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politische

Lebenden. Och brauche Hilfe.

Kommen Si« zu mir.

| Samstaa 8. N-vsinber 1919. |

Die neue Note der Entente.

Mit der neuen Note der Entente betreffend

.Sie hätten! Der Bote wurde bestochen?"

«Nicht hoch. Sir haben die unverletzten Siegel selbst gelöst. Ich habe mich vorher versorgt."

Naive Frage! Vielleicht darf ich Ihnen gar noch etwas andeuten? Also, ein ganz Neineo, ganz bescheidenes Kost­pröbchen:

Lasten wir die Toten ruhen. Aber Hilfe den

glaubten ,i unter«

Zulahvroto'oll zum Friedensvertrag wird sich die Reichst egierung erst heute beschäftigen, nachdem sie sich mit den zuständigen Ausschüssen beraten hat. Diese Beratungen werden durch die Verkehrssperre erschwert. l

Was die Note, wenn sie wirklich auSgeführt werden sollte, für Folgen zeitigen würde, geht auS einem Telegramm des WerstausschuffeS in Hamburg an die Reichsregierung hervor, in dem eS u. a. beißt:Irgendwelche Auslieferungen von Schwimmdocks auS den Beständen der Werften würden die letzte Möglichkeit vernichten, eine geregelte Arbeit, wenn auch in beich'ränk- tem Umfange, im Schiffbau aufrecht zu erhalten. 2B:r erbitten daher unbedingte Ablehnung der En. entefordernngen "

Da sank der Handelsherr kn feinen Sessel zurück aschfahl gebrochen. Ein unendlich weher Ausdruck lag in feinen Augen, über die sich müde die Lider schloffen.

So saß er da, lange, schweigend.

Der Fremde störte IHN nicht.

Dann, nach einer ganzen Weile, ging er zu dem ver­nichteten hin.

Und nun will ich Ihnen den Rest besten sagen, war ich für gut finde, Sie überhaupt wissen zu lasten: Salzmann lag nächtelang im Fieber und hat phantasiert. Seine Re­den sind von mehreren Personen belauscht worden! Cs war viel wirres Zeug, aber es war noch mehr Interessan­tes. Dieses wies Spuren, die ich gegangen bin und die mich zum Ziele führten. Run, Herr RusNn, ergeben Sie sich gefälligst, weiterer Widerstand ist zwecklos."

Matt kam es von den blassen Lippen:

Ja, machen wir ein Ende. Sie haben sich die Kennt­nis einer Familientragödie erschlichen und verlangen jetzt Schweigegeld wieviel?"

Tot ich dar? Sie eilen den Ereignissen voraus. Ich habe Ihnen zunächst mir gezeigt, daß ich den stolzen, rei­chen Handelsherrn Ruskin in meiner Hand habe."

,Lu welch anderem Zweck, als zu dem bei Erpressung?"

Ein hartes Wort In dem Munde eines Kaufmannes. Erpressen Sie, wenn Sie die Gelegenheit nützen, die Ihrem Lieferanten ungünstig ist? Die Dinge stchen so: Ich wollte Sie davon in Kenntnis sehen, daß ich einen Artikel besitze, dessen Sie bedürfen"

Und doch den Preis vorschreiben?"

3rf> habe Ihnen nicht gedroht. Ich habe Ihnen nicht gesagt, daß ich irgend etwas unternehmen würde, wenn sich unser Geschäft zerschlägt. Das alles überlasse ich Ihrer eigenen Schlußfolgerung."

Zum Teufel, Sie wollen doch aber etwas von mir! Bloß zu einer Plauderstimde sind Sie nicht hiecher- gekow-'en!" . ,

Gewiß nicht. Es interessiert mich, zu hören, wieviel Ihnen die Verhüllung geschehener Dinge wert ist, um ab­schätzen ju können, ob nicht die Enthüllung dieser Ding« von einer anderen Stelle noch höher bezahlt wird."

Eine andere Stelle??

Die ich Ihnen nicht verbergen will. Er gibt ein altes Welsschloß, dessen Bewohner nicht undankbar sein werden, wenn ich"

Dem Kaufherrn schoß bas Blut jn Kopfe. Rote Ringe tanzten vor seinen Augen, ein Schrei bet Wut entfuhr seinem Munde, und seine Hände packten den ver­haßten Peiniger.

Der war auch aufgestanden, rasch und elastisch.

In fast lässiger Abwehr streckte er die Arme ans. Mit eisernem Griff faßten die hageren, sehnigen Finger die Handgelenke des Angreifers, und jetzt wankte der große, stattliche Mann. Ohnmächtig fiel er In den Sessel zurück.

Mein beliebter Griff!" sagte Murray beinahe artig, ich hoffe, Ihnen nicht unnötig weh getan zu haben."

Ruskin hatte sich völlig wiedergefunden. Aus dem Sessel war er aufgestanden. Schwer atmend, die Fäuste auf die Tischplatte gestützt, stand er do. In den verzerr- ten Zügen lag unsäglicher Zorn. Die Wer an der Stirn pochte in fiebernden Schlägen:

»Hinaus!" keuchte er, und dabei tastete die eitle Hand nach dem Knopf einer elektrischen Klingel,oder ich lasse Sie dmch meine Packer aus dem Hause werfen. Was immer Sie wissen mögen, mit Ihnen habe ich nichts zu tun. Jedes Wort weiter würde mich befudeln. Hinaus!"

,Ich gehe!" erklärt« Murray erregungslos. .Ihre Unfähigkeit, in diesem Augenblick Vorteil oder Nachteil zu übersehen, begreife ich. Sie sollen jetzt keinen Ent­schluß fasten. Auf jener Karte ist meine Adresse ver­zeichnet. Weyn Sie ruhiger geworden und mir gastlicher gesonnen fern werden, schreiben Sie mir dieselben Worte, die ich Ihnen vorhin sagte:Rommen Sie zu mir. Rsk." Ich werde kommen."

.Hinaus!" , .

Bemühen Sie Ihre Packer nicht. Ich habe die Ehre! Auf Wiedersehen! Drei Tage gewähre Ich Mafien» stillstand. Auf die Stunde drei Tage, länger nicht. Ich Hobe die Ehrei" z >

Am Ausgang, macht der Gast wiederum eine tadel­lose Verbeugung und dann fiel die Tür hinter ihm ins Schloß. (Sotifcfattng folgt.)

Der Schatten.

Roman von Arthur Winckler- Tannenberg.

Urlaubszug der Eisernen Division, der unter Führung eines Leutnants Dietze stand, angehalten und der Trupp v e r h a f t:e t Die Vernehmung der Leute rgab, daß die Mannschaften über die allgemeine ü. Lage vollkommen falsch orientiert sind. ( sie. daß die Amerikaner die baltische Oper.

stützten usw. Der Ernst der Lage ist ihnen osfensicht- lich von ihren Vorgesetzten verschwiegen worden.

Jn Gablonz in Böhmen kam es zu Hunger».

,-r /* rd I Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schütte,

Jtr. I für die Anzeigen: I. P a r z e l l e r. Fulda. Rotationsdruck.

Da loderte es in dem Handelsherrn empor.

Ja, werde ich denn mit Spionen umstellt, bin ich unter "ufsicht?" rief er.

"3°° klang es zurück, einfach und kurz.

^Und mit welchem- Recht? Wer wagt diese Frech-

Ich!" . tW1': .-*

»Dar isti»

»Unangenehm im höchsten Grade. Aber bleiben wir k- der Sache."

, Ruskin wurde plötzlich ruhiger und zuversichtlicher. Er 1° olle Papiere Salzmanns erhalten bei feinem J®etten Besuche. Was konnte dieser dreiste Eindringling ovch wollen!

^ebrof* ** B>0T' ®fen ^*^n suchende Augen alle

»Das Schlimmste für Sie, Herr Ruskin, ist: diese Auf- ""bestreitbare Erfolge gehabt. Der Notar Iustiz- Echleedorf hat ein Paket in die Wohnung Salzmanns "Cylut"

Ruskin stand da, als wolle et sich auf den Sprecher ktiirzm und ihn erwürgen.

»Mann Schleicher Teufel!" stöhnte er.

Murray verzog keine Miene.

Shn'*1' h"be.n das Recht, sich auszuregen, und ich nehme auch ein paar unfreundliche Worte nicht übel. Mich ss^oruhren würde ich Ihnen abraten, denn ich habe einst -oentnern jongliert und noch genügende Kraftreste, um Cj"" bie Rippen im Leibe zu brechen. Auch verbessern ein f0ld,e5 Dorgehen Ihre Lage in feiner Weise. for;?-E5rt' *e rubigcr wir uns auseinandersetzen, desto cr= "Sucher, fir 6ie -

"berlegene Kaltblütigkeit machte Ruskin wieder

sJ? lopen Sie endlich, was Sie meinen mit jener ^wüienangelegenheit," sagte er.

»£« wissen Sie"

-Was Ihnen bekannt sst?"

tüomh "raud,.en Sie nicht zu wissen. Sie ahnen es g:- ich 'ft' Un^> "i«ll«'cht fördert es Ihre Ahnungen, wenn sage, daß jene Papiere aus des Notars Der- nicht vollständig sind."

Der Nntersuchrmgsausschutz.

Admiral Koch über den U-Bootkrieg.

Der parlamentarische Untersuchungsausschuß kam am Donnerstag zur SGerncbmuna des Admirals Koch über den U-Bootkrieg, der in längeren Auseinander- setzun en die allbekannte Entwicklung der Seekrieges barlect Sehr bald kommt es dabei zu Zwischeniraaen darüber, ob Admiral von Holtzenddrff über daS Bestre­ben der kaiserlichen Regierung unterrichtet gewesen sei, Wilson zu einer Friedensaktion zn veranlassen. Herr v. Bethmann erUäit hierzu, daß dies ferner Kennt­nis nach der Fall war. AIS er darauf vom Vorsitzenden gefragt wird, ob er auch darüber aussagen könne, in to-e weit die Oberste Heeresleitung unterrichtet gewesen scr, erklärt er, dieS verneinen zu müssen, da er sich auf solche Einzelheiten heute nicht mehr erinnern könne. V> n seilen deS Ausschusses wird man daraufhin dring­licher und meint, in so wichtiger Frage dürfte ihn fein Gedächtnis doch nicht im isiiche lassen. Da verläßt aber den einstigen Kanzler wieder dir Geduld: in erregter Weise erklärt er, er sei hier nicht An eklagter, sondern Zeuge, der unter seinem Eide auSsape. WaS er be- erdigen könne, daS müsse man ihn entscheid r. wc-en l Im übrigen stände ja dem Ausschuß das gesamte Akten­material zur Verfügung, aus dem sich alles erfehen lasse! Er sei lediglich verpflichtet, unter feinem Eide Ergänzun­gen zum bereits vorliegenden Aktenmaterial zu geben. Dann fuhr er fort:Es ist ein eigentümliches Verfahren, daß man mir hier ein Zeugnis über einen Tatbestand ab­verlangt, auf Grund dessen ich vielleicht demnächst als An­geklagter vor dem Staatsgerichtshoft zu erscheinen habe. Juristisch ist das durchaus unhaltbar. Ich wiederhole meine Bitte, zwingen Sie mich nicht, nach meinem Ge­dächtnis eine Rekonstruktion der Art hier vorzunehmen und dadurch mich in Widerspruch zu den Akten zu setzen."

Herr Dr. Heisser ich kommt dem festgefahrenen Kollegium zu Hilft und legt Herrn v. Bethmann die in Frage kommenden Aktenstücke vor: ein Telegramm vom 26. Oktober 1916, in dem Feldmarlchall v. Hindenburg über unsere Friedensaktion unterrichte! wurde: in einem Kiten Telegramm ist die O. H.-L. von Wilsons bevor- eribem Friedensschritt benachrichtigt worden, worauf General Ludendarsf mit skeptischer Beurteilung Wilsons geantwortet hat. Besonders Dr. Sinzheimer und Dr. Cohn rücken nun wieder mit.ihren Fragen vom Thema ab, Cohn rückt dabei dem Staatssekretär Zimmer- mann so scharf auf den Pelz, daß sich dieser energ'sch ba* gegen verwahrt:Sie dürfen mich nicht zu einem Mein­eid führen wollen."

Darauf folgt eine längere Auseinandersetzmig Eber Ne Aufgaben des Ausschusses nach vierzehntägiger Dauer der Tagung allerhand! in der der Vorsitzende Bechmann» Ansicht teilt, ehe Admiral Koch feine Dar­stellungen fortsetzen tonn. Herr Dr. Helfferich wird nun, weil man feine Unterstützung auch weiterhin benötigen zu können glaubt, schnell vereidigt und noch ihm der Ad­miral v. Capelle, der nun Mitteilungen über dir Starke unserer N-Dootwaffe macht, aber es ablehnt, sich auf eine bestimmte Zahl ftstzulegen, weil dies so gut wie unmöglich fei. Dem Laien kommt es sonder­bar ypr, daß über diesen Punkt hn Lauft des Kriege? auch bei den Eingeweihten nicht vollkommen« Klarheit de- stehen konnte. Das kam daher, daß bfe U-Boote zum Teil aus der Ausreise, zum Teil aus- der Heimresse, teils in Wiederherstellung, teils im Dau waren. Einige Mit­glieder des Untersuchungsausschusses glaubten es ober her- äusbekornmen zu müsse», und vrrsuchtrn dem Geheimnisse der Zahl unter allen Umstand m aus den Grund zu tarn» men. Sie mußten sich von dem Sachverständigen eines Besseren belehren lassen.

Man kommt dann auf die Auswahl der Sach­verständigen zu sprechen, die Ne Gutachten über den U-Bootkrieg abzugeben hatten. Sinzheimer bemängelt die Qualität der herangezogenen Sachverständigen. Dabei wird auch Herr Dr. Helfftrich befragt, aber diesmal erhält der Ausschuß auch von ihm einen Nasenstüber: man forme nicht von ihm verlangen, daß er heute über der- artige Einzelheiten Bescheid wisse. Dieft feien in den Akten enthalten. Ne fa dem Ausschuß vorlägen.

Dann bespricht man Ne Wirkung des U-Boot» krieg es, die immerhin beträchtlich wat. was durch Ne als Zeugen erschienenen Admirale den Fragern Kothein und Dr. David bewiesen wird. Nach Ansicht der Flolten- ftchleut« waren die Leistungen des U-Boot-Krieaes sehr bedeutend und überaus wirkungsvoll, aber der Krieg hat zu lange gedauert, und so ist dem Feinde Gelegenheit ge­boten gewesen, seine Abwehrmittel hoch zu entwickeln. Admiral Koch jagt:. Die tatsächliche Wirkung? Hören wir den amerikanischen Admiral Sftns! Als der einige Tage

AuS dem besetzten Gebiet-

die empörenden (Seroilttaten der französischen Br« satzunMruppen iu der Pfalz mehren sich tn der letzten geit in so bedenklicher Weise, daß die bayerische Regierung sich veranlaßt gesehen hat, an caS -uS- wärtige Amt das Ersuchen zu richten, wegen dreier Vorkommnisse Protest zu erheben. Die schwerste Bestrafung der Schuldigen, die Bekanntmachung bei Bestrafen und Sühne für die Bluttaten sollen bet»' langt werden. .

U tlmatvm der Saarbcrnlexte. Die Saarbergleute haben sich bereit crilatt, Uederschrchten zur rzor« berung von K oh l e n zu verfahren, die zur Steuerung oer großen Kaitoffelnot im eaarc,eb:et als Austausar gegen Kartoffeln aus dem unbesetzten Gebiet Berwenvung finden sollen. Diesen Vorsch-ag der saarberjleuie lehnte General Andlauer unter Hinweis auf das alle,, niqe Recht Frankreichs auf Saarkohlen rundweg ab. Nunmehr haben die Arbeitsorganisationen General. Andlauer ein Ultimatum überreicht, eie Ausfuhr von Saarkohlen zu genehmigen, andernfalls ein allgemeiner General st ieik unvermeidlich wäre.

Der fraNiWche Kur« in virkenfe d. Trotzdem dis Wahlen gu.n LanoeSausschntz klar een Willen der Be- vötkerung über di« Zukunft bei Provinz Birkenfeld zum Ausdruck gebracht Haven, hat dis franzdsssche st« satzungsbehörde dem Landesausschutz noch nicht die Genehmigung zum Zusammentritt erteilt. Der Kur­in Birkenfeld ist nicht geändert.

send versammelt, die von den Reichswehrtruppen mit leichter Mühe zerstreut wurden. Versuch- einiger hun. dert Dernomtranftn, .gegen Mittag geschlossen nach bet inneren Stabt zu marschieren, wurden im Keime er­stickt. In Hamburg und Kiel ist alles ruhig ge­blieben, Gestreikt wird tn keinem Betrieb. Jn B r e- m«n. der Hochbui» des unabhänogen . HäuvilingS Henke, ist es den kommunistischen Hetzern gelungen, ungefähr ein Drittel der Arbeiterschaft gut Niederle- grrng der Arbeit zu zwingen. Leipzig ist vollkom- mcit ruhig. Auch der Aufforderung der revolutionären Obleute von Danzig, in ritten Sympathiestreik für tie russischen Brüder einzukreden. Ist niemand gefolgt. Gleich, Nachrichten kommen aus Stuttgart M ft n ch e n.

Di« russische Blockade und die Neutrale«. Tas Svenskr Dagbladet erklär', daß die Antwort der drei skandinavischen Länder auf die Note der Alliier­ten beheffenb die Blockade gegen Rußland gemein­sam abqeianbt worden sei. Der Inhalt sei noch nicht bekannt.

* Tie bisher in Frankreich zurück zchaltenen entbehrlichen deutschen Sanitätssoldaten werden nun» me r nach einer Mitte lun i der französik ben Regie- runa in die Hcimcn entlassen werden.

Derhastung von Urlaubern dec Eisern Division. Am Mittwoch wurde ein durch Berlin ommender

£tt gescheiterte R-^lutionsstreik.

<rie Vereitelung des Generalstreikplanes, der uns - jet des Jahrestages der Revolntion einen : I £,n Umsturz nebst Bürgerkrieg und Hungersnot Wucheren sollte, ist ein Ereignis, deflen Tragweite 86 7/die Grenzen von Berlin und Über den iShtitbaftltoen Rahmen "nauseeht.

II ** Pisder wurde von den Streikhetzern immer ver- oder geradezu abgeleugnet, daß politische f «werfe ^folgt würden. Diesmal halten die Ber- Wfettr Verfübrer ihre Katzen aus dem Sack gelassen ' wtb in voreiligem Uebermut öffentlich einaeftanben, sich uni einen politischen Streik handele.

. -um Generalstreik alarmierende Aufruf iprach i W * * n ^neCt Machtkampf zwischen Kapital und Arbeit fügt hinzu:Die sozialrevolutionäre Partei, die

: E ^abhängige sozialdemokratische Partei und die kom- U «mistische Partei Deutschlands unterstützen den jetzt kritisch gewordenen Kampf." Nicht mehr um ge»

- U ^rkschastliche Forderungen, wie vorgegeben worden | E handelte es sich also, sondern der Jahrestag [ russischen Revolution sollte dazu benutzt werden, |L bte Stellung der gegenwärtigen Regierung zu | Schüllern und den Weg frei zu machen für die | jiffatur des Proletariats.

Es lag klar zu Tage, daß dieser Generalstreik em k rechter Revolutionsstreik werden sollte. Für I bestehende Regierung ging es um Sein oder 1 Mtsem. Die Gewbr war tatsächlich groß. Denn | oticbe in Berlin hatten dieUnabhängigen" tm I yerlauf dieses Jahres einen erheblichen Zuwachs I on -ghlenden Mitgliedern und noch mehr Mitläufern I gewonnen, und zwar auf Kosten der MehrheitS- I io-taliftert, die sich bereit# sehr gedrückt fühlen. Im | (gen Bunde mit den Unabhängigen standen die * Epartak'sten, die über eine Menge von tollkühnen 1 Re ellen verfügen und auch immer noch Waffen be»

^Obendrein war die Sache rechk geschickt eingefädest. ? Metallarbeiterstreik, der schon längst zum Ab- r schtuß Kif trar, hatten die Drahtzieher in schlauer Be- [ rechnung so lange hinaeschleppt, daß man ihn in die­ser Woche vor dem Jahrestage noch zur Aufhetzung ! bet Massen und zur Anzettelung von Sympathie­streiks ausnutzen konnte. Die inzwischen eingctretene Lerkebrssperre behinderte die Umsturzagenten nicht.

Gegenteil: sie hofften die angestrebte Neuordnung | des Güterverkehrs stören zu können, woraus dann sich eine Kohlen- und Kartoffelnot ergeben sollte, die das | stierende und hungernde Volk von Berlin auf die re- [ vMionären Gaffen führen würde.

Woran ist der gefährliche Plan gescheitert? Er- j [ten® an der F e st i g k e i 1 de r R e g t e r u n g, die int I entscheidenden Auaenblick mit der starken Noskehand ! eingepriffen, das Parteibüro der Unabhängigen besetzt, den Roten Vollzugsrat aufgelöst, zum Schutze der wichtigen Betriebe und zur Erhaltung der Ordnung ff die erforderlichen Wehrkräfte zielsicher bereit gestellt haite. Zweitens gebührt Anerkennung der vernünfti­gen Mehrheit der Arbeiterschaft, die diesmal ' mehr Widerstandskraft gegenüber der radlkaftn Min- ; dkrbeit bewies. Das hängt aber zusammen mit der dritten Erscheinung: die Organisation der M e b r Heisssozialisten, die bisher eingeschlafen zu fein , schien, wagte sich jetzt wieder mit - ausgefrischtem Mut euf den Kampfplatz und riß manche Genosien, bte schon an die Unabhängigen verloren gehen wollten, fieber auf den rechten Weg.

Es war eine Kraftprg.be von entschei­den d e r B e d e u t n n a. Dir Regierung hat gesiegt, «w Vernunft hat gesiegt, die Ordnung hat gesiegt, lind zwar so durchschlagend, daß die unabhängigen Führer klost ihre Niederlage eingestehen und den General- nrei. abweiftn mußten. Die Kommunisten, der Spar- wkuebmid, hat sich fteilich diesem Rückzug nicht ange« A!o"en: er wartet auf eine neue Gelegenheit zur vrandMung. Das lieat in seiner Natur. Wesentlich m aber, daß in die radikal» und revolutionäre Gemein- sibast ein Riß gekommen ist. Die beiden Umsturz-

Die Not in Wien.

Men, 6 Nov. DaSNeue Menen Tasblatt" Bringt die Nachricht, daß infolge KohlcnmangelS M der Gebärklinik zwei Säuglinge durch mangelnde Wärme Ort Lungenentzündung erkr «kt und gestorben fflien. Nach dem Tode dieser Säuglinge kamen die | l-rcjnkenschivesiern weinend zum diensthabenden l>ro- ftessor und erklärten, es nicht mehr ansehen zu kow- neu, wenn Neugeborene bei einer Temperatur von 11 Grad liegen. Fünf Säuglinge, die in Gefahr de§ Er» frieren- waren, wurdem in ein Zimmer mit einem Gas­ofen gelegt, und e? gelang, drei von ihnen zu retten; zwei schweben noch in Lebensgefahr. Der lettende Pro. ftssor der Klinik erklärte u. a.: Die Lage der Mut- ter, die ohne genügenden Wäimesckutz hier liegen, tst fürchterltm. Die beiden Säuglinge waren vollkommen gesund t< b lebensfähig. Das '-Deinen der Mutter, denen ihre Kinder unter den Händen wegsterben, ist für ein-n Arzt und Menschen nicht mehr erträglich.

Paris, 6. Nov. Jn Paris fand eine dringende Be­sprechung unter den Kabinettsmitaliedern statt, weleb« bszweckie, daß Frankreich ewaS unternehmen solle, um die Not in SSien zu lindern. Ter französikche Ge­sandte Mize hatte eine baldige Unterstützung der Not» Kidenden tn Wien dringend anempfohlen. Auch von kirchlicher Seite wurde aller Einfluß angewandt, um die Regierung zur Hisse zu bewegen. W:e jetzt von den Mitgliedern des Kabinetts mitgeteilt wird, ist die H I" feiet ft un& Frankreichs abgeleh n t worden. Clemencean wollte von einer Hilfe nichts wissen, er erklätte, daß falsche Schlüsse daraus gezogen to?* den kötnten. wenn Frankreich seinen Feinden in solch feunsicher Werse jetzt entgegenkomme.

Wien, 6. Nov. Unter Hinweis anfdie katastrophale LebqnSmittel-- tmi Kohlennvr in Wien richtet da? Neue Wiener Tagblatt" einen Aufruf an alle deutschen Stammesbrüder, in dem es ,heißt: Die zweit, grötzre Stadt deutscher Nationalität ring rr.n den nack. ten Bestand im wahrsten Sinne des Wores, schreit um Hilft wie ein Ertrinkender, der im Augenblicke der böchstcn Not da? Echo eine? guten Herzens erwartet. Der Notschrei Wiens soll über unsere Grenzen bringen und soll in der deutschen P esic aller Staa-en Auf- nahnre finden, und alle die, die unsere Sprache spre­chen, daran erinnern, daß es ein nationales Nettuyns- werk zu erfüllen gilt." Wie dieNeue sitreie Poesie" ersäbtt, Bat die italienische Regierung 30 000 Tonnen Mehl, sofort lieferbar, zur teilweisen Abhilfe dec Le- benSmiticTnot in Wien angeboteu. .

genoffen stehen sich vorläufig verärgert und mißtrauisch gegenüber.

In den östsschen Vororten Berssns, in 'Neinecken­dorf, Tegel und Licktenberg, ist eine Anzahl kom­munistischer Waffenlager beschlagnahmt worden. Wegen Vergehens gegen den Roskeschen Streikerlaß sind wieder eine Reihe von Personen, vor- ncbmlicy Streiksührer, in Berlin sestgenommen wor­den. Durch die Auflösung des Roten Vollzugsrates ist die Negierung in den Besitz der strategischen Pläne der Spartakisten gelangt, der durch allgemeine Demonstrationszüge am 7., die weiteren Er­eignisse für den 8. und 9. November vorbereiten wollte. In der Eifenbahubetriebswerkstätte Potsdam wurden spartatistifche Kollegen, die zur Störung des Eisen- I'uhnbetriebes am 9. November crufforderien, auf Ver­anlassung ihrer Kollegen verhaftet.

»

Der Dresdener Ange st eilten st reit ist beigelegt werben, nachdem ein Zuschlag von 15 Proz. zürn Tarif zugebilligt worden war. Auch im Sie- gcrländer Streik ist eine Einigung erzielt wor­den. nachdem die technische Nothilfe und die Reichs­wehr ztim Schutze der Arbeitswilligen angerufen waren. In Braunschweig wurde durch die Betriebsräte der unter dem Einfluß der Kommunisten beschlossene politische Generalstreik mit großer Mehr­heit abgekehnt. InMünchen hat sich dagegen die Parteileitung der Mchrheitssoziakisten den Radi­kalen gefügt und ebenfalls beschlossen, die Revolutions- fkicr am 8. November zu begehen. Sie fordert zur Arbritsruhe auf und veranstaltet Festversammlungen.

Der 7. November.

Die von den Ämmrnmiften zur Feier des 7. Novem­ber, des Fahrektage? der russischen Revolution beabsich­tigten Massendemonstrattonen sitch, im ganzen Reiche, fetoeit bisher Mdldungen Vortiegen, in» Mass er gefallen.

An verschiedenen Stellen in Berkin kam eZ trotz dcS Verbots des Oberkommandos zu mehreren Vor- fam-mlungen unter freiem Himmel. Einzelne Redner mühten sich ab, dem aufhorchenden Volle di« Segnun- gen der russischen Methode vor Augen zu führen. Sc- geichirenderwekft war öfter keiner der Kommunisten« führet erschienen. D» Redner waren durchweg 5. Garnktür. Im ganzen hatten sich knapp ein paar tau.

in London mar, waren alle feine Illusionen verssogern Zahlen mA Daten der englischen Admtralttat ergeben, daß Deutschland im Begriffe war, Sneg m einem (01^ Tempo zu gewinnen, daß England in 4 bis 5 Dtonaten bedingungslos zu kapitulieren gezwungen war. lldmtral Iellicoe, Höchstkommandterender der engluchen Floi:., dtr Kabtnettsmttglteder Balfour, Carson, Churchill waren ebenko pessimistisch, nur Lloyd George war Opumtst, er, bet 'es geschafft hat. Weiterhin stürmt eine Fülle nur parteipolitisch erheblicher Fragen Smzhetmcrs au Ad­miral Koch ein, der sich in diesem Gestöber mühsam zurecht- findet; er bekommt es alsbald auch mit Dr. Eohn zu tun..

Endlich di« Frage der Unterschätzung Am er i- ka s. v. Capelle gibt zu, daß er damals auf eine Be­endigung des Krieges in einem halben Jahre gercchntt habe. Daß später die amerikanischen Transporte doch durchkamen, das sei allerdings nicht in dem Maße voraus- pefthen Morden. Er steht nicht an, zu bekennen, daß man sich hier tatsächlich geirrt hat.

Berta ung der Arbeitcrkonserenz.

Tie ArbeitSktmferenz, in Washing-on ist aufge- schoben worden, weil die deutschen Delegierten noch nicht eingetrofsc, sind. Ter Arbeitskongreß hatte nämlich einen Fuukspruch der deutschen Gewärkschaf. ten mit der Mitteilung erhalten, daß d:e Deutiwen bisber noch keine Geleqenbeit gefunden haben, sich nach Wajhingwn einzuschiffen und daß sie der Kon- ferenz den Tank für die Zulassung der deutschen Delegierten auslprächen. Schon vorher hatte dc« Regierung der Bereinigten Staaten bebauetnd mit» geteilt, den deutschen Delegierten keine Fahngelegen- heit auf einem neutralen Schiff $ufiebern zu ionnen, wodurch naiüdtd) deren Reiie nach Amerika verdm« dert werden würde, was wohl auch beabsichtrgl war»