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Englands KrregSfrüchte.
e England spricht man sehr wenig von den Rie- die das Land in diesem Kriege errungen Sj die über alles weit hinaus gehen, was Groß- “ früher jemals einem siegreichen Kriege oer-
§s gab bisher eine britische Seeherrschaft, raus ist jetzt eine Weltherrschaft ge- England kann mehr als zufrieden mit seinen chaften fein, und darum spricht man in Lon- wenig daran. An der Themse war man im- tim genug, die Macht zu haben, nicht sie prah-
I »Das ist Sällenböck!" sagte Dabette mit einem gewissen Stolz und wies dorthin, wo das Meer in langen, weißen Strichen an den gelben Strand drängte. Rechts und links vom Fahrwege lagen abgcerntete Felder. Scho- ren von Vögeln suchten ihre Nachernte daraus, und drüben, wo wieder ein Buchenuxüdstreifen den Horizont nach rechts abschloß, hob sich das dunkle Turmgewölbe eines altersgrauen Lands-Gosses, aus herbstlichen Parkanlagen.
Die Schecken bekamen das übliche Heimweh und streb- I ten mit beflügelter Eile nach dem gastlichen Stalle. Da- bette wehrte ihnen jiidjt. Ihr beweglicher Sinn sehnte
* sich danach, die grüblerische Freundin abzulenken durch all das IMeressante und Neue, das sie ihr im väterlichen Schlöffe zeigen konnte.
Als der Wagen über den Rasenwall fuhr, an deffen Stelle einst eine klirrende Zugbrücke gewesen sein mochte, . erblitfte man im wölbigen Torweg eine Reitergestalt.
»Herr von Evens", flüsterte sie Inge zu. .Was der wohl hier will?"
Als dos Scheckengefährt den Torbogen durchfahren hatte, hielt quer zur Vorfahrt im Hofe der R-itersmann. Sein Stahlhelm schüttelte unruhig den bemähnten Kopf, daß die Schamnflocken flogen, und neben dem Pferde stand ein mächtiger Bernhardiner, aus braunen Augen erwartungsvoll auf seinen Herrn schauend.
Evens zog höflich den Jagdhut und neigte vch jm Sattel. Babette zwang die Pferde zum Stchen und bot dem Reiter die Hand.
„Ah, Herr von Evens! — Wie schön, daß Sie uns wieder einmal besuchen. Wie geht's daheim? Vst dir verehrte Frau Mama wieder ganz wohl?"
Evens trieb den tänzttnden Schimmel seitwärts an den Wagenschlag, ergriff die dargcbotene Hand und führte sie, ffch weit vorwendend, an die Lippen. Eine geschickte Augen- blicksbeweaung -r- denn sofort schnellte das unnchige Tier wieder zurück.
Babette lachte.
„Wir wollen erst unsere Pferde los sein," sagte sie, „dann werde ich mir erlauben. Sie meiner Freundin oor« »usrellen."
Damit lenkte sie den Wagen nach den langgestreckten Ställen des Hcses. Evens ritt nebenher, und der Bernhardiner folgte
Bedienstete stürzten herbei.
Aber Konrad von Evens war ralch aus dem Sattel. Einem der Stallleute gab er die Zügel des Schstsnule und öffnete selbst den Wagenschflog.
Nun standen sie zu dreien auf festem Boden, und I Babette übernahm in aller Form die Borstellung. Dann schritten, Evens, Inge unch Babette dem Schloßportal zu auf deffen Schwelle in behaglicher Fülle ein Herr von knapp dreißig Jahren erschien. Er kam näher.
Glühend winkte er mit der Hand. Noch »V et die Gruppe ganz erreicht hatte, sagte Babette:
„So, Inge, das ist mein lieber Bruder Roder'.ch- 1 Jochen, an dem ich selten ein Wohlgefallen habe"
Roderich-Jochen gab sich förmlich. Er ging auf Inge- borg zu, verneigte sich artig und versicherte, daß es ihm eine Auszeichnung sei, sie kennen zu lernen und daß er wünsche, es möge ihr im Men Süllenböck gefallen Dan» begrüßte er Evens.
„Na und Du, mein Junge, hast Du die Damen unterwegs getroffen und Dich angeschloffen? Das ’ft recht."
Ehe Evens antworten konnte, sagte Babette:
„Roderich-Jochen, wir haben Hunger."
Noch wurden Anweisungen für Inges Unterbringung gegeben, dann erst antwortete der Hausherr seiner Schwester:
„Ein dem Ereignis angemeffenes, festliches Frühstück mit allem, was dörfliche Küchenkunst bieten kann, stehl bereit. — Es reicht auch für Dich, Konrad —"
Der Bernhardiner ging stolz über die Schwelle.
„Ach, Triglaw, Dich habe ich noch gor nicht begrüßt," rief Babette und grub ihre Hand tief in dos volle,' braun und weiß gefleckte Fell des Hundes. Der nahm keine Notiz von ihr. Einen einzigen, flüchtigen Blick hatte er für sie, sonst nichts. —
„Weich' ein schönes Tier!" sagte Inge.
Evens antwortete.
„Ein Geschenk meiner Eltern. Sie haben ihn mir aus dem Hospiz St. Bernhard selbst mit gebrach:, als er sechs Wochen alt war."
„Ah! Und Triglaw heißt er?*
„Jo"
„Ein schöner Name, Triglaw —"
Da geschah etwas für Babette Unfaßbares. Als Ince zum zweiten Male den Namen Triglaw aussprach, wen- dete stch dos gewaltige Tier um, schritt aus sie zu ui:d schrn«g« den Kops an ihre Hand. Schwer und wucht'g wed-elre der Schweif dazu.--—
iLffstrrtketzur» folgt.);
|a?,'ekl'e^K»L-!Ltk,?.dru<' | Donnerstag 25. Sept 1919. |Äf.-'I 46- Mrg
Preußische Lande-versamrrrlrmg.
Sitzung vom 24. September.
Da? Haus setzte die Beratung de? Staatshaushaltsplanes fort. (Legen den Etat der Lotter ie-Verwal. tung ft-mmtcn die Unabhängigen, weil sie der Meinung sind, daß der Staat in der Bekämpiung bei Glücksspiels Voranzehen müsse, obwohl er ja die 50
aus Neugier eine freiwillig- Staffage für die Franzosen. Das hat sich geändert. Auf dem ganzen Wege des Marschalls dom Bahnhof zum Schloß wäre ohne die französische Absperrung kaum eine Aenderung des Etraßenbilds zu bemerken gewesen. In der absichtlichen Zurückhaltung der Bevölkerung kommen auch die Rückwirkung der politischen Vor- | gänge in Birkenfeld und die wachsende Erbitterung über die Nichtaurliefrrung der Kriegsgefangenen zum Ausdruck.
Französische Drohunzen.
Die »Freie Pfalz', dar Organ der Sonderbündler, meldet, die Entente beabsichtige, demnächst einen Teil des Ruhrgebiets zu besetzen, wenn Deutschland die von ihm im Friedensvertrag übernommenen Verpflichtungen nicht restlos erfülle. In diesem Falle sollen auch Frankfurt a. M. und Mannheim besetzt werden. Diese Maßnahmen würden auch dann zur Ausführung kommen, wenn im Laufe der kommenden Monate Unruhen entstehen sollten.
Auch wenn es uns nicht gelingt, die unerfüllbaren Forderungen zu erfüllen, liegt kein Grund für die Entente vor, die Besetzung weiter auszudehnen. Sie würde sich damit nur lelber schaden, ohne irgend einen Nutzen stiften zu können. Im übrigen sieht der Friedensvertrag im Falle der Nichterfüllung der Bedingungen nur eine verlängerte Besetzungsfrist für die bisher besetzten Gebiete vor.
Der Beamteneid im besetzten Gebiet.
Die Franzosen verbieten die Leistung des neuen Beamteneides. Der deutschen Regierung kam ein Befehh der französischen Kontrollstelle bei der deut- scheu Zivilbevölkerung im Bezirk Wiesbaden zur Kennt- nis, worin der RegierunaSpräsident in Wiesbaden er- .sucht wird, jede neue Eidesleistung der deutschen Beamten zu verbieten. Jeder Beamte, der einen solchen Eid leistet oder ihn seinen Untergebenen abnehmen sollte, mache sich, wie es in dem Befehl heißt, eines sehr schweren Vergehens schuldig. — Die deutsche Was. fenstillstandSkommission legte im Huf frag der deutschen Regierung gegen den französischen Befehl nachdrücklichste Verwahrung ein und sprach die Erwartung auS, daß die Alliierten bei der Prüfung der Angelegenheit sich von der Notwendigkeit der Beseitigung des Be- fehlS überzeugen werden.
Gegen dir französische» „Befreier" des Elsaß.
Auf dem in dieser Woche zu Ende gehenden französischen Sozialisten-Kongreß wurden durch den elsässischen Delegieeten Grumbach, wie der BaSler .Vorwärts' mitteilt, schwere Mißgriffe der französischenVerwaltung und auch noch viel bedenklichere lieber griffe der Militär - Behörden im Elsaß gerügte In der Verwaltung der Eisenbahnen, für dos Post- und Telegraphenwesen herrsche ein Durcheinander, wie man es sich schlimmer gar nicht vorstellen könne. Die Bewegung gegen die Einberufung der bereits im deutschen Heeresdienste ge- wesene» Heeres - Klaffen 98 und 99 nimmt einen immer größeren Umfang an.
Birkenfeld.
Tie im südlichen Rheinland gelegene oldenburgische Provinz Birkenfeld, die kürzlich von einigen Franzosen- freunden gegen den Willen der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung als Republik Birkenfeld erklärt wurde, ist jetzt von der Besatzungsbe- Hörde amtlich a n e r k a n n t worden. Eine Birkenfelder Abordnung hatte in Mainz mit General Mangin eine Unterredung, sie endete mit der Bestätigung der „Regierung" Zöller durch den General. Seitdem „regiert" nun Präsident Zöller mit ganz besonderem Eifer und unter regster und rücksichtslosester Unter- stützung der französischen Verwaltungsbehörde. Ts erfolgen neue Ausweisungen unbequemer Persönlichkeilen. Die Beamten, die ihre Tätigkeit eingestellt hatten, werden von derfranzösischenMilitärverwaltung aufgefordert, ihren Dienst wieder aufzunedmen, andernfalls sie vor ein Militärgericht gestellt würden. Das Birkenfelder Gymnasium und das Amtsgericht in Oberstein, haben wegen Beamtemnangels den Dienst noch nicht wieder aufnehmen können. Der ,N«he-Dote' in Oberstein wurde wegen eineS gegen dir Regierung Zöller gerichteten Ariikels verboten.
Der Abordnung, die dem General Mangin den Protest der bei weitem überwiegenden Mehrheit der Birkenfelder Bevölkerung gegen die neuen Zustande vortragen sollte, hotte die französische Verwaltung rasch eine zweite Kommiffion folgen lasse», an deren Spitze der Winkelkonsulent Balles stand. Zwischen beiden Abordnungen bestand allerdings der nicht ganz unwesentliche Unterschied, daß hinter der ersten, die von dem oldenburgischen Landtaqsabg. Dörr und dem bisherigen Präsidenlen der Provinz Hartong gesührt wurde, mindesten« 90 Prozent der Bevöl- kerung stehen, während die Kommiffion Baltes ein i verschwindendes Hciifflein von Charakterlosen hinter I sich hat. General Mangin erklärte der Abordnung Dörr, daß er die Trennung Birkenfelds von Olden- bürg als vollzogen erachte. Er werde keinen Schritt zurücktun und eine Wiedererichtung der früheren Zustände unter keinen Umständen gestatten. Diese Erklärung erfolgte in nicht immer ganz parlamen- wrischer Rede; u. a. gebrauchte der General den Mitgliedern der Abordnung gegenüber den Ausdruck: „Oldenburgische Briganten!"
In einer peinlichen Zwangslage befinden fich die Beamten des Landes. Die französische Behörde verlangt von ihnen die Anerkennung der „Regierung" Zoeller. Andererseits erwiderte die oldenburgische Regierung auf Anfrage der Beamten, irgendwelche Durchführungen von Verfügungen der „Regierung" I Zeller sei unter keinen Umständen zulässig, die Lage wird von den Beamten um so unangenehmer em- I pfunben, als bisher weder Oldenburg noch das Reich I bündige Zusagen über entsprechende Schadloshaltung I gemacht haben. Diese Zusagen sollten so rasch wie I möglich erfolgen; sie würde zweifellos bei weitem I rnehr bedeuten als fruchtlose Vorstellungen bei den I franzvs. Behörden und zwecklose papierene Proteste. I
Schmachvolle Fremdherrschaft.
3(u8 Mainz wird gemeldet: Nach einer amtlichen I Bekanntmachung des Oberbefehlshabers der 10. Armee haben auf der Straße Männer durch Hut- I abnehmen die Regimentsfahnen der alliierten I Armeen und die militärischen Leichenzüge zu grüßen. I Ferner haben die Männer während des Abspielens der Nationalhymne der Alliierten an öffentlichen I Orten ihre Kopfbedeckung abzunehmen.
Joffre in Mainz.
♦ Mainz, 23. Sept. Marschall Joffre hat die I französische Besatzung in Mainz besucht. Trotz großer I Reklame blieb di- Anteilnahme der Bevölkerung I an dem glänzenden Schauspiel auffallend schwach. Für die Mainzer Schaulust bedeuten solche Pomp- I haften Aufführungen eine große Versuchung und in I den ersten Monaten der Besetzung unterlagen genug j harmlose Gemüter solcher Versuchung und bildeten I
Streik und «efangenenheimkehr.
* Setli», 24. Sept. (Amtl.) Die Admiralität teilt mit: Der Seemann »streik in den Nordseehäfen zeitigt üble Folgen für den Abtransport unserer Gefangenen aus England. Pie Dampfer „Villa Roal" und „Melita" sollten gestern von Hamburg nach Bremerhaven auslaufen, um dort ihre Ausrüstung zu beende». Infolge de» Seemanns- streik« war es bis jetzt nicht möglich, die Dampfer in Fahrt zu setzen.
Die Reichszentralstelle für deutsche Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit, daß in den Durchgangs- lagern bi« einschließlich 23. September rund 67500 Heimkehrer eingetroffen sind.
Ter mißglückte Metallarbeiterstreik.
Der Berliner Metallarbeiterstreik scheint, ehe er zum Auibruch gekommen ist, wieder seinem Ende
„Das ift’s alles nicht", erklärte Inge ruhig, „aber ich habe kein Recht, zu fragen, und muß warten — —"
Dabette holte die Peitsche aus der Lasche und die Schecken waren ganz erstaunt, daß sie plötzlich laufen muhten — und so andauernd lange.
Ueber Me Ernte plauderte Dabette noch, über den Zirkus, der demnächst in die Stadt tarne, und daß sie beide bestimmt hin mußten. Sie schwärme für schöne und kluge Pferde. Freilich dann nähme man den Kutscher mit zur Rückfahrt um Mitternacht. Eigentlich sei er auch da überflüffig, beim die Schecken wüßten den Weg so gut wie er, aber Roderich-Jochen gebe es nicht anders zu, Inge werde ihn noch kennen lernen. Es fei Zeit, daß er heirate, denn ihr, der 10 Jahre jüngeren Schwester gehorche er nicht--ttfro.
Das war eine ganze Wette In schönem Redeflüsse gr- gangen, während die kleinen Pferde frffch ausgriffsn und der leichte Wagen auf und nieder sprang und schwebte. Als Dabette sich aber einmal zur Seite wendete, verstummte sie plötzlich. Inge saß da, stumm, versonnen. Weltweit weg mußten ihre Gedanken sein! Und wie sie dem Kaufherrn Ernst Adalbert Ruskin glich! Dasselbe strenge Gesicht, schön, aber wie von einem Soimcnschaiten verdüstert. Die Lippen fest aufeinander gepreßt, di: Lider geschlossen gegenwortsentrückt saß sie da.
Als Babette schwieg, wurde sie wach.
Sie schlug die Augen auf, die tiefen, blauen, und sah die Freundin an. Ein mattes Lächeln lief über ihr Gesicht.
„Du bist plötzlich still", sagte sie. „Du denkst wohl, ich habe geschlafen. Ach nein Betty, alles habe ich gehört, aber es war mir, als ob das Meer rauschte, jedes Wort eine Welle sei. Und jede Welle trug einen meiner Gedanken, bis er sich in Schaum und Lust verlor. Wie sonderbar. Ich hörte alles, verstand alles und hielt nichts est. Es ist auf einmal so vieles in mir aufgewacht an unbeachteten Kindeserinnerungen, die mich jetzt ansehen wie fremde, neugierige Gesichter, und ich möchte ihnen antworten können. Wie doch eine Gedanke viel neue in Fluß bringt! Dazu das Wiegen und Schwanken des Wagens, Dein helles Geplauder» das Rauschen im Walde!"
Die lustige Babette wurde fast kleinmütig. Sie ver- stand die so viel tiefer angelegte Freundin einfach nicht. So war's ihr wie eine Erlösung, daß sich setzt der hohe Buchenwald lichtere. Eine Dünenwelle klommen die Pferde, sich heftig ms Geschirr legend, empor, und bann tat fct em freier Ausblick «jf. J
tu zeigen.
Norden Rußlands hat England sich feftge« an der Ostsee sitzt es in Reval und hat damit schäft über dem finnischen Meerbusen. In 'en ist sein Einfluß sehr groß, in Christiania entscheidend. Antwerpen ist dem Namen nach ralsächiich englisch. Die französische See- Calais ist von britischen Truppen besetzt. Die [it Portugal ist eine englische Geschäftsfiliale, r, Malta, Cypern im Mtltelmeer sind eng- Sriechenland wird von London regiert. So ist ganz Europa von englischen Posten umgeben.
ich und Italien können sich nicht gegen Eng- entlehnen, selbst wenn sie es wollten. Sie wär« durch eine britische Blockade erwürgt.
«Asien gibt Großbritannien großmütig vorderste Gebiete frei. Aber was will das gegen den jdtn Machtzuwachs besagen, den John Bull Aegypten, Mesopotamien, Persien, Arabien er» 2c-' ganze reiche enorme Landgrb'et von Süd- i ist englisch. Vor kurzem erst prahlte England
!krischen Parlamentsredrn, daß es trotz feiner Opfer im Kriege auf keinen Ländergewinn machte, und dabei wußte doch selbst der politische Waisenknabe, daß es bereits feinen „inn in der Tasche hatte. Aegypten, es bis zum Beginn des Krieges widerrechtlich Hand gelegt hatte, wurde bereits vor Beendigung Krieges m aller Form ihm zuerkannt. Und' daß ße deutschen Kolonien jetzt kaltblütig einsteckt, gehört auch nicht zu einem Ländergewinn im eng« hm Sinne.
.Jürslidj aber hat England als Borland Indiens tz Persien in seine Tasche gesteckt. Nicht m völkerrechtswidrig geraubt 1 Um Himmels wll- j> so etwas nicht! So etwas tut England nie- ils. Aber um ein P r o t e k t o r a t handelt es sich. »Land im fernen Osten hat es nötig, unter eng» je Protektion zu stehen, damit es endlich Ruhe I wirtschaftlichen Segen kennen lernt. In dem tarnen wird Persien zwar Unabhängigkeit zugegen, ober was das bei England heißt, das weiß in in <nis der neueren Gsfihichte. Das Protektorat W darin, daß die persischen Finanzen und die per- k Amre unter englische Kontrolle kommen. Eng» I stellt die Instrukteure und liefert die modernen Kw. Kein Staat außer ihm darf noch Beamte s Persicn entsenden. Fest dasselbe Spiel wie mit Wfl. _ Wer rvil mich England daran hindern?
6 Frankreich, Großbritanniens Dafall, eine saure M dazu macht, ist doch dem abgebrühten John »ganz gleich. Jetzt ist endlich Englanos lange W« Traum erfüllt. Der Weg vom Kap über fL« bis nach Indien ist ganz frei, unb kMfi der sich bi« vor bem Kriege noch hartnäckig IWwn um bie persische Beute stritt, kann ihm imchtmehr gefährlich werden. Und auch Deuts ch- » nicht mehr, da« ihm so viel Afrika- uxb B «g- Ww gemacht hatte. Persien liegt wie eine btt» dar Indien gelagert, und da« bös-
M m v n Großbritanniens ist geschwundene «v ver Gedanke an Japan verursackt England, »vvrgen. Mögen sich in Ostasien die Japaner i freut a"et sl"'ten, England ist der Dritte, der
* Der Völkerbund. Jm Laufe de» kommenden Monat» wird in Brüffel eine Konferenz für Beratung über erwünschte Verbesserungen an den Völkerbund-Satzungen statlfinden, an der sich! die Völkerbund - Organisationen der alliierten und neutralen Länder beteiligen werden.
Die Bestchtigungsreisen im zerstörte» Gebiet. Arn Dienstag haben die Besichtigungsreisen der deutschen Sachverständigen für Wiederaufbau deS jciftorttn Gebiet» begonnen. >
* Die Feststellungen und Veruntreuungen von Heeresgnt haben, wie anS parlamentarischen Kreisen gemeldet wird, ergeben, daß seit November v. I. für mehr als 13 Milliarden Mark Heeresgnt verschwunden ist. Die meisten Veruntreuungen entfallen auf die-M anale. NobeMer. uzid Dezember vorigen Jahres. Für etwa 2 Milliarden Mart könnten veruntreute Güter bis August dieses Jahre» .zurückgewonnen werben.
* Ter „Polizei-Präsident" der Münchener Rate- Republik, Maier « Günt h er, der in bet vergangenen Woche mit mehreren Genoffen au» bet Festungshaft Eichstäbt entflohen war, würbe in München toieber festgenommen unb in ba» Polizei-Gefängnis eingeliefert.
Die zwischen Dänemark und Deutschland geführten Verhanblungen über den Ankauf eine» ?roßex Teile» der dänischen Kartoffelernte oben sich infolge de» Tiefstände» der deutschen Mark zerschlagen.
Der Schatten.
von Arthur Winckler-Tannenberg.
Nachdruck verboten, x^was ift’s mit Deinem Papa?" u wfragte schaute erstaunt empor.
7“ «einst Du bas?"
L" ffe fto mir's wieder auf. Er ist ein so starker, E' “OTber Mann, und wenn man ihn recht
Du heute —?"
k^twegen, so wie ich heute — bann ist er von bet Seele. Plötzlich aber hat man wieder I n ^1 weltscheu und des Lebens nieinals Mfc'rw l- "Ee Dich längst einmal fragen. Diel- °°fe, daß ich's tu — aber hier, fo ganz in 1 Seht mir das Herz über, ich muß —"
^7/Mngsvoll sah st« bie Freundin an.
fee ff den Kopf.
fcL .ttIe schwieg sie. Es war, als suche sie die z?--»er Entgegnung.
u?- m,t böse. Liebste?" g^lWtelte ben Kops.
Ektn Staffe'. bin nicht böse. Ich habe Dich üeb
eyennnis vor Dir. Dir mürbe ich alles, alles bist Antwo^/^ Dcih. Aber auf diese Frage weiß M'ch falsch?"
Du beobachtest gut. Während der R tagt ,e 'ch von Papa fort war, find auch meine M geworden. Was ich im steten Zusammcn» V vahr?ff nicht bemerkte, sah Ich jetzt." W ta^^chmul und gerade, wenn et mich an« imben, guten Augen, als schliche sich ein Denken, immer tiefer, immer schwerer. Ife ta Stunbe nichts darüber gesonnen. Dann tii, w bem Wähnen, ich hätte salsch gesehen.
°we reuevolle Beklemmung.
S. 5a rt' Snge — um Gottes willen, das wollte ■Hs i» - ■ "''ch sicher selbst geirrt. Es ist wohl lern — es braucht ja nichts Besonderes Mr ijtDes(häßlicher Aerger, vielleicht S3er« “U ' m reicher Mann, aber auch er grämt sich
’ zuzustreben. Bei einem überwiegenden Teile btt Arbeiterschaft ist, wie bie Abstimmungen, bie gestern in einigen Betrieben statlgefunden haben, beweisen, keine Neigung für den Streik Vorhanben. Man nimmt daher an, daß der Streik, soweit bisher von ihm die Rede ist, sich sehr bald totgelaufen haben wird. Zwar verharren noch einige Tausend Spezialarbeiter im Ausstand, aber die Arbeiter haben sich bereit erklärt, die Verhandlungen, die abgebrochen waren, fortzusetzen. Sie verlangen vor allen Dingen ■ eine Garantie dafür, daß bie jetzigen Löhne nicht abgebaut werben.
Die Wirkung von Streiks im AuSkande.
Außerorbentliches Bebauern erregen, wie aus Buenos Aires gemelbet wird, in maßgebenden deutschfreundlich gesinnten argentinischen Kreisen dauernd erlaufenden Meldungen übet Streik», über ben Rückgang der Kohlenförderung und die Arbeitsunlust in Deutschland. Die argentinischen Freunde Deutschlands wollen ihm durch Bereitstellung von Krediten zur Beschaffung von Lebensmitteln zu Hilfe kommen, und es dadurch bei seinem wirtschaftlichen Wiederaufbau unterstützen. Aber diese Bestrebungen werden durch das unverständliche Verhalten eines Teiles der deutschen Arbeiterschaft stark geschädigt. Man sagt sich drüben, daß es trotz allen Vertrauens in die deutsche Leistungsfähigkeit unnütz und vergeblich ist, den Deutschen zu helfen, wenn sie selbst die Hände in den Schoß legen und nicht sehen wollen, daß ihr Land durch Streiks und Ar- britsunwilligkeit völlig zugrunde gerichtet wird.
Ksmmnnistenvekhaftnngen.
In Dresden sind viele Kommunisten verhaftet worden, so auch der Parteisekretär für Ostsachsen, Bettmann und sein Gehilfe. Diese Maßnahme steht »weifellos im Zusammenhang mit kommunistischen Putschplänen.