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| Dienste» 9. September 1919. | I 46. Zahrg

3u.

Ein Teil

weinen Glückwunsch, Fräulein Engel-

Ma-

(Forts. folgt.)

nicht wiedergegeben! Ist dem so?'

Schlimmste aus Papa

von mer

traurigen Stimmung, daß ich viel lieber das ertrüge, als diese Ungewißheit. Leider ist nichts herauszubrmgen."

iia sie verstehen konnte und sie bebte zusammen unter die­ser Bosheit. Ella wandte sich mit dem liebenswürdigsten Lächeln an den Alten, der aber fuhr sie rauh an, indem er ihr unter seinen buschigen Augenbrauen hervor einen kernigen Blick zuwarf:Ich möchte Dich fragen, welche DewaMnis es mit dem Ring hat, den ich der jungen Dame hier geschenkt habe! Sie erzählte mir soeben, Ihr hättet sie des Diebstahls beschuldigt und ihr den Ring

und Ella Manders erschien auf der Schwelle. Sie einen haßerfüllten Blick auf Maria und sagte dann Was wollen Sie denn hier? Etwa erbschleichen? sieht Ihnen ähnlich!"

Diese Worte wurden so leise gesprochen, daß nur

warf spitz: Das

Erklärung der Nationalversammlung. Fast zu jedem I der Unabhängigen versuchte, in das Theater ein* Artikel wird ein Protest gemacht, jedoch sind auch I zudringen, wurde aber zurückgehalten. Als nach dem die für Oesterreich günstige« Klauseln, besonder»

die über Westungarn, erwähnt. Das zweite ist ein Protest aller durch den Frieden»vertrag von Oester­reich losgelösten deutschsprachlichen Gebiete.

Vortrag der General sich in den Wagen setzte, brachte die versammelte Jugend ein Hoch auf ihn aus. Lettow» Vordeck lehnte diese Huldigung ab. Er forderte zu dem Rufe auf: Das deutsche Vaterland lebe hoch! Die Unabhängigm riefen: Es lebe die Republik! In dem Augenblick, als die Pferde anzogen, krachte in der Nähe Lettow-Vorbecks ein Schuß. Der General war je­doch nicht getroffen, sondern fuhr unversehrt fort. Es ist möglich, daß es sich bloß um einen Schreckschuß ge­handelt hat. Die Polizei bemächtigte sich sofort des Täters, der abgeführt wurde. Auf der Polizeiwache wurden seine Personalien festgeftellt, ihm die Waffe abgenommen und er darauf entlasten, da die Hal­tung der ll n a b h ä n g ig e n, die sich vor dem Rathaus, in dem sich die Ortswache befindet, versam- meit hatten, eine drohende tourte.Interessant

men marschierte nach Berlin zum Potsda- . latz, wo sich eine große Menschenmenge um die lärmende Jugend sammelte, und Reden gehalten wur-

Zriedensbemühnngen der rustlfchen Dolschewsskem,

Di«Times" meldet aus H e l s i n g f o r s, daß bolschewistische Unterhändler mit F r i e d e n s a n - trägen für Efthland in Reval eingetroffen sind. Die Bedingungen umfasten die Anerkennung Esthlands, die Unverletzlichkeit seiner Landesgrenzen und die Heimbeförderung der esthnischen Kriegsgefan­genen. Die Bolschewisten stellen nur die eine Gegen­forderung, daß Efthland nicht von den Fein- den der Bolschewisten als Basis gebraucht werden darf. Die esthnische Regierung beschloß, in Verhandlungen einzutreten. Die britischen Behör­den drangen jedoch darauf, daß diese Verhandlungen nicht im esthnischen Lande geführt würden. ,

berge bei Spandau einen internationalen Jugrnd- tag, der mit Straßendemonstrationen en. bete, die vom Militär auseinanderge­sprengt wurden. Als sich die Menge nicht freiwil­lig auflöste, gaben die Truppen Schreckschüsse ab. Ein­zelne Trupps sammelten sich nachher wieder, und einer

Retaittieetfl. f. d. redaktionellen teil i. D.: Dr. Joh. Kramer, für iie Unzeiten: I. WarzeHer, Futba. Motatronttruck.

den. Kurz vor 8 Uhr erschien die Polizei und erzwang dir Räumung des Platzes. Wie dieFreiheit" be­hauptet, wurden bei der Abgabe der Schreckschüsse einige Personen verletzt.

In Bremen, wo die Unabhängigen und Kom- munstten mit allen Mitteln für die Aufhebung des Be­lagerungszustandes arbeiten, versuchten sie am Sonn­tag mit einem großen Demonstrationszug ihrer Iu- gendvereinigungen für ihre Ziele zu wirken. Regie­rungstruppen und Stadtwehr verhinderten den Zug, auf den Marktplatz zu gelangen. Es wurden einige Schreckschüste abgegeben, bei denen eine Frau verletzt worden sein soll. Da man befürchtete, daß die Unab­hängigen am Nachmittag Versammlungen unter freiem Himmel abhalten würden, versetzt man die Regle­

rn der französischen Deputiertenkammer u. a.: Klotz nannte einige Ziffern, für die man in Deutschland nur Kopfschütteln haben kann, Er nannte die Kapitalisie- rungeziffer von 364 Milliarden, die allein für Frank­reich in Betracht käme. Die Gesamtleistungen Deutsch­lands bezifferte er auf 450 Milliarden. Wie Klotz derartige Ziffern ausrechnet, ist schleierhaft, noch schleierhafter ist, wie er denkt, daß Deutschland solche Summen zahlen kann. Man hat es hier nicht mehr mit einem ernst zu nehmenden Finanzpolitiker zu tun und es wäre gut, wenn die Franzosen sich klar darüber würden, wie groß das Volksoermögen Deutschlands zurzeit eigentlich ist. Dann wird sich ergeben, daß es nur einen Bruchteil der Summe beträgt, die Klotz nannte. Selbst die Hu- manite" stellte fest, daß Deutschland gar nicht imstande ist. solche Summen zu zahlen. Uebrigens übertreffen die Zahlen Klotz ganz erheblich dasjenige, was wir nach dem Friedensoertrag zu zahlen verpflichtet sind.

Die lpfölzer hatten fest cm Reich.

Aus Neustadt a. d. Haardt wird berichtet: Eine von 15 000 Pfälzern besuchte Versammlung nahm eine Entschließung an, in welcher das unentwegte Festhalten am Reich und Bayern erklärt wird.

Dem Reichspräsidenten ging eine Reso­lution aus Frankental in der Pfalz zu, die von Ver­tretern der deutsch-demokratischen Partei, der Deut­schen Volkspartei, der Bayerischen Zentrumspartei und der sozialdemokratischen Partei unterzeichnt ist, und worin es heißt:Durch hunderte Jahre mit Bayern verbunden, wollen wir in treupfälzischer Gesinnung bei, Bayern bleiben und in diesem Zusammenhang beim Deutschen Reich. Vollbewußt der schwe­ren Lasten, welche wir in Gemeinschaft mit unseren übrigen Volksgenosten zu tragen habm, geloben wir, in Gemeinschaft mit allen übrigen Stämmen des deut­schen Volkes brüderlich alles Leid zu tragen, wie wir in besseren Tagen an allen Freuden teilnahmen." I

Eine unerhörie Forderung.

werde garnrcht berührt, da der oberste Rat die Ansicht vertritt, daß er Gebiete, die einem Verbündeten gehören, keiner feindlichen Macht zusprechen könne. Wenn Rumänien sich auf direktem Wege weiter mit Bulgarien verständigen wolle, so stehe dem nichts !m Wege. _

3m deutschenOrdnungsstaat".

Demonstrationen.

einigen gleichgültigen Dingen. Mit festem Händedruck schieden sie voneinander, und Maria schlüpfte ins Haus, um zu Onkel Gottlieb zu Zehen.

Sie sand den Alten schwer atmend im Lehnstuhl sitzen. Er sah lächelnd auf, als Maria titnrai. Doch schien er sehr matt zu fein.

Onkel Gottlieb, wie geht es Dir?"

Schlecht Kind, schlecht! Ich glaube, ich Hobe bald ausgelitten. Ich sehne mich nach dem Ende. Dort oben finde ich hoffentlich meine Lotte wieder."

Er feufote tief auf. Maria fühlte herzliches Mitleid mit dem alten Mann. /

Soll ich bei Dir bleiben, Ontel Sottito?";'x'

Er schüttelte den Kopf.

Ich bin das Alleinsein schon gewöhnt, Kind'. Da« solltest Du auch hier anfangen? Ich habe nicht einmal ein Bett für Dich. Aber sage mir: Du bist nicht mehr drüben im Dienst?"

Er zeigte nach der Mand-rsstchen Wohmmg.

Nein, Onkel! Sie sanden den Ring, den Du mir schenktest, in meiner Kommode und sagten, ich hätte ihn gestohlen, und da jagten sie mich aus dem Haufe."

So eine Bande, so eine miserable Bande", räftm» nierte der Alte grimmig.Und wo ist der Ring jetzt?"

Sie gaben mir densellnn nicht heraus, Onkel."

Sie sollen ihn Dir roiebergeben, mein Kind, da­für sorge ich!"

In diesem Augenblick wurde hastig die Türe geöffnet

Neue Teuerungszulagen, neue Steuernr

In der Denkschrift über die Gewährung neuer Teuerungszulagen an Staats­beamte, Lehrer im Amte und im Ruhe­stand, an Hinterbliebene solcher Beamten sowie an Lohnangestellte höherer Ordnung, die jetzt der Preußischen LandeSversammlung znge» gönnen ist, heißt es:

Die Stegienntg hatte gehofft, neue DeuerirrigSgu. lagen nicht auswerfen zu müssen, zumal die ÄriegS» teuerunyszulagen jährlich die Summe von 1100 Mil. lionen Mark verschlingen. Da aber die LebenSmittÄ- preissenkung nicht sehr erheblich in Erscheinung tritt und viele Gebrauchsgegenstände im Preise nicht ge­fallen sind, muß nochmals eine Wirtschaftsbeihilfe aus- geworfen werden. Dazu kommen Kohlenno h Steigerung der Mieten und die Tatsache, daß infolge der im Juni erfolgten Vorauszahlung eines Dierteljahrsgehalts viele Beamte infolge der Teuerung ohne Barmittel sind, die durch notwendige Bv. schasfung für dey Winter aufgezehrt sind. Die Denk­schrift gibt ein Bild der staats- und volkswirtschaftlichen Not und kommt zu dem Ergebnis, daß eigentlich neue Mittel nicht ausgeworfen werden könnten, da der Staat neue Lasten nicht tragen könne. Da aber das Reich trotz der von Preußen vorgebrachten Bedenken den Reichsbeamtem neue Teuerungszulagen gewährt habe, könne Preußen nicht zurückstehen, um seine Beam­tenschaft nicht zu erbittern. Die neue Wirtschaftsbei- hilfe erfordere die Summe von 5 2 0 Millio­nen (270 Millionen allein für die Eisenbahnverwal- htng). Die Denkschrift führt aus, daß auch die Staatsarbeiter ähnliche Forderungen stellen

Was liegt denn daran? Sind Sie so fmchtsam? Ist es denn etwas Unrechtes, was wir hm? Jedermann darf uns sehen." Er wandte sich nicht um nach den Fenstern, sondern fuhr lebhaft fort:Würden Sie gestatten, daß ich wieder einmal mit meinem Freunde Max hinaus­komme, Ihr kleines Paradies zu sehen? Das muß ja jetzt im Frühlmgsschnmck bezaubernd schön fein."

Maria nickte lebhaft.

Wunderschön ist es bei uns! Alles prangt 'm Blüten« schnee. Kommen Sie nur bald, denn dieses herrliche Blühen bauert nicht gar zu lange. Die Baumblüte ist so rasch vorbei, der Meder ist gerade jetzt am allerschönsten und der Goldregen entfaltet eine Pracht, wie noch selten."

Und werden Sie bann wieder Ihre süßen Weder spielen?"

Ich werde spielen so viel Sie wünschen."

Und Ihr Verlobter? Wird er es gestatten, daß Sie daß Sie für mich spielen?"

Maria lächelte etwas geringschätzig.

Er? Ach er gestattet alles, was ich will, in dieser Beziehung können Sie unbesorgt jein. Er hat mir gegen­über gar keinen Willen."

Er liebt Sie wohl sehr?"

Wieder traf sie der forschende Bück.

Maria senkte die Augen.

Er wirbt schon seit zwei Jahren um mich, und hoffte nicht mehr aus Erfüllung feiner Wünsche. Als ich ihm mein Jawort gab, da konnte ei kaum fassen, daß es Wirklichkeit war."

Seit zwei Jahren?" wstderholte Afleflor Held sin­nend.Aber da waren Sie ja noch sehr jung?"

Maria nickte und er fuhr fort:So lieben Sie Ihren Verlobten erst feit kurzem?"

Ihr war dieses Verhör peinlich. Sie wollte doch nicht sagen, daß Felix Ebbhardt ihr gleichgilttg sei. Was sollte man von ihr denken? Sie kam sich in diesem Augenblick recht verächtlich vor und wäre am liebsten da- rongelaufen.

Ich werde mir Mühe geben, ihn lieben zu lernen", antwortete sie nach einer kleinen Pause.

Assessor Held drehte gedankenvoll seinen Schnurrbaft «nch brach bcs Thema rasch ab. Sie sprachen noch von

und bezeichnend ist es, daß da» offiziöse Telegraphen­büro hinterher eine Meldung verbreitet, in der da» Attentat als Dummerjungenst reich bezeichnet wird. Der Täter, ein 18jähriger Bursche, habe den Schuß mit einer sogenannten Schreckschußpistole, tote sie von Kindern zum Spielen benutzt werden, abge­geben.

Einbruch in ein Relchsamk.

In der Nacht vom 29. zum 30. August ist wie jetzt erst bekannt wird in Berlin einEinbruchin die Kaff« des Reichsgesundheitsamtes verübt worden. Der eiserne Geldschrank wurde geöff­net und aus dem Trefsor 31 000 in Papiergeld und 2900 M in deutscher Reichsanleihe entwendet. Es waren das die für den Ultimo bestimmten Gehälter.

Der Mörder des Ministers Auer.

Die Wiener Staatsanwaltschaft hat dem Ansuchen der Münchener Staatsanwaltschaft um Auslieferung des in Wien verhafteten Metzgergehilfen Lind- n e r, der das Attentat auf den Minister Auer verübte, stattgegeben. An die Auslieferung ist jedoch die Be­dingung geknüpft worden, daß Lindner nicht schlechter behandelt werden dürfe, als nach dem österreichischen Strafgesetz. Er dürfe also nicht zum Tode ver­urteilt werden, weil in Teutfch-Oesterreich die To- drsMg^e abgefchafft ist.

Einehrenwerter" Man«.

Einnetter" Herr scheint der Vorsitzende der kommunistischenParteiin Duisburg, Zalden, Ju sein. Er hatte von einem Agenten in Essen er» ebliche Gelder erhalten, um im Duirburger Revier einen Streik zu inszenieren. Wie nun die .Nieder- rheinische Zeitung" schreibt, ist er mit seiner Geliebten, einer Russin, verschwunden. Er ist verheiratet und Baier von sieben Kindern.

Der unabhängige sozialistische gendbund veranstaltete am Sonntag in Pickels-

Maria wollte eben dem besorgten jungen Mann ein Dort des Trostes sagen, da fiel ihr Bück zu den Fenstern der Manders'schen Wohnung hinüber, und sie bemerkte, daß sie von hort aus scharf beobachtet wurden.

Berta stand, vom Vorhang nur halb verdeckt, neben Ella tmb beide Damen sahen mit haßfunkelnden Augen herab. Der Assessor konnte es nicht scheu, da er dem Hause den Rücken zuwandte. Maria fühlte einen leichten Schauer beim Anblick der Schwestern; sie sagte deshalb ängstlich:Man beobachtet uns, bitte, laßen Sie uns gehen."

Er lachte amüsiert.

rs kleine l^arabxes.

Som«« von Irene v. Hellmuth.

bi*S^3iei6ctin!' rief er lächelnd,sicht man wieder?"

quoa eine unsägliche Bitterkeit empor bei fe fenf, On.605 Unrecht, das man ihr angetan, %jQ ®e&anfcn heraus mit schmerzlich

man Ahnen beim nicht gefegt, daß Ntttttf, baß ich nachts auf der Sttaße See, k.*! was noch alles? Daß man mich des- d Zob N-4' wie eine gemeine Verbreche-

l*in mußte, nicht von der Polizei »BH-, °hrsarn genommen zu werden? Hat Ihre k n mcht erzählt?"

kt, iR9°vJtQrr Utti) schmtte verwundert auf das iUn schönen Augen zornige Tränen

K etnffhT« 8ar dergleichen erzählt", ver- B la* c , »Meine Brant sagte mir, Sie seien 6title nnrf Surückgekehrt, weil, nun weil sich »tat - Tötete Partie bot. Und Sie haben sich überraschend schnell verlobt, wie mir auch

. qtätigte, daß ich der Erzählung vollen

I Ä K°psi

KL6060 m-ch verlobt."___

Eie inrirt!d Aftern Druck ihre Hand.

j'fctie ;,4 /n nicht denken, daß ich es tat, um eine r^m" Ach wollte meinem Vater ein J!", das war der Hauptgrund. Und «oq andere Gründe, ich kann nicht unter Di gtainrh mem Brot verdienen, ich war so müde l QugrL in. den paar Wochen, meine Seele fc *. 1111,1 'ch hatte so schreckliches Heimweh!" E ich- daß Sie Sehnsucht chatten nach

M kn hn±3' °b°r -*, der Assessor strich sich moschen Schnurrbart,was Sie da voi-

Bulgarierr.

Der Friedenkvertrag für Bulgarien ist beendet und wirf) den Mächten zugehen, die ein un­mittelbares Interesse daran habm.Petit Parifien" gibt neue Einzelheiten aus diesem Vertrag. Ser­bien habe eine G r e n z berichtigung im Nordosten bei Sofia erhalten. Griechenland erhält Thrazien. Man suche nur noch eine Lösung, um Bulgarien einen Zugang zum Aegäischen Meere zu sichern. Die Frage der südlichen Dobrudscha

hin sagten, das konnte doch mir auf einem Irrtum beruhen, denn solche Beschuldigungen kann doch gegen Sie gewiß niemand echeben, man braucht Sie ja doch nur anzu- schen, um zu wiffen, daß Sie eines unrechten Gedankens nicht fähig sind. Erzählen Sie bitte, genau bett Vorgang, und wenn Ihnen jemand von der Familie meiner Braut ein Unrecht tat, so werde ich bestimmt für Sie eintreten."

Die Rosenglut von vorhin erschiett wieder auf des Mädchens Wangen.

Das würde man Ihnen wahrscheinlich fchr übel nehmen."

Maria hatte Mühe, chre freubige Bewegung zu ver­bergen, doch widerstrebte es ihr plötzlich, die Anklägerin der Braut zu machen. Deshalb setzte sie leise hinzu:Die Sache beruhte allerdings aus einem Irrtum, freilich, der Schein war gegen mich, aber Ne Damen ließen mir nicht Zeit, mich zu rechtfertigen."

Der Affeffor nahm sich vor, bei ferner Braut nähere Erkundigungen einzuziehen.

Und wie geht es Ihrem Herrn Vater?" fragte Maria.

Nun, körperlich scheint er sich ja zu erholen. Wenn auch die eine Seite gelähmt Bleiben wird, so ist es für mich und Mama schon ein Trost, daß es dem lieben Kranken besser geht. Aber es kommt uns immer vor, daß irgend eine geheime Sorge ihn bedrückte, etwas, was er uns verheimlichen möchte. Er ist manchmal in einer so

kommenden Neichstagswrchlen.

' screm parlamentarischen Mitarbeiter, irlamentarischen Kreisen war man seither der - die gesetzgeberischen Aufgaben der Na- mlung bis Ende dieses Jahres erfüllt wer» Man hegte dort die Erwartung, daß wber die Nationalversammlung geschloffen z im Januar die Wahlen zum Reichstage deutschen Republik vorgenommen werden deutlicher aber zeigt sich jetzt die ungeheure 0 d-r gewaltige Umfang der noch zu erfüllen» Mberi'chen Aufgaben der Nationalverfamm- Hinsichtlich der großen Steuervorlage stehen ^arische Kampfe bevor, welche Probleme auf» -je,u den schärfsten grundsätzlichsten Ausein- -ungen zu führen geeignet sind. Nun hat auch s Reicheamt des Innern mehr als ein neues angekündigt, die in Ausführung der neuen «erfafsuna geschaffen werden Müssen. Es ist -"-jlich, daß alle diese Gesetze von der Na- mlung erledigt werden können, der Haupt- >m künftigen Reichstag zu bewältigen fein, oenn man nur diejenigen gcfetzgeberischen Auf- jn Betracht zieht, deren rasche Erfüllung im und Volksintereffe dringend notwendig ist, iwird es unmöglich fein, diese bis Ende dle- Jahres durchzufetzen. Neben den Steuerge- s muffen auch noch das Wahlgesetz für den kom- " ichstag, die Wahlordnung zur Bestellung arlaments, die gesetzlichen Verordnungen llksabstimmung usw. festgestellt werden.

alle dem wird damit gerechnet werden müffen, Nationalversammlung auch noch bis in nächste Frühjahr hinein zusammen- muß. Nach Lage der Dinge wird es kaum sein, den von der Nationalversammlung noch den Arbeitsstoff vor dem März 1920 ab- Aus eine Dauer der Nationalversammlung diesem Termin werden sich die politischen Kreise n haben. Große Schwierigkeiten erwachsen allerdings für . die Ausstellung des künftigen ^Haushaltes, da ja das Etatsjahr mit dem 1. ä eines jeden Jahres beginnt. Ein unbedingtes Oemis für die Gesundung unserer gesamten Der- He ist ja die geordnete Haushaltsführung, die Mer strengster Kontrolle der Volksvertretung ge- kfeiftet werden kann. Die Regierung muß danach htm, daß gerade in dieser Frage die größte Klar- werden sich die Dinge, wie oben beschriebe«, tat« bh entwickeln, dann wird mit den neuen ichstagswahlen frühestens erst am An- ig April zu rechnen sein. Auch dabei ist vor- TVr öaß alle Beratungen einen einigermaßen ge- stnund glatten Verlauf nehmen. In dieser Hin- ll.wan sich heute noch keinen bestimmten Er- hingeben. Die Gährungen sind noch lange 1 Mrwunden; es gewinnt vielmehr den Anschein, ^ gerade in den kommenden Monaten' neue pnftfje Erschütterungen, die unter Um- * Ns. starken Umwälzungen führen können, zu F 1- Jedes derartige Ereignis wurde na» m eine Verzögerung aller Bemühungen bedeu» , °ul d-e Herbeiführung eines geordneten politi» > Md wirtschaftlichen Zustandes zielen.

Friedensfragen.

Der Mederaufbau Nordfrankreichs.

Beteiligung deutscher Ar- dem Wiederaufbau Nordfrankreichs haben , ^^tember Besprechungen zwischen Vertretern Mchen Gewerkschaften und des französischen N^^^andes stattgefunden. Im Anschluß Woche die erste informa- Bet.« n LÄti9Un9 des zerstörten -g,;." stottsmden. 400000 deutsche [ Jn, L^ben stch bereits, wie derVorwärts" ' fum Wiederaufbau Nordfrankreichs gemeldet. &alVll^e fÖr de» französischen Zahlenrausch, fc« mitS Allgemeine Zeitung" schreibt zu der _^geteilten Rede des Finianzministers Klotz

rungstruppen und die Stadtwehr in Alarmzustand und bereitete an wichtigen Straßenkreuzungen Stachel­drahtverhaue vor. Der Tag verlief ruhig.

In Breslau kam es wiederholt, vor allem am Montag, in der Innenstadt zu stürmischen Zu» Me Skadt Paris hat ihre Schadenerfatzforde- I sammenrottungen vor Zigarren-, rung wegen der Zeppelinangriffe auf 6% | Schuhwaren- und Lebensmittelgeschäft Milliarden Francs festgesetzt. I ten, indem von Zivilpersonen Waren zu bedeutend

----------- ' I herabgesetzten Preisen der Menge verkauft wurden.

Die deulschen Truppe« räumen Kurland. - 9'°EE Anzahl dieser Gefchäste wurde durch den

et- - v t. , I Zwangsverkauf vollständig ausgeraubt. Kom-

. p r ?e5 tn D°r-e9^öen_ äUDeriaff. Nachrichten zufolge I munistifche Hetzer benutzten die Empörung der stfb..der größte Teil der Truppen m Ktirland be- I Menge, um sie für politische Zwecke auszubeuten. In reit erklärt, dem Befehl der Reichsregierung auf Rau- I vielen Geschäften kam es dabei zu Plünderungen. Ein mung Kurlands Folge zu l et st en. 2Jht öcti I IägerbatcMon wurde aufgeboten und zur Hilfeleistung der Truppen ist bereits für diese Woche I herbeigeholt. Straßen und Plätze der Stadt, sowie zu rechnen. , > «das Rathaus wurden stark mit Maschinengewehren

I versehen. Als die Menge auf die wiederholte Auf.

e"5. 'chtvere Gang bet Oestetrcicher. I jorjjerung -es Militärs nicht auseinanderging, wurden r ^lttr.»Büro meldet, daß Staat»« I Schreckschüsse abgegeben, und als diese mit Icch<

kanzlet Renner am Sonntag abend in Begleitung I len und Beschimpfungen beantwortet wurden, mußte de« Sekttonkchef» Schuller nach St. Germai« ab- I scharf auf die Menge gefeuert werden, geretst tst. Die österteichssche Delegation teilte in- Erft dann gelang es, die Massen zu zerstreuen. Die zwrschen dem Obersten Rat der Entente mit, I Zahl der Verletzten läßt sich noch nicht fefsstellen. daß Siaatskanzlet Rennet die Vollmacht erhielt, den I .... , , _ _ , -

Frieden»vettrag zu unterzeichnen. Die llnterzeich- I ®"in Mffenfaf gegen Leüow-Dorbeck. nung wird am Mittwoch vormittag um 10 Uhr I In Startart» in Pommern hielt am Samstag stattfinden. Dem Schreiben, das die Ermächtigung I General von Lettow-Vorbeck auf dem ersten nationalen Renners zur Unterzeichnung des Vertrages enthält, I Jugendtag für Pommern im Stadtthealer einen Vor­sind ztoei weitere beigefügt. Das erste enthält die I <rag über die Kämpfe in Deütsch-Ostafrika. Erklärung der Nationalversammlung. Fast zu jedem I der Unabhängigen versuchte, in das 3