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An der Bahrs GrSberS.
Wie beim Tods Mallinkrodts und Windthorsts geht eine Erschütterung der Gemüter durch die Millionen unserer Partei« und Glaubensgenossen, In d n brennenden Schmerz um den unersetzlichen Verlust mischt siü) das Gefühl der Eervunderung und Dankbarkeit für das Wese« und Wirken des Mannes, den unS der Himmel zuin Segen Don Kirche und Saterland geschenkt halte.-
Wir haben ungeheuer viel verlogen, aber wir hüben auch ungeheuer viel gehabt und genossen. In eine: Zeit, wo der Materialismus zu überwuchern droht, war uns durch mehr als ei» Menschenalter an hervorragender Stelle ein Manu beschert, der die reinste Verkörperung des. Idea lismus darstelite. Nicht bloß als Politiker, sondern auch als Privat- Wann l nicht bloß im öffentlichen Leben, sondern auch im fülle» Kämmerlein. Nichts Unedles war in der Mschuna, aus der diese herrliche Persönlichkeit gegossen war. Eine Stimme aus einem arideren Lager sogar hebt treffend hervor, gerade das Schöne und Erhebende in der Erscheinung Gräbers sei die vollkommene Harmonie getoesen zwischen seinen Handlungen und seinen Gesinnungen, zwischen seinem Dirken in der Welt und seinem innersten Wesen. ' Gröber war auch als Mensch beipuuderungs- Mvürdig. Man mochte sagen, eine Natur, die schon anr Allerheiligenfest gefeiert werden darf und nicht bis zum Allerseelentag zu warten braucht. Ein un- überirefflichrS Muster von Selbstlosigkeit undOpser- freudigkeit. Er ist uuvermählt geblieben, weil ihm fein drängendes Pflichtgefühl keine Zeit ließ, für sein eigenes Glück zu sorgen. Er kannte nur die Arbeit für das allgemeine Wohl. Seine Bedürfnislosigkeit war vollkommen nach jeder Richtung hin. Seine gante Lebensführung war so asketisch, als ob er die drei Ordensgelübde abgelegt hätte.
Der plötzliche Tod durch einen Schlaganfall vflegt in dem Christen die besorgte Frag« zu erwecken: War er vorbereitet auf die Sterbestunde? Am Falle Gröber gibt es keinen Zweifel. Er war stets vorbereitet imb wir wissen überdies, daß er noch am Morgen feine? Todestages an der Kam- munionbank gekniet hatte. Zweifellos ist diesem musterhaften Christen bei seinem Eintritt in das Jenseits das beseligende Wort zuteil geworden: „Ei, dir guter und getreuer Knecht!"
Ern großer Mann ist derjenige, der sich aufopferti für das, was er als recht und heilsam erkannt hat. Unserem verstorbenen Vorkämpfer gebührt der Opferruhm in vollstem Maße. Sein Eintritt in die parlamentarische Tätigkeit vor 82 Jahren brachte ihm bei den damaligen Verhältnissen in seinem schwäbischen Stammlande die Zurück etzung in seiner juristtschen Laufbahn ein. Sonst hätte er bei seiner Geistesschärfe und Arbeiisfreudigkeit es bis zum «bersten Range in der rrchterkichW Läüfbahn bringen müssen. So ist er nur LandeSgerichtsrat gebüeben nur dem entschuldigenden ■ Titel des Direktors. Tie Zurücksetzung in der Heimai hat ihn nicht abgehal-- ren, auch für Württemberg in den gesetzgebenden Körperschaften und Ausschüssen rastlos zu arbeiten wie kaum eilt anderer Vertreter.
er im Reichstag geleistet hat, ist ja all- Mmein bekannt geworden und hat den Gegenstand Ser. Bewunderung gebildet, auch sür die ehrlichen Zuschauer aus den anderen Lagern. Er gehörte picht^zu den glücklichen Naturen, die leicht und schnell den Honig aus jeder Blume saugen. Er hat sein Leben lang gearbeitet im Schweiße seines Angesicht, Mn wahres Muster von rastlo em Fleiß, von Pein- sicher Gewissenhaftigkeit in der Erledigung aller kletnen und großen Aufgaben.
Der starke Mann hat sich in der Tat aufgerieben w der unermüdlichen Tätigkeit für das Gemeinwohl Sonst halte er bei seiner gesunden Äoustiiuiion und der denkbar, solidesten Lebensführung ein höheres Alter, als seine 65 Jahre erreichen müssen.
Wer hat, dem wird gegeben: das gilt auch von der Arbeitslast für die braven Führer. Immer neue Aufgaben fielen dem bewährten Gröber zu. Er wurde bei den großen Fragen und in den schwierigen Lagen der Politik immer mehr als Wortführer der Zenirums- stakiion in den Vordergrund geschoben, und nach dem Ausscheiden von Herlling und Spahn siel ihm auch der Vorsitz der Fraktion zu, also die volle Last der Füh- Wma und der Verantwortlichkeit für die Zrntrums- polllik, und das gerade in dem kritischen Jahr unseres glarionalen Zusammenbruchs. Er nahm alles opfer- «illig auf seine Schultern, was ihm auferlegt wurde. Auch das zeitweilige Staatssekretariat in dem Mini- Perium des Prinzen Mah von Baden, obschon die Ex- iMeuz-Stellung für ihn nichts verlockendes, aber viel erschreckendes haben mußte. Diese Episode war auch rin Opfer. Er kehrte bald zurück in die richtige Wert- statt des Parlaments, und dort, wo er sich den größten Lohn verdiente, hat er euch den schönsten Abschluß seines irdischen Schaffens gefunden. Mitten in der Vorbereitung zu neuer Arbeit wurde er in einem schmerzlosen Tode heimberufen von dem Herrn des Weinbergs, der den getreuen Arbeiter zur ewigen Ruhe rief.
Jr nige Verehrung und dankbare Gebete wechen toir dem Vorausgegangenen. Aber vergessen wir 'ächt, feine Tugenden uns zrtm Muster zu nehnten. A» Opfcnoilligkeit für Wahrheit, Freiheit und Recht 'aussen wir allmmal nach unseren bescheidenen Kräften -m kleinen leisten, was der Verewigte im großen uns Mlchrt hat — durch seine beredten Worte und durch seine noch beredteren TatenJ
Änkrafttreten des Friedens am t. DezSr.?
Der Oberste Rat hat nach einer Meldung aus Pa- das Inkrafttreten des Vertrages von Verfailles für den 1. Dezember beschlossen, und zwar soll die Entschließung^ der Bereinigten Staaten übet die Ratifikation des Friedens nicht abgrwarlet werden.
E" . ' ........ . । —
(Damit ist nicht gesagt, daß der Friedenszustand auch wirklich am 1. Dezember eintritt. Die Entente hat schon soviel Termine nicht gehalten, daß es fast wundernehmen muhte, wenn diese Frist wirklich die letzte wäre, die das gemarterte deutsche Volk noch von dem Friedensznstande trennt.)
Schmähliche Behandlung der Kriegsgefangenen.
Bcru, 21. Rod. Der SttmxnM Hofstetter-Petr; Ikeille in einem Bortrag über eine Besicht: gMgsreis von 17 Berner Offizieren in l'mform ua<6 Leli Schlachtfeldern im Gebiet der Mnas mit Da» (llcfarr- genenlager von Marchsville hinterließ bei den Besuchern keinen günstigen. Eindruck. Di- deutschen Cefangenair kleben sehr über die schlechte B t, Handlung. Di« geringstz Verfthrmrg wird Lurch Kolbenschläge bestraft. Werden desertierende Äefmr- fcmgcne verfolgt, trifft sie die Kugel. Noch schlimmer ist rare £ape, wenn sie eingehoit werden können. Die schwarzen <$ef<aigei:entoötter rcacktieren sie mit Schlsi, gen und verkürzen ihtien das Esten. — Andere Lager machen einen besseren Eindruck.
Aus dem bcsetzterr «Äebiel.
Main». 20. Nov. Vergangene Nacht wurde von einem französischen Wachtposten in eine Gruppe Spaziergänger hineingeschoffen, ein Manu wurde gertötet. Nach französischer Darstellung sollen die Spaziergänger nach erfolgtem Anruf nicht sofort stehen geblieben sein
Saarbrücken, 20. Rod. Nr in einem hiesigen Kino die Buchhalterin Helene Kikburg während der Unterhaltung mit Freundinnen vergnügt lachte, zog ein in ihrer Nähe sitzender farbiger Franzose de» Revolver und brachte ihr einen Beckenschnß bei, an dem die Schwerverletzte feit mehreren Wochen im Krankenhaus darnicderliegt. Der Täter konnte später ermittelt werden, von einer Bestrafung kft jedoch bis^jeht nichts bekannt geworden.
Saarbrücken, 2t. Nov. Seit ettoa Jahresfrist mehren fich die Fälle, daß im Saargedtet junge Mädchen spurlos verschwinden. In den letzten Tagen sind ivicSerutn zwei derartige Fälle bekannt geworden. In dem ersteren handelt es sich um die 17jährige Tochter eines Bergmanns aus der Nähe dorr Neunkirchen, die sich nach ihrer Arbeitsstätte beaab, diese aber nicht erreichte. Der zweite Fall betrifft die 20jährige Tochter eines Bergmanns aus Dudweiler, dis als Verkäuferin in einem Saarbrücker Geschäft tätig war. Ste verließ abends ihre Geschäftsstelle und wird seitdem vermißt. Man hofft, durch die französische Behörde nähere Auskunft über den Verbleib der Mädchen zu erhalten.
Verschärfung des Kohlenelends.
Der Vertreter des Reichskohlenkommissars stellt die Gesamtlase unserer Kohienoersorgung, obwohl die Förderung in allen Revieren gleichmäßig gestiegen ist, als ö u ß e r st b e d e n k l i ch hin. Ganz schlimm sieht cs mit der Versorgung der Gaswerke. Am.Dienstag lraden wiederum 20 Gaswerke den Betrieb eiri- . stellen müssen. Aehnlich steht es nm die E l c k t r i z l» tätswerke. Nur jene, die unmittelbar auf der Braunkohle liegen,. !>aben eine bester« Lage. Die Versorgung mit Hausbrand ist geradezu jämmerlich. Durch die S t r e i k s sind uns bisher 6 TI il Hon en Tonnen verloren gegangen. 3n der Industrie können nur die allerwichtig ft en Betriebe mit Kohlen versorgt werden. Von 18000 Ziegeleien arbeiten nur noch 1200.
Der amerikanische Hergarbeiterstreik.
Der Bergarbeiterstreik ist keineswegs schon beeil» bet, wie e3 zuerst hieß. Aus allen Bezirken der Bergwerlsindustrie wird gemeldet, daß nur wenig Neigung vorhanden ist, die Arbeit wieder aufzu- nchmen, wenn die Konferenz in Washington das gewünschte Ergebnis nicht baben wird. Man befürchtet einen ernsten Kohlenmangel. Alle nicht notwendigen Industriebetriebe würben stillgclegt; infolgedessen herrscht große Arbeitslosigkeit.
Die netten Steuergesrye.
Das zur Vorlegung an die Nationalversammlung bestimmte Reichseinkommensteuergesetz bemißt die steuerfreie Grenze des Eiickommens auf taufend Mark. Der steuerfreie Einkommensteil erhöh! sich für die erste zur Haushaltung des Steuerpflichtigen zählende Person um 500 ,K, für jede weitere um 300 Ul. Ein Ehepaar mit sechs Kindern darf also 3300 M als steuerfreies Einkommen beziehen. Erst für das Einkommen, das höher ist als dieser sreigelasiene Teil beginnt die Berechnung der Steuer und zwar be-. trägt die Einkommensteuer für die nächsten angefangenen oder vollen tausend Mark des steuerpflichtigen Einkommens 10 Prozent, für die weiteren taufend Mark 11 Prozent ufw. bis 24 Prozent, für die alsdann folgenden angefangenen oder vollen 20Ö0 -K 25 Prozent ufw. bis 29 Prozent, für die nächsten angefangenen ober vollen 3000 Mark 30 Prozent ufw. bis 34 Prozent ufw. Der Höchstsatz betragt 60 Prozent. Zur Beurteilung der Höhe der Steuersätze ist zu berücksich. tigen, daß künftig nur noch das Reich Steuerempfänger ist. Zuschläge dazu dürfen von den Gemeinden nicht mehr erhoben werden.
In dem Kapital st euerertragsgesetz, das «n zweiter Stelle der Nationalversammlung unterbreitet weiden soll, wird bestimmt, daß von den Erträgen aus Kapitalvermögen eine besondere Steuer erhoben wird; also von Dividenden, Zinsen, Ausbeuten und sonstigen Gewinnen, welche auf Aktien, Kuxe, Genugscheine ufw. entfallen. Dazu gehören _auch Zinsen von Anleihen, die in öffentlichen Schuldbüchern eingetragenen Hyxothekenzinsen, Grund- und Rentenfchul- üen, Zinsen aus Darlehen, aus Einlagen bei Sparkassen, Banken und anderen Kreditanstalten. Son ber Steuer befreit sind insbefoudere solche Kapitalserträge, die Unternehmen zufllrßen, welche ber, Anschaffung und Darleihung von Geld Renen. Die Steuer beträgt in einigen Fällen 10, in anderen 20 vom Hundert des Ertrages.
Das dritte Gesetz, das im Reichsfinanzmimstenum fertiggestellt ist, regelt die Eieuerordmmgen der Lander, Gemeinden tytö Gemeindeverbände. Danach ist die Erhebung von Zuschlägen zur Reichssteuer nur auf Grund reichsgefetzlicher Ermächtigung gestattet. Verpflichtet ftnb die Länder, u. a. Steuern vom Ertrage des Grundvermögens sowie des Gewerbebetriebes zu erheben. Die Gemeinden sind verpflichtet, Vergnügungssteuern zu erheben.
Lettische NattorralversairrMlung.
In der Sitzung vom Freitag wurden' zunächst Veins Auflagen beantwortet.
Llbg. Schiele (d.-nail.) srogle, ob die Negierung nicht gegen den Landrat Schubert in Schmalkalden em greifen wolle, der bte tiar.bmrte mit Terrorismus bedroht hübe, falls sie ihre Kartoffeln nicht aMiefertcn. Unter dem Beifall der Linken erwiderte die Regierung, daß die Deutsch- naiionalcn lieber ihren gangen Einfluß auf die Landwirte geltend machen möchten, damit von dem ungesetzlichen Plan Abstand genommen werde, die Ablieferung der Kartoffeln zu verweigern, wenn nickt die Greife erhöht würden. — Abg. Hartman« (Dem.) führte Beschwerde über den Terrorismus, der noch immer von den freien Gewerkschaften gegen andersorgonisierte Arbeiter geübt wird. Bon der Regierung wurden Maßnahmen zum Schutz der Koaliitonsfreiheit zugefaxt. Em- Konferenz soll sich zunächst mit dieser Frage beidjäftigen. — Aus weiteren Antworten der Negierung erfuhr man, daß gegen die lieberfchreittmg der Koriofs elhöchstpreise durch amtliche Aufkäufer energisch eingefchritten werden soll, daß die französische Regierung bereit ist, Generalfeldmarschall Mackensen über Italien nach Deutschland heimkehren zu kaffen und daß idemnächfi ehre Vorlage über die Aufhebung der Militärgerichtsbarkeit vorgelegt wird, daß Deutschland der Rar läge in Wien abhckfen wird, soweit dies in Anbetracht der eigenen Lage möglich und zu verantworte« ist. Deutsch-Oesterreich soll täglich 7000 Tonnen Kohlen von Schlesien geliefert erhalten, vorausgesetzt, daß die Wagenstellung ansreicht.
Darm gab es einen langen und heftigen Streit um das Mandat des Unabhängigen Abg. Simon. Der Ausschuß beantragt Ungülriakeitserkkünmg, weil in Schweinfurt der Arbeiterrat, der aus öffentlichen Mitteln sich unterhalten lieh uni) von den Unabhängigen selbst als Behörde ange- sehen wurde, für die Wahl des Unabhängigen Propaganda getrieben hat. Darin üben die bürgerlichen Parteien und auch die Mchrheitsfozialisten eine unzulässige behördliche Wahlbeeinflussung, was die Unabhängigen aber entschieden bestritten. Gegen bie Stimmen der Unabhängigen wurde brc Wahl für ungültig erklärt.
Samstag: Reichsabgabenordnung.
Deutsches Reich.
6 Die Aufhebung der Ortsfchulaufsicht. Wie eiu?r Berliner Korrespondenz kürzlich gemeldet wird, sind die ausführlichen Bestimmungen über dis Auf-- heduügen der Ortüschulaufsicht ergangen. Unberührt bleiben diedisherigen Bcfugniffr der Schuldeputatio>te« und der Schuldorslände. Tie bisherige Aufsicht über die Schulen soll in der Regel in erster Linie auf die Lehrkräfte der einzelnen öffeutlichen Anstalten, insbesondere auf Rektoren, Hauptlehrer, erste Lehrer und alleinstehende Lehrer übergehen. Nur, wo dies nicht möglich ist, oder wo durch örtliche Schwierigkeiten eine andere Regelung wünschenswert erscheint, sind die Kreisschulinspekloren wieder heran, zuziehen. Den KrerZschulinspelroren werden besondere gesetzliche Aufgaben, wie die (Erteilungvon Urlaub an die Lehrer Vorbehalten, ebenso die etwaigen TiSzitz plinarbefugniffe des Ortsschulinspektors und die Sorgr für bte wissenschaftliche Weiterbildung und Förderung der Lehikräste.
Die RrichSeifenbahuen. Auf Beranlaffttng der süddeutschen Staaten finden Verhandlungen wegen sofortiger Uebevführuug der etnzelstaalltchen Eisenbahnen in Reichsbesitz statt. Von der gleichen Seite wird mit Rücksicht auf die Verkchrs- not die Einsetzung eines Eijenbahndiktators befür= w""'et und für diesen Posten General Grüner ge- ann
* Die verschärfte Lseurranfstcht. Der Ausschuß der NationolvNfammlung sür Sie Rsichsabgahenordnnng beschäftigte sich mit einigen Anregungen zu Aendertmgen des Entwurfs. Von der Regierung wird gewünscht, daß Die Vorschläge des § 194 über die Steueraufsicht noch weiter ausgedehnt werden» so auf den Warenumsatz, der dem Umsatzsteuergesetz unterliegt. Dieser Wunsch wird damit begründet, daß die vollkommene Durchführung der Steuergesetze, insbesondere der Umsatzsteuer nicht möglich fei, wenn dir Steuerbehörde außer dem Recht zur Emsicht der Bücher, nicht auch die Äefugnis habe, io den Betrieb selbst hinein zu blicken. Ohne dieses Machtmittel würden namentlich die Umsätzedes Schieb er tums nicht 3» erfassen Jein. Von einem Zentrumomitzlied wurden schwere Sebent«! gegen zu weitgehende Komrollbefugnifse der Steuerbehörde geltend gemacht, da dadurch fast jeder einzelne der Polizeiaufsicht unterworfen wäre und somit der Rechts- zum Polizeistaat werde. Ein demokratisches Mitglied hielt gleichfalls die Ausdehnung der Maßnahmen auf die Umsatzsteuer für bedenklich, während ein sozialdemokratisches Mitglied dem Regierungsvorschiag geradezu deswegen zustimmte^ well sonst bei der Umsatzsteuer schlimmere Erfahrungen gemacht würden als bisher. Ein Regierungsvertreter erläuterte die Absicht der Regierung dahin, daß es sich nicht um eine rigorose Durchführung der Kontrolle durch Polizeiorgane handle, sondern Saß dem Reichstag die Möglichkeit gegeben werde, entsprech«lde Vorschriften in die Anssühnmgsbestimmungen auszunehmen. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Es wurde den Parteien überlassen, entsprechende Anträge im Plenum zu stell«:.
Zum Lchickfal des Belnebsrälcgekrhes wird mit- geteilt: Die Regierung hat den Mehryeiisparteien der Nationalversammlung die Mitteilung von ihrer Absicht zugehen lasten, das Detriebsrätegesetz noch vor Weihnachten zu verabschieden, um Beruhigung in die Reihen der Arbeiter zu tragen und der Arbeiterschaft ein soziales Weihnachtsgeschenk zu geben. Zen- trum und Sozialdemokratie wollen sich in diesen Ta
gen Über die strittigen Punkte (Aufsichtsratsvertretung und Bilanzeinsicht) einigen. Man ist der L-einung. daß eins weitere Hinausschiebung der Deradschiedung eine Gefahr für den Entwurf darstellt.
M * Gioßthüringen. In der erste« ordrutlrchen Sitzung des Staatsrotes sür Thüringen tn Weimar am Freitag gaben die Vertreter Memrngens eine Erklärung ab, wonach der Meininger Landtag dal- fciqi't erneut wegen des Beitritts zum Gememschasts- bettrag befragt werden soll. Dir VolkHbefragung in Stoburg findet am 30. November statt. Der Ltaa.s- 7ar beschloß die Einführung einer Fachkommisslou für das Schulwesen in Thüringen. Die Einberufung des Boiksrais soll auf den 16. Tezemoer er- folgen. Hebet den gegenwärtigen Stand der ^burrnger Frage wurde ein Bericht an daö Reichmimsterium serriggesteU. . _ ,
c Ein Keutrumssügeoidncter im Mecklenburg:!ckon Littkdrna. Gezren die Zusage, die Listen der deutsch, itatimicim «ocksvartri bei Jen TLchten zur Saticnal. Versammlung unö zürn Landtage zu unlerftutzen, hatten die Teutschnatioualrn dem Ze::trum Len Dritten Platz auf der Liste des Schweriner Wahlkreffes emteraumt. und hierfür den von der Zentrumspartei benann.en Bankdirektor Dr. Pott aufgestelli. Jnfo.ge Rucktritr eine» BormanneS wird nun Dr. Pott demnächst m den Landtag berufen wrrden.
86$ dem Rachbarsebiet.
k. DKkers. Bei der in hiesiger Gemarkung ah:;Soa« nerr-tog, den 20. November, abgehaltenen Xretbjagö wurden von 8 Gewehren 7 Hajen und ein Reh erlegt. Weiömarmshril? , , _ ., . .
U[ Auienau. Am Mittwochberun gluckte der 19jährige Bremser Wilhelm Nix von hier am Bahnhof in dem nahen Wächtersbach. Er sprang trotz der Warnung feiner Kollegen auf einen toorbeu fahrenden Güterzug, um halb zu seinem Dienstantritt in Hanau zu sein. Der junge Mann gertec hierbei unter bte Räder und wurde ut Stücke zerrissen. _ n ,
■ * Friedberg (Oberhrffcu.) Da2 Äre:S'Leb«ks» mitielamt Friedberg hat sich entschlofferr, die ^>e-i wirt chafmug bet Viehhäute aus den offentl'.wsn Schlachtungen in eigene Regre des Kreiies und der Schlachtbezirie zu nehmen. Der Zweck drei er Maßnahme soll die Beseitigung des Wuchers mit. Tierhäuten und die Herstellung billigen Leders zur Abgabe an die Bevölkerung des Kreises fein.: ,>lus dem verbilligten Leder sollen in erster ~inic Schubwaren hergesiellt werden.
n Frankfurt a. M. In einer von den Recht-,-Kommunisten !nnck» dem ei nberuf en en cnse nr-
lichen Berfcmnnlung einigte man sich dahin, die Er» ni'rmtuya des mehrheitssozialistischen Bezirks,ekretar Ehrler zmn Frankfurter Polizeipräsidenten mir einem SLMudiHM General- bezv, Proteststreik M be. MLwsÄeu. <— Jedch Tierchen hat: eben sem Plastow
"st Frankfurt a. $L Dee hier ansMge Schieber. Beyer versucht- Mittwoch.in einem..hiesigen Hotel,, wo er für seine Schiebergeschäsre ein ständiges Zimmer, inne batte. Kokain, ’Salixtrfcm und andere bockwert^e Arzneimittel im Werte von 280 000 Mark an drer frembt: Sänever weiter zu verschachern. Boi der Uebetj c^ccke der Heilmittel wurde er von den Fremden utu Meiknütttln zu Boden neschl«gen wü> dann tn be- räuLttm Zustande in einen M-idersch-ank dcÄ »otei« zimmerS geworfen. Die drei Schieber entflohen mit ihrem Rauba, einer wurde verhaftet. Der Uebersirllenv- wurde erst nach längerer Jett, als er auS ver Betäubung erwachens Lärm schlug, aus dem Schrane be-'
Rotcnbnrg a. I. Die städtischen Behöt^ck haben beschlossen, die N a m e rr derjenigen Persoue^ öffentlich bekannt zu geben, die wegen Felbdieb-, stahls rechtskräftig bestraft werden. In den neuen. Pachtverträgen der Stadt über Verpachtung vou GraS und sonstigen Nutzungen wirb die Bestimmung aufgenommen, datz solchen Persone>l das Pachtverhältnis sofort gekündigt werden kann.
* (Kschwegs. Z:kr BrriLtunfl einer siädtifcScn Volksbücherei ruft der Magisrral Hc tätige Wl- hilft der Bürgerschaft auf. . , .
* KaffK. Hu vsftsigckn Gast wir r § rrer f e,r finden auaenRjcklich Verhuaidlunaeu gut Festsetzung! eines Tart f 3 statt, der am 1. Januar in Stra-t treten und auch die Trnikgelder für die Angestelli«^ im Hotel- und GastwirtSgewerbe avschnffen soll.
Limburg. Stuf dem hwsigen Bayntzoie wurde ein als „leer" angegebener Güterwagen amtlich geöffnet. Das Ergebnis waren 40 Zentner Weizen, für die sich bl$ heute kein Eigentümer gemeldet hat.
Aus Oberhesien und deu Hess. Aemtcru.
Marburg, 21. Stob. Die Stadtverordneten. Versammlung bewilligte 50,000 Mark für Notstands, arbeiten. Ebenso genehmigte man eine bet der deutschen Girozentrale aufzunehmrnde Anleihe von 4 Millionen. Mar! zum Ankauf von Fett und Schmalz. Zur Erwei-' rung der städtischen Varkanlagon gab man weiter dem Ankauf des den Erben des Kaufmanns Bücking aehorigen Grundstücks unmittelbar neben dem Schloß zum Preise von 2.'000 Mark die Zustimmung. — In einer umfang- reichen Berbandlung beschästrgie sich das Landgericht mit dem großen Fett- unb KmuiebtebfW in der hiesigen Abdeckerei tm Juk d. I. Drei Angetlagte aus Mar- bürg, die die Diebstähle begangen und die Beute nach Gießen gefahren und dort verkauft hatten, wurden zu g, 2 und" 1 Monat Gefängnis verurteilt. — Der a. o. Professor der Medizin/Dr. Laewen m Leipzie, wird den an ihn ergangenen Ruf als Direktor der Chirur- gischen Klinik unter Ernennung zum ordentlichen Professor Folge leisten und sein Amt am 1. Januar übernehmen. — Die hiesigen a. o. Professoren der Phi io- logie Dr. Thiel unb Dr. Stengel wurden zu ordentlichen Professoren ernannt
□ Emsdorf. Am vergangenen Sonntag fand hier unter Leitung des Lehrers Hermann eine sehr gut besuchte Zentrumsversammlurig statt. Herr' Par- teijehetär Müller-Marburg behandelte in einem fesselnden Bvnrage die Politik des Zentrums im allgemeinen und begründete die Haltung und die Tätigkeit des Zen- inuns in der jetzigen und in der Revolutionszeit im be- sonderen. Rechi eingehend wurde auch die hessische Dau- enckewegung beleuchtet Wenn auch im Interesse der Land-
1000 ITlerlt Deutsche Spar Prämienanleihe
Grinsen jährlich 59 Mark Saarrinsen. außerdem Bonus und Gewinne.