Auldaer Zeitung
Druck der Fuldaer Aetieadruckerel in Fulda,
CT
doch konnte er sich des, werden. Das ängstigte
sie, „es hat schon zehn
künftigen Lebens abhänge, und erlösenden Wortes nicht bewußt ihn; er ging immer langsamer.
„Du kommst zu spät," sagte
Mitteilungen der städtischen Rahrungsmittelfteüe
20. Dezember 1919.
Sonderverleilmig von Käse (Tilsiter Art) an T.- D.-C.-Srauke. Die Karten hierfür werden gegen
Immenses.
Novelle von Theodor Storm.
Nachweis der Bezugsberechtigung am IHonfag von 8 bis 12 und 2 bis 4 Uhr in der Kartenausgabc stelle ausgegeben. Die Ware ist am Dienstag m dem Geschäft von Wilhelm Kircher, Marktstraße, zu haben. Die auszugebend« Menge richtet sich "ach ^.r ^ahl der angeforberten Karten. Voraussichtlich können WO Gramm auf die Karte gegeben werden. Ladenpreis: 7,— M das Pfund.
Don dem durch die Stadt beschafften Auslands- schmalz werden, wie bereits mitgeteilt, auf die karienNr. 51 und 52 100 Gramm nntausgegeben. Jedes Faß ist durch Stichproben untersucht worden, das Schmalz ist von bester Qualität Trichinen wur- den nicht gefunden. Es empfiehlt sich lrotzdem, da Schmalz, das auf kaltem Wege her gestellt ist, nicht roh zu genießen, sondern vorher
M 293.
Samstag, 20. Tci-md-r 1919
Die Mutter ging hinaus, um den Kaffee zu besorgen; Elisabeth hatte Reinhard den Rücken zugewandf und war noch mit dem Bau ihrer kleinen Laube beschäftigt. „Bitte, nur ein kleines Weilchen," sagte sie; „gleich bin ich fertig." — Da Reinhard wider seine Gewohnheit nicht antwortete, so wandte sie sich um. In seinen Augen lag ein plötzlicher Ausdruck von Kummer, den sie nie darin gewahrt hatte. „Was fehlt Dir, Reinhard?" fragte sie, indem sie nahe zu ihm trat.
„Mir?" fragt« er gedankenlos und ließ seine Auzen träumerisch in den ihren ruhen.
„Du sichst so traurig aus."
„Elisabeth," sagte er, „ich kann den gelben Vogel nicht Iriden."
©te sah ihn staunend an; sie verstand ihn nicht. .Du bist so sonderbar," sagt« sie.
Er nahm chre beiden Hände, di« sie ruhig in den seinen ließ. Bald trat die Mutter wieder herein.
Rach dem Kaffee setzte diese sich an ihr Spinnrad; Reinhard und Elisabeth gingen ins Nebenzimmer, um ihre Pflanzen zu ordnen. Nun wurden Staubfäden gezählt, Blätter und Blüten sorgfältig ausgebreitet und von jeder Art zwei Exemplare zum Trocknen zwischen die Blätter eines großen Folianten gelegt. Es war sonnige Nachmtttagsstille; nur nebenan schnurrte der Mutter Spinnrad und von Zeit zu Zeit mürbe Reinhards ge- dämpfte Stimme gehört, wenn er die Ordnungen der Klaf- sm der Namen nannte oder Elisabeths ungeschickte Aus- spräche der lateinischen Namen korrigierte.
„Mr fchlt noch von neulich die Maiblume," sagt« sie jetzt, als der ganze Fund bestimmt und geordnet war.
Reinhard zog einen kleinen weißen Pergamentband aus der Tasche, visier ist ein Maiblumenstengel für Dich," sagte er, indem er die halbgetrocknete Pflanz« herausnahm.
Als Clffabeth di« beschriebenen Blätter sah, fragte sie: „Hast Du wieder Märchen gedichtet?"
„Es sind keine Märchen," antwortete er und reicht« ihr das Buch.
Es waren lauter Vers«, die meisten füllten höchstens eine Seite. Elisabeth wandte ein Blatt nach dem andern um; sie schien nur die Uebelschviften zu lesen. „Als sie vom Schulmeister gescholten war." „Als sie sich im Walde verirrt hatten." „Mit dem Ostermärchen." „Als sie mir zum ersten Male geschrieben hatte"; in der Weise lauteten saft alle. Reinhard blickte forschend zu ihr hin, und indem sie immer weiter blättert«, sah er, wie zuletzt
auf ihrem klaren Antlitz ein zartes Rot hervorbrach mür es allmählich ganz überzog. Er wollte ihre Augen sehen; aber Elisabech sah nicht auf und legte das Buch am Ende schweigend vor ihm nieder.
„Gib es mir nicht so zurück!" sagte er.
Sie nahm ein braunes Reis aus der Blechkapsel. „Ich. will dein Lieblingskraut hineinlegen," sagte sie und gab ihm das Buch in feine Hände.--
Endlich kam der letzte Tag der Ferienzeit und der Morgen der Abreise. Auf ihre Bitte erhielt Elisabeth von der Mutter die Erlaubnis, ihren Freund an den Postwagen zu begleiten, der einige Straßen von ihrer Wohnung seine Station hatte. Als sie vor die Haustür traten, gab Reinhard ihr den Arm; so ging er schweigend neben dem schlanken Mädchen her. Je näher sie ihrem Ziele tarnen, desto mehr war es ihm, er habe ihr, ehe er auf so lange Abschied nehme, etwas Notwendiges mitzuteilen — etwas, wovon aller Wert und alle Lieblichkeit feines
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Als Reinhard in ine Nähe des Ratskellers tarn, hörte er aus der Tiefe herauf Geigenstrich und den Gesang des Zithermädchens; nun klingelte unten die Kellertür, und eine dunkle Gestalt schwankte die breite, matt erleuchtete Treppe heraus. Reinhard trat in den Häuserschatten und ging dann rasch vorüber. Nach einer Weile erreichte er den erleuchteten Laden eines Juweliers; und, nachdem er hier ein kleines Kreuz von roten Korallen eingehandelt hatte, ging er auf demselben Weg«, den er gekommen war, mieber zurück. ,
Nicht weit von seiner Wohnung bemerkte er ein kkri- tos, in klägliche Lumpen gehülltes Mädchen an einer hohen Haustür stehen, in vergeblicher Bemühung fie öffnen. „Soll ich Dir helfen?" sagte er. Das Kind erwiderte nichts, ließ aber die schwere Türklinke fahren. Reinhard hatte schon die Tür geöffnet. „Nein , sagte er, „sie könnten Dich hinausjagen; komm mit mir! Ich wi!. Sir Weihnachtskuch?n geben.* Dann machte er tho Xür wieder ju und faßte das kleine Mädchen an der das stillschweigend mit ihm in seine Wohnung ging.
Er hatte das Licht beim Weggehen brennen lassen, •tjier hast Du Kuchen", sagte er, und gab ihr die Halste seines ganzen Schatzes in ihre Schürze, nur keine mit den Zuckerbuchstaben. „Nun geh nach Haufe unb gib Deiner Mutter auch davon." Das Kind sah mit einem scheuen Blick zu ihm hinaus; es schien solcher Freundlich- feit ungewohnt und nichts daraus erwidern zu können. Reinhard machte die Tür auf und leuchtete ihr, unö nun flog die Kleine rote ein Vogel mit ihren Kuchen die Treppe h'mab und zum Hause hinaus.
Reinhard schürt« das Feuer in seinem Ofen an und Hellte das bestaubte Tintenfaß auf seinen Tisch; dann setzte er sich hin und schrieb, und schrieb die ganze Nacht Briefe an feine Mutter, an Elisabeth. Der Rest der Deihnachiskuchen lag unberührt neben ihm; aber die Manschetten von Elisabeth hatte er angeknüpft, was sich vor wunderlich zu seinem weißen Flausrock ausnahm. So faß er noch, als die Wintersonne aus die gefrorenen Fensterscheiben fiel und ihm gegenüber hn Spiegel ein Boßes, ernstes Antlitz zeigte. >
finden. Sie stehen jedenfalls durchaus nicht in so schrof- fem Gegensatz zu Deutschland, wie das stellenweise angenommen zu werden scheint. Auch bezüglich der na» lienischen Katholiken kann gesagt werden, daß diese den Einfluß der wirtschaftlichen Tatkraft Deutschlands auf Italien ungemein hochschätzen.
Außerordentlich überraschend und verblüffend war die geradezu vernichtende Niederlage der itaüenischen Kriegspartei bei den letzten Wahlen. Das wurde selbst in 5t(dien nicht erwartet: Dieses Wahlergebnis ist ein bezeichnendes Beispiel dafür, wie dieses wahnwitzige Kriegsgeschrei der stalienischen Naionalisten in Wahrheit zu bewerten war. Die Tatsache der fast volligm Vernichtung dieser Kriegspartei wird mst dazu beitragen, daß eine Ernüchterung in der Beurteilung der weltpolitischen Lage eintritt.
Das Italien von heute ist ein anderes, als das von 1915: Seine damalige Politik entbehrte der Sachlichkeit, der klugen und ruhigen Einschätzung der wirklich vorhandenen Kräfteverhältnisse. Es wäre aber nicht angebracht, wenn man sich heute noch bei uns in allerdings begreiflicher schmerzlicher Erinnerung an den damaligen „Verrat" Italiens dem Wiederingangbnngen der deutsch-italienischen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse sich widersetzen wollte. Unsere außenpolitische Lage ist auch wahrhaftig nicht so, daß wir uns diese Verärgerungspolitik leisten könnten. Die geschichlliche Entwicklung schreitet unbekümmert ihres Weges und wir wärm Toren» Denn wir sie nicht nütztm.
Die Markspekulation, der schlimmste Feind der deutsche» Valuta.
In der „Kreuzzeitung" wird über die im Tftel berührte, unter dm heutigen Derhältnisim besonders interessierende Frage zutreffend folgendes geschrieben:
Aus sachverständigen Kreisen war bereits vor längerer Zeit darauf hingewiefen, daß im neutralen Ausland, besonders in Schweden und Dänemark, die Spekula- tion in deutscher Währung einen außerordentlichen Um» I fang angenommen hat. Bis in die Kreis« der Landbe- I Dotierung hinein erstreckt sich diese Spekulation. Sie ist I in ihrem Umfang eine der Hauptursachen der starwigen | Abwärtsbewegung des Markkurses hn Ausland. Auf ihre Wirkung ist es zurückzuführen, daß jeder geringen Bet» I befferung unseres Balutaftanbcs sofort eine neue Bet« I schlechterung folgt Denn die nach vielen Taufenden zäh- I lenden kleinen Spekulanten ht federn neutralen Land ver- I folgen den ständigen Rückgang der deutschen Währung mit großer Besorgnis. Tritt nun eine Besserung des Kurs- I standes ein, dann werden sofort große Masten deutscher I Noten auf den Markt geworfen, um von der Kurssteige- I nmg zu profitieren. Dieses starke Angebot führt dann zu I neuen Rückgängen des Markwertes. Auch aus der Schweiz wird fetzt berichtet, daß die Spekulation m I deutschen Noten einen außerordentlichen Umfang ange« I nommen Hai und daß sie zum guten Teil von höchst I zweifelhaften Elementen betrieben wird.
I Aber auch im feindlichen Ausland, vor allem in Eng- I land, scheint die Markspekulation geradezu zu einem I Sport geworden zu sein. Di« Daily Mail" spricht es I offen aus, daß dis Spekulation m deutscher Währung I heute in England zu einer Modes pekulatio n ge» ! worden sei. Diese Erscheinung ist aus dem Grunde so I bedauerlich, well dabei in weiten Kreisen des neutralen 1 und feindlichen Auslandes ein Interesse an einer Auf- I rechterhaltung des deutschen Balutastandes vorhanden tft. | Man begreift in Deutschland nicht, warum die feindlichen I Länder, di« von der deutschen Kriegsentschädigung eine | Besserung ihrer finanziellen Beilage erwarten, nicht alles I daran setzen, die erste Borbedingung für unsere Zahlungs- I Fähigkeit, die Hebung und Stabilisierung des Marktwertes, I aus eigenem Antrieb zu schaffen. Wenn aber infolge der | weitverbreiteten Markspekulationswut ein so bedeutendes I Interesse an der Verhinderung einer Gesundung | unserer Valuta besteht, temn begreift man allerdings, I warum Deutschland in dieser Frage, die tatsächlich einen I vollkommen internationalen Charakter angenommen hat, I auf sich allein angewiesen ist.
geschlagen auf St. Marien."
Er ging aber darum nicht schneller. Endlich sagte er stammelnd: „Elisabech, Du wirst mich nun in zwei Jahren gar nicht sehen---wirst du mich wohl noch ebenfo
lieb haben rote jetzt, wenn ich wieder da bin?"
Sie nickte und sah chm freundlich ins Gesicht. — „Ich habe Dich auch verteidigt," sagte sie nach einer Pause.
„Mich? Gegen wen hatetst Du das nötig?“
„Gegen mein« Mutter. Wir sprachen gestern abend als Du weggegangen warst, noch lange über Dich.. Sie mehrte, du seiest nicht mehr so gut, wie Du gewesen."
Reinhard schwieg einen Augenblick; dann aber nahm er ihre Hand in die seine, und indem er ihr ernst in ihre Kinderaugen blickte, fagte er: „Ich bin noch ebenso gut, wi« ich gewesen bin; glaube du das nur fest! Glaubst Du es, Elisabeth?"
„3a," sagte sie. Er ließ ihre Hand los und ging rasch mit ihr durch die letzte Straße. Je näher ihm der Abschied kam, desto freudiger ward sein Gesicht; er ging ihr fast zu schnell.
„Was hast Du, Reinhard?" fragte sie.
„Ich habe em Geheimnis, eit» schönes!" sagte er und sah sie mit leuchtenden Augen an. „Wenn ich nach zwei Jahren wieder da bin, dann sollst Du es erfahren."
((Fortsetzung folgt.),'
Italien und wir.
augenblickliche Lags in Italien ist nicht nur vom '-.„nhountt der Wirkung für Italien selbst, fondem '^ weltpolitischen Gesichtspunkte aus zu betrachten, «märe sehr irrig, auf eine Revolutionierung Italiens I
Sinne der alten oder neuen sozialistischen Ziele I im Sinne einer Bolschewisierung zu hoffen. Es, Hoffnung wird gerade auch in Deutschland viel- bei den Kreisen, bei denen der Wunsch der Vater »^Gedankens ist, gehegt. Es wird aber eine Täuschung ISben Wir haben nachgerade alles Interesie, in au- L.«volitischcn Dingen uns vor Iugendbildnern und da- vor Enttäuschungen zu bewahren. Wir müssm (mehr nüchternen Sinnes und kalten Blutes die I Se betrachten, wie sie sind und erst dann, wenn wir Ausreife sehen, müssen wir ebenso nüchtern und ?„ck>lick die Folgerungen ziehen.
^Daß Italien sich in einem Zustande starkerGa - - «na befindet, ist nicht zu leugnen. Man darf uL gewiße Dame, die sich in der letzten Zeft dort er- ^net haben, nicht unter dem Gesichtswinkel des nordi- (&., -Temperaments, das gar keines ist, betrachten. L'r Südländer greift mit viel mehr Lebhaftigkeit und w,ter Aufwand eines ganz anderen Wortschwalls und “T‘- D;el heftigeren Tonart in die Politik ein. Man e'.6 „ur einmal einen Wahlkampf in Italien mitge- madit haben, um dieser Dinge inne geworden zu sein. Di« W a h l e n, die Italien vor kurzem vollzogen hat, iiaben in zwei Punkten weiter nicht überraschen können.
S "ö i ° listen einerseits und die K a t h o l i k e n andererseits sind gewaltig gewachsen. Was dazwischen llond ist im wesentlichen zerrieben worden. Don grobem 'politischen Interesse und von einer Bedeutung, bie wiederum nicht Italien allein, sondern auch eine recht beträchtliche Umwelt und nicht zuletzt uns Deutsche .„geht ist, daß die Katholiken nunmehr zu einer selb- ständigen und sehr starken katholischen Partei stmerhalb des italienischen Parlaments sich zusammen- geschlossen haben. Bislang waren sie in den oerschie- denen Gruppen verteitt, damit als Ganzes aber ohne Aktionskraft. Nach der veränderten Stellungnahme des Vatikans zur Frage der Beteiligung der Katholiken an den Wahlen und an der Parlamentsarbeit waren die bisherigen Fesseln gefallen. Die Erstarkung und damit das selbständige Hervortreten der Katholiken tm itaüenischen Parlament wird nicht ohne Einfluß auf den Vatikan und der italienischen Regierung bleiben. Insbesondere erhält nunmehr die Frage der Stellung des Papstes in Italien wie in der Reihe der Mächte ein ganz anderes Gesicht. Die katholische Gruppe wird auch ein starkes Gegengewicht gegen sozialistischen Ra- dikalismus sein. Auch aus diesem Gesichtswinkel heraus muß die augenblickliche Lage in Italien betrachtet
Amtliche Anzeigen.
Bekanntmachung der Reichsbekleidungsstell- übn die Aufhebung der Bewirfschoftung von Strtf-
und Stopfgarnen. (Dom 18. Nov. 1919.)
Aus Grund der Bundesratsverordnung über die Befugnisse der Reichsbekleidvngsstelle vom Marz 1917 (R.-G.-Bl. S. 257) wird folgendes bestimmt.
8 1. Es treten außer Kraft: _
1. Bekanntmachung der Reichsbekletdungssielle über Verteilung von Baumwollnähfäden °n Derarbeitungs- betriebe größeren Umfanges vom l8. Mai 1918 (Reichsanzeiger Rr. 116 vom 18. Mai 1918).
2. Bekanntmachung der Rcichsbekleidungsstelle über Verteilung von Nähföden, Strick- und Stopfgarnen durch die Kommunaloerbande vom 10. August 1918 (Reichsanzeiger Rr. 159 vom 12. August 1918).
z Bekanntmachung der Reichsbekleidungsstelle, betreffend die Preise für Baumwollnähfaden sowie baumwollene Strick- und Stopfgarne vom 1. Februar 1919 (Reichsanzeiger Nr. 28 vom 3. Februar 1919) fomie die Abänderungsbekanntmachungen vom 18. Februm 1919 (Reichsanzeiger Nr. 41 vom 18. Februar 1919 und 10. Mai 1919 (Reichsanzetger Nr. 108 vom 13. Mai 1919). _
4. a) Bedingungen für Fabrikanten von Baum-, wollnähfäden vom 1. Februar 1919 (Reichsanzeiger Nr. 28 vom 3. Februar 1919). b) Bedingungen für Fabrikanten von baumwollenen Strick- und Stopfgar. neu vom 1. Febr,-r 1919 (Reichsanzeiger Nr. 28 vom 3. Februar ll-9). c) Derkaufsbedlngungen für Abnehmer von Fabrikanten von Baumwollnahfaden und baumwollenen Strick- und Stopfgarnen vom 1, Februar 1919 (Reichsanzeiger Nr. 28 vom 3. Februar 1919).
S 2. Die aus der Verteilung herrührenden Nah- fäden, Strick- und Stopfgarne werden den zurzeit Verfügungsberechtigten freigegeben. Ansprüche auf Lieferung bestehen nicht mehr. „
Die auf Grund des der Reichsbekleidmigsstelle gemäß den Bedingungen für Fabrikanten von Baum- wollnähfäden sowie baumwollenen Strick- und Stopfgarnen vom 1. Februar 1919, Ziffer 1, zustehenden Rückgrifssrechts schon erteilten Aufträge sind auszu- führen. Dis zur Durchführung bleiben hinsichtlich die- ser Aufträge die Bestimmungen des § 1 Ziffer 3 und 4 vieler Bekanntmachung in Kraft.
§'3. Für die Erledigung der noch schwebenden Angelegenheiten aus den gemäß § 1 aufgehobenen Bekanntmachungen und Bedingungen ist nach der am 30 .November 1919 erfolgenden Auflösung der Reichs- bekleidugsstelle, Berlin W 50, Geisbergstr. 41, zu- ständig.
§ 4. Diese Verordnung tritt sofort in Kraft.
Berlin, den 18. November 1919.
Reichsbekleidimgsstellk. Dr. Haafelau.
Wird veröffentlicht.
Fulda, den 8. Dezember 1919.
Der Landral. Frhr. v. Doernberg.
Wiederholt ersuche ich darum, daß dienstliches Schreiben an mich nicht mit meiner Namensanschrift versehen werden, sondern: „An das Landratsamt" oder „An den Herrn Landrat" gerichtet werden. Persönlich adressierte Sendungen werden mir auf Reisen nachgesandt und können Verzögelungen erleiden, auch verloren gehen.
Fulda, den 1. Dezember 1919. W.K- Der Landrat. Frhr. v. Doernberg.
Wche bas vorliegende Buch. In «ewahlttr Sprache plastischer Anschaulichkeit, dranmtff^r SAmmg, spm tienb unb erhebend singt es das „Hohelied !«r Hewen- Mission; es kündet ergreifend di« ^roge.abermich «chroere der Missionsarbett und vermag Missionsverstand, itis Miffionssinn und Mfsionsliebe zu wecken.
3n der Stille. Ein Lchrermnenbuch von Eamilla Wernen Freiburg i. Br. 1919, Herderfche Verlagshand- IU!,BonS&ern der Stille erzählt das tleine ßehrerhuw« buch Don Menschen, die ihren Beruf ernst siehmn wie einen Gottesbefehl, die kämpften, litten rmd pch। Und all denen ist es gewidmet, die m den Fluten oes Materialismus und der krassen Selbstsucht die mtg Sterne nicht aus den Augen verloren haben und immer noch in der Schule sichen tm Namen des Ewigen. Ihnen will es ein Tröster und Ennutiger fem.
Der Christ im betrachtenden Gebet. Anleitung Mr tag- liehen Betrachtung besonders für Priester imb Ordens fatte. Don Augustm Lehmkuhl S. J. Mer Banne. Freiburg i. Br., Herdersche Veriagshandlung. — Erster Band: Sfiroents- und Weihnachtszeit, vom 1.
bis 24. Januav. Dritte und vierte, dmchgrarbritete und vermchrte Auflage von Komad Kirch 3. J- ISIS. 7,«zu ^Die ^Betrachtungen find abgefaßt im Anschluß an das Kirchenfahr, d. h. die verschiedenen kirchlichen Zetten und Festkreise, nur ausnahmsweise mit Rücksicht auf d>e einzelnen Sonntage und sonntäglichen Evangetienabschnr.te. üi aber doch im Laufe des Jahres alle zur Bchandlung kom- men. Die heiligen Evangelien sind dmchgehmds zugrunde gelegt, das Leben des Heilands auch tunlichst m zeülicher Reihenfolge. Hervorragenden Heiligen sind eigene Betrachtungen gewidmet. Eine kurze Anleitung zum betrachtenden Gebet und ein entsprechendes Merkblatt zum Einlegen sollen besonders biejemgen Laien unterstützen, di« sich m biefe heilsame geistliche Hebung neu emteben wollen. 2« em- fache, schlichte Form der Darbietung, die überall zum herz- lichen persönlichen Gebete führen mochte, wird allen ohne Ausnahme willkommen sein.____________
Auszug aus dem Standesamts-Register des Standesamtes Fulda.
Sterbefälle in der Zeit vom 11.—19. Dez. 1919.
11. Dez. Bergmann Wilhelm Pfeiffer aus Rommerg, 29 I 4 M 16 T 11. Schüler Hans Joachim Gaitzich aus Bronnzell, 14 I. 3 M. 8 T. 13. Margarete Händler, ohne Beruf, 69 I. 8 M. 5T. 13. Maria Anna Muller, 32. 13. Franziska Jestädt, ohne Beruf, 42 I. 9 M. 21 x )5. Anna Maria SBeiael, ohne Beruf, 21 I. 6 M. 26 T 15. Ehefrau Rosa Link, geb. Schenkel, aus Piloerzell, 38 I. 3 M. 16 T. 16. Rentnerin Frenn Sophie v. Harxthausen, 73 I. 2 M. 16 T. 17. Büglerin Snna Josephine Hohmann, 24 I. 16 T. 18. AloyS Weber au§ Kerzell, 10 M. 16 T.
Gottesdienstordnung.
Katholischer GotteSdteaff.
Sonntag,21.Dez. Dom. (Diözesanmonatk-kollekte.) t/,6, 6, Vi7 u. 7 M., V«7 M. u. Kom. f. d. Jüngl.-Sod. u. christenlehrpfl. Jüngl. i. d. Marienk., 8 Pfarramt m. Umg. u. Pr., »MO Kathedralamt m. Pr., 11 Ehr., */sl2 M. m Pr , */i2 Quotember-A., 2Ehr.,4 Sakraments-Bruder- schatt m. Pr., 7 A. r. d. Marienkapelle. (Montag fällt A. aus.) — Stadlpfarrkirche. 5Vi Kom., 58l* M., 6V« M. U. Kom. f. d. Jüngl., 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.), 8'/, Pfarramt u. Pr., 11 M. u. Pr. (2. Schulgd.), 9*/s A. f. d. Jüngl.-Sod. i. d. Sederik., IVi Ekr. f. d. Jungfr., 2Vi Quatember-A., 57» Ncvene von Weihnachten. — Pfarrkirche zum heiligen Geiste. '/«7 Kom., 7 Frühm., 8Pr ,Amtm. Kom., 7-5 Ehr., 5 A. — Sodalität. VilO. — Severikircho. Sonntags und werktags * l/s7 M. — Nonneukirche. 2 Herz-Jesu-Bruderschaftsversarnmlung.— Herz-Jesu-Heim. 6 Frühm., 8 Amt m. Pr., 2 A. (Mittwoch abends 8 A.) — Frauenberg. 5, ’/«6, Vi7 u. 7 M., 8 BruderschastSm. m. Pr., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 Pr. u. A. f. d. Tertiären m. Einkleidung u. Prosetzabnahme.
Evaagelifcher CotisSdiruA.
So n n ta g, 21. Dezember. Vormittags 9V, Pfarrer Weber, 11 Kindergottesoienst,. nachmittags 2 Sup. Ruhl.
toerhen. , ,, . I
Was nun das Derhältms zwischen Italien uno Deutschland angeht, so hat das obenbezeichnete Wahlergebnis unzweifelhaft die Wirkung, daß die A n- näherung beider Länder und Völker auf eine we- ftntüch brettere Grundlage als bisher gestellt worden ist Die Sozialisten haben nie ein Hehl daraus gemacht, daß ihnen diese Verbindung erwünscht ist. Sie wissen es, daß Italien nur bei Aufrechterhaltung und möglichster Verstärkung der wirtschaftlichen Beziehungen m Deutschland gedeihen kann. Deutschlands Produktionskraft bildet den besten Mckhalt für das italienische Wirtschaftsleben. Sozialisten waren es auch, welche ein- große Organisation bildeten, um dem deutschen Kaufmann, dem deutschen Handel und der deutschen Industrie mit tunlichster Beschleunigung wieder Em- gang in Italien zu schaffen. Was sodann die Kaiholl- ken angeht, so haben sie ein ausgesprochenes und sehr starkes Interesie daran, das kacholische Oesterreich nicht verkümmern zu lassen. Zwischen Oesterreich und dem Vatikan sind während des ganzen Krieges die Verbin- düngen nicht abgerissen gewesen. Es wurden sehr wichtige, allgemeine Fragen auch während des Krieges teils über Wien, teils über Rom teils untereinander erörtert und entschieden. Es darf wohl auch daran erinnert werden, daß die Berliner Regierung den Weg nicht selten über Wien nach Rom nahm, und auch umgekehrt ist von Rom aus diese Verbindung über Wien nach Berlin wiederholt gewählt worden.
Für die italienischen Katholiken kommt noch ein an- deres Moment in Frage, nämlich, daß die österreichische Vorherrschaft in den katholischen Alpengebieten durch den Ausgang des Weltkrieges besettigt und damit ein Zankapfel aus der Welt geschafft, ist. Es gibt heute auf italienischer Seite keinen nationalen Groll gegen Oesterreich mehr, lieber Oesterreich werden die italienischen Katholiken auch den Weg nach Deutschland
Ktterarisches.
Der Roman eines Missionars. Bon Georg Sage- Hom m e S. J. Deutsch bearbeitet von Rudolf Schütz S. J. Mit Bildschnmck von Fritz Bergen. Herder, Freiburg i. Br. 1919. 5,80 Mk., geb. 7,80 Mk.
Manch einer, der feinen „Robinson" mit Entzücken gelesen, spürt dann und wann em Bedangen, auch die Romantik des Missionsberufes kennenzulernen. Nun enthält ja gewiß ein jedes Leben ein Stück Romantik, auch das Leben des Missionars in fernem Lande. Aber ebenso gewiß ist. daß die Wirklichkeit weit entfernt ist von dem Traumideal, das sich em begeisterungsfähiger Jüngling macht von dem „romantischen" Leben im Urwald. Es ist eine Romantik ganz eigener Art, die sich dem Missionar Schrstt für Schritt in den Weg stellt. Nur ein starkes Herz, nur ein fester Wille, eine tiefgründige Frömmigkeit, eine verzehrende Gottes- und Nächstenliebe sind bi Grundvoraussetzungen, um die Romantik des Missionslebens er»
Daheim.
Ms es Ostern geworden war, reifte Reinhard in die Heimat. Am Morgen nach seiner Ankunft ging er zu Elisabeth. „Wie groß Du geworden bist", sagte er, als das schöne schmächtige Mädchen ihm lächelnd entgegenfam. Sie errötete, aber sie erwiderte nichts; ihre Hand, die er beim Willkommen in die feine genommen, suchte sie ihm sanft zu entziehen. Er sah sie zweifelnd an; das hatte sie früher nicht getan; nun war es, als trete etwas Fremdes zwischen sie. — Das blieb auch, als er schon länger da gewesen und als er Tag für Tag immer wiedergekommen war. Wenn sie allein zusammensaß«n, entstanden Paus«, die ihm peinlich waren und denen er dann ängstlich zuoLk- zukommen suchte. Ilm während der Ferienzeit eine be» j stimmt« Unterhaltung zu haben, frag er an Elisabeth ht der Botanik zu unterrichten, womit er sich in den ersten Monaten feines Universitätslebens angelegmtlich beschäftigt hatte. Elisabeth, die ihm in allem zu folgen gewohnt und überdies lehrhaft war, ging bereitwillig daraus em. Nun wurden mehrere Male in der Woche Exkursionen ins Feld ober in die Heiden gemacht; und hatten sie dann mittags di« grüne Botanisierkapsel voll Kraut und Blumen nach Hause gebracht, so kam Reinhard einige ©tun- den später wieder, um mit Elisabeth den gemeinschaft-
I lichen Fund zu teilen.
1 In solcher Absicht trat er eines Nachmittags ms Zim- I mer, als Elisabeth am Fenster stand und em vergoldetes | Vogelbauer, das er sonst nicht dort gesehen, mit frischem I Hühnerschwarm besteckt«. 3m Bauer saß em Kanarienvogel, der mit den Flügeln schlug und kveischend nach Elisa-
I beths Finger pickte. Sonst hatte Reinhards Bogel an die- I ser Stelle gehangen. Jjat mein armer Hänfling sich nach | seinem Tode in einen Goldfinken verwandelt?" fragte I er heiter.
„Das pflegen die Hänflinge mcht", sagte die Mutter,
I welche spinnend hn Lehnstuhle saß. „Ihr Freund Erich I hat ihn heut mittag für Elisabeth von seinem Hofe herein- I geschickt."
„Bon welchem Hofe?"
„Das rot ff en Sie nicht?"
„Was denn?"
L „Daß Erich feit einem Monat dm zweiten Hof feines I Baiers am Immenses angetreten hat?"
I „Aber Sie haben mir kein Wort davon gesagt."
„Ei," sagte die Mutter, „Sie habm sich auch noch mit | keinem Worte nach Ihrem Freunde erkundigt. Er ist ein | gar Leber, verständiger junger Mann."