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Die Antwort an die Entente

auf

der btt ge-

Preußische Laudesversammlung.

Die preußische Landcsversamnrlung beendete die zweite Lesung deS Etats ohne nennenswerte Debatte und erlcbipt außerdem einige kleinere Gesetze.

Montag Ausführun sgesetz zum ReichssiedlungS- gesetz und die dritte Lesung des Etats.

Sie Fortführung der Entente ist für uns tut Grunde nicht so gefährlich, wie es ein hinterlistig er» eanipitta Völkerbund unter der falschen Flagge des Friedens" werden könnte.

Die richtige Nutzanwendung ist, daß wir uns Liebedienerei und Nachlauferei rnthalicn und uns eigenen Genesung widmen, bis wir die dichtende Weltstellung wieder errungen haben.

Die Antwortnote der deutschen Regierung di- letzte Ententenote ist der deutschen Delegation in Poris zugekommen. Da einige Zeit M Entzifferung und zur llebersetzung in Anspruch genommen wird, wird sie wohl erst heute dem Generalsekretariat der Triedenskonserenz überreicht werden.

Testern ist eine Kommission von Sachverstän­digen nach Paris gereist, die den Nachweis führen soll, daß die Erfüllung der mit der Versenkung der deutschen Flotte in Scapa Flow zusammenhängenden Entente-Forderungen für das deutsche Wirtschaftsleben einfach vernichtend sein würde. Diese Kommission fetzt sich zusammen aus dem Geheimrat Seliger vom Auswärtigen Amt, emem Vertreter der Werften (aus Bremen), einem Vertreter der Reeder (aus Hamburg), einem Dertre- kr der Arbeiterschaft (Paul Müller), einem Vertreter *9 Hamburger Wosierbausmtes. eurem Sachverstän-

vereinbart finden kann, auch nach Friedensschluß noch Krieg zu führen, nnd zwar mrt emem Gegn , mit dem Krieg zu führen nur allzu leicht t;t, wert er keinen Wiederstand leistet, da er an Han-.cn un^ Füßen gebunden ist.

TÄÄ 1 DerantwoMch für den redaktionellen Teil: Karl Schütte, I 1 Derembsr 1919» I

s!k. 2©© j für die Anzeigenr I. Parzeller, Fulda. - Rotationsdruck. > ___ L

Das westliche Bündnis.

Wozu ist Clemenceau nach London gereist? ssewiße Französlinge bei uns zu Lande harten ge­dacht, er wolle Lloyd George und Genossen zur Müde und Mäßigung mahnen und geltend machen, Frankreich ein Interesse an der Gesundung seines Nachbars und Schuldners Deut-chlend habe. Wer­ber um die französische Gunst sehen sich aber bitter enttän'cht. Clemenceau ist nach London gefahren, rnn das Bündnis gegen Deutschland auf die eine zu bringen. .

Wegen der Noten, bte man uns tm vorigen und in diesem Monat übergeben hat, gab es keine Meinungsverschiedenheit, die eine persönliche Aus- lprache nötig hätte machen können. Clemenceau wäre ja auch feiner ganzen Natur nach der letzte gewesen, der sich um schonende Behandlung Besiegten bemüht hätte. Die Zurückhaltung Amerikas in den Verhandlungen des Obersten Rates war ihm gar nicht unbequem, da er nun erst recht die entscheidende Stellung in der Erledigung der deutschen Proteste und Gesuche hatte. Die Verzöge- mng der Zustimmung Amerikas zum Friedens- Verträge machte ihm und seiner neuen Varlaments- mehrheit nur insofern Sorge, als der Schutz- und Trutzvertrag mit England von dem Bei­tritt der Vereinigten Staaten abhängig war. Er mußte also Vorsorge treffen, daß England auch ohne Amerika sich zum Schutz vor Frankreich stellt.

Das scheint er nach den vorliegenden Meldungen auch erreicht zu haben, allerdings nur in der Form, daß England die Beschützung des ängstlichen Siegers Mt auf seine Kappe allein nehmen will, sondern bte MMfr von Belgien und Italien sich ausbe- dmot. Der italienische Minister hat sich dieser Werbe­fahrt angeschlossen und seine Teilnahme zugesagt, na­türlich nicht umsonst, sondern gegen Zugeständnisse in ter Adria- und Orientfrage.

Belgien hat sich ohne weiteres mit anschirren las­sen. Es wurden sogar Stimmen laut, die auch Hol­land hineinzuziehen gedachten; doch werden die Mynheers wohl verständig genug sein, um sich die Vorteile der Neutralität und die volle Bewegungsfrei­heit zu sichern.

Was jetzt auf der Bildfläche erscheint, ist em V!erbund zur Einschnürung Deutsch­lands. Eine Fortsetzung der Entente, der allen Kampsgenosienschast gegen Deutschland. Wenn Ame­rika sich auch weiter zurückhält, so hofft man doch durch dieses westeuropäische Kleeblatt zu Vieren Deutschland in Schach halten zu können. Im Osten kann man ja auf die verständnisinnige Beihilfe der Polen rechnen, und wahrscheinlich spekuliert man auch darauf, daß Rußland nach Wschluß der bolschewisti­schen Episode sich wieder an der deutschfeindlichen Po­litik beteiligen werde.

Diese großartigen Schutzmaßregeln können unser Selbstbewußtsein wieder etwas ausfrischen. Da drüben glaubt man noch an eine Genesung des kranken Deutschland und hat noch Furcht vor dem Besiegten trotz seiner gegenwärtigen Ohnmacht Nicht einmal das weltbeherrschende England mag für sich allein den Schutz Frankreichs gegen das besiegte Deutschland übernehmen. Man glaubt wenigstens Äer Mächte aufbieten zu muffen, um den Franzosen einen ungestörten Schlaf sichern zu können.

Diel Feind', viel Ehr'! So sägten wir uns wäh- rrnd des Krieges. Doch schließlich wurde die Zahl und die Uebermacht der Feinde gar zu groß, so daß wir im Waffengang nicht durchzuhallen vermochten. Jetzt hat die neue Entente keine Schrecken mehr für «ns. Denn was man uns an Demütigungen' und Lasten überhaupt auf erlegen konnte, das ist ge­schehen. Mehr läßt sich von dem neuesten Kampf­bund aus der deutschen Zitrone beim schlechtesten Wil­ken nicht herauspressen. Ob sich da im Westen ein Zwei- oder Drei- oder Merbund bildet oder nicht bildet, macht für unsere Politik in der nächsten Zeit nichts Wesentliches aus. Wir muffen einfach auf die sog. hohe Politik verzichten und arbeiten, arbeiten, arbeiten im Schweiße unseres Angesichts, am die deut­sche Nation wieder wirtschaftlich lebensfähig und so­zial gesund zu machen.

Wer ein Schutzbündnis gegen das arme Deutzch- lanb fabriziert hat, der betreibt aus Gespensterfurcht überflüssige Arbeit. In absehbarer Zeit kann Deutschland keinen Angriff auf irgend eine Macht riskieren, selbst wenn es dazu Neigung hatte, find wenn im Laufe der Jahre sich Deutschland erholt Hai md wieder eine gleichberechtigte Großmacht ge­worden ist, dann wird bas künstliche Bündniswerk von fcote schon wiebet vermorscht unb verfallen sei«.

Solche Bündnisse halten um so weniger vor, Je toetier ihre Fabrikanten ausgreisen. Mit der Zahl der Mitglieder vermehre» sich » Keim« zu Mißtrauen

Deutsches Reich.

** Berlin, 14. Dez. Wegen der Uebersührung der bayerischen und württembergischen Postver­waltung in den Reichsbetrieb finden zur Zeit im Reichspoftministerium Verhandlungen statt, die jedoch zunächst nur vorbereitenden Charakter tragen.

* Ter Parteitag des Zentrums. Der Vorstand der Zentrumsfraktion der Nafionalversamm- lung beschäftigte sich in feiner Sitzung am Donners­tag mit der Frage wann der Parteitag des Zentrums abgehalten werde» sollte. Man einigte sich dahin, den Termin abhängig zu machen von den Beschlüs- fen, die bte Nationalversammlung vor den Wem- nachtsferien über den Wiederbeginn ihrer Verhand­lungen foffen wirb. Setzt der Präsident einen be­stimmten Tag für die erste Sitzung nach den Weih­nachtsferien an, so wirb während der unmittelbar

vorhergehenden Tage der Zentrumsparteitag in Ber­lin stättfinden. Wird die Einberufung der nächsten Sitzung Bem Präsidenten überlasten, so erfolgt die Einberufung des Parteitages unabhängig von Bem Wiederbeginn der parlamentarischen Verhandlungen. Es ist damit zu rechneen, daß der Parteitag in bte letzten Januarwoche stattfindet.

* Die preußischen Orb-msgesetze außer Strait Das Staatsministerium hat am 13. Dezember d. I beschloßen, die beteiligten Staatsbehörden darauf hin­zuweisen, daß die preußischen Ordensgesetze mit den Bestimmungen der Reichsverfassung nicht im Ein- klang stehen und daher als a v [;er Kraft g»setzt zu betrachten feien.

* Var vetriebrräte-esetz. ?nt Betriebsrätcausschutz wurde die zweite Lesung des Gescheh beendet. Be- znalich der Presse wurde einmütig ein Antrag an, genommen, der zur Wahrung ihrer poetischen Unab­hängigkeit die Bestimmung über Entscheidung von Be- triedsratsmitgltedern in den Aufsichtsrat und über die Vorlage der Bilanz tür sie nicht anwendbar macht, auch Keile der §§ 39 (Einstellung) und 42 (Entlassung) für diese Betriebe aushebt.

** Der demokratische Parteitag Hai in Leipzig begonnen. Abg. Petersen-Hamburg wurde als Vor­sitzender der Parier bestätigt. In der ersten Sitzung wurden in der Hauptsache Wirlschaftsfragen be­sprochen.

Deutschs Nationarvevsammluttg.

Im Auslände, namentlich in den

waren Zweifel geäußert worden, ob die^de^fichc Jt 9 rung mit der nötigen Tatkraft gegen ff^mtate gehen werde, di: von Deutschen geecn feindliche «taat angehvri c begangen worden sind, namentlich i setzten Auslande. Diese Zweifel und zwar unbegru der. ES erschien der Regierung aber aus politischen Gründen zweckmäßig, vor aller Welt klarzustellen , ß

diese Zweifel unbegründet sind, j-oru.n untetorci.. sie der Nationalversammlung ern Gcich über f.eSe- fircrung von Kric«-vrrgehen »udKriegSverbrrchenDas tzfesetz schlägt vvr, diese Taten der Zuständigkeit des Reict-s -erichls zu unterstellen und den Ooerrerchsanw -. zu verpflichten, wegen aller dieser Taten einzuschreiten, auch wenn sie im Ausland begangen sind, wahrend bis­her nach dem deutschen Strafgesetzbuch für im -luSl : begangene Straftaten kern Verfolgungszwang beitanb.

Bei der Beratung der Vorlage nm ^^ag haben die Unabhängigen wieder einmal die Rolle als Ci. veitscher der Entente gespielt. , ,...

P Abg. Cohn (Unabh.), der sich seit der Radikaliuerung seiner Partei in Leipzig noch weiter nach IintS ent­wickelt hat, wagte es, der deutschen Regierung zu unter« stellen, daß sic "cs mit dieser Vorlage nicht ernst meine. Und das sagte Cohn in demselben Augenblick, in wcid'cnt unsere außenpolitische Lage cuf &e3 sicht Cohn glaubte auch einen Zmanunenhang zwi- fehen dieser Vorlage unb bat. gegenwärtig nod) I»we­bende Verhandlungen über die Ratifikation beS tfrie« densvertraMs konstruieren zu Esten Auch diese Autz- fassung imb namentlich ihre agitatorische Uusfprache i AfOstlicher Sitzung ist geeignet, untere ohnehin schon schioierige Sage noch weiter auf das autzerfte zu er« schw-ren und zu gefährden. . m

' Reichsjustizminister Schiffer wies mit Nachdruck die Eohnsthen Ausführungen ab, bieder : eine -eweis- lose Beschimpfung des deistsKen Ro-chtZlebens. und al§ cüne schwere Schädigung nm er er. Stellung bei den ge- qenwärriacn Verhandlungen bezeichnete.

Außenminister Müller toieS ebenfalls eniichredc-i die Cohnschen Darlegungen zurück, wonach ein Zmanc- menhamg zwischen dieser Vorlage und Kne^nsrailfi. katiotn bestehe. Er kam habet auch auf die Auslre- feai naZ frage ju sprechen. Er bestätigte, daß die ReichSregierung in letzter Zeit offiziell Verhandlun. gen über diese Frage mit den Gegnern suhrie. Sic habe das getan im Bewußtsein der Bcoeutung. diaer Frage für unser ganzes innen- und außerpoltiifchev Leben Es handele sich hier aber nicht um eme Frage des Ansehens, sondern um. eine Frage der praküichcn Politik und um eine Rechtsfrage. Wir müssen cs ^aller­dings als unerhört finden, daß deniche Staatsange­hörige fremden Gerichten ausgekesert »erben sollen- ohne daß tob erbe Garantie bezüglich der Wahrung der Rechtsansprüche besitzen.

Wg. LandLberg (<5og.), der ehemalige Reichsimüz. Minister, ging gleichfalls mit Cohn scharf ins Gerrckr, dem er seine eigene Tätigkeit als Beigeordneter für das Justizweien im Rate der Volksbeauftragten vor. hielt. Worte und Taten haben sich damals bei Cost: ebenso wenig gedeckt wie heule. ,

Das Gesetz wurde im weienrlichen in der von der Regierung vorgeschlagenen Form angenommen. Beden, ken die bei bat Abgeordneten verschiedener Parteien bestanden, find xurückgestellt worden. Auch die Recht-Z- Parteien haben für dieses Gesetz gestimmt.

Vorher hatte die Nationalversammlung den runrsch- polnischen Vertrag über die vorläufige Regelung von Bcamtenfragen, wonach in dem abgetretenen Gebicien die deutschen Beamten noch zwei Monate amtieren sol­len, in allen drei Lesungen ohne Aussprache angenom­men, ebenso die Vorlage zur Abänderung des Dank- gesetzes.

Dienstag: Elektriziiätsgefch, Umsatzsteuer.

* Ter Gcneralvo ^n. Der Steuerausschuß de« Nationalversammlung 1* *3 ÄSn«

nicht vollzogen werden, so tritt an *e dem Vollstreckungsbefchcid oder tu einem ^rga z ng?--

Ken mit den kinderlos 'Verheirateten Bezüglich des zu schaffenden Beamtengesetzes fordert der Gesamt- wuitand da» der Aufbau der Beamtenrate in der "Lesie erfolge daß bei den einzelnen AmtSstellcn or»- liche BeaintenrLte geschaffen werden

«rh b>e Bezirksbeamtenrate an. Die Spitze bilden die K den^einzelnen obersten Behörden 6u schaffenden Beamtenbeiräte.

tri gen für Fahnoafferrmnen aus dem Wirischafls Mi­nisterium und eimm Vertreter des Marineministe­riums.

Die RüSfühnmg der Kriegs^efarrgenen.

Wie der ,Frlf. Ztg/ aus Kreisen, die mit der Rückführung der Gefangenen betraut find, gemeldet wird, haben die Franzosen ihre Zustimmung ge­geben, für den Fall, daß die deutsche Regierung die Forderungen der Ontents annimmt, sofort die in ihrer Hand bcsindlicheu. 450 000 deutschen Kriegs­gefangenen freizulassen. Auf Grund der bis­herigen Verhandlungen ist zu hoffen, daß die Ge­fangenen in breite): Front in Stärke von meh­reren Tausend Mann täglich zurückkehren wer­den, sodaß mit der Beendigung des gesaruten Rück­transportes in etwa drei Mouaten gerechnet wird.

Vorläufige Beilegung des Schulkonfiikls.

Wegen der Beratung des Gesetzentwurfes über die Neubildung der Schuldeputationen ist im Preu­ßischen Staatsministerium eine v orläufige Eini­gung dahin erzielt worden, daß zunächst die Frace geprüft werden soll, ob der dritte Artikel des Ge­setzentwurfes mit Artikel 174 der Reichsverfassung int Einklänge steht. Der dritte Artikel bestimmt, daß dir ältesten Ortspfarrer nicht mehr geborene Mitglieder der Schuldeputation sind. Im Schul- unterhaltktngsgefetz ist dagegen den Ortspfarrern die Mitgliedschaft gegeben, damit dadurch der Ein« fluß der Kirche auf die konfeffionelle Schule ge- sichert werde.

Im Artikel 174 der Reichsverfaffung heißt es: Bis zum Erlaß des in Artikel 146 Abs.. 2 borge- {ebenen Reichsgesetzes bleibt cs beider bestehenden Rechtslage." (Art. 146 Abs. 2 bezieht sich auf die konfessionelle Gestaltung der Schulen.) Ta nun die Zugehörigkeit der Pfarrer zur Schuldeputatton mit der zurzeit noch geltenden konfessionellen Ge­staltung der Volksschule im engsten Zusammenhänge steht, widerspricht nach Ansicht vieler die Abschaffung dieser Zugehörigkeit dem genannten Art. 174 der Reichsversassuncj. Diese Frage soll geprüft werden, ehe über Art. 3 oer Gesetzesvorlage weiter ver- handelt wird.

aus dem Nachbargebiet.

k. Allmus (Kr. Fulda). Die Arbeiten und Liefe- runoeu zur Erweiterung der hiesigen Wa]\erleitung (Herstellung der Wasftrfassungs-, aulagen und der Zuleitung zum Ort) waren offent^ lich ausgeschrieben. Es '°rdern : Weber^ofb,eber und Helfrich-Wiesen zusammen-5865125 Mk., Ernst Ehri^Fulda 55 87150 Mk. und Gotze-Kassel 47 912Mk.

Uffhausen. Für unseren Ort hat bte Ver-, terlungsstelle der Fuldaer Zeitung vom 1. ^anuar 1620 an Herrn August Gies übernommen. die Leser der Fuldaer Zeitung in unserem Ort hat diese Neuordnung den für die Wintermonate be^ sonderen Wert, daß die um 60 Pfg. billigere Ze,4 tung (wenn sie abgeholt und) schon abends ti die Hände der Besteller gelangt.

k. Dieterstzanseo. Am Sonntag nachmittag fan», hier eine von über 100 Personen beiderlei Geschlechts besuchte Volksvereinsversammlung statt. Herl Volksvereinssekretär Frank-Fulda hielt einen interes­santen Vortrag über Schul» und andere Zertfragen, Bee von der Versammlung sehr beifällig aufgenommen! Wurde. An bei anregenden Diskussion beteiligten sich, dic Herren Lehrer Gramm und Landwirt Haas, ersterer dankte besonders dem Herrn Pfarrer Gunthev für die kürzlich abgehaltcne segensreich verlaufene Volksmission und regte die Abhaltung von Elternabenden an. Herr Pfarrer Günther gab der Hoffnung Aus/ druck, daß das Zentrum in der Schulsrage den einmal beschrittenen Weg zielbewusst weiter verfolge und von der Forderung, daß der Geistliche kraft seines Amtes Mitglied des Schulvorstandes und der Schulbeputanon bleibe, nicht ablafien werbe. Die Versammlung truck dem Volksverein einen Gewinn von 8 weiblichen unA 7 männlichen Mitgliedern ein.

hc Aas-ei. eine von mehreren tausend Personen ber suchte Kundgebung der Kasseler Bürgers sch ast gegen d ie W ahl S chei dem a nns zum Oberbürgermeister von Staffel fand Samstag in ber Stadthalle statt. Die Wahl ist bekanntlich für Freitag den 19 .Dezember vorgesehen. Nachdem die Redner der verschiedenen bürgerlichen Parteien ihre Bedenken gegen die Wahl vorgebracht hatten, wurde einsttmmig eine Entschließung angenommen, die erneut gegen, die Wahl und für eine Ausschreibung des Posten^ ausspricht.

-e- Wiesbaden. Der erste Weinversterge». rungstag der Staatllchen Weinbau-Domänenver­waltung ergab bei riesigem Besuche bisher u n e r« horte Preise im deutschen Weinhandel. Des Gesamterlös des Tages bezifferte sich für 78 Halbstück und 2 Viertelstück auf 6180 250 Der größts Preis wurde für ein Diertelstück Stemberger 1915er Trockenbeeren-Auslese mit 542 000 JA. angelegt, das ist die höchste bisher füi ein Faß Wein angelegte Summe. Das Liter dieses Weins kostet im Faß allei» schon 480 JA.

Das Urteil im Hanauer Schieberprozeß,

Q Hanau. In dem großen Getreide-, Vieh- und Kartvffelschiebungsprozeß ist bas Urteil gesprochen worden, das wesemlich milder als der Antrag des Staatsanwalts ausgefallen ist. Es wurde er­kannt gegen Ben Kreisbeamten Karl Walther in Hanau auf 4 Monate Gefängnis, die durch bie1 Untersuchungshaft verbüßt sind unb 5000 M. Geld­strafe, gegen den Remuer Dannhos in Frankfurt a. M. auf 3 Monate Gefängnis, die durch bie Untersuchungshaft verbüßt find, 10 000 M. Geldstrafe und Einziehung von 2745.67 M., gegen den Lager- meister Lösch in Erbstad t wegen Höchstpreis Über­schreitung auf 900 M. Geldstrafe und Einziehung von 866a M., gegen den Landwirt Stobt II in Ostheim wegen fortgesetzter Höchstpreisüberschreitung auf 3000 M. Geldstrafe und Einziehung von 12 971 M., gegen den Fruchthändler Schepp in Wmdecken wegen Höchstpreisüberschreitung aus 300 M. Geld­strafe unb Einziehung von 568 M., gegen ben Müller Johann Philipp Baumann in Rückingen auf 10000 'M. Geldstrafe und Einziehung von 8307 Mark. Die Angeklagten Müller Konrad Baumanv in Bruchköbel, Äiehhäudlet Klein in Bremen, Metzgermeister Röll und Strauß in Wachenbuchen wurden freigesprochen. Die Untersuchung gegen die Angeklagten Frhr. Laur v. Münchhofen, früher Landrat in Hanau, jetzt in Hildesheim, und Gerichts-

Wirtschaftliches.

Neue Lohnbewegung im Ruhrgebiet.

Im Ruhrgebiet versucksten kommunistische Kreise eint neue Lohnbewegung der Bergarbeiter emzuleiten. Wäh­rend der Streit um die Einführung der Sechsstundenschicht, die von den Bergarbeiterführorn zum Februar verlangt wird, noch imenffchieden ist, haben auf mehreren Zechen ine Belegschaften neue FvrdsrunKen ausgestellt. Rach den jetzigen LohnBechülrnifien betragt der Schichtverd-rnft eines Arbeiters etwa 2425 JA und der Schichtlobn der untetiririto beschäftigten eigentlichen Bergarbeiter (Hauer) etwa 2930 Ji. Mithin beläuft sich das Jahreseinkom­men eines Hauers, wenn er mrr die regelmäßigen Schich­ten verfährt, auf etwa 9000 JL Für die rmrlschastliHo Lage der Bergarbeiter ist noch _oon Bedeutung, daß in den Werkswohnungen, in denen über 40 Prozent der Be­legschaft untergebracht sind, ber Bergmann im Durchschmtt jährlich 211 .« Miete zahlt und daß er Anspri-.ch auf 2-iefcnnrg von jährlich 120 Zentner Deputatkohlen zmn Preise von 50 Pfg. je Zentner hm. Die Delsgschaf- ten verlangen nun neuerdings eine BesHaffungsbechuft von 1000 Mark, teilweife fogor 2000 Mark. Auf einzelnen Zechen werden neben wirtsckpstkichen auch politische Forderungen gestellt, aus denen klar hervorgeht, daß di« Urheber ber Bewegung wiederum in dm Krnstn der Kommunisten und Syndikalisten zu suchen sind. Die DeraarbefteTveckiänbe, bte jüngst ben Tarifvertrag obgc- schlossen haben, Ichncn cs ab, die Forderung ber Bcschai- fungsbeihllfe zu vertreten, in ber Erkenntnis, daß die Be- nnätgimg nicht bmchzuführe« ist.

* Proteststreik i« Halle. Der Unabhängige Kilian, ber vier Monate lang ht Halle eine Willkürherrschaft geführt hatte, wurde wegen Aufreizung zum Klaffen- baß, Freiheitsberaubung und Bildung bewaffneter Haufen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Unabhängigen protestierten gegen diese Verurteilung, sie fordern bie sofortige Entlassung KilianS. Die Straßenbahner, bie Bauarbeiter, Transportarbeiter, Metallarbeiter und teilweise bie Bergleute sind in ben Streik getreten. Die Straßenbahnen und der größte Teil bet Fabriken liegen still.

Abbruch der amerikanischen vergarbeiterstreikr. Der Streik der Bergarbeiter in ben Vereinigten Staaten ist nun tatsächlich beendet. Trotzdem bleiben bie Kohlen, einschränkunaen noch während eines Monats bestehen. SBte der .Riuwe Courant' meldet, beträgt der Verlust der Arbeiter während des Ausstandes an Löhnen 60 Mil- tonen Dollar, der bet Grubenbesitzer 12 Millionen Dollar.

Die (Entarte nutz Oesterreichs Nok. Der deutsch- österreichische Staaiskanzler Dr. Renner, der sich zur Zeit Hilfe heischend m Paris befmbet, gab in ber Wiedergutmachungskommission der Friedenskonferenz eine Erklärung ab, in der et darauf hinwies, daß die Republik Oesterreich binnen 3 Wochen ohne Brot und Mehl sein werde und bei ihrer gesunkenen Valuta selbst weder (Betreibe noch irgend andere Lebensmittel werde kaufen können. Derart, sagte der Staatskanzler, ist unsere Lage, daß wir es nicht wagen können, nach Wien zurückzukehren, ohne Brot und Kredit rnitzubrin- gen. Keine Regierung kann es verantworten, die öffentlichen Gefchäste weiter zu führen, wenn sie weiß, daß viele Millionen Menschen in einigen Tagen einem Nichts gegenüberstehen Die Welt würbe rs dieser Re­gierung niemals verzeihen, wenn sie nicht durch das freimütige Bekenntnis der Lage des Landes die Mensch­heit vor der grauenhaftesten Katastrophe gewarnt hätte. Der Vorsitzende der Kommission erklärte, daß man sich bemühen werde, zunächst die zugesagten 30 000 Tonnen (Betreibe sicherzustellen.

* Eine bänifaje Stimme zur Kriegsgefangenen- frage. Die bänische ZeitungEkstrabladel^ schreibt zu dem ThemaDie Beutschen KliegSgesangenen in Frankreich": Die Art und Weise, in der Frankreich die Kriegsgesangenensrago bebanbelt, befleckt die Ehre und den Ruf der französischen Nation. WaS be­sonders bie Ehre der französischen Nation befleckt, ist bie Unmenschllchkeit unb ber Mißbrauch ber fieber» macht, wie sie sich in bet grausamen Kriegsführung mit einem ohnmächtigen Feind zeigen. Es ist für das menschliche Gefühl unb für bie Menschheit vor

allem betrübend, baß eine große und ritterliche Nation mit ihrem ersten und größten Bürger an , der Spitze es mit ihren Begriffen von Gerechtigkeit

14S. Mrg

Ausland.

*« tx.« uraierunarwechsel in Spanien ist fitzt fertig, rc.» Gefcdäftsminrfterrum 211 lenb e salagaiy hören. r. >

Ku; Luche und Schule.

* Rom. 13. Dez. Al. dem heMgengeheimen K o si st s r i um, indem bte neuen Sarbtnale vom Hl. Pater ernannt wurden, nahm auch der F urstbischoj Dr. Bertram von Breslau teil. Da er bereits mt Konsistorium ccm Dezember 1916 inpetto zum Kardinal erhoben wurde, wird er in der Reihenfolge der Purpur- träaer feinen Sitz vor allen spater ernannten haben.. Auch die Erzbischöfe Selber von Posen-Gnesen Kekowski von Werscheu, die gleichfalls den Purpur ex. Helten, nehmen em Konsistorium teil.