Fuldaer Zeitung
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KoaUtton-srelhelt für alle!
em altes Steckenpferd wird von freien Gewerk- Gern im Kampfe gegen die christliche Gewerk- ßsbewegung immer noch geritten, und das ist der !rror, entsprungen jedenfalls dem Gefühl des un- Mn Herrscherberufes der „frei" Organisierten. ?“Wn schon der einzelne christliche Gewerkschaftler Arbeitsstätte von seinem „frei" (man würde
M 205.
zjag, 6. Septemvcr 191»
achten: 2. das Ergebnis der Arbeit dieser Kommission zu veröffentlichen: 3. eine Aufftellung über die Rohstoffvorräte der in Betracht kommenden Kriegsgesell- schasten und über deren geplante Verwendung zu veröffentlichen.
Die Iorchl vor der deutschen Industrie.
In der Spielwarenindustrie In England fft man sehr bestürzt über die Aufhebung der Einfuhrverbote, welche am 1. September in Kraft getreten sind. Die „Morning Post" sagt, der Zeitpunkt für ixn neuen Einbruch Deutschlands ist jetzt durch die Aufhrtrnng dieses Einfuhrverbotes gekommen. Dio Folge dürste die Zerstörung einiger geschaffener Industrien sein mit Arbeitslosigkeit und niederen Löhnen. Der Inhaber einer großen Spielwarensirma erklärte einem Redakteur der „Times", er würde keinerlei Aufträge an dWtfche oder österreichische Geschöstsrei- sende erteilen, wenn ihn nicht seine Konkurrenz zwin- gen würde. Die englischen Industrie» müssen Schutz erhalten, denn die deutschen Industrien haben einen zu großen Dorsprung. Sie haben die Erfahrungen langer Jahre und liefern einen weit oo llendeteren Artikel als die englischen. Aber in den neuen englischen Industrien seien große Kapitalien angelegt, die verloren gehen würden. Außerdem seien viele invalide Matrosen und Soldaten darin beschäftigt. Aber der niedrige Stand der deutschen Valuta beoßnftige die lieber- schwemmung der ausländischen Märkte mit deutschen Artikel» zu ungeheuer billigen Preisen.
Die konfesfionrllc Schirle.
I Eon Geheimrat Marx (Düsseldorf).
: «nieten so außerordentlich weiter Dcckkskreise W^Mgnelle Schule und die Beibehaltung des W? j^richts, wie es bei der Sammlung K?*jerschriften für die entsprechenden Ein- Deutsche Nationalversammlung zutage ‘ hat unverkennbar in den gegnerischen W mi^baltigen Eindruck gemacht. Wenn von WJLjSeite über sechs Millionen Unterschriften, ^Misä-er Seite allein in Preußen nahe- ^-Millionen Unterschriften zusammen gekommen jea eine so machtvolle Kundgebung, daß W>»köber nicht einfach hinweggehen kann. Zu habe! noch, daß die süddeutschen Staaten g? ‘yrotbtn- und zum Teil erst jetzt im Herbst LJz StMiulung von Unterschriften beginnen: daß M lm besetztm Gebiete durchweg die Sammlung K*Lrf(briften verboten war, so daß, da in erster Lkcthciisch'c Gebiete hierbei in Betracht kommen, K^cnbe von Unterschriften noch zugerechnet W^müffen. Charakteristisch ist ferner, daß non E*räferen Anzahl von Orten gemeldet wird, auch
^bekannt der sozialistischen Par- u anäehörten, hätten ihre Unterschrift abgegeben § «an Teil ausdrücklich erklärt, sie wünsch- $r£ Silber religiös erzogen würden und der
^nmmterriÄt in den Schulen erteilt werde. MZLHlung der Unterschriften ist noch nicht ganz gu Für heute feien folgende Teilergebnisse mit- &' In der Diözese Köln sind gesammelt 671 823 Eftriften, in Fulda 55 748, in Hildesheim E) :n Muster 393 372, in Osnabrück 126 984, T^crtom 453 349, in Limburg 110 783.
■ «hs sind zweifellos recht ersteuliche Ergebnifle. . fertigen, die sich bei der Sammlung betätigt L ßnnen auf die immerhin nicht ungünstigen Se- ELqtn der in Weimar beschlosienen Deutschen Wversässung über die konfessionelle Schule und ^rllänmg des Religionmmterrichtes als ordent- u, Lehrfaches der Schulen als Frucht ihrer De- Wnaen Hinweisen. Auf die Unterschriftensamm- aber auch bei der Beratung des im nächsten Aphr zu verabschiedenden Reichsschulge» tzesund der zur Ausführung desselben er- pichen Landesgesetze noch des öfteren De- । glommen werden können und müssen. Man tze noch jetzt überall, wo es bisher noch nicht gr- Mist, milder Sammlung von Unter- ktiflen fortfahren und dieselben entweder des Eewerkschaftsfekretoriat in Hagen i. W., El- Mr Straße 53 oder an das Büro der Schul- jtnüiticn in Düsieldorf, Neußer Straße 25, ein- ten. $or dort werden sie dem Büro der Deutschen Lmeloersammlung überschickt werden.
§5 Iaht sich nicht leugnen, daß das Ergebnis der bsthrifiensammlung ein bedeutend besseres gewesen kt, menn die Schulorganisation all- unein eiugeführt wäre. Mr werden in i nächsten Jahren noch recht häufig. ein ähnliches glichst allgemeines Vorgehen nach einem gemein- im, einheitlichen Plane in die Wege zu leiten haben, jjp.wir stehen erst im Anfänge des Schul- unxfes! Wir werden nur dann zu einem be- iitzenden Ergebnis gelangen, wenn die Organi- «n in allen Diözesen ausgebaut und wenigstens in « größeren Gemeinden eingerichtet ist. Die kom- det Monate muffen dazu benutzt werden, über« l Ortsausschüsse der Schulorgani« tion zu bilden. (Material zu beziehen vom iw der Schulorganisation, Düsseldorf, Neußer W 25.) Wir werden diese Organisation.künftig ch bitter nötig haben.
Scs jetzt nicht geschieht, wird später nicht mehr chgcholt werden können.. Wenn der Kampf in Stärke ausbricht, dann ist keine Zeit mehr, die »misaäon bis ins einzelne durchzuführen. Die «wenden Wochen müssen dazu verwandt werden.
e xeit la’ ist Üe, aber sie haf fern Herz, sie äußerem Schein, nach Reichtum und 6t c mir> sie nimmt ihn nur des Geldes wegen, W Mf Unb wird ihn unglücklich machen, denn °nd berechnend."
W »Vf 31g
ein forschender, nachdenklicher Blick.
?as KLeine Paradies« bkoman von Irene v. Hellmuth.
„^lächelte. Dann berichtete sie, was am vergange- 1geschehen war, erzählte von Onkel Gottlieb, Milderte dann, wie sie bei ihrer Heimkehr von den und Verachtung empfangen winde. Die . kamen ihr wirt!er in die Augen, als sie fo^tfuhr: . ^>d denke Dir, Fräulein Berta will nun auch ihrem g"*®1 "dähien, wie schlecht ich fei, wie ich mich t herumtreibe, Mrd — das ertrage ich nicht, daß ^h^rvchtet, der Gedanke ist mir gräßllch! Er darf von mir denken! Er nicht! Und da sollst k daß alles nicht wahr ist, was sie mir nach» 6, mC? otles Lüge unb Derieumtumg ist! Willst Du willst Du?" —<
E^Äateberg strich nachdenMch seinen hübschen IfcljL den leidenschaftlichen Worten des jungen ipfle iL/^en,Scn3es Herz ihm plötzlich offenbar wurde, leg 28“c knehr verraten, als sie ahnte. Er sah sie Mi!* sagte er langsam: .Beruhige Dkch,
tisy ct'lbet weshalb liegt Dir so viel an dem Urteil ET. "^ES? Gerade an dem seinen?"--—
lHrer * glühend rot. Sie sah so hilflos ans Wt ^°^"hasten Verwirrung, daß ihm bei ihrem * feie ums Herz wurde, und er lebhaft, wie PjjLfrt::®en Worte zu verwischen, sortsuhr: .Joachim tn;3).i5 Schlechtes von Dir, Kind! Dessen darfst
Bw ,sEin! Er ist ein Menschenkenner und urteilt M N bcheln. Er pflegt den Dingen auf den - Re ui ' '
03 un^'^cr $u 'hm auf.
• he». ®u< baß er — daß er feine Braut sehr „"ich V,.
?fet? weshalb hätte er sich sonst mit ihr
Eftk 'st doch ein schönes Mädchen."
vielleicht bester das Kind gleich beim richtigen Namen nennen) organisierten Arbeitskollegen manches hat leiden müffen, fo könnte man dem einzelnen Individuum zwar einen Dorwurf machen, aber eine größere Beben- hing dem ohne weiteres nicht zumeffen. Wenn aber dieser angewandte Terror sowett fuhrt, daß eine ganze freiotganifierte Fachgruppe geschlossen in den Ausstand tritt, mir um die verhaßten .Christlichen" von den Tarifverhandlungen auszuschließen, dann gewinnt das ein wesentlich anderes Gesicht. Und dieses m der heutigen Zett, in der man die zündenden, allerdings viel mißhandelten Worte Rousteaus von der Freiheit, Gleichheit, Brüderüchkeit nicht nur in politischer Hinsicht, sondern auch i asozialer Hinsicht mit deutlichem Erfolg durchzuführen bestrebt ist. In Düsieldorf sind die im sozialdemokratischen Verband der Buch- und Steindruckereihllfsarbetter organisierten Hilfsarbeiter des graphischen Gewerbes in den Aus st and getreten. Diesmal kein direkter Lohnstreik, kein Kamps ums Existenzminirnumm, auch fein direkter Streik zur Erzwingung politischer Forderungen. Der geschulte Gewerkschaftler fragt sich jetzt, ja warum wird dann gestreikt und erhält die gewünschte, aber jedenfalls kaum erwartete Antwort mit aller Deutlichkeit durch eine Resolution des Vereins der Düsieldorfer Buchdruckereibesitzer, der erklärt, daß er mit den Hilfsarbeitern nur dann in Verhandlungen eintreten kann, wenn der graphische Zentraloerband (christlich) seitens des Verbandes der Buch- und Steindruckhttfsarbetter als völlig gleichberechtigter Tarifkon- t r a h e n t anerkannt wird und über den eingereichten Tarifentwurf mitbeschließen kann.
Da haben wirs. Auf eine mehr als 50jährige Entwicklung kann die deutsche Arbeiterbewegung zurück- blicken, eine Zeit der dornen- und opferoollsten Kämpfe gegen den privatwirtschaftlichen Großkapttalismus für eine soziale Besserstellung der Arbeitermaflen. Geld und Menschen wurden verbraucht im nervenzerrüttenden, oft hoffnungslos scheinenden Kampfe. Da brachte das sogenannte Novemberabkommen 1918 den Arbeitnehmern mit einem Schlage die Erfüllung von Forderungen, die fett Jahren den Gegenstand heftigster Auseinandersetzungen gebildet hatten und die ersten beiden Paragraphen dieser neuen Vereinbarung, die auch für die Unternehmer einen Bruch mit langer Zeit gehegten Anschauungen bedeuteten, laufen klar und wuchtig: Die Gewerkschaften werden als berufene Vertretung der Arbeiterschaft anerkannt und: eine Beschränkung der Koalitionsfreiheit der Arbeiter und Ar beiterinnen ist unzulässig.
Ein unsagbar trauriges Zeugnis stellt sich der ge- nannte „freie" Verband aus, daß er das, was die Unternehmer und das Gesetz nach langen Kämpfen ein- wandfrei zugestanden haben, den eigenen Arbettsgenosien, die Schutte: an Schütter mit Ihnen auf dem Felde der Arbeit stehen, versagen will, daß er feinem Arbeitskollegen nur wegen der verschiedenen Oraanisationszugehörigkett das auch ihnen doch sicher zustehende Mttbeftdnmungsnch; über die Arbeitsbedingungen zunichte machen will. Das sind die n e u e n Feinde der Koalitionsfreiheit, deren Tun und Treiben um so verwerflicher ist in den Augen jedes rechtlich denkenden Menschen, da es neben dem Preisgeben der wahren Arbeiterintereflen und den absichtlichen Bruch des Ardettsfriedens auch eine Tat von unerhörter Rücksichtslosigkett ist, ohne die wirtschaft» lichen Nachteile eines derartigen frivolen Streiks m Bettacht zu ziehen.
Die „freigewerkschaftsiche" Tätigkeik auf diesem Gebiet muß vor aller Oeffentllchkeit an den Pranger gestellt werden. Wir trauen jedoch niemand den naiven Glauben zu, daß durch derartige Manipulationen eine Gewerkschaftsbewegung, wie die christliche, die mehr als 1 Million Mitglieder zählt und die in wei- lerer erfolgreicher Aufwärtsbewegung begriffen ist, unterbunden werden kann.
* Die preußische Verfassung. Wie die Politisch- Parlamentarischen Nachrichten zuverläsiig hören, wird voraussichtlich die preußische Verfasiung der Landes- Versammlung bei ihrem Zusammentritt vorgelegt werden können. In Abgeordnetenkreisen gibt man der Hoffnung Ausdruck, daß das Derfastungswerk noch in dieser Tagung verabschiedet wird.
* Erhöhung der Amvallskosten. Dem Zuge der Zeit folgend, haben di^'deutschen Anwälte, bei der Reichsregierung beantragt, die Erhöhung sämtlicher AnwalfsgrtEhren um50Prozent zu veranlasten. Diele Anwälte machen schon jetzt die Uebernahme von Aufttägen davon abhängig, daß die Partei sich zur Zahlung der Zuschläge von 50 Prozent verpflichtet.
♦ Ausschaltung Berlins aus dem internationalen Verkehr. In Ententekreisen wird neuerdings lebhaft Stimmung dafür gemacht, die internationalen Schnellzüge nicht über Berlin, sondern über Wien zu führen. Es soll damit eine vollständige Ausschließung Berlins aus dem internationalen Reife- verkehr erzielt werden.
• Eadornas Strafe. Der Beschluß des Haflent- schm Ministerrrates über die Schuld am Durchbruch bei Karftett liegt nunmehr vor. General Cadorna und feine wichtigsten Mitarbeiter werden in den Ruhestand versetzt, General Brusiatt dagegen kitt aus dem Ruhestand wieder in den Heeresdienst,
Was hat die katholische Kirche
gegen de« Kapitali-m«S getan?
Die sozialdemokrattschen Agitatoren und Zeitungen werben nicht milde, ihren Anhängern zu predigen, Katholizismus und Kapitalismus leien Verbündete, die katholische Kttche fei die festeste Stütze des Kapitalismus. Diesem Irrglauben tritt Dr. Joseph Eberle in einem glänzend geschriebenen Buche „Zertrümmert die Götzen" (Tyrosia-München) entgegen. Er führt den Rachweis, daß die katholische Kirche seit 1900 Jahren nrit Erfolg der Ausbeutung der Menschheit durch dm Kapitalismus entgegengetreten ist. In dem Aufsatz über „Sozialdemokratie und Christentum" schreibt Dp. Eberle:
„In sich ist die Feindschaft der Sozialdemkratte gegen Christentum und Kirche höchst ttagisch. Sie ist höchste Undankdarkett angesichts bet Tatsache, daß die wirkliche Hebung der Massen in den letzten 1900 Jahren: die Aufhebung der Sklaverei, die Weihe der Arbeit, die Sorge für die Armen und Kranken, die Bindung der Reichen zugunsten des dorten Sten- des, die Organisation der Masim im Zunftwesen des Mittelalters mit seinem Schutz der kleinen Leute, die neuzeitliche Gesetzgebung zugunsten der Arbeiter, von Christentum und Kirche durchgesetzt wurde."
„Welche Weltanschauung" — sagt Dr. Eberle wei- ter — „hat mehr die Würde eine» jedm Menschen betont, als das Christentum mit seiner Lehre von der Unsterblichkeit der Seele; mit der Lehre, daß Gott
dahin, ohne zu ahnen, daß zwei haß funkelnde Augen ihnen folgten.
Ella löste sich aus dem Schatte, bet Häuser, schlüpfte in eine schmale Seltengasie und rannte auf dem kürzesten Wege nach Hause, Mutter und Schwester mit der Nachricht alarmierend. „Wißt Ihr, wo unser seines Dämchen gewesen ist?" rief sie aufgeregt Sie war noch ganz atemlos vom raschen Laus und mußte einen Augenblick Lust schöpfen, ehe sie sortsuhr: „Bei Max Rateberg war sie, in besten Wohnung, die Schamlose! Ach, und er, er, na, den strafe ich fortan mit Verachtung, so ein gemeiner Mensch! Soeben sah ich Ihn, da» Mädchen am Arme führend, au, dem Hause kommen! Gan, zärtlich waren ste miteinander! Ader P« soll nm kommen, sie so» nur kommen k"
Ella war ganz außer sich. Erschöpft sank sie aus einen Stuhl Berta betrachtete sie mit malttiösem Lächeln.
„Das sit freilich eine niederschmetternde Entdeckung, die Du da gemacht hast! Arme Kleine!"
Ella fuhr auf und preßte beide Hände an die Ohren.
„Höre auf, mich zu bemitleiden!" schrie fie erbost. „Ich brauche Dein Mitleid nicht!--Ich werde mich
rächen an chm und an ihr! Sie verläßt noch heute unser Haus! Rech heute! Richt wahr, Mama?"
Fran Manders nickte mit ernstem Gesicht. „Berta hat während Du fort warst, noch eine weitere, schlimme Entdeckung gemacht. Erinnerst Du Dich, daß Du uns einmal von einem wundervollen Ring erzähltest, den Onkel Goit- lieb besitzt, und den Du so gern haben wolltest?"
Ma blickte gespannt aus ihre Mutter.
„Gewiß, ich sah denselben erst vor kurzer Zeit bei Onkel Gottlieb unb bat ihn wiederholt, er möchte mir den Ring schenken. Aber aus dem geizigen Alten ist ja nichts herauszubringen. Er lachte mich einfach aus. Was ist mit dem Ring?"
„War es dieser hier?" fragt» Berta, der Schwester das geöffnete Schächtelchen hinhaltend.
„3a, gewiß, — derselbe!"
„Nun, den fand ich in Marias Schubfach, er lag zu oberst darauf, nicht einmal eingeschlossen!"
„Gestohlen also, einfach gestohlen! So ehre bodenlose Schlechtigkeit!"
„Der Ring bleibt hier!" entschirt» Berta. „Er gehört zu des Onkels Inoentar, desien Erben wir fmbl Mithin haben wir ein Recht daraus!"
Aus dem WirtschastSleve«.
Gegen die Sriegsgesellschaflen.
Di« bayerische Regierung hat fotzenden Antrag an den Reichsrat gestellt: Es fei bis Reichsregierung zu ersuchen: 1. eine Kommission von Mt- gliebem der Volksvertretung, ber Reichsregierung und des Reichsrates eittzufetzen, die mit der Aufgabe zu betrauen wäre, das Geschäftsgebaren der Kriegsgessllschaften zu prüfen, sowie bie wirtschaftflchen und finanziellen Ergebnifle ihrer TS- tigkeit unb bie Verwendung Ihrer Ueberschüsse sestzustellen, endlich, soweit noch ersorderttch, die Frage der Liquidierung der Gesellschaften zu begut- ........ » ■ nrnmwi — wi ni—^—M—gnm—m
„Sa", sagte Max achselzuckend, „wir müffen bie beiden nun schon ihrem Schicksal überladen, wir können daran nichts ändern!"
Maria wandte sich zum Gehen.
„Also Du wirst Deines Versprechens eingedenk bleiben?"
„Gewiß, verlaß Dich aus mich und schicke mir den Hans her, wtt werden bie Sache rasch in Ordnung bringen." „Uebrigens", Maria blieb nochmals stehen, — „wie geht es dem Herrn Kommerzienrat?"
„Er hat einen schweren Schlaganfall erlitten; die ehre Sette ist gelähmt. Wenn er am Leben bleibt, wirt» er immer nur im Rollstuhl fitzen können, ein trauriges Schick- sal für den tätigen Mann, ber oh« Arbeit nicht leben zu können meinte."
„Die plötzliche Erkrankung muß ja ehren großen Schrecken unter dm Gästen heroorgerufen haben, bah es auch gerade an dem Festabend passieren mußte!"
Max nickte. „Ja, eine heillose Verwirrung entstand, als die Nachricht bekannt wurde. Fluchtartig verliehen bie Gäste das Hans."
„UiÄ wie trägt Dein Freund das Unglück?"
„Er hat genug zu tun, ferne gebeugte Mutter aufzurichten. An sich selbst darf er gar nicht denken. Sie ist gang fassungslos. Die Gatten lebten in glücklicher Ehe, in seltener Harmonie. Und der Schlag kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Er warf die arme Frau völlig nieder."
„Ach, wie leid sie mir tut. Meine Damen sind heute dort zum Abendessen. Da hat sie wenigstens etwas Unterhaltung und Zerstreuung."
Als Maria schon unter der Tür stand, streckte sie dem Detter nochmals die Hand hin.
„Ich danke Dir herzlich, Max, und — habe feine Sorge um das Geld. Du wirst es gewiß zurückerhalten, so bald als möglich."
Er wehrte lachend ab.
„Das Geld kann ich entbehren, Maria! Ich habe genug für mich! Aber so warte doch!" rief er ihr nach, „ich werde Dich begleiten! Ich kann Dich doch nicht allein bei Nacht heimlausen lasten", fügte er hinzu, als Maria seine Begleitung adlehnen wollte. So schritten ste zusammen aus dem Hause. Max hatte den Arm des Mädchens durch den seinen gezogen. Gemächlich gingen jls
der Fuldaer «etiendrackerei le Felds
seinen eingeborenen Sohn opferte um ber Menschheit willen: mit ber Lehre, daß bas Wohl einer Seele wichtiger sei als ber Gewinn ber ganzen Welt? Was hat allen Klaflen- und Kastengeist mehr untergraben als bas Christentum, welches bie Gleichheit aller Menschen vor Gott betont? Wo gibt es mehr Schätzung ber Arbeit unb bes Arbeiters als im Schatten ber Kirche, bie predigt, der Mensch sei zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fluge: bie predigte wer nicht arbeiten wolle, solle auch nicht eflen? Was hat den Kapitalismus und Mammonismus im <3e- wiflen des Einzelnen und der Völker mehr gebrochen als das Wehe über die Reichen, als das Lob der Armut Im Neuen Testament? Als das Heiligfprechett und Auf-den-Altarftellen nicht der Größten des Besitzes und der Macht, als vielmehr der Größten der Geistigkeit und Entsagung? Wo wird soviele wahre Nächsten- und Feindesliebe betätigt, als in den vielen christlichen Orden der Caritas seit bald 2000 Jahren?. Wo gibt es so viel Liebe für die Gefangenen unb Kranken, für Krüppel, Aussätzige und Irrsinnige, für. unsere ärmsten Mitbrüder, wie bei den verschiedenen kirchlichen Kongregationen der Caritas? Gewiß wurden im Laufe der Geschichte die christlichen Ideen von bloßen Namenschriften immer wieder verraten. Das gibt aber nur Recht, Personen zu bekämpfen, nicht aber Ideen zu verdammen." ,/
Hus dem Nachbargehiet.
(w) Bebra. Zwischen Bebra und Hönebach ist ein abgetiffener Teil eineS Güterzuger» auf einen Personenzug aufgefahren. Einige Wasen wurden beschädigt. Personen F<nb nicht ver letzt worden.
□ Frankfurt a. 1H. Es wird beabsichtigt, den Stadtverordneten als Aufwandentschädigung eine Summe von monatlich 50 Mark rückwirkend ab 1. April zu gewähren. Wenn jemand mehr als dreimal in einem Vierteljahr fehlt, werden ihm für jede versäumte Sitzung 5 «M. abgezogen. Sie Frage einer Entschädigung für unbesoldete Stadttäte unb Amtsmitglieder aus ber Bürgerschaft ist noch einmal zurückgestellt worden. Bekanntlich hat auch eine ganze Reihe enberer Städte Aufwandentschädigungen ober sonstige Vergütungen für Stadtverorbnete, die ftüher gesetzlich unzulässig waren, eingeführt, so z. B. neuerdings Würzburg. In einer Reihe anderer Städte, z. D. Chartottenburg, Dresden und Leipzig, liegen ebenfalls Anträge auf Gewährung von Diäten vor. Es scheint sich also hiernach als Zeichen der neuen Zeit die Einführung von Vergütungen für ehrenamtliche Gemeindevertreter allgemein durchzu- setzen. In den Kreisen ber Stadtoerorbneten, die auch schon vor dem Kriege dieses Amt ausgeführt ha-^ ben, besteht hiergegen starke Abneigung, jedoch drängt bie meist radikale Mehrheit der Derfammlungen auf solche Entschädigungen.
X Hungen. (Darmst.-Oberhessen.) Am hiesigen Dahnbof nahmen Gendarmerie und Soldaten Geir ei deham st ern derart viel Weizen ab, daß btt. ter in zwei Wagen fortgefahren werden mußte. Der Weizen war größtenieil- in der Nmgebuna von ®tr?i stadt anfnetanft worden. Wie Sachverständige nrrtlei- len, sollen aus Oberhessen bereits 6—8000 Doppelzentner Weizen auf diese Weise fortgefchleppt fein. V.
<? Alzenau (Unterfranken). Der Ort ist fett Samstag ohne Brot, da infolge der Kohlennok die Dreschmaschinen nicht in dem wünschenswerten Meitze arbeiten können. Dazu kommt aber auch, daß Roggen und Weizen zu fabelhaft hohen Preisen heimlich iu großen Mengen verkauft werden.
va- Geisa «nd UmaedvnK.
Geisa. Die gesetzlich vorzunchmenbe Neuwahl des Bürgermeister-Stellvertreters war für Sonntag den 31. August festgesetzt worden. Der seitherige Vizebürgermeister, Herr Lu- zian Günther, der über 15 Jahre lang zur vollen Zuftiedenheit der hiesigen Einwohnerschaft seinen Posten verwaltete, hatte eine Wiederwahl wegen feines hohen Atters abgelehnt. Es waren darum vom Bürgerverein die Herrn Bäckermeister Otto Mnther und Bürogehilfe Adalbert Biel als Kandidaten für die Wahl vorgeschlagen worden. Wegen zu geringer WahlbeteiliWng am vergangenen Sonntag mußte am Donnerstag die Wahl fortgesetzt wer- den. Von den 606 abgegebenen Stimmen erhielt Herr Otto Günther 434 und Herr A. Viel 172 Stimmen. Herr Bäckermeister Otto Günther ist demnach zum Bürgermeister-Stellvertreter für die Dauer von drei Ichren gewählt. An feine Stelle als Gemeinde-
Sie hatten keine längere Zeit zu Vechandlungen', ein Schlüssel drehte sich im Schloß, Maria war zurückgekom- men. Sie fuhr mit leisem, erschrockenem Aufschrei zurück, als Ella sich ihr in den Seg stellte und mit haßfunkelnderr Augen rief: „Ihres Bleibens ist nicht länger mehr in unserem Hause! Sie schamlose Person, — wir sind hinter Ihre Schllche gekommen! Noch heute entfernen fie fichrt
Sie wollte reden, sich verteidigen, aufklären, — man ließ sie nicht zu Worte kommen. Mit weit auf gerißenen Bugen hörte fie die Derdächtigungen an. Ader entsetzt schrie sie auf, als Berta ihr ben Ring unter bie Rase hielt unb höhnisch auflachend sie anschrte: „Und gestohlen haben Sie auch! Diesen Ring hier! Er gehört Onkel Gottlieb!"
Maria konnte bas Furchtbare dieser Anklage nicht gleich fasten. Sie hob btt gefalteten Hände empor unb flehte: „Ich bitte, halten Sie ein! Der Ring ist mein Eigentums Ich kann es beschwören! Glauben Sie mir doch!"
„Beschwören Sie es lieber nicht! Es wäre Meinest)!"
„So fragen Sie boch Ihren Onkel, ob er mir ben Ring nicht geschenkt hat. Er verbot mir zwar, davon zu sxre- chen, aber ich muß mich doch verteidigen!"
Alle Drei brachen in schallendes Gelächter ans.
„Geschenkt? Der Onkel hätte Ihnen diesen kostbaren Ring geschenkt? Da müffen Sie sich schon etwas anderes ausdenken! Der Onkel verschenkt überhaupt nichts! Es ist eine bodenlose Frechheit, so etwas zu behaupten. Die oft habe ich chn schon gebeten, mir das Kleinod zu überlasten. Aber immer umsonst! Nun sollte er Ihnen, dir er gar nicht kennt, es schenken! Sie mästen uns für sehr töricht halten, daß Sie uns mit solchen Märchen kommen!"
Ella war ganz rot vor Zorn und Empörung.
„Unb nun, dort ist die Türe! Sofort entfernen Sie sich! Nicht eine Nacht dürfen Sie mchr hier bleiben! Wenn Sie nicht sofort gehen, fo benachrichtigen wir bie Polizei. Rechnen Cie es unserer Langmütigkeit zu, baß wir Sie nicht in sicheren Gewahrsam bringen lasten, wohin Sie eigentlich gehören! Denn mit einer Diebin und Herumstreunerin macht die Polizei bekanntlich wenig Umstände! Aber wir sind gutmütig genug. Sie wieder dahin gehen zu lasten, wo Sie diesen Abend waren. Der Solan wartet vielleicht noch unten!"--—
I ^Fortsetzung folgt-).