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Der erwart: te Tag kam.

Am Dormitfoi stieg Roderich Jochen >m alte:* * ab und fragte nach dem Tongkincsen.

Seftern obger-cist* lau ete die Antwort.

Und wann kommt er wieder?"

Darüber Hot der Herr nichts hinterlassen. Ls et fei noch Paris gegangen"

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Am Abend erschien eia 9teiter aus Weltzmgen und brachte ihm ein kurzes Schreiben des Kammerherrn, aus dem wenigstens so viel hervorging, daß Babette nicht allein aus Devey heimkehrte, sondern in Inges Begleitung, und daß Ruskin den fangen Gutsherrn einlud, am übernächsten Tage abends sein Gast zu fein.

Das stimmte ihn wesen lich besser.

Da wollte er übermorgen schon am Vormittage in der Stadt sein und Murray aufsuchen. Endlich mußte er n ;{»

Preußische Landesverfammluug.

Am Donne Stag wurde über das höhere Schi: sen verbandelt.

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Deutsche Nationalversammlung.

In der Ditzuna vom DonnerStaa wurde die Novelle zum B an kge setz, die eine Berlünierung der Privi. lerS der Reichsbank für 10 Jahre Vorsicht und die Ge« winnbkteiligung beS Reiche» regelt» dem Ausschuß für Volkswirtschaft überwiesen. Dann wird die zweite Le« fnnfl de» Gesetze» über da» ReichSnotopfer fortgesetzt. Eine Reihe von Paragraphen wird nach den Ausschuh­beschlüssen int r Ablehnung von AbänderunoSantra en angenommen, Einge ü t wird auf Antrag Blnnck, daß bei Grundstücken das Zwanzi ifache de» Ertrages als Ertragsweit ongeftht werden soll.

Der Rest de» Gesetzes wird nach den Ausschußbe, schlilffen angenommen.

Freitag: Anfragen, kleinere Vorlagen.

Er wird doch für etwa noch eingehende Briese eine i Nachsendeadresse angegeben hobens

werde man kaum anders abhelfen können al» durch Pen. sionieruna der älteren Lehrer. Die Ausbildung de, Oberlehrer werde in zwei Teile zerlefa werben; erne Zwiscdenstation solle beweisen, ob der Kandidat srch t,eo. retrsch und praktisch für den Beruf eigne.

Die Redner der Parteien fprarbcn im allgemeinen ihre Zustimmung zu den hier entwickelten Fragen aus Freita t Fortsetzung.

Am Nachmittage war der Kammerherr mit seiner Fron erschienen. Sie trafen Konrad nicht mehr im Hause Mus«. Sn. Er hatte in mehreren dringenden Telegrammen mit 2nge vereinbart, daß sie sich in Frankfurt am Main begeg» Btn wollten.

Dorthin war er dann sofort abgereist.

Ruskin empfing die Weltzinger Gäste mit freier Herz­lichkeit.

. Sie lasen Solzmann; Vermächtnis mit derselben, 6r« Niffenheit, mit der es am vormittag Ihr Sohn gelesen A>tte. Und bann war man ganz einig, gemeinsam, glück- «ich in Zukunstshosfnungen.'

Am Abend fuhren zwei Weltzinger Wagen heim. Die Braunen hotten den normal dreistündigen Weg am Morgen >n weniger als einundeinhalb Stunden machen muffen. Des- f|a lcn sie der Pflege und de» Ausruhens bedurft. Die Füchse könn en ohne große Pause den Heimweg an- treten. -

Ruskin und dos Ehepaar Evens verabredeten, daß £>s allgemeine Wiedersehen in der Stadt erfolgen solle. Auch der Süllenböcker würde Babettens wegen verständigt "»erden. Das übernahm der Kamme:herr. Konrad hatte versprochen, die Ankunftsstunde zu depeschieren.

Also auf Wiedersehen in zwei Tagen!"

Damit trennte man sich.

Ais der Abend niedersank, suchte Ruskin den Iustiz- e>t Dr. Schleedoisf aus, mit dem er mancherlei besp ach. Uefcer Solzmanns Papiere und über Murrays Abfindung J~e,cn die beiden. Dann fuhr er in die Pension Mert- Mch. Fr»» Meta Me tsch'tz lenkte' sich durch Arbeit ab.

Tote war aus dem Hause und sie hatte sofort das ron Salzmann bisher bewohnte Zimmer vorgenommen. Da 6®b es viel zu tun und es blieb keine Zeit zu unnützen, fartgenben Detrachlüngen.

9lnn war sie ler.ig und widmete sich, im täglichen ®e« ^"hnheitseeleife, der Versorgung ihrer Mieter.

So traf sie der Handelsherr.

^Sr erkundigte sich nach Tag und Stunde des Begrab« *** und sagte dann, als er der bleichen, vergrämt b:dn»

sen, wie weit besten ziemlich kostspielige Vorarbeiten diehen waren.

Der Schatten.

Roman von Arthur Winckler-Tannenberg. 46] , ------------

Aus dem besetzten Gebiet.

Aus Anordnung der französischeu Militärverwaltung mußten sich alle ebemalt.;.en aktiven Oisiziere aus dem Kreise Saarbrücken zwecks Aufstellung einer Liste schrift­lich ober mündlich auf der Polizerdirektion melden. Bisher pflegten derartige Registrierungen die Vorläufer von Abschiebungen größeren Stils zu fein.

Kurland.

* In der Schweiz wurden bei der Neuwahl des Bundesrats durch die Bundesversammlung die bis- beugen Mitglieder größtenteils wiedergewä jlt. Zum Bundespräsidenten wurde Motta und Vizepräsidenten BnndeSrat Schultheß gewählt.

* So rüstet man ab. Die amerikanische Flotten, leihtrtg diängte in einer Denkschrift, daß es, wenn nichts Endgültiges in bezug aus Abrüstung geschieht, die Politik der Bereinigten Staaten fern müsse, eine Kriegsflotte zu b fitzen, die mindestens so stark ist wie die stärkste und mächtigste Flotte irgend emer anderen Nation der Welt. Es besteht der Plan, die neue Flotte bis 1925 fertigzustellen und iie im Stillen und Allantischen Ozean auftreteit

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schauenden Frau, im wieder wohnlich zurecht gemachten Zimmer gegenübersaß:

Frau Merlschitz, Eie haben gestern erfahren. In wel- chen seltsamen Beziehungen ich zu dem armen Salzmann gestanden habe. Jetzt ist alles beglichen, zwilchen ihm und mir. Gott möge ihm verzeihen, wie ich ihm verziehen habe. Ich habe in langen Jahren gegeben und immer wie­der gegeben. Es ist ein kleines vermögen braufgegangen. Auch dem treuere ich nicht mehr nach, sondern will da« en gefangene Werk vollenden. Die Kosten der Bestattung trage ich. Sie gestatten mir dar? Er war Ihr verwand- ter* '

Frau Meta zuckte mit den Achseln.

verwandter? Man kann « kaum noch so nennen, eine nicht mehr recht zu ergründende Betternschast*

Um so bester! Also das wäre abgemacht. Daß Sie von den Mitteilungen de« gestrigen Abends nichts weit« erzählen, ist wohl selbstverständlich?"

Aber gewiß. Wen ginge es denn auch noch an?"

Allerdings keinen weiter."

Es würde so jetzt kein Unglück mehr an ichten, da alles aufgeklärt ist. Aber, wozu überhaupt erst darüber reden!"

Ganz meine Meinung!"

Er erhob sich und reichte der Mich-en F-<m die Hand:

Meine gute Frau Mertschitz. Sie Haden viel Weh er- fahren in diesem Hause. Dr. Schleedorff hat mir davon erzählt. Möge das nun auch ein Ende haben. Mir hat es das Glück einer Erlösung gebracht, ich denke seiner mit Dank. An Sakzmqnns Grabe sehen wir uns noch ein- mal"

Sie wollten? fragte sie erstaunt.Nach dem, was er ihnen getan hat?"

Ja, ich will . Zum Zeichen, wie wafahost ich ihm vergeben habe" ,

Damit schied der Handelsherr aus dem Pensionat Mertschitz.

Frau Mela trat ans Fenster.

Undeu'lich, im Lichtkreis einer Laterne, sah sie Ruskin noch einmal. Jetzt stieg er in den Wagen, der gewartet hatte.

Die einsame Frau oben lehnte die Stirne an die kal e Fensterscheibe. Halb dachte sie'», halb sprach sie'« zu sich selbst:

Ein guter Mentch. dies-r reiche Mann! Ist et nur reich weil er gut ist. oder ist er gut, weil er reich ist? Jedenfalls muß es leichter fallen, gut zu sein, wenn nan

Der Schulkonfltkt.

Der In Preußen wegen der Beteiligung der Seift« Men an den Schuldeputationen, Schulvorständen und k den Schulkommisfionen ausgetauchle Konflikt ist noch nicht beigelegt. Allerdings, sind Kompromiß­oerhandlungen eintzeleitet. Unter dem Vorsitz des Reichspräsioenten Ebert werden heute Beratun­gen beginnen, um den Versuch einer Verständigung zu machen. Vom Zentrum beteiligen sich an diesen Derhandlungen die Abgg. Trimborn, Dr. Spahn, Dr. Porsch, Herold und Dr. Lauscher.

Die Zentrumsanhänger erwarten von ihrer Frak­tion, daß sie unter allen Umständen fest bieibt, und es nicht zuläßt, daß auch noch der Rest des kirchlichen Einflusses auf die Schule beseitigt wird.

Eine friedliche Lösung ist noch möglich, wenn die Minister und die Parteien für Ne Forderungen des Zentrums wieder Verständnis und Entgegenkommen zeigen. Sie können das, denn unsere Vertreter fordern nicht etwa Neues, gehen überhaupt nicht auf Eroberungen aus, sondern wollen nur von der alten Ordnung aus dem Kirchen- und Schrtlgebiet das Not- wendigste retten.

Das Zentrum hat die schwersten Opfer gebracht, «m die ruhige Entwicklung in dieser kritischen Zeit zu retten. Aber die patriotische Opserwilligkeit hat ihre unübersteigliche Grenze in der Gewissenspflicht. An der Entlbristlichung der Schule mitzuarbeiten, wäre für unsere Vertreter nicht nur schädlich, sondern ge» rate^u sündhaft. Der vorliegende Entwurf sucht aber bas letzte Band zwischen Schule und Seelsorger zu zer­schneiden und geht wie die ganze preußische Schul­politik daraus hinaus, die konfessionelle Schule und die jfc. relißiöfe Einwirkung auf die Schule zu verdrängen.

Aus dieser Bahn kann es nicht weiter gehen Die kirchen- und religionsfeindliche Politik der preußischen Machthaber verstößt gegen das Kompromiß von Weimar, das den inneren Frieden sichern wollte, und es ruiniert die Arbeitsgemeinschaft der drei großen Par­teien ,auf der die ganze Ordnung und Sicherheit im neuen Deutschland beruht. . In Weimar hatte man die Verständigung angebahnt auf dem Boden der Freiheit und der Gleichberechtigung. Dgn Herren von links wurde die Simultanschule und sogar diewellliche" Schale zugestanden, dafür sollten sie uns Bekenntnis­schule und die religiöse Erziehung' für unsere Kinder las­sen. Jetzt aber wirb in Preußen systematisch darauf hingeerbeitet, die Freiheit der christlichen Eltern in der Schulwahl zu untergraben, und das religiöse Element gäntiid) aus der Schule zu entfernen.

> Wir müssen das größte Gewicht darauf legen, daß der (S-tjrcer den Sitz in den Schuloerwaliungskör- perfchastcn behält und daß seine Mitgliedschaft nicht dem /Zufall eh er Wahl überlassen bleibt. Wollte man sich

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Demokraten uns zumuten, so würde tatsächlich in allzu vielen Fällen der Geistliche praktisch aus der Schulde­putation ausgeschlossen sein. Man denke nur an hk zakMichen Gemeinden, in denen die Katholiken sich so in der Minderheit befinden, daß sie nicht einmal ihren Geistlichen bei der Wahl durchzubringen vermöch­ten: man denke ferner an die vielen Diasporagemeinden, die einen gemeinsamen Pfarrer haben und diesen in­folgedessen höchstens in dem Ort in die Schuldeputa­tion gewählt sehen würde, wo er seinen Wohnsitz hat.

Wenn die Sozialdemokraten und Demokraten den Schultulturkampf nach ihren Rezepten durchführen wol­len, so müssen sie sich darüber klar sein, daß wir nicht gutmütig genug sind, ihnen dazu durch unser Verbleiben in der Koalition zu verhelfen. Sie müssen dann sehen, ob sie allein den Staat gebührend versorgen können. Möge man rechtzeitig erkennen, daß das Zentrum doch unentbehrlich ist, auch inPreußen".

Bor der Absendung

der deutschen Antwortnote.

Das Reichskabmet» befaßte sich auch neuern m t der Beratung Über die Antwortnoie an die Entente.

von den Vorgängen. Die BevöNerung nahm et ne drohende Haltung an und die Dolschewlstenregterung erklärte zu ihrer Beruhigung, daß die ganze Versu. gütig auf einem Irrtum beruht habe. Jedoch da» Volk ließ sich nicht beruhigen und mehrere Worben hßndwrch versttznn Katholiken Orthodoxe und Juden mit Hacken und Sensen bewehrt die Sicherheitswache vor dem bischöflichen Palais. .

Dadurch lüften sich freilich die Rotgardtsten nicht abhalten, Feuer an das DischofSpslaiS anzulegen, des. sen Ausdehnung durch die Bürgerwache vereitelt wurde. Es fand sich sogar ein Subsekt, das sich für 20 Rubel dingen liefe, um den Bischof zu ermorden. M» er bet dem Meßopfer da» Attentat auf den Bischof vollbnnst gen und schon den Todesstreich führen wollte, stürzte er rückwärts nieder und der Bischof blieb unverletzt. Als die Truppen Petljura» sich Schitomir näherten, wollten die Bolschewisten den Bischof als Geisel ge­fangen nehmen. Der Bischof wurde davon in Kennt­nis gesetzt. Er flüchtete und hielt sich auf dem Friedhof zwischen den Gräbern verborgen. Bei Tag verbarg er sich unter dem Gesträuch, bei Nacht aber in einer Totengruft. Sein treuer Küster brachte ihm Speise dahin. Eine» Abends nahm et von seinem Versteck aus das Heran naben eine? Tnivv» gewahr. Er konnte allmählich getrau eilten ukrainischen General und seinen Stab unterscheiden, und wußte jetzt, daß bie Stunde seiner Freiheit geschlagen habe.

zu lassen.

Präsident Wilson leidet fortgesetzt em Neurasths. r.te. den Folgen seines Nervenzusammenbruchs an Sommer. Die Meldung, et fen wiederbergestellt, trifft nicht zu. Daß er die Regierungsgeschäfte erledigt, ist sehr wohl möglich, aber daß neuen Wahlkänpagne um bi

Deutscher Reich.

* Hebet das Zentrum im neuen Deutschland fällt der deutsche liberale Politiker und Schriftsteller Friedrich CurtiuS in den »Basler Nachrichten' Nr. 493 ein bemerkenswertes Urteil. Er veröffent­licht in dem BlattDeutsche Briese", in deren sechstem er «. a. idtteibt:

Die deutschen Erfahrungen de» letzten Jahres ha­ben die entscheidende Bedeutung der Parteien jeher« mann tla, gemacht. Pie feste st e g e s ch l o s s e n st« Parte iDeutschlandS das Zentrum, hat durch ihr mannhaftes Auftreten die st a a t l ich e O rd. nune ger Ultet. Da sie sich ra,ch enftchlossen^ Urtier Preisgabe aller rein sttmmumgsmäfttgen Vor. urteile und Bedenken, neben bte siegreiche Sozialdej. mokratie stellte, hat sie Deutschland vor den Experimen- ten tes radikalen Sozialismus bewahrt, Sie hat auch den Mut gehabt, zusammen mit der So- zialdemokratie die schmerzliche Verantwortung des schimpflichen Friedensschlusses auf sich zu nehmen, um eine aussichtslose Fortsetzung des hoffnungslosen KriegSelends zu verhindern. Tas find Leistungen, die nur eine starke und einhettlichge. leitete Partei vollbringen kann. Mai, kann nur wünschen, daß die bürgerliche und weltliche Demokratie zu einer gleichen Entschlossenheit und Hand, lungssähigkeit gelange."

Es gibt b.taunilid) Leute, bte dem Zentrum gerade das, was ihm hier als Verdienst un) staats­männische Tat angerechnet wird, zum Borwurf machen. Diese Leute beurteilen die Dinge allerdings nicht nach den Tatsachen, die eine harte Sprache sprachen und sprechen, sondern nach den Ideen und Theoiien, die sie sich ohne Rücksicht auf die Wirklichkeit zurecht gemacht haben.

* Die Jnseratensteuer Im AuSfchuh. Bei der zwei­ten Beratung de» UinfatzsteueraesetzeS im Eteuerausschuß der SRattonaloerfammlung wurde die Inter itenfteuer auf 10% festge etzt. Dieser Satz ermäßigt sich jedoch nach dem Anträge Waldstein »Dem.) für die ersten 100 000 Mark der gesamten Jnseialeneinnahme auf 3 Prozent.

Ein Dekennerbischos unter Bolschewisten.

Polnisch« Blätter bringen ein ergreifendes Bild non den Tagen der Bolschewistenherrschaft in der Stadt und Diözese Schitomir in Wolhynien. Zu Beginn dieser trau­rigen Zeit lebte der Bischof Dubowski mit den meisten seiner Priester in seiner bischöflichen Residenz. Mau _roar in ständiger Aufregung, was der Morgen bringen würde. Eines Tages befahl ein bolschewistischer Ukas, daß der Genosse Bischof" von den K a n z e l n seiner Diözese herab die Bolschewiftenkredite verkünden lassen sollte. Ein an­deres Mal verlangte man von ihm, daß er eine Kirche von Schutomir für ein Kino raumen müßte. Täglich tarnen bolschewistische Requrrierungsmannschaften in nun- feuern Zustand ins Palais und beschlagnahmten alle«, wo« nicht niet- und nagelfest war.

Eines Tages kam an den Bischof die Ausfordemno, dar bischöfliche Seminar zu räumen, um darin eine Juden- schule unterzubringen. Aber die Juden von Schutomir erklärten selber, daran nichts wissen zu wollen, zumal der Bischof sie kurz zuvor vor einem ukrainischen Progrvm In Schittj genommen hatte, indem er hie verfolgten Jude,: selbst in feiner Wohnung und in der Kathedrale eine Zu- flucht gewährte, wo sie vor der Wut der Menge geschützt waren. Einen fchismatischen Bischof schleppten Me viehi­schen Sowjetsührer zu einer Stätte, wo er Zeuge einer Dreie sein mußte. Entwürdigt und gefesselt mußte et Zuschauer des rohen und sittenlosen Schauspieles fein, das Genossen und Genossinnen oollführten. Dasselbe hatte man auch mit dem katholischen Bischof vor:Dem, die Gleichheit gehe über alle». Was für die Orthodoxen gut sei gelte auch für die Katholiken."

Eines Tages kam Befehl, der Bischof müsse Zwangsarbeit leisten. Eine Beschwerde an dem Bolschewistenführer in Kiew wurde mit der Bemerkung ab arten:Die Pfarrer seien auch Bürgerliche." Der Bischof mußte sich fügen. Er wurde mit 12 Priestern an die Arbeitsstätte geführt. Wer bald rotteten sich bor* da» christliche Volk und auch die Juden zusammen. Ja die letzteren rausten sich vor Schmerz und Wut den Bart itnd d« Haare. Bei der drohenden Haltung bet Menge flüchtete die Dokschewistenwache und der Dischof konnte mit seinem Gefolge wieder ruhig auf Bitten eines PolizeikomnMars znrückkehren. Die Menge schloß sich an und aus tausenden Kehlen eck- scholl der Ruf:Zum Tom." An ihrer Svitze be- trat der Oberhirte von Schikomir feine Dischofskirche, stimmte die Litanei an und segnete bas. Volk. Unter« besinn verbreitete sich in der ganzen Stadt die Kunde

Minifteiialdiiektor Jahnke ermahnte die Stürmer und Dränoer, die Eroednisie der RetchSschulkonferenz abzuwarten; vorher feien grundlegende Aenverunoen unmöglich. Da» Berechtigungswesen fei ein grosser Un­fug, der auf dem Respekt vor dem Papier beruhe. Da» Können sei die Hauptsache. Den Wünschen der Ober­lehrer stehe die Remerung freundlich gegenüber, auch in bet Titelsraue. Der Notlage bft stubtennffefforen keine Sorgen ums Leben hot. Sie wissen das nicht die Reichen! Ich werbe forgenbelaben durch Me Weit gehen bis ans Ende!"

Zur seiden Stunde kam ein Telegraphenbote über Land nach Süllenböck. Roderich-Jochen öffnete die Depesche mit stolzen Erwartungen und war enttäuscht, als er sie ge- lesen hatte.

E« konnte sich doch nur umTautropfen" handeln.

Und nun war'« Babette.

Da, mochte die wieder angefhfft haben, daß man sie pKtzlich auf den Schub brachte?

Din übermorgen daheim. Babette."

So lautete der Text, mit dem der Herr von und auf Süllenböck nichts anzufangen wußte. Die verdammte Pfen- nigfparerei der Frauen beim Depeschieren! Etwa, bessere Auskmist hätte er doch erwarten dürfen! Die paar Worte waren ja das Botengeld nicht wert, das er hatte bezahlen müssen.

Sehr mißvergnügt machte er der Mamsell Christiane die Neuigkeit bekannt und ärger e sich mit dieser gemein­sam nochmals über Babettes Geiz.

Er sollte sich nicht lange mxhr ärgern.

Hauptmann v. Kessel wird au8 der Reichswehr entlassen, damit v. Kessel dem Zivtlgericht vor- gesüb't werden kann.

Die Eiserne Division an der Grenz». Au»- nigsbeig wird gemeldet: Die deutsche Legion bat Boiocki in S'öi ke von etwa 500 Mann erreicht. Die Spitzen der Eisernen Division baden bei Bajohren, Eorikt und Beschatten in einer Gesamtstärke von e'wa 6400 Mann bte deutsche Grenze überschritten, ©emral Niessel sagte ausdrücklich zu, daß bie Jetti» idjen Truppen nach dur hgeführler Räumung die deut che G'enz- n-rgenhs überschreiten würden.

Die Verbindung mit Ostpreußen. Da die Gefahr der Bchindernug des Eisenbahnverkehrs von Ostpreußen zum Reich nach der Herstellung des Polenkorridors noch immer nicht behoben ist, befürwortete Oberpräsi­dent Winnig in einer Besprechung mit den znstäi.d'.gen Reichebehörden den Ausbau und die Aufrechterhaltung des Seeweges StettinKönigsberg nach der Abtren­nung Ostpreußens für den Personenverkehr und die Kohkenbeförderung, ferner Durchführung der Luftpost, insbesondere für den Briefverkehr und die Einrichtung eines eigenen direkten Kabels nach Ostpreußen zur Ei- cherung des telegraphischen Verkehrs. Alle diese Maß­nahmen sollen Ostpreußen vor etwaigen zukünftigen Derkehrsschwierigkeiten nach der Abtrennung bewahren.

| Sreiiaa H. Dezember t9t0. | I 46'3atirQ

fragen kann, ist ausgeschlossen. Wenn feine Wähler ihn nicht glatt zum dritten Mole wiederwählen wollen, so erscheint seine Laufbahn als Staatsoberhaupt mit der Qegentoärtigen Amtszeit abgeschlossen. Zu berfei* nen ist wohl nicht, daß Wilson den Ehrgeiz hat, zum dritten Mal Präsident der Bereinigter. Stauen von Nordamerika zu werden, ein Fall, der bisher noch nie ringe treten ist, wenn mich z. B. Grant diesem Ziele nachgeftellt hat. aber Wilson wird ja selbst erkennen, ob seine Kräfte reichen, toeiti es so weit ist. Taft er

Wir flogen darüber felbstverständlich alle abreifenden Herrschaften", sagte der Wirt.

Ader?"

^Hetr Murray erklärte, er erwarte keine Briefe, die ihn interessierten."

Teufel auch!" murrte Roderich-Jochen,war gerade etwas Interessantes für Herrn Murray! Hm, richtiger: Mich iniereffiert was" x

Ter wackere Morset war vollendeter Wirt von imer- schütterlicher Derschwiegenheit.

?Würde dem Herrn Murray sicher sehr unangenehm sein, wenn er wüßte, daß Sie sich umsonst bemüht haben ober ich bin außerstande*

Und von Wiederkommen, etwa zu dem Frühjahrs- Rennen, hat er nicht« gesagt?"

3m Frühjahr? Ja doch, ich hörte, daß vorn Frühjahr Me Rede war zwischen den Herren beim Frühstück"

Zwischen den Herren?" f

Ja, Herren Murray und Mertschitz. Dieser Herr b» gleitet ihn also nach Paris."

Aha! Also?"

Zum Frühjahrsrennen wollten sie kn San Fran- zisko [ein"

Da riß dem gutmütigen Süllenböcker die Geduld. E» sagte ärgerlich:

Hier scheinen feine Gäste zu hausenl"

Morset verneigte sich in völliger Freundlichkeit.

Die allerseinsten. Sie werden gut aufgehoben sein wenn Sie mir einmal die Ehre erweisen

Ich danket"

Wütend zog er von bannen.

Was sollte er nun an fangen?

Drei bis vier Stunden hatte er für die Verhandlung mit Murray bestimmt gehabt. Die konnte er doch nun nicht bei Ruskin absitzen.

Ra, die Weinhandlung von Jansen war ja nicht weit. Dori würde er um diese Stunde Reydt frtffen. Doch em- milsühlende Sette, b*r er sein Leid klagen konnte!

Und er traf ihn.

Fröhlich kam der Leutnant ihm entgegen, als er das intime, kleine Zimrnerchen betrat.

Du hier, Roderich-Jochen? Das ist nett! Hast natür­lich vieles zu bcsp^-Hen roegtn Deiner Stute. Ra, wie weit i die Sache?"

(Schluß folgt.)

Die Kommission, die nach Pari» entsandt werden oll, hat die Wutgabe, die Andeutungen von Milde­rungen, die in Aussicht gestellt sind, genau feft tt- legen. Der Hauptinhalt der Antwortnote wird darin liegen, datz die deutsche Reichsregierung sich zwar grundsätzlich bereit erklärt, Schadenersatz sür die in Ecapa Flow versenkten Sch sie zu leinen, es aber für völlig ausgeschlossen erfläit, dah von den insgesamt 527000 Tonnen schwimmenden Hafen­materials 400000 Tonnen an die Entente aboegeben werden. Die Reichsregierung hosf», daß die Gutente sich den Gründen der nach Paris zu entsendenden Sack verständigenkommisston nicht w.-rbe entziehen können und daß die angestrebten neuen Ver­handlungen bei dem zugejaaten deutschen Ent­gegenkommen bald zum Ziele führen Weiten.

Ter Zerfall Oesterreichs.

Im Tiroler Landtag wurde ein Antrag emgebiacbt, zur Rettung des Lanocs vor dem gänz­lichen Zusammenbruch sosoit mit der SlaatSregierung in W en Beibandlunoen einzuleiten, damit diese beim Obersten Rat in Paris erwirke, daß Tirol mit dem Deutschen Reiche zu einem gemeinsamen WirtschaitSgebiete zusammengeschlossen werde. Ter Antrag wurde, nach dem jede Partei ei te Erklärung abgegeben hat e, einstimmig angenommen.