.tteberlriebene" Arbeilsleistung.
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In
Druck der Fuldaer Actiendr«
ndes chlands, fchreM:
»c. Bad Nauheim. Di zwei Monaten aufgehob dadurch aufgefrischt werd wird, einige dieser Klu Steuern veranlagt we
— Fulda„ 8- Nov. markt waren 135 trieben. Ferkel wu mit 80, 120 und und 350 Mark d
300 gering.
Mitteilungen der städtischen NahrungsmlLtelsLeve
Glasarbeiter und -Arbeiterin Berlin, in einem Bersamml
„Am 14. September fand _ lung zu Rummelsburg statt. I wurden einige Beschwerden über
worden. Die Zeiten der bereitwilligen Einordnung in dos herrschende System sind vorbei. Aber gerät die Staatsordnung dadurch in Gefahr, sieht cs aus, als ob aus der sozialen Unruhe eine politische Revolution wurde? Der Derläuf und der Ausgang des großen Eisendahnerstreiks macht das nicht wahrscheinlich. Es war ein Riefeitausstand, wie ihn das Land noch nicht erlebt hatte, aber er verlief völlig friedlich und gesetzmäßig. In einer Bewegung, die das Land bis in feine entlegensten Teile ergriff, Millionen von Menschen die größten Ungelegenheiten auflegte, die Streikenden mir Regierung und Bürgertum unausgesetzt in feindselige Berührung brachte, ist nicht ein Schuß abge- feuert und vielleicht kaum jemand tätlich angegriffen worden. Das deutet nicht auf wirklich revolutionäre Stimmung und nahen Bürgerkrieg. „
Nein, nach einem Weltenumsturz sieht,es auch heute nicht aus. Hungeraufstände, Putsche, anarchistische Komplotte mögen vorkommen: Die Regierungen werden imstande sein, sie niederzuschlagen. Die Hoffnung, daß für Deutschland ein Vorteil daraus er» wüchse, ist eitel. Wer bei uns auf etwas anderes vertraut, als auf die eigene Kraft und den eigenen Willen und auf die Pläne des Ewigen, der rechnet falsch und wird niemals dazu beitragen, daß wir wieder zur Höhe kommen.
ohne schärfste Manneszucht ein Unsinn und eine Ge fahr zugleich ist. Den vollständigen Unsinn der Sol dateuräle haben jetzt sogar diejenigen preisgegeben, welche diese sonderbaren Gebilde erfunden haben, die russischen Bolschewisten. An die Stelle dieser naturwidrigen Einrichtung haben sie die rücksichtsloseste Disziplin gesetzt und damit endgültig bewiesen, daß eine Truppe, in der die Soldaten und nicht die Offiziere befehligen, eine Haufe von unnützen Bummlern ist.
Die neue Armee hot fremde Vorbilder nicht notwendig: sie braucht nur das Beispiel der alten Armee nachzuahmen. Dies oder jenes wird sich für sie nicht empfehlen, das meiste aber kann sie herübernehmen, ohne jede Einschränkung, sogar die Ausbildungsvorschriften, die, richtig verstanden und richtig gehandhabt, eine tüchtige Truppe schaffen werden. Wenn sie von echtem vaterländischem Geist erfüllt wird, wenn sie alle ihre Arbeit auf das Wohl des armen Vaterlandes einstellt und allen finsteren Gewalten zum Trotz gerade und aufrecht ihren Weg geht, wird sie auch als Söldnertruppe volkstümlich fein.
Zonderoertesiung für stillende und werdende Müller.
Gegeben werden? 2 Pfund Reis zu M 1,50, 1 Pfd. Bienenhonig zu M 5,80 das Pfund, 1 Pak. Panin zu 60 Pfg.
Die Korten werden gegen Nachweis der Bezugs = berechtigung cm Dienstag den 11. November, von 8 bis 12 und 2 bis 4 Uhr in der Kartenausgabestelle ausgegeben. Da oft viele Tage nach der Ausgabe noch Karten ongefordert werden, wird um pünktliche Abholung, wie angegeben, dringend gebeten; die Ausgabe erfolgt rmr am Dienstag. Die Ware ist am Donnerstag und Freitag in dem Geschäft von h. Lchifhauer, Bahnhofstraße abzuholen.
Wie bereits bekcumtgemacht, wird jetzt auf di, Brot'arte ein Brot, hergestellt zu zwei Drittel aus Rog- oenmehl und ein Drittel aus Weizenmehl, im Gesamtgewicht von 4% Pfund ausgegeben. Es wird gebeten, Brote mit geringerem Gewicht wie 4% Pfund bei der Nahrungsmitt^stelle vorzulegen.
Verteilung Nr. 8.
Voraussichtlich werden auf den Kopf ausgegeben: 250 Gramm grüne Erbsen zu «M. 1,40, 200 Gramm Bohnen zu M 1,40 und 500 Gr .Kunsthonig zu 78 bezw. 80 Pfg. das Pfund. ,
Anmeldungen auf Verteilungskarte Nr. 8 an die Nohrungsmsttelstelle. Anmeldeschluß: Dienstag den 11. November.
Es ist zum Lachen — wenn es nicht wäre, was sich heutzutage nicht alles in einer Zeit, da selbst überzeugte Maffen, wenn auch spät, klarzur Sozialismus Arbeit ist. Man do „Der Fachgenosse", Organ
den daß was der Sitz
rtglieberversarnm-
t „Verschiedenes" ustönde In der Fabrik übertriebene Ar-
So bleibt die Weltrevolution?
Velch eine Enttäuschung!
oftg vor Jahresfrist bei uns der Umsturz begann, tonnte man überall erzählen hören: an der Front
Revolution, Franzosen, Deutsche, Engländer Amerikaner steigen aus ihren Schützengräben und - ;m ft.”. ^ock> ist totgeschsagen, die Weltrevolution bald wird sie triumphieren. Wartet nur noch Weilchen, dann geht auch „brühen" der Tanz bann rechnen die Völker ab mit ihren Regierun- bie sie in diesen Krieg gestürzt haben, man wird großen Strich unter die Vergangenheit machen, Menschheit wird sich versöhnen, Feinde gibts nicht und wir Deutsche werden von dem schweren h >cs uns der verlorene Krieg auflädt, befreit t.
so redeten und die daran glaubten, sind als« -raufam enttäuscht worden. Fach war nicht tot- Ictrer, cs verbrüderten sich auch nicht Deutsche und -osen, noch spürte man etwas von dem Nahen ^Weltrevolution, und die allgemeine Völkeroer- g ward Rauch und Schall. Im Gegenteil, die Franzosen spielten sich cis die Sieger auf und strichen " jjn besetzten deutschen Gebiet allen Deutschen ein, JL nicht daran glauben wollten, daß die Franzosen xjgcnüich ganz allein die Deutschen besiegt hätten, i Aber unsere naiven Welterneuerer, besonders die, sich unabhängig und kommunistisch nannten, wa- noth lange nicht bekehrt. Wenn in England ein F bttll ausbrach, wenn ein temperamentvoller Fran- | ,oje eine Rede hielt, oder einen bösen Artikel gegen die Regierung schrieb, wenn der Pöbel vor einem xäckerladen demonstrierte, hieß es: Seht ihr, nun tannu sie, die Weltrevolution; schon erheben sich die KlglSnder und Franzosen. Aber Engländer und Fran- -nfert schrieben und redeten weiter gegen ihre Regie- rwS! i'c protestierten auch einmal; aber es fiel ihnen p>r'nicht ein, unseren deutschen Kommunisten zu Ge- f3[Icn. die Weltrevolution. marschieren zu laffat. Was jic marschieren ließen war ein über jedes Matz grau« lötner Gewaltfrieden, ein Frieden, der diktiert ist vom haß und von dem brutalen Willen, den unterlegenen Segnec zu vernichten.
Wer immer »och hofften die deutschen Toren. Der siriedc, der diesen , Namen nur führt, well man ihn ihm gegeben hat, nicht weil er auch em Friede ist, war ja noch nid)t ratifiziert. Was konnte nun alles werden, wenn die Sozialisten in Frankreich ihn nicht ratifizier- feit. ihn als Gewaltstreich verurteilten, gegen ihn Obstruktion trieben! Dann hatte die Entente die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ja, in der deutschen Mionalversammlung gab es Leute, die glaubten, es verantworten zu können, daß wir den Frieden von Versailles ablehnten und die Feinde ruhig einmarschieren ließen, in kürzester Zeit würde die Entente durch den Aufruhr im eigenen Lande gezwungen fein, den j Frieden-.,serlrag zu revidieren und uns einen besseren Frieden anzubieten. Wer weder in England noch in 8 Frankreich hat die Ratifikation des Friedens' besondere Schwierigkeiten gemacht. In Frankreich hat man sich dazu Zeit genommen, aber ratifiziert hat man doch. Much die Sozialisten drüben hoben in ihrer großen VMebrheit Ja gefart. Was kümmert die Sozialisten in Paris das sozialistische Deutschland — sie sind die Sieger und daraus jeben Nutzen zu ziehen, find die So« Weiten ebenso entschlossen, wie die Nationalisten vom reinsten Wasser. Die Regierung würde nicht wagen, den offiziellen Eintritt des Friedenszustandes immer wieder hinauszuschieben und Frankreich als Sieger rmit allen Schikanen aufzuspielen, wenn sie nicht auf tüe Zustimmung des Landes rechnen könnte.
sind heute die Anzeichen einer Weltrevolution? im“ sehen keine. Nicht als ob für unsere Feinde schon alles glatt wäre. Gewiß ist in Frankreich eine harte Unruhe vorhanden, die vielleicht noch zu schweren Krisen führt. Einstweilen ist ober nicht sichtbar, daß die . Abneigung gegen die heutige Ordnung zu staatsgefähr- oenrer Hohe angewachsen märe. Nicht staatlichen Um- Mz wollen die Arbeiter Frankreichs, sondern nur Sctbeffttimg her Lage und sie träumen davon, daß we 'm iZriedensvertrag ausbedungenen Milliarden sie Men bringen würde. Nicht viel viel anders ist es in । A 8 l a n d Das Verhältnis der Arbeiterschaft zum vlllüir ist durch den Krieg sicherlich ein anderes ge«
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Samstag, 8. November 1919
laut. . . . Dann wird noch die beitsleistung einzelner Kollegen einer Kritik unterzogen und gelangt in einstimmigem Beschluß zur Annahme, wonach dem Arbeiterausschuß die Befugnis zustehe, die Kollegen, die dies nicht unterlassen, in Zukunft vor die Alternative zu stellend
Schließlich erleben wir noch, schreibt dazu der „Fr. Kurier", dem wir ine Notiz entnehmen, einen Demonstrationsstreik gegen die übertriebene Arbeit! In unserer jetzigen katastrophalen wirtschaftlichen Lage müßten Arbeitnehmer wie Arbeitgeber wetteifern, durch intenfine Strbeit Werte zu schaffen, Fabrikate auszuführen, die Valuta $u verbessern und billige Lebensrnittel und Rohstoffe ernzuführen. Und da wird noch in einer Versammlung die zu große Arbeitsleistung einiger arbeitsfreudiger Kollegen gerügt und ihnen ein Denkzettel in Aussicht gestellt! Dieser Dersammlungsbefchluß bleibt ein Krllturdokument. aber kein schönes!
Unpolitische Zeitlüuse.
N. 58er I in, 4. November 1919.
, : *-'K letzte Verkehrst»,7. Lange Nkenschaureihen
. den Fahrkartenschaltern ans Len Fernbahn!-
' 22?1’ Rufende wollen noch mit dem letzten Zuge ch^Berlin. Das wird eine schreckliche Ueberfüt- «fng gebens aber daratn haben wir uns ja schon ge- “*>• ren müssen. „Wenn man nur mitkommt", ist die Rock einmal macht man daS Drücken, ^ minken Fletschen, Ouerschen durch; dann hat der arme 'chn Tage Ruhe. Allerdings mit dar Aussicht, l ö,, der Eröffnung des Personenverkehrs die Eisen" "«ymoagen erst recht zu Hcringstonnen werden.
tje Hs Notwendigkeit! Angeblich ist der - ein ganzes Jahr lang beenLec gewesen;
Jtackwehen sind manchmal schlimmer als die ®if dem Operationstisch. Eine so ein- . de, Lähmung des Eisenbahnverkehrs haben wir qJ' in den Mobilmochungstogen von 1914 erleb!. 'Jit werden immer wieder mit gequetschter Nase darauf v'i NSen,. Laß her sog. Friede kein Friede ist. Damals n.i?rn die Soldaten vor, aber die Zivilisten konnten doch t»? Mähren. Jetzt gehen die Kohlen und die Kartoffeln bringt ^ENschen werden von ihnen vollständig oct«
0 e n und Karlos seist, — was waren das i'f, "er Tur mißachtete Dinge! Sie waren im Ueberfluß tin e eh? i'oa?n für billiges Geld: darum gatten ste für g.J., 'f dftvefftändliches und minderwertiges Anhängsel. x-Ä ' Jie zu mangeln drohen, lernen wir ihren Wert ichatzen. Der Mensch, der .Herr der Schöpfung", s.,. Würgst zu Hause bleiben, damit die Kohlen und die ^rtoffeln spazieren fahren können.
ein -- > Sn69seeminn[er und der wohlgespickte Angestellte Zahllosen Kriegsaefellschasten kaufen sich stolz tzl,,. iW'ide erster Klasse und meinen, sie seien die Firfi m- s:-'n der Eisenbahn. Ach nein; es geht ähn- mj. 'M Theater: vor dem „ersten" Parkett gibt es im m-t" allererstes, und aus diesen bevorzugten Fauteuils »m«wahnoerkehr thronen die Kohlen und Kartoffeln.
fr* ,,5 Eme Revolution. Was unten war, kommt oben« b»;'umgekehrt. Sonst muhte der Güterzug sich scheu fane^^„ brutfi" und geduldig still stehen, bis die Per- frem“vt uorbcigeslitzt waren. Jetzt hat der Güterzug fib£- und die hochwohlgeborenen Personenwagen " st..'n Schutzhaft.
1c.Dcr*e8l diese Eisenbahnsperre in die Kindheit Ti-„' ™ "em stillen Zipfel von Westfalen, wo meine 5Roi).i imoukelie (bas Kinderschaukeln war damals noch be: 2' die Bahnhöfe noch langsamer empor als Nachwuchs.. Damals ging es auch ohne cu- '3® und Gleise. Der Menschenverkehr bewegte sich iwrh^kcr5- Wappen, aus bescheidenem und bedächtigem te- <1. u. m Poitkurichsn, die damals für sehr üppig, Eic„ und sehr schnell galten. Demgemäß schränkte 065 -ueisen auf bescheidene Entfernung en und auf
Bus dem Rachdargevrer.
(!) Efchwege. Die Stadtschuldeputation fordert die Elt«n von Schulkindern drürgend auf, diese nach 7 Uhr abends nicht mehr auf die Straße zu lassen. Ein sehr vernünftige Aufforderung.
A Göllingen. Die ehemaligen Schüler der Kaiser Wilhelm-Oberrealschule wollen als Gedächtnisstiftung für die gefallenen Lehrer und Schüler der Anstatt e i n Schüler-Landheim errichten. Gedacht ist das Heim als Erholuntzsstät'c, deren etwa 6 Morgen Land den Schülern auch Gelegenheit zur gärtnerischen und landwirtschaftlichen '-Betätigung geben soll, während andererseits Heimat -, Wetter-, Himmelskunde usw. getrieben werden sollen.
(?) Aus Waldeck. Nunmehr scheint man den vielfachen Wünschen auf Hergabe von Dominal- grundstücken als Siedelungsland seitens der Landesoertcetung cntgegenkommen zu wollen. So sollen der Gemeinde Willingen an der waldecktsch-west- fölischen Landeszrenze beispielsweise 150 Morgen Waldfläche zur Urbarmachung abgetreten werden.
(!) Dom Eichsseldc. Seit Mitte Oktober macht sich ein Aufleben der Zigarren fabrikation bemerkbar. Wenn vorerst auch nur ein Drittel der Friedensmenge bergest eltt wird, so sind doch wenigstens in Helligeustadt alle Wickel- und Zigarrenmacherinnen beschäftigt. Für Sortierer und Kistenmacher bietet sich freilich bis auf treueres keine ausreichende Arbeit. Auf dem Lande hat erst ein Teil der Fabrikm den Betrieb wieder aufgenemmen.
6ffekHoI! ,ynd stnorr u Fa!da za haben bei:
Julius Karpf, Bahnhor«tr. 24, Ja iui 1.
Ohmstr 2. A. Jaeueke, Petersbergersü',
okdnung.
GoltsSdienst.
p. Erntedankfest. Dom. (Kollekte ,6, 6, */,7 u. 7 M., V.7 M. i. d. Marien!, u. d. christert- i. Dom, 8 Afarramt m. Pr., danach e Deum, V«10 Kathedralamt m. Pr., 11 EBr., M. m.Pr., */i2 Herz-Mariä-A., */«3 Vers. d. Jungsr- d. t. d. Marien!, m. Pr. u. A., 7 A. m. Segen t. d. irrten!. <Montag nachm. 5 A.) — Stadtpfarrkirche. (Kollekte f. Sannerz u. Maberzell.) 5V« Kom., 5’/* M. u. Kom. 6. Dienstmädchen-Kongregation, 6'/« M. u. Som. d. Jungfr.-Sod. u. d. übrigen christenlehrpfkicht. Jungfr., 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.), 9Vi Hochamt, Pr. u. Te Deum, 11 M. u. Pr. (2. Schulgd.), 9Vi Chr. f. d. Jüngl. t. d. Severik., 21/« Bruderschaft v. d. Todesangst d. Herrn, 3'/. A. f. d. Jungfr.-Sod., 4'« A. f. d. Dienst. mädchen-Kongregation i. d. Severik.— Pfarrkirche zurr heiligen Geiste. '/.7 Kom., 7 Frühm., 8 Pr., Amt m Kom., V-S CHr., 5A. — SodalitLt. */ilO. — Sevrrikirchr Sonntags und werktags W M. — Herz-Jesu-Heim 6 Frühm., 8 Amt m. Pr., 2A. (Mittwoch abends 8 A.) — MichaelStirche. Nachm. 2 Schluß d. Allerseelerrandachten.- Frauenberg. 5, «/.6, V.7 u. 7 M., 8 Rosenkranzm. m. Pr., 9 Pr. u. Levitenamt m. Te Deum u. sakram. Segen, nachm. 2 Pr., A. u. llmg. f. d. Fünf-Wundcn- Bruderschaft.
®»aogelif<8tt Gottesdienst.
Sonntag, 9. November. Bormittags9V.Pfarre:« Weber, 11 KindergotteSdtenft, nachm. 2 Sup. Ruhl. — Bikberstei«. BormittagS 9 Pfarrer Reich.
kleinen Bäumchen nicht als Hemmnis, sondern olsSprung- federn zur Milderung des Aufsatzes der Gondel auf den Boden dienten. So kamen alle Fahrgäste hell davon. Die Erbauer des Lufischisess und die Führer desselben haben sehr ehrenvoll abgefchnitten. Trotzdem wirkte der Vorgang sehr ernüchternd. Es hat sich wiederum gezeigt, daß die Luftschiffe mit ihren umfaagreichrn Gasbehältcin dxm Winde eine zu große Angriffsfläche bieten. Eine Landung bei stürmischem Wind ist ein hochgefährliches Wagnis. Der Ballon muß unter Umständen länger in der Lufr bleiben, wie vorgesehen war. In der Höhe ist er weniger gefährdet, aber auch nur so lange, wie der Den- zinvorrat ansreicht. Können die Motorc nicht mehr arbeiten, so ist das Luftschiff ein Spielball der Winde.' Jede Norlanümig ohne vorbereitete Hilfsmittel ist ein Glücksspiel auf Leben und Tod.
Auch der EiTsenbahnverkerh hat seine großen Gefahren, wie mir neuerdings aus verschiedenen großen Unfällen wieder ersehen haben. Wer tat Verhältnis zu der ungeheuren Zahl der Esscnbahnzüge sind doch diese Unfälle fetten. Die Tücken des Bahrwerkehrs können durch Sicher- hritstnaßregeln eher überwunden werden als dte Launen des Windes, denen das große Luftschiff ausgefetzi ist. Cb sich die Sicherheit der Ballons überhaupt erreichen läßt ober ob die handlicheren Flugzeuge den Vorrang behaup« tat, muß abgewartet werden. Vorläufig ist der Luftver- kehr mehr Sport als Geschäft.
Da wir von Enttäschmtg reden, möchte ich noch den Berliner Fall vom Scheintod ermähnen, der mich in dem Glauben an die bestehende ToTtenschau sehr ernüchtert hat. Eine Krankenpflegerin ,die sich vergiftet hatte, wurde im Walde ganz erstarrt aufgsfunden. Im Krankenhaufe stellte der Arzt den Totenschein aus, und das Mädchen wurde eingesargt. Nach 15 Stunden mußte der Sarg behufs polizeilicher Feststellung der Perfönlichkest nochmals geöffnet werden und zum Entsetzen der Leute atmete die angebliche Leiche. Bei fachgemäßer Behandlung erlangte sie nach einer Weile Bewußtsein und Sprach wieder. Man sieht daraus, daß die schaurigen Erzählungen vom Lebendigbegrabemverden auch in der gegemvärtigen Zett noch nicht als ein Märchen bei Seite geschoben werden können. Der Scheintod kann lange dauern, und auch der Arzt kamt sich irren, wenn er aus dem Stillstand von Atmung und Herzschlag den Tod folgert Die Vorschrift, daß die Beerdigung erst nach drei Togen stattfinden darf, gewährt keine Sicherheit, wenn die Ein- sorgung bereits frühzeitig erfolgt. Es muß erstrebt werden, daß die Leichenschau verbessert wird. Der Arzt, der den Totenschein ausstellt ,muß genau angeben, daß er die Leiche so und so viel Stunden nach dem angeblichen Tode untersucht und als sicheres Merkmal desTodes die Leichen- flecke, die Totenstarre usw. festgestellt hat. Bis dahin muß die Cinsargung unterbleiben. .
Wir wollen uns nicht bange machen lassen, da der Vorfall nur eine fdicre Ausnahme bildet. Aber Vorsicht ist Pflicht. Es zeigt sich wiederum, daß auch im vorgeschrittenen 20. Jahrhundert noch manches reiormbsdürftig ist, was Äsher für vollkommen galt.
Die Reichswehr.
In der Nationalversammlung haben in der «origen Woche lebhafte Debatten über die neue Rstchs- wchr stattgefunden, in die unsere alte deutsche Armee übergegangen ist. Es ist kein Zweifel, daß wir in diesem Jahre in heillose Zustände geraten wären, wenn die militärische Macht sich nicht als ein fester Wall gegen die spartakistisch-kommunistische Flutwelle erwiesen hätte. Zeugen dafür sind Berlin, München, Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Braunschweig, Sachsen, Oberschlesien, Thüringen, Stuttgart. Und diese ihre Deschützerrolle für die Sicherheit in Deutschland wird die Reichswehr noch lange auszuüben haben.
Nach den Bedingungen des Friedensvertragcs muß Deutschland auf die allgemeine Wehrpflicht verzichten, die Reichswehr darf nur aus angeworbenen Mannschaften bestehe«. Die Höchstzahl darf künftig 100 000 Mann nicht überschreiten. Und damtt wir verhindert werden, durch häusigen Wechsel der ausgeblldeten Truppen eine größere Zahl von feldtüchttgen Soldaten zu schaffen, hat sich in Zukunft jeder, welcher in die Reichswehr eintntt, für die Dauer von 12 Jahren zu verpflichten. Die allgemeine Wehrpflicht, das beste und am meisten demokratische System, sst damtt beseitigt und eine Söldnertruppe geschahen. Die Kosten für das neue Heer sind bekanntlich nicht geringer, sondern, trotz der achtmal geringeren Präsenzstärke, um viele Millionen höher.
Die neue Reichswehr wird menschlicher Voraussicht nach nie auf den eigentlichen Schlachtfeldern zu kämpfen haben, denn sie ist unendllch kleiner als jedes europäische Heer — Polen und die Tschechoslowakei sind im Vergleich zu Deutschland mllitärische Groß- Mächte ersten Ranges — und sie würde im Falle eines Angriffes auf die deutschen Grenzen nicht einmal diese schützen können. So liegen die Dinge nach außen, und wer glauben machen wollte, daß dieses Heer eine Drohung darstellt, wäre ein ganz erbärmlicher Lügner.
So ist die junge Armee also nur eine Polizettruppe für die Ordnung im Innern. Es ist unendlich traurig, daß eine solche Polizeimacht notwendig ist, aber wir haben diese Polizeitruppe so nötig wie das tägliche Brot. Weil nun die neue Wehr des neuen Reiches so eng mit der inneren Gesundung verbunden sst, ist unser Interesse, unsere Sorge für sie von selbst gegeben. Und da ist vor allem zu sagen: Dia junge Armee würde den Todeskeim in sich aufnehmen, wenn sie pölitisiert würde. Wir haben schaudernd die Tage erlebt, da nach dem Zusammenbruch und unmittelbar vor ihm die Kasernen zu polttischen Versammlungslokalen der Radikalen ausgestaltet und da in ihnen öer widerwärtigsten Form gehetzt wurde. Die Reichswehr kann nur dann ein starkes Ordnungs-Instrument fein, wenn sie durch und durch unpolttifch ist. Nicht Politik und Agttation, sondern Ehre und Pflicht!
Die junge Armee wird gut sein, wenn sie nur ihrer eigentlichen Aufgabe lebt und wenn sie nur für diese erzogen wird. Wenn jemals, dann ist in den vergangenen Monaten bewiesen worden, daß eine Armee
dringende Anlässe ein. Die Eisenbahn hat eigentlich das Reisebedürfnis nicht befriedigt, sondern vielmehr erst geweckt. In den zwei Menschenaltern ist das ReistbÄürf- nis riesig groß geworden. Daher ist die zchntagiae Karenzzeit «ehr empfindlich. Wir müssen uns für diese Spanne Zeit in die alwäterlichen Verhältnisse zurückversetzen.
Die Besuche bei entfernt wohnenden Verwandten und Freunden kann man wohl vertragen, und in der Regel ist es auch nicht schlimm, toentn das Aufgeschoben zum Aufgehoben wird. Der Geschäftsverkehr ist viel wichtiger; aber eine Zeitlang läßt sich die persönliche Verhandlung auch durch schriftliche Abmachung oder Drahtoerkehr ersetzen.
Wie toirb'S den H amstern gehen? Nun, der Nach- barschaftsverkehr bleibt ja noch in Gang. Die weilen Ham- sterfahrten verdienen kein besonderes Mitleid.
Noch weniger die Schieber. Wer in der letzten Zett in einem Schnellzug zwischen Berlin und dem Rhein- land gefahren ist, der gestcht am Ende dieses Messelhaften Vergnügens: das ist die reine Winkelbörse! In allen Ab- letten und in allen Korridoren, sogar in den geheimsten Nebenrärnnen wird gel)aiidelt, gefeilscht, geschoben, bestellt. Wer zuhorcht, kamr alle Preise erfahren, ,md wer mittun will, kann allen Bedarf decken, insbesondere an solchen . Waren, die eigentlich nicht da sein sollten. Was durch das große Loch im Westen hereintommt, wird in den Personenzügen verschachert. Wenn diese fahrenden Schieber zehn Tage Ferien machen müssen ,so ist es kein Unglück. Der ehrliche und gesunde Hairdel kann sich ohne persönli. chen Verkehr noch eher behelfen als das unsolide Geschäft.
Leute, die durchaus ein Trostsprüchlein sagen wollen, haben auf das Luftschiff als Äushilssmittel verwiesen. Das erinnert an die Anekdote non der kleinen Prinzessin, die auf die Schttderung der Hungersnot antwortete: Ja, wenn die Leute kein Brot haben, warum essen sie dann nicht Kuchen? Die paar Luftschiffe, die dem Personenverkehr in den Wolken dienen, fallen bei der Masse der ausgesperrten Reiselustigen gar nicht in die Wogschale. Don dem bedenklichen Kostenpunkt wollen mir gar nicht reden Bis die Luftfahrten sich auf alle wichtigen Der« kehrsstreckeu ausgedehnt haben, sind hofjenllich clle Kartoffel- und Kohlennöte längst überwunden. Inzwischen hat uns gerade jetzt die Erfahrung gezeigt, daß di« Wolkenkut- schcn doch ihre besonderen Gefahren haben.
Das Luftschiff „Bodensee" kam dieser Tage ruf der Fahrt von Süddeuischland glücklich bis in d>e Nähe von Berlin Als es aber auf seinem Landungsplatz Staaken niedergeher. wollte, war der Wind bis zu 20 Metern in de: Sekunde angewachsen und bei diesem Sturme war er unmöglich das niedergehende Luftschsss sestznhalten, ebschon aus dem Landungsplätze das Personal mit allen Hilssrnit- tenl zue Stelle war. Das Luftichtss mußte zu seiner Kettung wieder aufsteigen. Als es nun weiterfuhr gen Westen, geriet es in einen Schneesturm. Sei Wolmirstedt mußte eine Notlandung versucht werden. Dr Führer entedckie zum Glück eine Talmurde, die nicht mit hohen Baumen, sondern nur mit kleinem Nachwuchs von Kiefern (bedeckt war. In dieser Schonung kam er heil nieder, weil dort etwas natürlicher Waldschutz vorhanden tret und die
8. November 1919.
In der nächsten Woche entfällt auf jede Fettkarte ein Zehntel Ltr. Speife-Oel zum Preise von M 1,50. Die Krankenkarten werden mtt Auslandsbutter zu < w 10,80 das Pfund bedient. Abgabe an die Verbraucher: Freitag und Samstag.
Ausgabe an die Geschäfte: Donnerstag von 9 kn. 12 und 2 bis 4 Uhr bet der Nahrungsrnittelstelle.
Der auf die eingereichten Nooemberzuckerkartett entfallende Zucker (1^ Pfund auf den Kopf) steht vom Donnerstag ab in den Geschäften zur Wholung bereit Sie Zuckerpreise sind erhöht worden; der La-, denpreis beträgt vorbehaltlich späterer endgültiger Festsetzung 95 Pfg. für ein Pfund.
Die noch nicht eingelösten Karten der letzten Zwie^ back- und Keks-Verteilung (Nr. 5701 bis 9034) sind sofort in der Konditorei von Thiele zur Jnempfang- iwhme der Ware vorzulegen. Die am Mittwoch nicht abgeholte Ware ist verfallen; über den Rest wird anderweitig verfügt.