| Dienstag 23. September 1919. | ^ÄSÄ’tiÄI 46. Zahrg
der Waffenfabrik Mauser in
ihren Arbeitern für die Zeit der
einer Million Mark in Aussicht
gestellt.
heute in
Kurland
der Religionsunterricht als obligatv
Da erklang Sah.
es
ei«
aus
der dunklen Ecke, in der das Sofa stand. Die Mädchen
Willen unterstützt, Sie sagten, es ffl
Die Leitung Oberndorf hat
Ruckweise wars hervorgezögert worden, ruckweise hatte der Handelsherr empfangen — jeder Satz eine Marter. Er sprang auf und unterbrach den Sprecher:
„Ich weih, ich weih. Das Die damals für — —
allein?" dunklen Winkel, stützend, erschien
wandten die Köpfe und Inge sagte: „Mein Gott, Papa, Du warst nicht Da hob und schob es sich aus dem und mit einem Stocke stapfend und sich der Alte im Lichtkreise des Fensters.
ein paar Minuten warten, ehe ich Sie vorlieh. Ich bin selbst erschrocken: Fast 40 000 Mark! — 40 000 Mark!"
Da endlich unterbrach Sahmann die Pause:
„In zwanzig Jahren, Herr Ruskin."
„In zwanzig Jahren", wiederholte der Handelsherr.
„Gewiß! — O, die furchtbare Zeit vor zwanzig Jahren!"
Der Kmnmerzug im Gesicht vertieft« sich zusehends. Der starke Mann warf sich in einen Stuhl in der Fensternische
und stützte den Kopf in beide Hände, manns Wimmern:
„Sie haben mich stets aus freiem Sie wollten nie etwas wieder haben.
Ihr Wunsch, mir zu danken. So bin ich gekommen, so habe ich genommen."
beladen."
Der Handelsherr wandte sich an die Blonde: „Run, Inge, Du selbst sagst gar nichts?" Jngeborg lächelte.
„Papa, kann ich denn? Redet nicht Babett' wie
Wasserfall, der alles mitreiht--“
In diesem Augenblick tönte ein verlegenes Hüsteln
uns getan, wollte ich Ihnen danken — und ich Habs gedankt — aber endlich — —"
Er kam nicht zu Ende.
Flüchtiger Schritt näherte sich der Tür. Cs klopfte und noch während Ruskin „Herein" rief, standen zwei junge Mädchen auf der Schwelle.
Die Blonde, eine bildschöne, stattlich« Gestalt, die Hal- tung voll Straft, dos Gesicht voll ernsten Liebreizes, blieb an der Türe stehen. Die Braune, Kleinere aber fegte wie ein Wirbelwind herein und rief:
„So, Herr Ruskin, da bin ich und raube Ihnen mit n»inem Scheckengespann Inge auf drei Wochen — oder können es fünf sein, oder zehn —?"
R>'»k n» Gesicht lacht» in H:ll'.,^cit.
Die Jngeborg, die Blonde, da vor ihm stand, ein Vild nordischer Frauenschönheit und Reinheit, und wie die immer fröhliche Freundin ihn anstrahlte, in Glück und Lebenslust! Da mußte ja das Herz warm und das Auge heiter werden.
„Fräulein von Süllenböck —"
„Bitte sehr, Babette —"
„Also: Fräulein Babette, warum nicht gleich für Immer?"
munisten Graf und Dränte, welche nach Halle mit dem Auftrag gesandt waren, den früheren Kommumsten- führer und jetzigen Polizeispitzel Hartung durch Meuchelmord zu beseitigen.
werden. Im übrigen Böhmen ist zwar vom 7. bis 14. Lebensjahr der Besuch des Reliaionsunterrichtes ebenfalls gesetzlich vorgeschrirben, jedoch die Möglichkeit einer Befreiung von der Teilnahme zugelassen. Der Grund für diese erfreuliche Abkehr vom" kulturkämpferischen Geist in Schulsachen liegt zweifellos in dem erwachten .Wider st and derKatkoliken, der feinen Ausdruck auch u. a. in einer Beschwerde der Katholiken Mähren-, Schlesiens und der Slowakei beim Präsidenten Masaryk fand. Allmählich gewinnt auch bei den katholischen Tschechen wieder die Einsicht die Oberhand, daß man mit den katholischen Deutschen in Böhmen doch hohe kulturelle Güter zu verteidigen habe, so daß dieser Tage der Prager ,Cech' an die tschechischen Organisationen die Mahnung richtet, sie möchten jetzt nach Abschluß der Friedenskonferenz die Beziehungen zu den deutschen katholischen Vereinen wieder anknüpfen. Dadurch könne dem Frieden unter den Nationen vorgearbeitet werden.
Die Bergleute in Lothringen beschlossen, heute in den Streik zu treten.
Wegen Mangelt an Aufträgen hat die Fabrik Kronprinz in OyligS (Rheinprovinz), eine der größten der Klein-Eisen-Jndustrie, die meisten Arbeiter entlassen müssen.
Kommt jetzt der Ruin, dann ist alles dahin und dann retten >»■•* " '-organisationen und kein
Kommunti uS mehr; banx bliebe nur noch die Sozialisierung •». .nkerotts.
schon Baronesse von Süllenböck kennen gelernt? Sonst gestatten Sie —"
Und sie machte eine verstellende Geste.
Salzmann stieß den Stock fest auf, um sich Halt zu geben, und machte bann eine tiefe Verbeugung. Als er sich wieder ausrichtete, mußte er vor Anstrengungen husten.
Babette hatte graziös den Kops geneigt. Dabei zuckte es ihm um die Mundwinkel. Welch ein drolliger Ruß- knacker! dachte sie. Aber ganz dem guten Ton entsprechend, log sie freundlich:
„War mir ein großes Vergnügen!"
Dann nahm sie gleich wieder ihre Unterhandlung auf.
„Aber nun, verehrter Herr Ruskin, kommen wir nicht von der Hauptsache ab. Sie verschmähen zwar für sich die ländlichen Reize, Buchenwald und Meer von Süllenböck, aber Sie gestatten es meiner lieben Inge, sie zu genießen. Es handelt sich nur noch um die Dauer der Ferien —"
„Das heißt eben, wie lange ich sie entbehre —"
„Das ist schließlich ja das Los der Herren Väter. Gewöhnen Sie sich sachte daran —"
Sie sagte es mit aller Liebenswürdigkeit in Ton und Miene. Ruskin schüttelte den Kopf.
„Wißen Sie, Fräulein Babette, daß Sie bestrickend herzlich und grausam zugleich zu sein verstehen?"
Sie strahlt« ihn wieder mit frohesten Augen an:
»Herr Ruskin, mir traue ich jede Schandtat zu.' Aber, noch einmal: Zur Hauptsache! — Wie lange?"
„No, sagen wir drei Tage."
„Gestatten Sie, daß ich mich setze! — Unter drei Wochen beginnt die Auktion überhaupt nicht, und wenn bann keine erheblichen Uebergebote ftattfinben, wird sie als ruchtlos abgebrochen. Wir bulben keine Schleuberpreise."
„Donnerwetter! — Da kann ich mich ja um allen Kredit bringen!“
„Können Sie auch. Also erste Taxe vier Wochen. Wer bietet mehr —?" ।
Ruskin sprach zu Inge:
„Möchtest Du solange fort, mich solange allem lassen, Inge?"
llFortieb»i>s folfit).
„Nehme ich sie auch und mit Wonne. Wir hoben so schrecklich viel Platz in dem altersgrauen Kasten an der Düne, einen ganzen Schloßflügel kann sie bekommen —"
„Und ich? Was wird mit mir?"
„3a so! — Ich denk' mir immer, Ihre gräßlichen, großen Bücher, wie hier eins liegt, sind Ihnen die eigentliche Familie. Wenn Roderich-Jachen Sie mal aufforderte, nach Süllenböck zu kommen, zur Jagd, zu einem patriotischen Fest oder einem Familiensimpel mit Tee und Spielchen, Sie kamen nie. Di« da, die alten Scharteken hatten heiligere Rechte. Mit Mühe und Not eiste ich meine Inge mal los — ins Theater ober zu einem Konzert, wenn ich hier war." .
„Ja, ja, ich bin wohl ein rechter Tyrann, was? Gönne dem armen Kinbe nichts vom Leben, weil ich selbst beinahe ein Sonderling bin. Fräulein Babett' Sie sind —“
„Ein naseweises, vorlautes Ding, sagen Sie s nur, Herr Ruskin. Aber dann geben Sie Inge den längstmög- lichen Urlaub. Kleider für einige Wochen habe ich ihr einpatten helfen, und wenn's nicht reicht, schicke ich die Schecken nach mehr. Frau Kretschmar wird sie schon
Hat dem Uardargeviet.
p. Hünfeld. Die Zugverbindungen auf der Strecke, Hünfeld -Wenig en tast» Mansbach erfahren im Winter - Fahrplan, der am 5. Okiober in Kraft tritt, keine nennenswerte Veränderung. Di« bither gefahrenen Züge ab Hünfeld 3,57 Uhr, 9 Uhr W. vorm., 2/54 Udr und 6,30 Uhr nachm. Verkehren unverändert weiter. TieZüge ab Wenigentaft-Mansbach fahren 5,37 (bisher 5,23) Uhr früh, 12,10 Uhr W. und 4.27 Uhr nawmiitaas.
)( Magdlos. In der am Sonntag vom kathol. Arbeiterverein einberufenen Versammlung konnte Herr Kaplan Trageser eine stattliche Zahl Män-
Jn Christiania ist der Buchdrnckerstreik auS«ebrochen, an dem bisher 6000 Angestellte beteiligt sind. Die sozialdemokratischen Blätter sind von dem Streik nicht betroffen.
Einschränkungen beS Personenverkehr«.
Entgegen den Darstellungen, die kürzlich über eine allmähliche Besserung der Betriebslage auf der Eisenbahn v rbreiiet wurden, hört man jetzt, daß die Kohlennot dar. Reichswirtschaftsministerium zu dem Beschluß veranlaßt hat, auf weitere wesentliche Einschränkungen de« Personenverkehrs hinzuwirken. In Oberschlesien wird für einige Zeit di« nahezu völlige Einstellung des Personenverkehrs als notwendig angesehen. Man hofft dadurch nicht nur mehr Eisenbahndienstkohlen für den Güterzugverkehr verfügbar zu machen, sondern anch durch Entlastung der Strecken, Bahnhöfe und Werkstätten sowie durch Beförderung von Güterzügen einen günstigen Einfluß auf den Abtransport der Kohle zu erreichen.
Münchener Umskurzplane.
Die Spartakisten entfalten eine lebhafte Wühlarbeit In Bayern. Flugblätter sind massenhaft beschlagnahmt worden. Eine Bestätigung der Münchener Umsturz pläne bringt der „Bayerische Kurier" auf Gmnd genauer Kenntnis einer entscheidenden Sitzung des Ak- tionsausschusses der Unabhängigen am 10. September. Dort äußerte sich der Vorsitzende Schelle über die Lage zu Anfang September. In den kritischen Tagen sei ein Vorstandsmitglied der Kommunisten an ihn herangetreten, um zu hören, wie sich die Unabhängigen zu einem sofortigen Umsturz stellen, für den alle Dor- kehrungen bis ins kleinste getroffen seien. — Das Münchener Spartakistenblatt „Der Kampf" ist wegen eines Hetzarttkels über die Urteilsvollstreckung an den Geiselmördern auf drei Tage verboten worden. In Halle verhaftete die Polizei die Münchener Kom-
schwarz-weiß-roter Fahnen beim Marsche durch ihr» Garnffon utro. zu verbieten.
** Der Gothaer Religionserlatz, der Erlaß des jüdischen Kultusministers von Gotha Jacobi, der das Schulgebiet und religiöse Schulfeiern, auch Hausaufgaben in der Religion verbietet, hat in der Bevölkerung große Aufregung hervorgerufen. Mehr als 50 Schulvorstände erhoben Einspruch bei der Landesregierung, auch die Geistlichkeit und die Lehrerschaft traten ihnen entgegen. Neuerdings hat ein Ausschuß von Eltern sich an die Reichsregierung mit der Bitte um Schutz ihrer Kinder gegen die erwähnten Maßnahmen gewandt und gefordert, daß die Glaubens- und Gewissensfreiheit geschützt werde, indem sie sich auf die entsprechenden Paragraphen der Reichsverfassung berufen. Sie bitten, die Landesregierung zum Gehorsam gegen, dis Reichsverfassung zu nötigen und sie zur Zurücknahme der Verfügung zu veranlassen.. Jacobi wurde nach Berlin berufen, um sich wegen dieses Erlasses zu verantworten. Der Eotbaer Bauernbund fordert in einem Aufrufe zum S ch u l st r e i k auf und droht die Steuerzahlung an die unabhängige Regierung zu verweigern.
*Die Wahlniederlage der Unabhängigen in Braunschweig. An den beiden letzten Sonntagen haben im Freistaat Braunschweig die Kommunalwahlen statt- gefunden. Hatte schon der Teil der Wahlen, der am 14. September vor sich gintr, einen erheblichen Ruck nach rechts gezeigt, so hat der Vollzug des Restes der Wahlen am letzten Sonntag diese Tatsache kräftig bestätigt. Wie schon telegraphisch berichtet wurde, erlitten die Unabhängigen eine schwere Niederlage. Itt Stadt und Land Braunschweig sind die von den bürgerlichen Parteien aufgestellten bisherigen Bürgermeister und mit wenigen Ausnahmen alle bürgerlichen Kandidaten für die Stellen der besoldeten und unbesoldeten Magistratsmitglieder gewählt worden. In der Stadt Braunschweig beziffert sich der Stimmenverlust für die Unabhängigen geaenüber der Nationalwahl auf annähernd 11000 Stimmen und für die Mehrheitssozialisten auf ebenfalls annähernd 1100lX Stimmen.
„Der Salzmann ist's, Fräulein Inge, sonst niemand —" Wie er baftanb, der gespenstische, alte Mann! Don dem fast blanken Schädel sträubten sich die paar weißen Haare, hundertfaches Gefältel lief durch bas fahlgelbe Seicht. Der gekniffene Mund war nie formhäßlicher, als wenn er lächelte und die braunen Augen spähten aus ent- zündeten Lidern scheu in bi« Welt.
„Guten Morgen, Herr Salzmann," sagt« Jngeborg unbefangen. „Sie stören natürlich nicht. Haben Sie
Ausstände und Stillegungen.
Die Lage in derBerlinerMetallindustrie ist im wesentlichen unverändert. Bis jetzt sind Zeil« streikt bet etwa 14 Firmen zu verzeichnen. Uetzerall sind kleine Gruppen von Arbeitern herauSgezogen worden, um so den ganzen Betrieb der Fabriken lahmzulegen.
Die schlimmste Not.
. grieg ist zu Ende und der Friedeusvertrag -icknet, aber die Not hat ihr Ende noch nicht und die Gefahr, die ,'m' Jahre lang über Ätschen Volke geschwebt hat, sst noch längst ^toirben schweren Entschluß zur Unterzeichnung j^edensoertrages fanden, lebte in verhältnismäßig wenigen von uns das Bewußtsein der Schwere der 'menen Verpflichtungen und der Größe der die nach diesem verlorenen Krieg dem deut-
Volke zu lösen obsiegen. Die Erkenntnis, daß M'erzeichnung des Friedensoertrages für uns
' st», Gebot fei, wenn wir am Leben bleiben krängte alle Einzelheiten der düster htrauf- en Zukunst zurück und wir unterzeichneten. Dache zu Woche mehr beginnen wir jetzt zu oer- tgie hart u nd schwer der teuer erkauft: für uns ist. Die Knappheit an Lebensmitteln WMoffen ist fast unverändert geblieben, die für die notwendigsten Bedarfsartikel sind eher o die Höhr gegangen und wenn mir alles in ttttn cr, müssen wir gestehen, daß wir erst noch st schiimmstcn Wochen und Monaten stehen, die . Volkswirtschaft je hat durchmachen müssen, stehen vor einer Kohlen krij« von einer und einem Ausmaß, wie sie Deutschland noch cefannt hat und die Gefahr ist riesengroß ge»
, daß unser ganzes Wirtschaftsleben sich z u s a m m e n b r i ch t und da» deutsche Volk feinem Großteil im kommenden Winter hungert friert.
Jetzt wird uni allen klar, wie sehr der Krieg t Kräfte verbraucht und unseren Reichverzehrt hat; jetzt erkennen wir, wie erschrek« die Folaen der Blockade sind, die unsere e fünf Jahre lang gegen uns ausgeübt haben, t haben nur noch Rohstoffe, die wir im eigenen finden, aber ihre Hebung und Verwertung jt auf die anscheinend unüberwindlichen Schwie- feiten der starkverminderten Arbeitsleistung und erscheckend gestiegenen ArbeitSunlust.
Vai aber soll in diesem Winter aus uns werden, r.it uns die Kohlen ausgehen, wenn wir daheim kalten Zim»er hocken müssen, während bte Be- Siftätten feiern müssen und die Eisenbahnen nur h mühsam den notwendigen Verkehr ausrechtzuer- ten suchen?
Es ist unnütz, die ernsten politischen Gefahren tonen, die ans einem solchen Zustand erzwungener itslosigkeit und dumpfer Verzweiflung erwachsen il. Aber fast noch schlimmer als diese politischen iren müßten die wirtschaftlichen Folgen für dehinkiechendes Volk sein. Unser Wirtschaf trist schon durch den Krieg derart zerrüttet und ttigt worden, daß an sich schon fast ein Wunder >en müßte, wenn wir schon bald wieder in tete wirtschaftliche Bahnen htneingeraten würden, aber werden soll, wenn eine Krise die andere wenn wir aus der Katastrophenfurcht garnicht herauskommen, das auszudenken und auszu- t sträubt sich unser Lebenstrieb, weil wir nur deulltch erkennen, daß dann das Ende da ist. Dieser Erkenntnis darf sich niemand von uns tlchlteßen, weit nur der hierdurch geweckte Wille zur at, zur fieberhaften Arbeit und vor dem Schlimm- !n ur.b Letzten bewahren kann. Jeder soll die drohen« 31 ™ unheimlichen Öefabten «rlennen, und wenn e auch leider schon so groß und unmittelbar gewor- rr™“ M wir sie auch bei größter Kraftanftren- «8 majt mehr ganz abzuwenden vermögen, so kön- ™ °oöh noch verminvert und eingedämmt wer- . wenn alle, die e5 an geht, und das sind wir F» wst^en gangen Wt llen und unsere luiij. ,Q*t daransetzen, um wenigstens den Mchen Rum unteres Wirtschaftslebens und bte ■L®a«n bedrohende Katastrophe hintanzu- 5™ wir das wollen, dann werden wir
Arbeitszeit nicht auf ein Mindestmaß be» iw unten können, sondern muffen unter Anipan-
C Rräfte arbeiten, um nicht aller zu roai wir an sozialen Forschritten und roirt- gmgjtn Errungenschaften gewonnen haben.
Stillegung der Betriebe- eine Abfindungssumme von insgesamt einer Million Mark in Aussicht
Ministeriums
risches Lehrfach wieder in den Schulen eingeführt
Amerikanische Holzhäuser für die zerslörken Gebiete. Don den europäischen Vertretern amerikanischer Firmen ergeht an den Kommissar für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete, an die Siedlungsgesellschasien und an die Kommunen ein Angebot auf Lieferung fertiger amerikanischer Holzhäuser. Die Amerikaner verpflichten sich, jeden Monat Tausende solcher Häuser nach Hamburg zu liefern. Jedes Holzhaus zum Preise von 1500 Dollar — den Dollar zum Surfe von 1914 gerechnet — zu liefern.
Verstärkung der englischen Garnison im Rhein- land. Nach einer Reutermeldung ist beschlossen worden, neben der im Rheinland als Garnison befindlichen Brigade noch eine britische Division daselbst zu belassen.
Der Braunschweiger „Volksfreund", das Organ der Braunschweiger Unabhängigen und Kommunisten, ist wieder von den rechttmäßigen Eigentümern, den Braunschweiger Mehrheitssozialisten, unter dem Schutz von Reichswehrtruppen in Besitz genommen worden. Die Unabhängigen hatten sich des „Dolksfreund" in der Revolutionsnacht im November vorigen Jahres gewallsam bemächtigt.
-4/% | B trantwartlich für den redaktieneklen Teil: Karl Schütte, | für »re »Mgergen. I Parzelle r, Falb«.— Xot«ti6x#6tM<.
Der Schatten.
L »an Arthur Winckler- Tannenberg.
Nachdruck verboten.
Ruskin, der Großhandelsherr, erhob Don feinem Polstersessel in der Sofaecke des ■hfa Lts. ut$ schritt einige Male Über den weichen FyL dem Sofa selbst saß ein altes Männchen W ö-L.- x r$tem Gesicht, zappelig.zitterndcn Händen esittch suchenden Augen. - '
TM Ruskin sagte der Greis endlich, und das hj’nn Erlich' schüchterne Erinnerung, daß er tDn'e r, sei uni) immer noch auf etwas warte. °nn *m Wundern inne. Er kehrte zu, und nun sah man in ein festes, Gesicht. Es war nur durch einen Halbbart fett o6n .^schattet, sonst glatt rasiert. Aber in lag es doch wie ein tiefer Kummer, ■ Älarhe» $rutt‘ $ic stählernen Augen hatten bei un& Festigkeit etwas Sorgenmüdes.
en Blicke gingen wie bettelnd zu dem Han- er endlich zu reden. Mit einer bedächtigen, Ulieber 5jffiägenben, erlegungslosen Stimme.
Heizmann, so gehts einfach nicht weiter. — I» ienn .eie’ 603 Unglück verfolgt Sie, höre ich immer, M __„cmm-en Sie stets zu mir. Ich bin kein Krö- 1*3 ^nt^°’*monns Erficht zuckte es wie ein Lächeln, W 6ni ' san3 bescheiden. Ruskin hatte es jedoch be- ;Q °$te:
bin ich vielleicht. Aber wenn ichs biet« 'ch eine solche Wirtschaft nicht etnrcißen ■s&i en was ich allgemach für Sie getan Muskin, gewiß sehr viel", hüstelte es aus „l°wohl — gegen 10 000 Mark habe ich t Mniende Pause entstand.
l'Nn “bet den Gartenweg kommen sah, habe ’Wuntonto aufgeschlagen, deshalb mußten Sie
Deutscher Reich.
** Berlin, 22. Sept. Di« preußische Staats" regierung ernannte den Geh. RegierungSrat Frhr« v. Braun zum Präsidenten der Regierung in Gumbinnen und den Schrifisteller Ludwig Bartels (Frankfurt a. M.) zum Präsidenten der Regierung in Frankfurt a. O. und den Stadtrat Dr. Hausmann(Stettin)zumPräsidentender Regierung in Stralsund. Der AmisgerichtLrat Dr. Belzer aus Sigmaringen (der frühere Zentrumsabgeordnete) wurdezum Präsidenten der Regierung in Sigmaringen ernannt. — ;?n Bamberg find die Finanz Minister der Einzelstaaten Preußen, Baden, Württemberg, Sachsen, Hessen und Bayern zu einer vertraulichen Besprechung zufammengeireten. Die Beratungen dienen dem Zwecke einer Aussprache über die Finanzlage der einzelnen Bundesstaaten.
* Der Koni> von Bayern ist in Sigmar in» Ien bei feinem Schwiegersohn, dem Fürsten von ohenwllern, zum dauernden Aufenthalt eingetroffen. Er hatte bisher in ZizerS in Graubünden gewohnt.
* Verbot der früheren Reichsflagge. Vorkommnisse der letzten Zeit gaben dem Reichswehrminlster Deranlassuna, den Truppenteilen kaS Vorantraaen
Die Sage in Irland.
In den letzten Wochen hat sich die Lage in Irland andauernd verschlechtert. Die zweideutige Haltung der englischen Zentrum, die jetzt, nachdem »ie großen politischen Fragen gelöst sind, immer noch zaudert, bestimmte Vorschläge für eine irisch« Selbstverwaltung zu machen, hat die Gegensätze außerorsenttrch verschärft. Immer öfter hört man von Ttrahenkämpfen, Angriffen auf englische Polizeiorgane und Soldaten und von politischen Mordtaten. Die englische Regierung glaubt durch nn» schroffe Militärtzerrschait dieser Tischeinung Herr zu werden. Sie hat zu dem Zweck das wilde Parlament bet irischen Abgeordneten in DobAn eufgtlnft. Ferner sind in den letzten Tagen Führer der Sinnfein- Bewegung verhaftet, und es ist in allen Zentralen dieser Bewegung im gesamten Lande Haussuchrmg gehalten worden, um Belastungsmaterial gegen die Führer zu sammeln. Dabei ist es neuerdings in Londonberry zu schweren Unruhen gekommen. In Dubsin ist ein Beamter der politischen Abteilung der Polizei auf offener Straße erschossen worden uni) auf dem Truppenübungsplatz Eurragh ist eint Meuterei im 5. Garde-Dragoner-Regiment ausgebrochen.
’ Schulkonfltkl in München.
Das Ergebnis der Abstimmung unter den Erzie- hungsberechttgten, ob ihre Kinder in Konfessionsschulen oder in Simultanschulen unterrichtet werden sollen, ist in München bekanntlich günstig für die Konfessionsschule ausgefallen. Gemäß den abgegebenen Erklärungen würden die Konfessionsschulen künftig 52128, die Simultanschulen 10 000 Schüler aufweisen. Der Stadtrat hat nun die bisher katholische Wörthfchule zur S i m u l t a n s ch u l e bestimmt, obwohl in diesem Bezirk 1559 Eltern sich für die Konfessionsschule und nur 252 für die Simultanschule erklärten. Die Kath. Elternvereinigung hatte verschiedene Vorschläge gemacht. Da die Wörthfchule die zentralstgelegene Schule des Stadtteils ist, so ist die Mißstimmung allgemein. In einer Protestoersammlung der katholischen Eltern wurde eine scharfe Resolution angenommen und für den Fall, daß der Stadtrat neuerbings die Forderungen der Eltern zurückweisen sollte, mit dem Schulstreik gedroht. Tatsächlich ist bereits mehr als die Hälfte der Kinder nicht zum Unterricht gekommen. Jetzt sind Schritte zur ^Beilegung des Schulstreiks getan. Es wird nun eine neue Einteilung der Schulbezirke in Konfessions- und S'mmltan- schnlen vorbereitet.
** Abbau de» Kulturkampfe» iw Böhme«. J«l btt Slowakei ist durch Verfüaung des Unterricht»-!