Fuldaer Zeitung
Druck der Fuldaer Aetteudruckerei in Fulda.
Amtliche Anzeige«
mbelt.
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Mortjchung folgt)]
3m und dem
1.
2.
Da biß er die Zähne zusammen und sagte fest bestimmt:
„Dos dient!"
Sie stand auf:
„Dann laß Konrad kommen und sage ihm alles, wird Dich doppelt lieben, wie ich Dich doppelt liebe. März gibst Du mir Deinen Namen, auch vor Gesetz Recht. Mit diesem reiche ich ihm die Hand vor
Um zu Tage getretenem Mißbrauch einen Riegel vorznschieben, bin ich gezwungen, Saatkarten für Sootkartoffeln einzuführen.
Wer Saatkartoffeln kaufen will, muß sich von jetzt ab eine Saatkarte von'der Ortspolizeibehörde seines Wohnortes, also auf dem Land vom Bürgermeister, in der Stadt von der städtischen Polizeiverwaltung, aus- stellen lasten. Wer Saatkartoffeln ohne Saatkarte kauft oder abgibt, wird aus Grund der §§ 1 bezw. 5 der Verordnung über Saatkartoffeln aus der Ernte 1918 vom 2. September 1918 (Reichsgesetzbl. S. 1092) ergänzt durch die Verordnung über Saalkartoffeln aus der Ernte 1919 vom 4. September 1919 (Reichsgesetzbl. 1-513) mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 10000 «M. oder mit einer dieser Strafen bestraft
F u l d a, den 8. Oktober 1919.
Der Landral Frhr. v. Doernberg.
Japaner über Deutschlands Zukunft.
” ' Das japanische Blatt .Financial Economie Monthlh" hat an verschiedene maßgebende Japaner die Frage »e- richtet, wie sie über die deutsche Zukunft denken. Die Antworten sind in der Julinummer des Heftes erschre- nen. Sie zeugen im allgemeinen von einer sehr opti. mistischen Austastung zugunsten Deutschlands. Marqms Okuma lagt, daß Deutschland sich noch eher wieder erholen würde als Frankreich. Deutschland würde den
Und plötzlich hob sie den Kopf:
„Das war es, das allein, was als Schatten über uns
8 128.' Mit GeDstrafe bis zu 150 ’M oder Haft wird «r bestraft: wer den Bestimmungen über dre IrmF-
JSraelttttcher (Sotteövieust.______
Samstag, 25. Oktober. Vorabend gottesd-enst 5, morgen» 8, nachmittag» 4, Sabbathaur^ang 5,55 Uhr. WochengotteSdienft: morgens 6,45, n*cW- 4,45, abends 5,50 ühr. .....
lag? Nicht wahr, das doch allein?"
Eine schreckliche Angst lag in dieser Frage, als könn« die Antwort ihr ganzes Leben zertrümmern.
m 246, j^eitag, 24. oktobcr 1919.
Der Schatten.
Roman von Arthur Winckler-Tannenberg.
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Bleich und mit unruhigem Wick.
»2nge, ich muß mit Dir reden. — Ich bin zu spat gekommen, ich hätte Dich eher heimholen müssen, — was V geschehen in Süllenböck?"
Das junge Mädchen erschrak bis ins tiefste Herz.
„Auch ich habe die Stunde gesucht, Papa, um mit Dir du sprechen. Es war unmöglich. Ich sah Dich kaum."
»Und nun bekomme ich diesen Brief —"
Er gab ihr ein Schreiben und las:
„Hochverehrter Herr Ruskinl
Morgen mittag zwölf Uhr werde ich Ihnen, als Inges ^uter eine Bitte vortrogen, von deren Erfüllung das Glück »eines Lebens abhängt. Ich bange dieser Stunde ent- «egen. Seien Sie gütig mit Ihrem ehrfurchtsvoll und aufrichtig ergebenen Konrad von Evens."
2nge atmete tief auf und richtete sich empor. Sie gab
Brief zurück und sagte:
»So weiht Du alles, Papa, und ich brauche nichts W Zu sagen. Nur bestätigen muß ich, daß es sch auch wu mein Lebensglück handelt, daß ich Komad sehr, sehr I,eb habe--und Dich anflehe, segne dies Glück —
‘Pritt) Dein Ja, wie es feine Eltern fchon taten."
sie war zu ihm getreten, hatte ihre Arme um feinen 2®18 gelegt und sah zärtllch zu ihm auf. Er aber starrte «uster vor sich hin.
»Also zu spät!" Das war alles, was über feine ßip- ,cn kam.
2nge sah ihn entsetzt an.
.Was sagst Du da, Papa?"
»Laß, ch rede vielleicht irre. Es packt mich so plötz- — daß ich — daß ich Dich verlieren soll!"
Da strahlten ihre Augen wieder.
»Verlieren? Nein, Papa. Du verlierst mich nie. Wir waren weiter voneinander räumlich getrennt, als Welt- Zwgen von hier ist — zwei Jahre lang, und Du hyst mich "chi verloren, wirft mich nie verlieren. Aber glücklich tottE Du jein, wenn Du mich glücklich siehst, und ich ahn«
ein reiches, großes Glück bei diesen guten, edlen Menschen. Sieh, ich habe schon jetzt dort gefunden, was ich nie gekannt: eine Mutter!"
Er litt schwer, wie er sie so reden hörte.
Utrb plötzlich fragte sie zuversichtlich:
„Und Du wirst von morgen ob. einen Sohn haben, Papa, den besten, den liebevollsten Sohn! Als den wirst Du ihn willkommen heißen! Mir wirst Du erlauben, daß ich in Deinem Namen telegraphiere, daß fein Besuch herzlich angenommen ist, nicht wahr, das wirst Du, damit er nicht mehr bangt vor meinem einzig guten Papa, damit er sich freut auf morgen, damit sich alle freuen, die ihn und mich lieb haben! Ja, das wirst Du?"
Ruskin aber sagte müde:
»Laß ihn kommen, ich will, ich muß mit ihm reden. Er hat ein Recht darauf, da Du ihn liebst. Aber keine Nachricht vorher. Ich kann noch nicht ja sagen, ich kann es noch nicht."
Da ging es wie ein erschrockenes Verstehen über Inges Gesicht.
„Das stt der Schatte«, der hier kauernd in allen Win- kein hockte, den ich ost wie einen Sorgenschleier vor Deinen lieben, treuen Augen sah, noch dem ich nie zu fragen gewagt habe und jetzt fragen muß, wo es um mein Leben, meine Zukunft geht. Was ist's mit ihm, Papa? Mit mir mußt Du reden!"
„Ja, ich muh — komm her!"
Schwer ließ er sich auf die Polster feien. Inge setzte sich neben ihn, und er legte die Harrd um sie, hütend, hegend, als wolle er sie halten, daß sie ihm nie entnnne. Stockend, flüsternd begann er:
„Sieh, Inge, im März werde ich fünfzig Jahr«. Bon da ab erst darf ich gefetzlich ein Kind adoptieren, von da ab wärest Du mein Kind gewesen." —
Das Mädchen riß sich mit einem wilden Ruck aus dem zärtlichen Umfangen:
„Ich bin's nicht? — Ich bin's nicht? Die Stimme zitterte, Tränen erstickten sie.
Ruskin fchüftelte den Kopf:
„Nein. Du bist das Kind meiner Schwester, Dem Name stt Ingeborg Malten."
Eine Weile faß Ingeborg wie betäubt. Dann fragte sie scheu und angffooll: „Und wie kam das alles, wes- halb T-h*,
vermischter
♦ Um den Profeffortitel. Seit Monaten werden vom preußischen Kultusministerium Aerzte in einem Umfang zu Professoren ernannt, der einiges Aufsehen erregt. Der alten Regierung hat man immer die Begünstigung des Titelwesens vargehalten, und die neue Regierung macht? nicht anders, dabei dürfen nach der neuen Rechtsverfasiung Titel nur verliehen werden, wenn sie ein Amt oder einen Beruf bezeichnen.
Mnierschonzest iw Fischfang.
Aus der Bekanntmachung des Herrn Regierungs-Prä- fibenten n: Kassel vom 5. April 1917 Reg.-Amtsbl. 1917 S IM) über die Fischerei im Reg.-Dezirk Kassel bringe ich folgendes zur Kenntnis:
§ 2. I. Der Wrnterschonzeit unterliegen:
bis 100 füll, die Läufer von 4—500 Mk. und daS Einlegschwein zu 750 Mk. Der Handel ging langsam.
SolteMenftordinm für Vie DesideNnukMav In der MlldeUimslllvelle bei etelnßaus.
Während der Oktav täglich um_7 Uhr hl. 2Jic"je u.
Gelegenheit zum Empfang der ht. Sakramente.
Sonntag, 26. Nachm. ‘AB Uhr Etmweihuno de» Kriegerdenkmal», Predigt u. Andacht
Kampf auf dem Wirtschaftsgebiete führen, ohne sich um Rüstungen zu bekümmern. Es werde m Amerika, tm Stillen Ozean und in China arbeiten. Wahrend dre Engländer nur aus große Unternehmen ausglngen, mache der Deutsche jedes Geschäft, bet dem » etwas verdienen könne. Es sei merkwürdig, tote die Chasen auf Deutschland vertrauen. England und Amer'ia würden an Deutschland noch einen sehr lästigen Konkurrenten bekommen. Der Admtral Kanzr meint, oaz Deutschland trotz der Versuche der Völker, e» unter Der falschen Parole von Recht und Menschlichkeit zu unterdrücken, eine neue Kultur schaffen werde, die in der Welt noch eine sehr große Bedeutung gewinnen touioe. Codono, Direktor der Firma Okuia u. Co., 6IoPd‘ daß Deutschland sich viel schneller «holen werde, das man im allgemeinen annimmt Mlffu Ksub e von der Universität Kioto hält eS für wahrscheinlich, daß Deutsch- land gegenüber dem anglo. sächsischen Kapitalismus eine neue soziale Kultur entwickele, die schließlich die ganze Welt beherrschen werde.
Hoffentlich behalten die Japaner recht'
4. Wer'entgegen'den Dorfchristen dieses Uetzes stän- e Fischeretvorrichttmgen nicht rechtzeitig beseitigt oder
Während die deutsche Volkswirtschaft in dieser Zwickmühle sitzt, hat die Börse eigentlich kein Recht, in Haussestimmung zu schwelgen. Es wird ein empfindsicher Rückschlag f olgen, wenn es nicht gelingt, den Reichskredit und damit auch die Valuta zu Heden und so wieder zu vernünftiger Preisbildung zu kommen.
Vorbedingung: Arbeft, Ordnung und tüchtige I Steuergesetze.
Die Gehälter bei de« Kriegsgesellschaften.
Der Nationalversammlung sind zwei Nachweisun- I gen zugegangen, welche eine Aufstellung über die bei den Reichsbehörden und bei den Kriegsgesellschaften auf PrivatdienstveriragAngestellten mit einem Jahresgehalt von mehr als 12000 Mk. enthalten. Daraus ergibt sich, daß neben der staatsmännischen Beamtenschaft hier ein neuer Beamtenkörper vorhanden ist, der dem Reiche ganz außerordentliche Summen kostet.
Soweit die solcherart Angestellten bei den Reichsbehörden in Frage kommen, läßt sich ja vieles durch die politische Umänderung erklären und recht- fertigen. So sind für die Waffenstillstandskommission und für das Reichsverwertungsamt Kräfte notwendig gewesen, die mit den erforderlichen neuen Aufgaben betraut werden mußten. Man darf aber wohl fragen, ob die ihnen bewilligten Gehälter angemessen sind. So erhält der Generaldirektor des Reichsverwertungsamts Dr. Weinlig nicht weniger als 240 000 Mk. Der Direktor Lassen desselben Amts bezieht 60 000 Mk., der Direktor Dr. Bach einschließlich einer Aufwandsentschädigung 50 000 Mk., der erste Direktor in Spandau 60 000 Mk., der zweite 36 000 Mk., der Hauptverwalter der technischen Reichsbetriebe Dr. Katz 50 000 Mk., andere Direktoren 36 000 Mk., der Oberingenieur der Berliner Zentrale 35 000 Mk. Als Begründung für diese ungeheuerlichen Ziffern wird meist kurzerhand angegeben: „unter dem gewährten Gehalt war eine geeignete Kraft nicht zu beschaffen", oder „das Gehalt entspricht der Stelle". Die höchst- bezahlten Herren hoben es außerdem zum Teil noch Derftanben, sich durch langfristige Verträge zu sichern. Insgesamt erfordert so allein das Reichsverwertungs- amt an Gehaltern der auf Prioatdienstvertrag Angestellten die Summe von rund einer Million, von der allein der vierte Teil auf einen einzelnen Mann entfällt.
Von einem erschreckenden Umfang sind auch die finanziellen Aufwendungen, die jetzt noch für die Kriegsgesellschaften zu machen sind. Nach der, der Nationalversammlung vorliegenden Nachweisung sind auch heute noch nicht weniger als 48 Kriegsgesellschaften in „Tätigkeit". Es gibt auch heute noch nichts Genieß- und Ungenießbares, was nicht von den Kriegsgesellschaften „bewirischastet" wird. Diese 48 Kriegsgesellschaften haben nicht weniger als 144 Geschäftsführer, Direktoren usw., dazu 92 Prokuristen und tausende von Beamten und Angestellten. U. a. beziehen die Geschäftsführer der Resselbaugesell- schast, Rechtsanwalt Dr. Kahn und Wilde, jährlich je 31368 Mk. mit der Begründung, die Verantworllich- keit der Stelle lasse eine geringere Besoldung nicht zu. Die Reichstextilgesellschast weist nicht weniger als 6 Direktoren mst einem Jahresgehalt von je 24 000 Mk. auf. Beim Reichsausschuß füx Dele und Fette bezieht der Direktor Sigmund Cohn 27 232 Mk., I andere Direktoren 26 944 und 25 720 Mk. Die Zt- I garettentabak-Einkaufsgesellschaft weist 4 Geschafis- I führer nach mit 37 368, 27 720, 23 368 und 22 332 Mk. Zu diesen höchstbezahlten Herren treten in den I meisten dieser Gesellschaften noch eine Anzahl reichlich Hochbezahlter. So beim Reichsausschuß für Dele und Fette noch 18 Herren mit Gehältern zwischen 15 000 und 18000 Mk., bei der Reichstextilgesellfchaft deren
* Verlorenes Geld. Unser Nationalwohlstand, der fchon so tief herabgedrückt ist, wird nicht nur durch die unabsehbaren Ausgaben und durch den Valutasturz so sehr geschädigt, es kommt dazu auch die Entwertung aller Reichs» und Staatspapiere durch den tief gesunken Kurs. Wer vor dem Strtege 100000 Mark 4prozentige Staatspapiere hatte, hat daran heute etwa 30000 Mark durch Kursvertust bereits verloren. Da;u kommt noch dre Vermögensabgabe. Dieser Kursverlust trifft aber nicht nur die Einze'Personen, sondern auch öffentliche Kassen und Institute. So hat die Angestelltenversicherung in dieser Woche 40 Millionen Mark verloren.^ Was das bedeutet, braucht nicht erst weiter gesagt zu werden. Den Schaden haben die Versickerten. Im ganzen deutschen Reiche gehen diese Kursverluste, die also ausgesprochene Bermögensverluste sind, tu die Milliarden. -
„wohlfahrlsgesellschast des Tabakgewerbes". Was ist das? Die deutsche Zentrale für Kriegslieferungen von Tabakfabrikaten hat nach bisher unwidersprochen gebliebenen Pressemeldungen einen Ueberschuß von> 42 Millionen Mark erzielt, über deren Verwendung nichts Zuverlässiges verlautete. Jetzt hat sich diese Kriegsge- sellschast in einen rechtsfähigen Verein umgewandelt mit dem Namen Wohlsahrtsgesellschast des Tabakgewerbes, früher Deutsche Zentrale für Kriegslteferungen von Tabakfabrikaten, Sitz Minden e. V. in Hannover. Worin die Wohlfahrt bestehen soll, wird nicht gesagt.
Tie „friedliche Eroberung" Deutschlands, das tm- mer mehr zum Tummelplatz des internattonalen, vor- nehmlich aber des Ententekaprtaltsmus, wird, hat in letzter Zeit Formen angenommen, an denen die deutsche Oeffentlichkeit nicht länger achtlos vorübergehen sollte. Zu den bereits bekanntgewordenen Bank, und Hon', delsniederlaffungen der Franzosen und Engländer tm besetzten Gebiet, zu den Hotel, und Grundituckskaufen der Franzmen in Wiesbaden gesellen sich jetzt wer. tere großzügige Grundstückstransaktionen franzogscher Kapitalisten 'in einer großen Anzahl deutscher Badeorte. So werden aus Baden-Baden, Homburg _ und Wiesbaden weitere umfangreiche Grundstücksaufkäufe durch bfe Franzosen gemeldet, die die Gefahr näherrücken lassen, daß diese altberühmten deutschen Kurorte mehr und mehr in französische Hände übergehen.
Die elsässische 20 Millumen-Degeisterung. Als die Franzosen nach dem Abschlüsse des Waffenstillstandes als „Befreier" in das Elsaß abrückten, hatte ihre mit unübertrefflicher Geschicklichkeit arbeitende TheaterreMe dafür gesorgt, daß die Truppen mit Begeisterung aufgenommen wurden. Die Franzosen haben eS sich aber etwas kosten lasten, den blau-weitz-roten BegeisterunstS-
haltungen von Schonzeiten zi—.
Bei Zuwiderhandlungn gegen diese Bestimmung kann neben der Strafe auf Einziehung der Mtgefuhrten Fang, gerate erkannt werden, ohne Untrschted, ob sie dem -3 er« urteilten gehören oder nicht.
R 129. Wer sich bei einer Fischereuckertretung einer Person, die zu feinem Haushalt gehört oder m einem Dienstverhältnis zu ihm steht, als Tat nchmer bedrent haftet, wenn diese Person nicht zahlungsfähig lst' sur d'.e über sie verhängte Geldstrafe und bte . auferlegten Kosten neben der Strafe, die er selbst verwirkt hat.
Unter Hinweis auf meine Verfügung vorn 7. August 1917, I. 5911, ersuche ich die Herren Bürgermeister (Gutsvorsteher) und Gendarmeriewachtmeister aus genaue Innehaltung der Schonzeit zu achten.
Fulva, den 9. Oktober 1919.
Der Landral. I. D.: Köhler.
Altere"
Der Alte rückt« sich entschlosten zusammen.
„Gut, aber einen Aufschub gebt mir! Ich muß mich mst allem zmechtfinden. Dis zum März fit noch lange Äctt.4*
„Denn Du morgen nur Ja sagst, herzliebster Papa!"
.Laß ifjrt kommen!"
„Und dann erzählst Du mir viel von meinen Eltern, von Deiner Schwester, der ich so ähnlich sehe, und von meinem Vater! Keines habe ich gekannt. Wie arm wäre ich gewesen, wenn ich Dich nicht gehabt hätte und meint blasse, stille Mama — —"
Er zog sie an sich und küßte sie auf die Stirn. Dann ging er. Draußen auf dem Flur stand er still. Tue Sonne fiel dmch das breite Treppenfenster und blendete ihn. Er schloß die Augen und lehnte sich tastend an ine Marmorsäule.
So stand er lange. Der Kopf sank müde aus die Brust. Tiefer grub sich die Stirnfalte über der Nasenwurzel, und hart murrte er:
„Feigling, ich! Aber ich konnte nicht anders. O Gott — noch kommt bas Schwerste! Unabwendbar kommt es!
Dickes Regengewölk schob sich vor den .Sonnenglanz, und in grauer Finsternis lag das eben noch helle Treppenhaus Ernst Adalbert Ruskin stieg langsam, müde die verdämmerten Stufen hinab. Es war Schatten um ihn.
Inge aber schrieb erleichterten Herzens fröhlich an den Liebsten.
Die „feste" Börse.
«tem man jetzt die Börsenberichte verfolgt, be- I JJman }U seiner Ueberraschung, daß fortwährend I o ende Kurse gemeldet werden. Dabei sind I L «eiten schlecht. Wie reimt sich das zusammen?
W Lr Sta°tskredit nimmt leider an dem Aufschwung I v Anteil. Auf die Ankündigung des Spar-Prä- I ^ Planes waren die Kriegsanleihen wieder I St 80 Prozent gekommen, aber sie kamen nicht weiter I Ä> sinken jetzt schon wieder darunter. Dagegen stei-
Le russischen Anleihen auf die Aussicht von dem K®e her Sowjet-Regierung, und eine allgemeine und I ~L«rnt)e Aufwärtsbewegung zeigt sich auf dem gro- KTfflebtete der Industriepapiere, der Schfff- KL6, und Kolonialwerte usw. Unterdesien bleibt bte ÜVittfdie Mark auf ihrem erschrecklichen Tiefstand ^ weniger als ein Fünftel, geht sogar noch weiter ^Auf der einen Seite sieht es nach Vertrauen und «uffchwung im wirtschaftlichen Leben mis; auf der an-
Seite nach Mißtrauen und Niedergang des rutschen Kredites in der Welt.
*2Jon der Berliner Montagsbörse rotrb berichtet, beträchtliche Kaufaufträge in den bevorzugten An- (ribepapiere vorlagen, und zwar sowohl vom Auslande wie vom Inlande. . ,
Die Beteiligung des Auslandes ist bezeichnend, sgeil die deutsche Mark im Auslande sehr billig zu ^aden ist, können die Ausländer die deutschen Aktien für wenig Geld in ihrer Währung haben. Wenn sie imlere Industriewerte kaufen, so geht ein entsprechen- zeit des Ertrages (und auch des Einflusses) auf He Fremden über. Dafür bekommen wir einen Rück- Liß von der Unmasse deutschen Papiergeldes, das im tolanbe schwimmt. Eine Besserung unserer wirt- .Östlichen Lage ist das n i ch t; vielmehr eine bedenk- rX Ausnutzung des Tiefstandes unserer Währung.
Aehnlich steht es bei dm inländischen Kaufauf- fragen. Es gab eine Zeit, wo kurzsichtige Lmte deutsches Papiergeld einhamsterten, so daß die Notenpresse Tag Bnb Nacht ht Betrieb bleiben mußte. Da nun unsere Mark so heillos gesunken ist, wollm die Besitzer für ihr Geld etwas reelles eintaufchen. Daher fuchen sie jetzt mit Hamstereifer Anteile von gewinnverheißen- dcn Unternehmungm zu erwerben. Die Folge davon ist, daß diese Anlagewerte edmso übermäßig in die Htzhe getrieben wurden, wie die Valuta in die Tiefe gedrückt ist.
So entsteht ein Tanz um das vermeintliche gol- Jene Kalb der Industriewerte, während das parier ne Kalb der Reichswährung verlassen dasteht.
Man bedenkt dabei nicht, daß der Wert und der Ertrag der Bergwerke und der Fabriken auch zusam- menbrechen muß, wenn die polftifche Ordnung und die Fjnanzwirtfchast von Reich, Staaten und Gemeinden erschüttert werden sollte. Wer auf den privaten Kredit fpetulieren will, muß auch den ö f f e n t l i ch e n Kredit schützen und stützen.
Für die Finanzpolitik bleibt nichts anderes übrig, als daß sich das Reich ebenfalls nach einem SInteil an dem reellen Vermögen Umsicht, das jetzt höher geschätzt wird, als die öffentlichen Papiere. Das Reichs- notopfer ist ja em kräftiger Versuch, um feste Grundlagen für den Reichskredit zu gewinnen in den Ansprüchen auf greifbare Vermögenswerte.
Man kann nur wünschen, daß dieses Gesetz sowie die anderen Stmervorlagen r e ch t s ch n e l l und ohne Abschwächung durchgehm, damit der Doppelzweck erreicht wird, die Ueberspannung an der Börse einzu- dämmen und dm Wert unserer Mark auch in der Welt wieder zu heben.
Letzteres ist sehr dringend, da bei den Aus- und Einfuhrgeschäften das Vaterland enorme Verluste hat; die Auslandswaren müssen wir übermäßig teuer be-
Die Fulda innerhalb des Kreises Fulda;
Sämtliche Nebengewäsier der Fulda mit Ausnahme a) der Schlitz samt der Wtefeld;
b) der Hanne von ihrem Einfluß in die Fulda an bis zum Einfluß in die Bieber.
II. In allen der Winterschonzeit unterliegenden Ee- wässern fft der Fischfang, sofern nicht für einzelne Jahre ein anderes bestimmt rotrb, m der Zett vorn 20. Oktober bis zum 14. Dezember einschließlich verboten.
s 5. Der Fang von Lachsen und Forellen fft m der Zeit vom 20. Okt. bis 14. Dezember in sämtlichen Geroas- fern verboten (siehe § 3 uni) 20 der Bekanntmachung).
8 6. Der Fang von Krebsen ist in allen Gewässern vom 1. November bis 30. Mai einschließlich verboten Ferner bestimmt das Fffchersgesetz vom 11. Mai 1916 (G. S. S. 55) folgendes:
8 108. Während der Dauer der Schonzeit müssen ständige Fischereioorrichtungen § 35 Abfl 5 in offenen Gewäflern beseitigt oder obgestellt lern. Soweit dre Rücksicht auf die Erhaltung des Fischbestandes es gestattet, karm der Regierungs-Präsident Ausnahmen zulasten.
§ 127. Mit Geldstrafe bis zu 150 M oder nut Haft wird bestraft:
Märkte.
△ Lauterbach. Bei dem Sch weine markt wurden aufgetrieben: 70 Ferrel, 6 Läufer und ein Einlegfchwein. Die Ferkel wurden verkauft von 60
jSciram Vater hast Du nie gekannt. Er starb, ehe Du geboren wurdest, und meine Schwester Ingeborg starb bei Deiner Geburt." . '
„Weiter, weiter!"
„Du gleichst ihr, und sie war mir ähnlich. So kam es, daß jeder Dich für meine Tochter halten konnte. Meine Ehe war kinderlos, wir nahmen Dich von Teiner ersten Lebensstunde an zu uns. Du wurdest unser Kind, und in fünf Monaten wärest Du es auch gesetzlich geworden, wirst Du es."
„Und Mama — Deine Frau--*
— „Weißt Du nichts mehr von ihr?"
„Ja, sie war namenlos still und traurig--“
„Du warst neun Jahre, als sie starb — an dieser Trauer starb — verlöschte, wie ein Licht tm Winde!"
,Zch weiß nichts mehr von ihr."
,Lum Leiter der Schule ging ich und sagte ihm, daß Du unser unangefochtenes Eigentum und Erbteil seiest, daß wir Dich an Kindesstatt mmchmen würden, sobald wir es bedürften, uni daß wir gegen Abgabe dieses bin- denden Versprechens bäten, Dir schon jetzt unseren Sternen zu geben. Du solltest uns nicht anders kennen, denn als Deine Eltern, unser Haus als Deine Heimat betrachten. Um das gleiche bat ich den Geistlichen, der Dich einsegnete. Alle diese einsichtigen und guten Menschen gönnten dem Kinde ein ungetrübtes Heimatsglück und erfüllten meine Bitten. So lauten alle Deine Papiere auf Ingeborg Ruskin, und ich habe nur vor der Stunde gebebt, da Du einmal Dein Herz h'mgeben und Deine eigenen Wege gehen würdest.
Manchmal hoffte ich, es nicht zu erleben und Dir im Testamente nur alles sagen zu brauchen. Mir war es, als müßtest Du mich weniger fieben um dieser Täuschung wAen ein Leben lang!"
Da glitt Inge neben ihm nieder, legte die Arme auf seine Knie und den Kopf darauf. Sie weinte, meinte sich aus und küßte seine Hände.
„Wie kannst Du es Täuschung nennen, Papa, wie kannst Du! Liebe war es, große, treue Liebe, sür die ich danken muß und ewig, freudig danken werde. Deiner Schwester Kind hast Du zu Deinem gemacht und ich . darf es. Heiden, nidjt Whr, itfj darf?"
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Nachprüfung der Verhältnisse bei den Kriegsgesellschas- I ejne diesem Zwecke gebildete Societü „Roten sowohl wie bei dem Reichsverwertungsamt em- ^an-< j,eTt Empfang der französischen Truppen im Elsaß
tritt. Es ist eine merkwürdige Auffassung vom Stampf I und tn Lothringen mit nicht weniger als 20 Millionen
zahlen und unsere Exportwaren werden ^schlecht be- I gegen den Kapitalismus, wenn in dieser Mise das | Franken finanziert, zahlt Unsere Ausfuhr wird durch die Valutaver- Geld zum Fenster hinausgeworfen wird urw es ist fchlechterung erleichtert, aber zu Schleuderpreisen, und I geradezu ein Hohn auf bte Mahnung zu ftren8fter obendrein haben wir nicht viel auszuführen. Die Ein- I Sparsamkeit, die wir unmer wieder hören. ^,ie Ra- fuhr in Deutschland aber ist unheimlich gestiegen, und I tionalversammlung mußte bei der Prüfung der finonleider am stärksten in Luxusartikeln, die vorwiegend I zielten Notwendigkeiten drefer Kriegsgesellschaften auch dmch das „große Loch" im Westen kommen. Die I in eine energische Prüfung über ihre weitere Existenz- riesigen Einkoufspreise steigern die Teuerung in | berechtigung überhaupt eintreten. Deutschland und die Bündel von Marknoten, die über die Grenze wandern, drücken die Valuta noch weiter ^runter.