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Kuldaer Leitung

**- Drnck der Fuldaer McHrxbrMdetti le Feld»

(vin c:-en artiger Kultusminister,

, >idcsversammlung hat der Redner des Zenti-

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ruben, ahnten sie in ihrer haßvollen Derblen-

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hl verwundet. Der Askari war so schwer er nack binzugetretener Dlutoergistung

schade! nur dem Staate. Das hat der famose Äultus- minii. er Adolf Hoffmann erfahren müssen, und mich Herr' Harnisch wird es noch erfahren, was ine Berkün- dnnx so merkwürdiger Moraldegriffe von höchster Stelle aus für Folgen nach sich ziehen muß.

geführ 20 Minuten abwechselnd durch Felder und Dusch zu gehen, bis wir an den Ort des Ereignisses kamen. Wir sahen die frischen LöwenfShrten und eine zer­wühlte Stelle dicht bei einer Eingeborenenhütte. Der Löwe hatte hinter einem Busch, wenige Schritte von der festoerschloffenen Hütte, gelegen und gelauert. Der Eingeborene war in der Morgenfrühe noch bei völliger Dunkelheit aus der Hütte herausgekommen. Der Löwe hatte ihn wahrscheinlich mit einem Schlage seiner Pranken sofort getötet und dann den Leichnam fort­geschleppt. Die offenbar von einem starken Löwen her­rührenden Fährten waren in dem feuchten Boden deut­lich zu sehen. Bon dem Getöteten wurde nur ein Stück eines Armknochens gefunden. Eine Menge mit Speeren bewaffneter Eingeborenen war erschienen, ein Teil von ihnen hatte die Fährt« bis zum Busch ver­folgt. Wir folgten nun unter Führung von Einge­borenen den Fährten, die ab und zu im hohen Grase verschwanden, dann aber doch auf freien Stellen wie­der sichtbar wurden. Alle buschigen Stellen wurden durchgetrieben, aber nichts ließ sich sehen. Die Aus- Aussagen der Eingeborenen, welche den Löwen gesehen haben wollten, verflüchtigten sich beim näheren Aus­forschen zu Phantasiegebilden. Nachdem wir stunden­lang die ganze Umgebung abgesucksi und dabei oft die Fährte des Löwen ,aber nie ihn selbst gefunden hatten, wurde das Gras und das Gestrüpp schließlich so dicht, daß man nichts weiter sehen konnte. Wir

I gaben daher die Jagd auf.

ter Beratung des Kultusetats in der Preußi-

Löwen ges deres Mal hellen Ta paar auf S Löwe ar'" und Schiel entkam, oti verletzt, da starb.

für Nordfrankreich

r» 2Li.

Samstag, 6. Dezember 1919.

Märkte.

--- Fulda, 6. Dez. Ter beuli-re @d)to einem ar ft war mit 160 Ferkeln und 57 Läufern beschick,, ^ur Ferkel tou-bcn 100, 140 und 180 Mark, für Lauser 250, 300 und 350 Mark gezahlt. Es blieb em klei­ner Uebersiand.

Löwenabenteuer kamen auch sonst im portugiesi­schen Gebiete wiederholt vor. Während mir noch auf dem Marsche waren vor der Regenzeit, entstand eines Abends großer Lärm in den Lagern in unserer Nähe. Allenthalben schrieen die Eingeborenen und schlugen mit Stöcken auseinander. Auch flammten überall die Laoerfeuer stärker empor. Es kam dann die Nachri^' daß soeben ein Askariweib von, einem agen und weggeschleppt war. Ein an« ang ein Löwe nachmittags um 5 Uhr am in ein kleines Lager ein, in dem sich ein trouille befindliche Askari befanden. Der einen Askari, ließ aber auf das Geschrei i der anderen wieder von ihm ab und

das ähnlich wie die betreffende Stelle in der Musik der Wolfsschlucht imFreischütz" klingt. Mir wurde wie- d»rhvlt aus der kleinen, als Küche dienenden Hütte Fleisch gestohlen und von dem enorm starken Gebiß der Bestien selbst ein starker Aluminiumtopf durchgebissen. Auch in die offenen Hütten meiner Farbigen drangen sie wiederholt ein, wurden aber immer noch rechtzeitig verscheucht, ehe sie Unheil angerichtet hätten. Dagegen war es eines Nachts zwei Hyänen geglückt, in eine Hütte von nahe wohnenden Eingeborenen einzudringen und dort zwei Kinder sehr schwer zu verletzen. Em aus dem breiten Weg bei unserem Lager gehender kleiner Askariboy wurde eines Abends, als_ eben die Dunkel­heit angebrochen war, von einer Hyäne attackiert, ent­kam aber gerade noch laut schreiend. Erst mit Hilft ausgestellter Fallen mit Selbstschüssen gelang es, einigt der Bestien zu tötyi, was die übrigen etwa» zurück­haltender machte.

Arbeit mit Musik. In vielen Fabriken, beson­ders solchen, die junge Mädchen mit Hand- und Näh­arbeiten beschäftigen, ist es eine wohlgeduldete Sitte, daß diese, so ost sie Lust haben, dem Gesänge hul- diaen, und es hört sich auch gar nicht übel an, wem, all- in einem Arbeitsfaal befindlichen Mädchen ge- meiniame Lieder singen. Es schließt sich selten eine ans. Beim Sinnen wird der Geist fest aus die Ar­beit gerichtet und demzufolge mehr fertiggestellt als bet lockerem Plaudern. Diese Erfahrung hat man sich in Chicago zunutze gemacht, indem man in den Fleisch- fabriten auf mechanischen Klavieren Musik machen läßt, und zwar Musik, die rechttaktvoll" ist, Marsche und Tänze Die Arbeiter und Arbeiterinnen werden Plaudern gestört, andererseits aber Takt der Musik arbeiten, sodaß .vc.edjnungen in den Musikstunden j, als in jenen Stnuden, in denen

. P-ofessor Dr. Lausch : r, in seiner äußerst be- werten Rede auch die Frage der Tren- ;ä von Kirche und Staat behandelt und ':rtidrt, daß er eine solche Trennung für unnaiür- widersinnig und undurchführbar halte.. Würde sie w1if!iu)(>if, dann werde der Staat selbst den größ- v jjavcu leiden, denn er ist an der Aufrechterhaltung Hiälen Geistes im Volke am meisten interessiert. E xiänner der Revolution erwiesen darum sich selbst rS. "ter neuen deutschen Republik einen schlechten al- sie Männer wie Adolf Hoffmann die .p'cl der einzelstaatlichen Kultusministerien besteigen ;,er die feine andere Aufgabe zu kennen schienen, ? aii! allen Mitteln den Kampf gegen die Religion M:rn Daß sie habet selbst die Stützen des Staa-

weit mehr fertig : rb, als in jenen Stnuden, tn denen der Ansporn durch t te Musik fehlt. Es ist jetzt üblich, Jofar beim Verladen von Frachtgütern auf Eisen­bahnen und Schissen ein mechanisches Orchester auf­marschieren ?u ltck'eu. Dadurch werden die Arbeiter und Arbeiterin.'"' . die sehr gern zuhören, zugleich mu­sikalisch. lernen > -veerie von Kompositionen kennen und gewinne'.-. Freude an der Musik, die sie dann viel­mals auch zu Hause pflegen und dadurch wieder ihr

in der Erstattung der Zuschußgelder keine Verzögerung eintreten zu lasten, hat der Minister für Dolkswohlsahrt jetzt die Regierungsprasi- denten ermächtigt, über Anträge auf Darlehn und end­gültige Zahlungen der Baukostenzuschüsse, die durch Deihilfsbescheide zugesagt find, selb- ständig zu entscheiden und die Betrage unmittelbar anzuweisen. Damit ist eine we­sentliche Beschleunigung des Verfahrens gewährlchtet und He Lage der Gemeinden in dankenswert« Weise erleichtert.

Aus Geisa und Umgebung.

[] Wiesenfeld (b. Geisa). Im Gei aer Amt wird gegenwärtig eine straffere Zenirurnsorgani- f ati on durch Gründung von Ortsverbänden «c. durchgeführt. Auch in Wiesenfeld haben sich alle Zentrumswähler und -Wäh!«innen zu einem Orts- ver dand der Zentrumspartei zusammenae- schlosten. In der 1. Generalversammlung am Sonn­tag, den 30. November, wurde Herr Lehrer Meyer als Vorsitzender, Herr Schreineimeister Ferdinand W i n a e n i e l d als stellvertretender Vorsitzender und Herr Landwirt Aloysius Laiba ch al8 Schriftföhr« und Kassier r gewählt haben. Dte drei genannten Herren wurden zugleich als delegierte für die Be­zirksversammlung Geiia bestimmt.

Dermbach. Für die hiesige Brotversorgung mußten 60 Zentner Mehl in Vacha in Anspruch genommen werden. Ter Transport dieses Mehles auf der Bahn erforderte von Vacha bis Dermbach (26 km. Entfernung) 4 Tage. Durch diese, an das Mittelalter erinnernde Beförderung, konnten die Bäckereien die Versorgungsberechligten nur sehr mäßig mit Brot versorgen.

Aus Oberhessen unv ven Hess. Aemieru.

!! Fritzlar. Schnell bei der Hand ist man in Berlin, uns einen Reichstagskmididat demokratischer Färbung aufzuhalsen. Wie dasBerl. Tageöl." be­richtet, soll von der Demokratischen Partei des alten Reichstagswahlkreises Fritzlar-Homberg- Zie­genhain der Direktor des Berliner Wohnungsamtes, Dr. «aparte, als Kandidat für die Reichstagswahl für Hessen-Nassau ausgestellt werden. Laporte hat be­reits 1912 In dem genannten Kreise für die Fortschritt­liche Volkspartei kandidiert. Kandidieren kann er immerhin . Fragt sich nur, ob er gewählt wird. Was ein Mann vom Berliner Wohnungsamt für besondere Eignungen als Vertreter eines rein ländlichen Wahlbe­zirks mitbringt, wisten wohl die Götter.

Mmbucq. Das Schwui aericht beschäftigte sich beute zunächst mit ein« Anklage gegen den in Amöneburg wohnenden Arbeiter Wilhelm Rabeneck, der beschuldigt wurde, in drei Fällen in der Kirch­hainer Gegend Frauen in unsittlicher Absicht über­fallen und bet einer sich auch einen Geldbetrag an» g-eignet zu haben. Die Verhandlung endete mit der Verurteilung deS Angeklagten zu 21/« Jahren Zucht­haus. Wegen Urkundenfälschung und Betrugs wurde der schon vielfach vorbestrafte Kellner Wilh. Steinrrück aus Duisburg zu l1/« Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann kam im Juni nach Kirchhain und verkaufte dort dem Kommunalverband und dem Kaufmann Nau mehrere Waggons Lebensmittel, die bald eintreffen würden. Einige Tage später legte er fünf Frachtbriefduplikate vor, die ihm der Absender der Lebensmittel, ein gewisser Meier in Benrath, ge­sandt hätte. Die Sache erschien verdächtig und Nach­fragen ergaben, daß der Meier gar nicht ejiitieite. Ein Schriftensachverständiger stellte heute trotz des Leugnens deS Angeklagten fest, daß dieser die Fracht­briefe gefälscht hatte, nm daS Geld erheben zu können.

Deutscher Reich.

* Zentrum und Archlleklenschaft. In den Kreisen der Architektenschast herrscht Berstimmung darüber, daß Vertreter der Prioatarchitekten der Wiederauf»

Löwenjagd in Portugiefisch-Ostafrika.

Von Gouverneur Dr. H. Schnee.*)

Für Fleisch wurde durch Jagdkommandos von As­kari (bie Askari bildeten den Hauptbestandteil der deutschen Wehrmacht in Deutschostafrika während des Weltkrieges) gesorgt. In der wildreichen Umgebung konnten Elenantilopen, Gnus, Wasserböcke und verschie­dene sonstige Antilopenarten erlegt werden. Für Euro­päer war fast stets genügend Fleisch vorhanden, auch wr die Askari und Boys, im günstigsten Falle reichte es noch für die Träger. Mit der fortschreitenden Regen­zeit wurde die Jagd allerdings immer schwieriger, da

Öc-In. DDn T"g zu Tag höher wachsenden Gras, das schließlich in vielen Gegenden über Manneshöhe und selbst doppelte Manneshöhe erreichte, das Wild immer Weniger sichtbar und die Bewegungen des Jägers in stärkerem Maße behindert und für das Wild leichter be­merkbar wurden. Außerdem zerstreute sich in der Re- AMst, -n bet sich allerorten Wasserlachen befanden, y05 W'ld im Lande, da es nicht mehr auf die Wasser» tiellen der Trockenzeit angewiesen war. Es war auf» Wßig, wie die Jagd immer mehr den Charakter c^inerFleischoersorgung angenommen hatte, deckst solche Europäer, die im Frieden paffonierte- aei gewesen waren, gingen im allgemeinen nicht mehr e' die Jagd. Dabei spielte allerdings wohl die Scho- ll:: igsbebürftigfett nach den ungeheuren Strapazen eine 8rc/> Rolle, um so mehr, als kaum einer von uns

schon schwere Tropenkrankheiten durchgmacht holle und auch im portugiesischen Gebiet befonbers der Regenzeit Malariaanfälle keine Seltenheit bildeten.

, - ls wir daun aber eines Morgens durch furcht- LöwenpebrLll geweckt wurden und dazu erfuhren, 8a.t, jn der Nähe ein Eingeborener von einem Löwen Sjviagcn fei, fanden sich die am Orte befindlichen ^uisttzxn zur Löwenjagd zusammen. Wir hatten un-

' Aus dem soeben erschienenen hoch bedeutsamen T.* des letzten Gouverneurs von Deulsch-Ostafrika: ->'0-'4-Ostafnka im Weltkriege. Wie wir lebten und ^p-.tn." (447 Seiten mit 79 Abbildungen aus 6 farbi- L's.und 48 schwarzen Tafeln, sowie 5 Karten. Geh. 15

2n gediegenem Einband nach künstlerischem Ent- yl'r? lleo. 20 Mk. Verlag von Quelle und Meyer in Leip Irt* *to3 deutscher Kulturarbeit ein bleibendes Denkmo

ftr deutscher Kleinbürger ist, und befj er das seinem ganzen Entwicklungsgang nach natürlich auch gar nicht tin kann. Er ist ein echter Sohn Rußlands, Les europäischen 3cnbe8, der auch seelisch unbe- anenAte Möglichkeiten, und in feinen Adem, mischt sich .Zweifellos in sehr merkwürdiger Weise jüdscheS, ruf. fiscbes und tatarisches Blut. Ein solcher Mann hat das nach den Gesetzen seines eigenen Wesens und Werdrns beurteilt zu werden. Man kann und darf niwr mit der Elle der uns in Deutschland in Fleisch

Blut übergegangenen alltäglichen Begriffe messen. 'Lauen wir dock in den Grenzen des gesellschaftlichen WM'chen 13:1b sozial Erträglichen jeder starken Persönlichkeit das Recht auf eigenen freien WuchsI"

Wirklich, ein etwas eigenartiger Kultusminister, von bem man für die Stärkung und Festigung des rellglö- kn Geistes im Volke nicht allzu viel erwarten darf. Wenn solche Ansichten von der höchsten Stelle aus ver- kündet werden, dann darf man sich nicht wundern, wenn do- Echo, das aus dem Volke zurücktönt, einen etwas uwwgenehmen Klang hat. Dann dürfen die Herren von der Mehrheitssozialdemokratie sich auch nicht wun- »t" wenn die Umstürzler von links auch für sich das Recht auf eigenen freien Wuchs beanspruchen, und sich einen schönen Tages mit Revolver und Hand» grancten daran machen, die Herren mit dem vollen Der- stäudnis für die explosive Betätigung einer ei­nt enteren Kraft von ihren Ministersesseln zu vertreiben. Solchen Ansichten eines Kultusministers gegenüber ist es doppelt nötig, immer wieder darauf hmzuweisen, daß die Pflege religiösen und wahrhaft sttllichen Geistes ein dringendes Erfordernis zum Wohle des Staates ist.

Rur im Christentum liegen die sittllchen Kräfte, dtren der Staat nicht entraten kann, wenn er auf festen Fundamenten ruhen will. Diese christlichen Kräfte muß man sreimachen, damit die Wirkungen ihres Segens tborall hindringen können. Der Staat ist auf die Kirche angewiesen, und wer der Kirche zu schaden versucht.

Die Lehrttngsfrage im Handwerk ist gegenwärtig eine der wichtigsten Angelegenheiten, die sur die Gesundung des Standes in Betracht kommen. Aus dem Nachwuchs beruht seine ganze Hoffnung. Die Berufsorganisationen lasten keinen Zweifel darüber auf­kommen, daß sie durchweg die Bedeutung der Lehr- lingsfrage erkannt haben und bemüht sind, sie trotz der schwierigen Zeitverhältniffe befriedigend zu lösen. Das zeigt u. a. der Jahresbericht des Gelsenkirchener In- nungscmsschuffes.

Die Einführung des Achtstundentages und der durchgehenden Arbeitszeit läßt sich in ihren Wirkungen auf die Lehrlingsbildung und Erziehung noch nicht übersehen. Sicher ist, daß sich aus der vie­len freien Zeit des Lehrlings, wie der Bericht sagt, eure erhöhteDerantwortung für den Meister er­gibt, der ja im Sinne der Reichsgewerbeordnung nicht nur Lehrherr fein, sondern auch Vaterstelle ver­treten soll. Betont wird, daß der Meister immer mehr dazu übergehen muß, den Lehrling bei sich in der Familie aufzunehmen; nur dann ist der erziehliche Ein­fluß möglich, der gewährleistet, daß der Lehrling nicht nur in fachlicher Tüchtigkeit, sondern auch als sittliche Persönlichkeit ein tüchtiger Handwerker wird.

Schwierig war es im Kriege, für genügenden Nach­wuchs zu sorgen; denn einerseits stand die Hälfte der Meister Im Felde, andererseits ließen sich die in Frage kommenden Eltern durch die hohen Löhne leider zu seht verleiten, ihre Söhne der Fabrik zuzusühren. Trotzdem hat die Zahl der Lehrlinge Im Berichtsjahr (1918) ge­genüber dem Jahre 1915 um 8 v. H. zugenommen.

Bemerkenswert ist der Versuch des Innungsaus- fchuffes, die Lehrstellenvermittlung, die durch die Einrichtung der Nachweisstellen vielfach einen zentralistischen Zug bekommen hat, wieder mehr zu dezentralisieren. Er hat mit Öen Vertretern der Schule eine Abmachung getroffen, wonach die einen Lehrling suchenden Meister sich zunächst an di« Rekto­ren der Schulen ihres Bezirks wenden und mit deren Hilfe sich einen paffenden Jungen auswählen sollten. Leider ist diese zeitgemäße Bestrebung durch die Re­volution etwas in den Hintergrund gedrängt worden, doch soll sie im kommenden Geschäftsjahr erneut aufge» | griffen werden. Es bleibt zu wünschen, daß auch andere Innungsausschüffe und ähnliche Körperschaften den gleichen Versuch machen. Dieser Weg wäre vielleicht geeignet, die Schule mit dem praktischen Leben tn eine bessere Verbindung zu bringen.

Eine andere Neuerung in der Lehrsingserziehung ist die vom Gelsenkirchener Jnnungsausschuß dnge- siihrte Zwischenprüfung, die am Schluß eines jeden Lehrjahres vorgenommen wird. Der Bericht er­wähnt die ausgezeichneten Erfolg« dieser Neuerung für den Nachwuchs wie für den Lehrmeister. Er empfiehlt unbedingt allen Innungen, diesem Beispiel zu folgen, I da nur so es den Innungen möglich sei, sich ein klares I Bild über das Lehrlingswesen zu verschaffen und Ihren I Aufgaben den Lehrlingen gegenüber gerecht zu werden.

zum Ankauf von Lebensmitteln für die republikanischen Truppen aus; einen ähnlichen .Ausweis", der jede Beschlagnahme der getauften Waren verbot, besaß der Zwanzigjährige auch von Noske. Durch den früheren Theaterdirektor kamen die Herren Pop und Mittler zu dem Pferdefleisch-Koniervensabrikanten Dreyer in ElmShorn. Der erste Abschluß lautete auf 20000 To,engarantiert reiner Rindsgulaich"; dieses Gulasch ging" nach Betltn an dieRepubli­kanische Schutztruppe" ab. Die Truppe verweigerte die Annahme, da sie nicht- bestellt hatte. Da nahm sich Sklarz de«RindSgulalch' an und schenkte tl der Truppe, angeblich alSLiebe-gaben". Von nun an ging das ganze von Dreyer hergestellteGulasch anPop; man bandelte nun auchRoßUberwurst. Vom 18, März an .oll täglich ein Wagen mit Roßfleischwaren au- Elmshorn abgegangen fein. Für die Pfunddose Roß- wutst wurden im Kleinhandelnur" 8 'Mark verlangt. Pop will an den Do en nur 90 Psg. v^ient, Minier für seineBeraterdienste" nur 15 000 Mk. erhalten haben Der Herr Theaterdirektor Hanno VmuR vom 18. März bis zum 6. Mai, al 0 tnJectj Wochen, mindestens 170000 Mark verdient haben. Hanno will nichts besitzen und ist ,um Offen- barungseid geladen worden. Pop, der Zwanzig­jährige, ist Inhaber der Domino-Bar in Berlin. Auch" soll er ein Vermög n von 250 000 Mk. besitzen. Dreyer wußte nicht, daß f ine Waren unter fall eget Bezeichnung in die Wei' re nnbt wurden.

__ Ter Wert der PelzgegrnstSnde ist unaufhörlich gestiegen. Eine im Frieden gekaufte gute, Pel«arnr. tur von Muffe und Kragen, die damals vielleicht 150 Mark kostete, kann man heute auf 1200 Mark beroer. ten. Jn Pelzwaren ist auch wohl die allergeringste Aussicht auf billigere Preise. Die Afrikaner haben ganz offen erklärt, aus Dem P-lzhandel Gold schlagen zu wollen. Und es wird doch schon alle- zu Pelzwcrk verarbeitet, was Haar« hat. ...

Eine Gesellschaft häßlicher Frauen. Amerika ist bekannt'ich das Land der unbegrenzten Möglichkeit«! und 0 kann es nicht weiter befremden, daß sich W Chikago jüngst eine Liga gebildet hat, in tue nur häß­liche Frauen ausgenommen werden. Zu verwundern ist dabei nur, daß es Frauen in Chikago gibt, welche zugeben, häßlich zu sein. Der Zweck der Liga ist. dagegen Front zu mochen, daß die unterschieölichen Stellungen in koufmännischen und industriellen Be­trieben angeblich immer nur .denschonen Mit- chwestern vorbehalten werden! Das ist natürlich un- aqbar bitter. Man verlangt, ganz Die m Deutschland, freie Bahn für die Tüchtigen", ohne Ansehen der Aeußerlichkeit. Vorläufig werden die neue Liga und die ihr angehören, mit Spott überfchüttet, fo daß schon etliche ihrer Mitolreder wieder ausgetreten sind. n»

... Ein Herz, das jetzt 3177 Jahre alt Ist, hat man vor einigen Jahren in einer prächtigen blauemaU« Herten Vase bei den Ausgrabungen in Theben gefun­den. Es ist das Herz des Königs Ramses II., von den alten Griechen Sesostris genannt, der 1258 vor ehr. starb. Die Mumie des Königs wurde schon 1881 entdeckt, sie befindet sich im Museum zu Kairo. Die Vase und das Herz wanderten jedoch in das Louvre- Aiuftum in Paris. Das Herz erwies sich bei genauer Untersuchung als äußerst harte, hornartige Maffe von eirunder Form und etwa 8 Zentimeter Lange bei 4 Zentimeter Breite. Unter dem Mikroskop waren die sich kreuzenden Muskelsaserbündel des Herzsleisches now deutlich erkennbar. Soda und buftenbe Harze vermochten trotz der Jahrtausende also nichts an dem anatomischen Gesüge zu ändern. M

Kuszug aus dem Standesamts-Register

des Standesamtes Fulda.

Sterbefälle in der Zeit vom 28. Nov. bis 4. Dez. 191% 27 Nov. Frieda Scheer, 1 I. 3 M. 5 T. 28. Maria Ortmann aus Dammersbach, 3 I. 5 M. 8 T. 28. August Müller, 2 M. 6 T. 28. Johann Josef Deutsch, ßoto- motivführer a. D., 65 I. 10 M. 5 T. 30. Friedrich Wilhelm Adalbert Rübsam, Rentner, 51 I. 10 M. 17 L. 1 Dez Anna Sunt unde Werner, 76 I. 9 M. 21 T. 2. Ida Elisabeth Dern, 3 T. 4. Rudolf Siemens. Rentner, Witwer, 73 I. 7 M. 1 T.

nicht zugezogen sind. Diese Zurücksetzung Ist zu oerut- teilen, besonders in einer Zeit, in der die Lage der Pri­oatarchitekten eine so ungünstige geworden ist. Der Abg. Dr. Reineke hat daher mit Unterstützung der Zentrumsfraktion folgenden Antrag eingebracht: Die Landesversammlung wolle beschließen, bei der Reichs- regiening dahin zu wirken, daß zu der Wiederoufbau- kommission, welche für die Wiederherstellungsarbeiten in Nordfrankreich eingesetzt ist, schleunigst Vertreter der Prioatarchitektenschast zugezogen werden.

(0) Beschleunigte Zahlung der vaukostenzufchüffe. An der Aufbringung der Baukostmüberteuerungszu- schüffe sind bekanntlich Reich, Staat und Gemeinde be­teiligt. Auf die staatlicherseits z uleistenden Beihilfen werden von den Gemeinden Vorschüsse geleistet, für die in einzelnen Fällen bereits beträchtliche Mittel aufge- wendet werden mußten. Um nun in dieser Hinsicht für die Gemeinden eine Erleichterung zu schassen, unb

j- Unermeßlich ist der Schaden, den in Preu- . Jn iiie, Gott sei Dank, nur kurze Ministerschast des ^^Y-Eebote-Hoffmann angerichtet hat. An ihren Spjgen kranken wir noch heute. Aber es wäre verfehlt, ^-uoehmen, daß mit dem Kultusministerium iiaen'sch ein anderer Geist in das Kultusministerium einqe-ogen wäre. In den Zielen unterscheiden sich Hoff­mann und Hämisch durchaus nicht, sondern einzig und J|C!n jn dem Tempo, daß der Kultusminister keiner christlichen Kirche angchört, ist Anlaß «nug, auf der Hut zu sein. Diese Wachsamkeit muß gher zum schärfsten Mißtrauen werden, wenn der Mann, der doch als Kultusminister in erster Linie b> rufen war, Sitte und Wohlanständigkeit zu sördrrn, sich nicht schmt, in einer Tageszeitung die aller- bedenklichsten Ansichten zu äußern. So hat sich Herr haenisch in einem Interview über den in letzter Zeit lehr häufig genannten Parvus und seine etwas ei» «mrtige Lebensführung dahin geäußert:

,3hm, ich glaube wohl, daß ParvuS als Ehrenmit- gTi«i) eines evangelischen Jungfrauenvereins nicht grade stilvoll wirken würde. Er ist «ine ungemein starke zkatiir und nach all den Jahrzehnten ÖeS elenden zlüchtfingSdaseinr betätigt sich btefe elementare Kraft auf allen Gebieten, auch auf denen der Tafel- und ziebeSfreuden, vielleicht hier und da etwas gar zu explosiv. Aber wenn ich auch .Kultusminister bin. fb habe ich darum noch lange nicht die Verpflichtung^ auch ein Moralminister zu fein. Ein Konsistorialrat würde vielleicht an dieser ober fenet Einzelheit der BarvuSschen Lebensführung Anstoß nehmen. Aber bin ich ein Konsistorialrat? Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein. Ich tue es nicht."

Und weiter sagte er:

Vergeffen Tie bitte nicht, daß Parvus kein korvek-

Vermljchter.

** Eine umfangreiche Schiebergeschichte. Dem Staatsanwalt in Hamburg ging eine Anzeige gegen den früheren Theaterdirektor Heinz Marra Hanno- Hannoschek zu, und die Hamburger Polizei hat nun eine umfangreiche Schiebergeschichte mitgaran­

tiert reinem Rindsgulasch" ermittelt. Hanno lernte durch Zufall einen 20jährigen A. Pop, einen Neffen desberühmten" Herrn Sklarz kennen; der junge Mensch war mit einem Kaufmann Miuler aus Beilin getommen, um Schieberwaren einzukaufen.Das Geld ftammie von seinem Onkel Sklarz, der tun auch mit Noske, Scheidemann und dem Reichsprä­sidenten Ebert bekannt machte. Im Januar iteUten ihm die Herren Eberl u. Sebeidemann einen Ausweis

Wahrend der Regenzeit wurde einmal eine kleine deutsche Abteilung unter Leutnant d. R. W 0 lfrarn, welche sich zwischen Ranmno und der Küste im Lager befand, eines Nachts von Löwen förmlich belagert. In der vorhergehenden Nacht war ein Askari, der Posten stand, von einem Löwen geschlagen und gesreffen wor­den. In der in Frage stehenden Nacht drang ein Löwe in das Lager ein und packte einen Askari, der eben im Begriffe war, in sein kleines Zelt hineinzukriechen. Auf das Geschrei des Berichten und der herumbefind­lichen Schwarzen zog sich der Löwe zurück. Leutnant Wolfram näherte sich in Begleitung eines deutschen Unteroffiziers. Während er sich mit seiner kleinen La­terne über den Verletzten beugte, schrie plötzlich der hinter ihm stehende deutsche Unteroffizier furchtbar auf. Ein Löw« hatte ihn von hinten gepackt. Auch diesmal ließ der Löw« auf das Geschrei und den Lärm der vielen Schwarzen sein Opfer wieder fahren. Doch entstand nun eine allgemeine Unruhe und wiederkehren­des Geschrei. Bald hier, bald dort sollte nach Angaben der Eingeborenen ein Löwe in das Lager einzudringen versuchen. Die Askari bildeten eine Kette und zogen mit Feuerbränden im Lager auf und ab. Weitere Angriffe der Löwen, von denen nach den am anderen Morgen gefundenen Fährten drei dagewesen sein muß­ten, erfolgten nicht. Die beiden von Löwen Verletzten wurden nach Namnno ins Lazarett gebracht. Der Askari stcrb an den Verletzungen. Der deutsche Un­teroffizier wurde wieder hergestellt, behielt aber breite Narben von diesem Abenteuer zurück.

Kurze Zeit nach dem oben erwähnten Vorfall mit dem Löwen war nachts in dem Lager des Tierfelder- schen Hospitals großer Lärm. Einige Schüffe ertönten; ein sofort hinübergesandter Boy brachte die Nachricht, ein Löwe sei eingebrochen, aber durch Schüsse ver­scheucht. Dabei sei ein Träger verletzt worden. Wie wir am anderen Tage hörten, war tatsächlich nur eine Hyäne, wie solche häufig umherschnupperten, in das Lager eingedrungen. Ein Askari hatte im Dunkeln das Tier für einen Löwen angesehen und geschaffen; dabei war unglücklicherweise ein in der Richtung besind- fiefjer Träger so schwer verletzt worden, daß er trotz der sofortigen ärztlichen Bemühungen starb. Hyä­nen machten sich auch sonst sehr unliebsam bemerkbar. In meinem eigenen Laaer streiften eine Zeitlang fast allnächtlich solche herum und begannen schon in der "kbenddämmeruna ganz in der Nähe mit ihrem u-i-u-i,