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j kullurkämpkerischen Tagesordnung über. Bezeichnend ist auch die. Verkant

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bischen UnterrichtSausschnß über btt Schulde Pu- totionSfrege. Die Geistlichen al« falche fallen au« Schuldepuiation und Schulvorstand ausgeschlossen sein und damit n'cht allein ein infolge der Eniwick- luna der preußischen Schule selstverständstcheS Recht verlieren, sondern auch gewissermaßen in erneu Au «'n ahme zu stand versetzt werden. Da« Ze», trum hat mit allem Nachdruck gegen drese Bestim­mung Einspruch erhoben, aber e« wurde von den anderen Regierungsparreien einfach nie berge-

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schon wieder beginnen die kullurkämpserischen Dgen- Mächtigkeiten der Mittelstaaten. In Sachsen-Wet mar, dessen äußerster westlicher Teil, das Geisa« Amt, treu katholisch ist und in d«n °»ch viele Diw spora-Katholiken wohnen, ist kürzlich, nachdem sich aer ^llurkampssgeist schon vorher bemerkbar hatte, durch Verordnung die Zahl der wöchentlichen Reliaionsstunden auf zwei ^rabgemindert worden. Der Religionsunterricht ist damit auf dre Stu c d

und Zeichenunterrichtes E worden, «uf Verhandlungen mit du kirchlich«, Behörde hat die Weimarische Regierung keinen Wert ^legt. Wer­binas werden di« Herren in Weimar emes ^ages Ansehen müssen, daß das katholische Volk sich nicht stillschweigend all» gefallen läßt. Es "ruß sich zeig.n, wie das Protestschreiben, das der Ho-igw. Herr Bischof von Fulda nach Weimar gerichtet hat, dort aufge..om

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stimmt.

In du hohen Politik haben unser- Gegn« aus dem angepriesenenVölkerbund" eine Fortsetzung der En­tente gemacht. In der iimeren Politik scheint man aus dem Kompromiß von Weimar eine Fortsetzung der demokratisch-sozialistischen Kultur­kämpfe machen zu wollen.

Die .Koalition kann aber nur bestehen, wenn dir zu gemeintem« Arbeit berufenen Parteien sich gegenseitig vertragen und in ehrlichem Entgegenkommen verständi­gen. Wenn der eine Teil von den beiden anderen un- ierdrückt und mißhandelt werden soll, ist das der An- ang vom Ende der Arbeitsgemeinschaft.

Dor allem heißt es: Nur kein Verlaß auf den an- deren! Selbst ist der Mann! Wir Katholiken haben heute eine Pflicht, die alle anderen an Dringlichkeit über­ragt. Die katholische S ch u l o r g a n i s a t i o n muß über aan? Deutschland ausgebaut werden. Sie und der Volksvcrein für das katholische Deuuchland müllen an das Ohr jedes kathol. Mannes und jeder katholischen Frau Aufklärung über die Wichtigkeit des Kampfes für unsere Schule tragen. Auch in Fulda ist die Errichtung! des Schulausfchuffes in die Wege ge­leitet. Die Bomiattusstadt wird sich an Eifer, Ent. fchlosienheit und Begeisterung im Kampfe für dte Schule nicht beschämen lasten. Dr. Kr.

Vie bedrohte Zockererzeugung.

DK Reichrregi«ung legte dem Reichsrat den Tnt» wmf einer D«ordnung zur Förderung de, Zuckerrübenanbaues und der Zucker- erzeugung vor, weil infolge der Witterung,-, V«- kehls- und Arbeitsverhältnisse dieses Jahres nicht nur die Gefahr bestehl, daß arofje Rübenmengen nicht ge­erntet werden, und den Fabriken verloren gehen, fou- dern daß auch ein schlechtes Ergebnis der diesjährigen Kampagne die Anbaulust- für das nächste Jahr lähmen würde. Es soll durch Auf- schlüge aus den Zuckerpreis ein Fonds ge* bildet werden, woraus die Rübenbauer und Fabriken für die Mehraufwendungen zu entschädigen sind. Der Aufschlag soll durch die Fabriken von dem durch sie nach dem 31. Dezember 1919 unmittelbar an die Ver­braucher gelieferten Zucker in Höhe von 25 Mk. für den Zentner erhoben und an den Fonds abgesiihrt werden. Für da, Wirtschastsiahr 1920-21 soll fernerem Roh- zuckerpreis von 150 Mk. für den Zentner garantiert werden. Außerdem soll für die Rübenbau« Chilisal­peter bevorzugt zur Verfügung gestellt werden. Es ist zu erwarten, daß der Reichsrat und der zuständige Aus­schuß der Nationalversammlung d« Regierungsvorlage bald zustimmen werden. ________________

* Die Abstimmung im Bittersetder Streik ergab auf lämiliehen Werken 4614 für und 1009 gegen nie W ederaufnahme der 3, beit zu den ve-einbarien iBebmorrren.

v Maßnahmen gegen Arbeitsverweigerung. In. folae bet auf der ZecheConcordia" bei überbauten

Die Auslieferungsfrage.

gilt betender« Berliner Mitarbeiter schreibt unk: Eine der schwierigsten Fragen des Versaill« s-iikdensvertrages drängt immer mehr zu ihrer ES handelt sich um die Frage der Aus- F.serung der von den Gegnern wegen ungerecht- frttiflter, ja zum Teil direkt verbrecherischer Zoten be- »oldigten Veifanlichkeiten. Es bat noch kernen -?,iedensvertrag in der Weltgeschichte gegeben, in schein eine solche, für t en besiegten Tetl so furcht­bar demütigende Bedingung gestellt wurde. Das Lffagemateriat ist auch heute noch nicht bekannt. gon>eit Steigerungen der gegnerischen Presse darüber torltegen, bandelt eS sich um Vorwürfe allgemeiner ®atut in Sachen der militärischen und wirtschaft, licken Kriegführung. Man hört aber, daß die frar aöiiicbe Regierung einen bis in alle Einzelheiten und Steinigkeiten hinein ausgearbeiteten Anklage st off infam men getragen habe. Auf Grund dieser Mate­rialien würde die Auslieferung und Bestrafung all« Militärisch Verantwortlichen Persönlichkeiten aus bett« ieniqen Kampf- wie Etappengebieten verlangt wer. fat in denen Plünderungen, Verwüstungen oder dergleichen vorgekommen sind.

Erne besondere Untersuchung hat die französische «Mietung über die Zerstörung Nordfrank- retch« anstellen lasten. Die Absicht geht dahin, den «achwei« zu führen, daß diese Zerstörung militari.d) itidrt gerechtfertigt war. Die Zerstörungsfrage bil- det auch der Vorwand für da« Verlangen der Aus­lieferung von U-BootSkommandanten einerseits und gL.rUg. und Zeppelin-Führern andererseits. Eine sondue Liste soll diejenigen Persönlichkeiten auf. führen, denen gemeine Verbrechen, also Diebstahl, «lünderungen, Gewalttaten usw. zur Last gelegt M«den. Hebet das Militärische gehen aber die Geg- -et weit hinaus. Sie verlangen auch die AuSliefe- ittung und Bestrafung bestimmter politischer veriönlichkeiten. Alle diejenigen Männer in Regierung, Parlament, Politik und Preste, die un. mittelbar vor dem Kriege und auch während des Kriege« bestimmte Anschauungen und Forderungen Vertreten haben, sollen von der Entente zurBe- ftrafung* angefordert werden. Den Kr«S diel« Persönlichkeiten will man, wenn die neueren aus «tankreich kommenden Nachrichten zutreffend sind, aber durchaus nicht etwa auf die rechtsstehenden po- Mischen «reise beschränken. Die Entente gedenkt selbst vor den Sozialisten nicht halt zu machen. So wird neuerdings in der französischen Preste ange- kündigt, daß auch diejenigen sozialistischen Person, ltchkeiten zur SUeranttoot tung herangezogen werden fallen, welche in politisch führenden Stellungen ge­wisse Kriegsmaßnahmen, namentlich den U-Bootkrteg, gebilligt hätten. , .. . . . .

Tie ganz abnorme Sage, in die wtr durch den Aerli'lt d-s Ärieae« gekommen sind, wird mit am schmerzlichsten gekennzeichnet durch die gegnerische Sortierung nach Auslieferung deutscher Staatsange­höriger. Wir haben unter dem seinerzeitigen mili- tSrifchen Druck, über besten Gewalt und Richtung sich niemand im Zweifel jein konnte, auch diese geg- nerische Forderung annehmen muffen. Wir haben ober nie einen Zweifel darüber gelosten, daß wtr diese Forderung keineswegs anerkennen können. Das deutsche Reichsrecht verbietet die Auslieferung eines Deutschen zum Zwecke bet Aburteilung an daS Ausland. Andererseits hat das deutsche Volk aber auch selb« daS größte Jntereste, daß die wirtl'ch Schuldigen zur Verantwortung gezogen und evtl, einer gerechten Bestrafung zugeführt werden. Da? muß ober unter eigener deutscher Gerichtsbarkeit und auf deutschem Boden geschehen. Es v«schlägt nichts dabei, daß zu diesem Verfahren daS Anklagematerial der Segn«, auf daS wir ja nun einmal angewiesen sind, mit herangezogen wird. Die deutsche Regierung hat der Gntenk gegenüber dahingehende Etnzel- vorschläge unterbreitet, ohne aber bisher auf eine DerbandlungSbereitichaft in diesem Punkte gestoßen zu fein. E« tff unter diesen Umständen im höchsten Giade befremdend, daß Ebemeiiceau in feinen jüng­sten Roten immer und immer wieder auf diese AuS- liefereng«frage zurückkommt. Er stellt die Dtnge so bar, al« ob Deutschland sich der Verpflichtung, bte Schuldigen zu strafen, entziehen wolle. Davon kann gar keine Rede jein. Aber das deutsche Volk muß verlangen, daß seine Angehörigen nicht auf das ein­seitige Anklagematerial hin und noch dazu vor «n fremdes G«icht und vor Richter, die zugleich Klag« find, gestellt werden. Gegen diese juristische Un- gehenerlichkeit wehren wir unS allerdings mtt aller Kraft. Die deutsche Regierung hat durchaus ^gebilligt, daß die Interessen der Kläger, also der Entente, vollkommen gewährt werden sollen. Da« soll dadurch geschehen, daß bei den auf deutschem Boden vorzunehmenden Verhandlungen dte Vertreter der Entente anwesend fein sollen und ihrMaterial

Deutsche Nationalversammlung-

Sitzung vom 5. Dezember.

Zunächst wird eine Reihe von «nfregen durch dU Regierung beantwortet. Daraus ist erstchtUch, & vorläufigen Retch-wirtschaft-ra

tum der einzelne-, Behörden und de« Handwerks ,e ern Vertreter der Ärbeit ieber un Arbeitnehmer beigegeben wird. Der Entwurf über die geplante Zusammensetzu s. des ReichSwirtschaitSrate« wtrd rn den nächsten Tagen dem Reich,kabinett »ur Beschlutzfastuna zugehen Zu

^ine^ sachgemäße Zusammensetzung der Konferenz zur Aufgabe wachem,^^e (Soz.) wird geantwortet-

Die Kohlenvorräte gehen auf die Neige. 8 Industrie bleibt nut ein unzureichender Reff. Befon der, bebaebt wird die Rohstoffversorgung für dte Er näbrungSindustrie. Auf eine Anfrage B tobauf (®em) wird geantwortet: Die Steuerveamten de meinden werden, soweit sie tüchtig und aeschult stn , von der Reichsfinanzverwaltung ubernommen wer^e . Auf die Anfrage des Avg. Dr. P h 11 r p p (Dnat. Vp.) wird geantwortet. Die Reichsfinanzverwaltung kann während der UebergangSzeit auf dte Mitwirkung der Gemeinden und Gemeindesteuerbeamten^ntcht Achtem Auf die Anfrage de, Adg. Astor <3^.) erfolgt vw Antwort: Die Reich«,egierung t|t bcteit, Wetn- varlament zu berufen - Auf die Anträge de, Ädg. Kersten (Loz.s wird geantwortet: Eine Notverordnung i wird vorbereitet, in der d,e dringendsten ^da^erui^e«

bett die Gewerbe- und KaufmannSgerich vorgeschlagen werden. Ein Gesetz über die DchUchtun S- auSschüste steht bevor. Auf eine Anfrage der Abg. Frau Dr. Schirm ach er wird geantwortet. Diedeut schen Gefangenen au« Malta dürften am 8. oder 9. Dezember beimkehren. - Auf eme Anfrage de, Abg. Dr. M um m (Dnat. Vpt) wird geantwortet Eine Wie- derholung der Berk ehr« sperre fu-d'e Weihnachts­zeit steht nicht in «u,ficht Vermehrter «^kehr ist unmöglich. Auf eine Anfrage de» Abg. Schteie I -Dnat. Vv.i wird geantwoitet: Wegen der Wieder­aufbaufrage in Frankreich ist seitens der Negterung das möglichste geschehen. Schuld an dem birheri^n. Scheitern der Verhandkungen hat allein d'e ^Mtzofische Regierung. Auf die Frage des Antragsteller» ob dte

I Regierung die Kodleniieferungen fortsetzen wolle trotz der ablehnenden Haltung Franiretch» in der Ge- tangenenfrage, ist der RegteiungSvertreter udytm

I der La e. zu aniwerten. - Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Mumm (Dnat. Vp.) wird gewntwori«.

I Die Regierung hat den aus den Paltenlanden fluch­tenden ^Deutsch. Balten nach Möglichkeit beiße* standen, sowohl war die Sicherheit ihrer Heimkehr al» die Unterstützung mit dem Norwcndigsten anlangt.

Die erste Beratung des Gesetzentwürfe» eine, S « n- bessteuergesetzeS wird darauf fortgesetzt.

Aba. Keil (Soz.): Die Reichseinkommensteuer te- I trifft nur die Besteuerung der physischen .Personen.

Hoffentlich wird die B e st e u e r u n g ter I ur'st tu I schen Personen auch bald vorbereitet, bettn fae mühte auch im April 1920 in Kraft treten. Da d« Geld nur noch ein Vierte! ferne« Werte« bat. so mub

I ten da« Existenzminimum und barmt he äuftetften Eteuerstufan heraufgesetzt werden Die KmuiAende.

I steuerung lehnen wir ab. Die Zolle sollen vorwiegend I Finanzzölle werden. Aber das hängt.von unserer Ver­hältnis zum Ausland ab. Die Ertrage au« ben 881- I len sind daher unsicher. Eine Verschärfung der Kohlen. I steuer ist bedenklich. DaS Branntweinmonopol bebatf I br$ Umgestaltung. Wir werden den Ländern mrd Ge- I meinten entgegenkommen, wenn e» notig sein toure.

M» Zehnter (Ztr.): Eine Verarmung de» deutschen Volke» steht sicher bevor, bann tot» den die (Erträge au« Vermögen und Einkommen sehr sinken. Die alten Fi. anzbea-mten ber Länder, bte noch arbeitsfreudig und arbeitsfähig sind, sollten nicht I beiseite geschoben werden, wenn auch jüngere Leute hin- I ter ihnen auf ihre Posten warten. An der Notwen. I diqkeit ein« Reichseinkommensteuer zweifelt nienwiö. IT'er neue Steuertarif verblüfft zunächst tm Vergleich mit den früheren Tarifen. Aber natürlich muffen die I »be.igen vielfachen Zuschläge ber Gememvsn «n I schleunigung durchgeführt werden.

Reichsminister Erzberg«: Die 2 Mllia-rden müs- I fen aufgebracht werden. Für 1920 muffen 16 Mil. I liarden angesetzt w«den. Die Regterung erklärt: Der I Entente steht das Recht nicht zu die Ertrage I des ReichsnotopferS anzutasten. Solange Teutich- I land bezahlt, kann Deutschlaiid auf die Art zahlen, I wie es will. Diese Erklärung, die die Ddeinuna der | gesamten Regierung enthält wird mit voller Absicht I der Oeffentlichkeit mitgeteilt. Das KörperfchastSg«etz I wird noch in diesem Monat veröffentlicht werden. Ein I eigenes AbwickliingSamt wird geschafsein werden, das dte I etwa bestehenden 2000 bestehenden Abwicklungsitelien I zusammenfassen wird und bis zum 1. Mal 1920 fpa» I testen« die gesamte Abwicklung nach der persönlichen 1 Seite hin erledigen wird. Die materielle «e-te, dte gesamte Liquidation deS Krieges, wird mit aller De. schlunigung diirchgeführt werden.

Abg Ternbnrg (Dem.): Die Entente mußte an« dem Ernst mit dem wir steuerlich, gegon un« selbst vor' gehen, ersehen, daß wir den Frieden erfüllen wollen. Tie Hoffnung der Sozialisten auf die Sn ter nationale trügt Die Rsichseinkommensbeuer halten wir nach Wirbt und Ausbau für zweckmäßig. Die «rreg».

von d« Belegschaft fett Montag ES«Übten pafN-

°a!ge Güterzüge m.t putschen SaS ädt 5 schumEtsenwa^'Küch'e^^ Möbel, elektrische Aitikel und Sp--lwaren dte v°n den in Deutschland retsenden belatschen Kausleute in großen Mengen aufgekauft worden sind.

M Eine katholische Liga für völkero«sl°ndlgn°g. In München wurde eine katholische Liga praktische akademische Kulturarbeit ge- findet, dte den Zweck verfolgt, durch S atsitng de» Einflusses der katholischen Weltanschauung m b«t »f« demikerkreisen Deutschlands und ber "^9«» Welt zur praktischen Völkerverständigung beizut.a^w Dt s Ziel soll vor allem durch Errichtung von «'übten und Ferienheimen im In- und Auslande, durch Pflege re- cer internationater Beziehungen und ^ufammenarbti ten mit den kathoLchen Studenten ander« Lander er e»ickit werden. We mttgeteilt wird, ou bereits ote i Gründung des erften Auslandsheimes in Rußlan .

feiner Verwirklichung nahe fein.

endgültig festgesetzt, doch fei im Prtnztp beschlossen, daß diese Personen einzeln abgeurteilt werden fallen und nicht in einem gemeiniamen Prozeßverfahren.

Die Folterung. Deutschlands.

Wied« einmal haben Clemenceau und feine Ersin- nungsgenosfen im Entenielager alle W«kzeuge in Be­wegung gesetzt, um Deutschland zu beunruhigen, zu quälen und ihrem Willen gefügig zu machen. Man braucht die schreckhaften Nachrichten, dte aus der Auslandspresie herüberkommen, nicht in jeder Einzel­heit für zutreffend zu halten. Sicherlich gehören diese Drohnachrichten auch zu den Mitteln, mit denen Cte- menceau feine Ziele verfolgt. Sie sollen uns emschuch- tern. Es bleibt aber doch so viel wahr, de,, man nut einem neuen Ultimatum redjnen form. D« Oberste Rat spielt, wie terVorwärts sich ausdruckt, mit ter Kriegsandrohung gegen Deutsch- l o n d. Das deuffche Volk ist wehrlos und es ist weder ein Ruhmesblatt noch ein Kunststück, mit wohlausge- rüsteten Armeen ihm beizukommen. Mit Gewalt kann man von Dmtschland alles nehmen, was überhaupt vorhanden ist. _.

Die Entente sucht die in ter R o t e wegen S k a p a Flow ausgestellten Erdrosselungsbedingungen reck- sichtslos durchzusetzen. Nach demEcho de Paris hat Marschall Fach dem Fünserausschuß in Parts die­selben Zwangsmaßnahmen vorgeschlagen, rote im Monat Juni zur Unterstützung des Ultimatums für dte Unterzeichnung des Friedens, d. h. dte B e - setzung rechtsrheinischen Gebietes. Die Vorschläge des Marschalls Fach, die natürlich von Cle- menceatt eingegeben sind und von ihm unterstützt wer­ten, sind noch Gegenstand ter Diskussionen unter den Regierungen der Entente. Daß sie von der.franzö­sischen Regierung ausgegangen sind, «gibt sich Dar­aus, daß die englische Regierung, ter man wegen ihres Interesies an ter Affäre von Skapa Flow eigentlich die Initiative hätte zutrauen können, durch die Forterung des Marschalls Fach über­rascht worden ist, denn sie hat erst aus telegraphischen Wunsch ihr« Vertreter in Paris ten General Wil­son als milstärischen Sachverständigen nach Parts geschickt. Dte französische Regierung mochte aber offenbar gerate das englische Jntereste an ter Affäre von Skapa Flow ausnützen, um ine englische Regie- rung zur Unterstützung ihr« eigenen Absichten auf das rechte Rheinuser zu gewinnen.

Ueter die Stellungnahme der deutschen Regierung siegen neue Nachrichten nicht vor. Offiziös wird nur «klärt, daß dte von einem Berlin« Blatt ge- brachte Meldung von dem Rücktritt des Ministers des Aeußem Müller in allen Einzelheiten falsch ist Der Minister des Aeußem habe keinerlei Grund, feinen Abschied einzureichen. Die neun deutschen Unterhändler roerben sich sehr bald nach Pari» begeben. Inzwffchen vechantelt Herr v. »rener darüber, wann diese Vertret«, die diesmal nicht nur aus ten Kreisen des Auswärtigen Amtes und der Ve- rufsdiplomaten gewählt w«ten dürsten, in Parts ein- treffen sollen. ________________________

botbringen können.

Man muß Die AuSlieserungrsrage auch von einem anderen GesichtSpunkle au« betrachten: sie namentlich innerpolitisch für un« von allergrößter Bedeutung 68, kann nie­mand vorher jagen, was sich alle« ereignen wurde, wenn auf der Auslieferung etwa unterer obertten Heerführer Hindenburg und Ludendorff farote der übrigen militärischen Führer, an deren Namen und Taten die mächtigen vaterländischen Empfindungen und (Erinnerungen hängen, bestanden würde. Was wollte die Entente tun, wenn da« deutsche Volk nicht gu'willig diese Diänner vor das fremde Gericht ziehen lassen würde? Würde sie e« daraus ankommen lassen wollen, unter Anwendung von Gewalt alle d'ese PeriönlichkeitenabzutranSportieren ? «» wäre fürwahr das beste Mittel, um allen unter uns, die immer noch blind sind und die immer noch nicht die Furchtbarkeit unterer Lage zu erkennen bcrmö'en, wirklich handgreiflich zu zeigen, wie elend wir grwoiden sind und in welcher schmack uno ^ochanve wir liegen! Diese Erkenntnis könnte inner» Politische Folgen haben, bereit Tragweite sich öte Entente heute wohl noch nicht träumen läßt.

Die anSzuliesernden Mikitärperfanen.

Nach französischen Meldungen hat die mit ter tftage der Auslieferung deutscher Mtlt- lärpersonen beauftragte interalltinte Kommi'lton die Lifte bie,er Personen abgeschlossen: ihre ^atu "»trägt 300. Das Gerichtsverfahren fei noch nicht

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3um Beweis für die detttsche D«ankwortsichkeit für die Versenkung ter Schiffe in Scapa Flow hat die eng- sische Behörde einen Brief des Ad mir also on Trotha an den Admiral o. Beut« veröffentlicht. Es hantelt sich dabei um ein Schreiben vom 9. Mat, dessen Konzept sich in den Akten ber deutschen Marine- besten befindet. Dieses Schreiten ist jedoch von den Engländern >mr lückenhaft oeröftentlicht, so daß Sinn und Zusammenhang entstellt werden. Dte deutsche Regierung hat dieses Schreiben mm voll ständig bekannt gegeben. Dazu wird deutscherseits amtlich folgendes «klärt: Es ist unverständlich, wie die bri- tische Admiralität glauben kann, durch ben Hinweis auf dieses Schreiben ben Beweis zu erbringen, bab ble Versenkung auf Befehl ob« mit Misten der deutschen Behörden vorgenommen worben ist. Der Zweck des Schreibens war vielmehr, die über ihr p e r s o n l i ch e s Schicksal unruhigen Besatzungen zu weilerem Aus- harren zu ermahnen. Bon einer gewalifamen Losung der Frage des weiteren Schicksals der Schisse ist a n feiner Stelle auch nur andeutungs- wc, se die Rede. Im Gegenteil beruht das ganze schreiben auf dem Gedanken, daß diese Frage nach Ansicht ter deutschen Admiralität auf dem Verhand­lungswege gelöst werten fällte.

Um bie Kriegsgefangenen.

Ein« Sonbertagung ber Nattonalverfamni- fang sollte am Samstag vormittag ftattfinben, um sich mit ber Herausgabe unser« Gefangenen zu befchastigen. Die SonbCTtagung ist auf Veranlassung bes Bunbes Deutscher Frauen einberufen worben. Auf eine Ent- schließung bee Bunbes Deutscher Frauen hin, hat bie beutsche Regierung bie Kohlenlieserungen nach Frankreich einstweilen eingestellt.

Soll da- Schulkompromitz

mihbraucht werden?

Wenn unsere Abgeorbneten sich über Mißachtung unb Mißhaublimg ter katholischen Rechte unb Inter- essen beklagen, so wirst man ihnen vor, sie ließen bte ge­boteneRücksicht auf bie Koalition" vermissen. Aber Koalttion bebeutet doch ein Zusammengehen von Gleichberechtigten, unb ba muß die Rücksicht- nähme auf Gegenseitigkeit beruhen.

Wer verstößt am ärgsten gegen ten Bunbntsgeban- fen: Derjenige Teil, ter in friedlichen Worten ten Ge- nosscn feine Wünsche vorträgt, oter derjenige, der Tat- suchen schafft, die ten Verbündeten Aerger und Schaden bringen?

Es wiederholt sich nach ter Revolution dieselbe Er­scheinung, die wir schon vor dem Kriege erlebt haben. Wenn von Reichswegen auf eine friedliche Kuliurpolitik hingearbeiiet wurde, so ließen sich gewiffe Einzel- ttaaten dadurch keineswegs abhallen von bei lln- terbruckung ter Katholiken auf dem Kirchen- und Schulgebiete. Daher war das föderalistisch gesinnte Zentrum schon vor 20 Jahren genötigt, im Reichstag Schutz zu suchen gegen bie Kulturkämpserei in Braun­schweig, Sachsen, Heffen usw. In temsclten trinne hohen wir unter ben veräntericn staatsrechttichen Ver­hältnissen bie neue Reichsversassung benutzt, um e t n- heitliche Grunblagen für ben Kultur- frieben in DeutfAlanb zu aeminnen. Unb

-H SS I Verantwortlich für ten redaki. Teil: l. D. Dr. Joh. K r a me r, I Samstaa 6- Dezember |

fir. 2Ö1» | für die Anzeigen: I. Parzelier, Fulda. - Rotal.onsteuck. j V.

^^S^sen-Weimar sicht nicht vereinzelt da. Auch 'M v r e u ß i ch- G r o ß st a a t werden Versuche gemacht, froh der Schlüsse ter Nationalversammlung die ku- chen- unb religionsfeinbliche Tendenzen durchzuietzen. Auf die radikale Trennung von Staat und Kirche, auf dir volle Befeittgung d« Kirche aus der «chule »nd auf die Verdrängung des Religionsunterrichtes wird ganz allarmein hingearbeitet. r .

Nicht allein von eifrigen Privatleuten, fantern von einffußreichen Korporationen, von benherrfcherwen Parteien" unb unter b« amisichen Gnabenfonne. R.chr | bezeichnend ht dieser Hinsicht ist die Agttation fur dte Einheitsschule", die sich rücksichtslos hfaweff- setzt über bte Verfaffungsbestimmungen, die bas Seldst- brstimmungsrecht b« christlichen Eltern "°dren sollten. Wril wir des lieben Friedens halber zugestanten ha­ben, daß di- Simultanschule au die erste Stelle, gesetzt werde, will man die christlichen Eltern »hinten herum zwingen, auf di- Konfessionsschule zu verzichten Und wenn in dem Kompromiß dasgeordnete Schulwes«! als Grenzstrich gegenüber unbrauchbaren Zwergschulen vorgesehen ist, so will m<m dieseOrdnung so schars auslegen, daß siir Sonderschulen überhaupt kein Raum mehr bleibt, wenn sie nicht an Klaffen- zahl sofort das allerhöchste Maximum «reichen.

8 Wenn dte tendenziöse Auslegung des Kompromis­ses so weiter geht, so wird das Recht von Weimar in einschrekendes Unrecht ander Minder- beit verkehrt und aus dem Friedenskompromiß ein Kricgsmittel für den Schulkampf gemacht.

Zu der parteiischen Auslegung kommt nun noch das ungleiche Tempo in der Ausführung der Maß- regeln. Was den Radikalen paßt, wird f-hr schnell ins Werk gesetzt. Ab« wenn die Katholiken etwas wollen, so gibt es erst lange Erwägungen unb Rückfragm,^ so bah bie Sache auf bte lange Bank gerat. DieRück­sichtnahme" wirb fürgeboten" «klärt, wenn ww sie Üben sollen. Aber wenn wir die entsprechende Rück- stckit fordern, »o zuckt man die kalt? Achsel und gcht zur