Christliche Gewerkschaften nnd
katholische ffpachadteilungen.
Kardinal von Hartmann hat dem Generalsek. retär de» Verbände» der katholischen Arbeitervereine, Sitz Berlin, folgenden em stimmigen Beschluß. derFnldaerBischofskonferenz znqehen lassen.
„Dringend erwünscht im Interesse der Einio». keit unter den deutschen Katholiken und im Interesse der katholischen Arbeiter ist eine Eininung unter Len kath. Arbeitervereinen (Sitz Berlin) und Len christlichen Gewerkschaften, sei e» in Form einer Einigung beider, sei ti in Form freundschaftlichen Zusammen, gehen?.
Die Ausführung solcher. Einigung ist den beiden Organisationen zu überlassen.
Eine erneute Anfrage an den Heiligen Stuhl in dieser Angelegenheit ist überflüssig."
richtungen im Simie der Selbstregierung eines mündigen Volkes ausbauen und nach Kräften an der geistigen Hebung von Nation und Weit Mitarbeiten. Dazu bedarf es der Besiegung der überall oben und unten lauernden Anarchie, der Ertüchtigung des ganzen Volkes und der Aufrichtung eines wohtdiszipiinierlen, auf der Freiheit ruhenden Rechtsstaates.
In einer Konferenz der Vertreter der deutsch-österreichischen Länder betonte Staatskanzler Dr. Renner, daß nach seinem Gcbietsstande der neue Staat wesentlich die deutschen Alpenlande darstclle. Deshalb würde der Raine „Deutsche Alvenlande" dem Staate am besten entsprechen. Er werde den deutsch-österreichiscken Länderbestand wahrscheinlich auch verfassungsmäßig zukünftig bezeichnen. Weiter sagte er: Nachdem uns der Weg des Anschlufsies an Deutschland im Augenblick verlegt ist, hat unser Staat dieselbe geographische, rechtliche und wirtschaftliche Lage wie die Schweiz. Es dürfte für uns zweckmäßig fein, den Staat ccks Bund sich selbst regierender StA>te und Landschaften zu organisieren. Zu dem Verbot des Anschlusses an das deutsche Mutterland betonte Renner: „Wir wollen den Gedanken der völligen Gemeinschaft im Herzen unserer Völker wach erhalten, immer aber mit der klaren Betonung, daß dieses Ideal praktisch nur erfüllt werden kann und hoffentlich auch erfüllt werden wird im Einverständnis mit dem Völkerbund."
4* | für »ie Rngtigrit: * erteilet, gulk«.— Xot<ti»*»>t*V | Mittwoch 17. September !919. |
Deutscher Reich.
Berlin, 15. Sept. Au» Newyork wird gemeldet, bah Max Anemh, der Chefredakieur der ,Newyork»Times" zum amerikanischen B o t sch af t er in Berlin ernannt ist. Seine (Ernennung soll offiziell mitgetetlt werden, sobald der FriebrnSvrr» trag ratifiziert ist. — Der Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten trat am Dienstag nachmittag unter dem Vorsitz des 216g. Schetdemanre zmammen. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit der deutschen Antwort auf die letzte Note der Entente. E» ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die von der (Entente geforderte schriftliche Erklärung üb-r die Ungültigkeit aller Verfassung»bestimmungen, die sich nicht mit dem Friedensvertrage decken, gegeben toey. den wird.
* Eine Balntakonferenz unter Vorsitz de» Reichs« finanzminifterS Erzbergrr fand am Dienstag im Rcichsjchabamt stau. Es wurden alle aktuellen Fragen, die mit der w ueren Mar! E ».Wertung im Auttand zuiuurmenqangen, ringehrno erörtert. Von den Beteiltgten wie» »an in der Hauptsache immer wieder darauf hin, daß e» zur Abwehr eine» weiteren Vatutasturzes unbedingt erforderlich ist, un- jcre Zollgrenzen im Westen wieder aufzurichten.
* Dir Enlenke-Kommisfion zur Ueberwachung der deutschen Abrüstung ist in Berlin eingetragen und wird ihre Unterkommissionen in die wichtigsten deutschen Städte senden. Damit stehen wir also i» unserem eigenen Lande unter fremder Kontrolle.
* Der sozialdemokratische Barleitag für Sachsen nahm mit 59 gegen 24 Stimmen einen Antrag an, wonach zum Zweck der Regie rungsumbil- düng mit den Unabhängigen verhandelt werden soll. Ein Antrag, bei der Regierungsumbildung mit den Demokraten zuscmnnenzugehen, war mit 63 gegen 43 Stimmen abgelehnt worden. Der ganze Lan- desvorstand und alle anwesenden Minister hatten für diesen Antrag gestimmt. Wirrschaftsminister Schwarz hatte in der Aussprache geäußert, im neuen Deutschland gehe es den Arbeitern ncch lange nicht gut. ES sei nicht loahr, daß wir bei höheren' Löhnen mit dem Auslände nicht mit konkurrieren könnten.
* -Braunschweig. Bei den Ma^.jrrakSwalilen im Freistaat Braunschweig wird ein starker Rückgang der sozialistischen Stimmen beider Richtungen "fest- gestellt.
Rheinischer Zenftumsparkettag.
** ll'öln, 16. Sept. Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung trat gestern hier der rheinische Zentrumsparteitag zusammen. 1L a. nahmen euch teil die Minister Dr. Bell und Stegerwald sowie Unterstaatssekretär Busch. In seiner Eröffnungsansprache wies Geh. Rat T r i m b 0 r n auf die seit dem letzten Parteitag Ende März 1918 hereingebrochenen großen Ereignisse hin, die es mit sich brächten, daß die Diskussion lebhafte Formen annehmen werde. Die in den Kreisen der Parteifreunde im Laufe der letzten Monate angehäuften Mißverständnisse und Berstim- mungen würden sich hier und da in lebhafter Weise Lust machen. Das schade nicht. Aber man dürfe bei aller Freimütigkeit im Wort die Ruhe und Besonnen- heit nicht verlieren, namentlich nicht vergessen, daß, wie das gesamte Vaterland, auch unsere Partei sich gegenwärtig in einem kritischen Augenblick befinde. Abg. Oberlandesgcrichtsrat Marx erinnerte daran,
gegenwärtig Geh. Rat Trimborn auf eine 25jäh» rige Tätigkeit als Vorsitzender der Rheinischen Zentrumspartei zurückblicken könne. Der Parteitag dürfe die Gelegenheit nicht ohne Bekundung tiefgefühlten Dankes für feine Verdienste in opferwilliger erfolgreicher Tätigkeit vorübergehen lassen. Als äußerer» Ausdruck der Dankgefühle überreichte er ein Gedenk blatt. Der Beirat der Rheinischen Zentrumsparttz ließ unter humorvollen Anspielungen eine silberne Tabakdsse überreichen. Herr Trimborn dankte in Herz lichen Worten und erklärte, dem Zentrum fein«
♦ Tie frühere Kronprinzessin hat gestern von Holland die Rückreise nach Deutschland angetreten.
* Bekehrte Kommunisten. Die steirische Gruppe der deutsch-österreichischen Kommunistenbeschloß, sich vom Kommunismus loSzusagen und wieder in die sozialdemokratische Partei einzutreten. Di« Ereignisse in Deutschland und namentlich in Ungarn hätten gezeigt, daß die Errichtung einer rein sozialistischen oder kommunistischen Gesellschaft zurzeit unmöglich sei. Die Räteherrschaft in Budapest sei gegen die Mehrheit deS arbeitenden Volkes gerichtet gewesen und habe jener sittlichen Reinheit entbehrt, von der große geschichtliche Umwälzungen begleitet sein müßten.
* Der ,Simp!lziss muS' ist in dem von den Engländern besetzten linksrheinischen Gebieten verboten worden.
* In Waldenburg (Schlesiens wurden Schuhwaren- und Konfektionsgeschäfte geplündert, auf Polizeibeamte wurde geschossen und eine Handgranate ins Rathaus geworfen. Beim Zusammenstoß von Polizei und Plünderern wurde eine Person getötet und vier schwer verletzt.
* Amerikanisch-deutscher Dampferdisnst. Die ame- rikanische Schiffahrtslinie Barbar-Linie in Newyork hat sich entschlossen, regelmäßige Fahrten von Nord- Amerika nach Hamburg und Bremen auszunehmen. Der Dampfer „Zacab" ist als erster bereits fällig.
• Ostgauzie» wir!) naw einet En .eiönng deS Vier errat? dem polnischen Staat vorläufig nicht ein- verleibt. Die endgültige Entscheidung soll eine Volksabstimmung bringen.
nldaerNetiendruckereiinFnlda. — Preismonstt. I AR 'Iflhrfl [«mjyt.Xr. v. rel«,r..Adresse: Fuldaer Zertanz. |
daß die Russen ihre Zukunft selbst gestalten müssen, vora.? gesetzt, daß sie die Rechte ihrer Nachbarn ^respektieren.
Beffexur.E des E»se»b«hnver7ehrs.
Rückgabe der deutschen Lolomofiven.
Die Sage des deutschen Eisenbahnverkehrs beginnt sich, wie man von zuständiger Stelle hört, jetzt zu besserns Die Kohlenvorräte sind überall ergänzt worden. Snsolgedesfen haben auch die Zug« verspätung.'n nachgelassen, .Weitere Zugeinschrönkun- gen sind nicht beabsichtigt doch läßt die allgemeine Lage zunächst noch nicht übeMhen, ob nicht vielleicht neue Schwierigkeiten auftauchen werden. Sn den kommenden Winterfahlplan sind vorläufig.Züge, die während
Die französischen Sozialisten gc-rerr den Ur'sdensver-rast.
Sn Paris hat am Samstag und Sonntag der außerordentliche nationale Kongreß der französischen Sozialisten getagt, der in dem Verhältnis zwischen den beiden großen Strömungen in der Partei reinen Tisch schaffen sollte. Elf sozialistische Deputierte unter Füh- rmig von Thomas hatten entgegen hem Parteibeschluss der Regierung die letzten Kredite bewilligt und es war bekannt, daß sie auch auf dem Standpunkt stehen, der Ratifizierung des Friedensvertrages, den sie zur Sicherung Frankreichs für nötig und geeignet halten,, ihre Zustimmung zu geben. Wegen dieser Frage drohte eine Spaltung der Partei. Die Debatte, die von dem Gedanken an diese Gefahr beherrscht war, wurde ungemein lebhaft geführt. Nach vielstündiger Beratung wurde endlich eine Resolution angenommen, die die Mehrheit befriedigte. Es wurde darin festgestellt, daß die elf Deputierten, die der Regierung die Kredite bewilligt hatten, sich in schwerster Weise gegen die Partei- disziplin vergangen hätten und daß der Kongreß sie deshalb tadle. Für die Zukunft wird erklärt, daß jeder sozialistische Erwählte, der die Kredite bewilligt, sich selbst außerhalb der Partei stelle. Sede Zuwiderhandlung werde als Vergehen gegen die Disziplin betrachtet unb vor den Verwaltungsrat gebracht werden, der die Ausschlußmaßnahmen zu ergreifen habe. Dieser Beschluß bezieht sich auch auf die Zustimmung zum Friedensvertrage, der von keinem sozialistischen Abgeordneten ratifiziert Werden dürfe. Sm übrigen wird die Notwendigkeit einer straffen Einigkeit hervorgeyo- ben und eii. Manifest on die Wähler beshwssri. Die Resolution wurde 1427 Stimmen angenommen, während 490 Kongreßmitglieder für den Ausschluß der 11 Abgeordneten stimmte.
So scheint die Einigkeit in der französischen Sozialdemokratie bis auf weiteres wieder hergestellt. Zugleich aber bildet der Kongreßbeschluß die denkbar schärfste Kampfansage an die Regierung Clemenceau.
Rcne.4 Ultimatum an Rnrnänicrk.
Die Rumänen haben von der Entente neuerdings ein Ultimatum erhalten, sofort mit dem Abzug a u 5 Budapest und dem ganzen westlich davon gelegenen Gebiet zu beginnen. Die Rumänen müssen sich hinter die von der Entente fe'tge ctzte Grenzlinie rutückziehert. Sollten, die Rumänen sich weigern, so mürbe Konstanza bombardiert werden. Zugleich wurde den Rumänen mitgeteilt, daß Rumänien n'cht mehr darauf rechnen könne, die ihm im Vertrag von 1915 zuge'procbenen Grenzen gegen Ungarn zu erhalten, nachdem Rumänien selbst alle Abmachungen und alle Forderungen der Entente mißachtet habe.
Triumph ic5 christlichen Gedanken? kn Ungarn.
Der Führer der christlichsozialen Partei Ungarns, Georg v. Szmrcelanyi,. besucht gegenwärtig Trans- danudten unddakPlLttenseegebirt. Nach einlaufenben Berichten ist seine Reise ein wahrer Triumphzug des christlichsozralrn Gedankens. Die Stimmung im Volke ist eine solche, daß bet kommunistische ober sozialdemolratische Gedanke kaum mehr Fuß fassen kann.
In zahlreichen Volksversammlungen wurde der Gedanke ausgesprochen, Budapest, 'wenn eS sich mit der na! onalen, christlichen Auffassung in Wider- sprach setz-n sollte, nicht a!i Haupntadt onzuerkennen, und daß man entschlossen jet, sich in diesem Falle von bei Hanpmabt Mjufa.jen, d. h. sie polnisch und wirtschaftlich zu zeinieren.
Tas Ende der
in N<;liN'S.
Der Winter rückt naher, und die Aussichten der Entente, d-n erhofften großen Schlag gbgen Röte-Rußland führen zu können, werden damit immer geringer. Denn gewiß wirb die Entente jetzt auf einmal in ihren russischen Plänen bescheiden. Aus Paris wird gemeldet: Der Oberste Rat befaßte sich am Dienstag mit der russischen Frage, stimmte ixr britischen Niiu- mungspo.it ik zu und sprach sich gegen alle russischen Abenictter von Seiten der Alliierten aus. Der Oberste Rat gab seiner festen Ueberzeugung Ausdruck,
Ter Zwei-Fronten-Krleft.
deutschen auswärtigen Politik vor dem Kriege 1 schon gemeldet, in den letzten Tagen zwei ^eikenswerte Veröffentlichungen erfolgt. Es V.'g Bismarcks Rückverficherungs- " mit Rußland aus dem Sahre 7und Verbandlungen zwischen dem »scheu Kaiser und dem russischen ' im Lahre 1904 angesichts des rufstsch-japa-
A-ieges. Der von dem Reichskanzler Graf L ausgehobene Rückversicherungsvertrag kcnn- « 525 Ziel aller Vismarckschen Politik, Deutsch- gtflen einen Zwei-Fronten-Krieg sicher zu stel- Men Gefahren der erste Kanzler bei unserer geo- "icheii Lage klar erkannte. Bismarck ist das Bülow hat schon hart darum zu kämpfen ge- ach B c t h m a n n Holl weg ist es 1914 miß- u Es ist nicht zu verkennen, dgß sich Kaiser im II. für die Gestaltung der deutschen Politik auf das Gewicht seiner persönlichen Beziehungen mden Souveränen verlassen hat, wie auf prak- skftstehende und für Deutfchland nützliche Ab- jjen, obwohl er an dem Verhältnis zu seinem König Eduard von England, einen Beweis da- itte, daß fürstliche Verwandtschaft noch lange nit'politischer Snteressengemeinschast gleichbedeu- h sein braucht.
t Rückversicherungsvertrag ist vielfach angeworden, es ist auch zweifelhaft, ob es gelungen ihn bis in die Gegenwart zu verlängern, aber rinzip war richtig. Es sicherte uns die nffsifche ollende Neutralität für den Fall, daß Deutfch- on firankreich angegriffen würde. Das ist der nie Punkt, denn er lieh uns einem neuen Waf- j mit dem westlichen Nachbar in Ruhe entgegen« Dafür gestand Deutschland Rußland Wahr- ng seiner Interessen bezüglich des Balkans, Konopels und der Meerenge zu. Zu jener Zeit war Konflikt Rußlands mit Sapan nicht men, und es ist deshalb fraglich, ob der Vertrag unter allen Umständen aufrecht zu erhalten ge- wäre, aber einer übergroßen Sntimität Ruß- mit Franftetch war zunächst vorgebeugt. Bis- hat. äs er diesen Vertrag schloß, die tatsächliche e Oesterreich-Ungarns besser beurteilt, als es spä- Don deutscher Seite geschehen ist.
fte Schwierigkeit der russischen Veziehungen nach f) ergibt sich aus den Verhandlungen zwischen den m Kaisern von Deutschland und Rußland 1904. M sollte Deutschland den Schutz des baltischen tzilmd durch Sperrung der Ostsee übernehmen, wenn gtonb den Versuch machen sollte, Rußland während Weges mit Sapan anzugreifen. Hier zeigt sich !Schwäche der Wilhelmischen Politik, s, machte dem Zaren Zusicherungen, ohne ihn doch Wiv in einer für Deutschland günstigen Form i dm Fall eines Konflikts mit Frankreich zu ver- Bn-
Selbst bei der ersten Besprechung von der Mogssch- l. solcher Vereinbarungen zwischen Deutschland und Hmd mußte er damit rechnen, daß England davon M bekommen und daraus Konsequenzen ziehen
*• _ Der letzte deutsche Kaiser stand während des mmeges sehr wohlwollend zu England, er hat ' Rußland sehr große Dienste erweisen wollen, oas Ende war, daß sich Rußland und (Eng« • gegen Deutschland zusammenfanden. ~ ®*e deutsche Politik nicht einen ihr möglichen Wcher binden, so mußte sie allen gegenüber die te Obicktivität bewahren. Kaiser Wilhelm I!. ®or feiner Natur nach impulsiv und nicht objektiv. Ier ^äimist war und den Frieden erhalten wollte, W bet denen nichts genützt, die vom Krieae große Mte erwarteten.
, L^Jl°rcr °i5 je, daß Deutschland weit entfernt ’’ !£ üuhrerrolle in Europa an sich zu reißen, es ^Mpmeil bemüht^gewesen, das Gleichgewicht zu k ' nr 1 e < ^kiglück war es, daß wir darüber - ?-beutungsobjekt für die an« t ^rbe,n und zum Schluß den Zwel-Fronten- «Oxfer'fi^ n'^t entschlossen vorgebeugt hatten.
E* Heimkehr der Kriegsgefangenen.
für Kriegs- und Zivilgefangene K* uriglsche Regierung erklärte ihr grund- «ch«, ^tnL;erftanbnis, mit dem Abtransport der ^iimm 'Ensgefangenen aus Belgien KnrL cyUJ Durchführung des beschleunigten ■b”0 i,n®en unmittelbare Verhandlungen in ^^^^lsche Militärbehörde hat den Gemeinde- Kflef ”on Derniers mitgeteilt, daß 20 0 00 °ft °us englischer Gefangen- lerwegs nach Deuffchland sind und $it Ankun»b?EN Morsch zu Fuß fortsetzen werden, jea m.“nC iler ersten Transporte von Kriegsqe- ^kre'ck ^^°^erikonischen Laxern in
Ende dieses Monats zu erwarten.
Bib 5 . Eine Role Fachs.
fce* - Se^. Haras. Nach der „Chicago W- Marschall Fach beauftragt, an
durch te unt Ultimatumcharakter zu sen- KL. es oufgefordert werden soll, die nötigen Hm, fß. ven d'e deutschen Truppen in Litauen MtoijnpJ;£ es verg^t^g^lich gemacht wirb, und “"'y zuruckgenommen werden müssen.
W. neue Oesterreich. *
I bie Wiener „Abendpost" schreibt:
H di? des Friedensvertra-
ßr Stellung der deutschen Alpen-
W, erno„ m Zukunft ftstgelegt. Sie tragen „den Namen Oesterreich, und ■5ie bestätigt und befestigt die repu«. in bie Die RopE Oesterreich tritt
e*n- Sie wünscht nicht mit polsti!^»' ro Q9?°rer! und Südslawen irgendwen ^rin.,Reineinschaft aufrecht zu erhalten. Üeiitu; sondern die Unterwerfung Gebiete kränkt und verletzt das "er Alpendeutschen. Seine nämsten dem 2nvern. So rasch wie die Pflich- ^!ch-c>„tz'£densvertrage ihm dos Ermöglichen, Unb^d‘«2rr£!t^ jäne Volkswirffchaft wieder- ri uiensiy Lestalten, alle staanichen Em
der Kohlenkrise aufgehoben waren, wieder in Dienst gestellt worden. Dazu kehrt eine größere Ordnung nach und nach in den Bahnbetrieb zurück. Die Mitfahrenden außerhalb der Abteile, auf Stiegen, Plattformen und Waaendächern werden jetzt nachdrücklich nnd mit Erfolg bekämpft. Bei dem jetzt nachlassenden Verkehr wird auch das unbefugte Benutzen höherer Wanenklasser unterbunden. Erfreulich ist, daß auch die Werkstätten jetzt etwas rascher die Reparaturen abzuliefern beginnen.
Das sind Lichtblicke in trüber Zeit. Dazu gesellt sich die erfreuliche Aussicht, daß wir den größten Teil der auf Grund des WaffenstillstandvertzW» tm Frankreich gelieferte Lokomotiven zurückerhaMck werden.
®er Veiifti:„Dlet*;" berichtet, nämNch Oie ftanzös. Rezterung habe besch'offen, die deutschen Lako- Motiven bis auf einen kleinen Teil zuxnckzu.- geben, da ihre Hecdvorrichuingen auf Vetwen- bun-j von Kohle bester Oualität mit einem Aschen- riidjtanb von höchstens 10 Prozent zuzeschnitten sind, ^»ährend die mit schlechte: Kobl- gefeuerten französischen Lokomotiven auf größere Aschenmengen berechnet sind. Die deutschen Lokomotiven find daher für Frankreich unbrauchbar. Dem „Motin" zufolge soll Deutschland statt der im Waffenstill- ftanbz«bkommen jttgefagten 5000 Lokomotiven nur 20(X> abzeliesert haben.
Mi» hierzu an zuständiger Stelle verlautet, trifft die erste Nachricht des „Matins" au; die Zahl der von Deutschlanb abneliefertert Lokomotiven aber ist bebemenb höher «IS die von dem Pariser Blatte angegebene und erreicht beinahe die im Waffenstillstand geforderte Ziffer.
„ Da, wie die preußische Eifenbahnverwoktunq erklärt hat, das Elend deS Eisenbahnverkehrs im Wesentlichen auf den Mangel an Lokomotiven jit» »ückzuführen ist, DeutlchlanS aber an Frankreich faü 5000 Lokomotiven ausgeliefert hat, fo eröffnet sich hier die Aussicht auf eine ganz erhebliche Verbesserung des Eisenbahnverkehrs und damit ber Kohlenfördernna unb des gesamten WirtschaflSlebenS.
Dirkrufeld wieder frei.
Schon am vergangenen Samstag ist, tote die „Franks. Ztg." vernimmtz die „Regierung" Zöller in Birkenfelb wieder durch die alte Negieruno, an deren Spitze Herr Hariong und hinter ber der Wille des ganzen Ländchens sstand, ersetzt worden. Tie Regierung Hartong hat di: attSgelviefencn Beamten sofort zurückgerufen. Der Umschwung in Birkenfelb dürfte aus die Unterredung von zwölf Vertretern der Birkenfelder Bevöl. keung imit General Mangin zurückzuführen fein. Der französische Oberkommandiercnde hat sich offen- bar davon überzeugen nn'iffen, daß die Bevölkerung so gack wie geschlossen hinter bellten Rogicrunz steht unb den Zöller unb Genossen nur Verachtung entgegen, bringt. Gr mußte toohl einsehen, daß auf die Dauer ein solches Regiment auch durch die ft-anzöfischen Bajonette nicht gehaletn werden konnte.
Das Ende des Münchener Geisclmordproieffes.
Nach mehr als 14tägiger Dauer endete gestern der Geiselmordprozeß muh den SHlußreden des ©tantsan« walts imt> der Verteidiger. Das Urteil wird am Donnerstag nachmittag verkündet werden. Die Zuversicht, die die Angeklagton in den ersten Tagen des Prozesses beherrschte, ist im Verlause der Verhandlung von allen gewichen unb in gedrückter Stimmung sehen sie dem Urteil entgegen.
Den nahezu vierstündigen Ausfiihrmtgen des Ersten Staatsanwalts entnehmen wir folgende Sätze: Wenn dereinst unser großes Zeitgeschehen mit seiuPN (Bären, Brausen und Toben Geschichte fein wird, dann werden die Enkelkm'der unseres jetzigen Geschlechtes des Staunens gewiß voll sein von jenen Heldentaten und jener titanenhaften Kraft, mit der die Deutschen über vier Kriegsjahre gegen die erdrückende Ueberrnacht gegen eine Well von Feinden gestanden haben. Der Krieg ist verloren. Aber der schrecklichste aller Kriege, der Bruderkrieg, tobte fort. Unser Vaterland ward zmn Schauplatz ber schrecklichen Taten, jenes Kriegsgefolges, das aus feigem Versteck heraus' uns bekriegt, jener Wesen, für die wir im Tierreich selbst keinen Vergleich finden, sondern für die wir zu ihrer richtigen Bezeichnung em ausländisches Wort heranziehen müssen: „Hyänen des Schlachtfeldes". Eine Tat dieses Gepräges, der elendesten Leichenfledderei, untersteht Ihrer Aburteilung, der Geiselmord vom 30. April. Kein Kampf fand dort statt, wo diese Tat geschah. In hurrdsgemetner Wesse wurden wehrlose Menschen hinge« schlachtet und fein Schein von Recht umgibt die Tat, Sie verübt wurde von Mördern, Meuterern und Plünderern. Kein Verhör, keine Feftstellung irgendwelcher Schuld fand stall. „Wir pfeifen auf das Revolutionsiribunal", erklärte Seidl. Deutlicher kann die Verletzung des Rechtes nicht zmn Ausdruck gebracht werden. Man hat ©oifrfn hingemordet, Geiseln aus der Bürgerschaft und der Reichswehr. Wer hätte den Mut, von einer Schuld des greifen Professors Berger oder des Schutzmanns Nieß zu sprechen? Oder etwa von einer Schuld des Fretherrn v. Penkert, des Prinzen Thurn und Taxis? Die Gräfin Westarp konnte nicht unschuldiger sein, als sie war. Selbst Eglhoser und Genien erklärten die Gräfin hierfür und konnten feinen Grund für ihre Festhaltung finden. Aber da schrie es schon: „Sucht Euch die Feinsten heraus!" Das ist maß. gebend geworden für die Auswahl ber Getöteten. Geiseln werden erschossen, hieß es. Ob es Vlünderer oder Unschuldige waren, danach wurde gar nicht gefragt. An einer Stätte der Erbauung und Erziehung ber Jugend hat man die Ermordung vollzogen. Ein Dunghaufen — die Hmrichiunasstätte, ein Stall — das Leühenhaus. Das ganze Gymnasium mar ein moralischer Dunghaufen. Tie Keinen und die großen Sünder stahlen und plünderten, was sie befommen fonnten. Nnd die Götter selberl Der Oberfommandant Eglhoser tarn direft aus der Marine als entsprungener Sträfling nach München. Der Haupt- anpeKagte Seidl war überhaupt nicht Soldat, sondern dieser Kerl, der sich wegen favutter Reroen von seiner Dienststelle hatte beurlmchen lassen, nachdem er dort Lohnlisten gefälscht hatte, eine hier landfremde Kraft, wurde uns aus Sachsen über den Umweg Triest hierhergeführt. Haußmann, der zweite Kommandant, war ein verbummelter Straßcnbahnangestellter, der drstte Kommandant, Pfister, ein Mensch, der bei der ersten Erschießung bereits einen Nervenchock erlitt. Der Angeflagte Schicklyofer leidet an Syphilis und Astoholismus. Er ist (triftig minderwertig. Der Angeklagte Fehmer war Zuhälter, Hehler tmb Betrüger. Der Obenchreiber Hellelmann mit fein'tn abgetragenen Offiziersrock und dem Monokel ein „grosser Fikrn- scharssv!"ler", ber in Wirklichkeit von Heiratrschwindcle'eu und D'ebstähleu, lebte. Der Kantinenwirt Joseph Seilll war wegen Landstretchens„ Diebstahl und Fahnenflucht ror» bestraft. Ein Landstreicher ist auch der Angektogte Huber.. Volk! ist wiederholt wegen Diebstabies vorbestraft. Wirklich. eine feine Gesellschaft für die Ausübung der hocktsten tKommandogewalt in München. Und als ber große Weltkrieg ausbrach, waren erst vier der AngeUagten volljährig, die anderen zwölf waren damals noch sehr minder- jähriq.