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- Preis mom». 1 fiulbaei Rettung I

21)tefle: Fuldaer jenung

AuS dem besetzten Gebiet

Der Kampf um Petersburg.

Heber Helsingfors toitö gemeldet: Bolschewisti­schen Zeitungen zufolge tft Trotzkl in Peter», bürg angefomm-n, um die Berte'^i una der Stabt zu [eiten. Alle Proklamationen sind von Trotzki und Smowiaw unterzeichnet, lieber Petersburg wurde der verschärfte Belagerungszustand verhängt, niemand darf sich nach 8 Uhr abends auf der Straße aufhalten. Die Stadt soll bis zum äußersten verteidigt werden. Alls Männer sind zu den Waffen gerufen, selbst die 70jährigen. Sn der Stadt wüten mehrere große Brände. -- Die alliierten Flotten haben am Mitt­woch Kronstadt bombardiert.

Kurland.

** In Japan ist der Felomar'chall und frühere Ministe'rprasident Terantschi plötzlich oeiterben. Im russijch-japanilchen Krieg? hatte er sich als Or­ganisator hervorragend ausgezeichnet. Ministerprä­sident war er 1916-1918. Er galt als Manu ce starken Hand, als Veriroter der konseroativen Be­amten- und Militär Partei.

Ter Generalstreik der lothringischen Metall­arbeiter ist für die Metallarbeiter erfolgreich beendet. Die Lohnforderungen, sowie das Recht auf Organi­sation wurden anerkannt. Die Forderung der fron- zösischen Regierung, streikende Arbeiter deutscher Nai onalität'auszuweisen, wurde zurückgezogen.

Vandalen. In Aussig in Teutichböhmen mar- sckte-.te eine Kompanie tschechischer Legionäre unter Führung zweier Offiziere zum Denkmal Ravet Jo» ;epl)8 II., wo einige Riann der Statue einen S rick um den Hals legten, und sodann daS Denkinal vom Sockel Herabriffen. Das onaesammelie Publikum dröngie einige Legionäre vom Platz ab und brach in entlüftete Rufe aus. Darauf er ch>en eine g'ohe Menge Legionäre, feuerte au« Gewehren und Re- volvern und drängte die Menge mit den Bajonetten in die Settengaffen. Ter Stadt hat sich große Er­regung bemächtigt.

* München ohne Ga«. !Tte Gasabgabe tft tu München oollftäni tg eingestellt, als Folge der Stockung jeder Kohlenzusuhr. Die Münchener Preffe erk.art, daß dieser Zustand den wirtschaftlichen Znlammen- druck Munckens bedeuten w^a--.

Clne amerikanische Lebensmilkeldiklatar für Dietl. 3n der Organisation der Lebensmitteloerteilung in Wien steht eine radikale Aenderung bevor. Es sollen bis zu einer Million Menschen in Wien öffentlich ge­speist werden, um jedem Wiener wenigstens einmal täglich eine ausgiebige warme Mahlzeit zu sichern. U o. wird es -u den Aufgaben dei amerikanischen Ledenemitteldiklatur gehören, die Vorräte, aus der neuen Ernte in den einzelnen Ländern Oesterreichs voll zu erjagen. ,

Air en U Vergabe der Stadt und "'eftung $iüu- beu zr ist der frühere französische Go 'verneikr General oumier m t noch acht anbei en Oss zieren wegen Feigheit vor em Knegsgertcht gefteilt ivprden.

Deutsche Nationalversammlung.

Sitzurtg vom 24. Oktober.

«uf Bnfrage erktSrt die Regierung, daß die Zahl der au« Posen nach Deutschland Lbgewanverten etwa 60000 beträ t ,

ES folgt die Weiterberatung de« List» de» Auswar- ti9e"bj.sr^ |}dnt« f®. Spt?: Dir begrüßen es, daß die ginge der auiioärtt en Seziehungen tn Zukunst lediglich Sache de« Reiches fein sollen und wir hoffen, daß die Einzelstaaten sich dem Versuch der Entente, bet ihnen Missionen zu errichten, entschieden widersetzen werden. Zu wünschen wäre, daß auch bezüglich ter Vertretung beim Vatikan ein Weg gesunden wird, um Bayern zu oejtimmen. aus eine eigene «er- tr-tuna au verzichten. Die dauernden Gesetzwidrig» teilen in den besetzten Gebieten

lÄe- enstand der Aufklärung der ganzen

werden. Gegen da«lisch im Westen» Hilst einzig Selbsthilfe dr« souveränen deutichen Polle», der Verzicht auf MuruSttTine.

Abg. Haußmann (Dem.) lehnte feie Deu-schlcndS an der Blockierung S-wjel-Rugwuds ad, da eine solche Teilnahme eine Sanktion i-tung der Jahre hindurch gegen Deutschland geuoien Hunger- blockade bedeuten tourte. Daß der Friede noch nicht ratifiziert ist, ist ein Zeichen der Unfähigkeit der En. tentrdiplomatie. ES ist eine wahnsinnige Politik, un» 2% Mlliarden für die Offiziere des Uebertoachungr- diensteS abpressen zu wollen Den Deuncki-Oe,ierrei. chern bleibt unsere Sympathie. Kaiser Wi^elrn war ein großer Dilettant, und er ist der Urheber dafür baB Deutschiand immer wieder unsicher blieb >n ferner Politik, schwankend zwischen England und Rußland

Aba Dr Eohn (Unabh.): Wenn eS vielleicht nch. tig gewesen fein könnte, sich vor 11 Monaten dem Sowietrutzland zu verschließen so tedcnfalls heute ncht mehr. Deutschland hatte sich schon damals von den Kapitalisten der Entente mißbrauchen lassen. (Prasi. deut F e h r e n b a ch bittet den Redner, fernem Ver- föredwn gemäß fick auf eine Replik gegen den Abg. NLann zu bischränian und ruft ihn stn weste reu verlaufe seiner Ausführungen wegen des Ausdrucks .Verleumdung" zur Ordnung) ....

Abg Scheidemann (Soz.) stellt fest, daß die Volks, beauftragten seinerzeit nach Rücksprache mit StauHft) beschlossen haben, die Anknüpfung von D-ztehung-n mit Ruhla«, d abzulehnen. , .......

Minister Müller: Die Ding« In Rußland sind io verworren, daß eine klare Politik mit Ruß and gar ncht möglich ist. Solange ich nicht die Garantie dafür habe, daß die Sowjetregierung sich nicht in die inneren Der- bältnisie Deutschlands einmischt, werden.wir nicht zu ihr in Beziehungen treten. Die westrusslsche Regrerulig haben wir nicht anerkannt. . ..

Der Etat beS Ministeriums des Aeußern und die Entschließungen bi3 Ausschusses werden vorgenommen.

SamStag: RelchSverrehrSministerium.

av.lcke Bevölkerungskreise werden von vc«r Äeichsnotopfer ersatzt?

c>n den breiten Massen der Bevölkerung ist viel- > x. hi? Meinung verbreitet, a'S ob daS Reichsnot- f-.r nahezu das ganze Volk steuerlich erfassen

-oll dock die Steuer bereits bet einem Ver- ®x. von mehr als 5('C0 Mk. einief-en. Diese ffC , (Mrrnie ist notwendia, weil bei der Zer- Urt^una der Vermögen tn Deut ckland sonst der ss trag zu sehr lei en würde. Trotzdem daS Ver- Töpfer nur eine verhaitntsmaßtg niedere Ver- Äien«fntfe ftetloßk, wird doch ein jehr großer Teil, T ver überwiegende Teil der pe amten dein- L,« Devölke.unq von dieser großen Vermogensab- be frei bleiben. Genau kann man deine noch !iAt <aaen, ein wie großer Prozentsatz aller Steuer- kmchtiaen von der Steuer «.faßt Wird, bezw. wie -roß die Masse derer ist, welche frei b'etben. E neu ^ln'altepnnkt nach die,er Richtung b'etet die Preu- «sche Eigänztingssteuer. Diese preußische Vermö- «nksteuer fetzt bekanntlich bei Vermögen über «000 Mk. ein, die kleineren Vermögen bleiben frei, tat aber weist die Ve,mögenSfteuer-Stalistik nach, daß nahezu die Hälfte der gesamten preußischen «evöllerung von der Vermögenssteuer überhaupt srei war. Co'ern sich die Verieilung deS Bermö- «ns in den Urtieren Klassen der Bevölkerung nicht «eLndert bat, würde alio schon aus diesem Grund- «äbetu die Hälfte dcS ganzen Volkes vom Reick Le notopfer beireit sein. Es kommt aber noch eine »euere hinzu: durch die Bestimmung deS Kinder- varaaraphen wird für jedes zweite und folgende Kind ein Betrag von f-000 Mk. von der Besteuerung stei aelasfen. Die Zragto-ite dieser Bestimmung ist außerordentlich groß. Denn es handelt sich Huer um viel« Millionen von Kindern, die bei der Be­steuerung in Betracht kommen, sodaß wohl ein weiteres Fünftel aller Eteuerpfl chtigen durch diese Bestin.mu,tg vom ReichSnotoP er frei bleibt. In der Praxis wiid sich also de Sache so gestalten, daß all die Milliarden, die man vom NeichSnot- opier erhofft, von knapp dem dritten Teil der oanzen Bevölkerung getragen werden.

men wurde ferner ein Antrag der Soztaldemokraten einem «bänderungsantrag des Zentrums, wonach mch nur in das Kultusministerium, sondern auch m d.c brovin zialbehörden Frauen zur Mitarbeit für da- Mab. chenschulwesen zu berufen sind. 3n 6.r Aussp.ach^ über den AbschnittKultus und Unterrichi sprach em Redner de» Zentrum» die Erwartung aus, ba6 ber nister vor der landergesetzlichen Ablösung der <511 a a t s- lei ft ungen an die katholische Kirche über ben Umsang derselben mit den bischösl'.chm Behörden m Dc.- bindung treten werde. Der Minister Haenchch z dementsprechend Vorgehen zu wollen, ^bge'chrit wurde ein Antrag der Unabhängigen, die für Kultuszweck, m reitoestell.en Mittel zu streichen. Angenommen wurde mit großer Mehrheit ein An.rag der Sozialdemokratie, der Me Sw Regierung ersucht, bei der Reichsregterung M ÄTmirten, daß die Grundsätze für d,e andesge. fetzliebe Adlölung der aus Ersatz, Dortrag oder besonderen Rechtstitkln beruhenden Ltatsleistungen an die fRehgion^ gesUlschasten ausgestellt werden. Schließlich wurde noch ein Antrag angenommen, der in der Durchführung de^ 8 128 Ads. 2 der Reichsverfassung alle Ausnahmebechm- mungen gegen weibliche Beamte, und damit auch Der- pffutitung der Lehrerinnen zur Ehelosigkeit, 6tlCc ^r. 6eft -®ilbermantt. Au? parlamentarischen Kreisen wird derZentr-Parl-Koir." ^geiÄrirben: Au» einem kurzen Bericht in der geaneruchen Preffe über dte Beratung der KultuStragen im HauShal- tunaSauS-chuß der preußischen LandeSverwmmlung vom ve'ganaenen Eomstat ist derEindiuck eni.tan- den, alS ob zwischen den beisen Zen,rum abneorv- neten Dr. Heß und Unterstaatsselreiar Wildermann bezüal'ch der Parität im Kultusministerium ein Ge ensatz bestände. Daß ein io chcr sachlicher Gegensatz nicht voiharden ist und m den Reden der be.öen Herren auch nicht enthasten war, zeigt eine Darstellung der Vorgänge im AuSichusst. Aog. Dr Hetz hatte im Auftrage der Fraktion sei 'lenmajtg nachqewiesen, daß im KaltuSmini lenum die Kai ho- liken immer noch nicht genügens ^^rtreten feien, daß der Minister nach leinen eigenen AuS agen einieina sozialdemokraii che Mitarbeiter berufen habe. Gegenüber diesen Mitteilungen betonte Minister Hbenisck, daß ihm eine Zurücksetzung der Katho- lifen ganz fern liege; sein llnteritaa|$iei£e ai Silber« mann habt ihm diesen Vorwurf niemals gemacht. Daraus konnte auf einen Gegensatz zwi-chen den Abgg. Dr. He« und Wildermann in der Frage der Varität im K.tltuSmmisterium ge chlassen woiden. Unterstaa'Ssekieiär Wildermann gab bann fol­gende Erklärung ab:

Im Anschlüsse an die Ausführungen deS Herrn Ministers möchte ich hier ertlären daß unser g-g-n- seitraeS P-rhältnis von Achtung und Offenheit getragen ist Wir wissen, daß unsere politischen Anschauun^in und Weitanschauun.en »urchrnS ent ce en,!,eyt u-.. und muchxn daraus kein Hehl, acht.« sie obcrS^^uc. daraus habe ich mit ein Hehl gemacht, galtet int fiitltu$miniRet'um nicht (tnu end perireten ist. Vor allem habe ich stet» darauf gedran.t, vag Dte cbriftlicheVoIk» schu 1 ledrer.schaf t einen stärkeren Sinsiuq im Min.sterium gewinnt. Der Herr Mr. tsrer hat meine Beschwerden nicht immer anmcr.cn woUen, hat aber in manchen .ritten meinen becechti i-cn scheu nachgegeben. In der Z.ntrum^raktion habe ich stet» in diesem Sinne über mein Ler^alrn 8 tm Juni» stcrium berichtet." .

Hätien die gMneriiffjen Zrüun'en, di» aus den Derhandlungen' des Ausschusses einen Widerspruch zwischen zwei Milgliedern der Zenirurnsxartei her- leiteten, ausführlich und wahrheitsgemäß über die,r Derhaffdlungen berichtet, so würde sofort Har gewesen {ein, daß ihre Freude unberechtigt war. Die Äbgg. Dr. Heß und Unterstaat-fekretär Wildermann haben beide der Ueber$eugung der Zentrumsfraktion Aus­druck gegeben, daß ihre Anschauung ntcht ge­nügend im Ministerium vertreten ist.

* 3el der Beratung der Pnanzprasid-nken am Freitag hielt der ReichIsinanzminifter Erzberger eine proxrammatilche Rede, in der er aus tie tommtiibe Steuerhohe st des Reiches hinwies. Er betonte weiter, daß vom Standpunkt des Reiches aus den ein­zelnen Steuern herausgeholi werden müsse, m«* nur irgend herauszuholen sei. Mit dem Gedan­ken eines Bankerotte können unentwickelte Agror- staaten umgehen, sür das hochentwickelte, durch unb durch kreditwirtschaftlich aufgebaut» Deulfchlam, oid- ts nut »inen Weg: Mit dem Ausbau örs Steu er wesens zur Gesundung unserer Finanzen zu kommen. »

Die Kosten der Reichswehr. Zn der letzten Sitzung bei ReichSratS wurden über die Kosten der Verwaltung de» Reichsheere» für 1919 eingehende Mitteilungen gemacht. Trotzdem die FiicdenSp äien^ stärke zur Zeit nur 200,000 gegen tun» 800,000 Mann vor dem Krieg beträgt, sind die Kosten be­deutend gestiegen. Rach dem Eiat von 1914 betrugen die fortlaufenden Ausgaben rund 980 Millionen Mark, jetzt haben wir mit einer Ausgabe von 1,1 Milliarde zu rechnen. Die Haiiptursachen dieser er- höhten Koste» sind die gestiegenen Löhnungen und die hohen Kosten der Verpflegung.

endet. Die Straßenbahnen sind wieder in Betrieb, dagegen beschlössen'die Eisenbahner und ein Teil der Bergleute nock im Ausstand zu verharren. In Ober- kassel bei Düffeldorf legten die Arbeiter erneut die Arbeit nieder. Die belgifchen Brsatzungebehörden ha- ben das Verbot, nach 9 Uhr abends die Straße zu be-. treten, wieder in Kraft gesetzt und die Zensur wieder eingesührt.

Gegen das Schiebertum Im besetzten Grb'el. Gene­ral Andlauer hat für das Saarg-biet ein Ausnahme- gefetz erlassen, laut welchem er sich für berechtigt er- klärt, einen Spezialgerichtshof gegen unerlaubte Spe- kulationsgefchäft« einzufetzen. Personen, die sich an Schieberunternehmungen, Preiswucher oder unerlaub­ten betrügerischen Geschäften beteiligen, werden mit Zuchthausstrafen von 115 Jahren und mit Geld­strafen bis zu 10 000 JA. bestraft.

Meder ein INord.

Die Pfalzzentrale meldet: Die 50jährig» Katharina Graf in Weyer ist Sonntag abend in ihrer Wohnung von französischen Soldaten erschossen worden. Die näheren Umstände des Mordes werden wohl froh der Verschleierungsversuche der französischen Militärbe­hörde bald an das Tageslicht kommen. Die Ermor­dete war eine brave, ordentlich» Person.

Deutscher Reich.

e DieBeratungen über die Kirchen- unb Schnssrage Im Haurhallsaurfckuß der preußischen Landesverfamm- lunfl find am Mittwoch abend zu einem vorläufigen uv- Ichluß gebracht. Die erledigten Anträge beziehen sich m der Hauplfache auf Schul fragen. U. a. wurde em Antrag des Zentrums und der Demokraten angenommen, wonach die Stellen her Diriycmen bei den Abteilungen 2 her Dezirtsregierung grundfäMlch mit 6 d) u I f o d) l e u- ten besitzt werben soll en. Angenommen wurde ferner ein Antrag der Demokraten, her Die körperliche Er­tüchtigung her Jugend zum Ziel hat und der u. a. ür beide Geschlechter wöchentlich drei Turnftunden und einen schulfreien Halbing für Leibesübungen m siifchcr Luft fordert. Die Betätigung der Sd>u er m Turnen, Spiel und Sport soll gefttzlich sicher^ftellt werden.^ In sidem S.adl- t- Landkreis tft eine hauptamtliche stelle elnzurichien, d - Pflege der körperlichen Ertüchtigung der Schüler u. wachfenen anoertraut ist. üngenom-

Der IBlebttaufban.

Die vom Reichskommissar für den Wiederaufbau in Versailles eingeleiteten Derhandlungen sind nunmehr erfolgreich abgeschlossen worden, so daß die deutsche Mitarbeit beim Wiederaufbau in aussichtsoolle Nähe gerückt ist. Das bedeutet einen Erfolg unserer Unterhändler angesichts der Tendenz der sranzösischen Unternehmer, gegen die deutsche Beteiligung auszutre­ten. Welche Zahl von Arbeitern dazu gebraucht wird, steht noch nicht sest. Fest steht, daß ein Austausch ber Kriegsgefangenen gegen deutsche Arbeiter nicht erfolgen wird. Die Arbeiter werden nach dem Rücktransport der Gefangenen in ihr Arbeitsgebiet befördert. Die Barocken für die deutschen Arbeiter werden wir liefern. Die Arbeiten werden im Februar oder März beginnen und zwar so, daß die Arbeiter langsam in kleineren Transporten abbefördert werden. Die ersten Arbeils- gebiete werden fein das Kohlengebiet um Lens und Douai, um eine Entlastung der deutschen Kohlenliese­rungen durch die InftondsetzmiF der französischen Koh­lenbergwerke zu erreichen.

Preußische Landesversammlung.

Sitzung vom 24. Oktober.

Cor Eintritt in die Taaerordnung verliest

Ab'. Metzle« (Sou) ein Erklärun.', in bet cS hertzt: Die Memeler fdjeiben unfreiwillig Born Vaterlanbe und in der 5>offr.un-, daß die Trennung keine dauernde fein werde. (Lebhafter Beifall, Wcr sind al» Deutsch» reborett und un,er L>e rz wird d eutsch bleiben». (Leb aster Beifall.'

Präsident f»i«trf: Wir haben alle bieie» Bekennt- nl« zum Deutschtum mit großer Genuitaung gehört und versichern, daß die Deutschen au$ den abzutreten, den Gebieten niemals von un5 Beigeffen werden können (Lebh. Verfall). _

Ein Antrag dr, Ausschusses für Devölk-rungspo,!. til betreffent> die «r8ppelfSrfor,e. wonach unbemritel- ten Krüppeln unter 18 Jahren öffentliche ^urfetge auf Grund eines einzubrinaendet, Gesetzes gewahrt werden soll, wird einstimmig angenommen.

Ein weiterer Antrag de» Ausschusses verlangt, daß die Aufführung von sog. AufklSrungSf ilmS ver­boten wird. ,,, ,

Ada. Dr. $a6»ew>ei (Ztr) empsiehit dte Rnnahrne deS Antrags. ,

Abi. Dr- W yl (Unabh.) lehnt den Antrag ab und bürlanit «erstaatrichun t der .fitmindustrre uns dir ßemmunolijiierun' der Licl tsptrle.

Ab'. vrsnich (Dnat. Vp): Die Partei de» Vorred­ner» erwartet alle» von der So siahfiening u. ftommu- nalifierung. Wir aber wollen keinen Ta - länget mit dem Schutze unserer Ju end pe?.en bi» schlimmen Folgen dieser irfamen Aufführungen roaiten.

Vibg. iimmee <Toz.): Wir nehmen den Antrag an, obwohl auch wir für Die Kommunalisierung der Licht- ^P^^Adg"'»chlsßm»lN» (Demokrat):,ES ist Zeit, daß die Schweinereien m ben SltnoS aufhören.

«bg. Kolbeuüeaer (D. 3p.): Wir stimmen dem An. trag ebenfalls ju.

Der Antrag wird angenommen.

Daraukhin wird die zweite Beratung deS Haushalts bei der lenhroirtfebaft ichen verwalt«», fortgesetzt.

Abg. vergmen» (Z-): Unserem ichwergeprus en Volk könnten wir keinen schlechteren Dienst erweisen, alS wenn wir mit der Sozial» sierun i in der Landwirt, chast experimentierten. Unsere Ausgabe ist die Hebung der lynowirtschafttichen Erzeugung. Der unreelle Zwischen- handel mutz aufhören, dann wird die Veriohnung zwischen Stadt und Land zur Tat werben.

Abg. tUontzner (Unabh. Soz : Wcnn eie mit dem Sozialismus zusammen arbeiten wollen, bann müssen Sie baS wahre Christentum erst bei sich etnsüh«n. Bis jetzt ist er bet Ihnen nur Heuchelei

ribt. ttoch-Oeynhausen fSinnt): Seit dem 9. No­vember'ist das Bewußtsein, ton« Recht und ton5 Unrecht (ei völli i geschtounocn. Die Landwirtschaft betommt keine Betrieb-stoff?, aber die Berliner Automvbilbesitzer bekommen tm SchleichhanDel Benzin und Benzol, soviel sie wollkri.

DicnLtng Anfragen.

schenken unb die großen Schmierigkeilen, die dieser Staat wohl kaum je überwinden wird, zu berücksichtigen, soweit wir es ohne uns zu idjäbigen tun können. Auf diese Keife würde das Deutsch.um in Polen eine starke Stütze bekommen unb die Rolle spielen können» die ihm feiner Zahl unb überlegenen Bildung nach gebührt. 6mt dauernde Kampfstellung tn den gemischten Gebieten kann weder uns noch den Polen »förderlich fein.

Was die Bedingungen des verirages anbelangt, fo tun mir gut, zunächst nur den guten Willen anzuerken- nen. Gewiß wären uns die Taufchprodukte wünschens­wert genug. Aber ein Schuft gibt mehr als er hat unb kann. Die wirtschaftlichen, poliiifchen und verkehrs- technischen Verhältnisse Polens berechtigen zu ernsten Zweifeln, ob es die zugefagten Lieferungen wirklich er- füllen kann. Andererseits wird auch uns die Leistung keineswegs leicht gemacht sein. Rmgsherum ruft man nach dcutfchen Kohlen und Frankreich zahlt mit dem gne- densveeirage in Der Hand jedes Brikett. Dabei muffen unsere Fabriken, sogar die Lebensmittelbetriebe, feiern und mir muffen in falten Stuben fitzen. Kohlen brauchen wir ebenso notwendig wie Kartoffeln und Gänse.

A*7 I Derantwsrtlich für den redaktionellen Teil: Karl Schütie, I Samstag 25. Oktober 1919. | Stf-ÄÄX tf. 24 * « | für die Anzeigen: I Parzetier, Fulda. - Rotationsdruck. | «wu.ü.mu ü

Der Papst und die Kriegsgefangenen.

Tie Apo lolische Nuntmtur in Müncken hat un- ferm 16. Oktober 1919 vom Kardlnal-aaikiekretar folgende Antwort auf dir Eingabe des VolkSbundrS für Kriegsgefangene gegeben, gerichtet an Prälat Mebler in Reoensburg:

Seit fern verflossenen Monat November ISIS nach t^r Uiüerz'ichnung de« Waffenstillstände« hat firn der yeisige Stuhl bei einigen Staaten beS Verband:? ver- wendet zugurtsten bet deutschen « r t e g » gefangenen, besonders für die «ranken und V:r- wundeien, und im darauffolgenden $touct toieberriolte et feine Bemühungen zum Zwecke der ® e " e ' ' tung der Lage von so vielen Unglückl.chcii, und

um ihnen größere geistliche Hilfe zu senden durch den . Sristand vonseiten dputicher Militstrgcistlicl^r. Auch die KrsigSesangenen in Italien wurden den itoue- Nischen Bischöfen und dem Feldbischofe anempfohlert. Später hatte bei einem feierlichen Anlaß der Heilige Baier selbst Gelegenheit, einer hohen Persönlichkeit sei­nen lebhastesten Wmisch auseinanderzulegen, zu sehen, baß die Hunderttausend^: von deutschen Gefangenen, welche seit so langer Zeit das Leid bet Gefangenschaft ertragen, ihren Familien hritbergegeben werden, und et hatsi die Genugtuung, zu bemerlen, daß diese Per- sönlichsiit solche liebevolle Absichten teilte und geneigt war, biefelbem zu unterstützen. In der Folge hat der Heilige Stuhl einen warmen. unb dringlichen A u f- rnf an ben Verband gerichtet, um denselben für dieses in hohem Grade mitleidsvolle und menschen- itninblicbt Werk zu gewinnen; aber e3 kannte ber er- ^cknte Erfolg noch nicht vollständig erreicht toer- btn. Dessenungeachtet wurde Seine Heiligkeit nicht »übe, seine sorgfältigen Bemühungen fortzusehen mit sirem Eifer und jener Liebe, die ihm feine göttlich« Sendung unb baS tiefe Mitleid, das er für jene Un- Klücklichen fühlt, eingab. Unb was Frank reich an- klangt, hat jüngst ein fran-.östscher Kardinal auf eine Aufforderung de» Heiligen Stuhle« mitgeieilt, daß lei» «t die Heinibeförärung erst beginn« nach der Geneh. "NMng be$ Vertrages von Versailler, daß man aber beschlossen habe, da« Datum ber Genehmigung selbst zu oeschleunigen im Hinblick auf die Gefangenen, und bch unmittelbar darauf die Vorkehrungen zur Heimbe- wrderung getroffen werden. Ueberdies fugte et hinzu, die Gefangenen, soweit sie krank und bertounbet i'slv. wären, zum größten Teil heimbefördert worden t»w. Ter Heilige Stuhl wird gewiß nicht errnan- Seln, jede Gelegenheit zu'ergreifen, um da« so sehr «wünscht« Ziel zu erreichen."

Der Papst an Frankreich.

«mftetbam, 24. Olt. (Wolff.) Laut Pressebüro «adio meldetRewyork Sun" au» Paris, daß der Papst cn Frankreich ein Schreiben gesandt habe, tn i?31 Vr erklärt, laß die vom Kriege geschlagenen Wun- z geheilt werden fönnten, menn sich die Völker cetelt nicht bald versöhnen würden.

Lieferungen von und nach Polen.

Die deutsch-polnischen Verhandlungen in Bersin "rhmen w-iler einen befriedigenden Verlauf Cs wurde o« »«nbart, daß gegen eine Lieferung von *5000 Tot nen Kohle monatlich nach Polen, an -«ttwlani 3 Millionen Zentner Kartoffeln für t-r Zentner ab Retchsgrenze geliefert wer- (*n. ferner etwa 7080 000 Tonnen Petroleum, £*? Million Liter Spiritus und eine große Meng« Banfe,

D'k Hairptverhandlungen mit dem Ziel« eines voll» ^T-ger. Handelsvertrages mit Polen und mit dem »."Eben der Erleichterung der Durchführung nach ^Siav.L werden fortgefetzt. Das Abkommen ist am

- Oktober unterzeichnet worden. Dir ersten Kohlen» cus Deutschland und die ersten Kariofjelzüge

*u$ Polen sind bereits im Rollen.

kann danach nur wünschen, daß dsi besseren Br- ^,,MNgen, die sich mit btm neuen Polenfiaair^ anzu- verfptkchen, jetzt nicht wieder durch neue Schm.e-

xn-'u* "r-bei' den D»chandüuttz«rt oder durch rt-'i

b1-.- hinourgefHoben werden. Der Pole ist rin

Ickwer zu behandelnder Rachbar und verläusig fehlt«

n jede Hebung joroohl in bet vrrwalluna feiner Lande, . S-erTe»;r mit dem Ausland. Da Deutfchtanü und ?UT^> ihr« natürliche Sage wie durch ihre- wirt- Bedingungen vor allem in dieser Zeit era atif engewies-n sind, fo liegt es an uns, dem jungen nntr im Osten eine besondere Aufmerksamkeit zu

Kur -em Uachbarsebiet.

HrrSield. In einem hiesigen Eisenware schäft wurden von einem Lehrling Nnterfchla ungenau Wa>cn im Werte von mehrere taufend Mark ausgeführt. Der Täter ist feftge nomtnen. v

(!) Stockheim (®ope'6bera\ Die Sckeurrn beS Hof Sdjteifeth bei Pioda wurden ein Raub Der Fla men. |Sämlhd,e Heu» utiD Etioh-Vorrätc, sowie ei groger Teil noch nicht auSgcdrofcherier Fiucht ist bei nichtet. ES wird Branostiitunr bermuiei. Besitzer rs: Graf Huno uon Stoiber i-Roßla-Onenderz.

A Nidd» Nidda ist die cr;te Stidt iiz Hassen, die sich ein Jtinn zu eie.it har, um es in bMD.ensi o«\ Volksbildung zu stellen. Ein hier bestctzüiDssL'iMr'.tLi Unternehmen siand zum Ve tau; und Dte GemeinM nahm die Gelegenheit wahr, um eS der soeben ge«uiy