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antwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schütte, die Anzeigen^ 3 Parzeller, Fulbo. Rotationsdruck

| Dienst«« 28. Oktober 1919, |

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Die drei hguptfächlich»

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Deutschland

Das

Lebensmittel not in Innsbruck.

Seit Montai, 20. Oktober, wurden in Innsbruck keine Brot- und Medlrationen wehr beteilt, sodaß sich die Bevölkerung in großer Notlage befindet. V

rei undurchführbar, solange nicht die gesamte Blockade aufgehoben wird. Die bisher von der En­tente eingebrachien oder zurückgehaltenen deutschen Schiffe sind noch nicht zurückgegeben worden. Die Re­gierung wird bestrebt fein, eine Milderung der Blockade in weitestgehendem Maße zu erreichen.

Der Mücktransport and vem Baltenlanv.

Bei der Wahl zur Landesvertretung in Birkenfeld am Sonntag erhielten durch Wahlvorschlag die vereinig- ten Parteien (Zentrum, Demokraten, Deutsche Volks-

Der Handel der Bereinigten Staaten mit den Mittelmächten.

NachWall Street Journal" berichtet das Han- delsdepartement über den amerikanischen Handel mit den Mittelmächten: Tie Vereinigten Staaten führten in der Zeit vom 1. Januar 1919 bis 31. Juli 1919 aus nach:

Oesterreich-Ungarn für 2045812t Dollar

13 004 Stimmen, die Liste der Regierungspartei 1822 Stimmen, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei 47 Stimmen. Auf die vereinigten Parteien entfallen somit 23, auf die Regierungspartei nur 2 Sitze in der Landesvertretung. Die Regierung Zoeller hat somit eine vernichtende Nieder­lage erlitten.

DieNegierung" Zoeller ist die dem Land gegen den Willen der Einwohner aufgezwungene Regierung von Frankreichs Gnaden. Größere Vorbereitungen für die Wahl waren nicht möglich, Versammlungen durften nur unter militärischer Bewachung stattfinden und Ent­schließungen nicht aefaßt werden. Das hat aber die Parteien nicht gehindert, in prächtiger Geschlossenheit vorzugehen und derNegierung" Zoeller den Stuhl

Der Untersuchungsausschuß.

Der Ausschuh der Untersuchungskommission der Na. tiona Versammlung nimmt seine Vernehmungen am Freitag wieder auf. Als Zeu ic wird der frühere Reichs- tangier v. Bethmann Hollwea vernommen. Vor- aussichtlich wird auch Generalfeldmarschall v. H i n d e n- bura und General Ludenc-orsf dieser Vernehmung beiwohnen. Ludendorff ist, wie wir erfahren, schon ein. geladen worden, der Vernehmung des Grafen Bernstorfs beiguwohnen, hatte damals aber erklärt, er sei erstaunt, dah nicht auch der Generalfeldmarsball eine solche Ein­ladung habe Der Feldmarschall sei sein Vorgesetzter und ohne dessen Genehmigung werde er den Vcrhand. tungen auch nickt als Zuhörer beiwohnen können und wollen. Daraufhin habe der Vorsitzende de? Ausschusses auch eine Einladung an den G neralfeldmarschall von fdtnbenburo pelanren lassen, eine Einladmw, die

Actienbruckerel tn Fulda. Preis monall. | 46.

heil geraten ist?"

Wie meinst Du? Eine kleine?"

Man soll nichts für zu klein halten, man soll nichts vergessen. Deine Onkel Salzmann-Geschichte."

Ah - so!"

Bruno machte ein mißlaunlsches Gesicht.

Nun, ist etwas daraus geworden und was?" Du warst doch wohl aufEntdeckungen"?"

Ja, aber ich hatte kein Glück dabei."

Der Alte lächelte:

So etwas gibtts? Doch wohl nur vorübe.geh ::d?

Also, Vater, höre mich. Ich sagte Dir, daß ich ein Schriftstück besäße.*

Ja."

Daß eg zu wenig bedeute und daß ich deshalb nach weiteren suchen werde."

Ein löbliches Bemühen, aber Deine Ansicht ist falsch. Ee"gibt keine Schriftstück', die wenig bedeuten 'EL hast Du tf?"

Bruno zog eine Brieftasche hervor und nahm aus deren verstecktestem Fach einen zerknitterten Zettel, Die. (en reichte er. dem Vater. (Fortsetzung folgt.)

Eine ungeheure Beweglichkeit ließ den Alten nicht müde werden, und Bruno, der Junge, hi lt selbstverständ­lich mit. Die Nacht dauerte für beide stets bis in den Hellen Mittag. Sie sing ja auch zu spät an, um früher zu enden. Und dann am Tage gab es richtige Unter« richtsstunden.

Bruno lernte mit brennendem Eifer und erntete da­für die rückhaltloseste Anerkennung seines väterlichen Meisters. Ueberraschende Weiten gingen ihm auf, schlichte Einfachheiten einer verblüffenden Technik.

Eben legte Murray wie er sich auch von Bruno fernerhin nennen ließ die Karten hin und sagte:Nun, mein Sohn, von etwas anderem. Findest Du nicht, daß sich mein Deutsch in den paar Wochen wesentlich gebes­sert hat?"

Nach den in Berlin vorliegenden Meldungen hat 1 partei, Bauernbund, Mehrheitssozialisten) zusammen es den Anschein, als ob die Zahl der zur R ü ckk e h r n ,k'

aus den baltischen Gebieten bereiten Truppen weiter zugenommen hat. Die Verhandlungen mit der litauischen Regierung haben einstweilen ergeben, daß unsere Ortschaften südlich von Schaulen zur Erleichte­rung des Rücktransportes freie eben worden sind. Den Nachrick ten über blutige Vorgänge und Zwischenfälle wird man mißtrauisch gegenüberstehen müssen In Berlin ist von solchen Vorgängen nichts bekannt.

übrigens nicht den Charakter einer Zeugenvernehmung tränt Auch der Feldmarschall hat sein Erscheinen in Aussicht gestellt

Die Wahl in Birkenfeld.

Gewiß, Vater, sehr."

Das ist mir lieb. Manchmal ist der fremdartige Klang gut und förderlich. Manchmal stört er. Das i beste ist schon, man hat die Auswahl zwischen beiden Mundarien .der fremden und der heimischen.

Du hast diese Auswahl bereits."

Ja, ich lerne rasch. Immer, wo ich bin, fällt mir der Ortsion sofort ins Ohr, und ich nehme ihn an. lleb- rigens, Bruno, weißt Du, daß in dem Durcheinander dieser Taee eine kleine Angelegenheit ganz in Vergessen-

Nach den Vereinigten Staa en rien aus: Oesterreich-Unga: n für 401149 Dollar

Deutschland 933923

Diese Zahlen sprechen ohne Erläuterung!

fir. 249 | für

Der Verlust Oberschlefiens würde also nach _ densberechnung für das Reich einen Ausfall von fast 1 Milliarde Mark bedeuten. Die drei hauptfächlich. fren Erzeugnisse sind Kohle, Eisen, Zink- und Bleierz. Die 63 Steinkohlengruben, die Oberschlesien 1914 hatte, lieferten fast ein Viertel der deutschen Eesamterzeugung. Mit seinem Gcsamtkohlenvorrat, der auf 16-3 Milliar­den Tonnen geschätzt wird, nimmt es die zweite Stelle ein nach dem rheinisch-westfälischen Bezirk (213 Milliar­den Tonnen). Schwächer ist die Stellung Oberschle­siens in der Eisenerzeugung Deutschlands. Es stand unter den 16 Eisenbezirken 1912 an erster Stelle. Von den mehr als 1500 Betrieben der Eisen- und Stahl­gießerei befanden sich 1912 in Schlesien 105. Der Verlust dieser 105 Werke würde uns heute schwer tref­fen. Eine besonders wichtige Rolle spielt- Lberschlesien in der Blei-, Zink- und Silbercrewinnung. Dor dem Kriege lieferte es 60 v. S). der deutschen Gesamkerteu- gung. An Zink lieferte es 17 v. H. der Welterzeugung. Die deutsche Förderung von Nickel, Kobalt- und Wis­muterzen entstammt-1* ganz j*r einen schlesischen GrubeMartha" bei Frankenstein.

Zink- und Bleierzgrubcn 3>,4

Walzw rfbetriebe 156,3

Eisen- unb Stahlgießereien 16

Zinkhütten 75

Möchte ich eine öffentliche Verlobung verschoben wis. j sen. Ich beabsichtige nicht, Aufsehen zu erregen, indem ich Sngeborg Malten verlobe, während sie jedermann nur als Ingeborg Ruskin kennt"

Konrads Gesicht hatte sich völlig aufgehcllk.

Ich verstehe vollkommon. Aber, Herr Ruskin, wir haben Ihre Einwilligung?"

3a."

Auf die der Welt können wir warten."

Dann ergriff er des Kaufherrn Hand und führte sie an die Lippen:

So lassen Sie mich die Hand küsien, die mir so gütig ist und so viel gibt! Und noch eins, Herr Ruskin, 'Sie sagen, daß Inge erst gestern von diesen Dingen er­fuhr. Durch meine Schuld. Ich bin besorgt, wie sie es aufnahm. Ob ich ihr schwere Erschütterungen bereitet habe. Es tut mir weh"

ßieber Baron, dies ist kein Verschulden, um des­willen Sie sich Vorwürfe machen dürfen. Diese Ent- deckung mußte für Inge doch einmal kommen. Nun ist's überstanden' Ja, sie war erschüitert. Es packt ans S)er5, auf einmal alle Wurzeln locker zu fühlen, mit Denen man sich an die Heimatsscholle gefestigt glaubte. Gs ist keine gelockert, sie alle bleiben wie sie waren. Aber die erste Vorstellung wüst holde Träume in Trümmer.

Inge hat gestern die Bilder ihrer wirklichen Eltern gesehen, ein paar Tränen gemeint und auch mir das Her; weich gemacht. Nun ist's vorüber. Ihr Vater war Kaufmann wie ich, wohlhabend, wie ich 3nge ist sein und mein Erbe"

O, Herr Ruskin!"

Ich weiß, dah die Herren aus Weltzmgen danach nicht fragen, aber ich halte mich für verpflichtet, auch das zu sagen."

Konrad neigte sich dankend. Dann rief er ungeduldig: Und jetzt darf ich zu Inge jetzt darf ich?" Ja, lieber Sohn, kommen Sie."

12.

Bruno war die letzten Wochen wie in einem Taumel gewandelt. Ein Leben umbranbete ihn, so aufregend und so bestrickend, wie er es nie zu ahnen vermocht hatte Der Zauderer aus Tongking berührte ödes Gestein mit feinem Stabe, und der Fels gab sprudelnde Quellen des Genußes

L'ST-M-LSS.

und Falschmeldung gesucht. Bet dem ^crWe"r ei, gefundene Papiere lassen den Schluß zu, d v

21 M an die

Schweiz Nickte, üt neuerdings wieder metir S fir das Verb.eiden bei Deutsch-Oefferre ch. M Dem christlich-soziolen G.meiiibevertretertag m 8tja «

Vernckieruna ent^en, daß wir fest und treu zu^eirer reich halten werden ". reorner

SÄÄ» K-u- w*,»«

tn'dee die Aufmerksamkeit auf die Lage der 250 uvu Kriegsgefangenen in Sibirien, von denen em großer Teil infolge von Entkräftung und Krpnkheit dem sicheren Tode entgegengeht.

vor die Tür zu setzen.

Der Werk Oberschlefiens. ,

Zahlen reden. Befragen wir die Statistik des letz­ten Friedensjahres 1913, so betrug damals der Wert der gesamten Erzeugung der oberschlcsischen Montan­industrie 938,7 Millionen Mark. Davon entfielen auf die .Ao ckensö.>eiung 393,7 Mill. w.k.

Deutsche Nationalversammlung.

Die schwersten Sorgen unserer Zeit beruhen nicht so sehr auf unserer politischen als vielmehr auf un­serer wirtschaftlichen Lage. Immer noch nicht. , t daS revolutionäre Fieber erloschen, das eme Z t lanr unter so doch entwickeltes deutsches Wtrttchas s leben zu Grunde zu richten droht. Im Zusammen- bann mit den Schwierigt n her Lebensmittelver­sorgung und unter dem Druck der ungeheuerffch n Opfer, die der Versailler Fricdensvertrag dem deutschen Volke auferleat, kam eine Vcrzweiflungsstimmung aus, die unser Volk völlig an den Rum zu bringen droyte Wenn nun heute die Lage ruhiger betrachtet werden kann, ist das nicht zuletzt ein Erfolg des Zusammen arbeitens all derjenigen politischen Krafts, die dem überspannten Radikalismus die Stirne boten Das Bild, das der Reichswirtschaftsmlmster Schmidt über unsere Wirtschaftslage zeichnen konnte, mochte da­rum doch die, wenn auch wenigen, aber doch immerhin vorhandenen lichten Farben etwas hoffnungsfroher 311 stimmen. Die Lebensmittelversorgung ist nach Schmw. im allgemeinen gesichert. Die Einfuhr oon auslantn» scheu Lebensmitteln ist nichts anderes als eine Frage dcr Wiedererstarkung unserer eigenen Produktionskraft, damit der Hebung unserer Zahlungsbilanz, und die Verbesserung unserer Valuta, die uns dann ermöglich-, die im Auslande reichlich ausgestapelten Lebensmittel für uns zu bekommen. Im Interesse unseres Volkes möchten wir wünschen, daß der Minister Recht behalt.

Sitzung vom 25. Oktober.

Die Nationalversammlung be rann die zweite Lesung des Etats für das Reickswirtschaftsministerium.

Reichswirtsckaftsmiuister Schmidt: Es sind in un- serem wirtschaftlichen Leben Anzeichen zur Bei z e- rung vorhanden. In der Ernährun^sfraue haben wir von Beschränkungen Abstand nehmen können. Das B.ot ist bester netoor^en. Die Landwi te können mehr Kieie zurückbehalien. Auf dem Gebiete ter Viehablieferun''en habe ich Bedenken gegen scharfe Maßnahmen. Wir werden versuchen müsteu, in ausländischem ,ylentt) Ersatz zu finden. Tie Hemmungen in der K a r t vs- felbelieserung liegen neben der schlechten ®rnfe in den Transportverhältnisten. Holland und Polen werden uns Kartoffeln liefern. Es mimen Kohlen für die Margarinefabrikatton bereit-gestellt tosrben, Damit die Rationen beibehalten werden können. Mr und bemüht, die wilde Konkurrenz in Lebensmitteln durch zentralen Einkauf im Auslands zu beschranken. Tie 1% Milliarten zur Preissenkung sind verbraucht, y-ur den kommenden Winter haben wir die Preise biS Ende des Jahres feit in der Hand, für Fleisch bis Mitte Ja­nuar Tie Gemüseversorgung ist noch befriedigend, wenn auch die Preise zu hoch sind. Mit vorweg,scheu Heringen sind wir bisMärz reichlich eingedecki. P e- troteumberfeilung ist in Aussicht genommen, ton allgemeinen ist die Versorgung erheblich bester ge­worden' Wenn wir durch Steigerung der Ausfuhr De­visen in die Hand bekommen, werdep wir noch größere Einkäufe tätigen können. Amerika und Norwegen ha. den auch Lebensmittel gespendet. Ihnen sei dafür

herzlicher Dank gesagt. (Bravo.) Handel und Isw.

dustrie bieten ein anderes Bild. Die El nsu h r be. trägt zurzeit ein Fünftel der Friedensernfuhr, kostet aber 100 Prozent mehr. Die Ausfuhr steigt enorm. Sie beträgt setzt ein Sechstel der Friedensaustuhr und hat den gleichen Wert. Eine Vorlage wird dem Hause nigehen wegen eines schnellen Verfahrens P^rt Wucher. Die Frage desLoches t m 53 e st en wird geregelt werden durch geeignete Kontrolle Dre Regierung wird, wegen der Frage der Goldzolle tm Westen energische Schritte hm. Die Ko h l e n p r 0. d u k t i 0 n wird gesteigert werden durch Erhöhung der Belegschaften Die Braunkohlenförderung nimmt zu. Wir' werden aber den Personenverkehr noch mehr ein schränken müsien, um den Guterver- kehr aufreckt erhalten m V neu. Die Arbeiterwoh- nungsfrage wird durch Barockenbau zu lösen versucht. Tie S^erga^beitergenostenschaften sollen an dem Woh­nungsbau auf sie>lerischer Grundlage mit Mitbestim. wi'ngsrecht beteiligt werden. Tie Reg-erimg wird all"n politischen Streiks der Bergarbeiter scharf ableb end gegenüberstehen. Das Ausland be­wundert die Energie unserer Industrie. Wenn uns aber die Enienre nicht genügend Stoffe läßt-, iim unsere Industrie zu versorgen, so köniten wir nicht zahlen. Fährt Frankreich in nervöser Hast in unseren begon­nenen Aufbau hinein, so schadet es dadurch auch sich selbst. So ist auch die O st s e e s p e r r e nicht bloß uns rum Sckaden und löst Haß und (Erbitterung aus.

Abg. Hoch (Sozi): Bei Aufhebung der Zwangs­wirtschaft kommt' überall eine Preissteigerung ^ntage, die uns zugrunde richtet. Tie Hauptsache ist die Rück­sicht auf das Wohl der Allaemeinh-it. Die Regierung muß dabei unterstützt werden. Bon den Agrariern wird direkt zu aktivem Widerstand gegen d,e Regierung gehetzt. Wir werden die schweren Zeiten nur dann - überstehen, wenn die Regierung mit starker Hand die Widerstände beseitigt. _. _

Abg Dr Braun (Ztr.): Das Ministerium fall vraktifche Wi tichaftsvolitik t e ben u:.d müßte sich tn drei Gruppen aliedern für Landwirtschaft, Gewerbe und Handel. Die Vorsteher dieser drei Ab cihtnaen müsien Fachmänner sein, einander gleichberechtigt sein und den nötigen Einfluß auf die Eesamtpolitik haben. Die Landwirtschaft hat im Ministerium zurzeit

Zinkble "Walzwerke n w.

Lord Fishers Uebersallsplan.

»ord Fisher, der frühere Chef der englischen Ad- . ritQI hat rr- wenigen Tagen feine Lebenserinne-

61 r..n herausc.. en. Er teilte darin mit einer oer« Snöcn Freimütigkeit mit, daß er sowohl 1905 wie «onR r' 'sts Geringeres plante, als die deutsche «riatte mitten im Frieden ohne jegliche Kriegserklärung im Hafen von Kiel zu zerstören.

Fisher teilt des Weiteren, geradezu stolz auf ferne unb "uf deren Werbekraft in den höchsten .'^sticken Kre.sen, mit, daß er den Plan dem König «an England unterbreitet habe, und daß dieser sich da- JSt befreundet hätte. Fisher wollte die deutsche Flotte L Kieler Hafenkopenhagen". Das ist eine An- Deluna auf den Ueberfall Nelsons auf die dänische Flotte im Hafen von Kopenhagen vor etwa 100 Iah- »n Im Anschluß an diese Vernichtung der deutschen !->otte wollte Fisher dann mit einer starken Armee hii* noch in Pommern landen. Zur Begrün­dung dieser verbrecherischen Pläne führte er in Briefen

König Eduard an, daß ein Krieg zwischen Deutsch' ind und England wegen der Aus­breitung des deutschen Handels ja doch unver­meidlich sei, und daß nur ein solcher Flotten- siberfall und eine Besetzung der deutschen Küste diesen Krieg verhindern könne.

Das iZel war also schon 1905 und 1908, uns in öetten zu schlagen. Damals war die deutsche Flotte noch klein, aber Tirpitz hatte schon seine großen Re- formvläne und insbesondere seine Vorlagen für den Ausbau der deutschen Flotte zu einer Achtung ge- bietenben Seemacht fertig und der Reichstag beschaf- tiate sich allgemach damit. Je weiter diese Bauarbeit voranschritt, um so mehr mußte sich das bisherige Uebergewicht der englischen Flotte vermindern. Dar- «us erklärt sich Fishers Idee, die, wie Fisher selbst seinen Lebenserinnerungen zugibt, trotz großer Geheimhaltung auch dem deutschen Kaiser bekannt ge­worden sein soll. ,

s Die Enthüllungen Lord Fishers werden selbst tn England manchen sehr unbequem sein, wenn auch weite Kreise denken werden: schade, daß dieser seine Man nicht ausaeführt wurde. Englischer Glaubens- satz der Tag für Tag in Presse und Oeffentlichke-t jedem Engländer eingepaukt wurde, war es, daß Deutschland die Welt erobern und zu diesem Zweae die Völker unterjochen und auch England vernichten wolle. Nun gibt Fisher zu, daß davon gar keine Rede war, daß vielmehr umgekehrt an den maßgebenden Stellen in England der ungeheuerliche Plan herrschte, ohne Kriegsarund und ohne Kriegserklärung das deutsche Volk zu überfallen, nur um einen lästigen Weltmarktkonkurrenten abzuschütteln. Hier enthüllt sich englische Politik in ihrer ganzen Druta ttat. Vsir zweifeln nicht daran, dah Fisher der groyte englische Rationalheld geworden wäre, wenn er damals fernen Plan tatsächlich durchzuführen Gelegenheit gehabt hätte. Das kleine Deutschland ober, das sich gegen die jetzt in aller Oeffentlichkeit zugegebenen englischen Ueberfallsplane durch Schaffung einer eigenen Rüstung zur Wehr setzen wollte, wurde als Räuber, Erpresser, Einbrecher und Lügner verschrieen und beschuldigt, die ganze Welt durch Gewalt und Räuberei unterjochen zu wollen. . _ . ,,

Bei uns wird jetzt die Frage derKriegsschuld bi öffentlichen Verhandlungen erörtert. Es ist be­dauerlich, daß nicht auch Lord Fisher und andere als Zeugen geladen werden können. Das Urteil der -Helt über deutschen Militarismus und deutscher Kriegs- treiberei würde dann doch vielleicht anders ausfallen, als bisher.

Die ^-ortvauer der OMeeblockade.

Die Freigabe der Küftengewäsier der Ostsee durch die Entente darf, wie von unterrichteter Seite verlautet, nicht überschätzt werden. Es ist dadurch zwar der Küstenverkehr ermöglicht, d och der Verkehr mit den neutralen Säubern ift nach wie vor unterbun­den. Außerdem ist der Betrieb der H 0 ch s e e f i s ch e»

Der Schatten,

Roman von Arthur Winckler -Tannenberg.

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Der alte Herr lud zum Sitzen ein. Ein mattes Lä­cheln ging über sein Gesicht:

Also so steht's aus ein paar Wochen Urlaub war s abgesehen--und nun solls Trennung für immer

»erden, roenn's nach dem Willen der jungen Welt geht. Daß mir Inge alles gesagt hat, als ich sie mit Ihrem Briefe in der Hand fragte, werden Sie begreiflich finden.

Selbstverständlich."

»Also bann sagen Sie Ihren Spruch, lieber Baron,' #» förmlich, wie Sie ihn für nötig halten, und dann habe ich Ihnen einiges mitzuteilen."

Befremdet horchte Konrad auf. Aber er erhob sich augenblicklich und sprach in höflicher Haltung:

Hochverehrter Herr Ruskin, ich habe die Ehre,^ Sie <m die Hand Ihrer Fräulein Tochter zu bitten

Auch der Kaufherr stand auf und gab dem Bewerber k Hand:

Da, wie ich weiß, Inge Ihre Neigung erwidert, nehme ich Ihren Antrag in wohlwollende Erwägung. Aber Sie werden ihn wiederholen müsien, wenn ich dhnen eine Aufklärung gegeben habe, auf die Sie zu «iner früheren Stunde Anspruch hätten. Bitte nehmen 'ie wieder Platz."

Beklommen folgte Konrad dieser Einladung. Ge­konnt schaute er aus Ruskin. Dieser spreizte die Finger- pitzen gegeneinander und sprach mit gesenkten Lidern, tngfam, bedächtig: ,

»Dngeborg ist nicht meine Tochter, sie ist das Kind »reiner Schwester, die bei Inges Geburt starb, nachdem *e schon kurz vorher den Gatten verloren hatte. «0 omde die ganz Verwaiste in meinem Hause aufgezogen, *nb bis gestern wußte sie selbst nicht, dah sie nur mein ^siegekind sein. Ihr Brief zwang mich, es Inge zu ent« iitten - sonst--* '

Sonst?"

Wäre bas bis zu dem Zeitpunkt unterblieben, an ich Inge gesetzlich an Kindesstatt annehmen darf. c°s wird in fünf Monaten der Fall fein, denn bann vollendete ich mein fünfzigstes Lebensjahr" '

Sonrab begriff.

Und hl» dahin?"

Trotzkis Generatftav qesa ige»?

Wie Von'oner B öfter melden, 'oll der General­stab Trotzkis in Zarskoje-Seio netto unten worden | sein. Trotzki felbit Jet int Automobil en kommen. | Indessen scheinen die Truppen I tdenitschs nach anfänglichen Erfolgen vor Peteis urg stecken ge­blieben zu sein. Einige Pariser B'ätier lassen durch- bl'cken, daß man in P rtier diplomatiicken Krei en jede Hoffniing verloren habe, daß General Jude- | nitsch Petersburg etnnehm n könne.

Das Verfahren gegen den Kaiser hat der Entente schon manches Kopfzerbrechen ver­ursacht. Die Völker der Entente, aufgehetzt von ihren Regierungen, wollen ein Opfer haben, das sichtbar die Schuld am Weltkriege auf sich nimmt und büßen muß. Zu diesem Opfer wurde der Kaiser gestempelt. Und er muß auch verurteilt werden, das sind Ele- mencceau und Lloyd George sich selbst schuldig, ihre ganze Krieaspoütik erhält erst durch die Verurteilung Wilhelms.il. die Rechtfertigung, die sie so bitter not­wendig brauchen. Darum muß der Kaiser verurteilt werden. Kommt es aber zu einem Gerichtsverfahren, dann besteht die Gefahr, daß Singe zur Sprache kom­men, die Enoland und Frankreich schwer belasten. Angenehmer ist es da schon für die Entente, wenn ein Urteil gesprochen werden kann, ohne daß eine ein­gehende Verhandlung vorhergeht.

Diese Lösung schwebt den Staatsmännern der Entente jetzt offenbar vor. Im englischen Untcrhause erklärte Sonar Law in. Beantwortung einer An­frage, daß nach der vollkommenen Ratifizierung des Friedensvertrages das Auslieferungsbegehren an Hol­land gestellt werden würde. Inzwischen schreite man zu den notwendigen Vorbereitungen für die Aburtei­lung. Es sei wghrsckeinlick, dgß, falls Holland, wie man versichere, die Auslieferung verweigern würde, ein Versäumnisurteil ergeben, würde. Diese Abur­teilung würde gewiße Schwierigkeiten und gewiße Gefahren herbeiführen. Män müsse eine starke Oppo­sition des Volkes gcaen fene Lösung voraus sehen, die nicht in wirksamer Weise den nationalen Haß gegen den Exkaiser befriedigen würde. Sicher aber würde der Plan die Staatsmänner der Alliierten vor un­angenehmen Enthüllungen sichern.