Die politische Lage.
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Mit den Naturkräften würden wir schon fertig werden; das Unheil steckt in den Leidenschaften, in der Verblendung und Vertierung der Mitmenschen. Die Welt ist wie ein großes NarrenhauS, und leider haben darin nicht die vernünftigen Pfleger die Macht, sondern die Wahnsinnigen. Die tolle Minderheit weiß den Terror zu handhaben. Hüben wie drüben! Von diem Obersten Rat bis herunter zu dem örtlichen „Rat" der Spartakisten, der die Gelegenheit zum Zer- tören und Morden wahrnimmt.
wurden „Scanner" zu Hyänen und trieben mit setzen Spott.
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Inzwischen wird wohl der Urieilsspruch diese kom. munisrischen Hyänen unschädlich gemacht haben. _ bleibt aber die Schemde, daß in Deutschland solche zwei, beinigen Bestien aufwachsen konnten, uni1 die weitere Schande, daß zahlreiche Deutsche von den Aufwieglern dieser Sorte sich verhetzen lassen.
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»ittwoch, 20. September 1919
An die verspäteten Sommertage möchte ich noch eine friedliche Betrachtung knüpfen.
Im menschlichen Leben verschiebt sich auch oft der ersehnte Sommer his in den Herbfr hinein, §)xr
Deutsche; Reich.
* Religionsverfolgung in Gotha. Im Freistaat Gotha, dem gelobten Land« der Unabhängigen, hat Staatsminister Jacobi, rin Jude, einen Erlaß gegen das Christentum herausgebracht, der folgendes be» stimmt:
Das Schulgebet vor und nach dem Unterricht wird ausgehoben. Jede Verpflichtung der Schmer durch die Schule zum Besuch von Gottesdiensten wird untersagt. Schulfeiern dürfen keinerlei religiösen Charakter tragen, gemeinsame religiöse Feiern, AbendmahlSgänge usw. soll die Schule nicht veranstalten. Für alle Schulen wird Religionslehre al» Prüfungsfach aufgehoben. Zen- furen in Religion werden nicht mehr erteilt. ES ist unzulässig, im Religionsunterricht häusliche Arbeiten oder tn anderen Unterrichtsfächern da» Auswendig, lernen von Bibelsprüchen und Kirchenliederversen zu verlangen.
Gotha nennt sich Freistaat und behauptet, besonder» viel Freiheit zu haben. Diese Freiheit besteht darin, daß man den Religionsunterricht zu einem Lehrfach letzter Güte herabwürdigt und den Eltern, die ihre Kinder religiös erzogen haben wollen, einfach die Möglichkeit dazu nimmt. Denn was jetzt noch al» Ueberbleibsel in der Schule vorhanden ist, dient in seiner Kümmerlichkeit höchsten» dazu, die Achtung vor der Religion herabzusetzen.
S«r dem llachdargedi«.
V Salzschlirf. Bei dem vor einigen Ta» erfolgtrn '.Zusammenstoß eine» Zuge» dem losgelösten Teil eine» GüterzugeS vor der Eisenbahnbrücke nach Großenlüder ent-
8ch-cheit gesorgt.
rein bürgerliche Regierung war uninog- Luch bei der Krisis aus Anlaß der Annahme des haben wir an der Kocckiticm fest gehalten. Wir die sozialistische Republik der ersten Wochen der demokratischen den Weg gebahnt. Die Unterschiede gegenüber der Sozialdemokratie bestehen. Großes ist geschaffen: Wir haben eine ssunz; wie wäre es gelaufen, wenn keine zugekommen? Wie, wenn wir nicht dabei waren! zu schaffen ist di« Ordnung der Finanzen. Tat- ist heute der schwarzrote Block die beste Gewähr den Zusammenhalt des Reiches.
Krieg hat das Volk über die Notwendigkeit besitz mit der auswärtigen Politik zu be- Jede Gewaltpolitik ist ausgeschlossen. Wir dürfen -Utz keine SchwannPolitik treiben. Wir muffen ein Dechältnis zu den Nachbarn, die Aufnahme in den erstreben. Dölkerbundspolitik, kpine Haß- i k sichten,
Redner sprach dann über di« Verfassung.
hat sich das Amtrum zu der Wendung zum Einheitsgestellt? Es war früher streng bundesstaatlich!.
r hat es dem Wandel der Zeiten Rechnung ge- Es Hst di« Verstärkung der Reichsgewalt entschie- tützt. Der Einheitsgedanke hat auch in Ryhen große Fortschritte gemacht. Das war nach ill der Dynastien durchaus richtig. Das Zentrum den Einheitsstaat; aber nicht den zentralistischen, sou- dm dezentralisierten. Die Glieder des einheitlichen ismus sollen sich der mit den Lebensinteressen m verträglichen Selbständigkeit erfreuen, damit kulturelle und ihre wirtschaftliche Eigenart pflegen m. Die Glieder sollen nicht zu Provinzen erniedrigt sie sollen sich einer größeren Selbständigkeit er- als sie gemeiniglich mit dem Begriff „Provinz" wird. Sie sollen nicht selbstherrliche, aber selb- Eelbstverwaltungskörper, wenn sie wollen, L ä n- °>«rden; so selbständig, als es mit der Existenz einer 1 Reichsgemalt verträglich ist. Art. 18 der Verfas- wllärt die Gebietsänüerung und Neugliederung zur ,, ■ Dos Reich hat zu entscheiden, ob die in ? beabsichtigte Provinzialautonomie den Bedürfnis-
Neugliederung des Reiches genügt oder nicht, muß im Reiche aufgehen. Es gibt "Aufgaben, die großer Staat erfüllen kann. Nicht Haß gegen ist das Unglück, das uns Rheinländer treibt; das hotte eine große Mission. Sie ist heute er» WA darf aber die Klammer des alten Preußens r als bis der Ersatz, die starke Reichsgewalt, ^konstituiert ist. Dafür sind zwei Jahre, für die 7^'"siung eine Sperre vorgesehen ist, eine kurze empfiehlt sich, daß die Neugliederung nicht plan»
Stimmung der Bevölkerung in dieser oder .sondern nach einem einheitlichen Plan« erfolgt, gierend und seitend einzugreifen, ist Sache der eung. Man muß ihr dazu Zeit laffen. Bleibt ke der Rheinischen Republik nicht durch zwei
Jahre noch lebendig, dann ist er überhaupt nicht lebens- fähig. Uebrigens ist Diskussion und Vorarbeit dazu zulässig.
Der Redner besprach dann wirischaslliche und soziale Fragen, zunächst Wissels Planwirtschaft, dann den Rätegedanken.
Wohlwollende und einsichtige Fabrikanten, führte er hierbei aus, haben schon vor Jahrzehnten freiwillig und an- eignem Antrieb Arbeiterausschüsse gebildet, mit en sie die gemeinsamen Angelegenheiten zu beraten unu friedlich zu lösen suchten. Einer der ersten, der einen solchen Arbeiterausschuß — Aeltestenlollegium — gebildet hat, war Franz Brandts. Der Verband Arbcüerwohl hat schon seit 1881 diese Idee mit Eifer und Ueberzeugungskraft propagiert. Die Betriebsräte sind nichts anderes, als die weitere Ausgestaltung der Arbeiter- ausschüffe. Ebenso sind die Bezirksarbeiterräte nichts anderes als die vom Zentrum schon seit Jahrzehnten geforderten Arbeitskammern. Jnglcichen sollen auch nach dem Vorschläge des Zentrums di« Arbeitskammern ifjre neutrale Zusammenfassung in einem Reichsarbeitsamt finden. Hier beginnen allerdings die Schwierigkeiten und Zweffel. Einerseits soll und muß den Arbeitern ein er- wellerter Einfluß in der Unternehrmmg und in der gesamten Produktion gesichert werden; anderseits aber muh die volle Verantwortung und notwendige Selbständigkeit der Betriebsleitung gesichert bleiben. Hier den richtigen Ausgleich zu finden, fft die Schwierigkeit. Es bedeutet einen großen Fortschritt in der Erörterung des Problems, daß auch die Arbeiter — neben einer würdigeren Stellung und Anteilnahme der Arbeiter im Produktionsprozeß — die Steigerung der Produktion, die Höchstleistung, als erstes und wichtigstes Ziel des Rätesystems bezeichnen. Bei gutem Willen wird es hoffentlich gelingen, in der Formulierung des Gesetzes wie in der späteren praktischen Ausführung den Ausgleich zu finden. Auch darauf wird Bedacht zu nehmen sein, daß die Angestellten innerhalb der Arbeitgeberschaft und gegenüber den eigentlichen Arbeitern voll zur Geltung kommen.
Weiter sprach der Redner davon, was die Zentrumsfraktionen der Nationalversammlung und der preußischen Landesversammlung für Mittelstand, Handwerk und die Beamten getan haben. Schließlich erörterte er die Finanzlage in sehr eingehender Weise. Notwen- big ist: entschlossene Politik; starke Führung, keine Quertreiberei. lieber die einzelnen Vorschläge ist natürlich die Diskussion frei. Das Ziel muß sein: Neuaufbau der Fi- nanzen nach den Grundsätzen der sozialen Gerechtigkeit. Wir werden unser Bestes tun. Das Gesamtbild einer Entwickelung und der heutigen Lagerst unerfreulich. Trotzdem wollen wir festhalten an der bisherigen Politik, nicht untätig zuschauen; nicht spekulieren auf den völligen Zerfall, um dann auf den Trümmern die Monarchie auszurichten und zu sogen: wir haben ja immer prophezeit. Nein: Retten, was zu retten ist; und ausbauen, was zerstört ist. Im übrigen: den Mut nicht verlieren.
Provinzielle oder
bttirdesstsatMche Autonomie?
Durch den Umsturz vom 9. November ist bas feste Gefüge des Deutschen Reiches bedenklich ins Schwanken geraten und besonders der größte und stärkste deutsche Bundesstaat, Preußen, hat Erschütterungen erfahren, die seinen Bestand ernstlich gefährdeten. Preußen ist aus Landesteilen zusammengesetzt, die weit mehr äußerlich als innerlich miteinander verbunden sind, deren Einigungsgruppen die Hohenzollernfche Dynastie war und die auseinander strebten, als die Macht versank, die sie zu einander gebracht und an- einandergeschweißt hatte.
Der Erkenntnis des mehr äußerlichen Zusammenhangs der verschiedenen Bestandteile Preußens hat sich wohl niemand entziehen können, aber es war doch gut, daß Regierung und Parlament sich dem Auseinander- streben der preußischen Landesteile widersetzten, weil sonst der Zerfall ces ganzen Reiches ganz gewiß unausbleiblich geworden wäre. Die deutschen Stämme gehören zueinander und es wäre vollends das Verderben Deutschlands gewesen, wenn die Revolution vom 9. November auch noch dem Einbeitsaedanken im deutschen Volke den Todesstoß versetzt hätte. Glücklicherweise hat sie das nicht getan, vielmehr ist sestzu- stellen, daß das Streben nach Einheit und innigerem Zusammenschluß heute stärker betont wird als vordem und sich bekanntlich auch auf die abgesprengten deutschen Brüder in Oesterreich erstreckt.
Die Behauptung ist aber kaum übertrieben, daß die stärkere Betonung des deutschen Einheitswillms nur möglich geworden ist durch das Festhalten an der Einheit Preußens unter Hervorhebung der grundsätzlichen Bereitwilligkeit, im Einheitsstaat auszugehen. Würde Preußen zerfallen, dann wäre die nachrevolutionäre Einzelstaaterei wahrscheinlich viel schlimmer und nachteiliger sich äußern als die Kleinstaaterei, die wir im alten Deutschland oft genug beklagen mußten. Solange andere Bundesstaaten an ihrer staatlichen Hoheit festhalten und für den deutschen Einheitsstaat sich nicht erwärmen können, muß auch Preußen gerade im Interesse der Einheitsidee und ihrer Verwirklichung seine bundesstaatliche Gestaltung bewahren und auf
junge Mensch stürmt hoffnungsfreudig in die Welt hinein, um recht schnell und recht ausgiebig sein Glück zu schmieden. Aber die Sonne des Erfolge? läßt auf sich warten. E§ kommen rauhe Winde und störende Regengüsse. Im Geschäft gibt es Schwierigkeiten über Schwierigkeiten; in der jungen Familie Krankheiten und vielleicht auch Reibungen. Der eine 'eiter anbete verliert den Mut. weil er glaubt, ihm sei doch kein Sommer beschieden. Muk verloren, alles verloren. Wer ausharrt, wird gekrönt.
Je schwieriger die Jugend war und Je Mühsamer ija§ Mcmnesalter, desto größer hie Seligkeit, wenn sich an der Schwelle de» Herbstes warmer Sonnenschein, günstiger Erfolg und häusliche Behaglichkeit einstellen.
Wer warten muß, soll nicht schelten, sondern bedenken: Im irdischen Jammertal wird allen Adamskin- dem ein Gemisch von Glück und Unglück beschieden. Jedermann, und sei er der klügste und beste, hak sein Päckchen an Mißerfolgen zu tragen. Wird ihm die erste Hälfte seines Lebenslaufes recht leicht und be- guem gemacht, so ist zu befürchten, daß er seine Por. tion von Aerger und Not im späteren Alter aufgehalst bekommt. Das ist aber schlimmer, wie die Prüfung in den frischen und rüstigen Jahren. Die alte Spannkraft an Leib und Soele hat dann schon nachgelchsen und zwar umsomehr, je stärker das Glückskind verwöhnt worden ist. Also wollen wir lieber den unvermeidlichen Kampf ums Dasein mit seinen Mühen und seinen Nackenschlägen zuerst durchmachen, um bann bei vor- gferückten iJrchren in einen wohlverdienten Friedensstand zu kommen.
Auch in den Ruhestand? In dieser Hinsicht möchte ich Vorsicht predigen. Wer noch körperlich rüstig und« geistig frisch ist, der bleibe bei der gewohnten Arbeit. .Denn die regelmäßige und befriedigende Tätigkeit ist das beste Mittel zur Lebensverlängerung. Daneben auch zur Erhaltung des Frieden? in der Familie. Denn der vorzeitige R ckiriti ber alte ' Leute führt erfahrungsgemäß häufig zu Mißverständnissen und Reibungen.
Wohl dem, der nach rauhen Lebensjahren einen schönen, warmen, Hellen Nachsommer beschieden be- kommtl Möge er den sonnigen Lebensabend recht genießen ohne aufreibenden Schweiß, aber in ausdauerndem Fleiß, dem Maße ber Kräfte angepaßt.
Im Herbst blühen auch noch schöne Blumen, wenn es au* nichc geixLe üppige Rosen sind.
usinem Referat über die allgemeine politische k8Rte der Zentrumssührer Abg. T r i m b o r n ^Rheinischen Zentrumsparteitage u. a. aus: E Tatsachen von größter Bedeutung sind sestzustel- und' infolge der Revolution haben sich die
«i be^ Zentrums in der Nattonal- wie in den
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trag auf Millionen von unschuldigen und wehrlosen Leuten gehäuft hat. Im kommenden Winter werden wir in Kälte und Entbehrungen erst recht lernen, unsere Besieger zu „segnen".
Wir wollen aber gerecht sein und anerkennen, daß der menschliche Wahnsinn auch in Deutschland zu Hause ist. Wie viel bester stände das deutsche Volk schon da. wenn nicht die tolle Streiterei und die ewigen Putsche unsere Kraft gelähmt hätten. Und in Punkt der menschlichen Grausamkeit müssen wir vor Entsetzen und Scham unser Haupt verhüllen, wenn wir die Berichte über den Geiselmord-Prozeß in München lesen. Was da auf der Anklagebank sitzt, sind wirklich vertier le Leute, denen das Quälen und Abschlachten von unschuldigen Mitbürgern eine ähnliche Wollust bereitet, wie dem Raubtier das Niederschlagen und Blutsaugen bei dem ersten besten schwächeren Wesen. Was da an den Geiseln in dem vollgepferchten Keller, auf dem Todcs- toege zur Richibank, bei der Erschießung und- sogar nach dem Tod noch gefrevelt worden ist, geht in der Tat über alle menschlichen Begriffe hinaus. Mm, spricht von „Blutrausch"; aber der Ausdruck ist noch viel zu zart. Hinter dem sog. Rausch steckt so viel niederträchtige kaltblütige Gemeinheit, daß man nur in Abwandlung eine» DicktersvrucheS sagen kann: Da
EE letzteren allein eine Regierung gebildet.
9 S ;n Preußen, Bayern, Württemberg, Baden und F Hlrrfjehen. 2n scharfen Gegensatz sind wir zu den - Nationalen getreten. Sie proklamieren W^rberstellung der Monarchie; sie bekämpfen die i üri sind hierin einig mit der Deutschen Volks- Auch im eigenen Lager wurden Stimmen laut: ist, jj nickst die Wiederherstellung ber Monarchie Etreibcn? Warum wir nicht völlig ablehnend gegen sichen? Warum tmr in ein republikanisches eintreten? Warum wir gar mit der Sozial- _j» Zusammengehen? Wir haben richtig gehandelt: Zer urteilen die Revolution zunächst 1 . Sie hat nicht den Verlust des Krieges hcr- lft war schon vor ihrem Ausbruch verloren, «-"hat Waffenstillstand und Frieden auf das Ungün- hecinslußt. Sie hat die choatifchen Zustände auf und wirtschaftlichem Gebiet«, unter denen mir leiden, bie zum großen Teil Folge des Kriegs- wesentlich verschärft. Heute noch fürchten viele, tommenbe Winter uns wieder spartakistisch« Zu- hringen wird, weil die Revolution alle Banden der fr Armee und Volk gelöst hat. Wenn wir uns aus den Boden der aus ber Revolution geborenen gestellt haben, so haben wir es getan, weil das ensinterefs« des Vaterlandes gebot, hen Boden der tatsächlichen Verhältnisse zu stellen Bekenntnis zur Monarchie als verpflichtenden atz aufzugeben. Wir wollen nicht in den verzollen Fehler der französischen Katholiken verfallen.
haben dadurch Deutschland vor dem Untergang überhaupt einen Frieden möglich ge» durch Schaffung einer als perhandümgsfähig an« Regierung und in schrecklichster Zeit und unter ierigften Verhältnissen einigermaßen für Ordnung
den Tag hin arbeiten, an dem drr Gedanke der d e u t- schen Staatseinheit Inhalt und Form gewinnen wird.
Daß wir dahin streben und unter dem Zwang der tatsächlichen Gegebenheiten streben müssen, ist jedem klar, der die nachrevolutionäre Entwicklung in Deutschland verfolgt hat. Die Monarchen sind fort und in Deutschland denkt im Ernste wohl niemand mehr daran, die gestürzten 22 Throne und Thrönchen neu aufzurichten; das Militärwesen ist vereinheitlicht und Reichssache geworden; auch die Eisenbahnen gehen aus den Händen der Einzelstaaten in Reichsverwaltung über und was am meisten ins Gewicht fällt, die F i n a n z e i n h e i t der Einzelstaaten ist nach Durchführung der jetzt in Angriff genommenen Reichsfinanzreform unwiderbringlich dahin. Die deutschen Einzelstaaten sind bereits heute nur noch Schatten der vorrevolutionären Bundesstaaten und ihre Machtbe- fugniffe beschränken sich heute auf die Verwaltung, das schul- und kirchenpolllische Gebiet.
Diesen Tatbestand muß man sich vor Augen Hal- len, wenn man zu der heute vielfach erörterten Frageprovinzielle oder bundesstaatliche Selbständigkeit? Stellung nehmen will. Bekanntlich hat die preußische Regierung der Landesversammlung bereits einen Gesetzentwurf über die Erweiterung der Selbständig- kettsrechte .er Provinzialverbände vorgelegt, ein Entwurf, der als Beginn für die lieber« tragung der heute noch einzelstaatlichen Machtbefugnisse auf die Provinzen angesehen werden kann, lieber das Ausmaß der den Provinzen zugestandenen Rechte wollen wir hier nicht sprechen, glauben aber doch sagen zu müssen, daß nur auf dem von der preußischen Regierung beschrittenen Wege der Gedanke des beut» scheu Einheitsstaates gewahrt und gefördert wird. Für selbständige staatliche Hoheit dieses oder jenes Landesteils kann sich heute nur noch einsetzen, wer dem deutschen Einheitsstaate ablehnend gegenüber steht. Sm Zentrum bricht sich aber immer mehr das Bestreben Bahn nach Schaffung eines organischen deutschen Einheitsstaates aus gleichberechtigten Stammesländern mit weitgehender Selbstverwaltung.
Eine Aufforderung zur Grubenarbeit.
Zur Kobkenfrage nahm in Berlin ein« stark, besuchte Versammlung der Funktionäre unb Arbeiterräte ber Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Stellung. Der erste Redner, Grubensieiger Werner aus Essen, behanbelte zunächst ben Rückgang ber Förderung und behmchtete bann auf gründ seiner langjäh» irigen Erfahrungen als Arbeiter unb Grubensteiger, »aß für die Grubenarbeiter im Ruhrrevier und auch in ben anberen deutschen Kohlenbistrikten besser zu leben sei wie als ungelernter Arbeiter in irgend einer beutschen Großstabt. Er sagte; Jetzt, nachdem die Verhältnisse bester geworden sind, die Willkür auf den Gruben aufgehört hat und die Arbeiter auf den Zechen das Mftbestimmungsrecht haben, kann man jedem Arbeiter raten, in ben deutschen Kohlenrevieren Arbeit zu suchen.
Unpolitische AeitlSuse.
N. 8 er Hn, 16. September 1919.
en, aber doch noch gekommen! Namen Sonnentags, die uns der launische Som» Schlüsse vorenthalten hatte. NäWe Woche Herbst Anfang" im Kalender. Es tontnti c äDI> als ob der Sommer erst an gefangen hak gescholten in bett naßkalten Monaten. Mr Versühnungsfest feiern. Wohl bem, Mnen vorgerückten Jahren bessert und wie» - - teaZ er im früheren Sturm und Drang Ende gut, alles gut. Die Gesamtbilanz s.M.Sommers ist doch günstig. Umgekehrt c?? >Mechter Schuh daraus geworden. Hätte erst eine trockene Hitze beschert, die ium Verdorren brachte, und dann ein -uegenwetter, bei bem die Kartoffeln in MftMlen mußten, wie ständen wir da ber» unserer Ernte, an der Schwelle
hat es doch gnädig gemeint. Viel Re. viel, so daß die reiche Brotfrucht nüs konnte. Nachträglich viel Son- ,»?■.,Wärme, so daß die späteren Früchte , können. Die Menschen können sich '-Gewalten nicht beklagen; sie stellen frei- bn- cC auf bie Probe, aber sie sorgen 8 . V für einen gedeihlichen Ausgleich.
. n Naturkräften ginge, könnte die : g2?°rn ein wirkliches Friedensjahr m-it er« co» ' begehen. Was bie Leiden des Ian- «n k’eüer verlängert, ist der Unverstand Menschheit selber macht sich unglück- u",r Stauben, daß sie die Gelegenheit be- dcv»:' ;v?m , Besiegten bis aufs Blut zu guä-
Leiö-^-sEben sie, daß sie sich selber in Scha- ’ Än verstricken. Die Völker bilden einen <Jtgc.Trt$ntu=, sind Glieder am Mensck- <TR?*’n her Fuß gecmetscht wird, tut's im bi-' ein großes Volk mißhandelt wird, anderen mit leiden.
itn c grausamste Raubtier auf Erden, noch nicht gemerkt hat, z. B. bei "UsbungcrungSblockade, der spürt es ►Mett n -s Frieden am eigenen Leibe durch A-emen, die er grausam^ Zriedensver-
Boden der Republik
9 gm Reich hat die Zentrwnsfraktion mit und Sozialdemokraten — und
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Druck der Fuldae-r Sletiesdruckerri in Fuld»
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I stand ziemlicher Materialschaden, aber kein Menschen- Verlust. Das Fehlen be» Zug-Schlußsignale» war leider übersehen worden; so daß da» Unglück eintrat.
][ Gedern (Bogelrbrv g). Durch eine explodierende Petroleumlampe extftatV) in der Scheune de» Landwirt» Philipp Haa» r.n Brand, der diese» Gebäude und zwei anbere- ©djeuntn samt allen Vorräten einäscherte. Eme Ältere Frau erlitt beim Anblick de» brennenden -Iebäudeblock» einen Schlag» anfall und starb, ei ft junge! Mädchen verfiel in Krämpfe.
-j- Haiger. Die Eel')<rüder Felix und der Bert« bald Kilian von hier waren vom Schöffengericht Dillenburg wegen Wildern» zu 2 bi» 4 Monaten Gefängni« verurteilt .worden. Auf Berufung von Verteidiger und Anwalt beschäftigte sich bie Strafkammer in Limburg mit bem Fall. Sie erkannte unter Hinweis auf bi e erschreckende Zunahme be» Wilbererunwesens gegujit bie Angeklagten jetzt Strafe» von 6 bis 18 Monaten Gefängnis.
(?) Büdingen. Geg;n ben unheimlich anwachsen» ben Schleichhanbel mit Betreibe unb Mehl hat jetzt bas Kreisamt schä rffte Maßnahmen burch Aufstellung vieler KommcUrbos, besonbers an ben Dreschstellen, getroffen. — ‘Unb trotzbem wandern Korn unb Mehl in unges g hlten Mengen, wie bie überfüllten Züge beweisen^ außer Laubes.
st Frankfurt a. M. Der frühere Bürgermeister bet Stabt Mühlhausen i. E., Regierung»rat Coß- manu, wurde zum., stellverttetenben Regierungspräsidenten der Stakst Frankfurt a. M. ernannt.! Damit sind die Unf,nträglichkeiten, bie sich infolge bet Besetzung Wiesb a'sens burch bie Franzosen für ben Verkehr mit be« Regierung entwickelt hatten,< behoben. Wie wir tojülter erfahren, wird Regierungspräsident Coßmann in absehbarer Zeit auch bi« Leitung de» FranlP artet Polizeipräsidiums über« nehmen und zugleich bie Neugestaltung des hiesigeni Polizeiwesens burchführen.
* Mainz. Die 8 isenbahnbirktion Mainz flüchte^ in bie Oeffentlichkei k, um bie häufigen^ Wünsche von! Privaten unb Vete tuen nach Souberzugen für Festlichkeiten abzuwehr>sn„ bie völliges Unvetstänb- n is ber ernsten K Men- unb Betriebslage zeigten. ,
* Kassel. Die Stadtverorbnetenvetsammlung bewilligte 2 Millio te« Mark für Beschaffung von Brennholz au» freu hessischen Forsten. Für 500000 Mark aus vorjähr jgem Einschlag befinbet sich noch auf Läget. Weite v. 50 000 Langmeter werden demnächst eingrf^Iagewu Da» Holz wird zum Selbstkostenpreis abgegeben.
* Heiligeustabt. Die Stadtverordneten beschloffen, die Hausbesitzer ai (Mördern, ihre HauSgrunbstücke, Erker und Dachges thosse zu Notwohnungen ausbauen zu lasten u |b zwar mit Beihilfe bezw. Kosten der Stabt. Für tfefen Zweck werden 50000 Marl zur Verfügung gestellt.
Na! Oderhrss«^: ««d de« Hess. Ketcftm,
♦ RommerShaizssen. Ein Wagen Hafer würbe dem Rittergutsbeflster Herrn AlbetSmann vom Acker gestohlen unb in ber Richtung nach Treysa fort- gefahren. ____, _____________
Vermischter.
♦ Aufgespießt. Einen schrecklichen Tod fand ber erst 27 Jahre alt» Lehrer Grüner zu Tiefenthal in Rheinhessen. Bei einer Arbeit mr einem Schuppen glitt er aus und ;Wrzte in einen unten befindlichen Stccketenzaun, wok»:t er förmlich mrfgespießt wurden Die Verletzungen Wirkten tödlich.
♦ Wie ber Staat «m Millionen betröge« wird! davon nut ein Beispiel. Auf dem Bahnhof Sieger, wurden bei der Mevision eine» Personenzuges 200 Fahrgäste beiderlei Geschlecht» angetroffen, die ohne Fahrkarten reiften. Jnfolgedesten ordnete die Er;en« bahn an, daß aryk allen größeren Stationen unmittelbar vor Abfahrt bi r Züge mit Hilfe der Poiizeiorgane gründliche Prüfungen der Fahrgäste stattzufinden haben.
* Der hermatt,-rbrmd. Ein großangelegter Schwrn« bei mit politische « Hintergrund wurde in den letzten Tagen in Detm iild au»geführt. Eine sehr vornehm auftretende Gese!» schäft, Damen und Herren, darunter zehn Herren in L )ffizreruniform. Hatten in einem ber ersten Gasthöfe üz Detmold Wohnung genommen. Die Herren ließen e» sfit ch sehr angelegen sein, unter Berufung auf hervorrageniu militärische Größen tn Deutschland, für einen sogenannten .Hermannsbund' zu werben, der auch bas ZieL verfolge, Kaiser Wilhelm II. wieder an die Spitze det Reiche» zurückzuführen. Da die Wer- ber die Mitgliedsgelder für den Bund, bie in bie Hun« bette und Tausende von Mark gingen, sofort einkaffier« ten, lebte die Gesellschaft herrlich und in Freuden, bi» eines Tage» eine Bank in Detmold einen Scheck nicht in Zahlung nafjtn. Da wurde der Gesellschaft in Det-
Kleines zeuilletou.
— Sd)tiei<(0n von Glas mit bet Schere. Geht bas? IawohU Der „Prometheus" in Leipzig zeigt es uns: Weim man ein Stück Fensterglas zu trgenb- etnem Zweck mrechtschneiden will, dann hat man meist keinen Glaser! Amanten zur Hanb, und wenn man einen hot unb will bem Glas nicht nur gerade, sondern auch gebogene Be'isenzungslinien geben, außer den gerade am Lineal zi». ziehenden Schnitten also auch gekrümmte ausführen, ttixm fehlt dazu das Kurvenlineal. Ein Stück Pappdeckel schneidet man mit der Schere ohne Schwierigkeit nach jeder ausgezeichneten geraden ober krummen Sirffe, und wie Pappdeckel kann man, un« gefähr wenigstens, auch Glas mit der Schere schneiden, wenn man wr den ganzen Schneidevorgang sich unter Master atz spielen läßt, und zwar so, daß sowohl das ganze gi beschneidende Glasstück wie auch die ganze Schere etwa 10 Zentimeter tief ins Master ein- tauchen. Die Form des gewünschten Glasstückes schneihet ma» zweckmäßig aus Papier aus, das man als Schabteste auf bas Glas legt, bamit man unter Master die Schnittlinien deutlich erkennen kann. Natürlich mittichdurch schneiden kann man mit der Schere nicht, je klarer die durch den Schnitt abzutrennenden Flachen fiiib, desto leichter ist das Schneiden. Will man also schien breiten Streifen von einer Glasplatte abschneiden, so tut man bas zweckmäßig in zwei Schnitten, deren jeder die Hälfte des Streifens abtrennt, un d so wirb man in jedem Falle danach zu streben halßen, daß der Schnitt möglichst nahe an der Kante des zu beschneidenden Glasstückes verläuft. Da bas Schnc Ben verhältnismäßig leicht und rasch vor sich geht, komrot es gar nicht darauf an, daß man zweimal oder breiraaf schneidet, um die mit einem Schnitt ab» jutrennenben Flächen möglichst klein zu halten. Bei kurzen unb häufigen sich bei der Härte des zu schneidenden Stoffes von selbst ergebenden Scherenbcwegup- gen ergeben sich ziemlich glatte Schnittränder. -a.
— Ransel. Nimm mir ein Nu — So bleib ick ein Nu. tAuflöjung: i«,mnuc>W —