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Deutsche Spar^rÖmienünleijieW

M ungünstigsten ^all in 20 Jahren verdoppeltes Kapital!

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An der praktischen Lage der Dinge wird, wie an amtlichen Stellen mitgeteilt wird, durch die Kriegser­klärung die Letten nichts geändert,.da einmal niemarch zum Kriegfü^en da ist und andererseits auch schon Waffenstillstandsverhandlungen eingeleitet wor­den find. Besondere Gründe für den plötzlichen Um­bruch der Beziehungen durch die Letten gibt es nicht. 2>h: Letten hatten eine Reihe von Forderungen gestellt,

so verlangten sie Garantien für die geordnete Zukück- siihnmg der ehemaligen deutschen Truppen durch Ge­neral v. Eberhardt und unbeschädigte Auslieferung des Heeresgcrätes. Die Erfüllung dieser Forderungen ist durch General von Eberhardt erst vor drei Tagen den Letten ausdrücklich zugesagt worden. Um so uner­warteter kommt die Nachricht von dieser Kriegserklä­rung. Vielleicht ist ihr wahrer Grund, daß das Ka­binett Meyrowitz-Ulmanis durch eine solche Heldentat seine erschütterte Lage zu befestigen sucht. Die deutsche Regierung wird den lettischen Vertretern d,e Passe nur unter der Bedingung zustellen, daß unsere noch in Mitau und Libau befindlichen Beamten ungehindert abreisen können. _____

Preußische Landesversaurmlung.

Em Freitag wurden die noch ausstehenden Ab­stimmungen über den Etat deS Staatsmrnisteri» umB borgenommen und dieser Etat im ganzen 6Cne$fe8?rntrage Adolf Hoffmann, den 9. November zum gesetzlichen Feiertag zu erklären und den Bußtag als gesetzlichen Feiertag aufzuheben, wurden gegen Sozialdemokraten und Unabhängige abgelehnt.

Sodann wurde die Besprechung über das Fried- mannsche Tuberkuloseh eilmittel zu Ende ge- führt. Neue Gesichtspunkte wurden nicht borgebracht. Man war stch einig darüber, daß die Erprobung des Mi tels in einer Lungenheilstätte notwendig sei. Kul- tuSminister Harnisch versicherte, daß et sich _ um die Schaffung eines solchen Instituts lebhaft bemüht habe. Schon in einem Kriegsjahre habe er, Harnisch, den ihm von seiner Redaktionstätigkeit an derGlocke" her be­freundeten und als begütert bekannten Dr. Helpfand (ParvuS) auf die Möglichkeit hin gewiesen, durch Errich­tung eines solchen Instituts der Menschheit einen Dienst zu leisten. Heber die weiteren Verhandlungen zwisch« ParvuS und Friedmann sei er nicht unterrichtet. Nach­richt von einem Verkauf des Friedmannschen Mittels an ParvuS und Sklarz stellt Dr. Friedmann in einem Schreiben dahin richtig, daß Sklarz 700 000 Mark zur Errichtung eines Instituts zur Verfügung gestellt habe, in dem Patienten kostenlos behandelt werden sollten.

Montag Frage der Kommunalisierung der Char­lottenburger Wasserwerke.

*)7C I Verantwortlich für den redaktionellen Test: Karl Schütte, i CnmSfatt 29« NSvLINÜLk 1919. I

fit. 2<X I für die Anzeigen: L Parzeller, Fulda. - Rotationsdruck. I .. 1

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ollenthalden betrieben wurde. Als Be spiel vchur^e ermähnt, daß der Abg. Metzer gestern m der Tagung des Hansabundcs behauptete, das Gesetz mache oen » sr ff s

tn ü n g s r e di t im Produktionsprozeß

und soll dazu dienen, den wirtschastlichcst Ausgleich zwischen Arbeitern und Unternehmertum undsomit den sozialen Frieden herbeisührm. Ueber die erechng g dieses Grundgedankens des Gesetzes Ut alle Welt e S- Einzelne Bestimmungen der Regierungsvorlage konn­ten jedoch lebhaste Bedenken Hervorrufen. Au^g°bm, bte 'den Dertmungskvrpern eines Bj«**

-Meiges hätten zugewiesen werden sollen, wurden m d?n einzelnen Betrieb verlegt und wirken dort pro- buetionshemmend statt produktionsfordernd, -Lie ~.et- befserunssverfuche d-s Ausfchufies haben dazu beiM- toagcn, die drohenden liebet zu mildern. Sie haben auch dem Zentrum die Zustimmung dadurch erleichtert, dan eine ganze Reihe von DestiMMchngen, Vie es al Lmch'S» beleiUgt w-ide- sind. D-d-n kann man aber immer noch habm. Wie man sie m dellen auch werten möge, eine Ausemandersallen der Reaierunasmchrheit wegen dieses Gesetzes mußte von recht -betrüblichen Folgen fern. Sowohl dm vvrifuh. runa unserer Wirtschaft, wie die politische BeruhiMng in diesem kritischen Winter verlangt ihr Fortbestehen. Damit ist nicht gesagt, daß das^Zentrum und die De­mokraten widerspruchslos dem D^tat der Soz aldemo

worden, ein Fall, für den d-esiValdeumkra-pste Presse die größten Folgen" angekundigt hatte. Wir glan. den indessen, daß auch dre Sozialdemokraten nicht ge- sonnen sind, cs zum äußersten kommen zu lassen. W^nn chon der Weg des Kompromisses beschritten werden muß, denn es ist selbstverständlich, daß nicht nur von einer Seite Konzessionen gemacht werden, sondern daß bei beiden Parteien Nachgiebigkeit gezeM wird^ Der angenommene Bermütlungsontrag sollte e.ne brauchbare Gnmdlage sein. Auch wer gegen d.ese Re­gelung noch Einwendungen hat, muß doch zugeoen, daß damit ein wesentlicher Fortschritt gegenüber der Re- aköSn9eÄ^it. «. -MM-»-- zu erwarten. Wir haben zu unseren Vertretern m der Nationalversammlung das Bertrmren, daß sie m dieser schwieriaen Lago unter Würdigung der gesamten poli- sischen Lage einerseits und der großen Tragweite ves Gesetzes für das ganze Wirtschafsleben anderersel.» eine Entscheidung treffen, die den Interessen der NetÄiI und des Volkes gerecht wird.

Kriegszustand mit Lettland.

Wie bekannt, ist die deutsche Gesandtschaft tn Mi- tm mit Rücksicht aus die milstärischen und politischen Vorgänge zurückgezogen worden. Die lettische Regie­rung hat nunmehr ihre Berliner Vertretung gleichfalls virückberufen und betrachtet sich unter Hinweis aus sie Angriffe der ehemals reichsdeutfchen Truppen enter Bermondt-Awaloff als mit Deutschland im Kriegszustand befindlich. Die noch in Riga nnd Libau befindlichen deutschen Vertreter werden dar- - "vishin gleichfalls zurückberufen werden.

Heimbernfen.

Di- deutsche zur Arbeitskonferenz in Washington entsandte Delegation ist jetzt heimgekehrt. Sie war bekanntlich just in d e m Augenblicke heimbe- mfen worden, als sie sich cmschickte, von einem skandi­navischen Hafen aus die sieb erfahrt nach Amerika an- zuireten. Inzwischen waren nämlich bet der deutschen Regierung Nachrichten eingrlaufen, daß die Konferenz in Washington ihre Arbeiten bereits soweit gefordert habe, daß mit einem baldigen Schluß der Konferenz zu rechnen fei. Jnfolgbessen hätte cs sich ereignen kön­nen, daß unsere Delegierten vor bereits geschlossene Türen in Washington gekommen waren. Emer sol­chen unwürdigen Situation könnte die deutsche Regie­rung ihre Abgesandten nicht aussetzen.

Ein förmliches Narrenspiel ist in dieser Angelegenheit mit Deutschland und den Deutschen ge- i trieben worden. Erst erklärte man. daß die Deutschen warten müßten, bis die Vertreter der Ententemächte ihre Zulassung für gut fänden. Dann erklärte man: der Abreise stände nichts im Wege. Als mm aber die Fahrt angetreten werden sollte, wurden Schwierig­keiten über Schwierigkeiten gemacht und.man hielt die Deutschen solange hin, bis es gar keinen Zweck mehr hat, daß sie sich überhaupt noch weiter bemühen. Was nun in Abwesenheit der Deutschen, der Derireter des- enigen Landes, das die höchstentwickelte sozialpolilische I Gesetzgebung der Welt besitzt, in Washingtonbe­schlossen" worden ist, kann nie und nimmer Anspruch aufinternationale" Achttmg erheben. Es handelt sich I um nichts anderes als um eine Ententeveranstaltung, ' batenBeschlüsse" für uns keinerlei Bindun­

veutsches Reich.

cs D°S Zentrum für eine PrästdentsHaftskandl. datur deS feit fieren Kronprinzen Rnpvr-cht? Dst Brr. ItnerPost" (Nr. 588) erfährt, daß m weiten 3*t-- trmuSkreisen tie Wsickit besteht, eine Kronprinzen Rupprecht von Bayern zur ReuL-prast dentsLaft ernsthaft in Erwägung M ziehen und gs- gebenenfalls zu befürworten. Von Par terpmi tucker Seite wird uns dazu niitgeteist: ,Uns. die wir ge- wissermaßm doch auch imt "werten Zentrumskreisen Fühlw.g haben, ist von dieser, ..Absuyt ter mmfi" undBefürwortung" nicht? bekannt. Di« Notiz ist überhaupt mit so bielat jede Behauptung am- hebenden Wschwächumgen versehen, daß nichts Tat­sächliches übrig bleibt vielmehr die ganze Nachricht sich als Erfindung kennzeichnet. Sollte sie ein Sir» suckisballon fein? Das Zentrum hat keine Ursache, m tiefem Fall eine Landung herbeizufuhren. ViellLickt liegt eine Verwechslung vor mit einem Kaindidaturver. such bei früheren Wahlen, einem Versuch, der weder von der Bayerischen Dolkspartei. noch vom Zentrum al,S(5 Reine weitere Tariferhöhung an der Eisenbahn. Seit eintoer Zeit verdichten sich die Gerüchte, daß eine neuerliche Tariferhöhung bis zu 50 Proz. nicht nur für Güter., sondern auch für Personenbeförderung aut ter Eisenbahn für die nächste Zeit bevor,teht. Von

zuständiger Seite wird hierzu imtgetetlt daß darüber stattgefundene Beratungen kerne Grundlage für Me Befürchtung einer neuen Tariferhöhung ergeben har- ten Es kann mit Sicherheit bezerchnet werden, daß eine weitere Erhöhung her Eisenbahntarrfe. dre dre wirtschaftliche Belastung bis zur Unerträglichkeit ster. gern müßte, keinesfalls mehr beab,rchtrgt wird. Die Einnahmen der Eisenbahnverwaltung stehen allrrdintzs mit den Ausgaben., di^ unter dem besonderen Trnck dser umgitzrstrgen toirtichaftlichem Verhältnisse und des Zustandes des Eisenbahnparks ganz ungewöhn­lich hoch sind, in feinem Verhältnis. .

Der deutsche Landwirtschaftsrat trat am Freitag irt Berlin zusammen. Der Vorsitzende Geh Raj Mehm^' wieS in seiner Ansprache auf die in fünf smeg?iab reu geleistete Arbeit hin, für welche das deutsche Volk Dank schulde. Für die Regierung sprach Reichsmmyrer Dr Koch die Leistungen der heutigen Landwirtschaft in den KviagSjahren anertennent. -Für dre Zwangs, wirtschaft zu spät, für die trete Wirtschaft noch zu früh," kennzeichnete er dre gegentoathge Lage. Dr. b Schlorkernvr, zum Vorsitzenden gewählt, hrelt eine Programmrede, in welcher er bie Aufgaben ,6er Landwirtschaft zur Rettung des Vaterlandes darlegte.

c Cisenbohnbeamte und Tarifvertrag. Erne Word, nitmt des deutschen Eisenbahnerverbandes und der Ge. werkschaft deutscher Eisenbahner uberrerchten im preu­ßischen Eisenbahnministerium und im R-ncksnno-nz, ! Ministerium eine Denkschrift, in der bis zur Durchfüh- runa der kommenden Besoldungsreform eine Erhöh­ung der laufenden Teuerungszulagen pefor. tert wird. Die laufenden Teuerungszulagen sollen bei jeder Tarifer.neuirut.'.g zwischen Eisenbahnverwal­tung und Eisenbahnarbeitern ebenfalls neu, festgesetzt werden, um so das Beamten- und Arbeiiereinkommen innerhalb der Eisenbahn nnd 28aif erbau bertoaftung_rre einen organischen Zusammenhang Zu bringen, ^ie Denkschrift enthält ein umfangreiches statistisches ..ma­terial über dar schwunghafte Emvorschnellen der Wa­renpreise in den letzten vier Monaien. Tie Vertreter der Ministerien sagten weitere Verbarrtlungen zu.

beit anzubieten, ist borläufig an dem Widerstand der Reichsrogiertmg gescheitert), die dadurch ettne-eerm trächrigung ihrer eigenen Anleiheplän« befiwchie-.

Kameruner ans spanischem Boden. Mit dem IPostdampfer aus der spanischen Insel Fernando Poo im Guineabusen traf in Cadiz der König CRcsen«) Atangana vom großen Kamerimer Iamcke-Stamme ein, begleitet von feinem 18jährigen Sohne und kce - nem Gesolge. um als treuer Begleiter der gleichfalls auf Fernando Poo internierten Kamerun-Dcutichcn nunmehr in einer Audienz beim König Also ns die Genehmigung zu erbitten, weiter auf Fernando Poo zu verbleiben. Der schwarze treudeutsche Macht­haber hat in Cadiz eine vorzügliche Aufnahme seitens der Bevölkerung gefunden. Von Madrid aus w.rd sich Atangana nach Berlin begeben, um dort feine 19- jahrige Tochter abzuholen. Die Zurückbeförderung dcr Kamemn-Schwarzen, welche in treuer Anhänglichkeit an die Deutschen diesen in die Internierung auf Fer­nando Poo gefolgt waren (Taufende von Schwarzen mußten beim Übertritt aus Kamenm in das an­grenzende spanische Campo-Muni-Terrsiorüim man­gels Unterkunft zurückgewiesen werden), geschah b-s Mitte Oktober durch spanische Dampfer nach Duais (Kamerun). Von den auf Fernando Poo internierten Weißen wollen viele dort bleiben und sich besonders der Kakaokullur widmen, da von den 220000 Hek­taren anbaufähigen Bodens der Insel bisher nur 12 000 Hektar produzieren. '

In d»r Gefangenschaft verrückt gkwardrnl Cm Transport irrsinniger Zivrlgefangener passierte Nürn­berg. ES handelt sich um Oesterreicher, die fünf von den Engländern in Kanada intermert waren. In einem D-ZugSwagen saßen zirka 40 Oester- reicher, bon denen 29 während ihrer Gefangenscya,t geisteskrank geworden sinh. In der Vorkriegszeit wo- ren die Unglücklichen aus Oesterreich auSgewandert, um in Amerika ihr Eck zu suchen. Da kam 1914 der Krieg und fit 'alS> Mg-hörige eines nut England krieg­führenden Staates hmrien in ff«r neuen Heimat Kanada interniert. Neber fünf Jahre saßen nc m Internierungslager, abgeschnllteki von der a.ten imd neuen Heimat. Bon seelischen und körperlichen Qua­len gepeinigt, verfiel langsam einer nach dem anderem lern Wahnsinn. So ivaren unter den Unglücklichen Vater und Sohn. Der Vater ist blind geworden nnd muß von seinem hochgradig schwrndiuchstgen Sohn ce- uhrt werden. Acht von den ans Kanada abgeicgobe- nen gibilintemieiten wissen nicht mehr, tote sie Er­sten Tie Unglücklichem stehen fast durchweg im besten MmineSMer, zwischen 30 und 45 Jahren. Nnn sind ez letzende Rinnen. Kommen in die alte Hermat zu­rück, tro sie niemanden kennen, krank am ßetb und« Seele.

Generalstreik in Bitterfeld.

In der Arbeiterversammlung sämtlicher Betrübe de? Bitterfelder RevterS wurde mit 6000 gegen 4000 Stimmen der Generalstreik beschlossen. Alle militärischen Sicherheitsmaßnahmen sind getroffen. Das Werk in Golpa, von dem Berlin mit Strom versorgt wird, »st militärisch besetzt. Die Technische Nothilfe erklärt, daß der verhängnisvolle Streikbe- schlutz nut dadurch eine Mehrheit sand, daß eine kleine Viinderheit durch ärgsten Terror die Arbeiter beeinflußte.

* AnleihePlLne brr Stadt Essen. Der Plan bet Stadt Essem, in Amerika eine Anleibe von 20 Millw- nem Mark zum Ankauf von Lebensmitetln anfzunetz. men und dafür die Privatgruben der Stadt als Sicher-

Das Betriebsrätegesetz.

Annahme der Sompromitzanlräge, aber noch keine Einigung. _

Im BetriebSräte-AuSschuß haben sich gestern Zen- trum und Demokraten unter Anpassung cm die sozial, demokratischen Forderungen mit den beiden sozialisti­schen Gruppen auf einen Kgrn p r omißa n tr a g geeinigt, ter die Entsendung bon einem oder zwei Ver­tretern des Betriebsrates in de»i Aufsichtsrat für Uvterpehmungen borfteüÄ in denen ein Aufsichtsrat besaht. Ein deutschnationaler Abgeordneter erklärte sich dafür den Betriebsräten noch weitergehende Be. fugnisse einzuräumen. In der Frage, ob die Bilanzen den Betriebsräten bcngelegt werden müssen, ist es dags- gett nicht zu einer Einigung gekomman. Es wurde ein Antrag angenommen, der den Betriebsräten dieses Recht nidit allein gibt, sondern nur soweit es sich um "Unternehmungen handelt, die nnndestens 100 An. gestellte ober 500 Arbeiter beschäftigen. Der Antrag hxrr vom Zentrum und den Demokraten eingebrackt und wurde mit allen Stimmen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Unabhängig gen angenommen. Als einstimmige Ansicht des Aus­schusses wurde noch festgestellt, daß die Vorlegw'.g der Bilanz nicht den Zwang zur Vorlegung der Un­terlagen in sich schließe. Vorn Regierunosvertre- ter tottröc das ausdrücklich bestätigt.

Cs ist bemerkenswert, daß der erste Kompromiß- anttog über die Vertretung im Aufskchtsrat auch von den Unabhängigen angenommen wurde, und daß der Vertreter der Deutschnationalen Volkspartei sich dafür erklärte, den Betriebsräten noch weitergehende Befugnisse einzuräumen. Wem» sie, so sagte er, schon im Aufsichtsrat vertreten feien, so sollten sie mit den übri­gen Aufsichtsräten gleichberechtigt sein. Also die reinste Harmonie auf der ganzen Liniel Und das angesichts

Kine deutsche Denkschrift über Seapa-Flow. | | Ministerialdirektor v. Simson hat bei den Bc- I svrechungen im französiichen Ministerium des Aeuße- I «n u- a. auch den Standpunkt der deutschen Regie- I rung in der Scapa Flow-Frage bar gelegt. Dutasta und Berthelot, mit denen, er die Bespiech» I «ngett führte, haben damals gebeten, ihnen die juri- j «jsche Begründung dieses Standpunktes schriftlich ^lirzuteilen. Dies ist, nachdem inzwischen noch einige ' jCI der Besprechung neu aufgeworfene Fragen Har» ^stellt worden sind, nunmehr gelchehen. Freiherr v. LerSner hat dem Generalsekretär der Friedens- 'lönferenz am 27. November eine ausführliche Denk­schrift übergeben und deren Ausführungen mündlich erläutert. Der Inhalt der Denkschrift ist kurz zu- sammengefaßt folgender:

Zunächst wird nachgetoiesen, daß bte verichrevenen ßeftimmungen deS Waffen st illsi and svertrageS, ] inif bte sich die alliierten Regierungen zur Begründung H ihrer Forderungen beriefen, entweder den Fall über- !. Haupt nicht treffen ober doch nicht die Auslegung zu- lassen, die ihnen von der Gegenseite gegeben worden ift Dabei wird insbesondere hervorgehoben, daß mit per im Waffenstillstandsvertrag vereinbarten, Inter­nierung der deutschen Kriegsschiffe in keiner Weise über ; deren endgültiges Schicksal entschieden wurde und daß die Berpflchtung der deutschen Steuerung mit der frist- gemäßen Entsendung der Schiffe nach dem Firth of Forth erfüllt war. Als ausschlaggebend in der Beurteilung der ganzen Frage wird in der Denkschrift dann aber Die Tatsache hingestellt, daß d>e Versenkung der Schiffe nicht dem Verhalten der deutschen Regierung, son- ! dein dem Verhalten der alliierten Regierungen zur Last gelegt werden muß. Daß Admiral v. Reuter bei der Versenkung ohne Wissen und Willen der deut­schen Heimatbehörden gehandelt hat, die den geg­nerischen Regierungen sofort nach Bekanntwerden des Waffenstillstandsvertrages 'unb ohne Rücksicht auf die deutschen Proteste nicht in einem neutralen, son­dern in einem britischen Häfen interniert worden S!tb. Die ©e inet haben eine Internierung bei den in etracht kommenden Neutralen, namentlich also in nie­derländischen oder skandinavischen Häfen, überhaupt nicht versucht. Außerdem haben die Engländer die Internie­rung in Scapa Flow so gestaltet,daß die Besatzungen wie Kriegsgefangene behrmdelt worden sind, inr- ? besondere wurde ihr freier Verkehr nach der Heimat unterbunden. Wie die Denkschrift durch Klarlegung der

- Einzelheiten des Vorgang, nachweist, ist es lediglich auf cmveres um eine

diese Unterbindung deS Verkehr, guruckzufuhren, daß I . ffUfrbfüRe" für uns keinerlei BinülM-

Admiral v. Reuter in jenen Tagen zu der Annahme deren privaten ^Beschlüsse für uns temenet ^tnoun kommen mußte, der Waffenstillstand laufe am 21. Juni I gen besitzen, B

mittags ab und daß er daraufhin nach Seemannrbrauch I __ , _

die Versenkung der Schiffe veranlaßt hat. Hieraus er- I MavS StttttMNNst ttt Msskatt.

gibt sich,«nmal daß Admiral v. Reuter während des Machthaber der ntfsischm RSterepubsik scher-

U Damit entfällt von vornherein jede Haftung der Siege über Judenitsch, Koltschak urck Demkin sind deutschen Regierung für die Handlungen des Admirals, I Augenblickserfolge einer letzten Kraftcnslrengung ge« Denn für die Anordnungen ernjS trregSgefanrenen MM- I wesen, und der endgültige Niederbruch ist nicht auszu-

l - törbefthishaber, ist sein HeimvtSstaat nicht verantwort- I haften. Ihre verzweifelten Bemühungen, Derständi- lich. Außerdem kommt aber da» eigene Verschiul- I <mngsverhandlungen mit ihren inneren und äußeren

. den der G e 8 ner tjinjuberCT »ertragSwrdrigeSVor. @ anzubahnen, verraten die Angst vor der greif- gehen bte eigentliche Ursache der Versenkung geworden I . fintnftmnhp

fe.» ä'äs« Stznm. «XiQjÄÄrÄ fordern, der auf ein vertrag,widriges Verhak- wo noch Stege auf den ctonten der Roten Armem ten der Alliierten zurückzuführen ist und gerade errungen werden können, sondern gefahrücher beinahe infolge dieses vertragswidrigen Verhaltens von Deutsch- I non innen bedroht. Wahrscheinlich wankt ihr 5? oben land überhaupt nicht verhindert werden konnte. I nach zweijähriger gewaltsamerSozialisierung" bereits

Auf Grund dieser AuSftihtungen kommt die Denk- I fürchterlicher als die Grundlagm unseres Wirtschafts- fchrift zu dem Ergebnis, daß die deutsche Regierung I (e^n Herbst 1918 nach vierjährigem Zwangsbe- teile Verpflichtung zu Leistungen, bte von ihr au. An- I ... gmnn rrtßf sac. Qcnht leist »u Kreure trieae

Mit der Darlegung diese, RechtSstandpunkte» schließt I Sozialismus, die unserem Mchrheitssozialismus ent- die Denkschrift indes nicht. Die deutsche Regierung be. spricht, tn feine Regierung ausnehmen und sogar eme tont vielmehr zum Schluß, daß e, nicht ihren Absichten I Nationalversammlung wählen lassen wolle, dm Echrek- «ntfpreche, wenn durch eine derartige Streitfrage das I ten aller Schrecken fürklassenbewußte" Proletarier­auch deutscherseits als dringend gewünschte alsbaldige I gemüter. llnb baneben werde» Fühler nach allen Inkrafttreten de, Friedensvertraoe» verzögert werden I möqsichen anderen Seiten ausgestreckt: Nach dm würde Sie macht deshalb dm Vorschlag, die Angele 9>Qnbftoaten hinüber, nach bet Entente, bie solche Dinge a «tUnterbreiten^1 Ser iBoic vermutlich streng nüchtem geschäftlich an sich heran-

fchla/gebt im Einzelnen dahin, daß da, Schiedsgericht I "irb, uitb sogar gu DeniHn unb Kolt-

zunächst die Frage entscheiden soll, ob die deutsche Re» I fchak hin, den Parteigängern bet alten Drbnttng. Möo- gierung für die Versenkung der Schiffe verantwort- I sich, daß Senin gerade dadurch, daß er auf einmal zu lich ist. Wenn diege Frage bejaht werden sollte, würde I viel Eisen ins Feuer legt, aller West Mißtraum zu- da, Schiedsgericht die Frage zu entscherdm haben, w e l- I gleich auf sich herabbeschwört und darüber alle seine cher Schaden den alliierten Mächten durch die Ver- I Trümpfe umsonst verflicht. Auf der anderen Seite senkung erwachsen ist und wie dieser Schaden von Deuffch. ?ffnn man Q bcm Mann, der sich 2 Jahre hindurch Unb toteber gutzumachen sein wutue. I unter nicht eben giinftigen Verhältnissen in der Mach

' 1 1 w ---- I behauptet hat, ein positisches Befähigungszeugms nicht

Die Verzögerung deS Friedens. I absprechen.

Gegenüber den Pariser Beschwerden, daß Deutsch- I Katastrophale Niederlage der russischen Nordwestarmee, lanb das Inkrafttreten des Friedensvertrages ver- I Der Korrespondent desCvenSka Dagbladet" hat zögere, ist festzustellen, daß Herr v. LerSner bereits I ben Chef des csthnischen Generalstabes, Genera' feit bem 14. Oktober Vollmacht zur Unterzei I Sootz, interviewt, der ihm erklärte, daß bte ganze «ung hat, unb daß die Inkraftsetzung nur durch I russische Nordwestarm re sich in vollkommener die Nachforderungen der Entente verzögert worden ift. | Auflösung befinde. Sie sei von den Bolschewisten vollständig geschlagen worden tmb habe sich unter Zu­rücklassung von 10 000 Gefangenen auf esthrsisches Ge­biet geflüchtet, wo sie entwaffnet worden sei. Sie Truppen hätten unter der Kälte und dem Mangel an Lebens- und Arzneimitteln schrecklich gesitten.

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