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| Montag 8. September 1919. | I 4S. Zahro

über die schweren Krisenzustande, in welchen wir uns immer noch befinden, ohne noch weiter greifende Fol­gen himvegkommen. Das Volk hat aber auch ein Recht, auf die schnelle Erledigung dieser Frage zu drin­gen, und es würde sicherlich im Lande sehr verstim­men, wenn sie jetzt ohne Grund wieder hinausgezögert werden sollte.

Man darf auch nicht vergessen, daß di« National- verfammlung ihr Mandat nicht eher in die Hand des Volkes zurücklegen kann, bevor sie nicht alle Voraus­setzungen für die Bildung des Reichstages ge­schaffen und gesichert hat. Es ist nicht allein damit xetan, daß in der Reichsverfassung ein Reichstag als maßgebendes politisches Organ bestimmt ist, sondern es muß auch die Möglichkeit gegeben werden, dieses Organ in Funktion zu bringen. Das ist aber nur möglich, wenn ein Wahlgesetz vorhanden ist. Man wird in dieser Beziehung ja vielfach an das früher« Wahlgesetz und namentlich an die Wahlordnung für die Bähten zur Nationalversammlung anknüpfen kön­nen. Aber es ist unerläßlich, daß di« Arbeit zur Schaf- sung eines Reich-Wahlgesetzes von der jetzt noch be­stehenden Nationalversammlung ausgeführt wird.

Ferner: der jetzige Reichspräsident ist immer nur noch provisorisch bestellt. Die Reichs- Verfassung sicht die Wahl des Reichspräsidenten durch Volksabstimmung vor, die dafür notwendigen Formali­täten müssen besonders festgestellt werden. Ebenso müssen die Anordnungen für die in der Verfassung vorgesehenen Volksabstimmungen gesetzlich fcstgelegt werden. Die Reichsregierung hat die be­züglichen Vorarbeiten bereits eingeleitet, und es ist damit zu rechnen, daß die wiederzusammentretende Rationalversammlmrg in aller Kürze diese Gesetzes­vorlagen vorgelegt werden können.

Bei all diesen eben aufgeworfenen Fragen handelt es sich um solche, welche die Nationalversammlung noch gesetzgeberisch zu meistern haben wird, ehe sie ihre Aufgaben als erfüllt und ihr vom Volk« über­tragenes Tlanbat als erledigt betrachten kann.

OesterreW unterschreibt unter Protest.

Die deutsch - österreichische National- Versammlung hat am Samstag nach längerer Debatte mit 97 gegen 23 Stimmen bei 40 Stimmen­enthaltungen beschlossen, den Staatskanzler zur U n - terzeichnung des Friedensvertrages z u e r m ä ch t i g e n. Die Abgeordneten waren voll­zählig erschienen, vollzählig waren auch jene Gebiets vertreten, die an die Entente und an die Nachfolgestaa­ten fallen. Auch die Galerie war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die zu Herzen gehenden Worte des 3er- trete« von Südtirol lösten mehrfach Weinen und Schluchzen aus. Wiederholl wurde die augenblickliche Unmöglichkeit des Anschlusses an Deutschland erwähnt und des Festhaltens an dem Dereinigungsgedanken trotz allem und allem. Jede solche Redewendung wurde vom Haus und von der Galerie mH andauerndem Beifall begleitet. Mit ein­dringlichen Worten sprach Staatskanzler, Rann er von der gebieterischen Notwendigkeit, zu unterzeichnen; es gäbe keinen anderen Ausweg. Prälat Hauser be­gründete den Beschluß des Hauptausschusses zur Er­mächtigung des Kanzlers, zu unterzeichnen. Nach fünf­stündiger Sitzung wurde zur Abstimmung geschritten. Sie fand in zwei Teilen statt. Der Protest gegen den Gewaltfrieden wurde einstimmig angenommen. Die Ermächttgung zur Unter­zeichnung hatte das anfangs erwähnte Ergebnis.

Der Staatskanzler, der am Sonntag nach St. Ger­main zurückgekehrt ist, wird bei der Entente sofort vor­stellig werden, die ungarische Regierung zu veranlassen, daß bas westungarische Gebiet von chren Truppen geräumt wird, damit Deutsch-Oesterreich die­ses Gebiet auch tatsächlich in Besitz nehmen und sofort zur Dahl parlamentarisch! Dertreter schreiten könne.

schädlich. Du darfst es ihr nicht so oft sagen, daß Sty sie so lieb hast.' ,/

Er zuckte die Achseln.

.Damit sie sich erst recht von mir wendet. Sie mutz eben erst lernen, mich zu lieben."

Der junge Bräutigam hatte so etwas rührend Unbe­holfenes in feinem Wesen, daß Meister Engelmann Mit­leid mit ihm empfand und sich vornahm, ein ernstes Wort mit Maria zu reden. Freilich, den Herrn herauszukehren, würde Felix Ebbhardt nie lernen. Dazu fehlte ihm all« Energie. Er war, wie man zu sagen pflegt, ein guter fielt So kam er seiner Braut um keinen Schritt näher. Sie verhielt sich stets reserviert und vermied, wo sie nur konnte, ein Alleinsein mit ihm. Er machte ihr kostbar« Geschenke, alles, was er nur dachte, daß es sie erfreuen könnte, brachte er ihr aus der Stadt mit. Aber sie wehrt« ihm:Ich will das alles gar nicht, was soll ich denn bg- mit anfengett?"

Am glücklichsten fühlte sich Maria, wenn sie abends ihr kleines Stübchen, das man ihr eingeräumt hatte, auf­suchen durfte, Hans wohnte feit Marias Heimkehr wie­der in der Stadt, so konnte sie in des Bruders Zimmer übersiedeln. Hans war überglücklich, seit die schwere Sorge wegen des Geldes von chm genommen war. Er hatte als einer der Fleißigsten eine hübsche Summe als Stipendium erhalten, das ihm ermöglichte, einige Zeit sorglos zu leben. Nebenbei unterstützte ihn jetzt Fellx Ebbhardt reichlich, doch Maria ahnte davon nichts. Sie waren stillschweigend dahin übereingekommen, daß mar es Maria verschwieg.

Nach etwa einer Woche fuhr sie in die Stadt, der Onkel Gottlieb zu besuchen. Sie wollte eben in das Hau- treten, als sie wie gebannt stehen blieb. Hätte Felr; Ebbhardt seine verlobte in diesem Augenblick sehen fot> wen, wie sich über ihr Gesicht eine rosige Glut breitetet er wäre jedenfalls bedenklich geworden.

Drüben aus dem gegenüberliegenden Haus trat foebe» Assessor Held. Er hatte wokfl seiner Brant einen Besuch gemacht. Der junge Mann kam mit raschen Schritten auf das Mädchen zu und streckte ihr herzlich die Hand entgegen. (Fortsetzung folgt.) ..

.z | Berantwert!. f. d. redaktionellen rett i. v.: Dr. Joh. Kramer,

Was noch zu üm ist.

dieses Monats wird die deutsche N a - *gf3crfamtnlung wieder in Berlin zusam- jL, um ihre in Weimar unterbrochenen Arbei- "snde zu führen. In den letzten Tagen ist nun Zfofcerft links gerichteten Presse die Frage aufge= u^-Afn, ob denn überhaupt das Parlament, _ e5 fein« wichtigen Aufgaben, die Schaffung M-.nerfasiung und den Abschluß des Friedens St noch zu Recht weiter bestehen ckios' unabhängige Berliner Blatt, dieFreiheit", zieie- Recht ohne weiteres ab, fordert die fo- Nuflöbmg der Nationalversammlung und Neu- zum Reichstage.

^»erlich muß die Nationalversammlung sofort 7»kichstage Platz machen, wenn sie di- ihr Ljetan Aufgaben erfüllt hat. Die Verabschie- hn Reichsverfassung und namentlich der Äb-

L hrr Friedensvertrages haben jedoch soviele neue 9 geschaffen, deren schleunige Lösung :m 2n- ^Kelches und des Volkes unbedingt erforder- » Durch den Krieg und den ihm folgenden Zu- jenbruef) unseres gesamten Wirtschaftslebens ist deutsche Finanzwesen von Grund auf unser Volk bettelarm geworden. Die weni- die unsere Staatskasse heute noch aufzu- hat, sinken von Tag zu Tag in ihrem Werte, >je geringe Erzeugung unserer Industrie und der immer völlig lahmliegende Außenhandel eine Sa- gng durch Gelderwerb auf dem Wege des Eirttau» , deutscher Waren und Produkte im Auslande ge- sehlende Erzeugnisse noch nicht möglich macht. Die Besserung unseres Finanzwesens ist aber dringend tvendig, und jeder Tag, an dem gezögert [Je, daran zu helfen, brächte neue empfindliche Geld- He, die schließlich zur Folge haben würden, daß Regierung nicht in der Lage wäre, dir Bestim- togen des Friedensvertrages loyal durchzuführen.

"i Volk würde sich den Dorwurf des Ver- zuziehen und hätte drückende Zwangs- maßregeln von Seiten der Gegner zu ge-

Sie großen Steuern, von denen ein Teil bereits in Neticnaloerfammlmig bewilligt morden ist, dienen kr Wiedergefundung unseres Geldwesens und unserer Kumzkraft. Bei all diesen tiefgreifenden Finanz, fragen muß aber wieder berücksichtigt werden, daß « sich bei den bisher erledigten Finanzgesetzen nur um le Einleitung und den Anfang einer alle Be- Kiffe der parlamentarischen Vorzeit übersteigenden liefen fittaugr «form handelt. Die großen Lrnstücke des Finanzwerkes, die Reichseinkom- Drn- und die tt in s.a tz ft eu e r werden erst noch ge« Wen werden müssen. Bei diesen beiden Steuern Wett es sich um Endrrträgnisse von Milliarden. Der nicht allein wegen der Höhe der erwarteten Ein- Me dieser geplanten Steuern, sondern vor allem WW ihrer tirfeingreifendrn Wirkung in das Leben ö Wirken des Einzelnen wie der Geschäftswelt, der «Mtrien, d-r Körperschaften usw., wie namentlich «*r such wegen der politischen Rückwirkungen, die eine Weiche Reichs st euerverwaltung mit sich «mgen wird, werden gewaltige parlamentarische »mipse zu erwarten fein. Es kann sehr wohl möglich W' bei dem Streit über diese Dinge innerpoliti- M Umwälzungen sich ergeben, die in ihrer Tragweite wo ihren Folgen heute noch garnicht übersetzen wer- W können.

Ijfatfrbie Derfüssungsbestimmungen müssen zu einem ff E noch gesetzgeberisch ausgebaut werden. Der M^niimster des Innern hat, wie schon gemeldet, 16 wichtige Gesetzvorlagen angeküröigt, die t der Vollziehung bestimmter Artikel der Verfassung Br8, dieser gesetzlichen Regelung hat unser ge- ein großes Interesse. Wir nennen hier Schulkompromiß, die Errichtung KT; Gerichtshofes und vor allem das

"bsrätegesetz, das eine besonders be- teunmg der Arbeiterschaft zu befriedigen be- «st- Bsn der zweckentsprechenden Lösung die- F* WNem«, an welchem alle Kreise des Volkes und auch da« Bürgertum ausgiebig mitarbei- EJWn, wird m der Tat viel abhängen, ob wir

ter Kriegsausgaben aitf etwas über 1 0 0 0 Milliar- den, von beiten zwei Drittel auf die Alliierten ent­fallen. Deutschland wird insgesamt 3 7 5 Milliarden bezahlen und sich seiner Schuld in einem Zeitraum von S6 Fahren entledigen können. Während der ersten Fahre werde e§ 100 Milliarden entrichten und nachher 13,g Milliarden mit fünfpro­zentiger Verzinsung. Die von Deutschland an Frank­reich zu zahlende Totalsumme werde, sich in 36 Fahretl auf 463 Milliarden belaufen. Klotz geigte die Vorzüge dieses Systems gegenüber demjenigen., das die Deutschen vorschlugen, als sie das Anerbieten mach, ten, auf einmal 100 Milliarden zu zahlen. Weiter gab der Redner viele Einzelheiten über die von der WiederguturachungSkommisfion getroffenen Maßnah­men, sm die Bezahlung bei Jahresraten durch Deutsch­land stchrruistellen.Wir werden," so erklärte er,ge­genüber Deutschland eine tatkräftige Politik führen. Fmmerhin werben toit ihm behilflich sein, feine Etzengungsmittel zu entfalten und ihm bie Möglichkeit geben, feine Schuld abzutra­gen. Das gefchieht jedoch in einem Maße, baß es nickst in eine bessere wirtschaftlicheLage verfcht wird als Frankreich selbst. Ausichließttch. die WiedergutmachungSkommissron wird mit Deutschland über die Begleichung der Schuld verhan­deln. Wenn man mit den Verhandlungen, die daS Ende deS Kriegszustandes bezweckten, dieiemgen hatten verbinden wollen, die noch mit den alliierten und assozt- ierten Regierungen, zu führen sind, so wären wir mit dem FricbenSvertrag noch zu keinem Schluß gekommen.

9as kleine Paradies- I box Irene v. Hellmuth.

ene schöne Bescherung!" sagte sie ärger» E "ln. hat man alle Zimmer vermietet, hat sich ein- f° gut es geht und rechnet, baß Du auch etwas und da kommst Du mir nichts Dir nichts herein- >wd willst wieder bableibenl Sa, glaubst Du onn einen von den Mietern plötzlich auf die 8m? Dos geht nicht! Es ist kein Plätzchen frei

schaute beinahe ängstlich auf den Baier bei freundlichen Empfang! Doch ber sagte-

,.s wird sich finden. Sch bin froh, daß Maria i,# . mit Deinem mürrischen, verdrossenen ETLJ: mit wirklich eine schlechte Gesellschatserin; ich k-Ä manchmal nach einem heiteren Wort, nach Lachen und nach Marias Äiolinspiel! Das met^en' wenn sie mir zuweilen wieder et- und man auch etwas anderes zu hören be- ET.5 we ewigen Klagen über bie viele Arbeit." jj, . ^ttnmnte etwas Unverständliches vor sich hin. ffat unter Tränen lächelnd:Sch habe mir Dchr en. ^Iai' gemacht. Sch bin jetzt gar nicht X%ne$1*9ens*8t- den Felix Ebbhardt zum Manne zu

zufamwenzuckte bei ihren Worten, erschrockenen Blick der Schwe­ich ttn* . unbeirrt fort:Glaubst Du, daß er ®in' v°ter?"

^ts Angeredrten brach ei« solch Heller utttibe, daß Maria sich innerlich gehoben und Ne« »v^tie, und als ber Vater ihre Frage mit leb- ^>fnicken beantwortete, als er lächelnd hinzu» *ir, _ er Dich noch will? Alle Tage fragte er nach Hoffte er, Dich einmal zu treffen", da Ä fT» mit schelmischem Lächeln zu des Daters ,^ch nu, ^ttle 'Hw zu:Du magst ihm sagen, daß ich W «jy , .^uger weigern werde, wenn n mich fragt.

I we Derbung annehmen!"

Das Siedlnngsrechl der Bolkcnkümpfer.

Durch den Vertrag, der mit der lettischen Landes­wehr abgeschloffen worden ist, war den deutschen Kämpfern, die für Lettland im Felde standen, das Bürgerrecht zugestanden worden. Ein Teil des Bür­gerrechts war sesbstverständlich da» Siedekungs- recht und in diesem Sinne kann von einem Siede- lungsrecht der deutschen Kämpfer gesprochen werden. Siedelungsland freilich ist den Deutschen von keiner amtlichen Stelle zugesprochen worden, im Ge­genteil ist seitens des Kommissars Winnig den Wer- . bestellen in Berlin für Lettland ausdrücklich die An­weisung gegeben worden, den Leuten keinerlei Ver­sprechungen von Eiedelungsland zu machen. Soweit solch« versprechen gemacht worden sind, handelt es sich cmschemenb mn Zusagen baltischer Großgrundbesitzer, auf die sich die Soldaten stützen, wenn sie jetzt das Baltikum nicht verlaffen wollen , cagawpni»nr»Mini»«i i hi n i n.m»

Felix Ebbhardt entgegnete eraft:Manchmal kommt es mir hoch vor, als ob Maria sich nach irgend etwas fchnte, an irgend etwas Bestimmtes dächte. Sie schaut eft so traumverloren in bie Ferne, so, als wartete sie auf etwas, das kommen muffe. Sn solchen Augenblicken ver­gißt sie ganz, baß ich neben ihr sitze, und wenn ich bann leise und zärtlich ihr« Hand faffe, schrickt sie zusammen. Mir kommt es bamt immer vor, als habe sie soeben mtt ihre« Gedanken ganz wo anders geweilt. Stege ich sie «ber nach dem Gründ ihres seltsamen Wesens, fo schüttelt sie bett Kopf und antwortet nicht. Will ich den Arm um ihren Hals schlingen, wozu ich doch wahrhaftig als Bräu- figam ein Recht habe, bann weicht sie mir aus und ent. zieht sich mir ganz. Sch wage kaum noch, ihre Hand zu drücken. Ein anderer mürbe sich wahrscheinlich eine solche Behandlung nicht gefallen lasten. Weißt Du, Papa, geftent hat sie mich ordentlich bange gemacht. Sie stand dort drunten im Garten unter den Erlen. Sch schlich mich ganz leise heran, sie bemerkte mich nicht. Der MoiÄ war eben aufgegangen, sie sah unverwandt in bie glänzende Scheibe. Plötzlich streckte sie die Arme aus und rief: Mond, bu bist glücklicher als ich!" Da muhte ihr irgend etwas meine Gegenwart r erraten haben, denn sie wandte sich jäh um und warf mir einen fo traurigen Blick zu, daß ich erschrak. Aber, Papa, weißt Du, wie ei weiter heißt? Sch will es Dir sagen:Mond, bu bist glücklicher als ich, bu siehst ihn, und ich seh ihn nicht!" Und ich bin Überzeugt, bah Maria an eine bestimmte Ver­sen habet gedacht hat! Sch hörte, wie sie bas Dort Trottel" murmelte. Es war ihr unangenehm, daß ich sie belauscht chatte!"

Reiftet Engelmann lächelte über den gutmütigen Schwätzer.

Du mußt etwas schärfer mtfirden", sagte er, dem zukünftige« Schwiegersöhne auf die Schulter klopfend. Du läht Dir zu viel gefallen. Maria soll ihren Herrn und Meister fpuren, man berf nicht allzu nachgiebig sein. ISrrbe einmal ordentlich grob, damit sie sieht, daß sie nicht alles erlauben bars. Du schmachtest sie zu viel a bas ist nicht gut. Sch fege Dir, solche Mädchen müs. sei. ein wenig den Herrn spüren, immer Mchgeben ist

Deutschland und dle Entente.

Der Rokenwechsel.

Die deutsche Antwort aus die Note der Enfente in Bezug aus den Artikel 61 der Reichsverfaffung ist am Samstag in Abwesenheit des Freiherrn o. Lersner von Herm Schmitt dem Sekretär der Friedens- konferrnJ überreicht worden. Di« Konferenz hält erst am Montag wieder eine Sitzung ab.

Die französische Preffe kündigt an, daß die deutsche Antwort nicht befriedigen wird. DerPetit Parisien" sagt, die deutsche Antwort bemühe sich dar­zutun, daß der Absatz 2 des Artikel 61 überhaupt keine Bedeutung mchr habe. Unter diesen Umständen wäre es erst recht natürlich, diesen Absatz zu beseitigen. Das Journal des Debats" setzt in einem langen Artikel auseimmder, daß allerdings die Einberufung des deut­schen Parlaments zur Unterdrückung des Artikels Zeit beanspruche, aber es handle sich in dem gegenwärtigen Fall« um eine Frage des Prestiges für die Friedenskonferenz. Sie müfle beweisen, daß sie entschloffen ist, Deutschland zur Durchsührung des Friedensvertrages zu zwingen.

Die Nachricht, daß der deutsche Dertreter in Ser- failles, Freiherr von Lersner, in Berlin einge­troffen ist, hat vielfach zu Beunruhigungen Anlaß gegeben und es ist davon gesprochen worden, daß unsere Beziehungen zu der Entente vor dem A b br uch ständen. Daran ist, wie von zuständiger Stelle mitgeteill wirb, natürlich fein wahres Wort. Freiherr von Lersner ist auf eigenen Wunsch nach Berlin abberufen worden, um wegen verschiedener Angelegenheiten, die brieflich schlecht erledigt werden können, Rücksprache Zu nehmen. Er bleibt nur zwei Tage in Berlin und kehrt dann wieder auf seinen Posten nach Dersmlles zurück. .....

Fr«nMsch«r ZahleanmsH.

In ber französischen Kammer hat sich M Ber Be­ratung bt5 Friedensvertrages ber französische Finanzminist « r Klotz über bie Entschädi- girngSsnfprüdje Frankreich« gegenüber Deutschland geäußert. Klotz schätzte bie Gesamtsumme

Meister Engelmann schlmtte ein paarmal heftig, ehe er erwidert«:Mein liebes, ßebes Kind, rote glücklich machst Du mich! Du nimmst mir eint große Sorge vom Herzen!"

Dann ginge« sie all« Drei ine Haus.

XL

So schwer hatte es sich Maria nicht gÄiacht, Sie Breid Felix Ebbhardt» zu sein.

Er war rein außer sich vor Freude, als Meister Engelmann tzm am nächsten Tage bie froh« Botschaft mitteilte, baß Maria eingewilligt hab« und daß sie ihm ihr Sawort geben wolle.

Ja, ist es beim möglich, ist es beim Wahrheit?" rief rief er ein über bas andere Mal, als er vor Maria stand und Kjre Hände in den fctntgtn haltend, das beseligende Sa" von chren Lippen küffen wollt«. 0« machte eine halb abwehrende Bewegung, so daß der Kutz nur ihre Stirn streifte.

Es würbe ihr geradezu zur Qual, feine Liebkosungen zu dulden; erwidern konnte sie dieselben nicht. Er be­merkte bas vorech gar nicht in seinem seligen Gkiicksrausch.

Oft bet er »es Mädchen:Moria, nur einmal, ein einziges Mal gib mir einen Kuß!"

Sie schüttelte nur immer roiober bei K»pf und fegte leise:Du mußt mir Zeit lasten, mußt Geduld mit mir haben, Du wußtest es doch, daß ich mich nicht sa schnell in Me veränderte Sage finben kann."

Dann lächelte er und tröstete sich:Run, es wird schon noch kommen; vorerst ist es genug, daß Du endlich elngewillizt hast, meine Frau zu werden!"

Wenn er sich klagend wegen Marias kühler Zurück­haltung an Batet Engelmann wandte, so tröstete dieser den verliebt«« junge« Man« gutmütig:Schau, genau so war es mit meiner Frau. Sie wollte mich zuerst, gar nicht, aber sie ist nach und nach doch ei« ganz gutes Weib «werben. Und bei ihr lagen die Sachen nach ganz an­ders. Sie liebte einen, den sie vergessen wollte und doch nicht vcrgesten konnte. Das hast Du bei kllorta nicht zu surchten. Sie hat noch nie «inen Monn lieb gehabt, darum wirst Du leichter ihr Herz ertbtnj"

Die deutsche Regierung richtete jetzt in der Frag« der Räumung der baltischen Gebiete an d,e E-. iente eine Note, in der die deutsche Regierung bedauert, daß die von ihr besohlen« vLllstandtge.nau- mung der baltischen Gebiete durch das sehorsams. widrigeBerhalten der noch in Kurland stehen- den deutschen Truppen ins Stocken geraten >st. Wah­rend sie die Ergsnmächtigkest der Truppen aufs scharrte verurteilt, sieht sie sich doch infolge der ihr von dm alliierten und affozüerten Negierungen auferlegten^ Be­schränkungen außerstande, durch Anw-ndung milt. tär'scher Machtmittel den Gehorsam der Truppen zu erzwingen. Bei dieser Sachlage bliebe der deutschen Regierung nichts ubng als der Versuch, die Truppen durch Zureden zur Ver- nunst zu bringen und von Ausschreitungen, namentnch auch gegen Angehörige der alliierten Machte, zurück, zuhalten. ________ ______________

Kern strafbares Verbrechen Wilhelms TI

Nacb einer Meldung deS Pressebüros wuwsre äsä

«. «BLZ l ch e n K a i s e r, c5 sei vom ersten Augenblick art et* «Aili* gewesen, daß die Mitglieder der Kommtfti-n e'stfÄoflen waren, vor allen anderen den Rat,et vost einen internationalen Gerichtshof zu ziehen. Drei Arn Aaacn könnten gegen ihn erhoben werden, namM, daß er für den Krieg, für die Verletzuna- der belgnch-lnxem» burgischen Neutralität sowie für flagrante Derlehun» aen^ber Krieasgebräuche durch deutsche etreitfrafte vev antwor-lick sei. Tie Kommission habe mit, der Unter« suchung der srrafrechtlichen Verantwortlichkeit begonnen fei a^r schließlich einstimmig zu dem Ergebnis gv langt, daß eS nicht m ö gl t ch sein wurde, denKmsetz für den Ausbruch des Krieges ober für ben etnmcr!j in Belmen und Lurembnrg st r af r e ch t li ch zu v e* folaen Die Kommission erkannte zwar an, oq der Kaiser die moralischen Verbrechen gegen die Mensch, heit begangen hat, sah sich aber gleichzeitg genötigt A erklären, baß es kein poiitives Gesetz gebe, durch das Verhalten des Kaisers z u ei n ein st rnfb a r e « Verbrechen gestempelt wurde. Die Schuld deS Kaisers sei nicht derart, daß sie von einem Gelichtsyotz? festgestellt und bestraft werden könnte. :

Kriegsgefangenenhermrehr. \

Die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zi» vilgefangene teilt mit:

Die bereits angezeigte Konferenz wurde zu Koln er- öffnet Sie wurde englischerfeits von General Hutchtsvli und deutscherseits von Oberst Bauer geführt. Als bis­heriges Ergebnis wird miigetettt, daß tue englische Reaiewng mit eigenem Material voraussichtlich bis auf weiteres 3000 Gefangene täglich in Köln U b er­geb e n wirb und wöchentlich mit eigenen Schiffen 3000 Mann nach Rotterdam unter ber Voraussetzung des Ein­verständnisses ber holländischen Regierung führen will. Die weitere Steigerung ber Heimschaffung, hangt boom, ab, in welchem Umfange die deutsche Regierung m der Lage ist, rollend e s-Eis enb a h nma t e rial uni Schiffsraum zu stellen. Das Ergebnis ber hierzu noch notwendigen (Erhebungen wird fo schnell als mögluy ber englischen Wako in Köln übermittelt. Der Gang bet Verhandlungen zeigte, daß di« englische Regiemng bereit ist, die Heimschaffung der deutschen Kriegsgefangenen nach Möglichkeit zu fördern. Bis einschließlich 6. September sind in Köln 6000 deutsche Kriegsgefangene übernommen worden. Mit einer Heimkehr der in französische« G ef angenschast befindlichen deutschen Kriegsgefange­nen kam vor ber Ratifikation durch Frankreich nicht gerechnet werben.

Wie die LondonerMorning Post aus Tokio meldet, hat I a p a n die Heimfchaffung aller deutsche» Kriegsgefangenen mit dem 15. Oktober beginnend au- geordnet.

Wie dieTimes" meldet, wird Mackensech und sein Stab nach Salonik abreisen, um sich vo» dort aus nach Marseille einzuschiffen.

Die Lrfegsverlufle der Enlenke.

Der PariserExcelsior" bringt nach amtlichen Quellen bie folgenden Angaben über die von den Ar- meen der Entente erlittenen Verluste an Menschen­leben:

In Frankreich betrug die Zahl der Mobili­sierten 8 Mllionen, zu denen noch 40 000 aus den