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14 | Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Sch ü t t t, fit. 24v« j für die Mn.yipen: I Parze11er, Fulda. — Rotationsdruck.
i Antrag, d e Ver-
Die OMseblockavs.
Don Tag ?u Taa machen sich die folgen der neuen Dlockade, der Deutschland nach fünf Kriepssahren und so lange nach Unterzeichnung des Friedens unterworfen worden ist, mit größerer Härte bemerkbar. Um die ganze Härte dieser Maßnahme, unserer bis- hörigen Feinde zu veranschaulichen, genügt fr« Her- norhebung einiger Folgeerscheinungen. Der Fischfang, der täglich mehrere tausend Zentner betrug und damit di« knappe Ernährung Deutschlands ver- besiern half, ist völlig lahmgelegt. Die Kartoffelver- sorgung, di« vom Osten her größtenteils auf dem Seewege erfolate, kann durch die Sperre nicht stattfinden. Umgekehrt ist die Kohlenversorgung Ostpreu- ßens von Westen und Süden her aufs schwerste ge- sährdet. , , ,
Was die Lage im Baltenland anbelangt, so ist zu hoffen, daß die Verhandlungen zwischen I General von Eberhardt und dem litauischen Oberkommando ein gutes Ergebnis zeitigen. Ueber den weiteren Verlauf des Abtransportes der Truppen liegen neue Meldungen in Berlin nicht vor.
rauften für die Sicherheit Deutschlands, welche durch Verhandlungen mit der belgischen Regierung festzustellen wären. W i r t s ch a f t l i ch e r und s i n a n- z i e l l c r A u s g l e i ch auf der Grundlage des Aus- tausches der beiderseits eroberten und im yttebens« fchlutz zu restituierenden Gebiete. Schadloshaltung der durch den Krieg geschädigten deutschen Unternehmungen und Privatpersonen. Verzicht auf olle wirtschaft tick) en Abmachungen und Maßnahmen, welche ein Hindernis für den normalen Handel und Verkehr nach Friedensschluß bilden würden, unter Abschluß entsprechender Handelsver- trage. Sicher st ellung der Freiheit der Meere Ferner wird in dem Telegramm des Reichskanzlers erklärt: wenn das Angebot Wilsons nur wenige Tage vorher erfolgt wäre, so hätten wir den Beginn des neuen U-Doolkrieges_ vertagen können; jetzt fei es hierzu aus technischen Gründen leider zu spät. Es seien militärische Vorbereitungen getroffen, die nicht mehr rückgängig zu machen seien. Wir seien aber ;e= derzeit bereit, den' Bedürfnissen Amerikas Rechnung zu tragen und würden den U-Bootkrieg einstellen, sobald volle Sicherheit geboten ist, daß die Bemühungen des Präsidenten zu einem für uns annehmbaren Frieden führen könnten. Auf eine Anfrage des Vorsitzenden erklärte Bernstorfs, daß nach der Erklärung des unein- geschränkten U-Bootkrieges ein weiteres Verhandeln mit Amerika vollkommen ausgeschlossen gewesen wäre und daß die weiteren Versuchs in dieser Richtung kein Ergebnis gehabt hätten. Der Vorsitzende kam dann auf die gestern verhandelten Steuerungen Wilsons im Senat zurück. Es wurde nach dem enMchen Original festgestellt, daß Wilson tatsächlich geäußert hat, Amerika wäre wahr scheinlich sowieso in den Krieg hineingekommen.
Einen weiteren Raum in der Verhandlung nahm die Unterredung ein, die Bernstorfs nach feinet Rückkehr mit dem Reichskanzler, dem Kaiser, Hindenburg und Ludendorff gehabt hat. Bernstorfs führte aus, daß er von L u d e n d o r f f mit den Worten empfangen worden sei: „Sie wollten in Amerika Frieden machen: Sie dachten wohl, wir wären am Ende." Darauf erwiderte Bernstorff. „Ich glaube nicht, daß wir schon am Ende sein werden." Unter großer Bewegung der Zuhörer fuhr Bernstorff fort, daß ihm Ludendorff geantwortet habe: „Ja, aber wir wollen nicht; wir werden setzt durch den U-Bootkrieg die Sacke in drei Monaten beenden."
Die Vernehmung Bernstorsfs war damit beendet: In der nächsten Sitzuna am 31. Oktober wird der frü- Here Reichekanller v. Bethmann Hollweg vernommen werden.
Preußische LandesversainmUrng
Sitzung vom 23. Oktober.
. | srtifaa 24. Oktober 1919. | I 46~
sffgfilichm Arbei-
Ostpreußens Ist durch'die'starke Inanspruchnahme aus. ./scher 7 /'-r hervoracrufcn worden, mit denen der heimische uu nicht zusammen arbeiten will und daher auswandert Der krage Materialismus, du in dey llmdwirtschafUtchim
Deutsch es Reich.
•* Die Neichseinkommcnsteucr. Reichssmanz» Minister E.zberaer beabsichtigt die ReichSernkommen- steuer anfangs November der Nanonalversammlung -uaeben zu lasten. Wie der daher,'ch? Fmanzmtmster ÄbVwui rn, teilte,. »«>.«• ,2'"™ sichten der Reichsregrerung die Relchsemkommen steuer das Mehrfache der bisherigen, fioa.ttd;en Ein« kommen'-euer betragen. — Das istselbiverstand»ich, denn sie umfaßt ja auch die Steuerbittrage, d,e .brsher die Gemeinden erhoben. Ste wurde al'v, wenn das alte BesteuerungsvethaltntS bestehen bliebe, nach dem heutigen Stand der. Trnge mindestens das drei, und vierlache der Staatseinkommenneuer ausmachen, weil die große Riehrheit der Geme nden ZuEage von 300 Prozent und darüber ei beben. Bei Vielem Bnhältnis wird c8 aber nicht bleiben. Wenn man den muimatzlichen Umfang der Neichskinlommen- sieii'r aus unserem ungeheuren Geldb^cirf annähernd westen wollte, so käme wohl durchichnlt.lrch das Zehnfache fr« heutigen Staatssteuersatze, heraus.
* Tiennung von Kirche und Staat, ^n einer Besprechung zwilchen Vertretern des Reickn-mmi. steriums des Innern und der Slultu§mtntlterien der Länder über die Bestimmung der Versastung betreffend „Religion und Religionsge,elllchaften , Mulde übereinstimmend festgestellt, daß dte sührung der Trennung von Staat und Kirche Sache der Länder fei. Die vom Reich aufp^» stellten Grundsätze für d i e A b l o s u ng des bisherigen Staatsleistungen an bte Nelt nonsgeiellschar- ttn tollen schnellstens erlösten werden.
s Die Sieuerpslicht der Kirchen. Am Ausschuß der Naiionalverlammlung zur Beratung de? Reichs- i notovfers wurde etneut die Steuer- bezw. Abgave- Vstlcht der Kirchengemeinschaften erörtert. Nach einem fiüberen Beschluß sollten zum Reichsnotopfer auch die Kirchen un» kirchlichen Einrichtungen lierangc- tonn werden. Nach dem ersten Be'cklusse war aller- dinas das Prinzip aufgestellt, daß für daMretchs- nowp'er überhaupt kein« Befreiun en zugenanden werden tollten. Die es Prinzip tit aber nt den weiteren Beratungen durchbrochen worden. So hat man bte ebenfalls anfangs verweigerte Abgaben- freibeit der RcichSbank wiederhergestellt, und selbst di- Vermögen der einzelnen Parteien sollen ab,-abe. frei sein. Infolgedessen Hut das Zentrum den An- trag auf Befreiung der Kirchen wieder aufgenommen, für den auch der FinauMinister sich entsetzte. Zu einer Beschlußfassung ist eS bis letzt noch nr-bt gekommen, man darf aber koch wohl füglich annehmen, daß die Kirchen und kirchlichen Einrichtungen, bte I ’o ungemein viel für bte soziale Wohlsagr^ e.
Volkes leisten, nicht schlechter gestellt werden, als bte parteipolstiscl en Organisattonen. .
* £et „Kampf geicn Er,Verger". Die Mittet.
I luna, ber pto estantische Pfarrer Fuhr in Deidil- beia habe auf einer Versammlung der Deuts bnatto- ualen Volksprtiet erklärt, dir 5'eittd',nationalen wollten mit Erzberger das katholische Volk tieften, wird in Deinstmat onalen Blättern als unwahr eniärt. Pfarrer Fuhr habe ausdrücklich gesagt: Ter Kampf gegen Er.berger sei kein Kampf gegen daS Zennum (geschweige denn gegen d'S katholische Vo^k!) Die Mitteilung ging auf einen Bericht ces .Pfälzer Solen' zurück. Mag fein, daß der Bericht unzutreffend ist, die Berichtigung ist aber ebenfalls unzuireffend, sie gibt die fragliche Stelle, nicht vou- I ständig wieder. Was aber Herr Pfarrer Fuhr weiter I gefaßt hat, durfte eine wahrheitsgetreue Berichtigung nicht verschweigen. Nach dem Bericht emes deuttch- nationalen Blattes der .Stuttgarter Sudd. Ztg.
I (Nr. 269) bat der Redner nämlich weiter ausgefuhrt. I Katholiken sind mir als deutsche Volksgenossen fo lieb' wie Protestanten, aber beim Zentrum muß I man alle Hoffnung fahr en taz sen, daß «S ,e national wird.' Eine Meinung, die von vielen Tau- senden guter Katholiken geteilt wird und von Leuten, ine ZentruinSpolirtk betreiben, am allerwenigsten ge-
I leugnet werden sollte.- ....
Wir sind also glücklich wieder soweit, daß wir I Zentrumsonhänger als Reichsseinde beschimpft werden. Taufende brave Zentrumsleute sind mit Narben und Ehrenzeichen aus dem Krieg heimgekehrt. Sie müssen sich als Reichsseinde beschimpfen lassen. Das ist die Begrüßung, welch« ein Pfarrer Fuhr und deutsch-nationale Parteigenossen für diese Helden übrig haben. Ist es wirklich „national" ist's „deutsch", mit dieser Beschimpfung die Partei her- I unterzureißen, die wahrhaftig Proben ihrer nationalen Gesinnung gegeben? Lst's „national", ist's „deutsch . diesen Feuerbrand heute in das Volk zu schleudern? Aus eine solch „nationale“ Tugendhaftigkeit verzichten wir im Zentrum sehr gerne und überlasten sie den altpatentierten Oberpatrioten.
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hab« ich Der Grund und Toden, bet
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stört würde. Nicht durch Bebauungspläne, sondern du.lh
Nsnot ist zum Teil ein« F°lg°^-r sr-üheren Kanalgegner- schast der Konservativen. Die Kontrolle und d,e>6.«^ Legen den Schleichhandel müssen verschärft werden.
0 gie’uag: Fortsetzung. Vorher Anfragen.
llnternehmern, sondern um einen Kampf gegen die I heiaiicbe Brutalität und dagegen, daß tn den I Werken und Kohleagrubeu belgische Ingenieure und I Direktoren die Le,tun; an sich zu ziehen suchen wodurch sich die Bergleute und Arbeiter m tdrer Sicherheit I bedroht fühlen Ferner richtet sich der Streit dag egen, Bak in den Werkstätten bel ische Wachen aufgejteOt werden, und ge en zahlreiche Mitzdaudlungen durch I die beliische SoIdateSta. Wenn bte Belgier tn der l bisherigen Weise sortiahren, so laufen sie Gefahr, ote 1 cLnae industrielle Tätw'eii und da» Verkehrswesen iflbm zu le en und ein Chaos zu schaffen, vor dem sie I selbst so große Furcht haben.
DaS Schickte! von „ -Teutschlond". Ein in Hamburg veröffentlichter Brief de« Chefingenieurs Alber«, der im Za"re 1916 beide SImcrifafatrten deS HandelS.U-BooteS „Deutschland" mtt Ka- pitän König miigemacht batte, besagt: Nachdem das Boot in ein Kriegsfahrzeua umaebaui worden wat, unternahm eS noch drei Feinfahrien von je vier Monaten Tauer nach der Westküste Dsmka? den Azoren nnb den Kapverdischen Inseln als „U 155 . Saut Waffenstillstandsabkommen wurde dieses Boot nach Harwich gefairen, wo cs am 24. November 1918 zur Abgabe an England abgeliefert wurde.
Deutsche Nationalversammlung.
Sitzung vom 23. Oktober.
sicht ter Etat deS Auswärtigen Amtes zur Der» j ^Minister Müller erläuterte die Grundsätze für eine Reform des auswärtigen t e n st e §. ttlle Volksschichten sollen herangezogen werden und mir-fach- lick« Rücksichten bei der .Einstellung entscheidend se.n Die iemschen Vertreter in? Ausland sollen Land und Leute kennen lernen, mitten im wirtschaftlichen Loben stehen und sollen brauchbare Berichte nach der Heimat senden. Di- letzte große Rebe C 1 em e n c e a m 8, deren Kern ein glühender Haß gegen Dentichkand ch, wurde vom Minister Satz für Satz ^rpfluckt C.e. menecanS Anschuldigung, als ob taS neue Deutschland es nicht ehrlich mit dem Frieden meine, wurde mit Nachdruck zurück-wicsen. ä-er Mim,ter erklärte, die Neaierunesmcthoden der vergangenen Zeit batten aus- gehört. DaS neue Deutschland sei bereit, ehrlich und offen an einem Völk e r b und mitzchmrken Vor- aussetzung aber sei, daß dieser Völkerbund die Gl eich, b e r e & f i g u n g an die Spitze seiner Atzungen stellt Worte eindringlicher Mahnung richtete der Ml» nister nach dem Baltengebiet und ernue Absagen an die Adresse der Sowjetreg'erung. Ihr Bestreben allein ist eine der Ursachen für die Unruhen, die noch immer unser gequälter Land durchzucken, die^aber überwunden werden muffen und überwunden werten können, toenn das deutsche Volk den ernsten Willen dazu hat
Abg WelS (Soz.) glaubt auf bte jetzigen Verhandlungen 'des UnterfuchunesauSschuffeS Hinweisen zu mus. s-n, durch die bet „Läuterungsyrozeh" herbeigefuhrt und damit das-Bertransn ber- Wete wied-r erworben werden soll. Wels hofft immer noch auf die sozialistische Internationale und er ließ den alten Ruf wieder ertönen: „Proletarier aller Länder vereinigt Euch ! (Segen den Bolschewismus fand WelS scharfe Worte, aber auch gcacn di- Unabhängigen mit ihrer fortgesetzten Anaebe-ei deutscher Verstöße gegen „bett v-riedenS- vertrag. Wels konnte den Nachweis fuhren, daß fr« Unabhängigen dabei auch vor Fälschungen nicht zuruck-
Zum Fortgang der Untersuchung.
«ger sich aus den Verhandlungen im Unter» s.chunasousschuß ein Urteil bilden will, muß abwar- bis die einzelnen Vorkommniste von wenigstens , 'i Seiten beleuchtet worden sind. Das gill be,on- Lr rOn der Abschätzung der Wilsonschen Politik.
| "^'--uriächst ist der frühere deutsche Gesandte in Was- ftmaten, Graf Bernstorff. vernommen worden. Ly‘[iat mit den amerikanischen Staatsmännern in ^-uiÄchaftlichen Beziehungen gestanden und einerseits hl lebhaft für die Vermittlungspolitik Wilfons be- Altert. So ist es nicht überraschend, wenn er fein
i JLucnis dahin abgibt, Wilson habe den guten Willen akbabl den Frieden zu vermitteln, und zwar einen . alben ohne Sieg, nicht einseitig zugunsten der En- i Lfe Graf Bernstorfs teilt ferner mit, daß Wuson und seine Vertrauten ihn daraus aufmerksam gemacht | hätten die Entente suche Amerika in den Krieg zu । »Men. Er fügt noch hinzu: Niemals sei von amen, i LpifÄer Seite mit ihm über einen Frieden verhandelt । worben, der uns auch nur die geringste Ablrennung - beuttcher Gebiete zugemutet hätte. (Ob zu diesen ge- ! schützten deutschen Gebieten auch Eisaß-Lothringen ge- rechnet wurde, ist angesichts der späteren Auslassungen Wsour wohl noch zweifelhaft.)
Diese Aussagen Bernstorsfs Hingen für die ernte« Ionische Politik sehr günstig und für die damaligen Lester der deutschen auswärtigen Politik seht ungün- ftic. Aber ein gründlicher Einblick und ein gerechtes Urteil ist nicht eher möglich, bis auch die anderen Beteiligten gehört sind. Herr v. Bethmann Hollweg und sein Staatssekretär im Auswärtigen Amt müssen sich erst noch verteidigen gegen den Verdacht, daß sie aus unberechtigtem Mißtrauen oder aus Ungeschick die von Amerika gebotene Gelegenheit zur Friedensanbahuung vertäumt hätten.
Bis dahin bleibt freilich der peinliche Eindruck be» stehen, daß in der hochpolitischen Geschäftsführung von Berlin überraschend viel Unklarheit, Unsicher- I heit unb sogar Zw e ibeutig ke it geherrscht hat. Es zeigt sich schon jetzt, daß das schwebende Verfahren in seiner Einseitigkeit, da nur deutsches Verhalten unter die Lupe genommen werden kann, uns in Nachteil bringen muß. Die diesseitigen Schwächen und Fehler werden gründlich bloßgelegt; aber die a e g n e r i s ch e Politik läßt nur ihre Au ß e n (e i t e j sichtbar werden. In die Absichten der fremden Staatsmänner können wir nicht eindringen, da sie ihre Akten verschlossen hallen und an ein eidliches Zeugnis gar ! nicht denken.
Auf unserer Seite hat bekanntlich die Reichstags- । refchiticn vom Juli 1917 eine überaus heftige Polemik ccncsselt, die noch bis heute nachwirkt. Manche mein, ten’ Liefe Erklärung zugunsten eines Verftändigungs- I mebens habe die Feinde angefeuert zum Kampfe vis aufs Aeußcrste. Aus den bisherigen Verhandlungen im Ausschuß geht aber schon ganz, klar hervor, daß die k • Äeichstagsresolution die angebliche verhängnisvolle Wir- kunz nicht haben konnte, weil die Entscheidung der Entknie zum rücksichtslosm Durchkämpfen^ schon zu A nfa n g d e s I a h r e s 1917 endgültig gefaßt war. Der Wilsonsche Versuch war , das letzte Mittel, das noch einige Aussicht bot, zu einem Bcrftändigungsfrieden zu gelangen. Ser Versuch war nciheitert, unb es gelang der Entente, Amerika zur ! ' Kriegsexklärung zu treiben. Damit wer unser, Schick- I fat besiegelt. Wir mußten entweder v o l l st ä n d i g liegen" ober uns vollständig unterwerfen. Das erstere war bei der Üebermacht in drei Weltteilen unmöglich geworden.
Daraus folgt, daß wir uns über die Reichstagsresolution die Köpfe nicht weiter zu erhitzen brauchen. Die Urheber und die Bekämpftr, die Anhänger und die Wibersucher der Resolution können sich beruhigen ange» sichte der Tatsache, daß an der Gesamtlage Deutschlands nichts mehr zu retten oder zu verderben war, natdem Wilson aus einem Friedensvermittler ein Mitkämpfer der Entente geworden war unb di« große -lacht Amerikas entscheidend in die Wagschale fiel, — tu unserem Verderben.
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. In der gestrigen Sitzung wurde die Befragung B ertist orfjS fo.taefetzk. Zunächst wud von I Polen und Danzig ge Prochen, um festzustellen, I ob Wilson schon zur Zeit seiner Frietensverjuche I über die künftige Staaiengestaltung jo dachte, tote I « sie im Vertrag von Berfailles zwei Jahre später regeln half. Bernstorff erklärte, daß Wilton, to-e rr I [n feiner Botschaft vom 21. Januar erklärte, die 2ftie» derherstellung Polens wollte. Ob dazu Preußen Gebiete cblretcn sollte, würde nach seiner Ansicht erst aus den Verhandlungen hervorgegangen sein. Es würden oabci sicherlich anderwärts Gebietsentschädigungen zu- Stftanben sein. Es sei mündlich mit ihm in dem Sinne verhandelt worden, daß gegenseitige Rampen« j fationen nicht ausgeschlossen seien. Betreffs eines neutralen Weges zum Meere rpäre damals nur gesagt korben, ber Zugang zum Meere solle durch Eisenbahn oder dergleichen, erreicht werden. Das Gebiet solle ber oeuffchen Hoheit nicht entzogen werden.
In der neueren Verhandlung erklärte Gras Bern- iterft, daß er immer der Ansicht war, daß der U-B o ot- ^krieg den Krieg Amerikas mit Deuffchland ^rdefführen müsse und daß der Eintritt Amerikas in $eieg unbedingt zum Siege ber Entente tobten müsse. Die Verhandlung ging dann auf die ^orgünge nach der Senatsbolschast Wilsons über. Der Offerent Dr Sinzheimer verlas das Telegramm V_3 Reichskanzlers o. Bethmann Hollweg an -^"'•fttorft, in dem ausschließlich für die Perwu des ff^rrn Wilson die Bedingungen aufgezählt wer- unter denen wir bereit gewesen wären, in Frie- ^nsverhandlungen einzutreten, salls die Entenie unser rcirdeneangebot vom 12. Dezember angenommen hotte. ■ jpM* Bedingungen sind:
- uckerstattung des von Frankreich besetzten Teils von Oberelsaß. Gewinnung einer Deutschland nnb Polen gegen Rußland strategisch und wirischaft- uch sichernden Grenze. Koloniale Wiederherstellung 'n üorm einer Verständigung, die Deutschland einen iEsuor Bevölkerungszahl und ter Bedeulu-.g leinet ?',ff_'toastlichen' Interessen entsprechenden Kolonial- , ,'5 sichert. Ruck ) u b e ber non D.' ttsch'.ano .ogten sranzösischen Gebiete unter Sorbe* jtrategischer und wirtschaftlicher Greiiznerichii- Lungen. sowie finanzieller Kunpensatiomn. Wiederherstellung Belgiens unter bestimmten ©a=
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Abg' Dr Pfeiffer (Ztr.) bespricht zunächst Ein-ek- Leiten aas ber inneren GeschäftSfübrung d-S Auswärtigen Amtes und fährt bann fort: Ich erwart-, daß tm I Nachtragsetat auch eine Posittsn über bte Errichtung einet Botschaft deS Reiches beim V a 11 k a n sich befinden werde. Eine besondere Aufgabe ber auswärtigen Politik ist die Pflege ber geistigen Beziehungen -um Ausland, die den anderen Völkern bte Einstcht bringen müssen, daß ihre Meinungen über uns saffch sind Ein gutes Vorzeichen hierfür tst dte Enueudttng deutscher Vertreter gtt der Arbeiterkonferen« tn Washington. Man verriegelt uns die Welt nach dem ■ Westen; umso notwendiger ist eS, daß tott bte Pwrten noch dem Ost-n öffnen. Unter starkem Anfall lehnte ber Redner iebe Beteiligung TeuischlandS an der Bio- dfabe peten Sowieteußtend unter Hinweis auf die fünf ■t?bre detiischu Blockade ab tint brachte auch bei b frei Ge eoenhoit ein Enterb eto de? Re ch?p äsidenten Ebert mit etttem svanffchen Journalist^ zur Sprache, auS dem diese für Deutschland selbstverständliche Haltung nicht mit ber wünschenSwer'en Klarheff hervoramg. Der ZentnimSredner iab hierin bte Anfänge eines neuen persönlichen Regiments in auswärtigen Fragen, dem nicht früh genug entgegengetreten werden könnte.. Ein* mütia war die Zustimmung, die Dr. Pfeiffer bet feinen 'herzlichen Worten für die Gefangenen ur® für die Ausländsdeutschen fand. Für bte FretIas- sung bet Gefangenen .muffe dre R-g'erung nach wie Var alles tun, was in ihrer Macht steht. Es sei eine schamlose Lüge, daß sie in dieser Hm- sicht jemals ihre Pflicht versäumt hat Der Wich.ed von den abzutretenben Gebieten bedeutet, so sch.oh der Rebner, für ganz Deutschland ein bittere? Leid. Wir wissen aber, gemeinsame Geschichte und gerne infames Gefühl werden zwffchen den Scheidenden und uns eiserne Ketten schmieden unb daS gibt unS Hoffnung auf eine Miere Zukunft. (Beifall.)
Abg. Schttttz-Bromberg (D. not.): Früher war die BeraMng des miSwärttgen Etats immer ein großer Tag Heute achtet Eurova auf unsere Reden gar nicht mehr, und kaum Detttschland hört zu. DaS ist die Fruckt der herrlichen Revolution. Was sollen wir von ein»>- Re"ie>-ung überhatipt erwarten, bte fünf Mo. nate nach der Ilnterzeichnmm deS Friedens nicht ein- mal die Fre "be der Gefangenen erreicht hat! Das I aiie Kaiser -ich wird von Tag »ti Tag mehr die Sehn. I suckr der Besten deS Volke?. Die Kn-chischaft. die fetzt auf uns lastet, ist unerffäiffich. Daß ber U-Bootkrtez uns den Krieg mit Amerika gebracht hätte, ist durch die I fetzten Aetißeruiwen SBilionS widerlegt, Amerika wäre I auf febett Fall m bett. Krieg eingetreten. Der einzige I Fehler des U-DooLtiegeS war der, daß er zu spat un» I ternommen wurde.
I Abg. Dr. Höver (Unabh.) halt bte nbneqe Schimpf- I rede auf b'ie Reoierung unb verlan-tt eine sofortige I friedliche Verständigung mit Räte-Nußtenb.
I Fveimg: Wetterberatung.
Nus dem besetzten Geriet.
Vs'ür wlk Aafftei. wkiff n u? Nteinz meld t man I brr „ »rmifurter Se tung“: Die außeroidentli Hobo Kostenrechnuni für die Beiatzun snmee, hie in die I Milliarden oedt, bat in Mainz wem er Iteberrafteuna I ai^ Entrüstung teröor crufen. Der Kundi e, der die Monate der Besetzung selbst erlebt bat, mutzte eine solche Summe erwarten. Ein Uebermatz von Voran, I staltungen, Paraden uiw., alle? nur um Eindruck zu I machen und Rewekt vor der Macht Frankreichs zu er. wecken, dieses Ziel konnten sich die Herren schon ein I Stuck deutsches Geld kosten lassen. Jeden Augenblick höbet Besuch von Kommandi renden, Svaztetfahrten tn I Städten, auf dem Rhein, im Gebitae, Feuerwerke, Be. leuchtung bet Rdeinuset, Illumination von militärisch benützten Gebäuden und Brücken, teilweise bet Tage I vor lauter tlebermut, auf der Eisenbahn und auf den Landstraßen Massen, paziermbrten von Artillerie, und Kra twa^enparks, Ltcistvetschwendung im höchsten Grade. Festlichkeiten, Bälle usw. — daS gibt eine bub,die Summe, über die sich der Franzose keine Koptschmerzen -u machen braucht. Daß solche Verschwendun i dazu beiträgt, baS Re-ch und den Deutschen atm und bi do8 ÄU machen, 6a8 wirkt toobl auf manche ftanzost,che \ Stelle nock als be onberer Anreiz.
Die Uebcrlaffung von 800 Morgen Acker.and für einen Flugplatz haben die fianzösischen Besatzun stiup. vcn von bet Gemeinde Wattenheim tn Hetzen ver. lanit Änaefichts bet dadurch für die EtnährungSla e e ntretenben Folgen hat die deutsche Neuerung bte aü.letten Behörden ersucht, von btefet Forderung Ab. f*anb zu nehmen und auf den als Flugplatz besser ae« eigneten Großen Sand bet Mainz verwiesen. Eme ($ntfcbeibung steht noch au$ _ . ..
Dank" an Central Gerard. Verbürgten Nachrichten zuföl e bat General Gerard an den ©taötrat von Landau .Pfalz) offiziell baS Ersuchen trckten affen ihm öffentlich zu danken fut ferne „loyale ,atig£ett als mtlitärischet BcfeblSha^et bet Pfakz. jtet Stadt» rat von Landau hat dieses Ansinnen etn;»tmmtg a b* gelehnt.
Ter Streik auf der Unken Rheinfeitt.
Rn dem Streik geien di« Behandlung durch die belgische Besatzun > auf der Unken Rhemserte nehmen fetzt 37 000 arbeitet teil. Mtt den «tretkenden haben sich auch die Lehrer, ebenso bte Btnnenschrsier I des Rheins solidarisch erklärt. Der Erienbabnverteht der belgischen Zone ist bis einschließlich Krefeld gänzlich eingestellt. Die Streikenden verhandeln tn den einzelnen Bezirken noch mit denBesatzun ,Skommandanten doch haben sie die gemachten Zu estänsniffe für un c enugend erklärt, sodaß der Streik, btt im übrigen tn aller Otv. nung verläuft, ireitcroebt Die RotstandSarbet.en werden auch weitethm auS^efiihrt. ES handelt sich bet oteiem Streik, wie nochmals betont werden mutz, tn der Haupt, fache nicht um einen Kampf zwischen Arbeitet» uns
Dir zweit« Beratung des Haushalts der lanbwlrt- fchafUi'chen Verwaltung wird sortgesetzi.
abg. Reinecke (Ztr.) begründet e - t
Ordnung auf Sicherstellung der lar ten auf Ihr« Rechtsgiltigkelt zu pi Minister Brann: Di« Entvölkcri
ans -em nasbargehiet.
I Eine Gewalttat sozialdtmokratijcher ArS-iter.
, Man 'chreibt unS: Der in letzter Zeit sich immer mehr breit machende Terroris m u S von Setten fanati cber®enoif n pegenüder christtich oraant- । iette»’ Arbeitern fängt gerade an, gefährlich zu w toie nachfolgender Fall (e-.reift. Am gnnv en 18. Oktober, wurde in bet Maschinen- faoal mm-M'belDarmstadt einchristl. organisierter S4