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I Verlag der Fullmer Actienbrückerei in Fulda. Meis monotl. I zj.(5. löljrQ | 110 Mk Fernspr. Nr. 9. Telegr.-Ahresse^Fulhaer^eilung^^^^^E^^^

eben. Es

Nr. 292.1 für die AnzeigendI. Parzeller, Fulda. Rotationsdruck' | Freitag 19« Deremberl9l9

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derunq einqetreten ist, nunmehr Anfang der z w e , t en Hälfte Januar sta-ttfinder,, und zwar soll der Parteitag sich unmittelbar an die kurze Tagung der Naionalversammluug, die etwa vom 13. bis 19. Ja­nuar dauern wird, anschließen.

* Neichsnotopfer und Entente. Zu den Erörterungen in der' Landesversammlung und in der National­versammlung wird der 'Deutschen Allg. Ztg/ aus dem Reichsministerium der Justiz mitgeteilt, der Reichsjustizminister vertrete die Ansicht, daß das Gesetz über das Reichsnotopfer in der jetzt beschlossenen Fassung der Entente weder mittelbar noch unmittelbar das Recht auf Erfassung des

Deutscher Reich.

c Ter Reichsparteitag des Zentrums wird, nachdem dem Arbeisvlan der Nwionalversammlung eine Aen-

Die DStzwirtfchafl Sei der SparprSmienanleih«

,3u bett Angriffes auf die Propaganda für tie Spar, prunrieuankefhe wird mitgeteilt: Von den insgesamt verausgabten Beträgen entfällt der überwiegende Teil, 5,5 Millionen Mark, auf I« se r a t e in der gesam. ten deutschen Presse, zusammen etwa 7000 Zeitungen; für sonst!« Propaganda kommen etwa 3,4 Millionen Mark in Frage. Die Höhe des anfangs vorgesehenen Betrages wurde entsprechend her aufgesetzt, als es sich als notwendig erwies, bte ZeichmIngSfrrst infolge der Verkehrssperre zu verlängern. Zur Prüfung der Ausgaben wurde ein Ausschuß eingesetzt.

^Die Antwortnote der Alliierten.

"Awes" meldet aus Paris, daß die Alliierten fla* der Antwortnote an Deutschland fest- in > 9aben. Die Note wiederholt die Zusicherungen einN^ Är.e9§.oefa.ngenenfrage und enthält vis derjenigen Personen, die sich nach habe» . OEt Alliierten während des Krieges Vergehen j. f Schulden kommen lassen und deren AuS- -rs.rung von ihnen gefordert wird.

des Plattes über denglanzenden Wahlsieg in -dem schwarzen Aachen". Die Unrichtigkeit lwr Meldung war mit Händen zu greifen. Das Blatt wtrd nicht daran vorbei kommen, die Sache richtig zu stellen. Wir zweifeln aber, ob das auch in einem begeister­ten Iubelhymnus mit fetten Buchstaben an der spitze des Blattes tun wird.

e es» daß die Aufmerksamkeit der Alliierten üuf die egungen gelenkt werde, die wie in Vorarl­berg, Salzburg und Tirol auf die Einbezie­hung in das Wirtschaftsgebiet benachbarter Staaten (gemeint ist Deutschland) ausgehen. Die alliierten Mächte feien der Ansicht, daß, wenn die trennenden Kräfte in irgend einem dieser Punkte zum Durchbruch gelangen sollten, eine solche Trennung das völlige Zerfallen des österreichischen Staates nach sich ziehen und das Gleichgewicht Mitteleuropas zerstören könnte. Die Entente werde sich allen Ver­such e n widersetzen, die geeignet sind, die Un­versehrtheit des österreichischen Gebietes zu beeinträch- tißen oder im Gegensatz zu den Bestimmungen des Friedensvertrages in irgend einer Weise die politische oder wirtschaftliche Unabhängigkeit Oesterreichs beein­trächtigen müßten.

Sn der Schweiz, wo man Vorarlberg bereits in der Tasche zu haben glaubte, hat dieser Entscheid eine schwere Enttäuschung hervorgerufen.

Die Akehlseudungen nach Deutsch-Oesterreich.

Die für das hungernde Oesterreich bestimmten 8000 Tonnen Mehl, die durch die wöchentliche Ersparnis von 50 Gramm auf jede Brotkarte von der deutschen Regierung der österreichischen Regierung zur Verfü­gung gestellt werden können, sind jetzt im Abrollen nach Oesterreich begriffen. Die ersten 60 Waggons kamen am Dienstag in Wien an. Die letzten Sendun­gen werden im Sanuar in Oesterreich zu einer Zeit eintreffen, wo unsere Nationalversammlung wiäer versammelt fein wird und über etwaige Fortsetzung der jetzt unternommenen Hilfsaktion wird beschließen können. Jedenfalls besteht bie feste Absicht, bis zur Entscheidung über diese Frage keine Unterbrechung in den Mehlsendungen eintreten zu lassen.

Wiener Meldungen, die von der Fortsetzung dieser Aktion bereits wie von einer feststehenden Tatsache sprechen, eilen danach den Ereignissen etwas voraus, wenn auch anzunehmen ist, daß die Hilfsleistung für Oesterreich fortgeführt werden wird. Wie notwendig sie ist, zeigt das in Wien bekanntgegebene Ergebnis einer Untersuchung der Schulkinder, wonach 90 Pro­zent dieser Schulkinder tuberkulös ftnb.

Ausland.

* Salzburg fordert wirtscha tliche Angliederung an Bayern. Im Salzburger Landtag wurde ein Dringlichkeitsartrag des Verfassungsausschusse- be- handelt, wegen der ungeheueren Notlage des Landes Salzburg, an den Obersten Rat in Parts das Er» suchett zu richten, dieser möge wenigstens den wirt­schaftlichen Anschluß Salzburgs an das bayernche Wirtschaftsgebiet ermöglichen, Antrag wurde vom Landtag einstimmtg zum Beschluß erhoben. Es wurde betont, daß es sich ntcht um eine politische Aktion handele und daß kein Verrat an der Repu­blik Oesterreich verübt werden solle.

heißen Dank für ihr Eintreten für die Freigabe ber Ge­fangenen ausspricht. Sie wendet sich an btqemgsn Frauen und Männer in den bisher feindlichen Landern, die sich ein menschlich fühlendes Herz bewahrt haben, das tellnehmend schlägt für die unsagbaren Leiden der un­glücklichen Gefangenen und ihrer Angehörigen, sodaß sie laut ihre Stimme erheben zu dem Rufe: Gebt den sehnenden Frauen ihre Männer, den Ktn- dern ihre Väter und den gebeugten Eltern ihre Söhne wieder! (Stürmischer Beifall.)

Sie hoben sich zu Ehren unserer Gefangenen von den Sitzen erhoben. Ich danke Ihnen und stelle die einmütige Annahme Ihrer Entschließung fest. (Lebh. Zustimmung.)

Eine große Reihe von Petitionen wird ohne Erörterung nach den Ausschußanträgen erledigt.

Freitag: Anftagen und Interpellationen der Rechten.

Die Entente und Oesterreich.

er. J, ^bM '.Urzeit 'm Paris weilenden österreichischen ^ootskanzler Dr. Renner erschien ein Beamter . ^atc5' um ihm eine von C l e men c e au -er.ertiate Rote zu überreichen. In der Rote

Gewifiensfragen.

Der demokratische Abg. Friedberg, der in der letzten Sitzung der preußischen Landesversammlung den befremdlichen Vorstoß gegen Finanzminister Erzberger wegen des Reichsnotopfers machte, hat sich m derselbe Rede auch in Angriffen gegen das Zentrum wegen des Schulkonflikts gefallen. Nach dem nunmehr vorliegenden Wortlaut seiner Rede sagte er:

Zu meinem Erstaunen ist die Frage der Koalitions- -tgienmg von den Teilhabern der Koalition selber, so tom Abg. Granowski vom Amtrum, angeschnitten wor- Den Granowski ist ein Fanatiker der Gerechtigkeit. -Ich'folge dem Beispiel, wmn er und Dr. Lauscher die Theorie aufgestellt haben, daß die Koalition nm so weit «hän könne, als das Gewissen des einzelnen Part- ners rridii berührt wird. Die Koalitionstreue hört auf an der Quelle des Getviflens. ES ist aber sehr schwer gu bestimmen, in welchem Zeitpunkt ein Gegenstand zur Gewissenssrage wird. Ob der Geistliche den Borsitz in der Schuldeputation hat. mag dem einen Gewissensfrage fein, dem andern aber nicht. Man kann schließlich alles zur Gewissenssrage stempeln. Die Echuldeputation hat noch keine innern Schul angelegen, besten, sondern äußere zu regeln. Anstellung der Lehrer, Schubetat irftn. Das kann doch das Gewißen nicht berühren. Also es kann nicht einseitig eine Partei sa­gen: DaS und das ist eine Gewissenssrage.

Herr Friedberg meint also, es sei keine Gewis- knsfrage, ob der Geistliche geborenes Mitglied der Schuldeputation fei oder nicht. Die Schuldepu­tationen hätten ja nut über äußere Schulau gelegen- hellen zu entscheiden, über die Anstellung der Lehrer, die nach seiner Ansicht das Gewissen gar nicht be­rühren können.

Ob der Kreidestrich zwischen äußeren und inneren Schulangelegenheiten maßgebend ist, ist von vorn- bertin zweifelhaft. Aeußeres und inneres spielt da ^einander und bedingt sich gegenseitig. So ist die Lnstellung der Lehrer unter Umständen eine Frage von entscheidender Bedeutung, für den ganzen Schulbetrieb. Wenn z. B. für eine christ­liche Schule ein Lehrer in Betracht kommt, der er- Härter Maßen ungläubig ist oder durch seinen Lebens­wandel sich als Verächter von Resigion und Sitte er­wiesen hat, so wird die Anstellung zu einet wahren Gewissenssrage Hit die beteiligten Eltern. Und erst recht für den Ortsgelstlichen, der von der Be­rufung eimr solchen Persönlichkeit die ernstesten Ge- f-chren mnd schlimmsten Aergemiffe für seine Ge­meinde zu befürchten hätte.

Ueberhaupt muß man sehr vorsichtig sein mit der Behauptung, daß eine Angelegenheit den Mitmen­schen nicht im Gewißen berühre, lieber sein eigenes Gewissen kann jeder bestimmte Auskunft geben, ober das Gewißen anderer Leute vermag er nicht so durch- zuschauen, daß er über dessen Grenzen estrfach abur­teilen dürfte. Vielleicht ist bei Herrn Abg. Friedberg das Gewißen nicht so empfindlich, daß er die Aufga­ben der Schulverwaltungskörperschaften mtt sittlichen Skrupeln betrachtet. Doch wenn er sich in das Den­ken und Fühlen von christlichen Eltern und pflicht­treuen Seelsorgern hineindenkt, so wird er vielleicht erkennen, daß alles, was die Erziehung der Kin­der direkt oder mittelbar betrifft, ihnen schwer auf das Gewißen fällt und nach morasifchen Gesichtspunkten abgewogen wird.

Zunächst handelt es sich jetzt darum, ob der O rts- feelfarger von Amtswegen Mitglied der Schul- oetwaltungskörperschaften sein soll. Das betrachten wir nicht allein als eine Gewähr für die christliche Schule, sondern auch als ein natürliches und herkömm- »ch» Recht der Kirche. Die Preisgabe dieses Rechts geht ans Gewißen. Sm vorliegenden Falle umsomehr, als hiermit das letzte Band zwischen Mche und Schule zerrissen würde. Natürlich sträubt sich das christliche Gewissen dagegen, die Verbindung Mschm Seelsorge und Kindererztehimg vollständig zu wstn.

Es kommt nicht darauf cm, ob unsere Gegner fich m ihrem Gewissen berührt fühlen, sondern nur Eaus, ob wir die Sache als @eu)iffensfrage em- Ptlnöen und behandeln. So viel Gewisfensfteihest gibt boaj noch ht der sog. freien Republik, daß wir un­sere Gewiflensbedenken geltend machen und aus ihnen ö« politischen Folgerungen ziehen dürfen. Wir wollen teoen Zwang auf das Gewißen der Andersdenkenden

°&er roEr wollen auch unser Gewissen 2* *7* bedrücken oder vergewaltigen (offen. Wenn man v versucht, so müssen wir die Mitarbeit ablehnon und Ee Derantwortsichkeit abschütteln.

»i x 7°<Jfition ist an sich keine @erotffensfrage. Sie 5Vbet dazu, wenn dieaufgeklärten" Parteien r KEion benutzen, um gegen den Willen des brit- ^nßen Kulturkämpferei zu treiben.

übrigen möchten wir die Herren bitten, aus Dwobergs Behauptungen die richtigen Folgerungen P »tegen. Er meint, die Schuldeputationen ufw. HLt- übet äußere Schulangelegenheiten zu ent- nicht über die innere Schulpolitik. Wenn 8rtTefte*i6 wäre, fo müßten doch Friedberg und mtrlT . Ortsgeistlichen als ein ganz ungefährliches

Ew Kollegium betrachten. Auf keinen Fall urß° befjen Mitgliedschaft sie nötigen, einen weittra- ^chgreifenüen Konflikt herbeizuführen.

K- ple segnet können leicht nachgeben in einer Sache, rJU'6 nebensächliche Zweckmäßigkettsftage hin- L-Wir können aber nicht nachgeben, weil unser Östlich es Gewißen getroffen wird.

fof,..» nbie preußischen Machthaber das nicht ein- öoßen' f° muß ihnen von Reichswegen tn°, gemacht werden, was das Vaterland in seiner 9,01 verlangen darf.

Ertrages des RotopferS gebe. Diese Ansicht stehe int Einklang mit allen vom Reichsjustizministerium in ber Angelegenheit erstatteten Gutachten.

** Einheitliche Regelung des BesolbungSwesenS. DaS Reichsfinanzministerium hat der Nationalver- sammlunp einen Gesetzentwurf zur einheitlichen Diene« jung in Besoldungsanpeleaenheiten boigelegt, der be­stimmt, daß bis 1. April 1920 eine Aenderung der Besoldungsordnungen für die Beamten des Reiches, der Länder und der Gemeinden nicht er­folgen darf. Auch sollen neue Teuerungszulagen, BeschaffungSbeihilfen und ähnliches bis zum genannten Termin den Beamten nicht ohne Zustimmung des ReichSrateS gewährt werden dürfen. In BerwalfungS- zweigen, d'e auf das Reich übergehen, dürfen neue planmäßige Bcamtenstellen weder geschaffen noch nie­dere in höhere Beamtenstellen umgewondeli werden.

Die Reichsregierung beabsichtigt bekanntlich im kommenden Jahr eine einheitliche Neuregelung der Besoldungsoidnung und sie ist der Auffassung, daß diesem Plane unter Umständen in unerwünschter Weise vorgegriffen würde, wenn bis bahnt einseitig in diesem oder jenem Lande eine neue Besoldungs- ordnung eingesührt würde. Dazu kommt, daß eine große Zahl der Beamten der Länder, insbesondere der Eüenbahnverwaltung, demnächst in den Dienst deS Reiches treten werden und sich insoweit die Fest­setzung der Gehälter als eine Reichsangelegenheit darstellt. So selbstverständlich die Forderung des Reiches auf den ersten Anblick ist, zu so schwer­wiegenden Bedenken gibt sie Anlaß.

* Um die Schulvorstände. Der Unterrichtsausschuß ber preußischen Landesversammlung kann sich bei­läufig mit der Frage der Geistlichen in den Schulvorständen nicht beschäftigen, da über diese Frage das Rechtsgutachten der Reichsregierung ab­gewartet werden muß. Statt dessen wurde'darüber beraten, ob die Regierung den Vorsitzenden des Schulvorstandes ernennen soll, wie es die Reichspar­teien verlangten, oder ob unter Wahrung des demo­kratischen Prinzips der Vorstand sich seinen Vor­sitzenden aus seiner Mitte wählen soll, wie es die Sozialdemokraten wünschen. Es wurde der sozial­demokratische Antrag, der die Wahl des Vorsitzenden durch den Vorstand selbst wünscht, angenommen. Auch daS Zentrum stimmte dafür. Tie bisherigen Bestimmungen des Schulunterhaltungsgesetzes blei­ben also in Geltung, die Regierung kann die Mit­glieder ber Deputationen und Vorstände abberufen.

* Die neue Verteuerung der Lebensmittel. Der Ausschuß der Nationalversammlung für Volkswirtschaft beschäftigte sich mit der Verordnung über Zahlung von Ablieserungsprämien für Brotgetreide, Gerste und Kar­toffeln, deren Durchführung, rote wir gestern berichtet haben, eine Verteuerung des Brotes und der Kartoffeln 3irr Folge haben müßte. Die Vertreter der Sozial­demokraten erklärten, die Berliner Arbeiter würden den allgemeinen Streik ausrufen, wenn die Ver­ordnung ht Kraft tritt. Em Sachoerständigenausschuß solle die Frage prüfen, ob die Landwirte zu bett bis­herigen Preisen wirklich nicht liefern können. Ein Re­gierungsvertreter erklärte dis Bereitwilligkeit der Regie­rung zu einer nochmaligen Untersuchung der Erzeugungs­kosten; auf die Verordnung könne die Regierung aber nicht verzichten, weil sonst die allergrößten Ernährungs- schwierigkeiten eintreten würden.

Diese Streikdrohung gegen ine Regierung, von der stärksten Regierungspartei im Parlament vorgetragen, hat zweifellos den Reiz der Neuheit. Sie zeigt aber mit erschreckender Deutlichkeit die ganze Verfahrenheit unserer innerpolittschen Zustande. Kein agrarisches Blatt, sondern die demokratischeDerl. Morgenpost" schreibt aus diesem Anlaß:

Die städtischen Arbeiter und die Beamten find dauernd bestrebt, ihre Bezüge der verteuerten Lebenshaltung ent­sprechend zu erhöhen und werden habet gerade von so­zialdemokratischer Seite weitgehend unterstützt. Wenn nun aber auch die Landwirte Forderungen erheben, bann schreien bis Sozialdemokraten über agrarische Begehrlich­keit und drohen mit dem Streik. Gewiß ist das eine Kette ohne Ende. Aber die Landwirte können sich mit Fug und Recht dagegen wehren, daß nun gerade bei ihnen Schluß gemacht werden soll.

* Die Gemeinderatswahlen am Niederrhein. Am bergangenen Sonntag fanden in den meisten Ge­meinden des von den Belgiern besetzten Gebietes Stadtverordneten- und Gemeinderatswahlen statt. Die Wahlbeteiligung war recht gut und die Zen­trumspartei kann mit dem Ergebnis der Wahlen zufrieden sein. Von den größeren Orten wählten M.-Gladbach 10 Zentrum, 7 Mittelständler und 7 Sozialdemokraten, Krefeld 29 Zentrum, 13 lln- abhäugige, 12 Mehrheitssozialisten, 12 Liberaler Bürgerblock, Aachen 37 Zentrum, 14 Sozialdemo- froren, 5 Demokraten, 4 bürgerliche Wahlveretnigung. In Aachen batt also das Zentrum die abiolute Mehrheit im Stadtparlament. Die sozialdemokra­tische FrankfurterBolksstimme" meldet aus Aachen statt 14 Sozialdemokraten bereit 40 als gewählt, an­scheinend infolge eines Hörfehlers am Telephon. Sie fabuliert darob in fettesten Buchstaben an der Spitze

Aus Oberhessen und ven Hess. Aemlern.

O Marburg. Auch für den Kreis Marburg ist die Errichtung einer sog. Volkshochschule ins Auge gefaßt worden. Im Sanbrat$amt fand bereits eine diesbezügliche Besprechung statt.

(+) Mardorf, Kreis Kirchhain. Man schreibt uns: Zu Weihnachten d. I. vollendet sich ein halbes Jahrhundert, daß die Dienstmagd Augusta Schraub ununterbrochen im Dienste des Land­wirtes Heinrich Riehl (gen. Moritze) steht. Vier Herren hat sie in dieser Zeit mit stets unverminderter Treue gedient. Vor zehn Jahren wurde ihr i« Au-

Waffenschumggel nach Polen. Es liegen zuvev- läffilge Nachrichten vor, daß die pollntsche Armee mög. lichst bald auf eine Stärke von 600 000 Mann ge­bracht werden soll; ähnliche Absichten besteh«! in der Tschechoslowakei. Beide Staaten haben nun weder Fa­briken zur Herstellung von Waffen und Munition noch ausreichende Geldmittel, um die von der Entarte ge­forderten hohen Preise zu bezahlen. Obwohl ihre Be. liefernng aus Deutschland, wie der gesunde Menschen, verstand selbst fagt von größtem Nachteil für Deutsch- land sein würde, bringen es gewiffeinlose Menschen im. mer wieder fertig, Waffen und Munition an die öst­lichen Nachbarn zu verkaufen bezw. zu verschi«' , muß verlangt werden, daß Verfehlungen dieser Art von den Behörden mtt jedem gesetzlichen Mittel auf das schärfste geahndet werden.

England sperrt seine Kolonien. Der Amsterdamer letegroaf" meldet aus London: Angehörige der vormals feindlichen Staaten dürfen während der näch­sten drei Jahre die brittschen Kolonien nicht ohne die Zustimmung des Kolonialamtes besuchen.

Seine englische Sohle für Deutschland. Dom 1. Ja­nuar ob ist die Ausfuhr für Kohle, Koks und andere im vereinigten Königreich produzierten Brennstoffe freigegeben. Von biefer Begünstigung ist die Ausfuhr nach Rußland, Ungarn, Deutschland, Oesterreich, der Türkei und Bulgarien ausgenommen. Die Regierung behält sich die Kontrolle über die Ausfuhr vor.

Deutsche Nationalversammlung.

Sn ber Sitzung vom Donnerstag mürbe zunächst bis Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. Braß (Ubh.) wegen Beleidigung obgelehnt und der Gefstzentrourf gegen das Glücksspiel noch turjer Regieiungs- begrünbung m allen drei Lesungen angenommen.

Das Gesetz betreffend die Sozialisierung der Clek- trizitätswirtschaft wird ohne (Erörterung in brit» ter Lesung angenommen, ebenso die Nachtragsforderung von 300 000 Mk., die zu seiner Durchführung dienen und auf Anleihe genommen werden sollen.

Bei der mm folgenden dritten Beratung des Umsatz- fleuergssetze, wird em deutschnatwnaler Antrag, der nochmals den Versuch macht, den Ländern und Ge­meinden für gewiße Vevkaufsgeschäste die Umsatzbesteue- nmg zu retten und dadurch tne Warenhaus- und Filial- steuer aufrecht zu «halten, gegen die Rechte imi> das Zentrum abgelehnt und das Umsatzsteuergesetz in der Ge- famtgbjtimmung gegen die Stimmen der Deutschnationalen Partei angenommen.

Präsident Fehrenbach: Das Haus beabsichfigt nicht, in hi^ Ferien zu gehen, ohne

unserer Gefangenen

zu gedenken. (Die Abgeordueteit erheben sich von ihren Sitzen.) Ich schlage folgende Entschließung vor: Die Nationalversammlung nimmt mit Schmerz davon Kenntnis, daß fast eine halbe Million unserer deutschen Brüder noch immer ihrer Befreiung aus ber Kriegsgeson- genschoft harren. Der größte TeL dieser Gesangenen wird in Frankreich festgehalten. England versagt den Be- satzungen der in Seapa Flow versenkten deutschen Kriegs- schiffe die Heimkehr und hat auch eine große Zahl von Offizieren nicht herausgegeben. Bei Abschluß bes Wof- fenstillstanbes mußte Deutschland seine Gefangenen sofort entlaßen. Wenn bar mit den gefangenen Russen nicht durchweg geschah, so lediglich deshalb, weil deren Ab­transport auf Verlangen ber Ententemächte im Sanuar 1919 eingestellt werden mußte. Ein Jahr ist fest Ablauf des Waffenstillstandes v«floffen, sechs Monate seit her Ratifikation des Friedensvertrages durch Deutschland, unb noch immer lassen unsere Gegner f)imber«taufenhe Deut­scher in harter Gefangenschaft schmachten, um bei her beutschen Regierung Forberungen burchzusetzen, hie über hen Friebensoertrag hinauraehen. (Lebh. Zustimmung.) Die Nationalversammlung fühlt unb leidet mit hen im- glücklichen (Befangenen, wie mit ihren Eltern, Frauen unb Kindern, die jetzt beim Herannahen des Weihnachts­festes mit besonders liefet Sehnsucht ihrer fernen Lieben "Gebeuten. Sie wendet sich an dir Neutralen, denen ««

Hu$ Uirche md bchule.

* Fulda. Ihr 25 jähriges Priesterjubi- läum können am 22. Dezember b. 3. f«« J« Herren Dompsarrer Schuler zu, Fulba, Pfarrer Pfeifer zu Großauheim und Pfarrer Golbach zu Simmeishausen. __________

Aus dem Nachbargebiet.

Hünfeld. Der Kreiscrusschutz hatte für die Kuh- halter der Stadt Himfeld den Molkereizwang angeord. net, um die Milchversorgung von Hunf^d zu derbes fern Da die Anordnung auf starken Wrherftand ge- stoßen ist, hat fetzt der Kreisausschuß die Verordnung zurückgezogen. Er lehnt jeglicye -3 er ar^rwo - tu n g für eine ausreichende Versorgung der Stadt Hünfeld soweit sie aus der Stadt selbst geoeckt werden taiin ab. Da ber Kreisauchchuß weiterhin lewe Ver­anlassung hat, aus Kreismitteln EÄirichtungen zu un. terhalten, die lediglich der Versorgung der Stadt Hün­feld auf Milch unb Butter dienen, stellt er der Stadt­verwaltung anheim, den Betrieb ber neuerdings zur Besserung der Versorgung der Stadt Hünfeld nach Hünfeld verlegten H i l f s m 0 l k e r e i in eigene Ver- waltung zu übernehmen. Andernfalls wird die Mol­kerei geschlossen werden __ .

(!) Aus der bayerischen Rhsn. Der Stadirai in Bad Kiss Ingen beschloß wegen einer Luf.t- Verkehrsverbindung Bad Kissingen-Mun- chen und Bad Kissingen-Derlin mit dem Luft-Lloyd in Verbindung zu treten. Die Stadt will einen Flug­platz zur Verfügung stellen. .

(!) Giessen. 21 Orte der Umgegend GiesienS ha. bgn die Ablieferung von Milch, Frucht und Vieh eingestellt, da die Regierung auf die Be- Dingungen be* Bauernbundes nicht «sing^aingen Verhandlungen sind eingcleitet, um die Milchversor, gung der Stadt Gießen zu sichern.

Limburg. Geh. Juuizrat Malm ros, der bis zum Eintritt in den Ruhestand am 1. Oktober Aufsichtsführender Richter am hiesigen Amtsgericht war, feierte seinen 70. Geburts'ag in seltener Rüstig­keit. Ein anderer Mitbürger, Photograph Wilhelm Weimer, beging im besten Gesundheitszustanve seinen 88. Geburtstag

(?) Eisenach. Durch Maul- und Klauen- seuche, die auf den benachbarten Rittergütern herrscht, gehen der Stadt Eisenach täglich 200 Liter Milch verloren. "ES ist zu hoff-n, daß die ein- geleiteten energischen Maßnahmen eine Weiterver­breitung der Seuche verhindern werden.

Ein vielsagendes Zeitbild.

Frankfurt. Unter dem TitelEin Nacht- bild" veröffentlicht die sozialdemokratische ,Frkf. Volksstimme' folgendes: Eine Razzia auf die Nachtlokale, der auch Polizeipräsident Ehrler beiwohnte, nahm dir Kriminalpolizei vergangene Nacht gemeinsam mit Reichswehrtruppen vor. Heim­gesucht wurden Lokale, von denen bekannt war, daß sie weit über die Polizeistunde hinaus Wirtschafts- belrieb führten. Der Erfolg entsprach durchaus den gehegten Erwartungen. In den Lokalen, die durch­sucht wurden, traf die Polizei größtenteils noch auf gefüllte, reilweis über füllte Gasträume, wo Sekt floß. Die meisten Lokale waren von innen so fest verrammelt und nach außen so dicht abge­blendet, daß es nurFachleuten" möglich war, in sie hinein zu kommen. BeimEldorado-Palast" wurden allein mehr als 200 Personen sistiert. Sämt­liche in den Gaststätten angetroffenen Personen mußten MuSnahmslos zur Prüfung ihrer^ Ausweise den nächtlichen Gang nach dem Polizeigefängnis an­treten. Unter den Sistierten, mehr als 450, be­fanden sich viele ausländische Schieber. Von den eingelieferten Mädchen wurden etwa 40 in Haft behalten, meistens waren es Frankfurter Konto­ristinnen. Auch unter den Männern enideckte die Kriminalpolizei verschiedene längst gesuchte Ver­brecher. ________________

Aus Geisa und Umgebung.

Geisa. Zu Gunsten einer W eih n a chtS b scherung unserer Kriegerwaisen, sowie der Kind«r von KriegSschwerbeschädig. ten wird in den nächsten Tagen in allen Orten deS AmtSgerichtsbe.zirks Geisa eine Haus- f ammlun g verunstaltet. Sich bienen dankbar zu erweisen, die während des Kriege? HauS und Hof für uns so tapfer verteidigten und dabei entweder ihr Le­ben hingabön oder die allerschwersten Opfer an Gesundi- heit und Erwerbsfähigkeit brachten. Man darf wohl erwarten, daß zum Feste her Liebe sich alle Herzen und Hände auftun werden, so daß der Festausschuß in die Lage versetzt wird hen Kindern einen schönen Weih­nachtstisch zu decken.