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,, , «ercmtw.rtl. f. d. redaktt.nellen Teil i.V.: Dr. Ioh. Kramer, I 15»tlffrmfeßr 1919»

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jksnfsfflonelle Pstttik?

., fcen Dieb! Dieser Ruf ist ein beliebter Trick !^etäters, der sich den Verfolgern entziehen RLji er den Glauben erweckt, ein anderer sei jh"ß;Ce und er selber gehöre zu den braven K_ Sm politischen Kampf wird nicht selten SJfXr Kunstgriff versucht. Z. B. wenn das *rVm als konfessionelle Partei bezeichnet und .rein konfessionellen", ultramontanen Politik be- ^"wird von denselben Leuten, die ihrerseits eine jSjtfHdte antikatholische Politik betreiben.

jL ixhr charakteristische Blüte der konfessionellen Stmr die Los von Rom-Bewegung in «eich. Sie ist vom Evangelischen Bund in Marit) nach Leibeskräften gefördert worden. Sei« s« Presse namentlich auch von derT L g l i ch e n -tschau". Das letztere Blatt scheut sich aber heute das Zentrum zu beschuldigen, es betriebe ! konfessionelle Politik, ummöglichst ausschiieß- »Molisch« Teilstaaten zu schaffen «nd so das Wsche Preußen" zu zertrümmern."

M zu dieser Aufwärmung falscher Behauptun- hW ein Beschluß des Wahlausschus- der Zentrumspartei für den Wahl- irk Koblenz-Trier-Birkenfeld. Der faß ist ganz einwandfrei, da sich die vorhandene kändizktttsbewegrmg am Rhein durchaus im nen der Verfassung und der nationalen Einheit i soll. Er schreibt den gesetzlichen Weg vor und it als Zieldie Schaffung eines deutschen heitsstaates mit autonomen Stammlän-

All» einsichtigen Deutschen sollten froh sem, h den Gelüsten von Dr. Dorten und den anderen inpfern der Loslösung vom Reich entgegengear- mtb. Aber nein! Man tut so, als ob die er« t Autonomie der Stammländer ein Hochverrat vlionalen Reiche wäre und als ob diese Autono- mr aus konfessionellem Eigensinn oder Eigennutz

detefienf ist die Wendung vomParität!« i P l e u ß e n". Bisher galt in dem erwähnten ?mißen alsp r o t e st a n t i s ch e r" Staat und Äs berufene Vormacht des Protestantismus in Großdeutschland. Wenn im preußischen

It wirklich paritätisch regiert und verwaltet worden , so würde viel Streit und Unzufriedenheit Der« «orden fein. Wir hier in Fulda z. B. haben ein so schlechtes Gedächtnis, daß wir die nnpari« it Haltung der alten preuß. Regierung in der An- itett der Zulagen für die Lehrkräfte an den hie- Lyzeen schon vergeflen hätten.

« Mißachtung der Parität hak natürlich bei den Edern der unterdrückten Konfession die Anhäng« i anVertin" und die Liebe für das preußische tewefen abgeschwächt. Aber die konfessionellen «dangen waren keineswegs allein maßgebend für Pmomiebewegung. Wesentlich war die Mißach- « Staatreirentümlichkeiten auf allen Gebie- U Berwaltung, namentlich bei der Einsetzung Memden Beamten. Die Triebkraft in der Be- P war und ist der heißeste Wunsch nach S e l bft- ^aliung mittele eigener Kräfte und nach eige« Wer. Welche Konfession oder welche Partei « nenm Staatswesen die Mehrheit und also die MEtMng haben würde, haben nicht bie Ur« bis? £)e®un9 in Nechmmg gestellt, folgern chrete Gegner derselben. Letztere sind alsbald Dt gezogen mit dem Schlachtruf: Gegen die ka- SRepublik, gegen den Zentrumsstaat, gegen Menrepublik usw.! Wer hat also die Politik K kemacht? Offenbar diejenigen, die es W«>i wollen, daß sich ein sonst berechtigter JKItoot bilde, wenn in demselben die Katholiken Mgell erlangen könnten. Sie wollen also ®ttsn Staatrzebilde gelten lassen, als solche Mmcr protestantischer Mehrheit.

MWer der Selbständigkeit von Oberschle- Er mH bekanntlich auch zäher Widerstand gel- V?" tmf der Hand liegt, daß freimütiges K8? ^mzehen auf die dortigen Wünsche für ^tyende Abstimmung, also für Ne Erhaltung im Reich, ausschlaggebend werden kann. iWMer auchkonfessionelle Politik", nämlich E Mein vorwiegend katholischen Volksteil die ^srett vorzuenthalten?

Segen die Wünsche und Snteresien der b ü,e" ll»ht, so finden sich auch Kräfte zu- Ml/ sich sonst feindlich gegenüberstehen: die und die religionslosen Kulturkämpser. Volksteil ist gezwungen, sich zur A b - ^griffe von rechts und links zufammen-

L° beschuldigt man ihn der Ifa.- 5" Polmk", während man selber die Un= Üt 8t katholischen Konfession betreibt. , ttmtn \Snns dadurch nicht irre machen in der -SnterpR W*r bewährten Grundsätze und berech- » EU- und die Bewegung in den Stamme?« Nürfirf.. ^urt^ Entstellungen nicht aus ei.» Cor e ^Ohn drängen lassen. Wir wollen t) [ i *. as unserige tun, um die Entwicklung im Ibeu Lnntnationalen Geleise zu halten, r Gliche Politik.

h ?, lieber rof als schwarz?

?!bem^»8ön&.freifs Hattingen zwischen X ab?.i*r°rr 1 ® * e tmd den Rechtspar- ^^Masiene Wahlbündnis bei den Provinzial- sn worüber wir kurz berichteten, sucht Mderr bfresse in ihrer sichtlichen Verlegenheit SWnrf). UrTäglicheRundschaü" fin- Wahlbündnisses, das denReiz 3«be, Neuerscheinung auf politisckzem Ge- Renspihn-- e.m Abwehrbedürfnis gegen die K a^x^'llkeitsbestrebungen. Diese Erklä- !°h 8o«-r;r, u ^ckt-rlich angesichts der Tatsache, str ' Mngsvestrebungen in den westfälischen __ ,-Pu Huttingen gehört auch noch nach Piefes gr,^,e, ..^oe sein kann. Der wirkliche ?>th »^^buydmsses liegt in dem immer noch "Kampfsgeist der Hattin- Bje r 41 ® n b«r bei den Rationallibe- ^ere , Sozialdemokraten gleich groß ist, P ia» jt. L .oben sich nicht nur in Hattingen, ? XbbiJiA , e r Sozialdemokratie und Rechts- ^m b5: Posten in der Kreisverwal- ...^Das ist der wahre und große Grund

Die unbequemen Kleinen.

Der Oberste Rat in Paris hat schon seine liebe Rot, die großen Ansprüche der großen Alliierten und Asso- ziierien miteinander zu vereinigen und auf eine mitt­lere Linie zu bringen, aber wie er mit den Kleinen fer­tig werden soll, wie er sie befriedigen, sie zum Schwei­gen bringen soll, ist ihm immer noch em schier unlös­bares Rätsel. Für die Großen ist der Raub gerade groß genug, daß bei seiner Teilung ein jeder schon auf die Kosten kommt, aber den Kleinen, die großenteils von der Entente eben erst auf die Beine gestellt worden sind, ist der Bppesit schon so mächtig geworden, daß die Pariser Herren selbst beim besten Willen und größ­ten Wohlwollen den von ihnen geäußerten Ansprü­chen nicht mehr genügen können.

Sn Paris hat man die Balkanisierung des südöstlichen Europa in Angriff genommen und zerbricht sich jetzt den Kopf, wie aus dem ge­schaffenen helllofen Wirrwarr eine der Entente ge­nehme Ordnung geschaffen werden soll. Die G r le­chen möchten em liebsten die ganze europäische Tür­kei einstecken und einen großen Teil Bulgariens dazu. Natürlich stellen auch die Serben tmd die Rum ä« nen sehr leidenschaftliche Ansprüche an bulgarischen Besitz und untereinander drohen sie sich wegen des un­garischen Banatz in die Hoare zu geraten. Sn wie­fern sich dasfreundschaftliche" Verhältnis der Süd- slawen zu dem verbündeten Italien von offener Feindseligkeit und klarem Kriegszustand unterscheidet, dürste ein eFrage fein, über die der Pariser Offiziosus am liebsten schamhaft hinweggeht. Peinlich aber und nicht gilt totzuschweigen ist die Tatsache, daß die süd­ost-europäischen Schoßkinder der Entente letzthin recht ungezogen und rebellisch gegen ifjre großen und hohen Verbündeten geworden sind.

Die Rumänen, die seitdem sie Budapest besetzt haben, überhaupt schon tun, als ob der Oberste Rat in Paris für sie Lust wäre, lassen formell in Paris er­klären, daß sie den Artikel des österreichischen Frie­densoertrages über, den Schutz der nationalen Min­derheiten aus Selbstachtung nicht unterschreiben könn­ten und die tschechischen Delegierten in Paris wollen so­gar den Herrn des Hohen Rates den Rücken kehren, weil ihnen in der Zmveisung des tschechener Gebietes nicht der Wille getan wird.

Die Entente hat zweifellos ihre Sorgen mit ihren Schützlingen und sie braucht wahrscheinlich große Selbstüberwindung, um ihren Lieblingen nicht vor stier Well einmal gründlich den Kopf zu waschen. Aber Vielleicht sagt fie sich auch, daß der Grsolg einer solchen Wäscherei sehr zweifelhaft fein könnte, denn fie weiß längst, daß die Staatsgrßnbaneen, tue sie i» europäi­schen Osten und Südofien unternommen hat, nicht unbedingt und ewig gefügige Entente- freaturen bleiben müssen. Vorsicht ist jedenfalls ratsam und um so empfehlenswerter, je länger es dauert, ehe der schöne Weltfrieden unter Dach und Fach kommt, denn je mehr er ausgebaut und von ihm flcht- bar wird, um fo bedenklicher schütteln viele die Köpfe.

So einfach rote eine Hungerblockade ist em Frie­denswerk jedenfalls nicht und mit noch so fdjönen Reu­ter- und Havasdepeschen wird kein Fundament für einen dauerhaften Frieden gelegt. Für uns ist das Friedenmachen je »orerst abgetan unsere Arbeit daran bestand bekanntlich nur im Unterschreiben aber wir verfolgen doch mit nicht geringem Interesse die Weiterentwicklmig der Friedenspolitik der Entente und warten mit einiger Spannung auf den Tag, an dem auch der Oberste Rat oder was nach ihm kommt, eifehen wird, daß zn einem Weltfrieden doch etwas mehr gehört, als er dazu hat aufwenden können.

Vn ikallenifcher Handstreich gegen Aiume.

Alsneuer Garibaldi" hat der berüchtigte Dichter d'Annuncio mit einem Freikorps das umstrittene Fiume für Stallen besetzt. Bekanntlich ist Wilson sehr gegen die Besetzung Fiumes durch Stallen. Das offizielle Stellen wagt nicht, gegen Wilsons Wei­gerung zu handeln und hat deshalb d'Annuncio vor- geschickt. Setzt muß sich die offizielle Regierung na­türlich schr entrüstet stellen, um es mit der Entente nicht xu verderben Rach einem Telegramm äußerte der Ministerpräsident R i 11 i den größten Unwillen über ldabriel d'Annuncios Abenteuer und schlug in der Kammer mit der Faust auf den Tisch, als er dem Kricssminttter den Befehl zur raschen Untci= drückung dieses Aktes von Dtsziplinlosigkeit erteilte. Er sagte, Stalien stehe vor derHungersnot. Solche Borgänee seien dazu angetan, sie zu beschleunigen. Die Ententetruppen sollen den Befehl erhalten haben, von Fiume abzumarschieren, worauf d'Annuncio eine pro­visorische Regierung bildete.

Die itÄienische Regierung hak die Affäre in einer zweistündigen Sitzmig behandelt. Nachdem sich Ritti schon vorher mit dem König in Serbirtbung gesetzt hatte, hat sie den Unlerstsbschef, Genera! D a d o g l i o nach Fiume gesandt, um die Sache beizulegen. Dteser General ist ein guter Freund d'Annuncios und man hofft, daß er den Dichter im Guten bewegen werde, mit seinen Scharen abzuziehen, nachdem seine Kund­gebung die Verbündeten über die Stimmungen u. Ge­fühle Italiens aufgeklärt haben dürfte. Außerdem ist in der Wafsenstillstandslinie eine starke Postenkette aufgestellt, die weiteren Zuzug von Freiwilligen nach Fiume abwehren soll. Inzwischen haben in Rom, Mai­land, Turin und Genua schon Straßenkund« gebungen für den Zuzug stattgefunden.

Provinz Hochekfch.

Verschiedene Blätter melden, daß Stallen beabsich­tige, Deutsch-Südtirol als Provinz Hochetsch volle Autonomie ohne Zolltrennung gegen Rordtirol mit deutscher Schul- und Gerichtssprache zu geben.

Die Kriegsgefangenen.

Der Rekchspriifidcnl an die Heimkehcenden.

Reichspräsident Ebert ruft den heimkehrenden Kriegsgefangenen einen Willkommens grüß zu, der ihnen in allen Durchgaugelagern in einer Son­derschrift des Kyffhäuferbur^es der deutschen Landes- kriegerverbäiÄe übermittelt wird, und worin es heißt: Auf heimischem Boden heiße kfi euch herzlich willkom­men. Eure Lage unb euer Empfinden weiß ich mit dem ganzen douifchen Valk voll ju würdigen. Eure Heimlehr fällt in ein# Zeit, in der unter Vaterland durch dm DerarchtmioVSSi« Mer« FMde icsrch

die Uebergangswehen einer neuen Zeit bis ins Innerste erschüttert" ist. Kehret heim als gute Deutsche, die am Wiederaufbau des neuen republikanischen Vaterlandes mit allen Kräften Mit­arbeiten wollen. Euren Wünschen und Sorgen wird, soweit es in der Macht der Regierung liegt, 'm jeder Hinsicht entgsgengekommen werden.

Der Heimlrkmspork. . - '

Die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgefan- gene gibt bekannt, daß zur Abholung der von deritalienifchenRegierungin Florenz ge- fammelten deutschen Kriegsgefangenen am 12. Sep­tember ein deutscher Zug dorthin entsandt wurde. Die Heimsendung der englischer Hand 'm Frank­reich befindlichen Befangenen macht gute Fort­schritte. Ein mit der englischen Regierung getroffe­nes Einvernehmen bestimmt, daß deutscherseits täglich drei Züge und enMcherseits täglich zwei Züge mit zusammen 50 00 Gefangenen aus Frank­reich «transportiert werden. Die Uebernohme findet m KAn und Deutz statt. Zwei weitere Züge werden deutschekseits gestellt, um die auf belgischem Gebiet in englischer Hand befindlichen Kriegsgefangenen ab­zuholen. Zur Durchführung dieses Abkommens findet zwischen den Beteiligten eine Konferenz bei der Eisen- bcchndirekfion Köln statt. Das Wkommen widerlegt alle Gerüchte, wonach die deutsche Regierung nicht mehr als 1000 Gefangene täglich übernehmen könne.

Rückkehr deukfcher Gefangenen ans Ostindien.

Wie aus Ostindien gemeldet wird, fährt der deutsche DampierRoon" im nächsten Monat von Singapur nach 6uropa. Er nimmt 1000 Deutsche mit, und zwar die frAtern Besatzungen der während des Krie­ges in indischen Häfen interniert gewesenen deutschen Schiffe.____

Dis deutsche Aeeresorganisation.

Die HeercJmriwälzung, die weiter fortschreitende Auflösung des alten Heeres «nd die llmfotnrienmg der ReickSwrhr auf Grrmd der FriedeuÄbestimmimgen ver­ursachen im Heerwesen Deutschlands augenblicklich eine berartipe Umwälzung, daß es dem Außenstchenden fdtoer fallt, sich ein richtiges Bild von dem augenblcck- Sdien Stande itec Organisation zu machen. Mit btm 1. September hat das Reichswehrministe- r i u m den Befehl Lberncmnnen. Die alten bundeS- stmrtlichen Kriegsministerien bleiben bis gum 1. Oktober ialö Reichswehrüefehlsstelken auSgerüfftet, mit bestimmter Befehlsgewalt bestehen. Am 1. Oktober gehen sie ein. Nur als NuslösungSämter sichren sie bw Auflösung «Pnnngsgemäß Zu Ende. Dem, Reichswehr. mtnih«rrum unterstellt, hteben vier Reichswehr­gruppenkommandos den Befehl in ihren ®e« bieten Vernommen. Das ReichSwehrgruppenkommando 1 mit seinem Sitz in Berlin umfaßt Mittel- und Sud- wcstdeutfchland,Reichswehrgrupvenkormnando 2 in K a s. sel Wefttzeutsckland, ReichSwehrqruppenkommando 3 in Stettin daL «Miet der Oitseeküste entlang, R-ichsntehr' MAppenIommemdo 4 in München Bahern. Die in den Gebieten befinNichen ® e neralkommandos find den ReichKvehrßrvpvenkonrTncmdos unterstellt. Am 1. Oktober geben die alten Generalkommandos ein. Aus ihnen gebildete Auflösungsämter arbeiten daun nur noch an der Auflösung des alten Heeres. Die Re i chsweihir-Bri gab en sink augenblicklich in der llmfomienrng begriffen. Eine grvtze Zahl der bisherigen Reichswehr-Brigaden geht auf Grund der Friedensbedingimgen ein, ihre Bestände Johne be­währte Fr^tviNgenkorps werden teilweise in die be- Kn bleibenden ReichSwchrbrigaden eingegliedert.

ctlten Heere fallen die bisherigen höheren Aus. lösungsstäbe am 1. Oktober fort. Von den alten Re­gimentern müffen Abwicklung? st eilen in mög- «chst geringem Unifange noch einige Zeit bestehen btei- ben. Sie sind rmbedingt erforderlich zur Erledrcnmg d,r rahlreichen BerfetznngSan'vrückis. Bei der Rückkehr von rnnd 800 000 Kriegsgefangenen wird sich ihre Ar­beit noch erheblich steigern. Lie Arbeit bet den «b- wicklumaSstellen ist umso größer, da sie nicht nur die Cteschäfte ihrer ehemaligen Regimenter abwickeln, son­der jeder von ihnen noch eine große Zahl früherer Feldformationen zvoewiesen ist. _

Da« Gebiet des Reichswehrgruppenkommandos 2 umfaßt die Provinzen Hannover, Westfalen und Hessen, die darin liegenden Bundesstaaten, den westlichen Le« der Thüsingilchen Staaten und Württencherg. Die Pro. hingen und Württemberg erhalten je eine Reichswehr­brigade, Westfalen Nr. 7, Hannover Nr. 10, Hessen Nr. 11, Württemberg Nr. 13. Die Brig-Hen üben vom 1. Oktober ab die Befehlsgewalt entsprechend den bis. herige« Generalkemmandos aus. Außerdem bleiben nodi Teile der Roichswehrbrigade 31 (Westfalen), 14 (Baden) und 18 (Hessen-Nassau) als Bescchung der neutralen Zone mit besonderer Bewilligung der Entente bis drei Renate nach Inkrafttreten des Frte. densverlrages bestehen. .

Ter Zweck bei Reichswehr wnch off der. könnt. Es werden vielfach Anforderungen an sie ge« stellt, die rein Ausgabe der Polini sind. Die Reichs, wehr ist keine Pollzei und darf auch nicht gnr blch-en »erstärknng der Polizei gebraucht werden Ihr Tin- sich erfolat nach den Befehlen der Rmchsr^erung. Städte, die ReicSWr'elSe-Giarnisou ^httben, dürfen sich nicht barauf verlassen, daß diese nur sie allem schützt, die lTruppe wird sich vielmehr oft längs, Zeit außer­halb her Garnnon befinden. Sicherheitspolizei unb Einwohnerwehren sind die ersten Schutz­mittel, die den ©iäbten zur Verfügung stehen.

Freiheit, Gleichheit, Drüdersichkeik.-

Das ungarische Ministerium des Innern mit der Budapcster Polizei versucht in erster Linie festzu­stellen, welche Verbrechen von den Bol­schewisten verübt worden sind. Bei den Untersuchungen gelangte man zu dem erschütternden Er­gebnis, , daß die Bolschewisten mehr als 10 0.0 Hinrichtungen vorgenommen haben. Die Sta­tistik, die darüber mit dem Ministerium des Innern gemacht wird, nähert sich bet Zahl von 2000.

Man stellte fest, daß bte Bolschewisten in Budapest die H'.nLerichtetcn regelmäßig in die Donau gcmorsen haben. Wenn ein Verhafteter vor den Anklage-Kommissar Corvin mit dem Zettel ge­führt wurdeauf Eis legen", bann wurde er einfach erschossen oder erhängt und der Leichnam in die Donau geworfen. Sm Keller eines Gebäudes, in dem die Terror-Truppen hausten, hat man 52 Leichen ge» f h n b e n. Sn der Schule der Aofocny-Gasse fand man 15 Leichen, in der Szvetenay-Gasse 45., Die meisten Hingerichteten waren aktive Offiziere, Geistliche oder Akademiker. Die Terrori­sten hatten zwei russische Scharfrichter, die unerhörte Torturen cm den Verhafteten verübten. Sn der Pro­vinz hat man «teidjfeis eine Menge von Gerstsichen iraO NiSUwi y-ngcrWtk

Preußische Beawtenfragen.

gspr Staatshaush alts aussch u ß de« preußischen Landesversammlung setzte

Wer die einmalige Beihilfe, dre den. Staatsbe^ S" AÄÄ SA«

sucht, mit der Vorlage zur Gewährung dieser . "K*

belästigte sich

ReLtSlage der Beamten. Beicylossen wurde, die Staatsregieruug zu ersuchen, in dte Verfassimgsur- kimde Bestimimmgen aufzunehmen, durch welche vre Rechte der Beamten auf GebÄt, Ruhegehalt und Hm-! terbliebenenversorgung gewährleistet werde möglichster Beschteummmy soll der Landesversamml^g der Gntwwrf eines B e a m t e n g e s e tz e s vorgekogt werden, das die Beamten gegen bte Entziehung von Slmt und Einkommen schützt, ixe Anitelluna i-nb vtn» terbltebenenversorguug sichert. -'ehorde tfcer

Dienststelle, die wenigstens zehn, Secmrte ,wnfaft joa ein Deamtencrusschuß und für l^de ProhrnzlalbehordSj eine Beaiute n k a m m e r vorgeschrieben teerten. Sind bei einer Behörde weniger als zehn^Deamt; vor­handen, so ist durch Zusammenlegung der Beamtens benachbarter Behörden ein Beamteuausschuß zu wcch- wählen, und wo das nicht möglich ist, ern Vertrauens­mann Ferner soll das Gesetz bestimmen, daß die De- t urlaubuug der Beamten mit derMaßgabe ^regelt wiro,^ daß für die Dauer desselben vornehmlich die ZE perl Lebensjahre maßgebend ist und die Stelltzertreterkoiteu.^ auf die Staatskasse übernommen, werden. Dem De-t amten soll der Eintritt in eine öffentliche^ Körperschaft, gestaltet werden, ohne daß er eines Urlaubs bedarf? und StellbertretungSkosten zu tragen hat.

Ferner soll das Gesetz den Beamten das freie St o a- Hitions- und V er sammlungs recht die! Preßfreiheit und die Freiheit der poetischen Betätigung gewährleisten. Steifer fordert bet, Antrag eine Einbringung einer Gesetzesvorlage, wo­nach das D:soldunaSgesetz und das Gesetz betreffend die Gewährung von Ruhegehalt dahin ergänzt werden,, daß die Dienstzeit des Beamten wahrend des Krieges anderthalbfach angerechnet imw Den Ivährend des Krieges besonders angestrengten B-E- ten, Angestellten imd Arbeitern soll in diesem Jahre ein längerer Urlaub gewährt werden. Ferner sollen, alle Kriegsbeschädigten, die früher im Dienste des Staa­tes, der Gemeinden und anderer ©eI61 toertomun1 roante gestanden haben, wieder eingestellt werden so- west es die dienstlichen Verhältnisse geitatter^, Z«N, SMuß wird die Neuordnung der Rechtsverhältnisse der, Beamten der Serbstverwaltungskörperschaft-n und tec;

100 Prozr«t Ergä»z«»grz«schsas.

Der preußische Finanzminister Dr. Südekum Kat, l« einer Sitzung btS HanS^altSanrschufiK'RVl scheu Landesversammlung ben Vorschlag gemacht,^ den bereit? erhobenen Zuschlag zur Vermögenssteuer noch einm-il zu erheben, um bte geforderten uchh- maltze» Bramtenrnlagen zu decken. ES handelt sich nicht um einen Zuschlag zur Vermögenssteuer, fon-i btrn nm eine« Zuschlag zur preußischen Ergan-. zungsstener um 100 Prozent, tote sie üt einer Denk-, schritt der preußischen Landesversammlung vom 6., September 1919 vorgesehen ist. Der Zuschlag ptt! Ergönrun-Ssteuer betrug laut Gesetz vom 8. 3mLi: 1916 50 Prozent.____________________

Der Kampf um die Akkordarbeit bei der Eisenbahn, j

Man schreibt uns: Die Absicht der Regierung, stn Eisenbahnbetrieb ein neues Akkordlohnverfahren einzuführen, hatte den Allgemeinen Eisen­bahner-Verband veranlaßt, außer fernem Vorstand eine Reihe sachverständiger Funktionäre aus allen Teilen des Landes zu, einer Konferenz zufam- menzuberufen. Es wurde einmütig und lebhaft be­dauert, daß in der Öffentlichkeit m letzter Zeit irre­führende Mitteilungen über die Ursachen des Leislungs- rücfganges sowie über die technische Undurchsührbarkelt und bte zweifelhafte Zweckmäßigkeit eines ehrüchen Akkordverfahrens im Eifenbahnreparaturwefen verbrei­tet worden sind. Der Verbandsvorstand würbe beauf­tragt, bei den maßgebenden Stellen und in der Orffent- lichkeit auf die Gefahren hinzuweifen, die eine Ver­wirklichung jener Absicht auslösen müßte. Die Wie­dereinführung des Akkordsystems würde ,durch die da­durch hervorgerufene erhebliche Beunruhigung der Ei­senbahner eine überaus gefährliche Belastungsprobe darfteSen. Die Konferenz faßte das Ergebnis der Be­sprechung in folgender Entschließung zusammen:

Die Sigenari der Eisenbahnreparaturen läßt sedeS ehrliche WardverfahDen undurchführbar etschei- nen. Im Gegenteil würde die dadurch mit Naturnot­wendigkeit hervorgerufene GünsÄingSwirtschaft wett nitproduktider dl5 vroduktionssfeigernb wlckkeu. Notwendig erscheint statt dessen eine völlig e R e o r» g a n i s a t i o n des Verkehrswesens und die Be­schaffung guter Materialien. Ohne bte! Erfüllung dieser beiden BorauSsetzungen ist eine Shrt» schattlicksteit des Eisenbahnbetriebs nicht zu erwarten. Der Allaemeine Eisenbahner-Verband ist unter Beach- hing dieser Grundsätze bereit, die Maßnahmen zu un­terstützen, die wirklich geeignet sind, Produkt» und die Verkehrsnot mildernd zu wirken.

Bemerkt sei noch, daß nach den Plänen der 53er« roaüung das Akkordsystem nicht auf die Werkstätten beschränkt sein soll, sondern auch auf Kohlenlader, Ausschlacker, Maschinenputzer, Eüterbodenarbeiter, Be: triebs-Werkmeisterei usw. ausgedehnt werden soll.

A. 53.

Radikale Eisenbahner.

Eine Versammlung von Eisenbahnern, die in! Berlin ftattfanb, stand völlig unter dem Einflußs derradlkalen Elemente. Unabhängige und Rom»- muuiste« hetzten in der sthärfsten Weile gegen die! Führer des Eisenbahneroerbandes und gegen bte! Gewerkschaften. Einer der Redner wies darauf bin,; daß die Eifenbahner die Elitetruppe des große» Vsllzugsrates seien und zur gegebenen Zeit auf dem Plan erscheinen würden. In den nächsten Wochen stünden bedeutende Ereignrsse bevor. EamtlichL Gewerkschaftsführer würben mit ®e-; walt befeitigt werden. Man werde einen Bon-' zenputsch machen und so die zukünftige Räteorgani-. satton durchführen. Der bestehende Staat müsse: gestürzt werden. Ein Redner erklärte, seine Freunde feien tiol* daraus, die Bezeichnung Hetzer in wr»# - r.