Einzelbild herunterladen
 

, I fflUlmAA * A zd*»«» <080 l Verlag der Fuldaer Actlendruckerei in Fulda Preis monaN. I 46. ^Llilkg

| rilltl WOu) 29. VKlOvCv »91 V» | i to Mk. Fernspr. Nr. s. Telegr.-Adresse: FuIdaer^ZeUung^I^^^i^E^^

rt. *1 K A I Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schütte, J(L V« I für die Anzeigen: I P a r z e l t e r, Fulda. Rotationsdruck

Die Lösung der den Arbeitervereinen und Gewerk- :n gemeinsamen Aufgaben soll dadurch gesördert

P und Rohnoff-

Hove» wurden.

D.,s Ende Ve3 Gewcrkschastsstrelts.

Wie ichon telegraphisch gemeldet w irde, haben chen den Vertretern des Gesamtverbandcs der Ztauoliscken Ardeirervererne (Litz Berlin) in Len letzten Tagen VerhondiuNgcn statigesunden, die ,u einer Emigung geführt haben. Die Einigung geschah, Wie uns dazu weiter berichtet wird, au> jolnnider Grundlag-:

' Die gewerkschaftliche Zusammenfassung e\(et christlichen Arbeiter und rin cstellten ist eine pe» biererische Notwendigkeit. Von dieser Erwägung auS- ' hat zwischen einer Vertretung de- Vorstandes

2eS Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands und einer Verlretung deS Vorstandes des Verbandes der Katholischen Arb-itervereuie (sitz Äer- lin) eine Aussprache über die unter den deutschen Ka­tholiken auf gewertschartlichem Gebiete odivaltenden Meinungsverschiedenheiten und Mißverständnisse statt- Hesunden. Dabei er^ad sich Ueberrinstimmung in fol­gender Auffassung:

1 Eine Gewerkschaft, die für katholische Arbeiter ge­eignet sein joQ, muß f» veschaffen sein, daß sie alS solche ihr n Mitgliedern b.e Möglichkeit bietet, die gewerk­schaftliche Tätigkeit auch vom Standpunkt der Religion und Moral zu beurteilen, zu be­einflussen und dementsprrchend zu handeln. JnSbeson- bete Dürfen Mitglieder nick» benachteiligt werden, wenn sie auf 4irunö religiöser Verpflicktumen nach den all- gemein, maßgebenden kirchlichen Normen Gewerkschaft-. Maßnahmen nickt zustimme» können.

3. Gegen die gemeinsame ArbeitSeinstel- lang an sich ist vom Standpunkt der Moral nichts ern- zuwenden. Sie kann allerdings durch Absicht, Umstände und Mittel verwerflich werden.

Eine Arbeitseinstellung unter Anwendung ungerech­ter Gewalt ist zu verwerfen.

3. Wir stch-n vor einer Leuformung unseres Wirt­schaftslebens. Die Schaffung von wirtschaftlichen Selbst. verwaltungSkörpern auf gesetzlicher Grundlage und freien Arbeitsgemeinschaften von a। beit ehern und Arbeitneh­mern hat eine stärkere Bindung unserer Wirtschajt zur Folge, welche die Bildung friedlicher Cinrich- jungen zur Regelung der Arbeit-Verhältnisse, insbe­sondere gewerbliche Einigungsämter mit entschei- Senden Vollmachten fordert Diese Forderung wird so- wohl von den katholischen Arbeirrrvereinen alS auch von den christlichen Gewerkschaften mit Nachdruck vertreten.

schäften fli .....

werden, daß aus Vertretern beider Organisationen ein Ausschuß gebildet wird.

Versorgung, trcbci gegen den Ort Reinsfeld Gewalt angcwe. bet wurde, wird geantwortet, daß die Grnrtfr ielungcn nock nicht abgeschlossen seien.

Eine Anfrage deS Abg. Dr. Mittelmann (D. Vv.) wegen falscher 5 0-M arkscheine wird dahin be­antwortet, es seien in den letzten Wochen 24 Fälscher- banden in Berlin den Gerichten zugeführt worden. ES sei eine Abnahme der Herstellung von Falschgeld fest- zustellen. .

Auf eine Ad krage des Abg. Frhrn. v. Rickihofen (Dem.), wonach die deutsche Regierung die Rücktvan. derung von Deutschen au5 Amerika verboten bat, wi d regierungsseitig bemerkt, daß eS in keiner Weise so sei. Im Gegenteil macht Amerika Schwierig­keiten bei der Ausreiseerlaubnis, wogegen wir energisch Stellung genommen hättsn.

Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Hugo, (D. Dpt.) wegen Schmuggels in Schleswig wird regierungsseitig geantwortet, daß wirksame Anordnungen getroffen wur­den und der Grenzschutz verstärkt wurde.

Es folgt die Fortsetzung der 2. Beratung des Haus­halts des Rcicksw rtschafrsministeriums.

Abg. Düwell (Unabh.) macht sich über tie Zwangs­wirtschaft lustig. Dann kommt er mit erstaunlichen Entdeckungen an den Tag. Wer ihn hörte, könnte glmiben, in Teut'chland würde ein großartiger Ar. beitswillen planmäßig unterdrückt. Bergwerksdirektm- nen wiesen Arbeitsangebote zurück und in den .Eisen- bahnreparaturwerksiätten ließe mantrotz Drängens der Betriebsräte" keine Reparaturen ausführen. Ta-n griff er nach der Revolutionsfahne und rief:Wir befinden uns immer noch im kapitalistschen S-aat, des. halb bat die Arbeiterschaft da? Recht, sich jedes Mit­tels zur Ausbesserung ihrer Lage tu bedienen". Das Haus wird dabei unruhig. Aber Düwell hat recht. Tie Arbeiterschaft hat nicht nur das Reckt, fentern die Pflicht, sich jedes Mittels zur Aufbefferung ih-er Lage zu bedienen. Nur mutz man sich darüber einig wer­den, was man darunter versteht. Düwell hat zwar so. viel vom Arbeitswillen gesprochen, dah man ihm wün­schen könnte, er möchte bald auf den rechten Weg kom­men, und den Hetzern in seiner Partei dieses Thema besonders ans Herz legen. Tarin besteht nämlich das Recht, von dem wir nur Gebrauch zu machen nötig haben, um unsere innere Lsge zu verbcsiern.

Abg. Dr. Hugo (D. Bpt.) sprach dann für die Handwerker und die Landwirte. Dem Handwerk müß­ten Rohstoffe und Arbeitsgelegenheit geschaffen werden. Auf die Landwirtschaft werde zuviel geschimpft. Mit der reinem ZwangSbehandluna fei eS nicht getan. Es gelte die Produktion zu beleben. Tie NotstandSver- sorgung mit Textilwaren erforderte größte Aufmerk- samkeif. Alles entbehrliche müffe sofort freigegeben werden.

Die Cntschsteßungen des Ausschuffes werden angenom­men. Bei der Abstimmung über die Abgabe des Erlöses der Viehhöute von dem Besitzer des Viehs ist das Ergebnis zweifelhaft. Es muß deshalb ein Hammelsprung vorgenommen werden. Soll der Erlös der Viehhäute dem Besitzer des Viehes im vollen Um­fange ausgezahlt werden oder trdjt?, heißt die schwierige Frage, die sehr viel Winkel hat und für die Landwirtre von großer Bedeutung ist. Bekanntlich ist der Preis der Haut fast eben so groß wie der des Tieres, wie es beim Bauern mit Fleisch. Knochen, Haut und Haar im Stalle steht. Mit 104 gegen 102, also mit nur zwei Stimmen Mehrheit entscheidet sich das hohe Haus gegen den An- trag und den Landwirten ginge es wie den betrübten Lohgerbern, denen die Felle fortaeschwommen sind, wenn nicht noch ein rettender Engel für sie eingetreten wäre. Das Haus ist nämlich, obwohl aus all-n Türen die Mit­glieder hereinstürmten, beschlußunfähig.

Eine neue Sitzung fand noch Im weiteren Der- tauf des Nachmittags statt In dieser wird eine Ent- Messung Arnstadt (d.-n.) betreffend Gewährleistung von Rohstoffen und Deiriebsmitteln für Handwerk und In­dustrie angenommen.

Es folgt die Beratung des Haushalts der Verwaltung des Reichsheeres.

Abg. Stückle» (Soz.) berichtet über di« Beratungen des Ausschusses.

Mittwoch: Fortsetzung.

nächsten Sommer sollen Europa 2 Milliarden Dollar internationale Kredite zur Verfügung gestellt werven. Tie ametikaniicke Un'erkommission berichtete, daß Amerika genügend Feuk.h'en für den Bedarf Europa» zu sördein imitande sei, voraus- gesetzt, daß de Arbeiter nicht fite (en. Frankreich, Belgien und Italien teilten nrch einer Melning der Tim s" mit, da>- -i- zusammen für 200 Millionen Waren im Iahte 1920 nöiii _____________ kEuropa" ist liei natürlich in erster 8.nie da teme Europa gem int, Teutsch-

Eme Gedächtnisfeier für die Toten des Weltkrieges.

Am verflossenen Sonntag In der Oktavwoche bet Wendciinusfcstes waren auf dem heiligen Berge bei Steinhaus viele Hunderte aus dem Fuldaer Land zu* fammengeströmt. Wie schon angekündigt, erhielt das neuerrichtete Kriegerdenkmal durch Herrn Pfarrer Nau die Weihe. Eine Musikkapelle aus Fulda unter der Leitung des Herrn B i o n e ck in­tonierte ein Lied zum heiligen Geiste. Darauf bestieg Herr Professor Dr. L e i m b a ch aus Fulda die Kan» zel vor der Kapelle, um eine Gedächtnisrede auf di« im Weltkrieg« gefallenen Helden zu halten.

Der Prediger begann mit einem erschütternden Bilde. Er malte eine Prozession des gewaltigen Hee­res der Toten, der soft zwei Millionen Heldensöhne, die Deulfchland als trauernde Mutter beweint, darunter auch jener, deren Namen zum unvergänglichen Andenken in das von Künstlerhand so schön gestaltete Denkmai eingemeißeit sind. Sie durchziehen unser Vaterland und finben es in drückende Knechtschaft geraten, in Not unb Elenb gebeugt, in westen Kr-isen von bem Dämon des Gelbes beherrscht, in maBiof: 23er*

Deutsches Reich.

Berlin, 29. Oft Nach einer Verordnung des ReicksarbeitSmmisteriums werden die am 81. Oktober aussit cidenden Kapitulanten alS An-estelte auf Sienftocitrui bei den einzelnen Behörden weiter ve- jchä'ti it. Das Monats chatt ist auf 500 Mk. rest icseht.

* Die Rerchsaogab no dnung wurde aeitern vom ?teuerausjchuß der Nationa.veriammlun z in zweiter Lestnia an"o«'0"men.

Etat bcS ReichSwehrministeriumtS. Der HauS- baitSausfckliß ter Nationalversannrlung bewill'gte den Etat des ReickswehrministeriumS und nahm gegen die Stimmen der Deutscknationalen einen Antrag an, das Beköstigungsgeld und den Ersabbetrag für die Unter« brinotrg angemessen zu erhöhen, sowie zu prüfen, ob die Gebührniffe der HeereSangehörig«n den TeuerungS- Verhältnissen entsprächen und sie gegebenenfalls zu er* höhen, die Verpflegung zu verbcsiern, der Reichswehr gute Bekleidung zur Verfügung zu stellen, soweit das noch nicht geWeben konnte, den auS der Gefangenschaft zuriickkehrenden Offizieren, Unteroffizieren und Mann, schäften Stellen in ter Reichswehr freizuhalten und sestzustelleei, welche Stellen in Staat und Gemeinden den Angehörigen der Reichswehr nach ihrer Dienstzeit offenstehen.

** Ein Ministerpräsident, der In Schmngvelge- schäflen mackt. Kürzlich wurde gemelbet, daß an der deutsch-schweizerischen Grenze ein deutscher dtplo- nalischer Kurier mit einem Gepäck von 600 Kilogr. Kaffee, Zigarren, Schokolade usw. angehalten wurde. Deutschnationale Dlälter stellten die Frage, für wel­chen Minister hier Fchmuaaelaeschäfte gemacht worden seien und ließen wie absichtslos nebenbei die Berner» kung fallen, daß kürzlich Minister Erzberger in der Schweiz gewesen fei. Dieser neuen ungezogenen Ver­dächtigung wird jetzt der Boden ent-ogen durch eine Mitteilung der MannheimerTribüne", daß die Sen- düng an den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Gradnauer in Dresden bestimmt war. Die ba­dischen Minister halten die Angelegenheit verschleiern wollen, aber das Reichswucheramt habe die Verfol­gung der Schmugolergefchichte ausgenommen.

DieDenisbe Zeitung", bas Or an Oer Allocutfchen, ist wiederum verboten worden.

Der Münchener fiaifpfifettfag.

Aus der Menge der jetzt zahlreich stattsindenden Be­zirks-Katholikentage ist der Münchener Katholikentag,, der um die Wende der Woche fta.ifanb und drei Tage dauerte, besonders hervorznheben. Er nahm einen glänzenden Verlaus. Alle Versammlungen, auch die Nebenocrsamm- lunpeu, wiesen einen arof-artiren Besuch aus. Alle Haupt­redner hoben zwei Punkte besonders herror: Die Auf- naben sind bis zur Riesengröße gewachsen und ohne die tätige Anteilnahme des ganzen katholllckra Volkes lassen sich' diese Ausgaben nicht ersüllrn.

Die Ta-mn'g begann mit eir*r machtvollen Kundgebung des Volksverein!, für das katholisch« Deutschland.

D>« beiderseitigen Berbandsvorstande haben diesen Leitsätzen zugestimmt vorbehaltlich der Genehmi- gung der Rertretetversammlungen ihrer Otgani» sationen. _____________

Zur Gesundung des KinowesenS.

In der vergangenrn Woche, in der sich die Ful­daer Stadtverordnetenversammlung mit dem Kirro- wefen beschäftigte, hat auch die preußische Landes- Versammlung einen Antrieb zur Beteiligung der Schweinereien in den Äinovotfü irungen gegeben. Un ere Stadiverordnetenvenammlung konnte nur vorgehen im Rahmen ihrer Zuständigkeit, sie hat et bei steuerlich:» Maßnahme» zur Verhütung des Schundes bewenden lassen müffen, die Landesver- sammlung konnte tiefer greifen und über direkt wir­kende Maßnahmen gegen die Auswüchse der Krno» indnstrie sich schlü sig werden.

Es ist bemerkenswert, daß bei in einem eimüti- ßn Beschluß geschehen konnte. Einstimmigkeit ist l unteren ge pannien Parteiverhöltniffen selten. Daher fällt sie besonders wucktig in die Wagschale. Allerdings war von denUnabhängigen" (em offe­nes Ja zu erreichen, aber doch wenigstens dte Stimmenthaltung, also der Verzicht auf den Wider­spruch. Auch darin steckt schon die Anerkennung, dckß «S sich wirklich um ein hachgefährliches Hebel handelt, gegen das entschieden vorgegangen werden muß. Der Redner detUnabliüngigcn erkannte auch ausdrücklich an, daß in der Be,u>tettung der scheußlrchen Auswüchse deS KinoS Einmütigkeit herrsche. Um seine Abseitsstellung zu begründen, mach e er nur gellend, daß mithalben Maßregeln" das Ziel nicht zu erreichen sei. Aber wenn das Haus brennt, io muß man auch mit der ersten Spritze zu löschen anfangen; wenn sie für sich allein jur vollen Erstickung nicht aus.eicht, so kann man doch schon etwas schützen und retten, bis d.e wetteren Spritzen tn Tätigkeit treten.

Das Bessere "darf nicht zum Feind deS Guten werden. Dre Kommunalisierung deS KinoS, die auch in der Fuldaer Besprechung gestreift wurde, ist gewiß «in schöner Ge"an'e; doch wie tarnte wird es aauern, bis sie verwirklicht werden kann. Eh bedurste «zu auch erst eines Gesetzes über das Stinainonopol der Gemeinden. Und wie viel länger wird «s dann noch dauern, bis die Stadträte überall bi« entsprechen­den Beschlüsse gefaßt und mit ben privaten Kinos auf» geräumt haben? Bei den weiteren Schritten der Der-/ staatlichung der Filmerzeugung wird es noch mehr hin- derniffe und Aufenthalt geben.Wir aber", so sagte ein Redner mit Recht,wollen keinen Tag länger war* aus den Schutz unserer Jugend gegen die schlimmen Wirkungen dieser infamen Ausführungen."

Der Ausschuß der Landesversammlung hat sich, um Ne Sache unverzüglich in Fluß zu bringen, auf bas Allernotwenbigste beschränkt. Vorn Gesichtspunkt der -bevölkerungspolitik aus jorberte er zunächst das Verbot der sogenannten Aufklärungsfilms, die der Jugend ö3 widernatürliche Geschlechtsleben vorführeu. Wenn die Zensur in Gang gebracht ist, wird sie natür- *w, "och weiter greifen müssen und auch diejenigen <id)tbUber verbieten, die überhaupt die Jugend Zur ^'eoerlichkeit anreizen. Der Redner der Unabhängigen meinte, die gerisienen Spekulanten, die der Unkultur "lernen, würden von der Zensur nicht getroffen wer-

Warum denn nicht? Wenn die Zensur zum Schutze der seelischen und leiblichen Gesundheit richtig gehandhabt wird, so ist die Spekulation auf lüsterne ^-chwiider lahm gelegt. Im Inlande kann alsdann "^Schmutz nicht verwertet werden, und das Ausland mmt diese schändlichen Erzeugnisse derdeutschen" üllmindustrie erklärtermaßen nicht auf.

SSoltsDertretrtngen haben das ihrige getan, muß die Negierung zeigen, daß sie fähig ist ,.Et"em schnellen und kräftigen Entschluß. Die so° a^uftischen Lünister in der Regierung können ihr« ^-agramTnalischc" Scheu vor der Zensur um so leichter verwinden, da ihre Parteigenossen in der preußischen fthnny Derfamm*un® ^em crm^nten Antrag zuge-

Kurland.

»« Französische Unsretinblichkeitcn gegen bte Sckweiz. Wie die Z-iinngen der französischen S-stweiz berichten, w irken während des Kriege» 20000 Scbwe-zer au« Frankreich ausaewiefen. AlS Grund wurde von französiicher Seste das KrrerSm* rereffe bejcidjTtft. Tnnant, der Schweizer Gesandte in Paris bat kürzlich toeaen die er 2lnge!e?enbett mit dem Ehef de« pa'i'i chen Departement« kanie» riert. Man haffh daß die franfösifcke Reaieriing die einzeln'n Fälle prüfe und ein m Teil der Schweizer d e R.'ckkebr nach Frankreich ermo 'licke. In der Schweiz halten sich unbehelligt 64000 Frank so,en auf.

aus dem nassvargediet.

]:[ Bad Salzschlirf. Beim Postamt in Bad Salz- schlirs ist vom 28. Oktober ab etn neuer Plan über die Errichtung einer oberirdischen $ele* graphenlini« an der Straße von Bad Salz* schlirs nach Landenhansen bis zur LanbeSgrenz» gegen Oberbesien auf 4 Wacken auSgelegt.

Würzburg. Forstaffesior Andr. Grafer würbe beim UebeiqueTen des Hafengeländes in der Näh« de« Südbahnbofes von etner Rangierabtei« lang erfaßt und jo schwer verletzt, daß er auf dem Transport inS Juliusbo pital geitorben ist. Graser ist verheiratet und Vater von zwei Kindern; er hatte den ganzen Feldzug nnt hervorragender Auszeichnung nntgemgcht uno war mehrjach ver­wundet.

Die Redner brachten zum Ausdruck, baß Religion und Sittlichkeit wieder zum Mittelpunkt des.deutschen Volks* lebens werden müssen und daß der Mederaufbau un! Vaterlandes sich ohne eine stltl'che Erneuerung unfvit» Volkslebens nicht vollziehen könne. Erzbgchof ^.r. v. Faulhaber hiell eine markige Ansprache, m der er auch die S ch u l s r a g e berührte: Sollte uns d-r Kampf aufgezwungen werden, dann mutig voran unter dem Banner des Kreuzes. Solange der Lehrer nicht seele« eins mit Vater und Muster die Kinder m ihrem christ* lichen Sinne erzieht, solange haben nur noch keine ton CiIunEm finben"noch Versammlungen »"d kirchliche Der» anstaltungen der katholischen Studentenschaft und der Ge- noßenschafl kolh. Edelleute statt.

Die erste F e st v e r f a m m l u n g war von etwai 4000 Personen besucht. Erzbischof Dr. o,, Faulhaber erte.tte als der Oberhirte der Münchener Diözese der Versamm lung den erzbischöflichen Segen. In geistvollen Porten führte er die Erinnerung zurück an die Tage, wo m der römischen Arena die dem Tode geweihten Ehrten noch einmal den Segen ihres Bischofs erflehten. Auchheute stehe den Christen ein Löwenkampf bevor. Unwerflta.s- profeffor Dr. Bayerle sprach sodann über,Tie G.sstl- schaftsordnung im Geiste des Christentums. U-der die Bedeutung der Caritas sprach Frau Lehrer Sang-Dru- mnn unter dem ThemaApostelwege zur Linderung der sozialen Not." Der bekannte Kapuzmerpater Dionys verbreitete sich in bemerkenswerter Rede überPapsttum und Dölkerfriede". . -nn-

Die Hauptversammlung war übeistlli. 67009 se fucher waren anwesend. Geheimrat Marx sorach über diechristliche Jugenderziehung. Erzbischof v Faulha ber mit Meisterschaft überReligion und Kirche im entlichen Geben". Er grüßte die Zeit, in der sich bte Geister scheiden, unb sprach von den Bestrebungen, d.e Religion pnd Kirche aus dem öffentlichen Leben ausfchal ten wollen, Bestrebungen, bte auch tn der Verfassung Deutschlands und Bayerns ihren Ausdruck fmden Und doch feien Religion und Kirche StaatsnotwendiMten und ein Segen für das öffentliche Leben. Diesen Gedanken führte der Herr Erzbischof näher durch unter glanzender Widerlegung des Falfchen in dem Spruche: Religion >st Privatfache. Prächtig abgssertigt wurden auch die, d^ den bayerischen Bischöfen vorwerfen, sie erlaubten sich llebergrisfe. Der tosende Beifall, der hier wiederholt sich äußerte, bezeugt, wie das kathollfche Volkuber fo che Kunstgriffe der Verlegenheit denkt. Emen Schritt weiter gehend betonte der Erzbischof das Recht von Religio» unb Kirche im öffentlichen Leben. Dabei erinner e er an Vlatos Worte: Wer die Religion zerstört, zerstört die Grundlagen der gefellfchaftlichen Ordnung und zag V'r- aleiche mit der Gegenwart. Feste Grundsätze und ftar.e Dogmen schaffen starke Völker. Hier w,es er hm auf die Verfassung der Kirche als Fels tn b:r jVtut eilte ihr die Derfaffungen von 1919 geaemiber. An bet. Eidesformel auf die Weimarer Derfaflung beleuch* tete er die Zweideutigkeit und Torheit von Menschen, die Gott abfchaffen möchten und doch immer wieder die ver­pflichtende Kraft des Bekenntnifles zu 'hm brauchen. De» Segen, den Kirche und Rellgion dem öffentlichen Leben bringen, wies der Herr Erzbischof im emzelnen nach am Ienieitsalauben, an der Wahrheit unb Wahrhaftigkeit und an der Liebe, an bet Nächstenliebe, an her Gantas, bi« von ihnen ausy"hen. Zum Schluß wies er hm auf Mün­chens Wahrzeichen, die Marienfäule und kundmte unter jubelndem Beifall die Abhaltung der Fronleichnams- Prozession für nächstes Lahr an, tue em Sinnbild fein olle des Segens von Religion und Kirche im offenl- lichen Leben. Dann forderte er die Gläubigen a-f. Hm* aur'iu'then ins Leben unter der Siegesfahne des Kreuzes und sich das Heilieste nicht verwüsten, ihre Reckte sich nicht vertreten zu lasten: Wacht auf, wacht auf und weckt einander! Es war reine wundervolle, mutige, packende Rede, die wir noch im Wortlaut nachtragen werden. Wie sehr ste gezündet, zeigte der begeisterte Beifall

Nuntius P a c e l l i hielt eine Schlußanfprache und er­teilte ben päpstlichen Segen.

Die Derkehrsnot.

Este«, SS. Okt. Die Tifenbahnverkchrsverhältniste haben sich in der vorigen Woche im Vergleich zu den vergangenen Tagen nicht gebessert. Ter Zu­lauf an Fcchrmaterial war infolge umfangreicher^ Le- be».tSmitteItransporte nur gering. Die völlige Güter­sperre, die am 23. d. M. durchgeführt wurde, hat nur an tiefem Tage eine geringe Desteriing in der Wagen- gestellmm zur Folge gehabt. Im Werltagsdurchschnitt wurden 15 300 Wagen gestellt und 8200 von Seiten der Zechen angeforderte Wagen nicht gestellt.

Entlarvung d:SKriegSge'aagenen" Manger.

Die belgische und französische P-esse halte jüngst bie Erzählung eines ehemaligen fran-ösitchen Kriegs gefangenen namens Fernand Mau >er üe-bi eitet, der erhalte, die deutschen hätten ihn acht Monate nack dem WafsenftiNstand als Knegsgefangenen zurück- behalten. Mauger fügte hinzu, zahlreiche Franzo en chmachleten noch in Deutschland in unterirdischen Höhlen und toüiben nicht ernährt. Durch ein - vom sranzösi chcn Äriea»mintftciiiim angeorbnete Unter- lUdjung. ist jetzt festgestellt worden, daß die ganze Geschichte erlogen ist. Mauqer war niemals Kriegsgefangener unb gibt z», baß er seine Räuber­geschichte» unter bem Einfluß des Alkohols er­funden unb weiiererzäblr habe.

DaSLoch im Westen"! Da«Loch int Westen" ist auch bas Berliner Polizeipräsidium seit längerer Zeit zu stopfen bemüht. Krlminalbeamtm, die eigens zu bem Ziv ck von Berlin entsandt wur­den, ist es gelungen, Werte, die bereits in die vielen Millionen gehen, zu be ch.'agnahmen. In w nhen Tagen wurden Buiter, Fetie, Schokolade, Tabak u w. im Werte von neun Millionen Ma-ck be chlcm* nahmt. Wie eine Bombe p'atzte diese Nachricht in die beteiligten Schieberkreije em, und rtion jetzt tu ein erhibtiches Nachlassen der miiaen Gtufubt be» merk ar. Die Einrichtungen des Polizeipsäsiduints und des Lanbcspol'ze amts w-'den weiter ausgebildet, um das Loch im Westen wözl chst bali zu stopfen.

Amerikas Hilfe für Europa Der ,Haager Nieuwe Courant^ meldet ans Sltlant c City: Für

land kommt erst zu allerletzt in Betracht, wenn die anderen noch etwas übiig lassen.

Deutsche Nationalversammlung.

«ihunz vom 28 Oktober

Auf t<r TagcZordn-ung stehen zunächst Anfragen.

Auf eine Anfrage des Abg. Äuieke (bnfl.) wegen Selbsthilfe der Stadt Trier irt ihrer Kartotfel-

Eile tut not: denn jeder Tag des Verzuges kostet uns einen Schatz von nationaler Sittlichkeit und im» geiibfraft __________________________

Für beschleunigte Heimkehr.

wtb Berlin, 28. Lkt. Die dcuttche R-gierung ist in Paris erneut wegen Beschleunigung der Heimschaffung unjerer Gefangenen vorstellig geworben.

Die englische Regierung hat durch ihre Daffen- siillstandskomniission mitteilen lassen, daß die Heirn- chaffung der in en lischer Gemalt,befindlichen deut­schen ÄiiegSgefangenen in nächster Zeit restlos durch -eführt werde. Vor allem werde dem Wunsche der deutschen Regierung enijprechend vie Cntiassung der in den Abstimmungsgebieien Beheimatete» mit größtmöglichster Beichleun^gung betrieben.

Die Mitteilung des Interalliierten Roten Kreuzes in Genf, daß der Heimtransport der Kriegsgefangenen aus Frankreich zwischen dem 27. Oktober zum 2. November beginnen soll, ist noch nicht bestätigt wor­den. Man verliert allmählich jedes Vertrauen in sol­che Meldunoen. Immer wieder hat man auf die Rückkehr auch dieser Gefangenen gehofft und Immer wieder wurde die Hoffnung enttäuscht. Die Gesänge- nen drüben warten, die Angehörigen daheim warten, beide hoffnungslos, verzweifelt.. Wir müssen uns lei­der sagen, daß unsere Gesangenen in den Klauen einer minderwertigen Nation sind, die aus ihnen möglichst viel Nutzen herausschlagen will und sie zugleich mit Wollust quält, um ihre Rache zu kühlen, unbeküm­mert darum, daß sie fick durch ihre unmenschliche Grausamkeit mit unauslöschlicher Schande bedeckt.

Lloyd George besteht auf der Aburteilung des Kaisers.

Die Londoner,Daily N wS' melden, daß Lloyd Georae auf eine Vorstellung be« Obersten Lords ,es Oberhauses in Sachen b r Strafverfolgung Kaiser W'lhelmS bie Erklärung abgab, et weide unter allen Umständen auf bet Auslieferung unb Aburteilung beS deutschen Kaisers Und seiner Helfers- £) sfer bestehen. Es liege ein bindender Beschluß der Alliierten vor, der nicht mehr geändert werden könnte.

Dir belgische Auskieferungssiske.

Die BrüflelerJndependance Beige" teilt mit, baß der Ministerrat eine 1153 Namen enthaltende Liste von t raff dien Zivil- und Militärpersonen gutgche.ßen hat, deren Auslieferung verlangt werden soll. Die List« wird nach Paris geschickt werden.

Tie Türkei Hot di« Geheimakten ansqeliesert.

Diemorning Posi" meidet aus Konstantinopel: Tie türkische Regierung hat alle Geheimdokumente zwi cken Deutschland unb der Türkei über die Borgeschichte unb bie Führung des Kn->cteS der AllrieitenkommissionauSgeliefett. SieDolumente beweisen die Schuld bet beutschen Regierung an ben Armeniermorren.

Bei bet Sucht bet Entente, alle Schuld auf Deurfchlanb ab;uwälzen, betrachten ivit ben Satz ne er Meldung als . ine tendenziös, einseitige Be- hauptung, der jede Beweiskraft fehlt.