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roOSCHKONK» SPRICHT

ist der Sdiuhputz

--------- Wernshausen (Werra).

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Stand der Liga-Spiele des hessische» Kreiser.

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* Zu Slraseu bis zu fünf Jahren Zuchthaus ver­urteilte das außerordentliche Kriegsgericht m Dortmund die fünf Räuber, die am Hellen Tage zwet Beamte der Dortmunder Union überfielen und 127000 Mark Lohngelder raubten. Unter den Verurteilten befindet sich der Privatsekretär des Werksdirektors. Von der geraubten Summe konnten 107 000 Mark Wieder he-.- beigefchafft werden._________

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Um 9 Uhr wartet bereits Kardinalstaatösekretar I ffiflfpflrri im zweiten Stockwerke des Vatikans auf die I »Mehr des Papstes, um ihm in dessen Privatbibliotbek I über die laufenden Geschäfte, meistens ur.':r Vor- lequng des Aktenmaterials, Vortrig zu halten. Nach gewöhnlich einstündiger Beratung beginnen sofort die Privataudienzen, bei deren in der Regel zunächst den Aurienkardinälen, die als Präfekten oder Sekretäre «n Kongregationen sich dienstlich mit dem Papste zu besprechen haben, der Vortritt gewährt wird. Dann stlgcn Bischöfe, Gesandte, Prälaten, Ordensleute oder Leien, die an den Heiligen Vater besondere Anliegen zu richten haben. Den Privataudienzen schlichen sich bia öffentlichen unmittelbar an. In den an die sogen. Anticamera segreta sich anreihenden Prunkgemächern sind die vom Oberstkämmerer mittelst besondererPer- messi" eingeladenen Personen aufgestellt. Zu ihnen begibt sich der Heilige Vater, umgeben von seinem Hofstaate, spricht liebevoll zu ihnen, reicht jedem seine Rechte zum Kusse, erteill feierlichst den apostolischen | gegen und betet auch mit ihnen, sobald die eherne, weithin schallende Glocke von St. Peter zum Angelus läutet.

Geaen 12.30 Uhr erscheint der Maestro dt Ca­mera, Msgr. Sanz de Samper, um mit dem Papste nach Entlassung des Hofstaates, die Audienzen der fol­genden Tage zu regeln. Erst eine volle Stunde später verläßt der Heilige Vater sein Arbeitskabinett, um sich wieder in das dritte Stockwerk zu begeben, wobei er sich des Privatauszuges bedient. Im Gegensatz zu Pius X. nimmt Benedikt XV., der im allgemeinen die Gewohnheiten Leos XIII. wieder ausgenommen hat, seine Mahlzeiten allein ein. Eine Suppe, gebratenes Fleisch mit Beilage, Früchte und ein Gläschen stärken­den Weines bilden die Mahlzeiten Benedikts, der, mit gutem Beispiel vorangehend, sich während der Fasten­zeit streng nach den kirchlichen Vorschriften richtet. Wie bescheiden der Heilige Vater im Essen ist, mag an fol­gendem Beispiel ersichtlich sein: Als ihm einmal wäh- rmd der Fasttage knusperige Artischoken alla giudia (auf jüdische Art in Del gesotten) vorgesetzt wurden und er sich befriedigend über die willkommene Abwech­slung geäußert hatte, verriet ihm Mariano, daß die­selben allerdings anderhalb Lire das Stück gekostet hätten.Das ist viel zu teuer," erklärte der Papst rund heraus.Solchen Luxus könne er sich nicht er­lauben," und die köstlichen, goldgebräunten Artischoken mußten von der päpstlichen Tafel verschwindem Nach dem Mittagessen pflegt der Papst sich em Stündchen der Ruhe hinzugeben.

, , Ist jemand von seiner Familie in Rom anwesend, etwa sein ällerer Bruder, der Admiral a. D. Antonio della Chiesa, dann hält er wohl mit diesem ein Plau­derstündchen ab, oder er begibt sich mit ihm an drei

Amtliche Anzeigerr.

Verbot

des Verkehrs mit Zucht-, Autz- und Magsrvieh

Auf Grund der Beiordnungen des Bundesrats zur' Ergänzung der Bekanntmachung über die Errichtung von Pr'eisprüfunqsstellen und die Verforgungsrcgclung vom 25 September 1915 (Reichs-Gesetzblatt S. 607), vom 4 November 1915 (Reichsgesetzblalt S. 720) und vom 6. Juli 1916 (Reichsgesctzblatt S. 673) und auf Grund her Verordnung des Bundesrats über Flenchversorgung vom 27. Mörz 1916 (Reisgefetzdl. S. 169), sowie der Verordnung der Landeszentratbehörden, betreffend de« An- und Verkauf von Zucht-, Nutz- und Mag ersieh vom 18. Juli 1918 (H. BI. f. Landw. 1918 S. 166), lowie ou? Anweisung des Preuß. Londesflcischamtes vmn 18. Oktober d. Is. wird für den Umsang des Reg.-Bezrrks Kassel mit Ausschluß der Grafsd)ast Schaumburg solgen- . des angeordnet:

S 1 Mit Rücksicht auf die VUHlieferungen an den Feindbund, die sofort nach der Ratifizierung des Friedens- Vertrages beginnen und innerhalb dreier Monate durch­geführt fein müssen und auf die dadurch bedmgten schweren Anforderungen an unsere Zucht- und Rutzmehbchtande, neben denen ein Handel mit diesen Bestanden nicht ftatt- sinden kann, wird mit Wirkung vom 27. OAoder d. 3s. iealicher An- und Verkauf von Zucht- und Nuhmeh auch durch die von den Mehhandelsoerbcinden mit Ausweis- körten versehenen Händler bis auf weiteres verboten. Mtt Wirkung vom gleichen Tage werden Ausfuhrgenehmi- gunqen für Zucht- und Nutzvieh noch anderen Provinzen oder Bundesstaaten, sowie in andere Kommunalverbands innerhalb des Regierungsbezirks Kassel nicht mehr erteilt.

r 9 Ausgenommen von diesen Bestimmungen bleiben der Handel mit Ferkeln und Läuferfchwemen bis zum Gewicht von 25 Kilogr., sowie die Ferkelmarkte.

8 3. Nachweislich vor dem 27. Oktober gefwtes Fucht- und Nutzvieh darf ttsif Genehmigung der Bejirfs- slelschflelle auch nach diesem Zeitpunkt noch wet.er ver­kauft werden Eine Ausfuhrgenehmigung nach anderen Provinzen ober Bundesstaaten findet aber auch für sol­che« Vieh nicht mehr statt.

Ausnahmen in dringenden Einzelsallen kann die Be- zirksfleischstelle erteilen.

8 4 Die Maßnahmen werden aufgehoben, soba.d her Bedarf für die Feindbundliefemngen gedeckt ist.

8 5 Zuwiderhandlungen gegen diese Bekanntmachung werden auf Grund des eingangs genannten Drrorbnungen mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldfttafe bis 1500 M bestraft. ,

§ 6. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft.

Kassel, den 23. Oktober 1919.

Bezirksfleifchstelle für den Regierungsbezirk Kassel Der Vorsitzende: gez. o. Pappenheim.

Wird veröffentlicht:

Fulda, den 27. Oktober 1919.

Der £ anbrat: Frhr. v. Doernberg.___

Tagen in der Woche - Montags, Mittwochs und Freitaas unter dem gleichen Zeremoniell, wie oben beschrieben, in den vatikanischen Garten. Zuruckgekehrt iuckt Benedikt XV. seine Privatbibliothek wieder auf, wo er sämtliche, an seine Adresse gerichtete Korre­spondenz selbst öffnet, sie mit Anmerkungen versieht, wonach dieselben erforderlicherweise an die Staats­sekretäre oder an die Kardinalskongregotionen zur Be­antwortung gelangen. Mit welcher Gewisienhafttgkert der Papst diese Ausgabe zu erledigen pflegt, mag bei­spielsweise daraus erhellen, daß er eigenhändig die un­geheure SH enge der wegen der Ecsanaenenfürsorge an ihn gerichteten Briefe öffnete und sofort die nötigen Verfügungen zur Erledigung der Gesuche traf.

Am Spätnachmittage nehmen die Privataudienzen wieder ihren Fortgong. Diesmal handelt es sich um knchliche Würdenträger, oder um hochangefehene Laien in führender Stellung, die nicht dtirch Vermittelung des Maestro di Camera, sondern auf Veranlassung des Papstes feil ft, durch den diensttuenden Geheimkämme- rer geistlich n Standes zur Audienz eingeladen wer­den." Mit wirsen Dertrauenspersonon bespricht sich Be­nedikt XV. über schwebende kirchliche, politische oder sonstige Fragen, hört ihre Meinungen an oder erteilt ihnen Befühle zur Ausführung. .

Um drei 'ertel 9 Uhr abends treffen wir bett Papst in der Hinte, dem Thronsaale sich befindenden Gehenn- kavelle vor dem Tabernakel betend an. Ehrfurchtsvoll I knieen die an ihrer gestickten, weinroten Damastklei­dung kenr ! chen Palafrenieri (Saaldiener) um ihn herum, e nd Geheimkaplan Msgr. Testoni den Ro- senkranz vetdetet, nach dessen Beendigung der Papst alle Anwesenden zum Handkusse zuläßt. Bald nach dem bescheidenen Nachtmahle, wenn die Glocke des Pe- tersdames x n zehnten Schlage aushott, überläßt sich I der Heilige Water nach einem Tage arbeitsvoller Tä­tigkeit der Ruhe. Wird aber in der vatikanischen Bokilika oder in St. Anna di Palafrenieri das virrzig- stündige e.bet abgehalten, dann begibt sich Benc- Mft XV., umgeben von den Wachsfackeln tragenden Stenern, zu.:'.scheu 10 und 11 Uhr nachts in die betr. fHröe, rrt cor dem ausgestellten hochwürdigsten Gute Cott dein Herrn die mannigfachen Anliegen der welt-

* Der Hamburger Sülzeprozeß. In dem Prozeß gegen den Sülzefabrikanten Kommerzienrat Heil m Hamburg wurde dieser wegen Nahrungsmittelvergehen zu drei Monaten Gefängnis und 1000 Mark Geld­strafe seine Geschäftsführerin Fl. König zu sechs Wo- dien Gefängnis verurteilt. Heil hatte Kalbs- und Rm- d-rkopfleile und Sülzen, die verdorben oder verfattcht waren, unter Verschweigung des Umstandes verkauft. Es mar dieferhalb zu erheblichen Unruhen in Hamburg gekommen.

* Ein Führer der Unabhangrzen verhaftet, -rer Führer der Unabhängigen in Baden, der Gast­wirt Seizinger, ist in Baden - Baden wegen Schleich­handels verhaftet worden.

* «Verhaftung von Kommunistensuhrern. -jn Stuttgart erfolgte b;e Verhaftung mehrerer Kommu- nisten'führer, die mit den an der Schweizer Grenze abgefaßten kommunistischen Kurieren in Verbindung geständen haben.

mu Benedikt XV. den Tag zubringt, i t » früher Morgenstunde, lange bevor noch das 2n U y Straßen Roms beginnt, bringt bereits Witter Lichtschein aus einem der vielen Fenster i^-ttcn Stockwerkes des Apostolischen Palastes, die Petersplatz hinausgehen. Es ist dies ein Zei- hab der Heilige Vater, der sich regelmäßig um

- ? nhr erhebt, schon am Studiertische sitzt, der Ecke seines Schlafzimmers angebracht ist.

c;Ln diesem Raume und dem Speisesaal liegt die tkavelle Benedikts XV., einstmals das Sterbe- | , r Pius X. In diese begibt sich der Heilige Later

6 Ufcr, wo er sich stillen Betrachtungen über» E" Dann 'wird mit dm VorbereitunZen zur heiligen wL, begonnen. Punkt 6 Uhr schreitet der Papst jffljr hin, um das heilige Meßopfer zu feiern. Em festen wohnen Klosterfrauen oder besonders vom ausgezeichnete Fremde seiner Privatmesse bei, Personen dann Benedikt XV. eigenhändig die ML Kommunion reicht. In tiefer Andacht ver- - Lken wohnt der Papst noch der Mefle des Geheim- Wans bei, um sich alsdann in sein Speisezimmer . , beaeben, wo ihm das Frühstück gegeben wird. M SL-faeitig werden ihm die neuesten Tagesblätter (nicht Ausschnitte daraus) vorgelegt, die er durchsieht, Stet er etwaige, ihn besonders interessierende Artikel S Rotstift anstreicht, um sie später sorgfältiger nach- rXfen oder um sie zur Besprechung zurückzulegen.

Während der heißen Jahreszeit sucht der Heilige fftaer gleich nach dem Frühstück die schattige Kühle des netikonischen Gartens auf. Aus seinen Privotgemä- "L- begibt er sich den Damasushof hinunter, besteigt in Begleitung des Msgr. Migone den bereit- Menden Zweispänner, der im Schritt durch den Lowle des Belvederehofes umfasienden Arkaden ein- berfährt, um schließlich unter Benutzung des von Kus X. angelegten unterirdischen Ganges in wenigen Minuten die Laubgänge des vatikanischen Gartens zu

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des Ausbaues her Wege nnd Gröben in der Zu- lammenlegung von Soisdorf (Kreis.Hünfeld,.

Erdarbeiten: 5804 cbm zu lösen, 1124 cbm ju bemegen, 52 km Wege nach Normalprofilen auszubauen, 8 km Graben auszubauen.

DekeMaungea: 1220 qm Beschotterung, 644 <|m Gestuck, ' 12459 qm Rasendecken, 1420 lfd. m Fasch.nen, 6 cbm Zementmauerwerk, Zementrohrdurchläise 541 lso. m D^Verdinaunasunterlagen mit dem Kostenanschlag und den dazu gehörigen Plänen liegen im Landmesferbüro des Kulturamtes Hünfeld zur Einsicht offen.

Die zum Angebot nötigen Auszuge des Breis- und Massenverzeichnisfes sind gegen Einsendung von 5 Mark von dem Landmefferbüro des Kulturamts Hünfeld zu beziehen. . K ,

Der Derdingungstermm findet.

Dienstag, den 4» November 1919,

vormittags Vsl2 Ahr

in Soisdorf, Gastwirtschaft Wal? statt.

Angebote sind mit der ausdrücklichen Erl rung, das h,r Bieter sich den ausgelegten Bedingungen unterwirft, schriftlich dis zum 1. November 1919 zwecks Oeffnung und Nachprüfung an das Landmefferböro des Kuituramls Hünfeld portoftei einzusenden.

Der Zuschlag eriolgt durch den Vorsteher des Kulturamt, Hünfeld, den 23. Oktober ISIS.

________Metz, Landesökonomierat.

Interessantes vom Kartoffelkochen. Herren Gelehrten mit ihrer Nase sogar rn topfen der Hausfrau gern herumitobern, tit mchrs Neues mehr. Und es ist eigentlich schr gut so, man soll die Herren nicht stören, sondern ruhrg gewähren lassen, sintemalen sie uns schon zu mancherlei Weis­heit 14 rholsien haben, die einen praktizchen Nutzen hatte, xsartoffellochenl Nichts einfacher! Was sollte dabei die Wifsenschafr zu sagen haben! Nun! sie hat sehr viel zu sagen. Kocht man rrgend etwas, fo ge- sch'.ehtts in reinem Wasser. Das Wasser aber blerbr nicht reines Wasser, es gehen vielmehr allerlei tiub= sranzen der gelochten Materie in das Wasser über, so daß man bei manchen Gerichten sogar eine recht fchmack- hafre Suppe erhäst. Delbstverständllch werlzen nun auch beim Kartoftetlochrn den Kartoffeln mancherlei Dinge entzogen. Kurz, die Gelehrten haben festge­stellt, daß von Kartoffeln, d-e in der Schale gekocht werden, drei Prozent der Nähr'tofte m das Wan er überaehen von geschälten Kartoffeln wzar 14 Prozent! Das achte man nicht gering^! 14 Prozeni sind ettt ganzes Siebentel! Derm Esten aber_ loMtrnt es nicht aitf die Quantität, sondern auf dre Ouantat, auf den Nährstoffgehalt an, und so kann man einigermaßen er­messen. ' wieviel wichtig- Nährstoffe tot bet unserm riesengroßen Verbrauch an Kartoffeln sede-,^ Iabr ver­geuden, nur dadurch, daß wir gar zu gern geichalte Kar­toffeln, Salzkartoffeln verspeisen. Diefer sterlun netze sich schon vermeiden im Ijntereffe der Ernährung und Gesunderhaltung, bis auf 3 Prozent, ^/"n zumindew muß ja eben die Kartoffel in ber Schale gesticht wer­den. Am rationellsten wäre es freilich, die S.artorfeln mir nicht zu kochen, sondern fein sauber gereinigt mit der Zchaie im Feuer zu rösten, toe es bxe etntearbet. ter zur .Herbstzeit oft auf dem Felde machen, und dann sogleich mit der knusperigen Schale zu verzehren, erenn wenn man die Schale entfernt, gehen ite ior.eile auf andere Art wieder verloren. Aber wer mal 1» eine | rohgeröstete Kartoffel gegessen hat, wird entzückt gewe-

Tore ses.

Kleines Milleton.

Avf Leu Bahnhöfen des Ostens. Allen, die in Deutschland in eignen Betten schlafen und im ge­sicherten Heim wohnen, könnte man in diesen Zeiten eine kleine Reise durch die Bahnhöfe im deutschen Osten anempfehlen. Dann würden sie sehen, was cs wert ist, sein eignes Dach über dem Haupte zu haben und auf dem Boden, den man bewohnt, auch zu Hause W fein. Auf diesen Bahnhöfen merkt man jetzt btc Wen Erschütterungen des großen Stoßes, den unser Volkstum im Osten getroffen und überall zum Zuruer­weichen gebracht hat. Geht man da durch die Warte­te, so empfängt das Auge recht oft Auswanderer- ( bilder, die an längst vergangene Zeiten wieder er­innern. Da stehen Berge von Kiepen, Säcken und Hvlzkisten, die schon Gott weiß wie lange unterwegs sind. Auf ihnen fitzt und lagern ermüdete Gestalten, junge und alte Bäuerinnen mit bunten Kopftüchern, bluffen Gesichtern, die mit dem Schlafe kämpfen, ihr. Kind auf den Armen ober auf dem Schoße, das, glück­licher als die Erwachsenen, längst entschlummert ist und Mts weiß von den Sorgen des Alltags. Junge und alte Bauern und Städter in Schaftstiefeln stehen dabei: manche haben auch gar keine Stiefel an oder «egen sie, um sie zu schonen, über den Schultern. 2n den voroerückten Abendstunden und wenn bie Nacht näher rückt, ist die Lust in diesen Wartesalen Unerträglich geworden, dick zum Schneiden, erfüllt von «n Ausdünstungen all der Menschen, von Tabak, von den Essensresten. Denn viele sind hier nicht für emn= ten manche lagern hier halbe und ganze Tage. Das Verhängnis dieser Flüchtlinge, die aus dem Poseißchen °us Polen und aus Rußland zurückkommen, wie be- wubt von ihrem Unglück, froh, nur wieder deutschen öoben unter den Füßen zu haben, ist die allgemeine Rutsche Wohnungsnot. Wo soll man sie unterbeut»

Die, die nicht in der Sage sind, von Freunden "-^ Verwandten ausgenommen zu werden, wissen zu- ^lchst meistens überhaupt nicht, wo sie hin sollen. Kem Gasthof kann sie auf nehmen; alle sind vollbesetzt, und uoilgens sind ihre Preise nicht sür jeden erschwinglich. ~e Stabt Frankfurt an der Oder hat ein eignes »iUchtlingsheim eingerichtet,- wo man aanze Familien

unterbringen kann. Dem^nachahmenswerten Beispiel sind noch andere Städte im Osten gefolgt. Besondere Sorgfalt wird den Posener Flüchtlingen m den :neder- schlesifchen und neumärkischen Städten, da wo die neue Reichsgrenze nahe ist, gewidmet. Hier kamen tn den aufgeregten Zeiten, die jetzt erfreulicherweße vordet sind die Züae aus Bentschen, der neuen Grenzstadt an der posenschen Demarkationslinie, an, beladen mtt Fllichtlingen, die ihr Deutschtum mit der Vertreibung aus langjährigem Heim büßen mußten.

sen sein Hehrem delikal-n Geschmack. SXS W ! I bro°tenrtOf&lnn5gebt ebenfalls, nur Re Schale verlöre^

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Kork aus Acetyle».- Die chemisch-technische Wissenschaft hat wieder einmal emen verpuffenden Erfolg mtMweisen. Es wird ja schon vieles aus dem bekannten Acetylen hergestellt, neuerdings sogar Spi­ritus,' aber daß man auch eine Maste daraus anfer­tigen kann, die den natürlichen Kork vollkommen zu ersetzen vermaa, weil sie eben alle die wertvollen Eigenschaften des Korkes besitzt, hatte man wohl aum für nwalich gehalten. Und doch ist die, Sache sogar überraschend einfach, so daß große Fabrikationsspesen nicht in Frage kommen, und, da auch Acetylen selbst billigst heraestellt werden kann, die Acetylen-Korke so- car in Hinsicht des Preises mit den Naturkorken kom kur-ieren können. Das Verfahren ist folgendes: Man füllt große Röhren mit gepulverten Metallen ober Mctalloryden am besten eignen sich Kupfer imb Nickel und treibt durch diese unter Beobachtung be­stimmter Temperatur- und Druckverhältnisso Acetylen­aas Die Metalle werden dabei nicht angegriffen ober verändert, sie wirken lediglich als sogenannte Kontakt- mbstcmzen, d. h. sie wirken einfach durch ihre Anwesen- hett und verwandeln das Gas in eine korkartige feste Masse, welche sich leicht aus den Rohren erdfernen, auf* sammeln und weiterverarbeiten läßt. . Wertvoll ist ihr Geringes spezifisches Gewicht, und die Isolierungs- fahigkeit, auch dämpft sie den Schall, läßt sich pressen, schneiden usw., so daß ein besserer Korkersatz nicht zu inden sein dürste. Vielleicht schon bald wird das Knnstvrodukt im Handel zu haben fern; dann ersparen mir abermals viele Millionen, die wir sonst sahrnch für Naturkorkholz an das Ausland abgeben mußten. Möglicherweise wird nun auch die Linoleum-Industrie, die auf Verwendung von Korkabfällen eingestellt ist, einen gewaltigen Aufschwung nehmen. Der Krieg hat sie naturgemäß vollständig brach gelegt. it

Liga-Beroin

Kurhessen Kassel Borussia Fulda Sport Staffel ©ptetoeretn Staffel Germania Fulda Rafensportv. Kassel T.-u.Sp.-D. Käfsel 48 Göttingen 05 Hermannia Staffel T.-u.Sp.-V.86Kafse! Göttingen Vgg.

Ui ispcnnri.srn Kirche aus Herz zu legen.

x: Lborhesien unö den Hess. Aemtern.

Marburg. Eine von etwa 600 Mitgliedern d>s Hessifchen Bauernvereins gestern im C : loßgorieii abgehaltene Versammlung nahm nach le. Hafter Aussprache eine Entschließung an, in her gegen die anaedrohte Entziehung von Zucker und P -roleum bei Nichtabgabe der Kartoffeln Protest ei-gelegt und ferner ein Kartoffelpreis von 9 Mark ausschließlich 15 Psg. Kilometergeld für den Zentner als Anfuhr gefordert wird. Ebenso wurde auch die Ausfuhr von Lebensmitteln über die Grenze verur­teilt. _.. .. , .

Marburg. Ein schwerer Einbruchs- diebstahl wurde am Samstag nacht in der Villa eines hiesigen Professors ausgesghrt. Mehrere Per- serteppiche mit Arabesken-Servietten und eine Un­menge silbernes Tafelgeschirr fielen ben Sie­ben in die Hände. Allein die echten Nerserteppiche haben einen Wert von 60-80000 Mark. Die Sil- bergeqen stände sind zum Teil mit Wappen versehen, Doppeladler, darunter stehender Löwe und zu beiden Seiten Palmen, einige Sachen tragen auch die Buch- staben b. E. Für Wiederherbeischaffung des Gutes sind 10 Proz. des Werts als Belohnung ausgesetzt.

(::) Frankenberg. Auf die Einladung der Zen- trumspartet hin fand am vorigen Sonntag unter dem Vorsitz des Herrn Lehrers Zmser eme Versammlung statt. Parteisekretär Muller-Mar- bürg beantwortete in längerer Ausführung Die Fragen:Warum hat das Zentrum sich an der Regierung beteiligt und weshalb tritt es für die konfessionelle Schule ein?" In der Diskussion, tn der auch die maßlosen Angriffe gegen Erzberaer ge­bührend gekennzeichnet wurden, gab Herr Pastor Quell wertvolle Anregungen für eine Gemein­schaftsarbeit von Elternhaus und Schule und zur Fürsorge für die schulentlassene Jugend.

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