Druck der Fsldarr Letieudruckerri tu
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Dennoch machen sich grade gegenwärtig eine Reihe geldgieriger und gewissenloser Agenten an die Auswanderungslustigen heran, sammeln sie in Auswanderer-Vereine und versprechen ihnen als» baldige Beförderung nach Urbersee. So hat jüngst ein gradezu gemeingefährlicher junger Mensch 21 bayerische Familien veranlaßt, all' ihren HauSrat zu verkaufen, ihre Wohn- und Arbeitsplätze zu kündigen, hat sie dann nach Hamburg geführt um dort zu erfahren, daß an eine Uederfahrt nach Argentinien (das war das Auswanderungs - Ziel) gar nicht zu denken sei. Natürlich verschwand der Kolonistensüh- ret, di« 24 Familien aber blieben hilflos sitzen.
In ähnlicher schwindelhafter Weise wird zurzeit eine sehr rührige Agitation für eine Auswanderung nach Japan betrieben. Deutschen Heeresange- börigen werden 30—60 Mark Tagesverdienst und 5000 Mark Handgeld angeboren, wenn sie sich für den japanischen Heeresdienst verpflichten. Bei einer Verpflichtung für länger al« 5 Jahre sogar ein Tagesverdienst von über 100 Mark. Möchten sich alle Auswanderungslustigen vor gewissenlosen AuS» brutern warnen lassen. Die ReichSregierung hat da« Reichswanderungsamt (Kitz Berlin) und daneben eine Reihe öffentlicher, gemeinnütziger
AuSkunftSstellen für Auswanderer geschaffen welche jederzeit schriftlich und mündlich in aH«iL Fragen der Auswanderung Aufschluß geben.
Das ist freilich nicht zu erreichen ohne Kampf. Da heißt cs peldknlurft ankämpfen gegen die mancherlei unseligen, im jetzigen Augenblick so" besonders verhängnisvollen Bestrebungen, die religiösen Lebens- kräfle und Lebensäußerungen zurückzudrängen, dir Religion aus der Volksschule auszuschalten, die Kinder aus den Armen Jesu zu reißen, einen neuen Kulturkampf gegen Christentum und Kirche zu eröffnen. Damit wäre das Schicksal unseres armen Vaterlandes besiegelt. Dann wäre nicht nur der Krieg, sondern auch der Friede endgültig verloren. Dann würde unserem Volk die Klage des Erlösers gelten: Wenn doch auch Du es erkannt hättest, was Dir zum Frieden dient; nun aber ist es vor Deinen Augen verborgen (Luk. 19, 42).
So weit soll es nicht kommen! So weit kommt es nicht, wenn alle gläubigen Christen ihre Pflicht tun. 3e mehr wir es bedauern, daß gerade jetzt, wo größte Einigung und Zusammenfassung aller Lebenskräfte geboten ist, die Trennung von Staat und Kirche durchgeführt werden soll, um so eifriger werden wir darauf bedacht sein und dazu mitwirken, daß der Religion und der Kirche ihr heiligender und heilsamer Einfluß auf das Familienleben und Volksleben, ganz besonders auch auf die Schule und die Jugenderziehung gewahrt bleibe. Von Euch, katholischen Eltern, und von Eurem einigen, feste:: Zusammenhalten wird es in den meisten Gemeinden abhöngen, ob Eure Kinder auch fernerhin eine katholische Schule und einen geordneten Religionsunterricht haben sollen. An uns ergeht der Ruf unseres Heilandes: Es ist der Wille Eures himmlischen Saters, daß keines von diesen Kleinen verloren gehe (Matth. 18, 14). Treten wir also mutig ein für die Erhaltung unserer katholischen Schulen und unseres katholischen Lehrerstandes!
Wir sind nicht Kinder der Verzagtheit zum Dev- derben, schreibt der Apostel, sondern Kinder des Glau- bensjur Rettung der Seele (Hebr. 10, 39), zur Rettung der Seele unseres Volkes, zur Rettung unseres teuren Vaterlandes. Dafür lasset uns arbeiten, beten, leiden und opfern nach dem Vorbllde des hl. Bonifatius, der fein Leben einsetzte und hingab, um dem Volk das Heil und die Segnungen Christi zu bringen. Er selbst aber, unser Herr Jesus Christus und Gott unser Vater, der uns geliebt und uns ewigen Trost und gute Hoffnung gegeben hat, ermuntere Eure Herzen und stärke sie zu jedem guten Werk und Wort (2. Thess. 2, 15 f.). Amen. , , *
Fulda, 22. August 1919.
Alix Kerüinal von Hartmann, Erzbischof von Köln, t Adolf, Fürstbischof von Breslau, f Michael Felix, Bischof von Trier, f Paul Wilhelm, Bischof von Rot- tenburg. zugleich Vertreter des Erzbischofs von Freiburg. f Joseph Damion, Bischof von Fulda, f Augustinus, Bischof von Ermland, zugleich Vertreter des I Bischofs von Kulm, f Karl Joseph, Bischof von Pa- I berborn. f Johannes, Bischof von Münster, f Augu- | ffinufl, Bischof von Limburg, zugleich Vertreter des I Bischofs von Mainz, f Wilhelm, Bischof von Osna- I brück, f Franziskus, Titularbischof und Apostolischer Vikar in Sachsen, f Joseph, Bischof von Hildesheim, t Heinrich, Feldpropst und Titularbischof von Cisamo I
M 22ü.
24. Septeneber 1919
Amtliche Anzeigen.
ceüeismikkelveaeljsng in ö. Lmdsmelniren d. Meises.
Auf der Grundlage der durch Verordnung vom 25. Mai 1917 eingesührten Lebensmittelkarten findet in den nächsten Tagen in den Landgemeinden und Guts- bezirken eine Verteilung von Lebensmitteln statt. ES kommen gegen Hingabe des Bezugsabschnittes 6 dex Lebensmittelkarte zur Verteilung:
125 Gramm Rudeln das Pfund zu 66 pfg.
300 Gramm Graupen das Pfund zu 44 pfg. ,
Bezugsberechtigt find nur die brotversorgungsberechtigten Einwohner der Landgemeinden.
Fulda, den 24. September 1919.
Der Laudrak. Frhr. v. Doeruberg.
Vernichtungssriede, ein Todes- und Grabesfriede zu werden drohe, auch dann wäre kein Grund zum Verzagen und Verzweifeln. , Denn ferne Macht der Welt kann uns hindern, aus ihm einen Auferstehungsfrieden, einen Frieden neuen Lebens zu machen, in der Kraft und in der Gnade dessen, der gesprochen hat und allein sprechen konnte: Ich bin die Auferstehung rnib das Leben; wer an mid) glaubt, wird leben, ob er gleich stirbt (Joh.
3n ihm kann und muß alles erneuert werden (Eph. 1, 10), auch dieser Friede. Durch Ibn allein kann er erlöst werden von dem Fluch, der ihm anhastet; durch Ihn allein kann sein Unheil zum Seaen seine Harte zum Verdienst, feine Trübsal zur Freude, kann er aus einem unvollkommenen Weltfrieden einen Gottesfrieden machen. Der Völkerfriede wird nicht besser, wenn die Völker nicht besser werden, und die Völker werden nicht besser, wenn die Menschen nicht besser werden, und die Menschen werden nicht besser, wenn sie nicht erneuert werden in Christus, wenn sie nicht wieder wahre und ganze Christen werden.
Geliebte Diözesanen! In dieser schweren Zeit sollen mir mit dem Psalmisten beten: O Gott, Du hast uns gezürnt und hast doch Dich wieder unser erbarmt; Du hast Dein Volk Hartes erfahren lassen und es getränkt mit dem Wein der Trübsal; doch denen, die Dich fürchten, hast Du ein Zeichen gegeben, damit gereSet werden die, welche Du liebst (Pf. 59, 3—6). Achten wir auf dieses Zeichen des Heils, das Gott der Herr selbst uns gibt. Legen wir unsere Friedenssorgen und Friedenskümmernisse in das heiligste Herz Jesu, und lassen wir das unsere Hauptsorge sein, daß in unsrem Leben, in unsren Familien, in unsrem Volk christlicher Glaube und christliche Sitte, Christi Geist und Christi Liebe wieder zur Herrschaft kommen.
xverhlrtttche Trostworte.
iotner Hirtenbrief der in Fulda versamweUen -dischöse und Bischöfe Deulschlauds.
geliebte Diözesanen!
wir uns in diesem Jahre des Bonifatiusjudi- Z, grabe unseres heiligen Apostels in Fulda Elften und mit feinem Segen an unsere Bera- \rinaen, schien uns nichts wichtiger und drina- X an unser katholisches Volk ein Wort der " und Ermunterung zu richten. Welche ©türm» non Mühsal und Trübsal sind in diesen schreck- Sriegsjahren über Euch, geliebte Diözesanen, Wochen. Und mit welch heldenmütiger Ge- Z« Ihr ausgeharrt bei so schweren Verlusten ^ichalsschlägen, in härtester Arbeit, im Hun-
Frieren, in Not und Mangel aller Art! rnü tiefster Rührung und Dankbarkeit können wir S* gedenken Eurer Hilfsbereitschaft, Freigebig- Lx Ooserwilligkeit in der Fürsorge für die Ge- Ef Die Verwundeten, dte Knegsnotleivenden besonders auch für die (Befangenen. Das bleibt fünfte Ruhmesblatt in der traurigen Geschichte ^Krieges.
Senn unter dem Hochdruck schwerster Heimsuchung M alle gleich bewährten, wenn manche — mehr jZ aus Elend als aus bösem Willen — den sitt- Halt verloren imb sogar am Glauben irre wur- _ Otr wollen den Stab nicht über sie brechen, gott bitten, daß er ihnen Zeit und Gnade i, um sich wieder zurecht zu finden und zurück- ttn auf den guten Weg.
yn ist ja endlich auf den Krieg der Friede gründ hat dem Blutvergießen Einhalt geboten. Dass Satt von Herzen gedankt. Aber das Wort je |at in unseren Zeiten seinen vollen Frohklang Mensgeholt eingebüßt. Der Friede von 1919 sich kaum als Freund und Wohltäter der Mensch- in das Buch der Geschichte eintragen; hat er doch I vielen Monaten noch nicht einmal unsere armen jenen aus ihren entsetzlichen Leiden erlösen und Heimat zurückführen können. Darum müsse» di einer Freudenbotschaft Euch das ernste Wort v. Die Nöte des Krieges find vorüber,
nun beginnen die Nöte des Friedens,
; worden uns auf lange Jahre hinein mit neuen i, Mühen und Trübsalen belasten. Aber wir n sofort hinzufügen: Gott fei Dank, wir sind I auf diesen Frieden allein angewiesen; wir haben bessern und können auch den schlechten Frieden I fern.
» erinnern Euch, geliebte Diözesanen, an die che Verheißung, die der göttliche Heiland vor I i Scheiden von dieser Erde gab: Frieden hinter- I ich Euch, meinen Frieden gebe ich Euch; nicht I iie Welt gibt, gebe ich ihn Euch; Euer Herz bange I imb zage nicht. (Joh. 14, 27.) Dieses Hei- roott ist uns Licht und Trost in unserer traurigen . Wir verstehen jetzt auch, warum er ausdrücklich I Ib nicht wie die Welt gibt, gebe ich ihn Euch, die Welt Frieden gibt, wie sie es meisterlich vor- I benen, welchen sie nicht wohl will, auch das köst- Eut des Friedens zu verkümmern, zu verderben I 7 verbittern, das haben mir nun zur Genüge I s. Darum schließen wir uns mit ganzer Seele I ^Heiland an, der aufs beste Frieden gibt und I ffen Frieden gibt: feinen Frieden, den Gottes- I • Durch diesen Gottesfrieden des Heilands I Dv soll der Weltfrieden verbessert und zum Gu- I Mvidet werden, für jeden von uns, für unser I Ö, für die Menschheit.
Mhat gesagt, und wohl mit Recht, der Friede | * für uns ein j
Uerarmungsfrisbc
j”' Das ist sehr bitter und sehr traurig; das I D Unglück ist cs nicht. Reich werden bedeutet I
i, einzelnen wie auch für ein Volk oft ein grö- I llWuck als arm werden. Wir waren ja reich I »n und rühmten uns unseres nationalen Wohl- /, “n!er^? hochentwickelten Industrie, unseres I wjnten Welthandels —, aber glücklich sind wir I ? "E geworden. Der Ueberfluß hat unser ■ uefiermut, der Reichtum es in Mammons- I Mcmgriockt. Die Kluft zwischen Reich und unheimlich vertieft. Der verfluchte nach Gold und Geld erstickte die Sorge für das ha?' t3?uri3e M einer bösen Krankheit und j n ^crb vieler anderer Krankheiten.
| armselige Friede soll für uns ein seliger Friede wer- ! den durch die Hilfe und Gnade dessen, der uns zuruft: , Selig Ihr Armen, denn Euer ist das Reich Gottes । (Luk. 6, 20).
Man nennt den Frieden von 1919 einen Schmachfrieden,
und er verdient wohl diesen Namen. Soweit diese Schmach uns mit Recht trifft, soll sie für uns ein mächtiger Ansporn fein, zu erkennen und zu bekennen, zu büßen und zu sühnen, was wir gefehlt heben, und so die innere Ehre und die Ehre vor Gott wieder her- zustellen. Diese ist wichtiger als die Ehre vor der Welt. Was der Well Schmach und Ehre wert ist, wie stark sie durchsetzt ist mit Lug und Trug, haben wir ja reichlich erfahren.
Setzen wir alles daran, daß wst die Ehre vor uns selbst und die Ehre vor Gott und damit den Frieden Christi wieder gewinnen. Dann gilt uns das Wort der Schrift: Fürchtet nicht die Schmähungen der Menschen, und um ihre üblen Nachreden kümmert Euch nicht (Is. 51, 7). Demütiget Euch vor dem Herrn, und er wird Euch erhöhen (Jak. 4, 10). Zum Heil und Segen, zu Ruhm und Ehre führt uns die Schmach dieses Friedens, wenn sie uns einen Feuereifer einflößt, aus dem Einzelleben, dem Familienleben und I Volksleben alles das auszuscheiden und ahszurotten, was schmählich ist in sich und selbst vor der Welt oer- I sichtlich macht, alles, was unchristlich ist, was nach Sodoma und Gomorrha riecht: schandbare Dergnü- I gungen, gemeine Theaterspiele und Kinovorstellungen, I niederträchtige Nachäffung und Einschleppung sitten- I loser Modetorheiten und frivoler Bilder und Bücher, I kurz, alle die Fäulnis, die unser Volksleben so ent- I setzlich verpestet und dem Zusammenbruch vorgearbeitet I hat. Nur durch Rückkehr zur Reinheit der christlichen I Sitte werden wir wieder zur Selbstachtung und zur I Ehre vor Gott gelangen, so daß wir die Schmach der I Welt verachten können.
Man hat von 'einem
Ohnmachlsfrieden
I geredet, und es ist wohl nicht daran zu zweifeln, daß er uns wirklich eine dauernde Entkräftung, Freiheits- bindung und Niederhaltung unserer Wellstellung bringen wird. Wir haben aufgehört, eine Großmacht zu sein, und müssen uns bescheiden, in die untergeordnete Weltbedeutung finden, die dieser Friede uns anweist
Atzch das kann uns zum Heile werden. Vielleicht haben wir bisher zu viel in der Welt und für die Welt | gelebt und zu wenig für uns, zu viel nach außen und zu wenig nach innen. Vielleicht haben viele über der Sorge um das Deutsche Reich die Sorge um das Reich Gottes ganz vergessen. Möchte doch jetzt für uns an» brechen eine Zeit ruhigen Innenlebens, bescheidener Heimarbeit zur Ausbildung und Veredelung unseres eigenen Wesens, entschlossener Inangriffnahme unserer wichtigsten zeitlichen und ewigen Aufgaben. Wie bald würden wir dann von innen heraus wieder gesunden und erstarren und uns eine bessere Zukunft verdienen! Wie würde auch an unserem Volke wahr werden das Wort des Herrn: Suchet zuerst das Reich Gottes und feine Gerechtigkeit, und alles andere wird Euch dazu gegeben werden (Matth. 6, 33)!
Unsere äußere Macht und Freiheit konnte mim schwachen und unterbinden; unsere innere Kraft und Freiheit kann niemand antaften, und keine Blockade kann uns abschließen von den heiligen Bergen, von denen jedem guten Wollen und frommen Beten und treuen Arbeiten unversirgliche Quellen ewiger und göttlicher Hilfskräfte zuströmen. Halten wir diese Rinnsale offen. Hüten wir uns vor Mißbrauch der Volkskrast zum Zerstören anstatt zum Aufbauen, zum Lrbeitsstreik anstatt zum Arbeitswettstreit. Hüten wir uns vor Mißbrauch der Freiheit zu wilden Parteikämpfen und wahnsinniger Selbstzerfleischung, zur Entfesselung aller bösen Triebe und zur Knebelung der Religion und Kirche. Suchen wir zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit. Bleiben wir Herz an ^erz verbunden mit unserem Herrn und Heiland Jelus Christus durch lebendigen Glauben, durch tägliches Gebet, durch das heilige Opfer und oftmalige heilige Kommunion. Sprechen wir mit dem Apostel: Gerne wollen wir uns rühmen unserer Schwachheit, damit die Kraft Christi über uns komme (2. Kor. 12,9). Dann werden wir auch mit ihm sprechen können: Wenn wir schwach sind, bann sind wir stark (12, 10): wir vermögen alles in dem, der uns stärkt (Phil. 4, 13).
Auch wenn das Schlimmste wahr märe, was man diesem Frieden nachsagt, daß er nämlich für uns em
Kommanditgesellschaft Berlin Q, 17 r
ZekWlMW Ver AuMuug öer MlrrrMk m 28. AuM 1919.
Auf Grund des § 3 der Bekanntmachung des Bundesrats über die Errichtung einer Reichsstelle für Schuh-! Versorgung vom 28. Februar 1918 — Reichsaesegbl, Seite 100 — wird angeordnet:
§ 1. Es treten folgende Bekanntmachungen der Reichsstelle für Cchuhversorgung außer Kraft:
Die Bekanntmachung der Reichsstelle für Schuh- cec’orgung über Echuhbedarisscheine vom 27, März 1918 — Reichsauzeiger Nr. 74. —
Die Bekanntmachung über Vordrucke für Schuhbe- I darssscheine und Abgabebescheinigungen vom 15. April 1918 — Reichsanzeiger Nr. 92. —
Die Bekanntmachung über Sonderschuhbedarfsscheine vom 8. Juni 1918 — Reichsanzeiger Nr. 134. —
Die Bekanntmachung über die Regelung des Verkaufs von Schuhwerk im Kleinhandel vom 8. Juni 1918 — Reichsanzeiger Nr. 134. —
Die Bekanntmachung über die Versorgung der Heeres- und Marineangehörigen, sowie der Kriegs- und Zivilgefangerien mit Schuhwaren vom 20. Juni 1918 — Reichsanzeiger Nr. 147. —
Die Bekanntmachung über die Versorgung von Kindern mit bedarfsscheinpflichtigem Schuhwerk vom 1. Oktober 1918 — Reichsanzeiger Nr. 240. —
Die Bekanntmachung über die Vordrucke für Schuh- t bedorssscheine vom 9. Dezember 1918 — Reichsanzei-' ger Nr. 298. — ’
Die Schutzbündler sollen die in die Kundenliste eingetragenen Personen vor den nicht eingetragenen beliefern. i
§ 2. Die Bekanntmachung über die Berechtigung zum Verkauf von Schuhwaren vom 19. August 1918 — Reichsanzeiger Nr. 199 — wird dahin abgeändert:?
In § 1, Absatz 1 fallt das Wort „dedarfsschein-- pflichtiges" fort.
§ 3. Diese Bekanntmachung tritt am 1. September in Kraft.
Berlin, den 28. August 1919.
Reichsskelle für Schuhversorgung.
Der Vorstand.
Thurmann. Strohm.
Wird veröffentlicht.
In Zukunft sind also Schuhbedarfsscheine für den! Ankauf von Schuhen nicht mehr erforderlich.
Die Ortsbehörden ersuche ich, dies ortsüblich bc- kannt zu machen.
Fulda, den 18. September 1919.
Der CanbraL Frhr. v. Doernberg.
vermischte;.
* Zwei Millionen Zigarren und Zigaretten beschlagnahmt. In 96 großen Kisten lief auf dem; Lehrter Güterbahnhof in Berlin verdächtiges Ilm-" zug-gut ein. ES wurde festgestellt, daß die Kisten nicht wie angegeben war, NmzugSgut, sondern nn» Zigarren und Zigaretten enthielten, die au5 Heeres- beständen herrühren. ES sind Fabrikate auS dem Anfang des Jahres 1918, die von der Zigarren- verteilungszentrale in Minden dem Proviantamt » Osnabrück überwiesen worden waren. Die beiden Waggons, in denen die Sendung in Berlin einliess und die zwei Millionen Zigarren und Zigaretten umfaßte, sind ohne Zweifel dem Proviantamt vor geraumer Zeit gestohlen und auf dem Wege zur Division „abgebängt* worden.
* Eine kommunistische Explosion. In der Nacht zum 12. d. Mts. zerstörte ein Brand auf dem Gelände des Hauptgasschutzlagers Adlershof bei Berlin dis Werkstätten des chemischen Laboratoriums, die Badeanstatt und die Wäscherei und richtete einen Millionenschaden an. Bei der Nachforschung über die Entstehung des Brandes wurde Brandstiftung festgestellt. Das- Werk beschäftigte bis vor kurzem 2200 Personen mit der Herstellung von Gasschutzmasken für Bergwerke. Dann wurden 1700 entlassen und es blieben nur 500. Die rein militärische Anstatt wurde nicht von Militär bewacht, sondern von dem Rest der Arbeiterschaft, der auch die Sicherstellung der wertvollen Maschinen, Werkzeuge usw. oblag. Merkwürdig ist, daß unter den Leuten, Männer und Frauen, die noch beschäftigt! waren, am Tage vor dem Brande herumgesprochen wurde, daß bis zum 15. September alles zu Ende sein werde. Es ist nun bekannt geworden, daß zwei Tags vorher in Berlin zwei kommunistische geschlossene Versammlungen sich mtt dem Werk beschäftigt haben. Hier soll man zu dem Beschluß gekommen sein, daß, wenn nicht das ganze Personal, so auch dep Rest von 500 Mann nicht mehr arbeiten sollen. Zur Aufklärung der gangen Vorgänge finden täglich Vernehmungen statt.
* Gesunkener amerikanischer Dampfer. Der amerikanische Dampfer „West Arvada" ist auf der Fahrt von Galveston nach Bremen, mit 20000 Ballen Seide, in der Nacht zum Donnerstag bei der holländischen Insel Terschelling auf eine Mine gestoßen und gesunken. Die Besatzung wurde gerettet
Neue Goldfelder in Australien. Die Entdeckung großer Goldlager in Westaustralien wird von den britischen Behörden amtlich bekannt gegeben.
Können wir aulwandern?
Von der öffentlichen Auskunftsstelle de? Bayer. CaritaSverbandes in München, Türkenstraße 98, wird geschrieben:
In die Millionen geht die Zahl der Deutschen, welche jeden Tag bereit sind, „das sinkende Schiff- der Heimat zu verlassen und auszuwandern. Die größte wirtschaftliche Notlage, in die der rücksichtslose Wirtschaftskrieg unserer Feinde und unsere eigene Schwache uni gebracht hat, wird auch weiß Gott wie viele zur Auswanderung zwingen. Tai Reichrwanderungsamt berechnet die Zahl der zur Auswanderung gezwungenen auf mindestens 5—6 Millionen. Andere rede» gar von 10—20 Millionen.
Ist nun zurzeit eine Auswanderung möglich? Nein! Wenigstens keine Auswanderung nach lieberfee, und zwar aus verschiedenen Gründen:
Eine ganze Reihe überseeischer Länder, so Eng- land, Nordamerika und Brasilien, haben sich gegen die deutsche Einwanderung durch Gesetz „geschützt". Andere Länder wie Argentinien und Chile haben strenge Einwanderungsbestimmungen erlassen. War aber zurzeit das größte Hindernis bildet: infolge der augenblicklichen und voraussichtlich noch lange währenden Schiffsraum not lehnen die englischen italienischen und holländischen Schiffahrtsgesellschaf. len die Beförderung einer größeren Anzahl deutscher Auswanderer glattweg ab, während die deutschen Schiffahrtsgesellschaften ihre ganze Tonnage an die Engländer verloren haben. Auch für Einzespassa- fitere lind die Schiffsplätze bei allen Schiffahrt;- ! gesellschaften auf Monate hinaus vergeben. Zudem sind die jetzt geforderten Ueberfahrtspreise schier unerschwinglich; eine Fahrt z. B. von Amster- dam nach Südamerika kostet zwischen 2000 bis 6000 Mark.
nun andere den Fluch des Mammons L uns verweist ein herbes Geschick auf die der Armut. Beschreiten wir sie mit ent- v -'M und mit großem Gottoertrauen;
wtarke der Armen, heißt cs beim Propyc- Schutz des Dürftigen in feiner Not (If. uns der Not eine Tugend, aus bleibenden Gewinn. Arm geworden an imxern'. sollen wir uns umsomehr auf die Li Ewigen Werte besinnen und verlegen, nehmen kann. Wir wollen uns auch Wuwst pchern den Segen der Sparsamkeit, lc'h^ei@^aniteit. uud Mäßigkeit, die wir in k ,ES Steges wieder gelernt haben.
fo M Geiste Jesu Christi und mit de- ben<nAn$ m ®°ttes heiligen Willen der schwe- entgegengehen, wird sie uns das Ge- j tot rr,;rs I1 noch verhärten. Aus der gemein- i ■, ein tDte me^r' ein herzliches Gcmeingefichl ' ®fer Erbarmen mit unferm Volk, ein Ms s.n ~n 3U helfen, die noch ärmer sind als i ® Suhmn ®en $es Almosenr-ebens wollen wir ■ErL" Ulcht verzichten. Können wir nicht Meine unserem Mangel, gleich der Witwe,
12 ^er9?be der Heiland besonders belobt fcnen h,' fj;)> gleich den mazedonischen Chri- I
Vaulus bezeugte, daß in vieler W» sLl9, uus ihrer tiefsten Armut ein über- Mor. ^um herzlicher Freigebigkeit erflossen L^ichtu^'Ee Volk wohnt nicht da, wo der ■ Uns »'r. Indern da, wo die größte Liebe E feien e hus Wort des frommen To- Ö» arr-r« o^: Fürchte Dich nicht, wir werden EMen e°en führen, aber wir werden viele ^ML^enn wir Gott fürchten, von aller Schuld I hZz01 und Gutes tun (Tod. 4, 23). Der |
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