das Jesuskind auf dem Schoße. Englein steigen hernieder zu dem Menschenkind unter blühendem Apfelbaum, küssest ihm beide die Wange und sein: Haare wandeln sich in Gold. Läuten dann um die „Heilige Mitternacht" die Glocken zur Christmette, steigen die Bauern von Hü- reli hernieder, Laternen tragend, betend und singend, schließt sich das Himmelstor und erst in hundert Jahren darf wieder ein sündiger Mensch das heilige Wunder in stummer Demut schauen. Ein allgemein verbreiteter Glaube, den man in gen-, Deutschland findet, fmnobl in Ostrreusim, w-e in Bauern, Hessen und Württemberg, ja selbst tu Kärnten kehrt er wieder, ist die Meinung des Landvolkes, daß zur Zeit der Christmette das Vieh im Stalle ehrfurchtsvoll niederkniee und dann in heiliger Andacht betend, Weissagungen spreche. Kommt der Dauer aus der Kirche nach House unb hat sich bann das Vieh nach der Türe gekehrt, so hat nach Schwarzwälder und badischem Glauben das game Haus Glück. In Hesien, Hannover, im Voigt- lanb und in der Pfalz stellt am hl. Abend der Bauer das Biehfutter ins Freie, damit es der neugeborene Heiland segne, auf daß das Vieh im kommenden Jahr gut gedeihe.
Am heiligen Abend versammelt sich allüberall in deutschen Landen die Familie um den Ehristbaum, auf
In dieser Tabelle find' die ebenfalls sehr bedeu- tend gestiegenen und immer noch beinahe täglich neu- aenden Löhne. Gehälter und Redaktionskofien noch gar nicht in Betracht gezogen. Ebenfalls smd noch nicht berücksichtigt die am 1. Januar emsetzenden neuen Verteuerungen, die z. B. für Druck-
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auf Anfragen eines Zentnimsmitgliedes ausdrücklich erklärt: „Der gemeine Wert ist der unter normalen Verhältnissen zu erzielende Preis." Und der Reichs- finanzministsr hat dann ebenso bei der zweiten Lesung dieses Gesetzes auf die Darlegungen und die Anfrage des Berichterstatters für dieses Gesetz, des Abg. Farwick (Zentr.) bezüglich der privaten gewerblichen Unternehmungen ausdrücklich folgendes erklärt: „Daß nunmehr das gesamte tn einem Gewerbebetriebe ar- beitene Vermögen, also auch das Geldkapital» soweit es für den Gewerbebetrieb nötig sei, im Betriebsvermögen einbegriffen sei. So beim Prioatbankicr das im Geschäft arbeitende Kapital und, bei der Fabrik des Unternehmers auch die zeitweilig in Geld umgewandelten Waren und Rahstofsoorräte. Alles aber nur in dein durch k-n Betrieb des gewerblichen Unternehmers bedingten Umsang " Der wichtigste Gesichtspunkt fei wie überall auch hier, „daß der gewerbliche Betrieb auch lebensfähig bleibe". Dieser Gesichtspunkt werde auch in der Reichsabgabenordnung (§ 139) seine ausdrückliche formelle Regelung finden. Hiernach dürften alle Garantien für die Sicherheit der privaten Unternehmungen gegeben sein. Ihre Sache wird es sein, durch geeignete, einwandfreie Sachverständige die Grenzen des Wertes feststellen zu lassen, an welchen die Boten des Steuerfiskus Hali zu machen haben. Verzinsung und Tilgung des investierten Kapitals, Zahlung angemessener Gehälter und Löhne. Erzielung eines ongemeffenen Gewinnes, keine von diesen drei Notwendigkeiten bars dem Unternehmer durch diese oder eine andere Steuer verkümmert werden. Es ist wichtiger, daß die Werte schaffende Arbeit lebt, als daß einige Millionen Mark Steuern mehr herauskammeii. Gerade der private Unternehmer muß lebensfähig bleiben, damit nicht die unerläßlichen sittlichen und wirtschaftlichen Werte, die ! in der verantwortungsvollen Arbeit des einzelnen Men-
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nung die Abgabepflicht in irgend einer Form zu mll- derw Eine Erklärung des Vertreters der Reichs- regienmg bildet eine authentische 2nteg»etatwn d« Gesetzes. Alle Familien werden dem Zentntm Danr wissen für diese Waffe in der Wahrung ihrer Interessen gegen den eifrigen Steuerfiskus.
Narurgemäß nehmen die Feste des kirchsichen, wr- .r die weltlichen Lebens im Volksbramb den wei- en Svielrc-um ein und unter dielen Festen der Äe, den „heiliaen Zeiten", mit man auch die Tag- Ostern. Pfingsten und Weihnachten nennt, gelten ö:e Sitten, die sich auf das Fest des Friedens und drr Freude, auf den Tag der Geburt des Iefukindleins beziehen, als die heiligsten und ehrwürdigsten.
Tie Teuerung im Zeitungsgewcrbe.
Eine interessante Gegenüberstellung der Jahre 1914 und 1919 bringt der „Hannoversche Kurier . um den Lesern einen Begriff von den bisher eingetreicnen Verteuerungen der Materialien für die Herstellung der
vermischtes.
* Au dccknugeiner ttenen FNnlzigknarks si-iuabcil. Bor einiger Zeit nahm die Berliner Äriniinalpoüzn eine Falschmünzerbande fest, durch die eine Zeitlang >anz Teutichland und das beietzte Gcbi-r mit falschen Fünfzigmarkscheinen heimgesucht wurden. Tie Kriminalpolizei bcschlainahmte die ganze Druckererem- nch'tuug und die Papie,Vorräte, doch gelang es ihr nicht, die Plaiten in nie Hande zu bekommen. Es wuide an'enommen, dag sie von den Falschmünzern vernichtet worden seien. Bals tauchten aber neu? Fünstigmarkscheine auf, die, wie Sachverständige feststellten, unter Benutzung der Platren der ver- hafteien Bande he-gestellt worden waren. Die Er- mittelunnen ergaben, daß es gelungen war, kurz vor der Festnahme der Bande die Plaiten bereite -u schaffen. Diese Hinterlassenschaft deS Fal'ch- münzers benutzte nun der Eleklromonteur Hans Ludwig bofov, gemeinsam mit dem Giaveur Richard Celfer ei te neue Fabrik zu gründen. Als jetzt die Kriminalpolizei die Werkitatt entdeckie und aushob, war die ganze Bande gerade dab»i, wieder einen sehr großen Posten falscher Fünftiemarklchcine her- ntstellen. Nicht roentcer als 350 000 angefangene Falsifikate, also für lV'-i Million Mark ^allchgew, wurden beichlamahmt, ebenso die Platten und die anderen Truckwerkzeuge. Dte Fälscher wurden fest-
cnommen
Der allgemeirstr und wohl in keiner Gegend Deutsrhlmids fehlende Weihnachtsbrauch ist das Schmücken des Christbaumes, als ein ZÄchrn des Lichte, das der Heiland in die Well gebracht. Mit SuAen und Beten zeiht die Dorfgemeinde in Weft- falen in den Wald. Dort erwartet sie scherz der Förster und nun geht es an das Wählen der Tonne, die mit einigen Silberfaden hübsch behängt, im Triumph heimwärts getragen wird, um dort erst den eigent- lichen Schmuck zu erhalten. In der Gegend der oberen Donau bis hinauf ztt den Ufern des schwäbischen Aceres und hinunter gen Ulm ziehen die Burschen rmd Mädck)en am Thomartag (21. Dezember) durch selb und Flur hinaus in den beschneiten, einsamen 2interabend. Ist man dort angekommen, wird um
I sich gefallen lassen müssen, nach dem Anträge Des I Zentrums umgearbeitet zu werden. Das Zenit r u m kann das Verdienst in Anspruch nehmen, I die .steuerliche Bedrohung der Exi st enz unb ber I Lebensfähigkeit ber ländlichen Be- I triebe in ber Hanb ihrer Besitzer ver- I hindert zu haben. Solange die Reichsadgaben- I ordnung gilt, kann der Grundbesitz schwerlich auf einer | anderen Grundlage als der des Ertragswertes bv-
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scheu beruht, der seine Person und fein Vermögen einfetzt, ausgeschaltet und lahmgelegt werden und so den seelenlosen Großkapitalisten nach unb nach unser ganzes Wirtschaftsleben als Monopol überantwortet wird. Das Zentntm bat offu auä tn dieser Hinsicht bei biefem Gesetz seine Pflicht getan.
Auch die berechtigten materiellen Interessen, ein anderer wichtiger Faktor, haben gerade beim Zentrum Wahrung und Schutz gefunden bei dem ßrlofj der neuen Steuergesetze, die Familie! Soweü die Not der Zeit es zuläßt, wird aus die Familie, besonders die kinderreiche Familie, Rücksicht genommen. Besonders wichtig ist die von einem Zentrumsmitglied veranlaßte amtliche Erklärung des Reichsfinanzmini- sters, in welchem das Kinberprivileg behandelt wird: daß bei kleineren unb mittleren Vermögen das Vorhandensein von vier und mehr unterhaltsberechtigten Kindern stets einen Grund abgeben soll, um auf Grund des Härteparagraphen der Reichsabgabenord-
bic Tannen ein großer Kreis gebildet, eine brennende Kerze ober sonst ein Lichllein in der Mitte aufgepflanzt und nun dreht sich alles in munterm Spiel. Lieder von der „Rose, die der Knospe entsprungen ist" ober von „Entstein, bas vom Himmel kommt" klingen Ifinaus in die klare Winterluft solange, bis die Kerze verlöscht. Dasjenige Mädchen, das nun dem verlöschenden Lichllein am nächsten gestanden hat, darf beim Krippenspiet des Dorfes, das noch in inniger .frommer Weife geübt wirb, die heilige Jung- trau Maria barstellen und dasselbe Mädchen soll nach einem allen Glauben, den man besonders in Hohen- zollernlanden findet, zuerst einen Mann vom Christ' tinMein geschenkt bekommen. Ist der Kerzenschein draußen im Walde vollkommen erstorben, so nimmt man seinen Tannenbaum und wandert gemeinsam heimwärts. In der warmen Stube beim traulichen Schein ber Lampe gibt es das schwäbische Rational weihnachts gebäck. das gute, knusperig gebackene „Hutzelbrot" ober einen braunen, prächtig glänzenden unb süß buftenben Honigkuchen. Die kecken Burschen erhalten einen Kiahen in der Gestatt eines lieblichen Mägdeleins und die Jungfrauen einen Kuchen in
(Form eines schneidigen Buben.
Uederhaupt spielt im weihnachtlichen Volksaebrauch. wie immer bei festlichen Eeleaenheilsn. das Essen und Trinken eine große Rolle. Wünscht sich ber Schwabe fein „Hutzelbrot" und bett „Honigkuchen", eine Eigenschaft, die übrigens mehr oder minder allen Süddeutschen gemeinsam ist. so fordert ber Schlesier am heiligen Abend sein „Himmelreich". Dies ist feines geräuchertes Schweinesteisch mit Backobst. Der bieder" Bayer ist sein „Klötzenbrot" (Homgkuchev) ober will einen „Strix-el" (Kuchen aus Zucker, BuLer und Mehl), ber Lausitzer freut sich über einen gesottenen Weidnackuokarpfen und in Oldenburg will man am „Dickbauchsadend" (unschöner Name für den heiligen Abend) unbedingt Kköse mit Merineen oder einen feiten grünen Kohl mit Schweinefleisch.
Das vornehmste Getränk der Christnacht ist das Blut der Reben, der Wein. Wasser nilt bei fast allen deutschen Stämmen als ttnroiirbw. Ja. ein badischer und bayrischer Volksglaube erzählt, daß in ber heiligen Nacht um Mitternacht alles Maller in Flüssen, Bächen, Brunnen und Seen in feinsten Wein verwandelt werde. Wer aber diesen Wein trinket, darf keiner Menschenseele davon erzählen, sonst wird er nach alter Tiroler Dslkemeinung blind, während wiederum der leichtlebige Badenser und in manchen links-
.ßon besonderer Seite wird uns geschrieben:
arbeitsreicher Tagungsabschnitt der deutschen .^alversammlung ist abgeschlossen. Das Schwer- miiht der parlamentarischen Arbeiten lag in der Er- MasnS der Steuervorlagen, zu deren Zu- SLrLfommen das Zentrum in hervorragendem Maße unter möglichster Wahrung der Interessen
*7 oedSnlichen Eigentums tn Familie, im Erwerbs- I steuert werden.
“X/unb in der Landwirtschaft. Gleichermaßen hat das Zentrum dem prtoaten g e-
^Nicht twr in gegnerischen Kreisen hat das Zentrum I werblichen Unternehmer, dem Manne, der .^6 Kritik erfahren, sondern leider auch im allge- I seine Arbeitskraft unb fein Vermögen daransctzt, um rCcn Lager sind Kritiken laut geworden, die nicht I im eigenen Betriebe Arbeitern und Ängeftellten Bei.'- ^midersprochen bleiben können, weil sie ungerecht- I dienst und Brot zu geben und selbst Gewinn zu er bniat sind und im Widerspruch zu den Tatsachen I zielen, seine Aufmerksamkeit gewidmet und zwar mit
Das Zentrum ist getreu seinen Grundsätzen I dem gleichen Erfolge. Im Entwurf des Rcichsnot- gewesen, die in ber christlichen Weltanschau- I opfergesetzes war das in privaten Unternehmemmgen NI, begründeten ibealen Güter des Volkes, R e l i - I arbeitende Vermögen — dar gewerbliche Vermögen— g ß e unb Familie, bei seiner Mitarbeit I gleichgestellt mit den Vermögen der gewerblichen Ge- ® neuen Verfassung zu wahren und zu sichern. I selltchasten (Aktiengesellschaft uslv.t. _ Auch hier hat «r-z darin erreicht wurde, ist lediglich ein Ver- l das Zentrum, in ber Erkenntnis, daß die schematiche 7), „ st d es Zentrums. Vefonders auf den Ge- I und rohe Behandlung zweier von einander ganz ver- lL-i der Religion unb ber Schule. l-fchiedener wirtschaftlicher ©ebilbe nach und Yem
«ußer den idealen Gütern waren Euter materiell I nämlichen Muster den Rum ber "olkswins^t ttai .r Ar? 3u schützen, besonders ber für die Erhaltung wichtigen privaten Unternehmungen nach sich zteyen
^Einzelnen und ber Gesamtheit notwendige Besitz, muß. durch seine Abänderungsvorschläge erreicht, daß
$?gentum. Die christliche und die sozial- für die Heranziehung zur steuer em gerecher und
remottatische materielle Weltanschammg über das darum erträglicher Maßstab scfundenundfestge.egt
-?Mm stehen sich feindlich gegeitüber. Es bestand wurde. Es gilt für tne Heranzrehung M «teuer
Usefahr daß die Sozialdemokratie, welche ihr Pro- -mnmchr ncaj §. 18» für fo^e Setrtcbs M .Sememe
?flntm in Bezug auf Uebersührung des Privateigen. Wert und zwar wurde er mV 80 Prozent herange
tens in St-wtseig-ntmn nicht direkt durchführen | m.^riirflto
fonnie, versuchen wurde, dies auf dem Wege ber Steuergesetzgebung langsam aber sicher zu erreichen. v Das Erbschaftssteuergesetz, welches An- d. I. vorgelegt wurde, atmete diesen Geist, und sollte m diesem Geiste weiter ausgebaut werden. Das Mittel zur langsamen Wetterführung des Besitzes an Unmb und Boden in das Staatseigentum bildete die im Erbschaftssteuergesetz vorgesehene Bewertung des lobens nach dem „gemeinen Werte". Der «meine (Verkaufa-)W e r t ist so hoch, daß wohl s'der Grundbesitz nach 2 Erbfällen unter der Luft der b->ii->i- zusammenbrechen müßte, wenn der „Verkaufs- Mkt" des Gnmd und Bodens zur Grund'.aee ber Steuerneranlaaung gemacht würbe. Kein Eigentümer friitte diese Last ertragen können, ber Grundbesitz märe auf diesem kurzen Umwege leicht und sicher „sozialisiert" worben. Das Zentrum sah die Gefahr unb Zenimmsabgeordnete waren es, die bei der Beratung im Ausschuß dem Gesetzentwurf bissen Giftzahn ans- -ogen. Am 7. August stellten die Sentrumsabgg. löerelb, Farvick, Allekotte und bei der Borbe- rettmg im Ausschuß den Antrag, den für die Erbschaftssteuer maßoebendrn Wert ber land- und forstwirtschaftlichen Grundstücke nicht nach dem Verkaufs- werte, sondern nach dem Ertrogsreerte zu bemessen. Nach heftigem Widerstande der joziaidemokratischen Po: reien siegte ber Antrag. Die guten Folgen dieser äeftimmung werden sich von Gen-rauon zu Gene- rcrltn aus wirken. Wann ber bäuerliche Grund-
Zeitmigen zu geben.
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»..cki-L...- - WulSaer Zeitung