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Der Schatten.

L Roman von Arthur SßinrfIer«$cnncrb?rg

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»Papa, Du bist furchtbar!"

UStur furchtlos wahr. Was wäre unsere Ehre rocrt, ['. Denn wir yicht bereit sein wollten, für *:e und ihre Erhaltung bas schwerste zu leiden?"

llttb dabei anderen das schwerste Unrecht zu tun" I ,2nae nennt cs nicht unrecht. Sie selbst jagt, es | fti recht so."

»Inge opferte sich, glaubt sich aus Liebe zu mir opfern 3 miiffen. Inge ist Partei ich sage es wieder und peiebcr.

K Der Vater fiel ein:

M »sind ich sage wieder und wieder: Zeige Dich als ®ann, als Eoens! Was willst Du tun? Willst Du vor

i 5hgc treten und chrcii großen, ihrer und Deiner würdt- Jtit Entschlich erschüttern, willst Du Dein HerzensMck auf, e®eu Selbstbetrug gründen? Und was soll ich bann tun,

Venn Du Dich so entscheidest?"

r »Ich betrüge mich nicht. Ich kenne kerne Flehen an Sf-ges Ehre. Ich führe nicht ihren unglücklichen Later, ^fsen Schuld in ihrem wirklichen Umfange nur Gott '»nm, ich führe nicht dielen ins Haue de: Emms, sondern

: ^tge, einen Menschen, so wahrhaft adlig und rein, daß "ech keine unserer Stammesmütter fie überstrahlt haben Kn«! Das, Papa, will ich, das gebieten mir Ehre und

*®i)'en, das werde ich der häniifchen Welt, den, Neide dar Mißgunst abtrotzen, so wahr ich ein Eoens bin. " Und Du? Du fragst, wie ich denke, daß Du zu solcher Handlungsweise Dich stellen sollst. Lieber, lieber Papa, hoffe aus tiefstem Herzen, Deine Liebt zu uns wird stark sein, daß Du unser Glück höher stellst, -'=

i denken."

E Der Kammerherr nahm Inges Bries, den Konrad im Lause des Gesprächs auf den Tisch gelegt hatte. Jetzt Ks er halblaut die Schlußworte:

KEs muß jein. Persuche nicht. Unabänderliches zu v 'übern."

| Äonrad lauschte gespannt auf jedes Wort, dann sagt» er:

t »Unabänderlich ist nut der Tod'."

/ Der Kammerherr seufzte.

iUnd in diesem Zwiespalt-'Zischen uns sollen wir vor ®arna treten! Auch sic nist' o Fürchteriicke erfahren, ^uch sie hat ein Wort der'' .scheidung."

EJa. Die arme Mama! 0, wie arm und bcdauerns- '"'t sind wir alle!"

Die Elterrrveiräle der Schulen.

Bon Abg. Kley ^Neuwied).

s Es war ein durchaus richtiger Gedanke, im beir.ru !Wkratifchen Staate eine Institution zu schaffen, durch U die Schule und Lchrerschaft in enge Wrchselbcziehun- iE gen zum Elternhaus tritt. Aus diesem Grunde be- M vntragte die preußische Zentrumsfraktion bei Gelegen- MhÄ der Beratung des Gesetzentwurfs über die Stri= j Kdnmg der Ortsschulaufsicht in Preußen überall S-Hul- sWheiräte einzusühren, bestehetch aus Vertretern aller am iMVchulwelen und der Jugenderziehung interessierten sMisaktoren, also der Elternschaft, der Lehrer, der Kirche, -W-er Geinemdcbchörden und des Staates. Es sollte H da der Grund gelegt werden zu vertrauensvoller Ge- ;| meinschcftsarbeit und zu gegenseitigem Derstehen unter e rnöglichstcr Vermeidung etwaiger die Lehrerarbeit er» Msthwerender Mißverständnisse. Schon damals bei den Wxlusschußverhandlungen in der Landesverfammlung er» MlSrtc die Regierung durch Ministerialdirektor Keust- Mner, daß sie den Gedanken auf dem Verordnungswege M^n Form der Elternbeiräle zu verwirklichen gedenke. MDie Regierung hat diese Form setzt endgültig gewählt. !W Per Erlaß ist dieser Tag« erschfenen.

! Wir bedauern, daß die Regierung die unbegrenzte | Form der Elternbeiräte gewählt hat. Die i Lehrerschaft kann nur milberaten, der Stimme zu- Vgezvoen werden, außerdembei Behandlung van Ein- kzelsällsn" andere Persönlichkeiten, deren Teilnahme tzSienücherscheint". Stimmrecht steht denselben aber grillst zu. Dadurch besteht wohl die Möglichkeit, in Mülst näher «mschricbenen Eimelsällen die Eltern- iciräle durch Hinzuziehung weiter interessierter der Iu- ' genderziehung kundiger Personen zu erweitern, doch kann, wie ausdrücklich bestimmt wird, der Elternbeirat Such ohne ihre Zuziehung tagen.

Wir weisen darauf hin, daß diese Regelung eben­so, wie sie nicht dem Willen de: Zentrumsfraktion entspricht, auch nicht NN Sinne der großen Lelirerver- bände geholten ist, die in ihren Vorschlägen sich alle mehr oder weniger auf den Standpunkt der Schul- heirate gestellt haben. Die Erfahr ist nicht von der Hond zu weisen, daß die Sozialdemokratie in den i Gemeinden, wo sie vorherrscht, versuchen wird, nach f dem Entwurf über die Bildung von Elternbeirätert zu »erfahren, den der Schul- und Erziehungsausschuß der söziüldemokratischen Gemeindevertretcr Groß-Berlins ^einstimmig angenommen hat.

I Tiefer fozialdnrwkratii'che Entwurf baut die Ellern« Bfeträie offeufichtlich aus zu einem Dtncht. und Kon- Ftattmirarttwr der Sozialdemokratie für die Sckulle ftir Unterricht und Erziehung durch Sie Lehrer. Sollen itefe (STternbeiräfe sich doch außer der Schulordnung auch twch mir Umerr ickcksmeihobe und ErKiehungstveife befassen, 'n geschlossener Sitzung verhandeln und eni, scheiden über Beschwerden gegen Lehrpersonen, Ber- iueisnna der Schüler von der Ansialk, Femteüung der Wüemtvte für das Avgcmgszeugnfis des Schülers, Mls sie feine günstige ist: sie haben die Wahl des MchMeiterS und überall das Bacherrechk. Sie pest.

toirten i>te VkUvflichrurtr» ter Lehrer zur sachlichen xLnSkmtfrSsrtcilun« an die Beiräte, da? Recht feiner

M'tglicdcr, federgeit! dem Unterrichte zuhörend beiiu, ßw'mcn, und fordern, daß kein Schulgesetz, keine Der- orknung, sogar keine Maßnahme oder Berfüguntz von allgemeinem Interesse für die Schule in Kraft freien fern, bevor die Cltenbeiräte gehört worden sind. 'Als s,,Notbef!immung" wird hinzuoefügt, daß, sollte ein lbiesbezüglicher, allen diesen Wünschet» Neckmung iro. üendor Mnifberialvelaß ausbleibvin, die so-stardemo- kratischen Gemeindeverordneten überall die Einsetzung fakultativer, Elternbeiräie für die Schule des OrteS, > deren TäiigkeitZbcretch allmählich vrattisch erweitert werden müßte, in den Genroindeparlcunenten veelanoen sollen.

b Dazu baßt, wenn man dann in der Schretzinger Rertunpi (lt. Allg. deutsch. Lrhrerzig., Nr. 46) die Auf. : sordernng der dortigen Unabhängigei! lieft:Alle die. t. fenigen Leute, deren Kinder betreffend Schulverhält- ! niste belastendes Material gegen einen oder den ande- «« Lehrer vorzubringen haben, werden gebeten, sich au: Miiiwoch oder Donnerstag jeweils nachmittags von 4 bis 8 Uhr im Lokal zur Wen Pfalz, Nebenzimmer, »t melden." Oder wenn der sozialistische Lebrer Ehri- --Wans ans Vegesack in einer Elternverfatnmlung in Bremen, (nach derselben Ztg.i über die ElteruLeiräte

- semgt hat: .Auf zwanzig Eltern ein Vertreter. Fe steur Vertreter, desto besser können sie kenrollieren."

| Auf Grund dieser Bestrebungen erscheint es sehr fraglich, ob das grundsätzlich vorn Minister gewählte «hstem der 6Itembeiräte statt der Schulbeiräte das

» Zweckmäßigste ist. Jedenfalls wird man auf Seiten ber Sozialdemokratie nicht ruhen, bis man die Ettern- beirätc, die man als erste Etappe grundsätzlich erreicht hat. im Sinne der oben airgeführten BerlinerNot- beftimmung" ausgebaut hat. _

Natürlrch haiteu sich die mirnsterielleu Satzungen für die Elternbeiräle von solchen Extremen notfj fern. Aus ihnen sei noch erwähnt:

Der Mernbetrat wird in «Heimer Versjälinis- Listentvahl auf zwei Jahre gciväkstt. Ein Berratsurit- glird scheidet aus, wenn sein Kind die Schule verläßt und wird dann durch den nächsten Kandidaten feiner Liste ersetzt. Der Schistiei Lr beruft 8 Tage nach er­folgter Wahl die @eitxu>£tert, die aus sich heraus den Borsitzemden und andere Eeschäftsführende bestimmen. Ter Vorsitzende beruft den Eliernbeirak nach Bedarf, mindestens aber einmal i.n Halbjahr. Außerordentliche Sitzungen müssen auf Änmrg der Leb re rlonfeteng oder eines Drittels der Beiraismstglicher ftattflndm.

Bon den Zuständigkeiten^ der Elternbeiräte ist gesagt: Die Tätigkeit des Elternbeirats ist Beraten# der Natur, St» erstreckt sich auf Wünsche unb An. regnngen des Elternkreiser, die sich auf du: Schulbe­trieb, die Scäulzucht und die körperliche, geistig- .und Oitrliche Ausbildung der Kinder beziehen, und die über den Einzelfall hinaus von allzemLiner Bedeutung sind. Soll bei fchwerwiegendeu Verfehlungen gegen einen Schüler s Schule rin) die Vorweisung von der Schule ausgesprochen oder ihm int Abgangszeugnis' eine t&. tennote gegeben, werden, die ihm das Fortkommen er­heblich erschweren oder ibn in beit Augen der Allge­meinheit herovsetzen ioürde. so ist mit Zustimmung der Eltern des Schülers der Elternbeirar vorher zu hören. Alle Beschlüsse des Glterirbeirals sind dem Lehrkörper der Schule miizuieilen. Der Elternbeirat beruft in Verbindlnig mit deut Lehrkörper Gefanrr-Elrerrwer- sammlungen ein, nur wichrrge graget: durch Vorträge Und Aussprache klarzustellen."

Aus dielen Zuständigkeiten des Elternbeirates er­gibt sich, wie wichtig cs ist, unsere christlichen Eltern über die Bedeutung der Eiternbeiräte uufzuklären, da- niit sie in den neuen Äertrettmgen den Einfluß er­werben, der ihnen als den Verteidigern des christlichen Erziehungsideals und der konfesiianellen Schule ge­bührt. Denn Fragen der Weltanschauung werden immer wieder die Beratungen der Elternbeiräle beein­flussen. Das sozialistische Erziehungsideal will, wie Adolf Hoffmann in der Reoolntionszett schrieb, frei non jeder Beeinflussung die Kindererzogen" wissen. Da­her Wynchens freie Schulgemeinde, die Schüierräte u. s. w.

Seien wir also wachscun, auf dem Platze vor der Wahl, in der Wahl zu den Eltcrnbeiräten! Wählen wir Persönlichkeiten in die Beiräte, die gewillt sind, das Bertrauensoerhältnts zwischen Schule, Elternhaus und Kirche enger zu knüpfen zu freudiger Gemein­schaftsarbeit zum Besten der Jugend, nicht aber Leut-, die aus dek EÜernbeiräten em politisches Machtinstru­ment zur Pflege einer Weltanschauung machen wollen, die sich zu unserer nach Bebels Ausspruch verhält »wie Feuer und Wasser". Sind alle christlichen Ettern auf dem Posten, dann können die Elternbeiräte Segen stiften, sonst aber schen wir ihrer Tätigkeit mit größ- tem Bedenken entgegen.

Schon wieder eine Wahl! wird es heißen. Wahk- müdigkeit aber darf uns nicht schwächen, dazu sind die Zeiten viel zu ernst.

Tr. Heim und d«rS Zentrum.

Wg. Dr. Heim, der bekannte bayerische Bauern- fiihrer, betreibt seit längerer Zeit schwere Anmifse gegen die Politik des Zenirurns und der bayerischen Bolkspartei. Dr. Heim ist ein Gegner der engen Zu­sammenarbeit der Gruppe der bayerischen Landespartei in der Nationalversammlung mit der Zentrumsfrakiion und hat kürzlich seinen Austritt erklärt. Di« ganze Richtung paßt ihm nicht, es geht nichts nach seinem Sinn, wie denn überhaupt die Politik eine Richtung genommen hat, die nicht nur Dr. .Heim wenig sym­pathisch ist. Aber Mitarbeiten muß man doch, mit der Opposition allein ist es nicht getan. Dr. Heim scheint sich aber mehr uni» mehr auf die Opposition einrichten zu wollen.^ In seinem Bayerischen Bauent- hlatt (Nr. 44) schlägt er 'scharfe Töne gegen das Zentruchr an, indem er zugleich di« bayerischen Bauern gegen das Zentrum mobil zu machen sucht. Die Mit­tel, mit denen er das versucht, sind nickt ganz ein­wandfrei und machen mehr einem Demagogen als einem erfahrenen Politiker Ehr«. Er stellt nämlich

einfach zusammen, wieviel eigentliche Daucrnabgeord- nete in der Nationalversammlung sitzen und wstviele boomt dem Zentrum angehören; diese Zahlen ver­gleicht er dann mit der zahlenmäßigen Stärke der land- wtrtsckaftlichen Bevölkerung Deutschlands bezw. ber Wählerschaft des Zentrums in Orten unter 2000 Ein- toohrtern. Daraus ergibt sich für ihn eine ungenügende Vertretung der Bauernschaft im Parlament.

Man muß sich wirklich wundeni über diese De- wrissührung. Denn bas Parlament ist doch vor allem eine politische Beriretung der Bevölkerung und die Auswahl der Vertreter erfolgt deshalb vor allem unter dem politischen Gesichtswinkel. Hätte Dr. Heim recht, bann wären gerade die hervorragendsten Politiker und Geistesmänner aus dem Parlament aus­geschattet, weil sich Wöhler für sie nirgends in isucher Masse fänden, daß sie ein Mandat erringen könnten; dann wären Nationaloerfammlung oder Reichstag le­diglich eine wirtschaftliche Interessenvertre­tung, was sie bekamülich nicht sein sollen. Damit wollen wir allerdions nicht sagen, daß die tatsächliche Zusammensetzung der parlamentarischen Vertretung in Berlin eine ideale fei vom politischen Standpunkt aus, und daß sie etwa nicht verbessert werden könnte. Wirklich ideal wird fie aber nie werden, und erst recht nicht, wenn die Ideen Dr. Herms durchgeführt würden. Um aber dem Mangel abzuhelfcn, den Dr. Heim beklagt, ist ja die Einrichtung eines Reichs- w i r t s ch a f t s rats geplant, der dann in der Tat das fein kann und fein soll, was Dr. Heim anschei- nend aus der politsschen Körperschast des Reichstags machen möchte. In den Reichswirtjchaftsrat werden Vertreter aller Stände, der Bauern, der Arbeiter, ber Industriellen, des Handels einziehen nach Maß­gabe der Bedeutung und Zahl ihrer wirlschafilichen Gruppen. Und daun wird nach dieser Seite ein Grund zu Klagen, rote sie Dr. Heim jetzt vorbringt, nicht mehr vorhanden sein.

Wir haben indes schon gesagt, daß Dr. Heim überhaupt die ganze neudeutsche Politik nicht mehr gefällt und wir hielten es deshalb nicht für ausge- schlosskn, daß sein jetziges Vorgehen Absichten ent- fp'inar. die er jetzt noch nickt in den Vordermund stellt. Vielleicht gibt da eine Versammlung Aufschluß, die jüngst in München stattsand. In dieser Versammlung referierten bie Wgg. Schirmer, Schwarzer und Landtagsabg. Funke. Abg. Schinner erklärte, Dr. Heim habe vor Jahren ausgesprochen, daß Bayern sich mit Deutsch-Oesterreich verbinden, und aus dem Deutschen Reich ausscheiden wolle. Heims durchaus ablchnende Haltung gegen die Ver­fassung beute weiter darauf hin, daß er feinen Ge­danken noch keineswegs ausgegeben habe, auch hetze er überall, wo er könne, unter seinen Bauern unter Mißbrauch feines großen Einflusses gegen jene Zen- tnimscbgccibneten, welche für die Verfassung gestimmt hätten.

Die Arünchener christliche Arbeiterschaft sprach sich in tircr Resolution gegen dieses Verholten Heims aus und forderte die Ewigkeit in der alle Stände umfassen­den Bayerischen Bolkspartei bezw. dem Zentrunt.

(Sine große wirtschaftliche Gefahr.

Wer die Augen im Wirtschaftsleben osfenhält, sieht eine große und in ihrem Ernste immer werter stei­gende Gefahr hercmwochsen. Es handelt sich um nichts geringere«, als daß unter der Wirkung und dem Druck des unerhörten Tiefstandes unserer Valuta das A u s- l a n d sich in den Besitz unserer besten i n d u st r i e l- len Unternehmungen zu setzen sucht.

Es ist in bet letzten Zeit wiederholt beobachtet worden, daß vom Auslände mehr und mehr Aktien deutscher industrieller Unternehmungen angekauft wer­den. Der niedrige Kursstand der deutschen Mark reizt das Ausland zu derartigen Ankäufen direkt an. Da­mit aber besteht die Gefahr, daß ausländische Kapi­talisten kraft ihres Aktienbesitzes' bie Herrschaft über deutsche Industriegesellfchasten und zwar ohne Wissen und hinter dem Rücken der bezüglichen Verwaltungen an sich reißen. Verschiedene induftrielle Unternehmun­gen, die unter derartigen, nicht ernst genug zu neh­menden Besorgiussen und Gefahren stehen, habe man versucht,^durch Ausgabe von Vorzugsaktien mit mehr­fachem Stimmrecht einer derartigen Verhöckerung des Aktierckesitzes an das Ausland entgegenzuwirken. Es v.'.-vm-SK -cncKinTOK»;!11 iiitiwi run in imiiiiw« in.n

M 269>

Samstag, SS. November 1919.

eitung

»

Stamm zu Mama."

auch dain di« Wahrheit geschrieben: Es muß sein. Ler­suche nicht. Unabänderliches zu ändern."

Bläh, mit Triimn in den Aug?n, ftß bie clte Dame do. Ser erste Sturm war überstanden. Zäv'lich hatte sie Konrad gestreichelt, imb dieser hatte die liebkafende Hand gefasst und an die Lippen gepreßt. Innig, lange.

Endlich sprach Hertha von Omens:

Mein hcrzlieber Junge, das tut weh. Es ist wohl der erste große Schmerz Seines Levens. Einer, den Du nie verwinden wirst."

Sie legte die Hand auf das braune, wellige Haar des Sohnes.

'Sott gebe Str Kraft, Du mußt es tragen."

Aber nicht kampflos," erwidert« er leise.

Nein, nicht kowpskos. Sa drinnen im Herzen wirst Sm noch manchen Kampf zu bestehen haben, dje Friede fein wird."

Ich meine, um mein Glück mitt Ich fämpeti, ich will Inge nicht kampflos aufgeben."

Inge!" Das klang so traurig, so trön-iwerschleiert.

Ja, Inge, Mama!"

Ne ist die Unglücklichste von uns allen. Die kenne ich bis in die letzte Falte ihres ehrlichen Herzens. Die wird nie wieder froh, nie wieder glücklich. Meine liebe, arme Inge ist verloren! Sie gehört zu den Blumen, die nur in reiner Höyenluft blühen. Im Gifthauch solcher Niedrig­keit welkt fie hin."

Mama!" Konrad schrie es entsetzt.

Tausche Dich nicht, mein lieber Junge, der Streich, der uns alle so schwer trifft, Inge traf er tätlich. Die Vergangenheit schaut fie an mit Schmach und Schande, die Eegemoart zerreißt ihr Her; und die Zukunft ist hoff­nungslos."

Umsomehr will ich zu ihr harten. Ich gebe sie nicht auf!"

Du sie? Nein. Das durftest Du nicht. Aebr sie hat Dick) cuigegebeiu"

Ich will fie an flehen, daß fie mich wieder aufnimmt! Ich kann nicht ohne sie leben!"

Und sie mchr mit Dir. Solange Ihr lebt, würde jenes Grauen zwi'chen Euch stehen. Inge tat, was fie tun mußte, Inge tat rechi, wie sie mit der Sicherhest ihres reimm Herzens wohl immer das Rechte getan hak, ohne erst danach zu juchen."

Auch Du sagst, ich soll sie aufgeben, Mama?"

Nein, dessen bedarf es nich: mehr. Du bist ausgegeben worden. Papa erzählte vorhin. Du habest ihm gejagt,

Es muß sein, habe auch ich gesagt", bemerkte jetzt der Kammecherr, der sich am Gespräch von Mutter und Sohn nicht beteiligt hatte.Inge erklärt es. Du sagst es ihm, ach ja, leider: Cs muß sein!"

Konrad wandte sich dem Vater zu. »

Wohl, wohl Ihr alle habt mir dasselbe gesagt. Aber was Mama sagte, trifft mich am meisten! Du, Papa, urteilst streng und korrekt im Namm der Ehre unseres Hauses und kommst zu dem Schluffe: Es muß sein. Inge meint, sie dürfe einen Makel, und sei er ganz unver'chnldet, nicht als Mitgift in eine ehrenreiche Fa­milie tragen an sich selbst denkt fie nicht und sagt: Cs muß sein. Aber Du, Marn«, sagst nicht nm: Cs muß sein, sondern: Es ist. Unabwendbar steht des Schicksals Erfüllung vor mir: Es ist! Alles ist verloren, Inges Leben vernichtet, mehre letzte Hossmrng ausgelöscht! Was sott ich tun?

Was wir ohnmächtigm Menschen tun müssen, wenn bas Schicksal stärker ist als wir: bemütig beugen."

Nein!"

Er stieß es hreaus wie eine trotzige Auflehnung gegen das Schicksal.

Solange ich lebe: nein!"

Lasse die Zeit lindern und mildern. Sie ist die ein­zige zuverlässige Trösterin im Menschenleid." Dabei sahen die feuchten, outen Mutteraugen selbst so ttostleer in die Welt.

bchch einer Weile sagte Hertha von Eoens:

Inge ist eine ganze Ruskin. Sie gleicht völlig dem, den fie für ihren Vater hielt. Welch ein kluger, starker und stcherer Mann war er. Er hat für Luge Ueberrnenfch- lichrs getan, indem er ihr alles verschwieg."

Das finbefl Du richtig, Hertha?" fragte ber Kammer- Herr erstaunt.

Ja. Er wußte, dass Inge unter dem Makel nicht leben, nicht glücklich werden tonnte, deshalb trug c dieses Leid für sie. Dshalb arbeitete er jahrzehntelang an des Geschehenen völliger Auslöschung. Und stand am Ziels. Sie hätte demnächst feinen Nanieu gesetzlich getragen, wäre unter dem Schutze dieses makellosen Namens los­gelöst gewesen von der Bergangenheit. Nichts fehlte, um das marterreiche Werk seines Lebens zu krönen, als jetzt ein kleiner Betrug uns gegenüber. Diesen Betrug ver­schmähte er!"

. h den grauenvollen Schatten »er Vergangenheit, iv iU ich unsere Schwelle sperren!" '

unabänderlich fei nur der Tod. Ja, Du hast recht. AberEr dachte mehr an sich als an Irtge," dieser Schatten ist für Inge der Tod. Deshalb hat sie j bitter ein.

warf Konrad

Druck der Fuldaer Acrieudvuckcrel tu Faldrr.

liegt in ber Natur der Sache, daß dis Besitzer von Stammaktien eine derartig« Maßnahme nicht immei gerade freundlich betrachten. Immerhin muß hier das Interesse ber Geiamthrit ausschlaggebend sein, uni dieses gebietet allerdings, bie Ergreifung aller Vor­sichtsmaßnahmen, die geeignet sind, der drohenden Gefahr, soroeit nur irgend möglich entgegenzuwirken.

Wenn heute ein ausländischer Kapitalist deutsche Aktien $um Markkurse erwirbt, zahlt er bei dem nied­rigen Dalutaskanbe nur ben fünften oder gar sechsten Teil des Wertes dieses Aktien. Werden aber Ver­handlungen über frembe Kapitalbeteiligung mit den zuständigen Organen der Gesellschaft geführt, dann ist ein wesentlich höherer, dem inneren Wert der Betei­ligung entsprechender Erlös zu erzielen.^ Außerdem können auch ausreichenbe Sicherheitett dafür gefchaffen werben, daß bie Geschicke der deutschen Gesellschaft nicht ausschließlich itach ausländischen Interessen gefeilt4 werden.

Wenn das nicht geschieht, dann besteht die Gefahr, daß ein« ausländische Gruppe deutsche Unternehmen erwirbt und-zwar weniger, um aus tötet Nentabtiität als vielmehr aus anderen Umstünden Nutzen zu ziehen. Wir hoben ja im amerikanischen Wirtsckaftslebe.l Bei­spiele genug, rote man das macht. Man sorgt dort dafür, daß bestimmte Unternehmen einfach nicht mehr roettbewerbsfählg find, so daß sie stillgelegt werden müssen und bte Konkurrenzunternehmen das ,feld allein behalten. So werden vor allem Erzeugnisse des zu bekämpfenden Betriebs billig aufgekanft und damit ber Betnebscrttag geschmälert und das Unternehmen um vroduktio gemacht. Diese Gefahren destehrn bei bet jetzigen Sage sehr ernstlich, namentlich in der Roh­stoffversorgung hat das Ausland eine scharfe wirtschaft­liche Waffe gegen uns. Man kann uns zwingen, diese Rohstssfe schr teuer einzukaufen, den Gewiim der deutschen Unternehmungen dadurch hexabzusetzen, wäh­rend die ausländischen Kapitals-Interessen an ben ent­sprechenden Gewinnen beteiligt wären. Aus alledem ergibt sich, daß die deutschen Aktienbesitzer um ihre Zinsen und ihr Kapital gebracht weiden können und gteichzelüg auch ein großer Teil ber deutschen Arbeiter brotlos gemacht wird. Es muß gesorgt werden, daß den Börserverkäufen deutschen Aktien ins Ausland Ein­halt geboten wird.

Wie» in höchster Not.

Obwohl Teutsck-Ostterreich einzig und allein durch ben Zwang cer Entente nicht 5um Deutschen Reich gehört, ist cs loch mehr denn je ein deutsches Land. Es ist schon deS öfteren darauf hingewiesen worden, daß die alte deutsche Stadt Wien, die jetzt mit ihren zwei Millionen Einwohnern nicht mehr das genllgent« Hinterland hat, vor einer Hungerkata- st r 0 p h e steht. Aus 2Sian geht nun der deutschen Presse ein NotschreiÄn alle deutschen StammeSbrü. der" zu, im dem es nach einer knappen Schilderung des herzzerreißenden Elends, bem«ber größte Teil der Wiener Bevölkerung durch ben Mangel an Nahrung, Heizung und Kraftquellen verfallt, heisst: Die ,-ivcir- gtßfjte und -bedeutendste Stadt der deutschen Station ringt um ihren nackten Bestand hn wahrsten Sinne dcö Wortes. Es tir bte Stunde gekommen, da es je­dem Deutschen auf diesem Erbenrunde bewußt fern müßte, daß Wien, int Begriffe ist, zu ©tumbe zu gehen- Der Noifchrei Wiens soll alle Deutschen daran etin. nern, baß es ein nationales SlettungStocrf zu er füttert gilt.

Ferner erläßt der Bürgermeister von JBtett eineu eindringlichen Hilferuf an alle deutschen Stammesbrü­der.Das Maß unseres Elendes," so schreibt er,ist noch nicht vollr-wir stehen vor nwh schummeren Heim­suchungen. Wir stehen vor der kaum abzuwendenden Tatsache, die Elektrizitätswerke der Stadt Wien still­legen zu müssen. Diese Kraftquelle der Stadt muß bie Gaswerke um Hilfe angckhen und ben gesamten Kohlenvortat dieser Werke für sich erbitten. Es ' ist ber letzte Weg au5 der Gefahr, aber ein Weg, der nur durch neue, unerträgliche EnEehrwngne führt. Denn zu der Lahmlegung der Gaswerke gesellt sich auch bie Lahmlegung der größten Brotfabrik Wiens. Wir kön­nen Lickst und Arbensstrom nur haben ittn tes Preis des Verzichtes auf unser tägliches 23rot! Ter tue Sri« den geübten Stadt ist nichts ersvart geblieben: sie Ver­zichter seit Sten toter, auf alles, waZ über die dürftigsie Existenz, hinaus reicht, fie darbt und friert nun auch, seitdem die kalte Jahreszeit erbarmungslos eingxzo. gen. Sie muß hilflos zufehen, wie bie Heranwachsende Jugend verkommt, wie Taufende Kinder sterben, wir Mütter hungern und ihre Säuglinge nicht stillen tixi. non, wie die Schwachen und Kleinen eines wärmenden

Er handelte nur als Mann von Ehre," sagte ber Vater.

Siitb," seufzte die Mutter,hätte er an sich gedacht, dann hätte et wohl weiter geschwiegen. Was er bisher trug, kann so schwer nicht fein, als was er jetzt trogen muß! Wer will in Menschenherzen schauen und alle ihre Rätsel lösen! Ich wollte nur sagen: Wie sehr gleichen sich diese beiben Menschen, Ruskin und Inge."

Ich will, ich muß zu ihr," sagte Konrad entschlossen. ^Aus ihrem eigenen Munde will ich das Unabänderitch« vernehmen, und auch bann werde ich es nicht glauben. Ich kann es nicht glauben!"

Weisst Du, ob sie jemanden und gar Dich! fetzt sehen darf? Wir fahren zusammen hin. Du und ich. Laß mich zuerst zu ihr. Ich will Dir sagen, ob Du es darfst "

Mit diesem Vorschläge waren alle curmerstauben und em« Stunde daraus saßen Muller und Sohn nebeltetnäiu- ber im Wagen.

Baume und Büsche flogen an ihnen vorüber, sie merk­ten es nicht. Versonnen und versunken saßen fie da, ver» wühtt in Ihr trostloses Herzeleid. Keines sprach, keines wollte höre«.

So verflossen drei Stunden. <

Und dann ratterten die Räder über bas städtische Pfla­ster. Ein Menschenstrom flutete um sie her. Aber ihre Serien blieben so einsam, wie sic draußen auf.ben stillen Mesen gewesen waren.

Cnblich hielt der Wagen vor 6cm groyn Handels- häufe. Konrad half ber Mutter heraus. Sie zitterte leicht, als er ihr den Arm bot, führend und stützend. Dem Kut­scher befahl er, vyrläufig zu warten.

Man hatte die xKommenden bewerft. Am Eingangs trat ihnen Ruskin entgegen imd gefettete sie in feiw Zimmer.

Sie kommen noch selbst, sagte er scheu und doch wie in einer stillen, leisen Hoffnung.

Dürfen wir darf wenigstens ich Ings noch einmal sehen, sprechen? Was macht sie, wie fragt fre es? jo regte Hertha vpn Eoens zurück.

,^3ch weiß nicht, ob sie stark genug ist. Sie ist still und gefaßt. Meine tapfere Ings! Ich will sie fragen."

Und damit ging er.

Nach einiger Zeit kam er zurück: stille, müde Augen ahen bie beiden an:

Inge bittet, Ihren, der Mutter, Segen behalten zu dürfen mb ben kleinen Smaragdring, ben Sie, Herr Baron, ihr schenkten. Sechen könne, wolle sie niemanden mehr." 1

itSortft&ui? folgt