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Der Teil Sitauen« südlich der Memel wurde le- reitS vor einige» Tage» geräumt. 6< ist die- ba« Gebiet, d«t durch bi< Haup'.orte Suwalki und Sn» austow gekennzeichnet wird, Teile nördlich der Memel, dessen wichtigste Orte Gchaulen, Mitau und J-kobstadr sind, halte» sich noch die Truppen euf, dl« von der Regierung Ulmani« in Riga» gegen die die andrängenden Bolschewisten unter allerlei Ver- I-rechunsr« der Lande-verteitung und Einbürgerung
im oberschlesischen Steinkohlenrevier ist andauernd im Steigen begriffen. Die letzie Förderziffer de« täglichen Durchschnitt« beläuft sich auf 94800 Tonnen. Die Einstellung der geflüchteten Arbeiter nimmt ihren Fortgang. Von den Flüchtlingen sind gut 25 bi« 30 Prozent zurückgelehrt.
D!s -rutschen Truppen in Lktemen.
Rach amerikanischen Meldungen soll ef nicht richtig sein, daß Marschall Fach Deutschland wage» der Armee de« General« V. d. Goltz ein Ultimatum überreichen werde. Einige Mitglieder de« Jüuferrat« hätten sich dagegen an«<esprochen. Man habe erst vorgelchlage», den Polen den Auftrag zu erteilen, Je Deutschen au« Li'aue» zu vertagen, aber wo» habe sich bafftt entschieden, daß e» besser sei, Polen zu veranlassen,, daß e« demobilisiere, damit e« sein wirtschaftliche« Leben organisieren könne. Die Amerikaner glaubten nämlich, wirtschaftliche und finanzielle Druckmittel «egen Deut chland würden eher dazu führen, daß die Deutschen Litauen verlassen.
Die ungeeigneten deutschen LskomoNven.
Die Gründe für die vom „Maiin" angekündigie Rückgabe von 1700 deutschen Lokomotiven durch Frankreich (die freilich noch keinerlei amtliche Bepätl» gung erfahren hat) sind noch anderer Art, als sie von dem Pariser Statt angegeben worden sind. Schon, vor zwei Monaten wurde berichtet, daß diese Maschinen in den Schuppen herumstehen und die Gleise verstopfen, u. a. deshalb, weil sie eingerichtet sind für das Fahren auf dem rechten Gleis, während auf der französischen Eifenbahn links gefahren wird. Nun hätte sich vielleicht ein Umbau ermöglichen lassen, dazu kam es aber aus einem anderen Grunde nicht. Frankreich hat lange, bevor es feststand, daß es von Deutschland Lokomotiven werde erhalten können, bei amerikanischen Fabriken eine sehr beträchtliche Anzahl von Maschinen bestellt. Nach Abschluß des Waffenstill- standes wollte er von diesen Verträgen zuriicktreten. Die Amerikaner aber, die bereits in Frankreich eine Fabrik eingerichtet hatten, die täglich nicht weniger al, fünf fertige Lokomotiven herausbringt, haben auf dir Erfüllung dss Vertrages bestanden.
iu Hilfe gerufen wurden. ES ist bekannt, daß ein großer Teil dieser Truppen sich weigert, diese erworbenen Ansprüche aufzugeben und das Land zu verlassen, obwohl die deutsche Reichsregierung ihnen den bestimmten Befehl dazu gegeben und das Zuwiderhandeln mit strengen Strafen bedroht hat. E« ragt sich, ob die deutsche Regierung überhaupt wirk- ame Zwangsmittel gegen diese Truppen besitzt. Sie ann ihnen höchstens Löhnung und Verpflegung perren, wa« aber auch eine bedenkliche Maßnahme wäre. Hoffentlich gelingt eS doch noch auf gütliche« Dege, die Truppen zur Rückkehr zu bewegen.
Jedenfalls läßt die Meldung einige Ausblicke in die Zeit tun, der wir unter dem „Schutze" de« Völkerbünde« entgegengehen.
Die Auslieferung d:S deutschen Kaisers.
Die Zeitung ,Libre ®elqiqne' meldet, daß der Gesandte der Niederlande in Pari« davon in Kenntnis gesetzt worden ist, daß Holland innerhalb von vier- zehnTaaendieAufforderungzurAuslieferung de« früheren Kaiser« Wilhelm erhalten werde.
ilM-y, rsetzt ans Tageslicht gebracht ■fegJ.J“v,en "'Hsts mehr ändern an den grausamen Wk^Amgunyxn, unter denen wir seufzen; aber ■Sm f,,, jede zuverlässige Auskunft, über den ’nSer weil wir sicher sind, daß die Wahr- Rettung der deutschen Ehre und zur der feindlichen Verleumdungen dienen werfen auf die damaligen österreichisch-ungarischen Monarchie Licht. Doch zeigen sie klar und über« " t! shland unschuldig ist an
P^e'bi y ® $r’e9es und nur durch feine Sun« Katastrophe hineingezogen wurde.
z Skt m'»haben fortwährend die Welt irre- ■:|e-ber Jy?' Märchen von dem „Potsdamer Kron- jQ ‘ 51 2uli 1914 den Krieg beschlossen Haden EL t^tr Eine blanke Erfindung. Jetzt liegt '7. g'.. Protokoll des Wiener.Kabinettsrats i F« but.!. .°°r' und daraus ergibt sich, daß die -^^?andsr/Ich.Staatsmänner die kriegerische d, 3UNg wit Serbien beschlossen haben, — Oer Hoffnung auf die deutsche Hilfe ge-
Cnthüllmrgen über die
' Entstehung -es WeUkrieges.
^5 Dunkel der diplomatischen Entstehungs- BL öö Weltkrieges leuchtet eine Schrift „Das ET Kabinett und die Entstehungsgeschichte des M die den österreichischen Diplomaten 2r. E* ®oo& zum Verfasser ijat. Dr. Gooß hat 7^7 Ermächtigung des Leiters des deuisch-öster- Naatsamts für Aeußeres die diploma- Vorgänge vom Juli und August R -uf Grund der Akten des österreichischen Archos durchforscht.
’T <jrgebnis wirft alle bisher bei den Mittel- iE wie bei den Feinden aufgestellten Behaup- ?^über die Schuld am Weltkrieg über den Hau- Fwus ber aktenmäßigen Zusammenstellung geht * daß nicht Deutschland den Krieg ge- kL Eine verhängnisvolle Rolle aber haben die Rtei tschechischen und ungarischen Machthaber in ^«spiell, vor allem gllt das für eine der bisher genannten handelnden Personen, näm- jten®rafe» Berchtold.
’-j, österreichischen Akten erweisen, daß die ganze jjFLJJ Ausgang nahm von dem gespannten Derhäli- »Üeaains zu Rumänien. Das Ziel der Di- toat, dieses Verhältnis zu klären. Es drohte Miämsch-serbisches Bündnis, und die daraus oesürch- sollte beseitigt werden durch die Gewinnung -»iens Der Mord in Serajewo kam diesen Poli- -eleö-n, denn das Berliner Interesse ging dahin, Rumänien gut zu stellen, und Berlin wäre gegen schwerlich zu gewinnen gewesen. Daher stell- h icht die österreichischen Staatsmänner den serbische» Mift in den Vordergrund und änderten in diesem E eine bereits für die Berliner Regierung abgesaßte ^kschrist über die österreichischen Dolkanpläne. L Ferchtold ordnete diese Aenderung an mit der De- Mimg, „um Berlin nicht kopfscheu zu machen'.
Destjcher Reich.
•• Berlin, 21. Sept. Am Freitag vereidigte der Reichswehrminister den Chef der Reichswehrbefehl«- stelle, Preußen das frühere KriegSministeriu«, Oberst Reinhard und den Chef der Admiralität von Trotha auf die Verfassung. Am Samsrag erfolgte die Vereidigung aller Offiziere und Beamten bei Kkünftigen Reichtwehrmintsteriums. — Da« preußi» e Ministerium de« Innern beendete die Vor« arbeiten für den Entwurf der preußischen Der» fassung. Er geht jetzt dem Staatsministerium zur »eiteren Beratung zu.
* Der neue Ernährungs-Kommissar. Reichswirt- schaftsminister Schmidt ist auf feinen Wunsch von dem von ihm mitverwalteten Amt eines preußischen Staatskommissars für Dolksernährung wegen Arbeitsüberlastung entbunden worden. Zu seinem Nachfolger ist der Unterstaa' " ctär im Reichswirtschaftsministe- rium Peters l : worden.
• Der distzr nissar-sche RrgierungS-Prasi- deut in Oppeln, <>. j. Justirat Bitta, wurde zum Regierung« - Präsidenten ernannt. Er ist einet der Führer des oderschlesischrn Zentrum«.
eenübtr Rußland, aber ohne Wissen und Willen des deutschen Bundesgenossen.
Don dem Gesichtspunkt aus, daß der Bestand der habsburgischen Monarchie durch die Wühlereien itnb Gewalttaten von Serbien her in der gefährlichsten Weise bedroht war, ist der Eifer dieser Staatsmänner zu begreifen. Aber erstaunlich bleibt es doch, daß sie über die Tragweite ihrer Aktion sich keine Vorstellung machten. Sie rechneten wohl mit "einem Per- suche Rußlands, Serbien zu decken, doch nicht mit dem Eingreifen Frankreichs und England». Die russisch« Macht, dachten sie, würde von Deuffchland in Schach gehalten werden. Auf das Bündnis Wischen Frankreich und Rußland, das kurz vorher noch feine Festigkeit bei der Petersburger Fahrt bei Prä- scheuten Poincare bekundet hatte, nahmen '**. keine Rücksicht, obschon die Gefahr klar yi Tage lag, daß der deutsche Bundesgenosse in ehwtt Ztschrontenkriig ge- raten würde. Und die englisch, „«nfente" mit Rußland und Frankreich, sowie die «stfe^ucht dar Eng- länder auf Deutschlands Handel- wv Flottenmacht blieb ebenfalls ganz unberücksichtigt. Die Herren in Wien trieben eine einseitige und kurzsichtige öfter- reichisch-ungarische Politik, ohne Rücksicht auf die Eesarntlag« Europas und ohne eine Ahnung von der ungeheuren Ausdehnung zu haben, di« der Streit mit Serbien nehmen könnte.
Die pflichteifrige Verteidigung ihres eigenen Reiches kann den Herren zur Entschuldigung ungerechnet werden; aber es war doch ein verwegenes Spiel, das sie in einseitigem Patriotismus unternahmen, und es war ein Unrecht gegenüber dem verbündeten Deutschland, daß sie dessen Hilfe unbedingt in Anspruch nahmen, ohne Kaiser Wilhelm und dessen Ratgeber von ihrem gefährlichen Unternehmen zu informieren.
Es ist ja längst festgestellt, daß di« deuffchen Staatsmänner das Ultimatum an Serbien vorher nicht gekannt haben. Es ist ferner die Depesche bekannt, die Herr von Dethmann Hollweg in den kritischen Tagen Ende Juli nach Wien richtete, worin et mit auffallender Deutlichkeit erklärte: wir wollten nicht in den Weltbrand hineingezogen werden, ohne wenig« stens erst gehört zu werden.
Jetzt ist klar gestellt, daß die österreichisch-ungari« scheu Staatsmänner absichtlich vollendete Tatsachen schaffen wollten, um ihr Ziel, die gründliche und gewaltsame Zurechtweisung Serbiens, auf alle Fälle zu erreichen.
lieber die Schuld, die auf diese Glücksspieler von Wien fällt, mag ja noch gestritten werden. Für uns ergibt sich aus den neuesten Enthüllungen wieder ein weiterer Beweis, daß Deutschland den Krieg nicht gewollt, ihn vielmehr zu verhindern gesucht hat.
Wie steht nun die englisch« Lügenpresse d» mit ihrer ewigen Behauptung, daß Deutschland au» maßloser Herrsch- und Eroberungssucht den Krieg entfesselt habe? In welchem Licht erscheint nun die blindwütige Verfolgung des Kaiser Wilhelm, der durchaus als Urheber des Krieges von einem parteiischen Gerichtshof verurteilt und gestraft werden sollte?
Schuldige sind zu finden in Wien, in Paris, in Petersburg, in London; aber nicht in Berlin. Piel- leicht macht die neue Enthüllung den verfolgungssüchtigen Staatsmännern der Entente klar, daß sie bei * nem Gerichtsverfahren gegen Kaiser Wilhelm doch fatale Ueberraschungen zu fürchten haben, da für den Beweis von dessen Unschuld und Friedensliebe doch noch mehr Zeugnisse da sind, als sich bisher überfehen ließen.
Dte Heimkehr der Krieg»gefange«err.
Die Heimkehr unserer Kriegsgefangenen au« bnt britische» Gammessagern in Nsrdfrankreich hat in ben letzten Tage« einen derartigen Umfang ange- nammen, daß täglich sech« bi« siebe» flige mit «nverwundete» Kriegsgefangenen ans dem Bahn- haf Säln-Dentz ei»treffen und »ach baut inneren Deutschland roeberbeförbert werde«. Insgesamt sind seitdem L—20. September 87 englische Tra»rpO»^züae mit 85 000 unberwunbrte« Gefangenen in Ääln eingetrtffex.
Um ben Abirankpart bet Gesanaanen an« England zu beschleunige«, hat bi« Mbmirelität pb« deutsche Dampfer gemietet, und stellt fte bereit für Fahrten zwischen Lnglanb nnd bextschan Häfen. 8# handelt sich, da alle unsere größeren Schiff« bereit« abgegeben sind, um ein« Anzahl mittlerer und kleinerer Seedampfer mit etwa 600 bi« 1000 Personen Fassungivermögen. Soweit ti die Zeit zu» ließ, ist alle« geschehen, um durch eine zweckmäßige Ausrüstung der Dampfer den Gefangenen den Auf- enthalt an Bord so behaglich wie möglich zu gestalten. Die ersten Fahrten können ausgenommen werden, sobald England mirgeieilt hat, welche englischen Hafen
zum Abtransport in Frage kommen. Vermutlich fahren die ersten Dampfer im Laufe dieser Woche. Die Anzahl der auSzuführenden Fahrten ist abhängig von der Leistung de« gleichzeitig laufenden lieber- landtranrporteS.
6-4* I VerxntwarUich für den redaktianelle« Teil: Karl Schütte, I WT3 *) G I Berle, der s
, 2J8. I für >ieXxiei9ex: * a 18 e 11 e r, *«(»<. - *et«t)e«ntu<f. | 11801110$ XX. SepieMVek PH V. | 1.1Q KI, -
noch nicht zu verzeichnen ist.
Au« Kattowitz wird gemeldet: Die Produktion int oberschlesischen Steinkohlenrevier ist
Sin Uebarrnmpelunarpla« «ege« MSnchen?
©thon fett einigen tagen »ar der Münchener Vslizn Mannt geworden, daß sich im spactakistischen Lager in München wieder eine regere Bewe^mg bemerkbar machte. Einem am Freitag in München ver. haftete« Mrmnr wurde ein fast phantastisch klingender genauer Wan über bte beabsichtigte Einnahme München« durch die Spartakisten abge. nonnnen. Der Verhaftete gab en, der Rebakbarr Karl Heile au» Hagen in Westfalen zu fern.
einen falschen Milttärpaß al» Hauptmann b. R. Cb- Hard bet sich und ist tatsächlich beim Freikorp» Dohna al» Leutrrant und Kompanieführer tätig gewesen, wegen feiner Betrügereien aber entlassen, worden. Nach dem bei ihm gefundenen Plan über die Organisation eine» neuen gewaltigen Umstürze» sollte die Reich», wehr morgen» bei TageSgrcnren im Schlaf in den Ka- fernen durch Gruppen von Spartakrsten auSgehoben, herbeieilende Offiziere sollten sofort erschossen werden. ES heißt in der Instruktion: „<Sa ist besser e» sterben 'n dieser Stunde drei cl$ in der nächsten dreißig Men- scheu. Gleichzeitig mit dem Sturm auf die Kasernen find alle öffentlichen Plätze, militärische Depot» und Geschühstellunoeu zu besetzen. Jeder bewaffnete Zi- bilift wird erschossen. Der gesamte Eisenbahn-, Post- und Telegraphen verkehr ist m'-t der Minute de» Um- stürze« lahmzulegen. Während der Nacht marschieren rote Truppen auf die umliegenden Dörfer, um dort die Netch»wehr auS^uheben. Kein Mensch darf München derlassen und hinein." — Heile wird sich wegen Hoch- verrat», Vetrug» und falscher Ramenaführung zu ber- antworten hoben, lieber die bestimnTte Herkunft de» Umsturz)llane» hat er noch keine Angaben gemacht.
Im gewissen Zusammenhang mit dem vorstehenden Umsturzplan scheinen Vorgänge in Hof in Ober* franken ,u s«hen. Dort soll am 21. August eine ge- Heime Konferenz revolution örer Kam- mu nist en deutscher und russischer Nationalität statt, gefunden haben zur planmäßigen Vorbereitung einer großangelegten Umsturzbewegung», wie Generalstreik in drn Jndmftierevieren. Serfplirterung und Entwäfsm'ng der Reichswehr und Sturz der demokratischen Räteregierung. In Leipztg soll eme Zen. tralleitung einaesetzt werde« die spater mit ber tn Braunschweig Zusammenarbeiten soll.
„Ditfafur Nsrke".
Eine amtliche Meldung wendet sich in schärfster Weife gegen ein von der „Tägl. Rund sch." verbreitetes Gerücht, Noske plane eine Militärdiktatur und verhandle deswegen mit der Entente. Diese Gerüchte wer- d«, als im ganz«» Umfange erlogen bezeichnet. Der
Zur Kohlrnfrage.
Die Berliner Blatter berichten von dem Abschluß etueS vorläufigen Koh lenlieferungsv er träges mit Frankreich, der auf die Lieferung von 500,000 Tonnen Ruhrkohken monatlich lautete. Wir erfahren dazu, daß die Lieferung in Erfüllung eint« Zusatz-Protokoll« vom 29. August zum Kohlen-Ab- kommen erfolgt. 3» diesem Zusatz-Protokoll ist vorgesehen, daß wir spätesten? 30 Taos nach der Ratifizierung des Friedenr-Vertrage« auf den verschiedenen Verkehrswegen zusammen vorläufig Kohlenlieferungen im Betrage von einet Million Tonnen Kohlen vornehme« müssen, -die un« auf unsere Derpflichtun- gen au« feem Frieden-vertrage angerechnet werden^
Berlin wird infolge der geringen Kohlen« zufuhren in Kürze, toten nicht schleunigst Hilfe kommt, ohne Licht sein. Die Vorräte an Kohlen in de« städtischen Gaswerke» reichen für kaum drei Tage und der englischen Gasgesellschaft nur für zwei Tage. Oberdürgermeistet Wermuth hat dringende Telegramme an den Minister de« Innern und den ReichSkohlenkommissar gesandt und um sofortige Zuweisung vox Kohle« gebeten. Verhallt dieser Hilferuf ungehört, fo steht Berlin vor einer Rata« strop e, wie sie bisher in der Geschichte der Stadt
Mt Wensammlung weist bann nach, daß t*r Krieg m Serbien nicht in dem angeblichen, yt Wirk» feit gar nicht abgehaltenen Potsdamer Kron« ,t Dom 5. Juli 1914 beschlossen wurde, sonder« in Ljtoei Tage später am 7. Juli erfolgten Minister- Dien, dem von deutsch-österreichischen (Staats- nur der Ministerpräsident Graf Stürgkh bei- tt. Nach dem Protokoll über diese Sitzung einig» ich alle Anwesenden aus den Standpunkt, daß ein mtischer Erfolg, wenn er auch mit einer Demüti. j Serbien» endigen würde, wertlos wäre, und daß i so weitgehende Forderungen an Serbien gestellt »en müßten, daß sie eine Ablehnung voranrsehen it, damit eine radikale Lösung im Wege militari» ! Eingreifen» angebahnt würde. Berchtold erklärte diesem Ministerrat, daß die Stund« jetzt gekommen A Serbien durch eine große Kräfteanspannung fit immer unschädlich zu machen. Ein solcher Wheidender Plan konnte jedoch nicht ohne diploma- M Bratlingen gefaßt werden, deshalb wurde m t t Ittltn Fühlrung genommen. Der damalige un» Whe Ministerpräsident Gras TiSza äußerte verschie» M Bedenken, aber auch der österreichische Minister- K*nt Graf Stürgkh trat für den Krieg ein und pttie, jetzt sei der Moment geschaffen, welcher unbe» M zmu Kriege mit Serbien führe. Am schärfsten M sich der slawische Vertreter, Finanzministet Mitüki cur, indem er erklärte: „Mit Serbien kann W nur, mit Gewalt sprechen." Der alte Kaiser MW Joseph hat übrigens von bet UÜberreichung de» an Serbien erst erfahren, als e» schon * £®?e überreicht war, und er hat seine ZuUm. W» M ber Forderung erst am 16. August gegeben, W man schon mitten im Kriege war.
LM Deutschland hat wie Jtakien den ästerreichi- 1 schritt erst erfahren, als er .schon l ä n g st b r - El * * *”ilen war und nicht mehr rückgängig gemacht wer- gwte. Das Berliner Kabinett ist ohne Kennt» ^.Wortlautes der österreichisch und ungarischen Note “toten geblieben und hatte an deren Abfassung keinen «. Die serbische Antwortnote wurde vom Wiener » - ®etIin überhaupt nicht im Wortlaut mit» i’Jt tn ’n kiner Form, die den Eindruck erwecken Serbient glatt abaelehnt habe.
4 ^tchtigste Teil ber Enthüllungen betrifft den eng' »^.rmlttlungrversuch vom 29. Luli. Er ’Jfi’fleftent, daß Deutschland alles Mögliche ge- M, um Oesterreich klar zu machen, daß der Welt» «srohe, wenn es nicht eingehe auf den englischen •w“ä einer Entscheidung de, serbischen Konssitts durch 1 rn ber England und Frankreich, Deutsch- Italien vertreten waren. Es wurde Oesterreich ,--«t gemacht, daß die Bedingungen des Borschla- Bvalung ber russischen Mobilmachung und Besetzung ^«Brückenköpfe durch Oesterreich für Oesterreich sehr waren. Don Berlin aus wurde Herr n. Tschirschky nat^ Wien weitergegebenen veutzerun» ^fvard Greys u. a. folgende Bemerkungen zu Mbrn»,5, ätsche Kabinett müsse es dringend und der Erwägung der k. und k. Regierung bt 21™®?' die Vermittlung Englands unter Pis6 -n ehrenvollen Bedingungen anztrneh- L, .^r .mare für Oesterreich-Ungant und Deutschland die Verantwortung für die Folgen einer jSx*n Geltung zu trogen.* Graf Berchtold und seine ungarischen Genossen wollten indessen v iie» f ^tc — antworteten Deutschland gar nicht. KeJ? 5/1 e n die Stellungnahme zu dem Scrmitt» ?™.9e so lange hin, bis England zu der __? Jom: Deutschland übe feinen Einfluß in to wolle den Krieg. Die Folge war das '-‘tfiteifett Englands in den Krieg.
Sägt. Rundfch." sei wegen ihres gemeingefährlichen Eebahrens eine ernstliche Derwarnung erteÄ worden. _______ ____
Die Lage r« Birkenfeld.
Der .Köln. Ztg.' wird au§ Birkenfeld vom 18. September geschrieben: „Die Meldung, daß bte Regierung Zöller wieder durch die alte RegterMtg ersetzt worden sei, entbehrt jeder Krundlag^ Dr« Kommission, di- gestern von General Mangin empfangen word.n ist, ist tnzwnchen ohne Ergebnt« rurückgekehtt. Die ttooluttonare Regierung Zoller bleibt bi« zu den Neuwahlen am Ruder.
volschrwistische Niederlage in Sibirien.
Eine Reutermeldung besagt: Die b o l sch « w ist i sch e Armee in Sibirien habe eine ernsteNredetlag« «litten. Ein großer Teil der in Sibirien «nwesenden roten Truppen war gegen bte Armee Eemhn« bet wendet worden; andere werden rnrt der En.brmgung der Ernte in den eroberten Distrikten ^ibtrtens be schäftigt. Koltschak, der davon erfahren hatte, ordnet« den Vormarsch an, ber nur auf schwachen Widerstand stieß. 8 rote Regimenter wurden vermtotet.
Die meisten Meldungen au* dem Site« ran» man mit einem Fragezeichen btrieben, ^"llercht ist es mit der borstehendrn Meldung gerade fo rotit bej, wie mit der vor einigen Tagen verbrerteten Mn« teilunq von einem entscheidenden Polenstege an der Btresina, der den Weg nach Moskau g-offnet habe. Die polnische Streitmacht ist auch nicht annähernd so stark, daß fte kurzer Hand Moskau bezwmgen könnte. Die Meldung hatte toogl nur den Zweck, den politischen und finanziell«! Krebrt^Polens tn Emopa zu heben und das Deutsche Echem zu- schüchtern. Die Sieger von Ms-kau tn — berjmlefien. So schnell geht das doch nicht.
Deutschland soll versorgt werden.
,$elegraaf" meldet aus Brüssel! Eer inleraHiietta oberste Wirischaftsrat befaßte sich am S-rm->.^g nnt der Frag- der Lebensmittelversorgung Die ^w'.erig- keiten bei dem g r o ß e n Bedarf D e u t s ch l a n d, an Lebensmitteln und Rohstoffen bestehen m der B e- t a 5 I u n g Den Berichten, bte dem Nate vorliegen, -usoloe sind in der Welt genügend Lebensmrt- tel vorhanden, um alle Länder zu versorge«. Schwierig ist aber die Transport- und die Schrfssra-mn- fraae. Die Berichterstatter erklärten, daß die W o l l Vorräte misreichend sind, die Baumwollvorrate strch geringer. Die Flacksvorräte sind vollkonnnen unzm reichend. Um die Verteilung der Leben-oMittel und Rohstoffe zu sichern, werden Ausichusse tn den allner- ten Ländern errichtet. Man erklärte stch gewM, mich Deutschland zu versorgen, will aber verhütendaß Deutschland bald ein Konkurrent der Lander wird, die durch den Krieg gelitten haben Ms ob dafür nicht schon gründlich durch den rirtedenSvertra, gesorgt wäre.___________.
* Sonntagsschichten. Die Belegschaften der» Waldenburger Steinkohlenbezirke« verfahren seit einiger Zeit Sonntagsschichten, um den unter bei Kohlennot besonder« leidende« kleinen Leuten der Stadt BreSlau den notwendigen Haurbrand zuzu. führen. Auch di« Betriebsräte der bet Ostermenburg gelegenen Braunkohlenwerke haben beschlossen, zur Versorgung der chemischen Industrie und der Anhaltischen Kaliwerke Sonnrag«schichten emzulegen, um die Arbeitslosigkeit ihrer Kameraden zu verhm- dern. Auch tn de« mitteldeutschen Meuielwrtz-Ro« scher Braunkohlenbezir! erklärten sich zahlreiche Be- lezschaften bereit, zur Hebung der Kohlenförderung und Briketterzeuaunq am Sonntag zu arbeiten, da» mit der drückendste Mangel an Hausbrand beseltlg, werde. , „
• Große Getreideverschiebnngen in» Aurlanv. Au« dem Rheinland wird gemeldet, daß an der ganzen rhetniich-holiändischen Grenze von Aachen bi« El vr zurzeit ungeheure Verschiebungen von Brotgetreide diesjähriger Ernte in« Au«land statt- fixden. Die rheinischen Bauern erzielen durch Schmuggel die doppelten der von Deutschland gezahlten Höchstpreise, während die holländischen Aufkäufer infolge de« Valutastander spottbillig kaufe«. Zur Abstellung diese« niederträchtigen Schmuggel» wurde vorgeschlagen, für die Beschlagnahme 10 v. H. bei Werte« be« beschlagnahmten Getreides al« Prämie zu zahlen. Die Regierung hat jedoch davon abgesehen «nd die Zollbehörden des Kreises zu schärfstem Wachdienst angehalten, die Gendarmeri» soll verstärkt werden. Wenn nicht sofort umfassend» Maßnahmen getroffen werden, dürfte unsere Brota getreideversorgung durch den G-treidefchmugge^ sehr tchwere Verluste erleiden. ,
• Usi «nd Aozi nennt nach dem Vorbtlde der Sozi die sozioideil'otratische Magded. SBolISftimme in drolliger «bkürzung die feindlichen Brüder im radikalen Lager, nämlich die rlnabhän-iigenunddie kommunistisch en Sozialdemokraten, mit der Begründung, daß diese ab- gekürzte unterschiedliche Bezeichnung in Parteikrerse» schon gan i und gäbe sei.
* P.Ssident Wilson wurde in San Francisco bet einer Rede, als er über da« Verhältnis zu Japan -prach, ausaepfiffen. — Der Westen der Vereinigten Staaten ist stark japanfeindlich.