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Angriffe der Bolschewisten halten können.
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ein.
Der Stand der Artedensfrage In Amerika.
von
bis zu dem Dorort Pulkowo südlich von Petersburg gelangt. Um K r o n st a d t finden noch heftige Kämpfe der englischen Flotte und Sowjettruvpen statt..
Dir Armee des Generals Judenitsch ist keineswegs
Ein» Verschwärung Elsast-LothringenS?
Nach einer Londoner Reutermeldnna soll in Straßburg eine Berschwö-nng aufaedeckt worden kein, die ans die Neutralisierung Elsaß- Lothringens pericbtet ist. Der Fübrer Kötzler und 'Wei andere Verschwörer wurden verhaktet.
Die Franzosen sind be anntlich üb rauS eifin« derikch in Verschwörun Saknonen, die sie — anderen Leuten in die Schuhe schieben. Richtig ist nur, daß sie eS di» jrtzt aiisoez»'chnet verstand n haben, die „befieilen" Brüder in Elsaß-Lothringen auf das bef- üflite gegen sich aufzubringen. , Der nationalistische Lyoner „Progrtzt" macht in einer auS Straßburg datierten Korrripondenz da- Eingeständnis, daß die ganze Verschwörung nut den Anlaß dazu geben soll, bet den bevorstehenden Kammerwablen in Elsaß- Lothringen Wahlprogramme unö Kandidatenlisten für die Selbständigkeit Elsaß-LorhringenS zu verbieten.
Die AusUeferunq der deutschen Handelsflotte.
träges. ___________________________
Der Rück.ug aus dem Baltengebiet.
Zusammenstöße mit Litauern.
Nachdem in den Ve-Handlungen zwischen dem General von Eberhardt und dem litaui chen Oberkommando eme gewisse Fut pannung c er Laae em etreren war, da da» Oberkommando emen Be- fehl aus,ugeben sichbereiterkiärte, pjih sich die liiauischen Truppen nicht weiterhin längs der Bahnlinie Laug- rargen—Radüwilee ki, die für unseren Abnciirtpo.t fieiaehal'en werden lollte, bin,'eben wllten, ist die er Befehl von den lit um en T> Uppen ni+t befolgt worden. Sie rückten vielmehr bi« dicht an di? Bahn- iinte bei an. General von Eberhardt sah sich deshalb genötigt, eine Eisenbabnsicherung vor,»schicken. Di» vorangehenden Patrouillen wurden von den Litauern mit Feuer empfangen, und zwar nicht nur mit Gewehr-, sondern auch mb Anilleiiefeuer. ES ist inzwischen bereits mehrfach ,uZuiamm^e n ft 5 ßen mitl>M»>ischenPatiouillenundznIkbhaftenZchirL« eien gekommen.
Der Kampf um Petersburg.
Die in den letzten Tagen durch viele Plätter gegangenen Nachrichten über die militärischen Erfolge gegen die Dolschewiit-n in den Kämpfen von Petersburg haben sich als „vertrieben erwiesen. Die Meldungen stammen fast durchweg direkt oder indirekt aus engst- scher Quelle und nach den Absichten der engli-
KriegeS nicht an.
Rückkehr der Ziv'linternierten.
Die Helmsendung der noch in fronzösi cker Gewalt befindlichen Z'vilinternierten, deren Gefangenen etwa 5000 benä v, ba' begonnen. Am 20. ist der erste Transport von 670 Perkonen von V'vierS ab^egan^en, dem am DienSsag ein we'ieier Transp»'t von Brest aekolgt ist. Der Abtrancpoit soll bis spätesten» 2.
die Friedensvennittlung in soweit wünschten, daß eine Konferenz zustande käme. Jetzt müsse er allerdings annehmen, daß unsere Antwort am 26. Dezember die Ansicht verfolgte, Wilsons Friedensvermitt- lung abzuschneiden zu Gunsten unseres eigenen Friedensschrittes. Zu dieser Ausfassung kam er durch das Telegramm des Kaisers, in dem gekragt wird, warum er noch von Friedensseemittlungen Wilsons spreche, bc doch gar nicht mehr bestünden. Der Referent Sinzheimer stellt fest, daß die Note Wilson, vom 12 Dezember die Ditte an alle Krieg-führende enthielt, konkrete Friedenrbeding rügen mitzuteilen. Dir deutsche Antwort erwähnte davon nichts Auf das Telegramm Dernstorffs, Lansing bäte wenigstens um vertrauliche Mitteilung der Fricdensbedingungen, antwortete Staatssekretär Zimmermann zwei Tage vor der Erklärung des U-Bootkrieges, Bernstorfs möge diese Frage hinaurziehen. Bernstorfs gibt zu, daß ihn das Telegramm des Kaisers an Zimmermann zu der Ausfassung brachte, die Wilsonsche Fri^ensver- mittlung sollte von uns beseitig) werden. Der Kaiser hätte bemerkt, er lege gar k e i n e n D e r t aus Wilsons Friedensangebot. Falls der Bruch mit Amerika unvermeidlich sei, sei nichts daran zu ändern. Weiterhin erklärte Dernstorff, die nachher vertraulich mitgeteilten deutschen Friedensbedingungen wären sehr maßvoll gewesen. Lansing habe erwidert, er verstünde nicht, warum wir nicht ebensoviel forderten wie die Anderen. Man könne sich dann auf die Mitte einigen. Zur Ablehnung der Vermittlung durch die Entente erklärte Bernstorfs. Wilson sprach aus, daß die Entente beabsichtige, uns -um U-Bootkrieg zu bringen, um die Bereinigten Staaten in den Krieg hineinzuziehen. Bei den vertraulichen Derhandlungen seien Aeußerun- gen des Obersten House laut geworden, die Entente würde unter allen Umständen versuchen, den Krieg Mischen Deutschland und den Bereinigten Staaten zustande zu bringen. Graf Bernstorfs macht in diesem Zusammenhang noch eine andere bemerkenswerte Bekundung: auch wenn kein äußerer Anlaß gewesen wäre, Deutschland den Krieg M erklären .auch bann hätte — nach amerikanischer Ä^ffassung — die Entwickelung der Dinge voraussichtstch zum Eingreifen A m e r i k a s geführt. Weiter etfiärl er noch: Wilsons Plan war immer ein „Frieden ohne Sieg"; deshalb wollte er den Augenblick benutzen, 'n dem die militärische Lage einigermaßen ausgeglichen war und keiner der beiden Kriegführen- den noch Hoffnung hatte, den Sieg zu erringen. „R i e hätte der Präsident Wilson", so sagte der ehemalige Botschafter in Washington, „bet seiner Fr: »densver. msttelung Deutschland einen Frieden zugemu-.et, brr eine Einbuße vr> Land und Ehre bebeu« t e t e *
Heute werden die Derhandlungen fortgesetzt.
November beendet fein.
T- o) aller Bemüburmen deutscherseits gelang e» nicht, bet der französischen Regierung dnrchzu eyen, daß die heimkehrenden Ztv Igefangenett noch den zum Empfang vorbereiteten Uebervahmeftationen Konstanz oder Wesel toeitergefübtt werden. Dadurch tritt eine bedauernswerte Verzögerung in der Beförderung -;~
verantwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schütte, für die Anzeigen: S. P a r, e U e r, Fulda. — Rotationsdruck.
Unwürdige Behandlung Mackensens.
Generalfelvmarscboll v. Mackensen, der in kurzem sein 70 Lebensjahr vollendet, wird jetzt in Salo- nikt festgebalten, wo zu seiner Ausnahme daS außer- halb der Stoßt geienene Geschäftslokal der Flieder dient. Da» (lange Grundstück hat etwa 40 Meter Breite und 60 Meter San e — auf ihm wohnen außer 48 Deutschen noch SO Neuer! Die Un- ruhe bei Lag und Nacht, die Hitze und die schlechte Luft sind unerträ lich. Man fürchtet daS schlimmste für die Gesundheit de« FeldmarschallS, der unter den Eindrücken und Strapazen der jetzt einjährigen Internierung bei seinem hogen Alter schwer leidet. Dabei bat ihm ein französischer General mit geteilt, daß er bis zur Rcttifi tcruni deS Friedens durch sämtliche Alliier- ten in Salonth fest ehalten bleibe.
Die anaefünbigte Entente-Note, bte auf Wrunb Fr edenSve'traaeS die Auslieferung von fünf Sanbellftbiffen verlangt, die schon 'n den iahten 1915 und 1918 an holland'sche G 'ell- schäften ver auft worden sind, ist dem deutschen Vertreter in Pari« Herrn V. LerSner, jetzt zugegangen. Die deutsche Regierung wird aufgefo.txrf, diese Schiffe sofort nach England zu schicken unb bte holländischen Namen davon zu entfernen. Die Vorgabe, daß diese Schiffe nicht mehr deutsches, sondern holländische- Eigentum feien, könne nicht betuckstch- tigt werben. Die Entente erkenne die Ueberwetsung den «scher Schiffe an die Neutralen während des
Deutsches Reich.
8» Berlin, 22. Okt. Als Führer der deutschen RegierungSvettretung, die zur Arbe tterschütz- ko ufere uz nach Washington geht, ist Dr. August Müller in Aussicht genommen. Müller wurde 1916 zum Unterstaats ekretär iäi ReichSernährun^S- amt ernannt, an dessen Spitze er später trat. Er war dann Staatssekretär be5 ReichsmirtschaftsamteS, schied jedoch im Februar 1919 wieder aus. Sein Leben-gang ist keineswegs nach der Schablone verlaufen- Er hat als Gäitnerjunge begonnen und verdankt feine Weiterbildung lediglich dem eigenen Streben. In der deutschen und in der internationalen Arbeileibewegung nimmt er als Führer bet deutschen Konsumgenossenschaften eine hervorragende Stellung ein.
s Tie nette Steuerersanisation ist Gegenstand einer großen Beratung, die am Freitag dieser Woche in, 23er. Hn ftnrtfinbet. ES werden die Vertreter aller einzelnen Länder und zwar insbesondere die Praudenten der neuen Landes-Finanzämter in Berlin zu,ammen- । treffen, um unter dem Vorsitz deS Neichsfinanzmini- fter$ Erzberger über die praktischen Stcuerfragen zu beraten, die durch die großen Steuervorlagen unb die noch nicht zu Gesetzesvorlagen verdichteten Sieuerpläne der Negierung aufgeworfen worden sind. Diese große Finanzkonserenz wird von einer außerordentlichen Be- , beutung für bte GesanTtinteressen des Volkes wie auch für die wirtschaftlichen Interessen des Einzelnen sein.
Wie die neue Reichswehr sein soll.
Serkin, 22. Okk. An der Sitzung des Wirtschafts- verbandeS der deutschen Berufssoldaten hielt der Reich«. Wehrminister NoSke eine Stcbe, in der er unter anderem ausführte: Die neue Reichswehr darf keine Gewerkschaft werben. Einen Unteroffizier, der mir auSeinandersetzt, daß. wenn feine Wünsche nicht in Erfüllung gehen, eS eines TagcS passieren könnte, daß, wenn Not an Mann fei. die Trupye Gewehr bei Fuß steht, kann ich nicht dulden. Wenn irgendwelche De. ftrebungen daraus ans gehen, die Truppen zu einen solchen Instrument zu machen, dann bin ich der btt» terfte Feind und wehre mich mit Klauen unb Zähnen. In politisch erregten Zeiten könnte so die Kaserne ein TiSputierklub werden. Die Truppe muß unpoli- tisch sein. Ter zukünftige Berufssoldat wirb auf manche« verzichten können, was jetzt noch als Errun- genschaft der Revolution gilt. Jeder, der in die kleine Armee von 100 000 Mann eintritt, wird so gut gebildet und sauber gekleidet werden können, wie es nur der Fall war. Die Kasernen werden auch ander? auS- sehen. Wir werden Lese- und Billa dsäle einrichten. Nach zwölf Jahren wird der Soldat nicht mit dem Bettelfack auf die Straße geworfen, sondern e6 wird für fein« Zukunft gesorgt werden. Noske schloß: Die neue Trupp« wird dazu beitragen, Deutschland au8 tiefster Erniedrigung zu neuer Blüte emporzuführen.
* Der Düsseldorfer Sparfnkistenprozeß. Bor der Gcraskammer begannen die Verhandlungen über die Vorgänge am 10. Januar ds I«., dem unheilvollsten Tage der Soarlakistenherrichafl An tiefen? Tage wurde die von den bürgtrlitben Parteien ge. gen die Willkür deS (ommuniitifcben ArbeiierratcS ge- richtete Kundgebung von Mannschaften dcS sogenannten „SichrheifSregimentS" gesprengt und auf t> Kund- geber mit Maschinengewehren geschossen, wobei elf Per. fönen getötet unb über 30 verwundet wurden. Anie- flaai sind 38 Personen, von denen zwölf in Unter.
in einer glänzenden Lage. Judenitsch verfügt im ganzen über etwa 15 000 Mann. Die Kerntruppe feiner Armee bildet das Freikorps Lieven, das sich aus Balten und Reichsdeutschen zusammensetzt. Zu dieser Armee ist noch das ziemlich zusammengeschmolzene Bal- tenregiment getreten. Judenitsch hat aber in seinem Rücken die ihm feindlich gesinnten Esthen. Er ist deshalb, obgleich er nicht englandfreundlich gesinnt ist. sondern Großrusse ist, mehr oder weniger auf die Un- terstützung der Engländer angewiesen,. Die ihm auch reichlich zusließt, ja man kann sagen, seine Armee wird direkt von England besoldet und ausgerüstet. Auk der anderen Seite verfügt aber die Sowjetregieruug noch über erhebliche militärische Reserven, die jetzt nach Petersburg gezogen werden. Wenn diese Truppen noch zeitig eintreffrn, können sie der Armee Judenitsch noch allerhand zu schassen machen. Auch wenn Petersburg fallt, bliebe noch die Frage offen, ob die gegenrevolutionären und englischen Truppen die Stadt gegen
gescheiterte FriedenSvcrmittlung
* Wrlfsrrs.
Ob die nachträgliche Untersuchung vor dem par- kam en t a r i f chen Untersuchungsous.
ck u ß, die sich zunächst auf die Frage bezieht, welch« !?ucbensmoglichkeiten während der Kriegsjahre pe- neben waren unb warum sie nicht zum Ziele geführt veben, einen praktischen Wert hat für die Politik der ^aen'wart und der nächsten Zukunft kann dahin ge- fteM bleiben. Aus jeden Fall muß Deutschland, nach- tem es sich trotz der Ablehnung der Entente zu einer Mständigen Untersuchung entschlossen hat, das unter- naoiwene Werk nach besten Kräften durchführen, um wenigstens den Respekt vor deutscher Gründlichkeit und Ehrlichkeit wieder herzustellen. Wenn dabei auch auf deutsche Staatsmänner oder Heerführer tzin Schat- jcn fällt, so darf uns das nicht abhalten, der Wahrheit and Gerechtigkeit den freiesten Lauf zu lasten. •
Sn diesem Sinne ist auch die Derhandlung bisher „fuhrt worden. Es zeigte sich dabei freilich sofort, daß unser ganzes Material von Akten und Zeugnissen immer noch lückenhaft bleibt, so lange die Herren von dar Gegenseite ihre Geheimnisse noch wahren. Aber zugleich waren doch wertvolle Beiträge zur Aufklärung iu begrüßen.
Diese ersten Derhandlungen galten hauptfächsich den Dermittelungsplänen des Präfi- deuten Wilson und den Ursachen ihres Scheiterns. Es zeigt sich, daß Wilson wirklich den Ehr- geiz gehabt hat, der Friedenrengel der Welt zu werden. Die Bremser am Wagen seiner Dermittelungs- politik waren die Rücksichten auf die englandfreundliche Stimmung der Mehrheit der amerikanischen Wähler und die starke Scheu vor einem Bruch mit England» die zum Teil auf die amerikanischen Geschäftsinteressen, Mi anderen Teil wohl auf die persönliche Herkunft und Stimmung zurückzuführen ist. Trotzdem hätte Wilson als Friedensvermittler Erfolg haben können, wenn nicht jedesmal widrige Umstände seinem Dor- gehen In di« Quere gekommen wären. Erst die Lu- sitanio-Dersenkung, die in Amerika bte Le'denschaften entfesselte. Dann vor einem neuen Ansatz der Eintritt Rumäniens in den Krieg, der die Entente wieder übermütig und friedensfeindlich machte.
Der wichtigste Versuch fiel in den Ausgang des Jahres 1916, als Wilson wiedergewählt war und durch unseren Erfolg Im Osten die Entente wieder an die Vergänglichkeit olles Irdischen gemahnt war. Damals war, wie die ersten Verhandlungen unseres Ausschusses bestätigt haben, eine ernste Friedensaktion Wilsons in Vorbereitung, und zwar unter Aufmunterung von deutscher ©eit«. Es wurde sogar fest- gestellt, daß Wilson eine Friedenskonferenz veranstal- ten wollte, ohne daraus zu bestehen, daß Deutschland vorher konkret« Friedensvorschläge mache.
Eine verhängnisvoll« Störung entstand aber ^dadurch, daß unser Kaiser und die drei verbündeten Monarchen am 12. Dezember 1916 ihrerseits das bekannte Angebot von Friedensverhondlun». gen machten. Der gutgemeinte Schritt führte bekanntlich nicht zum Ziel. Es ist begreiflich, daß Wilson durch dies« Ueberraschung sich übergangen und behindert fühlt«. Er hat bann im Januar 1917 boch noch seine Friebensverrnittlung versucht, ober ohne Erfolg.
Welche Umstände unb welche Erwägungen haben bte deutschen Politiker veranlaßt, durch di« Monar- chen-Erklarung vom 12. Dezember der angekündigten und sozusagen verabredeten Aktion Wilsons vorzugreifen, ohne ihn erst zu informieren? Hebet diese wichtige Frage müssen die weiteren Derhandlungen Aufklärung geben.
Dann kommt die peinliche Frage, warum und in welcher Derechmmg der unbeschränkte U> Aootkrieg so schnell proklamiert wurde. Das war bekanntlich für Wilson die entscheidende Veranlassung, seine Dernckttlrrroll« aufzugeben und in den Krieg gegen Deutschland einzutreten.
Die unternommene Klärung muß durchgeführt werden, mag bas Ergebnis süß oder sauer ousjallen. Ärunpen unb Fehlgriffe ber damaligen deutschen Politik dürfen wir nicht vertuschen; aber wir rechnen zuversichtlich darauf, daß zugleich festgestellt wird, wie grundlos die Feinde uns Bosheit und Verbrechen ««geworfen haben.
In der gestrigen Verhandlung vor dem parieren t ot if (f; en Untersuchungsausschuß wurde die Befragung des Grafen Dernstorff fortge» M. Zunächst kamen dieDerfchwörungen und Sabotage-Akte zur Sprache, die während des Krieges in den Vereinigten Staaten von deutschen Agenten ungezettelt sein sollen. Ueber diese Beschuldigungen im Ausland viel veröffentlicht worden im Anschluß Prozesse, die deswegen geführt worden sind. In Eiffchland hat die Zensur während des Krieges Mit- letlungen darüber verhindert. Graf Bernstorfs gab °uf wiederholte Fragen die Versicherung, daß ihm Mat diese Beschuldigun^n befatuu feien, daß er aber swch heute nicht wisse, ob solche Sabotageakt« auf Ätsche Veranlassung wirklich stattgefunden Men. Er nahm diese Bekundung auf seinen 'Eid. SUs_ der Vernehmung geht hervor, daß die „23er- ichworungen" von der amerikanischen Preffe den milt- loschen Attaches, besonders dem Marineattache S?a» Wan Doy-Ed auf das Schulbkonto geschrieben wur- «n, unb baß sie bte Arbeit bes Botschafters erheblich °Nchwertcn. Bekanntlich mußte ber Marincattache ut Verlangen ber amerikanischen Regierung abbe« werben. Professor Schi'tcktng erinnert an ben 'm einer Botschaft Wils:fij>, ber von „verbreche- Ma)en Hanblungen Deutscher cuf amerikanischem So« % \ spucht- Graf Dernstorff erinnert sich dics-r 37?", ist aber ber Ueberzeugung, daß sie sich nur “I Handlungen in Amerika wohnender Deutscher be- ? 3«n hoben, also nicht auf zu dunklen Zwecken be- 3nb«s entfanbte Agenten.
5bcnn wurden die Zufammenhänge erörtert, bte •wJi dem brutschen Friedensangebot
^er Sriebenstunbgebung Wilsons kir n«>f UItb der Dolschaster Dias Bernstorfs über ^ussaffunaen vom Sinne ber Friedenskunbgebung fjx ,D?n der Ehrlicbkett ber Wilsonschen Frtedensab- . .. »frust. Nach Bernstorffs Ansicht hat bte öffent- -Meinung in Amerika ben Schritt Wilsons adso- bemschfreunblich angesehen. Er nahm bämals
' die beutsche Antwort sagen wollte, baß wir
Ausstände.
Im Berliner Metallarbeiterstreik haben bte Verhandlungen über die tariflidien Vereinbarungen für dir einzelnen ArbeitergMtpen begonnen, sie werden sich voraussichtlich noch eine Woche lang hinziehen, bis ein endgültiger Abschluß erreicht ist. BiS dahin müssen die Arbeiter sich mit ihrer kärglichen Streikunterstützung begnügen.
Di« Arbeiterschaft der Cisenbahnwerkstätten Schwe- tz I n g e n « legt« entgegen der Söelltingnahme ihres ArbeiterauSfchusieS die Arbeit nieder. Sie forderte Beschaffungszulagen.
Im Oberelfaß ist eine neue Streikbewegung im Tang«. Tic Aiweiter der Mülhausener Gaswerkes sind in den Ausstand getreten und vielfach haben sich Maurer unb Textilarbeiter ben Streikenden angesch'os. fcn. J-t verschiedenen oberelsäsier Ortschaften fanden Demonstrationen statt, gegen die daS französische Mili- tär einschrcitet.
In den Vereirrigten Staaten droht ein großer K o h I e n st r e i k, die Arbeiter verlangen den sechsstündigen Arbeitstag und die fünftägige Arbeitswoche, beju eine Lohnerhöhung von 60 Prozent. Ein Streik der Arbeiter in den Kohlenbergwerken würde nicht allein bedeuten, daß Europa keine Kohlen aus Amerika erhält, fond»rn würde auch eine Einschränkung der Koh. lenverbrauchs in Amerika selbst zur Folge haben. Der Metallarbeiterstreik bauert nun. schon vier Wochen, und die Arbeiter behaupten, daß die Zahl der Streikenden zuninrmt, während die Arbeitgeber sagen, daß nur zehn Prozent der Arbeiter im AuSstand sind. Der Streik der Dockarbeiter dauert ebmfallS noch an. Die Ausreise der Schiffe wird durch ihn verhindert.
Deutsche Nationalversammlung.
Sitzung vom 23. Oktober.
In der Fortsetzun i der Beratung des HauShalts^des deS ReickSf imtzministeriumS wurden noch vsrschreuene Fragen, die mit der Umstellung der Betrteve zusaminen- dän en' erörtert und die Derhaltmsie der Spandauer Werkstät en besprochen Abg. Jaud ^tr.ltratbafuc eir daß bei bet Umstellung auf den Mittelstand um da« kleine selbständige Gewerbe Rackgcht genommen werde. Weiter wurde noch die stärkere Heranziehung von Technikern unb Männern ber Praxis in bte Ber- waitung unb in die Parlamente besprochen. Minuter Tr Mepir aber erklärte, daß auch rn der Verwa hing die'höheren St-llen den Technikern durchaus offen stau- ben 9 Abg. Pick (Dem i be^prach bte ungeheure Notlage der Stabte im besetzten Gebiet.
Der Etat würbe ienehmi t und bte bereits mit te- fetlte Ausschuhentschltetzung, bie Protest gegen bte un- geheuten Stoffen bet Ententebesatzung erhebt gegen die Stimmen eines Teils der Unabhängigen angenommen.
Donnerstag: Auswärtiges Amt.
Preutzische Landesversammlung.
Sitzung vom 22. Oktober.
Die zweite Beratung be3 Haushalts wird bei de» 5arb mr«schattr-verio ltung fort gesetzt.
LandwirtschaftSmimstei- Braun: Viele ber vorgebrach- ten Wünsche gehöien zur Zustänblgkett des ^e^ches. Der Antrag Kanitz auf Äufhetugi bet Z schaff wirb bet bet überwieienben Mehrzagl be» Bockes keine Zitstimmung ftrtben. DaS seldstpsrivalflin ^vechf bet LanbwittichaffSkamm'tn will ich von den bestegen- ben Befchtän'unqen zu befreien suchen Ge -.enuber bent Liefe.tungSst retk muß ist die Warnung ergeben. Spielt nicht mit dem Feuer! Die Rechte^ be-ampff mich al« einen Minister seien bte Landwi-ts-tast, wm ich für bte Sanbarbeiter eingetreten bin. Damit Ihnen sich bte Herren auf den Standpunkt, daß bte X.anb- arbeitet nicht zur Landwirts chaft gehören (Unruh, rechts) Der Lanbarbeiterstrelk tn Pommern f>i lediglich durch den Widerstand der pommerschen etrbeitge. der, nicht wegen der Einführung ber Tattsveitra^ hervor etufen worden. Sie (nach retstS) fordecn mich auda*'B«Mrawut aller landwi.rtsch2 tli.tzcn Kreise zu erwerben. DaS ttt nut, menten Vornan >ern nicht fldun len. Da muß ich Mich schon damit abfindm, wenn ich Das Vertrauen von emi ien hundert ober fnuieno Grotzgrundoesitzet i nicht habe. Da« Ziel meiner Per- waitung mutz fen die Lchaffimt von Wtrtschaf ts- einbe'iten, die ben größtmonltchsten Ertragt geben. Not-vendlg ist bie Berbeffetung DeS lanDwirtichaftltchen UnfetrichfSwesenS. vor allem aber bte Enfpolitisierunz Der Lnnswirtschaft. Sie -müssen es sich ab ewo^nen, auS Ihrem landwirtichaftltchen Berufe einen .stecht», titel auf politische Vorherrschaft abzuleifen. (Großer Beifall bei den Toziaibemokrat-n.l
Abg. Keule» (Ztr.): Wstrte dte Landwirt,ch«st bester mit Tung-Mitteln versorgt, so konnte fe.Mj dem Boden mehr abringen. Dte hohen Preise etklaren sich aus der Erhöhung der BefrtebSkosten, aber auch aus der Gewinnsucht deS Zwischenhandels.
Abg Westermnnn (Dem.): Die Landwirtschaft versteht nicht die Zustände in Berlin, wo hunierttau- sende junger ßeute arbeitslos herumlungern Wir mus sen aber ein gutes Verhältnis zwischen Aroeitgebern und Arbeitern auf dem Lande haben und dazu brcudjen wir bie Tarifverträge. Dir lehnen daher ten Eintrag Kanitz ab. Tie Einführung deS AnbauzwangeS in ber Landwirtschaft ist unmöglich.. Wir haben auch von der äußersten Linken noch nie bie gorb rung des zwange? erheben hören, (eebr richtig.) Mit den Be. tricbSrä en in der Laiidwirischaft konnte ich mich nicht befreunben. (Beifall bei den Demokraten.)
Abg von der Osten (Deutichnat.): Ter besondere Grund für den Antrag Kanitz liegt in der ungeheuren politischen Gefahr Ostpreußens. Wenn die jetzige ge- hästige Agitation noch lange weitergeht, muß das Wirtschaftsleben deS Landes zum Stillstand kotmnen. Die Forderung des AnbauzwangeS ist verbrecheri,che Tor- heit Wir kämen damit zur wirtschaftlichen D-ktatur. Wehe der Regierung, die ben RechtSboden verlaßt.
Ein Vertreter bc» Eisendah nm,ntsteriums sucht die Einstellung deS SchnellzugSverkehrS nach dem Osten zu rechtfertigen
Der/ SfaatSkommiflar für b-S Ernahrungswefen führt aus: Die jetzia« Aufhebung der Zwangswirtschaft würbe ben Ausgleich von Angebot _unD Nachfrage un- möglich machen. Die Zwangswirtschaft wirb ja nicht in alle Ewigkeit forfbestehen. Auch Ostpreußen können wir keine Ausnahmestellung zubillkgen.
Donnerstag: LandwirfschaffShaushalt.
scheu Politik losgrlaffen. Eingenommen ist P e t er»- I V®?®’#“ tb«Sen.,
bürg noch nicht, allerdings ist die Armee Judemtschs eine$ !lu8ftanbcS der Landarbeiter m te-c
‘ ---------- — "" itÄienif^n Provinz Piarenza Urscht t»rt äuge«,
blicklich großer Elend. D'-H-rbstiaÄ ist unterblieben und bie Viehbestände sind wegen Mangas Mi
hi, benachbarten Provinzen verkauft toorten. ri» ber sind alle Einigungsversuche bei Negierung eryolg- 105 Jwli'/nsche Firmen versuchen augenblicklich, .um bie Vertretung deutscher HandelSinfereisen '"Sud t i r o I zu bewerben. Tie Südtiroler Firmen sind hoch entschloßen, die früheren direkten Hanbelsbeziebun- gen zu Deutschland ohne Italiens Vermittlung wieder aufzunehmen. _____________
Es erscheint nunmehr ausgeschloffen, daß sich der amerikanische Senat aus die Annahme von Aenderungen im Friedensvertrag festlegen werde. Der republikanische Führer Lodge erklärte, er werde sich mit einfachen Dorbehalten begnügen, wofür 54 Stirn- men zu haben seien. Alle Parteiführer sind nun für eine beschleunigte Erledigung des Der-
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