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nr. 282. I I montan 8. ve-ember 1919. | I 46~ ^flhr9-

Was nicht niet» und naaclfeft ist. Alle 'Motorräder, die den Sitten mngemachc haben und die dec Fahr- radhändlrr nicht mehr für 300 - 400 Mark an den Mann bringen konnte, weiden mit 1500 M. bezahl'. Ledet waren sind besonders beliebt: Ledetta wen, Retsekoffer, neu und gebraucht, weiden täglich zu Dutzenden erstanden. Sehr beliebt sind alle Sorten Eisen» und Emaillewaien, die in Kisten verpackt lich zur Bahn gehen. Gewöhnlich erzählen die Einkäufer, sie kan'ten für zwei neue Pasiagie-dampfer die Einrichtung ein. Sodann Betten, Matratzen, Löffeln, Messer, Gabeln, Tischzeug; selbst die teuren Dibbeln sind den Händlern nicht zu hoch im Preis; auch nicht Brillanten, Juwelen und ®olDinaren, nach denen sie die Stabt und dir Orte b r Provinz absuchen. Geld ipielt keine Rolle; ein Hundertmarl- schem ist i inen nur ein Fünfguldenblatt.

Wenn es der Regierung nicht gelingt, bieiem Treiben einen Riegel vorzuschieben, dann ist bet Zeitpunkt nicht mehr fern, wo deutsche Ware in unseren Geschäften überhaupt nichtmehrzu haben ist unb wir die einfachsten Gegenstände des täglichen Bedarfs, die jetzt zu Schleuderpreisen ins Ausland wandern, zu unerschwinglichen Auslandspreisen zurück- kaufen müssen. Das ist dann gleichbedeutend mit Chaos, Mord und Todichlag.

schen Grenadierregiments. Nach heftigen Szenen zwischen den Eindringlingen und den Italienern wurden die Plünderer hinausgedrängt. Italienische Abteilungen halten die Straszen beetzt, wo bernnaen vo kamen. Abends stürmte die Menge das Föhnkasino, ein bekanntes Untertzaltiinoslokal, und na^'m Leb nSmittel und Einrichtungsstücke fort. Hier haben die Italiener Schreckschüsse abgegeben. Tas Kloster in Wilien wurde aus iep.rindert, das­selbe Schicksal erfuhr eine Marmeladefabrrk und mehrere kleinere Spezialgeschäfte

* Tie deutsche Verfassung wurde jetzt rm be­setzten Gebiet von der Entente als gültig an­erkannt. Die Beifügung vom 25. August, die die Vereidigung deutscher Beamten auf der neuen Ver­fassung untersagt, ist außer Kraft gesetzt worden.

Kathottkenversainrnlung.

Das Z'ntralkomittefür dieGeneralveriammlungen der Katholiken Deutschlands H elt in Berlin unter Leitung des stellvertretenden Vot sitzenden zu Löwen­stein eine Sitzung ab. Nachdem durch den Krieg und seine Folgen die Arbeiten des Zentralkomitees unterbrochen waren, werden sie nunmehr wieder aut« genommen. Es wurde beichlosse", 1920 einen 93 er» tretertag der katholischen Organisationen Deutichlands in einer günstig gelegenen Ltadt Mitteldeutschlands abzuhalten und mrt ihm an einem Tage eine allgemeine öffentliche Ver­sa m m l u n g zu bei binden, -i. ic in ihr behandelten Gegen tände'sollen dann im Lande auf den Ernzel- katholikentagen weiter behandelt werden. Stele haben sich rm letzten Jahre lehr bewährt, und -S t st ebenso wünschenswert wie zu erhoffen, daß sie rn der Zukunft insbesondere es sich angelegen sein lassen, die Ideen und Anregungen des großen Katholiken» taqe§ in die einzelnen Landeste le bineinzuletten.

lieber Ort und Zeit des Bertreteriages, der vor­aussichtlich rm Herbste 1920 staitfindet, «folgen dem» nächst weiiere Mitteilungen.

* Unruhen in Innsbruck Weaen des Nct 'r ng.S mit elmongels ließ1 fid) in Jnusb tick am Freitao ein Teil der armen Bevölkerung zu reuen P ünde- runeen verleiten. Zwei Gates, die Samm" Punk e der Schleichhändler, wurden völlig ;e stört. Im Iu- stitui des Je uiteuiolleoiums, wo 800 Tokoiogie.nt« deuten untergebracht sind, wurden Küche und Keller ausgeraubt. "Während der Plünderung des Kollegi­ums erschien eine 2hitßmnhiLt>atrouine des italtent-

Deutsch-Lesterreichs Zerfall.

Der deut ch-österrichische Staat, in der Form, in der er besteht, ein ganz unmögliches Gebilde, ist heute bis in feine tiefsten Grundla en erschüttert. Da er nicht fähig ist, teine eigene Bevölkerung zu ernähren und zu beschäftigen, von außen aber weder Hilfe kommt noch die ilichkeit geboten wird, eine andere staatliche Einordnung vorzunehmen, machen seine Glieder Politik auf eigene Faust und streben vom , unteilbar verlorenen Ganzen loszukommen. V o- "rarlberg hat den Anfang gemacht; es ist entschlos­sen, seinen Anschluß an Die Schweiz zu erklären. Für die übrigen Länder Deutsch-Oesterreichs muß dieser Vorgang natüilich die schwerwiegendsten Fol­gen haben. Die Krise, die Oesterreich heute durch- tnacfjt, ist die schwerste seit dem Umsturz. Deutsch- Oesterreich ist direkt vor seine Lebensfrage gestellt und von der Entscheidung der Einzelstaaten hängt zugleich das Schicksal des Ganzen ab. Die Krise ist auch eine solche der Regierung gewoiden, indem die sozialdemokratischen Mitglieder für den Fall, daß die Loslösungsbestrebungen der Länder zu bestimmten Schlüssen führen, ihren Rücktritt erklären wollen.

In einer Konferenz der Regierung mit den Vertretern der Entente wurden diese über den Stand der Berhältnisse in Oesterreich nicht im Zweifel ge- 1 affen. Ter Staatskanzler Dr. Renner will noch einmal einen letzten Versuch zur Erhaltung Deutsch- Oesterreichs machen. Er will selbst nach Paris fahren, um die Forderungen Oesterreichs zu vertreten. Ob dadurch an der Lage noch etwas geändert wer­den kann, ist eine andere Frage. Es ist auch gar nicht einzusehen, wie die Hilfe kommen soll, wenn sich nicht von Grund aus das Verhältnis zwischen der Entente und dem niederge retenen Besiegten ändert. Oesterreich hat so ziemlich alles, was e$ besitzt, als Pfand für Lebensmittel und Rohstoffkredite angeboten, die Zolleinnahmen, den gesamten Kunst- besitz, weiter den ganzen Besitz des ehemaligen Kaiser­hauses, das Tabakmonopol, Eisenbahnen und Waffer» kräfte. Es hat sich selbst versklavt und eine Rolle übernommen, die schlimmer ist, als die einer aus- gebeiiteten Kolonie. Hilfe ist aber trotzdem nicht gekommen. Die bloße Macht- und Gcschäftspolitik versagt hier eben und Rettung kamt nur kommen, wenn die Völker und Staatslenker sich wieder auf ihre Menschbeits- und Gewiffen-Pflichten erinnern, die ihnen verbie'en, andere Menschen bis aufs Blut aufzusaugen. Bevor nicht diese Erkenntnis Allge­meingut der Menschheit wird, kann eine grundlegende Besserung nicht eintreten.

Die Kohlennot und der Achtstu deuten.

Verschiedentlich wird zur Verkürzung der A-bi S- schickt im Kohlenbeigbau in der Oeffentlichkeit Stellung genommen. Hierzu ist zu bemerken, daß die Verkürzung der Arbeitszeit allerdings der Haupt­grund der verringerten Förderung ist. Es wird gegenüber der Arbeit vor der Revolution ein Fünftel weniger Arbeitszeit unter Tag verwendet. Erhöhte Leistungen der Arbeiter könnten diesen Ausfall weit­machen, wenn die seelische Verfaffung und der Ke- sundheitsrustand der Arbeiter wieder die alte Höhe erreicht hätten. Notwendig wäre auch die Hebung der technischen Einrichtungen. Will man die abso­lute Höbe der alten Förderung wieder erreichen, so muß auch eine Erhöhung der Belegschaft hrn- zutreten. Besonders die Arbeiterzahl unter Tage muß um 20 bis 30 Prozent erhöht werden. Augen­blicklich be'räot die Be egschafisvermehrnng an der Ruhr erst 9 Prozent. Sie «streckt sich übe,wiegend auf die Arbeiter, die übet Tage'ig sind. Tie Belegst! aftseihöhuna ist ihrer eils erst dann wieder möglich, wenn die Wohnungsfrage zufriedenstellend gelöst wird. In den bei en großen Sieinto''leme- v eren Ruht und Ober diiefien fin> im Monat Okio her 72 Prmem der durchschnittlichen Monaissördo- rn >g deS Jahres 19'3 qeiÖTbert wo-den, was gleich» Ix bewend tit mit 80 Prozent der Ok oberförde-mtg im Jahre 1918. In be-den Revieren war im ersten Halbjahr 1919 nur 55 Prozent der durchschnittlichen 'Monatssörderung geleistet worden. Man bat also eine wesentliche Besserung bereits festgestellt. Tie Stundenleistung der Unterlagearbeiter hat in der letzten Ze t trotz der herabgesetzten körperlichen Leistungsfähigkeit den Friedenszustand nahezu wieder erreicht. Rechnet man nur die reine Arbeitszeit, io hat die Neitokohlenleistung auf Kops und Stunde der llniei tageatbeuer bereits die durchschnittliche Leistung im Jahre 1913 überschritten.

Bor der Antwort der Entente.

3m Juni setzte man uns die Pistole auf die Brust alt! der Forderung: Unterschreibe dein Todesurteil o&er du wirst sofort iotgeschoffen! Jetzt vor Weihnach- pn sind wir wieder in derselben Lage. Damals er» rwengen die übermächtigen und unerbittlichen Gegner die Unterzeichnung des Friedensverirages von Vcrsail- it5. Jetzt wollen sie nach derselben Methode die litt» Zeichnung eines ..Schlußprotokolls" erzwingen, das den j'ricbensjetfrag noch wesentlich verschärft.

Als wir im Sommer der Not gehorchten, glaubten oir schon das grösste der denkbaren Spier ins den Altar tes Friedens gedrocht zu haben. Aber darin täuschten pir uns bitterlich Man ließ uns ein halbes Jahr zappeln, ohne den so teuer erkauften Verirag für uns in Kraft treten zu lassen. Inzwischen tüfteüen die ßhlimmsten von unseren Gegnern aus, wie sich der grlebensDcrtrag wohl noch verschärfen ließe. Er bot -en Deutschen doch etwas mehr Rechtssicherheit, als das Abkommen über den Waffenstillstand. Die Franzosen sollten die Vollmacht zum sofortigen gewaltsamen Ein­schreiten bei jeder angeblichen Mrzögerung der deut­schen Leistungen nicht gern preisgeben und die Englän­der hatten neuen Appetit bekommen auf die Reste der deutschen Flotteneinrichtungen. So fanden sie sich zu­sammen in dem Versuch, unter Berufung auf die Schiffsversenkuiig in Scapa Flow und anderen Be­schwerden Deutschland zu zwingen, daß es seine Schwimmdocks usw. ausliefere und sich rückhaltlos dem Zwangsverfahren auf Grund des Waffenstillstandes auch nach dem Inkrafttreten des Friedensvertrages mch unterwerfe.

Was die Entente auf unsere Einwände antworten wird, ist im Einzelnen noch nicht bekannt. Der Wort­laut der Antwortnote wurde von den Vertretern der Großmächte am Freitag f e st g e s e tz t, nach einer in Parts am Sonntag aufgegebenen Meldung war aber die Note bis dahin Herrn von Lersner noch nicht über­geben worden. In der französischen Presie ist einiges über den Inhalt der Note hinausgesickert, jedoch ist daraus noch nichts Sicheres zu entnehmen, da sich die Mitteilungen teils widersprechen, teils recht unklar ge­halten sind. Es scheint aber, daß die Antwort kein förmliches Ultimatum darstellen und auf die deutschen Einwände nicht ohne jedes Entgegenkommen antwor­ten wird So sollen hinsichtlich des im Zusatzprotokoll enthaltenen Vorbehalts militärischen Eingrei­fens sowie inbezug auf die Aufrechterhaltung der wirtschafllichen Existenzmöglichkeit Deutsch­lands Zugeständnisse gemacht sein. Außer­dem soll die Note die ausdrückliche Versicherung ent­halten, daß die Auslieferung der deutschen Kriegsgefangenen ohne weiteres unmittelbar dem Inkrafttreten des Frtedensvertroges folgen wird.

lieber den Wert der Zugständniffe wird man erst urteilen können, wenn die Antwortnote selbst vorsiegt.

-r-

Reichskanzler Bauer hielt am Samstag «uf einer Preffefestlichkest in Bersin eine Rede, die be­stätigte, daß von deutscher Seite alles geschehen ist, um die endliche Ratifikation des Friedens zu erwirken und die deutsche Negierung < auch während der letzten -Uile stetig für die Fortführung der 'ßertittnblungen de- gemefen ist Die Schu.d für die Friede-,soer-ögcrung trifft allein die Entente, die neue schwere Bedingungen aufgestellt hat, die in keiner Beziehung zum Friedens­vertrag stehen.

Wie Teutschland ausverkauft wird.

Amsterdam hat man mit einem Kapital ° oOO Millionen Mark eine Waren-Einkaufs- chaft gegründet, deren Zweck ist, möglichst - -h-aren ans teutichlanD nach Holland zu rzubren. Die Gesellschaft hat mehrere Hundert tun*' der demscden Sprache mächtig sind, ringe« J;. 1 runa "ach Deut ich land zum Einkauf ge chfckt nt$r einmal nur Kaufleute, sonoern oft' Aaft!guns--lo eExistenzen, die,mttmaßen Summen ürh Ct?Cn' £'e deutschen Siäote berei en und alles an J-. cringen, was mr (Selo zu haben ist. In Nord- ^eiweuijchlund sind die Hauptsitze die er Einkäufer, vannoDer, Siemen, Hamburg, Braun chweig. Tiefe ute wohnen stets in den elften Hotels und kaufen

Deutscher Reich.

Vom Parteitag der Unabhäng'aen. Der Unabhan- gtaen-Parteitag in Leipzig hat sein Ende erreicht, -lm Schluß wurde der Parteivorstand neu gewählt. Zu Vorsitzenden wurden C r i s p i e n-Bersin mit 268 und Däumi g-Berlin mit 151 Stimmen gewählt. Die radikale Richtung hat also gesiegt. Ledebour «hielt nur 124 Stimmen. Er steht den Radikalen m der Partei zu weit rechts. Bei der Wahl der Partei- fekretäre wurden beide Richtungen gleichmäßig bemck- sichtigt. Bei der Wahl der Beisitzer zum Partewor- stand wurde nur die radikale Liste gewählt.

* c n Stic Ire t ocr camtcn. U ber bas Strertrecbt her Voamten äußert sich eme Versügung der preiißi'chen Regierung, in der es beißi:

Die Staats e ierun , stimmt mit großen Beamten­verbänden in der Ausfassung überein, datz der festen Anstellung der Beamten und bet staatlichen Garantie ihrer besonderen Rechte ihre Gebundenheit an den Dienstvertrag, den sie einseilig nicht lösen können, ent- spricht. Auch daS Koalitionsreckt rechtfertigt feinen Kontraktbruch. Jede nicht nenrbmigte Dienstverwetge« Turm stellt sich daher als Dienstvergehen dar, das die gesetzlichen Folgen nach sich zieht . . . Die Regierung weiß, datz weitaus die Mehrzahl aller Beamten ihre Ansicht teilt. Diese können sich darauf berlaffett, daß die Regierung auch alle ihr zu Gebote stehenden .stiacht- mittet anwenden wird, um Dienstwillige vor dem Terror einzelner zu schützen.

* B-triebsräicqesetz und christliche Bergarbeiter. DerBergknappe" legt die Stellung des Gewerkver­eins christlicher Bergarbeiter zum Betriebslätegesctz dar und lagt u. a.: . .

Wir find rückhaltlos für die Zu-nelmng der Arbeiter zu dn Aufsichtsräten und auf Vorlage dr Bi­lanz. W-r ,nd gegen d e von cen Sozialdemokraten geforderte Beteili uni der Betriebsräte bei der Win» fiel tunn der Arbeiter. Um to num? Weil die -'es-tz- liche Einfühlung einer wichen Beteiligung dazu führen würde, dgtz die toztatdemokratis hcn Betnevsräte die christlichen Arbeiter von der rbeit a us i cblie « tzen könnten. Wir wessen, was eine solche Gefahr zu beheuien bat. Im L tz en rtabre sind so viele Fälle von bruta.ftem TerioriSmus ne <n die And an er Cer christ­lichen Gewerkschaften vorgckommen, daß wir affe Ur­sache haben vorsichrig zu sein. Es mutz -m Betriebs- rätegesetz aber Po sorge glcrofsen werden, d. tz tie Ar­beiter und Angestellten von den Unternehmern nicht willkürlich entlassen werden können. Dafür werden wir entschieden einircten.

fels alle Fragen der ihr am «ätzsten liegenden E r - -iebuna unserer w-lbllchen Jugend mtt rnurier kiche? Sorge'behandelte, und wie sie b-achienswerw Vorschläge machte, um im neuen Deu chiand durch die Schute echte, deutsche Frauen und Mutter ,u erzleqen. Datu ist es nötig day der Crgan lat.onjpian bei Schule die durch die geschlechtliche Ei,pC^e, beriditeöenartt ic Behandlun i d t Geschlechter oerua sichtigt. Deshalb ist au.Y die Gemeinschatlserziehunio« Geschlechter avzulehnen, in einet Zeil wo dw Pflege ech er Weiblichkeit doppelt nbto ,st tu »nvetracht der starken Beteiligung der Mädchen am ^verv-leben. Frau Stoffels wie- uberzeuirnd nach, datz die um fotmietun i unseres Schulwesens wabrsich keme B reicherung bedeutet. Se.ienbtrn ende Erz ehun^a.beu tann aber nut geleistet werden von Le^ktasten deren eigene Bildung einmal eine hochstmo chiche sta,e erreiq bat die aber andererseits auch finanziell und sozial so gestellt swd, datz sie ihre schweren Pflichten ungehemmt von äußeren Einflüssen erfüllen können. Und zu diesem Punkte trug die Rednerin eine Reihe von Wünschen vor für deren Vertretung die Lehrerinnen »m Lande drautzen ihr sicherlich Dnnk wiffen werben.

MlnistericÄditektor Kusine- stellt sich ^m Hmlfe _. ner oeiter bet Abteilung für Volksschulwesen

wr und aedenki bet 20 000 für das Vaterland gfcclle- n«n 8r« Die Lebrertäie sollen bei der Eruennuns

Bi te

amiinnen gleichmäßig geregelt werden An dtt Bolkr- hochschule tollen Lebtet aller Kategorien, tnsbesonrete die VolkSschuKehter, mttetrbeiten. Uniw Entschiuff utr Leh-etbesoldung sind von der finanziellen Zuru f heg Reiches abhängig. Dtr müssen deffen Entschl^ s-unaen abwarten. Die Besoldungsteform fall mit der am 1. April in Kraft tretenden Beamtenbesoldungs­reform verbundeiu werden.

Mch weiteren R-den wurde sodann das Kapitel Volksschulwesen erledigt.

Dienstag: Fortsetzung der Etatsbetatimg.

Deutsche Nationalversammlung.

Am 6. Dezember vor 25 Jahren ist das Reichstags- gebäude seiner Vestimmung übergeben worden. Präsident Fehreubach gedachte in der Sitzung am Samstag dttses Ereignisses, wobei er auch darauf hinwies, daß der Ner- I treung des deuischen Volkes auch heute noch Mi!gl>cder ansehören, die bei et s vor 25 Jahren dem deutschen Reichs­tag angehörten. Es sind nicht weniger als 20 M iglieder der Nationalversammlung, darunter 4 Angehörige der Zeutnimsfraktion, die Abg. Dr. Hitze, Müller-Fulda, Dr. Spo.hn und Szroda.

Nach Erledigung einiger kleiner Vorlagen letzte das Haus di« erste Beratung der Steuervorlageii fort. Nach­dem am Freitag die Vertreter der Mehrheiisparteien zu den Vorlagen Siellung gnommen halten, kamen jetzt die Vertreter der Opposition zum Wort. Es war voraus­zusehen, daß von ihnen eine scharfe Kritik an den Vor­lagen geübt werden würde. Cine, sachliche Kritik wird oer- ständigerweise niemand der Opposition verwehren, aber der

Abg. Düringer (TnatL) spitzte seine Kritik so scharf persönlich gegen den Reichssinanzminister Erzberger zu, daß man sich ernstlich fragen mußte, ob es den Partei­freunden des Herrn Dürinaer überhaupt noch bewußt ist, eine Politik zu betreiben, die nicht ausschließlich von per­sönlichen Rücksichten bestimmt ist. Die ^utschnationale Dolkspartei scheint aber mehr mehr die Fähigkeit zu ver­lieren, die Person ton der Sache zu trennen.

Relckeflnonrmlnlster Erzberger wußte unter lebhaftem Beifall des Hauses die Dorhallungen des Redners zu ent» kreisten. Sie persönlichen Anwürfe tat er kurz ab. Sach­lich hatte er sich insbesondere gegen drei Vorwürfe zu wehren. Dir neuen Steuern stellten eine zu große Be­lastung dar, sie würden zweitens die volkswirischastsichen Notwendigkeiten nicht berücksichtigen und ihre Tendsnz unb Wirkung sei drittens antisozial. Mit Recht wars Erzberger die Frage auf, woher man denn die Zinsen für die Kriegsanleihen nehmen solle, die in der höchsten Not des Vaterlandes Witwen und Waisen gezeichnet hät­ten. Soll man gerade diese Kreise nun leiden lassen? Die Rechte saß auf diese Aeußerungen betroffen da unb mühte sich krampfhaft, ihre Verlegenheit zu verbergen. Erzberger vermißte bei der Kritik der Rechten die posi­tiven Grgeiworschläge.Wo sind Ihre Vorschläge?" so fragte er die Rechte, die wiederum keine antwort wußte. Abg. Düringer hatte wieder die Sparprämienanlcihc be« kampst unb für den Gedanken einer Zwangsanleihe sich ausgesprochen. Auch in diesem Punkte war es Erz- berget sehr leicht gemacht, schlagende Widerlegung zu füh­ren. Mit einer Zwansanleihe, die höchstens 30 Milliar­den Maxk bringen könne, sei das große Finanzproblem des deutschen Reiches nicht zu lösen. Dabei ist aber noch zu beachten, daß eine Zwangsanleihe sofort oder doch in einer sehr kurzen Frist, etwa innerhalb 3 bis 6 Monaten beschafft werden muß. Damit würde aber das Wirtschafts­leben erst recht ruiniert. Aber Erzberger mies bet Rech­ten einen Ausweg. Er sagte, bah er sich auf Einzel­heiten des Finanz-ntwurfes der Regierung durchaus nicht feftlege. Wenn also die Rechte zustimme, daß ein Teil der neuen Steuern sofort bezahlt würde, dann hätte man ja bett Effekt einer Zwangsanleihe und der Wunsch der Rechten sei erfüllt Das ganze Haus stimmte Erzberger bemonstiütio zu; aber die Rechte beharrte auf die Frage Erzbereers:Wollen Sie das?" in eificem Schweigen, Unb nun war Erzberger vollstänbig im Recht, wenn er er­klärte, baß nicht sachliche, sondern rein patteiagitatoiische und dernanoaische Rücksichten für dieses Verhalten der äußersten Rechten in Frage kommen. Zu einer Berück­sichtigung der' volkswirtschaftlichen Gesichtspunkte erklärte sich Erzberger durchaus bereit, aber immer muß im Auge behalten werden, daß 24 Milliarden Mark fjerauefnmmcn müffeit. Erzberger ist der Auffastung, daß die Steuern, die er vorgeschlagen Hai, das Höchstmaß dessen find, was das Wirtschaftsleben überhaupt tragen tann. Auch wir find durchaus dieser Ansicht. Wir wollen nur wünschen, daß in der Kommission eine gründliche unb ersprießliche Arbeit zum Nutzen bet Gesamtheit geleistet wird. Alle noch so vetständlichen Agitationsbebürfniffe müssen aber an den Notwenbiakeiten scheitern. In wohlluenbem Ge­gensatz zu ber Rebe des Abg. Düringer standen bte Aus­führungen des Abg. Decker (D. Volksp.), ber zwar eine scharfe Kritik an den einzelnen Vorlagen übte, sich dabei aber durchaus in den Grenzen ber gebotenen Sachlichkeit hielt. Abweichend von dem Abg. Düringer, ber die Ver- faffmigsmäßig'eit der Lanbesbesteuerungsoorlage anzwei» feit®, 'vertrat' der Abg. Becker den Standpunkt, daß die Vereinheitlichtmg und Derreichlichung der Einkommensteuer notwendig sind. Die Landesbesteuerunasvorlaae lehnte auch er ab, aber nicht aus verfassungsmäßigen Bedenken, sondern weil ihm deren zentralistische Bestrebungen zu weit gehen.

Abg. Wurm sUnabh.l hielt der Rechten vor, baß sie es seien, die Deutschlanb in das gegenwärtige Finanz- clenb gestürzt hätten, sich gleimwohl aber jetzt am hff'wsten gegen 'dessen Desestiguna sträubten. Auch er kritisiert« die einzelnen Vorla"en, aber nicht, weil sie ihm zu weit gehen, fonbent weil sie ihm nicht weit genug gehen.

Zu den Kritikern der Steuervorlagen repffte sich schl'- lich noch ber bäuerische Abg. Dr. Helm, der vorn rein bund"-staatlichen S'anbpunkt aus die Vorlage ht Bausch unb Boeen verwarf

Somit hatte bte erste Lesung ber Steuervorlagen ihren Abfcklluß gestinben und sie wurde entern Ausschuß über« mietet.

Dienstag: Kundgebung gegen die Zurückhaltung ber Gefangenen._______ ___ ________________

Das Schicksal der Scapa Flow-Mannschafte».

Anläßlich der über die Scapa Flow-Besatzungen «ach Zeitungsnachrichten verhängten Hungerstrafen tst die Schweiz als deutsche Schutzmacht in Eng­land gebeten worden, Erkundigungen einzuziehen unb, föUS der Sachverhalt zntreffen sollte, nachdrücklichen Ein piuch gegen die giöbliche Verletzung ber Grund­sätze ber Menschlichkeit bet der britischen Regierung w veranlaffen.

Derschleppung deutscher Gefangenen?

Am Tonne!Stag wurde an ter Ostseestation in Kick "kt englischer DauTpfer mit Kriegsgefangenen flentelbet. Als der Dampfer in der Holtenauer Schleuse ankerte, kam die Meldung datz ein Mann von Bor« aegangen und von einer englischen Patrouille, die dabei bis vier Schüsse abgab, verfolgt worden fei. Kommandeur der Ostsecstation ließ die Schleuse SP) Reichswehr besetzen. Kieler Polizei ging' cm ®ort>, um die Angelegenheit zu untersuchen. Die die sich auf dem Dampfer befanden, glaubten, "'S tze nach Danzig verschleppt werden soll- t ichd in England aus den Gefangenenlagern Ms Grund ihres polnischen Namens ausgesucht too» y - Die Leute äußerten die Befürchtung daß man Ne zwangsweise in eine polnische Legion ein. jetljen würde. Sie wurden in diesem Verdacht dadurch j*«arft, datz sich an Bord des Dampfers 400 polnische Legionäre befanden ebenfalls frühere deutsche Kriegs- gerangcne, die auf englischen Druck hin in eine Legion ^»getreten sind. Auf den Hinweis, daß die Leute sich m dn,ischen Hoheitsgewässern befänden und daß der «egriffKriegsgefangene" jetzt überhai'pi n'.cht mehr stresse ließ der Kapitän und der englische Offizier, r-.r ha?. Dcgleitkomrnando führte, ungefähr 600 Leute, otc nicht mehr auf dem Dampfer bleiben wollten, Protest frei. Sie wurden vorläufig nach Lockstedt bei I,Kehoe in ein Durchgangslager gebracht, "»pefabt so bis 10 Mann, und zwar alles Deutsche, r <nj^ ^em Dampfer und sind gestern nachmittag -ach^ Tanzig weiter gefahren.

Die englische Waffenftillstandskominisston be-eidh. i» ihrer Anmeldung für die Fahrt des englischen bte an Bord' befindlichen Leute als Polen slp° Russen, sagte aber nichts davon datz es sich um 1 c u 1 f cfl e Staatsangehörige bandelt.

Preutzische Landesversammlung.

Sitzun-» vom 6 Dezember.

Am SamSta i cröffn-re der

Ava. Rn«i>- iSoz.s die tewrtsetzana der Beratnn^ üb r da? VolkSschu ! wesen mit der mehr als kühnen Behauptun", datz die Soital.denwkrak'e >icb niemals re« ltgionsfeinditch nezei t bnhe. Mit solchen Phrasen lock man heute, nach allem to'5 vorauf e'an en ist, keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Deshali' wäre es auch üb.rftüjsi e Mübe und ein Ein'totz n offener Tü­ren ewesen. härte das Zentrum seine Re^owit ans die W'.derlo h irLher utid ähnlicher Behaupten en ver­wandt Rednerin, bi-

Ab'. TwffelS, leistete vielmehr praktische Arbeit, in­dem sie die Weie tote1, auf denen unser Schulwesen am besten seine ihm gestellten arotzen Aufgaben erfüllen ann. Es wirkte unoeniein wovkuend wie Fran Stos.

* Tie Wieberein'ührung der Monarchie in Un-r scheint fine ztemlich sichere Sach' zu ein Sam e alS Vet r<ttr der un arischen Kömasp brachte nämlich in den letzten Ta en bet tu Oiini piäsibenten Huszar bas Et uchen vor, baß an d ungarische» Wapvon iv e er bte stejg.nskro te ai. brachte wei de, uns daß bis zu« EnlichetSung ü.c die Staatsform Ungarn nicht als Republik, sondern als ungari cbet S:aai bezchchnei w.'rde. Ter Mtnister- präsident erklärte, er bekenne sich stolz als Monarchtsten. In der Frage der Siaatsfvrm werde die Volks-