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Abg. Frau Hetzdrrger (Ztr.): Zur Durchführung der ifeen Hufnabe de« Wohlfahrtlmmisterrums wird eS

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* Eine polnische Spionageorganifaffon wurde In Königsberg aufgedeckt und unschädlich gemacht. Ihr Zweck war die Feststellung der Stärke des Grenz­schutzes sowie der Truppenverschiebungen längs der polnischen Grenze.

* Ende des Kriegszustandes mit China. Reuter meldet au8 Peking: Eine Bekanntmachung der Regierung erklärt, daß kein Kriegszustand mehr zwischen Deutschland und China besteht.

Samen aufgeht, der noch jeden Tag ausgestreut wird und in München so entsetzliche Früchte gezeitigt hat. Das deutsche Volk ist immer noch vor die Entschei­dung gestellt, ob es zur Ordnung, Ruhe und Arbeit wiederkehren und in hartem Ringen am Wiederauf, bau des Vaterlandes zimmern oder ob es weiter auf der abschüssigen Dahn treiben will, um dann zum Spielball einer Horde von Verbrechern zu werden, die im gegebenen Augenblick die Herrschaft au sich reiften wird. _________________________

Die Boiksahstimmrrn- in den Grenzmarken.

Es ist Ehrenpflicht jedes Deutschen, der zur W- silmrnung in den Grenzmarken berechtigt ist, daß er daran mich teilnimmt. Tie Kostenfrage, die manchem, der zu der Abstimmung nach seiner Heimat reisen will, Sorge bereiten wird, darf als in befriedigender Weise gelöst werden. Durch Sammlungen und Stiftungen wird eS möglich, für diesen Zweck Mittel bereit zu hal­ten, unb kann es schon jetzt in Aussicht gestellt werden, daß den zur Abstimmung Reisenden die Kosten für Hin- und Rückfahrt erstattet werden und daß nötigenfalls be­sonders Bedürftigen ein weiterer Zusckuß gewährt wird.

Von den Behörden, wie von den Arbeitgebern darf erwartet werden, daß sie die MstrmmungSberechtigten zur Abstimmung beurlauben und ihnen die Gebührnisse für die Zeit ihrer Abwesenheit fortgewähren.

ES besttehen für alle Abstimmungsgebiete iprivate Vereinigungen, die sich die Aufgabe der Ermitt­lung von Abstimmungsberechtigten und Ifyte Rückführung in die Abstimmungsgebiete gestellt haben. Es sind dies: für Oberschlesien: Ver­einigte Verbände heimattreuer Oberschlesier, Abt. B., BreSlau 18, Kaiser Wilhelmplatz 20; für Ostpreri­tz en: Bezirksstelle Menstein deS ostdeutschen Heimat- oienstes, Earlshof bei Rastenburg (Ostpr.); für die west preußischen Kreise: Ostderrtscher Haimat- dienst, Abt. für Volksabstimnnmg in Westpreußen. El­bing; für S ch l e s w i g; Deutscher Ausschuß in FlcnS- bürg, Norderhosenden 20; für Eupen und Mal- mcdy: Vereinigte Landsmannschaften, Charlotten, bürg, Fasanenstraße 13.

Die nächste Pflicht jedes Stimmberech. tigten ist nun, unverzüglich der für ihn in Betracht kommenden Vereinigung oder dem Deutschen Schutz­bund folgende Personalangaben zu machen: 1. Vor- rmd Zuname (Frauen mich den Mädchennamen), 2. Stand oder Beruf, 3. GeknrrtStag und Jahr, 4. Ge­burtsort und Kreis, 8. jetzige genaue Anschrift. Je. der, der diese Angaben macht, erhält dann sofort nähere Mitteilungen über alle weiter zu unternehmenden Schritte. Von besonderer Wichftgkeit ist es. daß feder Abstimmungsberechtigte sich die erforderlichen Pa. Pier« rechtzeitig besorgt. Genaue Bestimmunojen über die Art der notwendigen Ausweise hak die En- tenfe nicht bekannter geben. Als sicher darf aber gelten, daß der Geburtsschein und bei verheirateten Frauen eine Verheiratungsurkunde gefordert werden. Die Pa. Piere werden von den betreffenden Aemtern unerck- geltlich ausgestellt. ,

Wer ist stimmberechtigt? In Ost. und Westprentzen all« Persou-n, die bei Fnkrasttreten de? Friedensvertrages das 20. Lebensjahr vollendet haben und im Abstimmungsgebiet geboren sind oder seit einem noch festzusetzenten Zeitpimkt dort wohnen. In Ober- schlcsien alle Personen, die vor dem 1. Januar des AbstimrmingSjahres das 20. Lebensjahr vollendet ha­ben, und die in der Abstimmun^zone geboren sind oder dort seit, einem noch festzusetzenden Zeitpunkt wenig- stnes seit dem 1. Januar 1919 dort wohnen. In Schleswig alle Personen, die bet Inkrafttreten des FriedenzvertrageS das 20. Lebensjahr vollendet haben und in der Abstimmungszone geboren find oder seit einem noch vor dem 1. Januar 1900 liegenden Zeit- punkt dort wohnen.

Wann wird abgestimmt? Der Frieden?!,», trag fetzt die Fristen über die Abstimmungen im ein. gclnen fest. Sie werden später noch näher bekannt ge. geben werden.

Schritt gehen können. Aber übermätzige Sparsamkeit wird sich dabei nicht üben lassen,

Freitag: Fortsetzung. Vorher Beratung über die Gütertarife der Staatseisenbahn.

DaS ist die Sühne für das entsetzlich« Ver­brechen, das am 30. April im Luitpoldghmnasium verübt wurde, die Ermordung von zwei Regierungs­soldaten und die Hinschlachtung von acht völlig un- fchuldigen Menschen, die die Gewalthaber der Münchner Räkeherrschaft al- Geiseln festgenommen hatten. Die öffentliche Verhandlung hat Grausamkeiten aufge­deckt, die dar Blut in den Adern erstarren mache». Ohne einen Schein des Recht», ohne den Schatten eines Beweises, ohne Verhör und richterliches Urteil, sind die Unglücklichen in der viehischsten Weise hin­gemordet worden. Hingeschlachtet von einer gemeinen Verbrecherbande, deren Mitglieder sich in Schamlosig­keiten in der Behandlung der Beiseln übertrumpfte» Die armen Menschen wurden zuerst eitrige Tage in einem stockfinstern, muffigen, mit einer dicken Schlammschicht bedeckten Kellergewölbe, wie Säcke ge- pfercht, gefangengchalten, bei einer barbarischen Huri- gerkur seelisch und körperlich auf das Entsetzlichste ge­peinigt, indem man ihnen Tag« vorher tfjt Schicksal mitteilte, und dann, am 30. April, gegen 6 Uhr abends, auf dem Hofe des Luitvold-Gnmnafiums auf Befehl desKommandanten" Fritz Seidl von einer Rotte eiskalter Mörder niedergeknallt. Den greifen Professor Berger haben sie mit Rippenstößen auf den Mordplatz geschleift und ihm mit Dum-Dum-Geschos- sen den Schädel zerschmettert. Die Gräfin Westarp wurde noch als Leiche von einem der Rohlinge ge­schändet. Heber die andern Blutverbrechen ließen sich ähnliche Scheußlichkeiten sogen. Als die Verbrecher sich im Besitze der Gewalt über ihre Opfer fühlten, waren sie die Brutalität und Selbstbewufttheit selber; vor Gericht waren sie klein und häßlich und beschuldig­ten einander wie feige Memmen. Mit Vorliebe be­lasteten sie ihre bereits toten Kumpane, und wenn nichts mehr ziehen wollte, versuchten sie, die von ihnen irrgeführten und verhetzten Masten für den zehn- fachen Mord verantworüich zu machen. Dasgrol­lende Volk" habe auf Erschießung der Geiseln bestan­den! Dabei waren nur sie selbst es, die in sinnlosem Machtrausch und in teuflischen Dluüurst ihr erbarm» lickies Mütchen ui kühlen luchten. S>e alle hatten, obwohl noch verhällnismäßig jung, bereits ein statt­liches Sündenregister aufzuweisen, manche von ihnen waren an Körper unb Geist schwer verseucht. Und solchem Auswurf der menschlichen Gesellschaft ver­trauten deren angebliche Erneuerer und Verbesserer, die Häupter der Münchener Räteregierung wichtige Posten mit entscheidenden Rechten an! Die Scham- röte steigt einem ins Gesicht, daß sich die eigenen Volksgenossen zu solchen Schandtaten herabwürdigen konnten.

Die grauenhaften Ereignisse sind ein Sittenbild, eine höllische Ausgeburt unseres materialistischen Zeit­geistes und die Konsequenz der im Kriege groß ge­zogenen Nichtbeachtung und Entwertung des mensch­lichen Lebens. So betrachtet, trifft die Schuld nicht allein die setzt verurteilten Verbrecher, sondern auch jene, die d-e Voraussetzungen geschaffen zu der Ent- wicklung unserer heutigenKultur". Darum ist es unsere traurige Pflicht, hinein zu leuchten in die Ab­grundtiefen tierischer Bestialität, damit man im Lande die Wahrheit erfahre über die Praxis desmenschen- verbrüdernden- undneue Kultur" bringenden Kommunismus und hieraus seine Folgerungen ziehe. Das schauerliche Bild, das der Prozeß gewährte, ist eine drohende Mahnung an das deutsche Volk, zur Vernunft zurückzukehren und der Verhetzung, deren Apostel immer noch das Land durchziehen, einen unüberfteigbaren Damm entgegenjubouen. Die Gefahr, der München erlegen war, ist in un­serem Vaterlande auch heute noch nicht gebannt, darum sollten alle sich vor Augen führen, wohin wir kommen können, wenn die Verhetzung weitergeht, wen« i>er

Preußische Larrdesverfrrmrnlrmg.

Sitzung vom 18. Sept.

Aach Erledigung kleiner Anfragen wird die zweit« Etatsberatung beim Etat de» Ministeriums für Bolkswohlfahrt fortgesetzt.

Abg. Lberrbach (Dnat. 83p) empfiehlt einen Antrag zur Förderung Les KleinwohnunglbaueS.

Aba. Müller-Hannover (Soz.) ersucht die Regier»ng, die Stadtverwaltung zum Erwerb von Land anzuhal- ten, da» sie an die Einwohner zur Anlage von Klein- gärten abzuaeben hätten.

Abg. rukaffowitz iDnat. $8p.) fragt die Regierung, welche Maßnahmen sie ergreifen werde, um dem jetzt- gen WohnungSmanoel erfolgreich entgegenzuwirken.

Abg. Branbtnbnrg (Soz.): Erste und wichtigste Auf. gäbe bei Volkswohlfahrtsamtes wird die Bekämpfung der Tuberkulose sein müssen. Auch der Ausbreitung der Geschlechtskrankheiten muß es energisch entgegen- wirken.

erheblicher Nittel bedürfen. In der Wohnungsfrage sind wir so schon an der Grenze del Erträglichen an- gelangt. (Sehr richtig!) Es ist kein Wunder, Seit über fünf Jahren ist kein Neubau durchgeführt wor­den. Schleunigste Abhilfe ist also notwenoia und c3 ist zu begrüßen, daß auch das Reich hierzu 150 Millio- neu Mark beisteuert.

Abg. Dr. Schloßt«»»» (Dem.): Die Ausbreitung der Tuberkulose erfüllt un» mit schwerster Sorge. Den Hebamm«n mutz man auf irgendeine Art die Beamten- eigenschaft beilegen. Wir muffen volle Gewähr dafür haben, daß nur gut vorgebildete Frauen mit diesem wichtigen Amte betraut werden.

Vol.'Swohlfahrtsminritcr Skaenoafa: Die Anre- gungen der Redner werden forgfältige Prüfung finden. Zur Regelung des Hebammen, und HaitekiuderwesenS wird eine Sachverständigenkonserenz zusammentreten, zu der Parlamentarier, Serzte und Hebammen zu-e- zogen werten sollen. Die Einrichtung meines Mini­sterium» hat mit wesentlichen nutzeren Schwierigkeiten zu kämpfen. Es handelt sich um die Einrichtung von drei Abtestnngen: 1. Wohlfahrtspflege und Jugendfür- sorge, 2. Wohnungswesen, 3. Medizinaiwescn. ES ist noch nicht gelungen, ein in sich abgeschlossene» Gebäude für diesen großen Betrieb zu finden. Der Wohnung!, not werden wrr erst dann mit Erfolg begegnen können, wenn die Kohlenfrage gelöst sein wird. Wir werden in der Wohlfahrts- und Jugendpflege nur Schritt für

bfogt. $ie berliner Metallarbeiter.

k$mtto04.c$ Ergebnis der Streikabstimmung, die rSteter j?1 ^^Cnrbriterbctbanb in einer tiQn», betriebe vorgenommen wurde, noch " en fLtlDoti>tn ist, kam e$ gestern schon bei iwe». äotrmen .der Metallindustrie zu Teil» öiese auch im Augenblick nicht M sich h ^sben, so liegt doch der Umstand, urchweg um Facharbeiter handelt, die

unseren Gefangenen in Frankreich,

»hie körperliche «nd seelische Verfassung.

$ Verirrter deS W. T. B. in Versailles hatte it Major ®raubt nach seinen Besuchen in lEhtoen und französischen Gefangenenlagern zu m fragte ihn über die Eindrücke, die er bei ^suchen gewonnen habe. Major Draudt er. gooeit ich S beurteilen kann, liegt kein Grund *£. materieller Beziehung sich irgendwie die (Befangenen in Händen unserer bisherigen Gegner zu beunruhigen. Die Leute sehen und aut ernährt aul. Am letzten Eamltag jch feststellen, daß in einem Gefangenenlager »ieargefangenen zu Mittag reichlich Fleisch und jräftiee Suppe aus Hülsenfrüchten erhielten. Ich «ich länger mit den deutschen Köchen unterbau gie sagten mir, daß die Kriegsgefangenen jetzt i* täelrch einmal Fleisch in ausreichendem erhielten. Die Brotration mutz als genügend werden. Die Kantinen sowohl in den fran- yie in den englischen Lagern stehen allgemein Verwaltung deutscher Gefangener. Sie werden b beliefert. Je nach Bedürfnis können von efangenen bei den Kantinen Bestellungen ge. werden, denen nach Möglichkeit entsprochen !l!S mustergültig mutz ich die Unterkunft in den mir besuchten englischen Gefangenenlagern bei

-sur-Mer bezeichnen. In den französischen ht bet ehemaligen Kampfzone, die ich sah, ist Unterkunft primitiv. Sie entspricht aber ganz den ifsen, unter denen die dortige Bevölkerung steht.

xichtso gut ist eS um die se elische Verfassung üriegigefangenen bestellt. Die teilweise lange bie sie hinter Stacheldraht verbringen mutzten, Natürlich nicht ohne Folgen geblieben, und nament- bw, denen der Hang zum Grübeln und Nachdenken

ist, bangen nicht nur um ihre eigene Zukunft, auch um die Zukunft ihres Vaterlandes, und möchte ich da durchaus betonen. Fast immer habe dal Gefühl einer heißen Vaterlandsliebe bemerkt, deshalb glaube ich auch sagen zu dürfen: Wir be.

n ein gutes Menschenmaterial zurück, , einmal in die Heimat zurückgekehrt, nur des Se­her Liebe der Heimat bedarf, um freudig mit- n an der Wiederaufri chtung Deutsch- Ich bin natürlich mit Fragen bestürmt worden.

das kleinste interessierte. Man wollte nicht nur en, wie man in Deutschland jetzt lebt, sondern ob art die Kriegsgefangenen denkt, und bei dieser enheit stieß ich in einigen Fällen auf den Glauben (Befangenen, die Heimat bemühe sich nicht eifrig um ihre Heimkehr. Das ist verständlich au5 angel an Zusammenhang mit der Heimat und « Umstande, daß die Briefbeförderung teilweise zu --'dien übrig läßt. :

Der Vertreter W.T.B. fragte hierauf Major ©raubt

welchen Bedingungen arbeiten unsere Kriegsge­men in den zerstörten Gebieten Nord- nrreichS?" Major Draudt antwortete: ^Klagen zu starke Inanspruchnahme unserer KriegSgefan.

sind mir nicht zu Ohren gekommen. Ich habe meiner Fahrt wiederholt beobachten können, daß Äe Kriegsgefangenen mit Bauern einträchtig zufam.

auf dem Felde arbeiten, und konnte auch feststellen, sie zum Teil ohne direkte Bewachung bei den einquartiert sind. Die eigentlichen öufräu- eiten finden unter Aufsicht französischer Wach.

[aften statt, über deren Verhalten ich keine Kla- gehört habe. Such in den einfachen Lagern der wen Kampfzone sand ich, wenn auch mit primi- Witteln, kleine Theater, auf denen die KriegSae- sich durch selbst zurechtgeschaffene Stücke Er-

wid Anregung verschaffen. Wie oft hat man in deutschen Presse gelesen, wie unrecht cs sei, unsere ngemn zu den Wiederaufbauarbeiten in den nörd- Depariements von Frankreich heranzuziehen. Ich re im Gegensatz zu manchen Auffassungen in der Hei-

Ansicht dahin aussprechen, daß man gerade in -lrbeit unserer (Befangenen in der ehemaligen Kampf- ,-n fMiffes völkerversöhnendes Moment sehen kann. 015 '4 diesen Gedanken vor unseren Kriegsgefange» ^Oprochen habe, habe ich mich außerordentlich ge- «h er von den Kriegsgefangenen aufgenommen .Ich glaube, daß die Weit, wenn erst die Kriegs» überwunden ist, sich zu gemeinsamer Wieder» rusammenfinden mutz.

Deutscher Reich.

* Die Vereidigung der Truppen auf di« Beesas- suua. Die Vereidigung der Angehörigen der Wehr» macht ist jetzt vorn Reichrwehrminister ang-ordnet worden, eie soll sich in würdiger Form, aber ohne kirchliche Feier vollziehen. Ein Offizier spricht den Eid vor, und alle sprechen ib» nach.

Beseitigung der Kaisrrbildern auS den Schul­bücher». Während noch immer neue Schülerstretk» wegen der Entfernung von Kaiserbildern aus derr Schulen gemeldet wird, ordnet ein neuer Erlaß des Unterrichtsministers Hänisch die Entfernung aller Bilder des Kaiser» und der kaiserlichen Fam'lte au» den Schulbüchern bei notwendig werdenden Neu^ drucken an. Auch Leseftückr, tie sich in ackekvottscher Weise mit der bisherigen Kaiserfamilte beschäftigen, sollen auSgeschaltet werden. Geschichtlich beseutung?» volle Bilder und Erzählungen werden von oteser Maßnahme nickt berührt.

* Provinz Obrrschlrsie«. Zwischen dem Rerch»-- kabinett und der preußischen Regierung ist ein Hebei» einkommen dahin getroffen, daß sobald rote möglich vermutlich schon bis zum 1. Oktober für Oberschlesien die provinziell- Selbständigkeit fteigt» stellt werden soll. Es wird ein vorläufiger Lander­rat gebildet, der sich aul den obrrschlesischen Miri gliedern der Nationalversammlung und der preußi­schen Landerversammlung und einer Anzahl Pro­vinzvertreter zitsammensrtzen soll, die von den pob Nischen Organisationen zu wählen sind. Aul diesem Landesrat soll ein Staatsrat von drei Männern gebildet werden, einem Mehr^eitsfozialisten, einem ZentrumSmann und einem Polen, der die Verwal­tung zu führen bat.

Dingelstädt. Zu 'einer gewaltigen Kundgebung, des Eich?selbes für die Z e n t r u ms p a rt e i gestaltete sich die Versammlung, die an dem großen Wallfahrts. tage am 14. September unter freiem Himmel , abgehal­ten wurde. Studienassessor Pradel aus Heiligenstatt, der nebenamtlich die Stelle als Parteisekretär für das Eichsfeld verwaltet, sprach über das Zentrum als chrfft- liche Volkspartei, Abg. Pfarrer Maxen aus Hannover- Linden über Christentum und Verfassung. .

Krefeld. Em Katholikentag für den nieder- rheinischen Bezirk fand in Krefeld unter riesiger Bo teilfaung statt. Ein Festzu« von 15 000 Teilnehmern leitete ihn ein. Kirche und Schule, Religion und Ar. beit waren die Gegenstände, die sowohl im großen Saal der Stadthalle als in sieben Kirchen von geistlichen uni weltlichen Rednern behandelt wurden. Die Stadt« Krefeld, M.-Gladbach, Rhchdt und Neutz beschlossen^ derartige Katholikentage künftig jede! Jahr gemeinsam z« veranstalten, abwechselnd in den einzelnen Städten Der großen Zentralversammlung in der ' Stadthall wohnte Dompropft Dr. Middendorf als Vertreter des Kardinals bet. Prof. Dr. Wirtzfeld als Vorsitzende des Arbeitsausschusses und der Vertreter deS Erzbischöfe betontee in ihren Reden die Bedeutung del katholischen Glaubens für den Wiederaufbau Deutschlands. In einer Resolution versprachen die Versammelten, mii ihrer ganzen Ara ft für die Verwirklichung der katho lischen Grundsätze im öffenL Leben einzutreteq und forderten volle Freiheit im'religiöS-kirchl. Leben und daS Recht der katholischen Eltern, den Geist des Erzrehung und deS Unterrichts ihrer Kinder selbst y bestimmen. Alle Glaubensgenossen werden aufgerufen, in Beruf und öffentlichem Leben ihren Glauben fest zu bekennen und zu betätigen, und in ihm Kraft zu suchen für den Kampf gegen die schrankenlose Sucht unserer Zeit nach Reichtum, Macht und Genuß. Der zweite Tag brachte eine glänzende Frauenversammlung und eine stark besuchte Versammlung de» Volksvereinl für dal katholisch, Deutschland. Zwischendurch befaßten sich Konferenzen mit der Frage einer Gemeinschaft«, arbeit der katholischen Vereine in der Frage der Aus­gestaltung der Müttervereine, also Problemen, deren glückliche Lösung daS praltische religiöse Leben stark befruchten durfte.

Rheinischer Zentrumsparleitag.

Köln, 16. Sept. (Sergi. Nr. 214.) In seinem Referat über die allgemeine politische Sage ging Abg. Geheimrat Trimborn von der Tat­sache aus, dcß das Zentrum sich auf den Boden der Republik stellte und im Reiche mit den Sozialdemo­kraten und Demokraten eine Regierung gebildet habe, er beleuchtete die Gegensätze mit der Deutsch-Nationalen Partei und betonte, daß das Zentrum durch seine Politik im Reiche den Frieden ermöglicht und nament­lich in der Reichsverfassung den Fortbestand Deutsch. landS gesichert habe. Sodann ging der Redner auf den Einheitsstaat und die bundesstaatliche Politik des Zen­trums im Reiche ein, würdigte den Artikel 18 der Ver. faffrmg und die sog. Sperrfrist für die Rheinland«, Ferner behandelte er die neuen sozialen und wirtschaft, lichen Gesetze, forderte die Beschleunigung des Abbaus der Zwangswirtschaft, verurteilte scharf oaS Schieber, tum und erörterte des näheren die Räte- und Arbeiter, kammernfrage. Das Handwerk, der Mittelstand, die Angestellten- rmd Beamtenfragen erfuhren eine sach­gemäße Kritik vom allgemeinen und Parte:standpunkt aus Auch die Finanzlage fand eine eingehende Dar­legung. Notwendig sei entschlossene Politik; starke! Führung, keine Quertreiberei. Das Ziel müsse sein: Nevausbau der Finanzen nach den Grundsätzen der so. zialen Gerechtigkeit.

Jgi der anschließenden D e b a t te wurde nach ein­gehender Kritik eine erfreuliche Uebereinstimmung in der Beurteilung der Arbeit der Funktionen und deS Eintritts bc5 Zentrum? in die Regierungsmehrheit er­zielt. ES zeigte sich, daß die Wähler die Wirksamkeit hrer Vertreter verstehen, billigen und u n» terstühen, daß si- keine Gefühlspolitik treiben, son. Lern mit nüchterner Ueberlegung auch in wenig ange­nehmer Gemeinschaft immer streben wollen nach dem Besten, waS zurzeit für das Vaterland und für unser Ideal sich erreichen läßt.

Der zweite Tag brachte zunächst ein äußerst ein­drucksvolles und glänzendes Referat des Abg. Tr. K a a S (Trier) über Schul« und Kirck e, worin er einen UeberblicI über die Ergebnisse der sckwierigen, aber doch erfolgreichen parlanrentarifchen Arbeit des Zentrums auf dem kulturellen Gebiete gab. Er hob dabei hervor, daß wir zwar von vielem schmerzlich Ab- chied nehmen müssen, WaS uns lieb und wert war und grundsätzlich das System be5 religiös neutralen Staates verurteilen, der keinen Gott kennt, daß aber auch diel bisherige, vom unduldsamen Eeheimratsgeist durch­weht« Einwirkung des Staates auf die kircklicke Aemtcr- verleihung, auf die Besetzung der Bischofsstüble, Kano- nikade und staatlichen Patronatsstellen wegfällt. Sach­sen, Braunschweig und. andere Hochburgen konfeffionel- ler Engherzigkeit mutzten vor den Paragraphen d«r neuen Verfassung ihre eifersüchtig belvachten Tore öffnen. An un? werde es fein, die neugewonnen«

^chttgreilserklSruttg M Artikels 61.

«t Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten r.llntrrzeichnung deS Protokolls zur Nichtig- k.,,. un9 ^2 ArtikelsKl zugestimmt. Die Reich?» nj!? Wird der Entente durch den Freiherrn -Ja.». * mitteilen lassen, daß Deutschland ihrem Nachkommen wird. Es handelt sich 6t* nm die Berfaffungkbestimmung, die den ^.-""ichluft Deutsch-Oesterreich« an Deutsch- »orpeht, eine Bestimmung, von der die Entente ete, haft si, dem FriedenSvertrag widerspreche.

des belgischen

Gesandten in Holland, t ^kuterrneldung har Carton de Äiart, In,9 Gesandte *n Holland, seine Abberufung tert ^Eiritt hängt mit der Verschärfung zu- «t 9». b,er belgisch.holländiiche Konflikt in der -.^fahren hat. Die Thronrede, mit der nai^k b'-e Königin Wilhelmina das neue der hrlländischen Generalstaaten er» JsHrWa) ausdrücklich von der Beeinflussung der -tR iu Belgien durch die schwebende Streit- ^'-.dedinguvze« für Bulgarien.

JRat der Alliierten hat den Wortlaut ,^^"9ungen für Bulgarien endgültig s io sit Westfront Bulgariens anbe-

> r?äen Griechenland zugeteilt wor- zKM'ihg,' -^siarien erhält die Versicherung, einen #,' . dem Aeoäischen Meere zu erhalten, r* 3titTnne ^^kpfiicht wird abgeschafft. In l,ülenttTe- bon längsten? 37 Jahren ist eine ^^igung von 2V« Milliarden Zur Beantwortung des Frie- tolt° Bulgarien eine Frist von 20 Tagen

Befürchtung nahe, daß «S bei längerer Dauer der Arbeiüverweigerung zu völliger Stillegung der Be­triebe kommen könnte. Ta bei der großen Mehr­heit der Arbeiter wenig Geneigtheit für einen Gene­ralstreik besteht, scheinen die radikalen Elemente im Metallerbritervrrband auf diese Weise die Metall­industrie zur Stillegung ihrer Werke zwinge» zu wollen.

Spartakistisch« Unruhen in Braunschweig.

In der stiach'j zum Donnerstag haben in ver­schiedenen Stadtteilen von Braunschweig einheimische und von auswärts zugezogenr Matrosen und Spartakisten wohlvorbereitete Unruhen ver­ursacht. Arn Hauptbahnhof und in seiner Umgebung bedrohten einige hundert Spartakisten und zweifel­hafte Elemente eine kleine Abteilung der Reichs­wehr, die umzingelt und festgehalten wurde. Nach längeren Bemühungen gelang es einem größeren Truppen aufgrbot, ohne Blutvergießen die bedrohten Soldaten zu befreien unv die Spartakisten zu zer­streuen. Im Laufe der Nacht sanken außerdem be­drohliche Zusammenrottungen am Westbahnhof und in der Nähe der Wolfenbütteler Straße statt. Auf die militärische Wache am Guerumer Walde, wo sich ein Muuitions- und Waffendepot der Reichs- wehr befindet, wurden gleichzeitig spartakistijche Angriffe versucht. Die Spartakisten feuerten dabei mehrere scharfe Schüsse auf die Wache ab und verwuridrten einen Soldaten. Die Täter sind uner­kannt entkommen. In den Straßen der Stadt werden seit mehreren Tagen auffallend viel aus­wärtige Spartakisten beobachtet, ferner kommen größere Kommandos von Matrosen oder in Matrosen­uniform gesteckter Leute in Braunschweig an, sodaß man mit neuen Gewaltversuche« zum Sturz der Braunschweiger Regierung rechnet.

DaS Urteil im Geisslmorvprozetz.

Sechs Todesurteile.

* München, 18. Sept. In dem Münchener Geisel­mordprozeß wurde heut» nachmittag daS Urteil verkündet. DaS BolkSgericht sprach gegen die Haupt­angeklagten Fritz Seidel und Schickelhofer wegen je zwei Verbrechen de» Morde» je zweimal die Todesstrafe auS. Die Angeklagten Wid l, Jofef Seidl, Pürzer und Fremer wurden wegen Mittäterschaft gleichfalls zum Tode, die Angeklagten Kick, Heffelmann, Lermer, Hanne«, Huber und Rieth- meier wegen Beihilfe zum Morde zu je 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Boelkl und Schmittele wurden freigefprochen. Perermaier außer Verfolgung gesetzt.

Verantwortlich für den redaktionelle» Teil: Karl Schütte, I <Q 1QIQ I Verla, »er FuldaerH-tiendruckeroiwFulda.-Preilmo»»«. I AR 3(ihn)

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