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Roderich-Jochen verneigte sich geschmeichelt. Beinahe'

Tautropfens. 3c, Reydt halte recht,

ihn die Aussichten

aufpassen, aber den behielt im Lupe oder er rief durch Bemerkung seinen Gehilfen

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Auf allen

Bewegung, in London, San Fran- wohl ziem-

Leidenschafislos« mochte noch dann Murray auch besonders eine nur diesem verständliche herbei.

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Kohlen, und Kartofselbeschafsung zu stellen. Aber diese einschneidende Maßnahme kann nur Erfolg haben, wenn in diesen Tagen zugleich alle Kräfte der Erzeu­gung und der Beförderung von Kohlen und Kartoffeln aus» höchste angespannt werde».

Darum Bergleute! Steigert weiter di« Kohlen«

Süllenblöck, wenn Ihre

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Eisenbahner in Betrieb und Werkstatt! .Ser« wendet olle Kraft auf die höchste Leistungsfähigkeit der Eisenbahn.

(Elf Tag« müssen die Kohlen, und Kartoffeizügr «naufhörlich in ganz Deutschland rollen! Jeder Zug mehr, der beladen und abgefahren werden kann, bedeutet einen Schritt zur inneren Festigung und Wohlfahrt. Hier mit» zuhelfen ist vaterländische Pflicht. Ein Volksgenosse muh dem andern Helsen. Und alle müffen für dar Gesamte gemeinsam arbeiten. Wenn sich in diesen elf Tagen un­sere Hoffnungen erfüllen, dann können wir dem kommen­den Winter mit all seiner Schwere und seinen Anfor­derungen ruhiger entgegensetzen als setzt.

Ebert, Reichspräsident, Bauer, Reichskanzler.*

schüchtern hob er an:

Ich höre, welch ein Kenner Sie sind. Rennplätzen des Erdballs zu Hause*

Murray machte eine lässige, abwehrende Aus allen nicht, man übertreibt-. Aber Paris, in Wien oder Hongkong, Berlin oder zisko ja, was da laufen läßt, kenn' ich lich gut.* '

Bruno trat 6«m

Verzeihung,* sagte « zu Herrn von »etm ich störe*

D bitte, wir fetzen unser Gespräch fori, vielleicht dringende Frage erledigt ist.*

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innig fei rein e nicht Wer"

d.

forber ang!

Landwirte! Liefert Kartoffeln ad!

Arbeiter und Unternehmer des kehrsgewerbes! Sorgt für rasche Abfuhr!

Der Schatten.

. Roman von Arthur Winckler-Tannenberg.

34] -----------

Ek war überall, des jedem Rennen. Öd'» in Eng» nm den Derby, in Frankreich um den grand prix *ht, er hat feine Freunde dort sitzen. Und was für ®ri$e! Herzöge und Prinzen! Du, dem legen wir den «"tropfe» an» Herzl*

i Roderlch-Iochens gute«, nicht überkluges Gesicht über» rin Schimmer der Verklärung. Ein wenig eitel de» Bertte er:

»Sie Stute macht'» wohl auch, ohne daß sich Eön» * bemühen. Ader eia Narr, der'« nicht mitnimmt, ®*nn er'» haben kann. Und wenn zudem der brave ®*nm solchen Umgang hat, braucht man sich so gar nicht- M zu schämen! Also, Du bringst «ich 'rein in

188 hriltze Mysterium!'

"Wochen wir, Roderich-Jochesi!*

3n dem heiligen Mysterium spielten Vater und Sohn vangball mit Worten und Werken. Nach feinsten, un- «sorschlichen Plänen. So hatten sie mit den zweiund» imo^igtaufend Mark, die der junge Partner dem alten oonohm, erfolgreich Fangball gespielt.

Solche Geste stnanzieller Erhabenheit gehörte ja zn oil-rgrobsten Griffen ihres Systems. Man sah sich *2, ^u!e an, denen man sie zum betet: gab. Über mit- vZr °>ar sie nötig und nützlich.

paar Stunden später steuerten Roderich-Vochen sein Freuyd dem alten Seebären zu. Nur zwei SrfuHrf ^te** buchten sie zu gehen, um au» der einen <bente in die andere zu kommen. Des Leutnant» Parole gut und sicher.

war eine kleine, aber erlesene Gefelllchast, Me sich WMrnmengefunben hotte. Man spielte noch nicht. Der» "re^ungen wurden abgewartet.

v. schicklicher Gelegenheit machte Herr von Reydt - , rren bekannt. Wie er den Namen Düllenböck

-nte, .tourbe Murray atckmerksam. Einen Augenblick Ig>.en er nachzudenken. Dann aber sagte er lebhaft:

Der glückliche Besitzer de» siegreichen Pferde« ^D.e Petz er doch gleich? Selbe Etme man muß 5sst an den Namen gewöhnen*

»Xautrnpfen.'

»Richtig, Tautropfen, wird bald, wie ein solcher, auf c* ^aren {unfein, der die Welt bedeutet.' '

. ____- Prri, mono«. I 45. lohrg

Ädr-sie: Fuldaer Z-'tung 1^

Sonn btn Ich so frei. Herr Murray, erwähnten Sie nicht neulich, daß Sie Kreditbriefe on das Hau« Ernst Adalbert Ruskin hätten?*

,36, mein junger Freund.*

Dort drüben wurde eben der Name im Gespräch ge» nennt. Wünschen Sie noch irgend weiche Auskunft?*

»Kaum noch nötig, habe bereits gehört, daß es eine der allerersten Firmen fei. 3ch danke verbindlichst."

Bruno ging wieder. .t>

Murray hatte unter halbgesenkten Lidern auf den jungen Gutsherrn gespäht.

Wahrhaftig, der sing Feuer. In dem Bestreben, sich den oieloermögenden Mann zu verpflichten, fegte er:

»Herr Murray, es ist mir ein ganz besonderes Ver­gnügen, Ihnen au, allererster Hand mit jeder Auskunft über do» Haus Ruskin dienen zu können. Meine Schwe­ster ist die beste Freundin der einzigen Tochter des Herrn Ruskin, und ich habe eigentlich die Verpflichtung, dort meinen Besuch ja machen.*

»Verbindlichst«: Dank, Herr Baron. Es genügt mir. zu wiffen, daß auch Sie mir beruhigende Auskunft geben.'

»Völlig beruhigende glänzende. Ja, ich möchte sagen, der Eianz des Handelshauses wird noch strahlender werden, wenn die Welt erfährt, daß sich die Millionen der Ruskins mit dem imposanten Feudalbesitz der Herren von Eve ns verschmelzen sollen.*

Murray lenkte grundsätzlich ab.

Der mitteilsame, junge Mann durfte keinen Augenbi'ck den Eindruck gewinnen, daß er ausgeforfch! werde. Er sollte in seinem Eifer, sich nützlich zu machen, sich immer wieder anbieten deshalb sagte der Alte:

Um wiri». auf unser Gespräch zurückzukommen es wär« u-fei» von. mir, Namen zu nennen, das verbietet j

Der Berliner Melallarbellerstreik.

Ms Generaistrelkparole des Metallarbeiterverban- des ha! nicht die Wirkung gehabt, die erstrebt wurd^ Ein Teil der Betriebe hat sich allerdings^ dem Streik angeschloffen. Auf der anderen Seite wächst bei den bisher streikenden Fabriken die Zahl der Arbeiter ständig, die sich zur Wiederaufnahme der arbeit wel- den. Der Metallarbeiterverband wird natürlich trotz­dem keine Taktik fortsetzen und versuchen, die gesamte Berliner Arbesterschaft auf die Straße zu bringen. Die Aufhetzung zu unruhevollen Zuständen am Revolu- tionsjahrestage ist unverkennbar. Das Organ der so­zialdemokratischen Partei, derVorwärts*, laßt keinen Zweifel, daß dieunabhängige* Gtteilparole auf entschiedenen Widerspruch stoßen wird.

Hätte er etwa gesagt:

Herr Leutnant, darf ich uw die Karte dort llnkr von Ihnen bitten*, so hätte Brun gewußt, bah er den sinken Nachbarn des Leutnants Reydi abzulenkcn habe.--

Roderich-Jochen war längst in einer Vertrauensselig» feit, die ihn rollig wehrlos machte, und feine Kassenscheine flatterten mit unheimlicher Eile aus seiner Brieftasche in die de, Tonkinesen. Gelosten, beinahe fröhsich ne , er» hin. Murray sollte guter Saune sein, er soll!» so etwas wie die Verpflichtung fühlen, dem Gerupften auf einem anderen Gebiete Genugtuung zu geben.

,(Fortsetzung folgt.).

diesen Storni da hotte ihm bet Himmel in den Weg geschickt!

Dos Spiel begann.

Murray» beliebtes System war bas »Packen*.

So nennen hie Falschspieler die Beeinflussung her Kortenreihensolge beim Mischen. Mit einer gewissen Fingerfertigkeit, bk Bruno bereits von seinem Vater ge- lernt hatte und an einem anderen Tische erfolgreich ver­wendete, .packte* Murray die Karte« so auseinander, wie et sie zu seinem Vorteil brauchte.

Von der Methode, die Karre an den Schraffierungen der Rückseite erkennen zu wollen, hielt er persönlich nichts, obgleich er nicht bestritt, auch darin schon verblüffende Leistungen erlebt zu haben. Er versieh sich mehr auf die eigene Geschicklichkeit, und bis bet ihm bas .Packen* um» somehr, als seine ungewöhnsiche, fefielnbe Persönlichkeit die Aufmerksamkeit seiner Opfer derart in Anspruch nahm, bah sir fein Fingerspiel so gut wie gar nicht beobachteten. Der eine ober der andere ungewöhnlich Nüchterne und

Wknn^nan sich diese Tatsachen in der jetzigen Klu- runs vor Augen hält, so erscheint unsere glanzends Offensive vom Frühjahr 1918 als ein verwegener Der» such, das Schicksal im letzten Augenblick noch zu wen» den. Nach dem herrlichen Anfang mußte sie stecken bleiben, well die Zahl der Gegner zu groß geworden war. , _

Amerika hat den Ausschlag gegeben zu unseren un» ounften. Das Eingreifen Amerikas wurde durch die Verkündigung des unbeschränkten U-Boot-Krieges unbe» dingt herausgefordert. Unsere Heeres» und Flotten- leitung glaubte damals, mit den wenigen Tauchbooten dis ganze Welt überwinden zu können. Damtt roar unsere Niederlage besiegelt. Wir hätten uns nur noch mit einem blauen Auge retten können, wenn Herr von Bethmonn mit aller Kraft einen Derstandlgungssrie- den in die Wege geleitet hätte.

Er sagt, er hattezwei Eis»n im Feuer gehabt Poflender wäre vielleichi der Bcrgleich: er hat zwei Halen zu gleicher Zeil jagen wollen und keinen erreicht.

Schwäche und Schwanken auf der politischen eede, Hasardspiel aus der militärischen Seite. So war der Kampf gegen 32 Mächte nicht zu gewinnen.

Bethmarrn-Sollws r und Zimmermann vor dem Unterfnchunasausschutz.

Der zweite Unterausschuß des parlamentarischen Un­tersuchungsausschusses nahm nach viertägiger Pause gestern seine Verhandlungen wieder auf.

Zunächst wurde die Vernehmung des f.uheren Reichs­kanzlers fortgesetzt. Herr v. Selbmann setzte auseir> ander, daß das gleichzeitige Beweiben de» Wilsonschen Friedensschritts kein unzulässiges Doppelspiel, überhaupt kein Doppelspiel gewesen sei. Es sei versucht worden, diebeiden Eisen' der deutschen und der beabsichtigten amerikanischen Friedensaktion im psychologischen Moment zu Deutschlands Nutzen zu vereinigen. Herr v. Bethmann meint aber, dos Wilsonjche Eisen habe nicht viel getaugt, man habe ihm, wegen seines Ursprungs, nicht recht trauen können, denn Wilson war der Derschlosiene, der Zau­derer ,bie Sphinx, deren Raffe! niemand lösen konnte. Der amerikanische Botschafter Gerard fei ihm bei seinen Friedensbemühungen nicht sehr nützlich erschienen, well er nicht unterrichtet und ohne Beziehungen zu Wilson ge­wesen sei. Gros Bern stör ff, unser früherer vertret« in Amerika, der bann dem Grasen Bethmonn Hollweg gegenübergestellt wird, muß auch zugestehen, daß Gerard bi» zu feinet Urlaubsreife nach Amerika schlecht, nach dieser Reffe ober natürlich gut unterrichtet gewesen fei. Herr v. Betzmann bezweifelt auch jetzt noch, daß das letztere der Fittl gewesen fei.

Nach Bethmann Holltvag hnrrte der früher» Staats­sekretär Zimmermann bernontmen. Er spricht von der Idee, die ihn bet der Behandlung her Fric- denSaktion WilscmS leitete. Er wollte bk Einheit der öffentlichem Meinung Deulfchlanls hinter einem Frie­densschritte, und die war bei einer FriedenSvermikte» lrmg WilsonS nicht zu erreichen. In diesem Sinne habe er die Pressekonferenz informiert. Da eS unmög. lich ist, mit Sicherheit festzustellen, warum die Wirkun­gen, die mit diesen Informationen erzielt werden soll­ten, so «g versagt höben beschloß der Ausschuß, einen Vertreter her Presse zu vernehmen, der an diesen Sitzungen tsilgenommen hat. Der «nwesende Vertre­ter der »Vos'. Zkg.", Georg Bernhsrd, wird vereidigt und um die Schillerung seiner Eindrücke ersucht. Seine Aussage ist wenig giiiQig für die Bewertung von Pressekonferenzen, wenigstens von Konferenzen jener Art, wie sie während des Krieges üblich waren. Da Wichtiges verschwiegen oder unter dem Siegel beson­derer Diskretion unvollständig mitgeteilt wurde, gab es nur halbe Richtigkeiten, wenn die Preffe nicht gar völlig hinter? Licht geführt wurde. Zimmermann lebe damals gesagt: .Es drohe eine Friede- Saktion Wil­sons'; danach habe er, Bernhard, den Schluß gezogen, daß auch Herr Zimmermann die Aktion Wilsons als für uns ungünstig angesehen habe. Erst als er später erfahren hätte, daß tie Aktion Wilsons von ul S an­geregt worden fei, sei er .erschreckt über dciS Doppel, spiel' gewesen. Auf den Wortlaut der Zimmermann.

Aie Einstellung des Personenverkehrs.

Die Slilleaung bei Personenverkehr? auf bie faltet von elf Tagen hat in der vergangenen

I 1*. ^f den gesamten beutichen Eisendadnen be- | 'L.nen. Deutschland wirb bis zum 15. November 1 5®" Reiseverkehr sein, also in einen Zustand zurück» E fßeri der demjenigen vor Eifindung bet Lokomo- | ^ 'entspricht Schlimmer noch, denn in dtzr ersten "äffte deS 19. Jahrhunderts war in deutschen (Lauter: ein vorzüglicher Stellwagendienst eingerichtet, I her lein «verlässiges Kurtz buch harte und tadellos ftitthtometie. Tie wirtschaftliche Not, in der -vir lV beenden, wird durch biefen Stillstand des ^er» | L-jj preß beleuchtet. Das Wirtschaftsleben TeütschlanbS ist todkrank.

I Die radikale Maßregel der JerkehrSiperrr geht [. fcr,n ^r Erkenntnis auS, daß zur Zeit die Sachen- hefÖTöerunfl wichtiger ist als die Personenbeförderung.

E ist insofern richtig, aU die Bevölkerung unbe- ngt mit Kohlen urb Kartoffeln versorgt werden ' Miß um über den schweren Winter hinwepzukom- vien.' Ferner muß man anerkennen, daß der Trans- tz-ri der Kartoffeln keinen Aufschub erleiden kann, während der Perwnenverkehr im November sich eher ^schränken laßt alS Im Dezember mit seinem Weih- «achiSverkehr. Dabei bleibt jedoch die Frage offen, A nicht der Zweck auch hätte erreicht werden lönnen, i «Denn man bie Zeirlp^.nx etwas weiter ausgedehnt «nd dafür einige Noizüqe für die Weisenden auf­recht erhalten hätte. ES wäre immer noch besser «welen» ein Viertel, ja die Hälfte deS Personen- pnkehrr für einen Monat rinzustellen, als da- Ganze Lr elf Tage.

t r gn den maßgebenden Stellen Hai man nun einen Radikalen Eingriff auf elf Tage für notwendig er- »chiet. Daher wird man sich der schweren Folgen : da? Wirtschaftsleben gewiß bewußt gewesen fein. Aber Hat man auch daS ungeheure Verkehrs» Problem der zehntägigen Kartoff.l- und Kohlen- zeriorgung sorgfältig durchdacht und vorbereitet? bie Plötzlichkeit, mit der die Sperre angeorvnet vurde, spricht nicht dafür. Die Bahnhöfe aller großen päbte find zurzeit mit Güterwagen überfüllt. Um «es« vielzuvielen, zum Teil nicht entleerten Wagen «uss flache Land und an die Kohlenbergwerke heran- fudringen, wo doch die Kartoffeln und Kohlen zu Lien find, sind Wochen nötig. Und da will man m 10 Tagen fertig fein ? Die Behörden haben selbst iffenbar schon eine Ahnung, daß sie es nicht schaffen »erden. Denn die amtliche Ankündigung der Bahn- Werre teilte dem Publrkum mit, daß auch nach dem 15. Novemberbis auf weiteres" nur bie not­wendigsten Züge fahre» sollen. Sehr empfindliche Beschränkungen de-Per onentranepor teswerden flo'oucb weiterhin in Kauf genommen werden »öff n, und man wird froh sein dürfen, wenn es ! tobet bleibt Man rotro aber wohl noch auf manche tznerfreultche Ueb?rraschung vorbereitet sein müffen.

Es ist zu wünschen, daß die Bevölkerung Ver­ständnis für die schwierige Lage zeigt und sich auch iber die Zeit der Sperre hinaus freiwillig bie «ö Mögliche Beschränkung im Reisen aufer- 'egt. Vergnügungsreisen macht man jetzt schon Io eicht. Aber auch für Fachverjammlungen, Kongresse

. t f. to. ist nicht die Zeit.

Beschränkung auf daS Notwendige, sonst bricht ^ttfer gesamter Ei'enbahnverkehr unheilbar zusammen!

Ein Aufruf der Rerchrreglerung.

f Die Reichsregierung erläßt folgenden Ausruf:

* »Bolksgenosien! Die ungeheure Rot In der K o h» tinnirforgung und dir große Gefahr der Kar­los sein ot in den Städten hat die Reichsregierung ge- tzwungen, den gesamten Personenoerkehr auf tn Eisenbahnen für vorläufig elf Tage zu unter» binbea und die Verkehrsmittel allein in den Dienst der

hörerrarwr.)

Schließlich kamen die mit Oesterreich für unseren Friedensschritt vereinbarten Vedingungen xmt Friedensschluß zur Sprache, die dem Präsidenten Wil- wn mrck'träxlich mhgeteilt wurden, sie enthielten Die Annexionen von Longwy und Briey die Annexion von Lüttich, ba$ VerffTNgen auf Anerkennung tes König­reichs Polen und Ylnnerionfcn in Kurland und Litauen. Bethmann Hollweg erklärt«, dies« r- -*«

theoretisch gewesen, ihre Bedeutung schätzt werden. , ,

Am Mittwoch wird zunächst Admtral Koch trmem»

f<fien Erklärungen könne er sich nicht erinnern, ein itoCege von der .D. TgLztg.' habe diesen Wortlaut dahin feftgelegt, daß Dr. Zimmermann .sich seaußerr habe, man wünsche nicht, laß .Herrn Wrlsons Fmger tn unserer Pastete herumrührten".

Im weiteren Verlauf der Verhandlung wurde die Frage der Deportation der belgischen Arber ter besprochen. Herr v. Bethmann sagt, hierül«r mufle sich ein riesiges Zrtenma.erial bei allen ernschlag'gen Behörden finden. Er regt an. daß auf Grund d-eses Materials erst cm, Referat bcnieiten deS Ausschüße» ae halten werde. Dr. Sinz Heimer weist darauf, hm, daz hiermit ein anderer Ausschuß beschäftigt nnitbe und 6tet nur fettzustellen sei, ob die politischen Bedenke« BethmaLms, die gegen bie Deportation gesprochen hat­ten. gegenüber der militärischen Rotweiwi^eit, die sie forderte,' zurückgestcllt werten mutzten, und ob dre De­portation die Friedensaktionen schwer beetntrachttgt habe Demgegenüber meint Herr Son Bethmann, tS Jet ihm doch zweifelhaft, ob die Arbeiterdeportat-onen bet dem allgemeinen Hatz und dem großen Verleumdungs- feldzug gegen uns ausschlaggebend gewesen waren. Ge. Witz seien aber bei der Ausführung der Teportattonen üble Dinge pasiiert, die bedauerlich gewesen und gegen die er eingeschritien sei. Gothein und Dr. vom NntersuchutrgsmiSschutz gingen auf die. Einzelheiten der Srage ein. War es nicht klar, so fra^t der letztere, bafe durch die .Verschleppung' der Belgter ein neues, grausames Element in den Krieg eingeführt wurde. In starker Erregung antwortet Behmann Hollweg: .Sollen wir innrer bloß nach eigenen völkerrechtlichen Regel» Widrigkeiten forschen, wo wir doch vor der größten vok- kerrechiswidrigen Grausamkeit stehen, bet englischen Blockade, die unsere Frauen und Kinder dem Hunger- tode auSlieserte?' Auch wir haben gelitten. Soll davon nicht gesprochen werden?' (Betftrll tm ßu»

Die Ausgrabungen im Jrlhlarer Dom.

Ueber dir Ausgrabungen im Dom zu Fritzlar, Nie- berhessens grötztem und kunstgefchlchlllch bedeutendsten Baudenkmal, berichtet Regierungsbaumeister Dr.-Lag. Decker, Fritzlar, in der Nummer 11 und 12 oer FachzeitschrlstDie Denkmalpflege" unter Vergabe mehrerer Pläne und Abbildungen. Zusammenfasfenb sagt der Derfafler am Ende feiner eingehenden, interes- santen Abhandlung über bas Resultat der Spaten- arbrit:3m ganzen ergeben die Ausgrabungen zn» Sien mit den Untersuchungen an den oberrrdische»

eilen für die Baugeschichte des Domes nunmehr das folgende Bild: Dem ersten Großbau, der kur, nach 1100 al« kreuzförmige, flachgedeckte, dretfchffitge Basilika mit zwei Wrstlürmen und plattem Thorjchluß errichtet warbt, geht nachweisbar nur eine, tn ihren Abmessungen bedeutend kleinere Anlage voraus, eie stellt ebenfalls eine dreifchifsige Basilika bar, befaß aber wahrscheinlich nur einen Westturm und kein Querhaus Dieser Bau gehört wohl der Gründungszeü des 8. Jahrhunderts an. Die frühmiUelalterliche Anlage dL« 12. Jahrhundert» wurde noch vor Dollendung ihrer westlichen Telle an ihrem Ostende um zwei einanM entsprechende Rebenchöre bereichert. Sie erfuhr «ne erste mit Einwölbung verbundene Erweiterung nach Osten und Westen im 13., eine zweite, umfangreichere Dergrößerung im 14. Jahrhundert bei der Dchtlegung der KlostergebLullchketten von der Rordseite des Domes nach der gegenübersiegenden Südfront. Damit find die Rätsel, sowell sie für da» eigentliche Bauwerk beftatw den, im wesentlichen geklärt. Ader es bleiben doch noch wettere Fragen, die seine nähere Umgebung betreffen. Die zahlreichen Kirchenversammlungen und Königsbesuche, die Fritzlar vom Ausgang der Karolingerzeit bi« zu dem Hohenstaufen erlebt hat, las­sen cermuten. daß sich an Kirche und Kloster noch wettere Anlagen größeren oder kleineren Umfangs an­schlossen. Eine Pfalz wird zum Jahre 1001 hier bezeugt, und mehrfach ist noch im späteren Mittelalter von einem Atrium im Westen des Domes dts Rede. Eine dort noch Im 18. Jahrhundert erhaltene Johan- niskirche scheint die Nordwestecke des Atriums zu be­zeichnen, und rätselhafte Mauerzüge, die an andere« Stellen des Dompiatzes eintreten, lasten, richtig gebeu­tet, weitere Aufklärungen des einstigen Siedlungsbildes erhoffen. Nur bedarf es hierzu einer Fortführung der im unmittelbaren Dombereich so erfolgreich begonnene«, Grabungen auch in besten Umgebung."

I Mittwoch 5. November I9t9. |

frelmlllia stellte uud bie von dm anbeten Neutralen mtt Lis? Geld und Drohungen erworben wurden. Im Lull 1917 wurde unserem Reichstags^

dm Aba. Erzberger klargestellt, daß man bte -tiermay. kunasMern nicht in Prozenten der englische n-t-on LI?» P-°^L. to ««uystte. mute. Im Berhältms zu dem ganzen versu^oar Schiffsraum ober war der Derlust durch unsere Tauch­boote verzweifelt gering. «u.

Herr von Bethmann Hollweg hatte das fühtz daß die vielgepriesene U-Bootwasse den erholffn Erfolg nicht erreichen. Dagegen uns die ^riegserk.a runa Amerikas zuziehen würde. Er hat le.der das Wagnis nicht gehindert, sondern mit seiner Verantwort^ Etthfeit aedeckt. Er sagt zur Entschuldigung, der Rerchs» tag und die Doiksmeinung hätten ihn nicht Unterst^ Ader wie ko..nie er diese Unterstützung erwarten. Der Reichstag und bie Preffe wußten gar nicht, wre wenig Tauchboote wir hatten. ...

Bei den Waffenstillstandsverhandlungen hat sich nachträgsich sogar herausgestellt, daß die feindllche« Mochihaber trotz ihrer raffinierten Spionage bet uns mehr Tauchboote vorausgesetzt hatten, als vorhanden waren. Me Zahl war von der höchst«'. Deutung, denn es galt nicht nur die engluche Flotte selbst, ,on» Ei y Die schwimmenden Mskrafte der ganzen Welt lahmzulegen. Alle Uneingewethien, omotjl bas ÜJolf selbst als seine Vertreter, waren der festen Met- mma, daß unsere Tauchboote imstande waren, die U-- berfübMW eines amerikanischen Millionenheeres samt seinem Kriegsbedarf zu verhindern. Das war: aber bei der kleinen U-Bootflotte bei aller Tüchugkett der Füh­rer und der Mannschaft einfach unmögHdb

Wir wurden durch die an sich hohen, aber verhält­nismäßig ungenügenden Monatsztffern des U-Boot- erfolges in trügerischer Hoffnung gehalten, bis dis ame- rikanische Macht in überwältigender Starke auf dem

men werben.

Amerika gad derr Ausschlag.

Im Anschluß an bie Perhandlungrn be« Unter- suchunasauSschufseS toiib in der Presse die Frage erörtert, ob Amerika auch dann in den Krieg ein- flftreten wäre, wenn Deutschland auf den uneinge- schrönklen U-öooikrieg verzichtet hätte. Aus ver­schiedenen Anzeichen wollen mehrere Blättern folgern, daß Wilson und die Angloamerikaner auf keinen Fall die Niederlage Englands zugelaffen hätten, son­dern im Notfall unter irgend einem Vorwande dem Mdtteilande" zu Hilfe gekommen waren.

Diese Ansicht hät vieles für sich, aber sie tarnt nicht entscheidend in die Wagschale fallen bei der Beurtei­lung unserer fitiegspolitit. Zur Entlastung derjenigen, die den Tauchbootkrieg durckMsetzt haben, dient sie je­denfalls nicht. Denn je dringender die Gefahr des ame= rilanifchen Eingreifens war, desto sorgfältiger mußte man die Aurskchten des Tauchdootkrieges abmessen.

Die Bahnbrecher dieses Kampfintttels behaupteten damals, in vier Monaten werde sich England auf die Shtice zwingen lassen. Das war eine trügerische Rech­nung. Wer daran glaubte, konnte freilich sogen, daß in »ier Monaten keine amerikanische Armee nach Nord­frankreich kommen könne. Aber sie vergaßen ober ver­schwiegen dabei, daß die amerikanische Flotte auch ohne förmliche Kriegserklärung unsere englischen Gegner mit Nahrungsmitteln und sonstigem Bedarf versehen würden. Unsererseits wurde immer nur mit der Schwächung der englischen Flotte gerechnet. Man wollte unbedingt schon am 1. Februar die Tauchboote loslasten, damit England nicht mehr Zeit habe zu fei» ner Frühjahrsversorgung. Die Lücken, die unsere Tanchboole in die englische Flotte riffen, wurden leider bald wieder gefüllt durch die Hilfsschifftr, die Amerika sich von selbst, aber ich habe in der Tat Verbindungen, die einem jungen Ruhm« förderlich sein können. Und Tautropfen hat mir riesig gefallen. Riesig, Herr Baron. Aus der Falb« machen wir eiwasl Inzwischen ge­stalten Sie dies dem glücklichen Dcsitzert*

Er stieß mit Roderich-Jochen an.

Der Leutnant hatte bald nach dem Eintritt Sett be­stellt und jetzt die Gläser gefüllt.

Roderich-Jochen war bereits sehr heiter. Er wurde es bald noch mchr. Vie Mischung der verschiedenen Sekte tat ihre Wirkung. Am berauschendsten aber wurden für