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*7, I Deraniwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schütte, I tTT*«»*** < A 1Q1Q I Verlag der Fuldaer «ckiendnrckrrei htgufto. Preis monall. I 46. lohtQ

Hir. ZJV- I für die Anzeigen: 2. Porzeller, Fulda. Rotationsdruck. | JV« 110t?ClltVKl ivjv» | 11Y MsFeraspr. Rr. 9. leiegr.-Adressc: Fuldaer Zeitung I _

Für die nächste Woche werden weitere Verkürzung der LebrnSmittelrationen in Wien erwartet.

eng!. Pfund amerik. Dollar holl. Gulden schweb. Krone netto. Krone dän. Krone

Frieden Frieden Frieden Fmeden S rieben rieben

Frieden Frieden Fmeden

einem Schlafwandler, der an Abgründen rechts und fints vorbei taumelt und jeden Augenblick in den Abgrund stür­zen kann. An politischen Rechten ist restlos olles erreicht, I was wir erstrebten. Aber mit politischen Rechten allein bringt man kein Brot aus den Tisch. Wir wollen Brot und Schmalz und Fett. Das schafft man

I mit der Sozialisierung nicht. Wir haben die So- i zialisierung auf andere Weise einpeleitet und in diesem Winter werden dem Reichstag Gesetzesvorlagen zugehen, nach denen di« großen Einkommenmit 7 5, oi11«

I leicht 80 v. H. herangezogen werden. Die Be- I sitzet werden damit tatsächlich zu besseren Angestellten ihrer eigenen Betriebe. Der Minister sprach dann weiter über den Abmarsch noch links und über die angeblichen rcak-

I Honären Bestrebungen sowie über die Angriffe auf die Reichswehr. Er erklärte u. a.: Mit einer hohlen Hand kann das Deutschs Reich nicht regiert werden. An die Weltrevolution glaube er nicht, und wenn sie käme, könne sie Deutschland nicht Hilfen. Eine Re­volution in Amerika müsse zur Folge haben, daß Mil­lionen von Menschen bei uns mit dem>e bedroht würden.

Der Untersuchungsausschuß.

Die Wirkung des U-Boot-Krieges.

Die Sitzung am Freita i beginnt mit einer längeren llnterbaltuna, in der die Admirale Koch und b. Ka­pelle dem Abg. Golhein über allerlei marinetechnische Einzelherten Auskunft geben müssen. Dann erst kann Admiral Koch einige Ausführungen über die Wir­kungen des U-Boot-Kriege» machen: Der ll- Bootkriea hatte die militärischen Erwartungen des AdmiralstabeS nicht nur bestä igt, sondern sogar weit übertroffen. Wenn der erhoffte Erfolg nicht eingetreten ist, so bat dies an den bereits bekannten verdängniS. vollen Leistungen unserer Politik eele-cn. Hätten wir dem Feinde die Meinung brtaebrami, daß die Zeit ge­gen England arbeitet, so wären die Verbandlet be. stimmt mit Friedenrvorschlägen an unS heran.«treten Wir waren auf dem Wege ?um Ziele. L oyd George und Ribot wollten schon nach Rom reifen, um über einen VerständigungSfrieden zu beraten, da fiel gerade 1 , der düster gefärbje Bericht des Grafe» Czernin 1

früher damit beginnen können.

Oberst Mertz ergänzte die Angaben des Admirals Koch durch di« Feststellung, daß der Verband angesichts der großen Schiffsoerlufte ' " '

unternehmen aufzugeben,

Schweiz. Franken 8.75 franz. Franken 2.50 tschechische Krone 0.70 ungar. Krone 0.34

öfterr, Krone 0 33

Mit anderen Worten, die deutsche Mark ist auf ein Siebentel ihres Friedensstandes gesunken, während sie vor kurzem noch ein Fünftel wert war. Der Kurs der 2)iart schwankt also zwischen 11 Pfennig (m 2hne- rÜai und 20 Pfennig (in Frankreich). Obige Tabelle zeigt außerdem, daß von den feindlichen und neutralen Staaten Frankreichs Valuta am schlechtesten sicht. West schlechter als unser Geld steht allerdings noch das unseres früheren Bundesgenossen, eine öfter- reichrfche Krone steht gleich 7 Pfennigen Fnedens-

oäre nicht bloß ein politischer Erfolg, sondern würde uns allen für die Lebensführung zu gute kom­men. Denn damst hängt der Wertstand unseres Gel­des, die Einschränkung der Teuerung und die Zufuhr um Lchensmitieln und Rohstoffen zusammen. Zur Abwehr des wirtschaftlichen Zusammenbruchs gibt es wr Zeit kein besseres Mittest als der möglichst glän­zende Erfolg dieser Probeanleihc.

Der Aufruf des Förderungsausschusses hcht hervor, daß diese Anleihe den Zeichnern die Aussicht auf große Losgewinne bietet ohne jede Gefährdung des Einsatzes. Das ist richtig; es gibt in dieser Lotterie keine Meten, -lder die Aussicht auf den Lotteriegewinn braucht nicht den Ausschlag zu geben. Die Gewinne sehen ja sehr verlockend aus, aber He Zahl der Mitspieler (5 Mill.) 2* lehr cnoß. Die Hauptsache bleibt, daß man hier stin Cpargcld mit mehr Sicherheit anlegt, als bei allen olrherigen Anleihen, da das Risiko des Kursrückgan­gs durch die kunstvollen Bestimmungen über Auslo- !ung,Sonus und Rückzahlungen auf ein Mindestmaß beschrankt wird.

Don der Regierung und ihren fachmäimischm Be° rkllerii ist offenbar alles mögliche getan worden, um % bahnbrechende Probeanleihe zugkräftig zu machen.

L b°5 Volk das Wort. Das nötige Geld ist keichlich vorhanden. Es mutz sich mm zeigen, ob

vrutsche Volk auch noch das gehörige V e r t r a uen 3hfur(Ve'ner c'$cncn ^roft und auf seine nationale

Wenn nicht, dann könnten wir mit Goethe sagen: , Floren, alles verloren, da wäre es besser wcht geboren."

an Kaiser Karl den SBertreiern de» Verbände» in die Hände. Aus diesem Berichte muhten tri« Feinde folgern, daß Deutschland vor dem Zusammenbruch stehe. Selbstverständlich ließ man nun in London den Berstän- digungsgedanken fallen. Admiral Koch erklärt« im An­schlüsse an die Darstellung dieser Dinge mit großer Ent­schiedenheit, daß der U-Bootkri«g berechtigte Aussicht ouj volle Wirkung und Erfolg halte. Man hätte sehr viel

In ähnlichem Sinne äußert sich der Verein der Hamburger Reeder in einem Telegramm an die Reichsregierung. Auch der Hamburger Werftaus, schuß hat, wie gemeldet wurde, die Reichsregierung telegraphisch um unbedingte Ablehnung dieser Entente- forderung gebeten.

Wir glauben nicht, daß diese sachverständigen Kreise die Lage zu schwarz sehen: Deutschland ringt um sein schwer gefährdetes Leben. Erfolgt die Ab­lieferung, so wird buchstäblich Gras wachsen auf den Kais und Werfianlagen in Bremen und Ham­burg. An diesen kommenden Zuständen sind auch diejenigen Länderen interessiert, die (rote die Tschecho­slowakei) nach dem Friedensvertrage Anspruch auf die Benutzung unserer Flußläufe und Häfen haben. Tie unerträgliche, unser jetziges und zukünftiges Wirtschaftsleben vernichtende Forderung nach Aus­lieferung der Schiffahrtshilfsmittel ist ohne Zweifel englischen Ur prunges und dient nur englischen Interessen: dem schon toten wirtschaftlichen Gegner soll jede Wiederauferstehungsmöglichkeit abgeschnilken werden.

Die Ablieferung der Milchkühe.

Wie eine Korrespondenz meldet, beabsichtigt die deutsche Regierung Der Eniente Vorschläge zu unter­breiten, auf die Ablieferung der 140 000 Milchkühe zu verzichten und für deutsches Geld Milchvieh in Südamerika für die Eniente aufzukaufen. Begründet wird dieses Vorgehen mit der herrschenden Fleisch- und Milchnot in Deutschland, die bei Abgabe so zahlreichen Viehes zu einer Katastrophe und zu großer Säuglingssterblichkeit führen muß.

Geringe Milderung der Ostseeblockade.

totb Berlin, 7. Nov. (Amtlich.) Die inter­alliierte Marine-Waffenstillstandskommission hat freie Fahrt für Leichier an der deutschen Küste zu ge­standen, jedoch nur für den wechselseitigen Dcikehr zwischen den deutschen Häfen. Diese zwar nur geringe Milderung gegenüber der über den deutschen Schiffsverkehr in der Ostsee verhängten Sperr« rst von Wichtigkeit für die Kohlenderjorgung der ostpreußischen Häfen.

3000 Protestnote«. tl d» Kabinettssitzung der Reichsregierung | J"11 Sonntag ist die Antwort auf die Ententenote »ber Maffenstillftandsverletzungen noch nicht /'Qten worden, da alle hierfür erforderlichen Unter- M sod) nicht in der Hand der Regierung waren. I k..,5u der Note der Entente erfahren wir, daß von 1 UV" Seite fett Abschluß des Waffenstillstandes J Protestnoten an die Eniente über zloubigte Verletzungen und Nichiachlungen des ^Isensiillftanosvertrages übermittelt worden sind, wirtschaftliche Folie«

- der neue« Erpressung,

zx, . 08 die Forderung von 400 000 Tonnen an $aa Rmei?i)en Tocks, Kränen, Schleppern und m> °^rn in wirtschaftlicher Beziehung für uttS in e TMt bebemet, kann der Laie gar nicht ermessen, cyveruändige müssen sich dazu äußern und darü- b-,>,?I'0^^erden. Der Generaldirektor desNord» 7^" Lloyd", Heineken, also em Mann, der «r wJt* ~inflen sicherlich Bescheid weiß, hat in Pi- 7^-s^^'Zeilung" diese Forderung als ein neues brntr \u der beabsichtigten systematischen Er- fahrtl nfl der deutichen Handelsschiff« rin« !.^»e'chnet. Er weist darauf hin, daß, wenn 6aft>» n°I*Sen Bagger genommen werden, die ttt) Schiffahrtswege, insbesondere die Weser, fetvn berianden müssen, daß durch die Ablie- keff der Schwimmdocks und Kiäne die Möglich- schm-^ Vornahme der nötigen Reparaiuren auf das "ahm«». ^Dktret. würde und daß durch die Weg» P'or- c ^^^pper unsere heule in bedcuiendem i-jnVfs dem Wasserwege erfolgende Lebensmitlel- I '.»»«^"^bndersorgung auf das empfindlichste bedroht

RevolutionSfetern.

Bersin, 9. November. Der heutige Sonntag als einjähriger Gedenktag der Revolution ist sowohl in Ber­lin wie nach allen Berichten aus dem Reiche, welche bisher vorliegen, ruhig verlaufen. In Berlin fanden stark besuchte Dersammümgen statt, die von beiden sozialdemokratischen Parteien einberufen waren. Die bekannten Parteigrößen hielten Ansprachen über die Bedeutung der Umwälzung. Nach den Versammlun­gen bildeten sich vereinzelt Demonstrationszüge, die je­doch sämtlich durch das Eingreifen der Polizei ausge­löst wurden. Im Norden Berlins wurden bei Haus- fuchungen Geschäfträume der Kommunistischen Partei Deutschlands entdeckt und eine Reche von Druckschriften beschlagnahmt. Einzelne Denkmäler in der Siegesallee sind mit spartakistischen Inschriften beschmiert worden.

München, 8. Nov. Der Gedenktag der Münchener Revolutionsfeier, der 8. Nov., ist ohne jeden Zwischen­fall verlaufen. Der Generalstreik trat im Stadtbild nur in der Stillegung des Trambahnverkehrs In die Erscheinung. Die geschlossenen Versammlungen der Mehrheitssozlalistm und Unabhängigen wiesen einen starken Besuch auf. Die christlichen Gewerk­schaften hatten ihre Mitglieder aufgefordert, allent­halben, wo ihnen Gelegenheit geboten ist, zur Arbeit zu erscheinen. Tas Arbeitgeberkartell erließ eine Er­klärung, die den Streikbeschluß angesichts der wirtschaft­lichen Lage aufs schärfste verurtellt und in ihm eine Arbeitsverweigerung sieht, die er mit Eegenmaßregeln beantworte. So soll für den freien Tag der Lohn ein- behalten werden.

Nooke über Generalstreik und Sozialisierung.

Reichswehrminister Noske sprach in einer Versamm­lung der Chemnitzer Mehrheltsfozialist'fchen Partei. Er bemängelt«, daß sich bei der Partei ein Mangel an Ein­sicht und Entschlußkraft bemerkbar gemacht habe. In Ber­lin, wo 160 000 Menschen Arbeitslose seien, suchten Nar­ren und Verbrecher durch einen wahnwitzigen Ge­neralstreik weitere Hunderttausende auf die Straffe zn Hetzen. Welche Gefahr damit verbunden ist, Ist nur den wenigsten klar. Ich habe fest zugepackt und Haftbefehle gegen die erlassen, die zu einem Verbrechen gegen unser ganzes Volk aufgerufen haben. Millionen von Mcnsck-en haben auch jetzt noch feine Ahnung, in welch furcht.

Die neue Anleihe

m setzt amtlich ausgeschrieben worden. Zugleich ver- Sssenlltcht der Ausschuß, der sich zu ihrer Förderung aebildet bat, einen Aufruf an das gesamte deutsche Kolk in Stadt und Land, durch Wort und Tal für »os gute Gelingen zu wirken.

P Die Bedingungen entsprechen den vorgängigen Ankündigungen. Aus den Regeln für die Zeichnung k « hervmzuhrben, daßfrüherer Zeichnungsjchluß" 1 ^rbehalten wird. Das Finanzministerium kann l «|fo wenn in der ersten Woche sich schon eine Heber» «itbnung ergibt, die säumigen Liebhaber absperren.

V könnte vorwiegend die kleinen Sparer treffen, i im geschäftlichen Verkehr nicht so flink sind, wie großen Geldmänner. Wer ein Sparprämienstück ober einige sich sichern will, muß also möglichst bald

I Mnen. Er kann das auch, sobald er ein Zehn» i Ai des Zeichnungsbetrages in der Hand hat. Er braucht nämlich bei der Zeichnung nur 100 Mark üt jedes gewümchte Prämienstück in bar ru hinter» fcgen. D-e weitere Begleichung Hot Frist bis zum 29. Dezember d. 5. Dazu kann man auch die Schuld-

; buchforderungen aus Kriegsanleihen verwenden. Das von der Schuldenverwaltung auszuliefernde Wert- *qxei braucht nicht zur Stelle zu sein, sondern es ge-

| gügt, wenn der Zeichner bis zum 20. Dezember den Antrag auf Ausreichung der Reichsfchuldenverwal- iung hat zugehen lassen. Der Umtausch von größeren Stücken in die erforderlichen 500 Mark-Stücke wird biirch die Reichsbank besorgt.

Da jede Bank, jeder Bankier, jede Sparkasse und Kreditgenossenschaft die Zeichnungen entgegennimmt md die erforderlichen Formulare bereit hält, ist die Beteiligung ebenso bequem, wie bei den Zeichnungen auf Re Kriegsanleihe. Man darf nur nicht übersehen, daß 10 ProzentSicherheit" sofort zur Stelle sein müssen. Don der Heranziehung der Postämter ist Resma'l abgesehen worden. Die Postbeamten sind schon belastet genug, und ihre Vermittelung wird nicht sehr vermißt werden, da schon bei den Kriegsanleihen sich gezeigt hat, daß die Postzeichnungen keine erhebliche Ralle spielen. >

Es sind noch weitere Spar- und Prämienanleihen in Aussicht gestellt. Daraus sollte man aber Aicht die Schlußfolgerung ziehen, daß die gegenwärtige Zeich­nung ruhig versäumt werden könnte. Die Inhaber der gegenwärtigen Anleihe erhalten das Zeichnungs v o r - recht für alle gleichartigen Anleihen in den nächsten zehn Jahren.

Diel gewichtiger als dieses Vorrecht muß die Er­wägung fein, daß jeder ein gutes Werk tut, der an dem Gelingen dieser ersten Anleche sich beteiligt. Er ist die erste Probe auf den Krebst des Vaterlandes nach der Niederlage und der Revolution. Je besser die­ses Probestück ousfällt, desto eher dürfen wir hoffen, daß imfer Wirtschaftsleben im Lnlande wieder gesun­det und im Ausland wieder Vertrauen findet. Das

im Begriffe stand, das Saloniki- , weil es ihm an Munition und

Lebensmitteln für das Balkanhoer mangelte. Aber alle unsere hoffnungsreichen Aussichten wurden durch Aeuße- rungen der Zaghaftigkeit und durch die verfehlte Politik der Friedensangebvä zunichte gemacht. Admiral Koch sagte: hätten wir zuerst gezeigt, daß wir mit allen Mit­teln durchhalten wollen, so hätten wir unser Ziel erreicht." Aus eine Anfrage G v t h e i n (Dem.) gibt Admiral Koch einige Zahlen bekannt: In der Front waren im gebnrar 1917 105 U-Boote, Im März 121, im April 124, im Mai 128, im Ium 130, im Juli 131, tm August 123,

Die Not in Oesterreich.

Die Sage in Wien hat sich in den letzten Tagen so. wohl in bezug auf die Kohlenversorcmng sowie auf bi« Ernährung noch weiter verschlechtert. Der Kohlen, referent Kloß hat erklärt, daß weitere Sparmaßnahmen nicht mehr vorgenommen werden können; e» bandele stw überhaupt nur noch um Tod und Leben. Der Koh- lenmanqel hat auch zur Folge, daß die LebenSmitielzüge stecken bleiben. Noch ungünstiger als im Süden rst die Lage auf den nördlichen Zufuyrwe-en, die von Rotter» dom der benutzt werden, Ahern und Donau haben der­zeit einen un e nein niedrigen Wasserftand, fo daß die Schlepper nur bi» zur Hälfte belaßen werden können. Für die Schienenwege fehlen die nötigen Waggon»

Pr eutzische Landesversammlung,

Sitzung bom 8. November.

Zur zweiten Beratung steht der HcruÄ-all der B e r g b e r w a l t u n g.

Wg. Dr. Jordan (Dem.) empfiehlt einen Antrag auf Neuregelung.

Abg. Dr. Riehel (Sftm.) fragt die Regierung, welche beschleunigten Maßnahmen sie treffen wird, um den crus der drohenden Kohlennot sich ergebenden Gefcchren wirksam zu begegnen.

Minister Fischbeck: Wir haben die Hände nicht in den Schoß gelegt. Es beberf der Vermehrung der Zahl cer Belegschaften, und wir haben uns nicht umsonst! benruht, dies zu erreichen. ?Iud) die Förderung ist seit Mai im Steigen, Schwierigkesten bereitet mir die Wohnungsnot.. Das ReichSwirt- fchaftSamt bereitet eijn großzügiges SiedlungSunter. nehmen bor. Die Kohlenversorgung ist im wesentlichen eine Transportfrsge. Wir vermSgen unseren Gtesamtbedars an Kohlers einschließlich der Emtente- fordsrungen, nicht zu decken. Trotz bet Steigerung der BeleKchuften bat sich die Förderung gegenüber dem Frieden vermindert einmal durch die Verkürzung tee Arbeitszeit, bann auch infolge minderwertigen Mate­rials, mit dem die Arbeiter zu rechnen haben. Darum kann unsere Produktion den Bedarf nicht decken. Bei ungestörter Produktion haben wir in den nächsten fünf SSintennrrfteten selbst unter den günstigsten SSeirin* rnmgen ein Steinkohlendefizit von 23,5 Milli Men Tonnen und ein Braunkohlentefizit von 15,3 Millio­nen Tonnen. (Hört, hört!) Um der Dinge Heer zu werden, werden wir unsere Industrie außer« ordentlicki einschräwken müssen. Die titynienmg, wie sie bei Ziegeleien und -Zementfcrbriken schon besteht, werden wir weiter ausdehnen. Teil­weise werden wir Fabriken ganz stille gen müssen. Den Verbrauch an Ciektrizität und Gas werden wir einschränken muffen. Weiter werden wir eine scharfe Güterfperre und eine außer» ordentlich scharfe Znrückhaltu'ng des Per. fonenverkebrS durchfübren müssen. (Hört, hört!) Auch der Bedarf an Hausbrand wird herab­gemindert werden müssen. (Hört, hört!) Den Was­serweg tobcit wir citS verschiedenen Gründen nicht ausreichend benützen können. Wir werden aber nach Möglichkeit versuchen, den Waffe rloeg nunmehr nutz­bar zu machen. Auch die Benutzung von Laftamc>, mobilen wird durch den Zustand ter Straßen erschwert. Wir sehen eine furchtbare Not unseres Volkes, und es ist ein Verbrechen, diele Not au3 Gründen des P « r t e i i nri e r e s s e s noch zu ver­größern. (Sdjfater Beifall.) Wir wollen den Ar­beitern geben, was ihnen zukommt. Wir haben uns bemüht, oie Löhne zu erhöhen, soweit es möglich war.. Im Dez-ck Recklinghausen haben beifvielsweise die Arbeitslöhne hn letzten Jahr vor dem Krieg auf bi3. Tonne 6,89 Mark betragen, im Achten Quartal dieses Lahres dagegen 34,17 Mark. .(Bewegung im Hause/

Die Derkehrssperre.

Aus dem vreutzischen Eisenbahnministerium wird den Pol. Pari. Nachr." mitgeteilt: Ein zusammen fassendes Bild über die Wirkungen der Derkehrssperre kann noch nicht gegeben werben. Es ist jedoch so viel zu über­sehen, daß die VerkehrSfperre sowohl auf die Kohlen wie auf die Kartoffelbeförderung günstig» wirkt. Einzelne durch die Presse gehende Zahlen über vermehrte Wagengestelluna in den Kohlenrevieren kön­nen zu Irrtümern Anlaß geben; denn. die Tatsache, daß in der ersten Hälfte der Woche gegen die Vorwoche erheblich mehr Wagen gestellt sind, hängt nicht mit der Einstellung des PerionenverkehrS zusammen, die bekanntlich erst Mitte der Woche eingesetzt hat, sendorn mit Einschränkungen auf dem Gebiete des Güterver. kchrS.

Jrn Augenblick muß leider festgestellt werden, daß von den für die Koblenverteilung zuständigen Stellen die Zeit der VerkehrZsverre nicht ausgenützt wird, um die Kohlenbestänbe der Eifenbahnverwaltungen auszu. füÖj:. Die Zufuhren teic'icn auch jetzt noch dem Wegfall der Perscmenzüge nicht für den täglichen Be­darf. Die Reserven sind daher so zusarnengeschmolgen, daß in Kürz« eine ernste, Gefahr für den Güterverkehr entstehen wird, trenn nicht sofort an die Auffüllung der Tienstkohlenbestände der Eisenbahnen energisch herangegangün wird.

Währung.

» Dio Gefahr deS WeltbankerottS. .Times' mel». den au« New-York, daß der amerikanische Bankier Paul Warburq nach einer Reise nach Europa, roo- bet er auch Deutschland besuchte, eine Denkichrift veröffentlicht hat, in der er erklärte, die W elt st c h e am Rande des Zusammenbruches und des Bankerottes. Der Selbsterhaltungstrieb Amerikas erfordere dringend, daß eS den vom Kriege mitge­nommenen Ländern weiteste finanzielle Unterstützung gewährt.

* Tie oberschlesischen Gemeinderatswahlen. Die ReichSregierung hat eine Anfrage der Entente wegen der EemeinderatLwahIen in Oberfchlesien dahin be­antwortet, daß diese Wahlen in voller Freiheit und nach streng demokratiichen Grundsätzen stattfinden.

Täglich« Dampferverbindung zwischen London und Köln. Demnächst soll ein direkter täglicher Dampfer Verkehr zwischen London und Köln einge­richtet werden. Der Plan geht von englischen Fa­brikanten auS, die den Verkehr tm besetzten Gebiet noch weiter ausdehnen wollen.

Pri der Abstimmung über die wstdereinführutu der Akkordarbeit unter der Arbetterschaft der Kieler Werften wurden 6823 Stimmen für und 7745 Stim­men gegen die Akkoriiarbeit abgegeben. Die enbgiUtige Entscheidung wird nach Abstimmung aller deutschen Seeschiffswerften gefallt. ,

Hollands Internierungs-Rechnung. Dte holländi­schen Zeitungen machen bekannt, daß Holland wegen der Internierung bei Kriegsgefangenen eine Forde­rung von 5 422 000 Gulden an Deutschland und von 8 713 000 Gulden an England hat. Die Ausgaben für stanzösische und belgische Kriegsgefangene stehen noch nicht fest.

Englische Siegesfeier. Der König von England hat an alle seine Völker einen Aufruf gerichtet, wonach am Morgen des 11. November um 11 Uhr norm., zum Andenken an den Abschluß des Waffenstillstandes zwei Mnutett lang jede Arbest im ganzen britischen Reich ruhen soll. Auch die Fußgänger auf der Straße sollen stehen bleiben. Die Uniformtragenden sollen militärisch grüßen, die Zivilisten ihre Hüte abnehmen und di« Frauen mit geneigtem Kopf stehen bleiben.

Der Tiefstand der deutschen Währung (1 Mari 15 Pf.!) Unsere Valuta ist trotz aller Maßnah. men, die unsere Regierung dagegen anzuwenden be­schlossen hat, immer weiter im Sinken begriffen, um unseren Lesern einen Begriff von dem Wert unseres Geldes im Ausland zu geben, lassen wir eine Zu­sammenstellung mehrerer Werte folgen, wie ste am Mittwoch auf den Hauptbörsen festgesetzt wurden:

---* 20.- Mk.;

4.20 . ;

1.70 . ;

1.10 ;

1.10 ;

1.10 . ; 0.80 ; 0.80 . ; 0.85 . ; 0.85 . ; 0.85 , ;

im September 132 und im Oktober 134. Versenkt wur­den im Februar 781500 Tonnen, im März 885 000, im April 1 091 000, Im 3DM 869 000, Im Juni 1016 000, hn 3uR 811600, im August 808 000, im September 872 000 und im Oktober 874 000. Unsere Verluste betrugen im Februar 2, im März 6, im April 2, im Mai 7, im Juni 3, tm Juli 7, im August 4, im September 9 und im Oktober 9 U-Boote.

Dann will Herr S'mzheimer wieder wissen, ob die Marine beabsichtigt habe, Gnglanb mit dem U-Bootkrieg so mürbe zu machen, daß «s zum Frieden mit einer Abtretung Belgiens geneigt worden wäre. Admiral Koch lehnt es ab, aus diese Frage zu antworten, worauf Herr Sinzheim er wissen möchte, ob er glaub«, daß England nur durch den Czerninschen Bericht und nicht auf Grund seiner Agentennachrichten aus Oesterreich zu der Heber» zeugung gekommen sei, daß wir nicht durchhalten könnten. Kcch antwortet, daß ein Immebialbericht Czernins an sei­nen Kaiser doch wohl anders in England gewirkt haben dürfte, als irgendwelche Agentennachrichten aus Oesterreich.

Die Dechandlung zerflatterte auch heute wieder infolge der zahlreichen Agitattonsfragen der Beisitzer, d« das un­beschränkt« Fragerecht haben. Der Wunsch, dos eigene Licht leuchten zu lassen, ist zu groß, als daß man sich deshalb Anfragen versagen möchte, selbst wenn sie in noch so losem Zusammenhang mit dem Beweisthema stehen.

Dl« DerUner Streikbewegung.

EineGeneralversammlung der streikenden Metall­arbeiter beschloß mit 4000 gegen 20 Stimmen, alle sich im Sympathiestreik befindende« Kollegen von ihrer Stretkpflicht zu entbinde«. Die Ent­scheidung über die Fortführung oder Beendigung deS Streikes in der Metallindustrie soll durch «ine Ur­abstimmung erfolgen.

Wie derVorwärts" mitteilt, sind von den wegen der Propaganda für den Generalstreik ver­hafteten Arbeiterführern vier Mitglieder der Fünf- zehner-Kommission des Berliner Metallarbeiterver- bandeS, darunter deren Vorsitzende r Nnsch, auf Ver­anlassung des Oberkommanoos auS der Haft ent­lassen worden.

Der Ausstand fu Amerika.

Der Streik der nordamerikanischen Bergarbeiter hält trotz der gegentelliaen Meldungen an. Aus beiden Sei­ten ist durch das Schellern der Vermittlung große Er­bitterung entstanden. Die Regierung verlangt, daß die Bergarbeiter die Arbell wieder aufnehmen, che an eine Vermittlung gedacht werden kann. Die Regierung hat sich auf einen langen Kampf vorbereitet. Sie hat alle Kohlenvorräte beschlagnahmt und an das Pubst- kum die Mahnung gerichtet, beim Verbrauch von Koh­len recht sparsam zu fein. Die Arbeitgeber nehmen an, daß die Bergleute nachgeben und teilweise zur Arbeit Mückkehrm werden. Die Arbeiterführer erklärten da­gegen, daß die Front fest geschlossen bleibe.

Der Bergarbeiterstreik hat zur Folge gchabt, daß die Kohlentransporte aus den nordamerikanischen Koh­lengebieten nach Europa eingestellt werden mußten. Es kommt hinzu, daß diese Transporte bereits vor Ausbruch des Bergarbeiterstreiks eine Unterbrechung durch den Dockerstreik in den nordamerikanischen Häfen erfahren hatten. Berells feit dem 80. Oktober haben keine Kohlenschiffe mehr amerikanische Häfen verlassen. Dadurch wird die allgemeine Kohlennot in den europäi- chen Ländern noch eine verhängnisvolle Steigerung er- ahren. Obendrein wird bekannt, daß auch dir belgi- chen Bergarbeiter streiken wollen, wenn ihre Forde­rungen nicht erfüllt werden.

Die Zahl der in den verschiedenen Industrien strei­kenden Arbeiter wird auf anderthalb Millionen ge­schätzt.