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ßen Freudenkundgebungen. Dis zum 15. Oktober sollen alle in England befind- licken Kriegsgefangenen zurückgesandt sein.

'Die Frage der Rückkehr der deutschen Kriegsge­fangenen aus Frankreich ist noch nicht geklärt. Es schweben noch Verhandlungen darüber. Tie« m e n e e a u soll sich schroff gegen d:q Auslieferung erklärt und sich so in Gegensatz zu der englischen Auf­fassung gestellt haben. Immerhin hat nach dem Temps" eine Zirkularverfügung des französi­schen K r i e g s m i n i st e r s an alle Gefangenen­lager die Rückgabe der deutschen Kriegsgefangenen aus dem Aufbaugebiet an die Sammelstellen inner­halb von 14 Tagen angeordnet. Der Minister des Aerchcrn Pickon gab im Kammerausschuß bekannt, daß sich in Frankreich und seinen Kolonien 335 000 deutsche Kriegsgefangene befänden. Der Mimsterrat hob am 1. September die Arbeitspflicht der deutschen Kriegsgefangenen auf.

Der Empfang in der Heimab

Eie herzlich und fürsorglich' die Heimkehrenden in Deutschland ausgenommen werden, beweist, ein Be­richt aus dem Durchgangslager Limburg a. d. L., wo in den letzten Tagen mehrere Transporte eingetroffen sind. Rach einer reichlichen Bewirtung bewegte sich der fast endlose Zug unter Musikbeglei­tung durch die reich mit Flagoenfchmnck versehene Stadt nach dem außerhalb Limburgs gelegenen Durchgangslager, überall auf dem SBege'con der aufs freudigste erregten Einwohnerschaft herzlich begrüßt und bewillkommnet. Im Durchgangslager werden die Mannschaften nach der Entlausung neu eingeklei- dct. Innerhalb drei bis vier Tagen werden die Er­satzansprüche und Papiere der eingetrcffencn Solda- ten in Ordnung gebracht, und es kann nach dieser kur­zen Zeit schon deren Entlassung in Extra« zögen nach der Heimat erfolgen. Bei der Entlastung erhält jeder Mann 56 Tage Urlaub mit den vollen Gebührnissen des neuen Heeres, 50 -K Entlassungsgeld, zwei Garnituren Wäsche, einen Zi- rilanzug, einen Ulster, eine Mütze. Außerdem können sich die Leute bis zu 100 Zigarren und Zigaretten zu Friedenspreisen im Lager kaufen, ebenso Zucker und Marmelade, sowie eine Flasche Wein. Erwähnt werden soll noch, daß diese Soldaten voll des Lobes über ihre Behandlung in der amerikanischen Gefangenschaft sind.

Was frommt drrrr Mittelstand?

Ein Dolkswirtschoftler schreibt uns: Selbsthilfe, Selbstverantwortung, Selbstverwaltung, das waren die obersten Grundsätze, nach denen einst der Demokrat Schulze-Delitzsch seine Genossenschaften ausbaute. Diese Leitgedanken kraftvoller Gemeinschaftsarbeit sind vom Handwerk leider nicht in dem von dem Vater der deutschen gewerblichen Genossenfchaftsbewe- gung erhofften Umfange befolgt worden. Es hat sicht, besonders in der Zeit der staatlichen Schutzpolitik viel- zu sehr auf die Hilfe der Gesetzgebung ver­kästen und darüber die Bildung eigner Kraft vernach­lässigt. Das hat man in führenden Kreisen des Mit­telstandes schon vor dem Kriege erkannt. Heute, im Zeitalter der Demokratie muß der gesamte Mittelstand, diese Erkenntnis sich zu eigen machen, wenn er sich behaupten und Fortschritte machen will.

Auf der jüngsten Tagung des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammcrtages kam der neue Geist der Mittelstandsbewegung kraft­voll zum Ausdruck.Man hat", fo erklärte ein Red­ner unter dem Beifall der Versammlung, «dem Hand­werk in den vergangenen Jahren von der Regierung, von den Parteien, von allerhand Behörden und, wer weiß von wem sonst noch, fortwährend versprochen, man wolle ihm helfen! Als Handwerker hat man alle Kraft für fein Geschäft nötig. Außerdem hat man er­fahren, wie schwierig es ist, eine richtige Fachorgani­sation aufzubauen. Wenn dann solche Stellen, denen man groß» Macht zuspricht, sagen:Wir wollen dem Handwerk helfen", fo hört man das sehr gern Man wenn Dich setzt jemand gesehen hätte! Meine Haus­wirtin zum Beispiel! Die spioniert schon fo überall her­um. In welch' schiefes Licht würde Dich dos bringen! Der Ruf eines jungen Mädchens ist fo schnell getrübt! Die Welt urteilt immer nur nach dem Schein."

Maria war schluchzend, aus den Stuhl gesunken, de» er ihr hingeschoben.

An all das habe ich ja gar nicht gedacht, jetzt erst fällt mir em, daß ich auch Dich in ein unangenehmes Ge­rede bringen könnte! Verzeihe mir, Max!"

Nun, mm, meine nicht, Maria, ich wollte Dich ge­wiß nicht kränken; nur um Dhh ist mir bange! Sek ruhig. Du zitterst ja, und dann sage mir, was Dich zu mir führt. Vst Dir niemand auf der Treppe begegnete Hat iemand gesehen, daß Du zu mir gingst?"

Maria schüttelte den Kops.

Nein? Na, dann ist's gut", tröstete er gutmütig freundlich.Aber Du hättest mir ja schreiben können."

Er betrachtete lächelnd das Mädchen, das hastig die Augen trocknend, zu sprechen begann. Maria erzählte van ihrem Bruder Hans, wie er durch einen falschen, hinter­listigen Freund in die Klemme geraten war rmd nun nicht aus noch ein wußte. Sie schilderte die Lage des Vaters, der in feinen jetzigen Verhältnissen unmöglich den Betrag decken könne.

Aber selbstverständlich werde ich dem Hans helfen, darum sorge Dich nicht länger Maria. Das wird ge­macht! Nur gefällt es mir nicht von dem Schlingel, daß er sich hinter Dich verschanzt. Er konnte doch selbst zu mir fernen!"

Aber Hans weiß ja gar nicht, daß ich Deine Hilfe in Anspruch nehme, ich sagte ihm nichts davon! Ich wollte selbst mit Dir sprechen. Und noch ein anderes An­liegen führt mich zu Dir!"

Ach, noch etwas? Du machst mich neugierig, Maria, also was ist's?"

Sie wußte nicht recht, wie sie beginnen sollte und schaute so ratlos drein, daß Max sie ermunterte:Na, mir kannst Du alles anvertrauen, ich bin gern bereit. Dir zu helfen, wir sind doch alte Freunde, nicht wahr? Ich kannte Dich schon, als Du noch ein ganz kleines Mädchen warst! Wenn ich mit meinen lieben, verstorbenen Eltern bei Euch zu Besuch war, weißt Du es noch? Da brachtest Du mir immer alle Deine Puppen." (Forts, f.)

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Die Gefangenen kommen.

Die Helwsendung der in englischer Hand

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I würde. Solche Maßnahmen sind aber doch keines­wegs dazu angetan, die fo notwendige Versöhnung und Verständigung unter den Völkern vorzubereiren, bamit erzeugt man bloß Erbitterung und Er­regung.

Man scheint übrigens in den Ententeländern noch immer eine furchtbare Angst vor dem geschlagenen und ganz zertrümmerten Deutschland zu haben, sonst könnte man nicht zu solchen, geradezu lächerlich anmutenden Be­stimmungen greifen, um deutsche Brüder zu ver­hindern, sich wieder mit dem Mutterlande zu ver­einen.

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Di« Uebertoachnng de- deutschen Heertorsens.

Die alliierte Kontrollkommission zur lieber« wachung der Ausführung des Friedensvertrage« in Bezug auf Militärwesen, Luftschiffahrt und Marine wird am 5. September von Paris abfahren. Sie wird bestehen aus 5 belgischen, 18 englischen, 1 amerikanischen, 23 französischen, 7 italienischen und 6 japanischen Offizieren; im ganzen aus 60 Offi­zieren, 12 Dolmetschern, 77 Soldaten und 33 Auto­mobilen. Gegen die hohe Z ahl der Kommission bat die deutsche Regierung Einspruch erhoben. Der Präsident der Kontrollkommission für Militär- Wesen ist General Rollet, für Luftschiffahrt General Maftermann, für Marine Admiral Charlton.

österreichische Republik zu schonen, deren geänbett- Regierungsformen die Wiederherstellung freundschaft« lieber Beziehungen erleichtere. Dir Bestimmungen, daß Vieh «b-uliesern ist, wird mit der Begründung aufrechterhalten, daß aus entfernteren Gebieten Deutsch-Oesterreichs Vieh ohne starke Wirkung auf die unzureichende Wiener Versorgung abgeliefert werden könne.

Was die finanziellen Bedingungen betrifft, wird der Wunsch nach Herstellung der finanziellen Ordnung in Deutsch-Oesterreich ausgesprochen, damit der neue Staat feine, wie gern aue> kannt werde, vernünftige Politik verfolgen könne. Don den bean­tragten Äenderungen werden die folgenden zuge- ftanben: Richt durch TitreS repräsentierte Schulden, die aus der Erwerbung von Eisenbahnen ober anderer Dermögensobjekten entstanden sind, werden wie die hhpolhezierten Schulden behandelt. Kein Staat, an ven Gebiete Oesterrrich-UngarnS fallen, kann an den andern Ansprüche au4 dem Titel der Kriegsanleihen erheben, die ihm ober seinen Staats­angehörigen gehören. Im übrigen bleiben die Be­stimmungen über die Staatsschulden unver­ändert. Auch an dem Artikel über dte Bank und die Banknoten wird nichis geändert.

In Wien, wohin SiaatZkanzler Renner mit dem endgültigen Vertrag zurückgekehrt ist, ist der Eindruck geradezu nieder schm et t-rnd. Die Blätter schreiben, daß nur der harte Druck der Wirtlichkeit Demsch- Oesterreich zur Unterschrift des Vertrages zwingen könne, den eS niemals werde einhalten. Die zugestandenen Äenderungen und Milderungen des endgiltigeu Vertrages hätten das Wesen diese» Gewaltfriedens nicht berührt. Da» schmerzende Bewußtsein, daß Millionen deutscher Volkckßenossen in Fremdstaaten hineingezwängt würden, werde noch durch die Tatsache verschärft, daß die Unabhängigkeit Oesterreichs, das sich nicht einmal mehr deutsch nennen dürfe, unveräußerlich erklärt werden, was mit anderen Worten das ausdrückliche Verbot de» Anschluffes an Deutschland bedeute.

Die Tiroler rufen nach amerikanischer Hilfe.

Der Bund für Südtirol hat an den Se- natSausschuß für auswärtige Angelegenheiten in Washing'on folgendes. Telegramm gerichtet: Ent­gegen Punkt 9 der am 8. Januar 1918 verkündeten Grundsätze des Präsidenten Wil on, daß Italiens Grenze in Tirol bei Saluru gezogen werden müßte, unterwirft der Friedensvertrag für Deutsch-Oester­reich die deutschen und ladinischen Südtiroler der italienischen Fremdherrschaft. 172 deutsche und la- dinische Gemeinden Südtirols, darunter die alten deutschen Städte Bozen, Meran und Brixen haben in jüngster Zeit zweimal feierlich gegen die gewaltsame Unterwerfung protestiert und

Republik Oesterreich.

Aus dem Inhalt des Friedensvertrages, der, tote gemeldet, am Dienstag dem Staatskanzler Renner überreicht worden ist, ist im wesentlichen gegenüber der Faffung vom 20. Juli folgendes herorzuheben:

Deutsch-Oesterreich wird nur unter dem Namen Republik Oesterreich" anerkannt und wird im Falle der Ratifizierung des FriedenSvertrages von dem Augenblick der Kundmachung im EtaatSgesetz- blatt an Oesterreich heißen. Der Teil betreffend den Völkerbund ist unverändert.

Bezüglich der Grenzbestimmungen wurde bett nachdrücklichen Gegenvorstellungen der FriedenS- delegation nicht Rechnung getragen. Eine Aende- rung wurde nur insofern zngestanden, als die Stadt RadkerSburg und die am linken Murufer ge­legene Gemeinde Steiermark bei Deutsch-Oesterreich bleiben. Westun garn bleibt ohne Volksabstim­mung in der schon bekannten Abgrenzung Deutsch- Oesterreich zugesprochen, weil der Volkscharakter und daS Nationalempfinden den Anschluß unzweideutig erheischen.

Nach den militärischen Bestimmungen wird an der Verpflichtung zur Haltung einer Söld­nerheeres und zur Abschaffung jeder obliga­torischen Wehrpflicht festgehalten. Bezüg­lich der Waffenfabrikation wird die Herstellung von Jagdwaffen freigegeben. Die Verpflichtung zur Ab- Iteferung, Zerstörung, Entwaffnung sowie zu einer bestimmten Art der Behandlung und Benutzung von SeeschiffahrtZattikeln wird auf jene Artikel beschränkt, die sich auf deutsch-österreichischem ®eb*et befinden. Im übrigen ist den Anträgen der deutsch-österreichi­schen Delegation auch bezüglich der militärischen Be­stimmungen nicht Rechnung getragen worden.

Eine allgemeine, neu aufgenommene Bestimmung (Artikel 188) erklärt die Unabhängigkeit Oesterreichs für unveräußerlich, außer mit Zustimmung des Rates des Völkerbundes. Oester­reich muß sich ohne Zustimmung des Völkerbundes je­der Handlung enthalten, die seine Unabhängigkeit direkt oder indirekt, auf welchem Wege immer, beein­trächtigt. Insbesondere hat Oesterreich bis zu seiner Zulassung als Mitglied des Völkerbundes nicht an den Angelegenheiten einer anderen Macht (gedacht ist dabei natürlich an Deutschland) teilzunrhmen.

In dem AbjchniN: Wiedergutmachungen find keine wesentlichen Äenderungen enthalten. In der Antwort ist darauf hingewiesen, daß keine Repa­rationssumme bestimmt und der Schadenersatz- kommission freie Hand gegeben sei, um die deutsch«

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taugen diese Dienstmädchen alle nicht viel. Das ist ein Kreuz!"

Maria verfolgte indessen eilig ihren Weg, Ella verlor sie keinen Moment mm den Augen. Sie durchlief mehrere Straßen im wahren Laufschritt, ohne sich ein einziges Mal umzusehen. Wollte sie doch fo bald als möglich wie- der zu Hause fein; denn sie wußte es, wenn man sie heute nochmal ertappen würde, dann würde man ihr d'e Türe weisen und sie mit Schimpf und Schande davon­jagen. Aber sie berechnete, daß sie in knapp einer Stunde wieder zurück fein könnte; es war also feine Entdeckung zu befürchten. Aufalmend stand sie dann vor einem zwei­stöckigen Hause still. Dos Herz klopfte ihr zum Zer­springen. Gottlob, im ersten Stock links, wo Max zwei möblierte 3immer bewohnte, brannte Licht. Er war also zu Hause. Er pflegte, wie sie wußte, immer erst später auszugehen.

Ella, die sich hn Schatten der Häuser hieli, ballte die Faust hinter dem Mädchen:

Also fo verhält sich die Sache, zu dem geht sie! Aber wo war sie nur gestern? Max Rateberg befand sich doch auf dem Fest? Eine solche Infamie! Alle Tage ist sie wo anders! Na warte, mein Dämchen, Dir werde ich rin Licht aufstecken!"

Sie war fest enffchloflen zu warten, bis Maria ;u- rückkarn. Sie wollte sehen, wie lange Maria in der Wohnung dieses Menschen bfieb. Sie murmelte einmal über das andere:D pfui wie häßlich! Sie geben sich ein Stelldichein in der Wohnung! Und er, er empfängt dieses Mädchen bei sich, und ich ich glaubte, hoffte, daß er mich siebe! D, wie schlecht sind doch die Männer!"

Dann ging sie auf und ob, immer die Haustüre im Auge behaltend.

Maria war lautlos die Treppe emporgehuscht. Ohne Zögern klopfte sie an die Türe, an der rin kleines Sch ld mit dem NamenMax Rateberg" befestigt war.

Bei ihrem Eintritt faß Setter Max on feinem Schreib­tisch. Er kehrte 'chr den Rücken zu und arbeitete eifrig, sah auch gar nicht gleich auf. Als er den Kopf wandte, malte sich grenzenloses Erstaunen auf feinem Gesicht.

Maria, Du, Du kommst zu mir? Ja Kind, was ist denn los? Ich bin ja fo überrascht! Maria, das, nimm es mir nicht ;M, aber das ist ein recht unüberlegter stritt von Dir! Wie konntest Du nur! Bedenke doch.

1 ihr Selbstbestimmung-recht verlangt. Trotzdem soll Tirol durch die Brennergrenze zerriffen und dadurch ein Opfer des imperialistischen Londoner Vertrages toerden. Bon der Pariser Konferenz nicht gehört, appellieren deutsche und ladinische Südtiroler den Gerechtigkeitssinn und die Freiheitsliebr amerikanischen Senate».

Affeffor Held hatte einen Strauß Flieder für seine Braut geschickt nebst einem Bittet, daß es ihm heute lei­der nicht möglich fei, zu kommen, er wolle die Mutter, die ganz fassungslos dem Unglück gegenüberstehe, nicht gerne allein kaffen. Ob die Damen vielleicht abends zum Tee konnnen wollten? Die Mutter brauche etwas Zer- ftreinmg. Dieses Bittet plazierte man wie absichtslos fo, daß Maria es mit Leichtigkeit lesen konnte, ja lesen mußte. Es lag offen, ohne Kuvert auf dem Tisch, als sie, nach etwaigen Befehlen zu fragen, ms Wohnzimmer trat und dasselbe leer sand.

Maria war nicht gerade neugierig, aber sie hoffte, et­was über das Befinden des Kommerzienrats zu erfahren, und nahm hafttg das Bittet, sich erst vorsichtig nach allen Seite nmnfehend, ob kein Lauscher in der Nähe fei. Ms sie es rasch überflogen, legte sie es auf den Tisch zurück. Ella aber hatte durch das Schltiffelkvch das Tun des Mäd­chens beobachtet.

Als es dunkel wurde, kleideten die Damen sich an. Maria wunderte sich, daß sie heute so rasch und ohne ihre Hilfe mit der Toilette fertig waren. Sie hatten dunkle Mäntel übergeworfen, und Berta erklärte, daß sie bei ihrem Verlobten fpeifen würden. Die Tarnen aber dachten gar nicht daran, sich nach dem Befinden des Kom­merzienrats zu erkundigen.

Auffallend laut schlug die Türe ins Schloß.

Doch nur Ella war fortgegangen, die zwei andern blieben einstweilen im dunklen Salon im Erker sitzen, dessen dichte Portieren sie jedem Blick verborgen. Sie kalkulierten ganz richtig: Wenn Mario die Absicht hatte, sortzugehen, so würde sie nicht erst noch sich tm Salon zu schossen machen. Sie belauschten mit angehaltenem Atem des Mädchens Tun, sie hörten, wie Maria eifrig hin und her huschte, wie sie in ihrem 3immer für kurze Zeit ver­schwand, um darni rasch den Korridor entlang zu laufen. Gleich daraus wurde die Flurtüre behutsam auf» und wieder zugemacht.

Also wahrhaftig, sie geht wieder fort", raunte Frau Manders fo leise, als könne sie gehört werden. Dvr- sichtig beugte sie sich aus dem Fenster und sah der Da- voneilenden nach. Sie bemerkte, wie Ella ihr in einiger Entfernung folgte.

Wer hätte fo etwas von dem Mädchen gedacht?" sagte Frau Manders mit leichtern Seufzer. ^Heutzutage

. » i i Berantvsrtl. f. d. redaktionellen Lett i. V.: Dr. Joh. Kramer, | fir die Anzeigen: I. Parzetler, ßutda. 3tot«tton<bruct.

| Donnerstag 4. Sept. 1919. |

findlichen Kriegsgefangenen macht weitere Fortschritte. Bei den Engländern besteht die Absicht, die Trans­porte wesentlich zu steigern und, wenn möglich, 5 bis 6000 Deutsche jeden Tag der Abnahmekommission zu übergeben. Es ist sogar in Aussicht gestellt, täglich 15 000 Gefangene abzuliefern, wenn die vorhandenen Transportmitteln ausreichen. Das ist aber kaum an­zunehmen, denn es stehen den Engländern nur die Eisenbahnlinien durch das Maastal über Lüttich, Aachen nach Köln zur Verfügung. Die andern Li­nien führen durch das von den Franzosen besetzte Ge­biet. Im Gefangenenlager Oswestry kam es beim Bekanntwerden des Beschlusses des Obersten Rates, die deutschen Gefangenen Heimzubefördern, zu g r o

üfeiite

Sostan von Irene v. Hellmuth.

, 's"m Wohnzimmer rief Ella trnnnphie- fe i» J?tLCn Bit st-! Jetzt fajen wir sie! Ich MU E einem Verehrer den ganzen Abend her- M* werde sie ertappen, und dann gnade Wh, h- , f.iri8n $Ian- ®ir behandeln sie ganz wa-e nichts geschehe, und als glaubten " sie in ein ober zwei Degen-sicher gemor» "fttrnen wir uns unter irgend einem Bor- Ikna fL.ancn.^c '.mabsichtllch Me Schlüssel liegen, en gT"n fhr m-f. Ihr nxirbet sehen, sie geht ich schleicht sie dann aus dem Hause, bann Ach muß schon, was diese Schrin- Bflk i* In khrt einstweilen in die Wohnung ZU- s*e Erricht. Dann jagen wir sie sofort * E' «nn ein Dierstmädlchen, das auf nächt- $ 8eiie r\können wir wicht brauchen. Aus ®r f*e Iss< ehe sie weiteres ^Unheil an« schüttelte den Sftjpf.

I btot sisir bas Mädchen nicht aus. Etwas Schlech. M nicht zu."

Ms. ju °ma rvo sollte sie denn gewesen sein? b*« j, 8" Krim Bruder? Ich m'chtl Sicher' hat BMk Ia-LVJ dem sie fyternilärft. Aber wir

Bh Nicht 'N dieser Rückst. Unruhig warf sie Jfe ü, Ter Schimpf, b-m. man ihr angetan, b ks Dazu tarn der Gedanke an den

iv? Fvft-'N Or$' ®35 mutzte doch rin schwerer Schlag e sein, fo plötzlich dem Unglück gegenüber

sich Maria von ihrem Lager und ging Arbeit nach. Ste wunderte sich nicht Tomen ihr nichts nachzutragen schienen. X im m "e kor nicht unfreundlich, wie sie gefürch- W ft. "entritz Frau Manders lobte ihre Pünkt- "'chtr * ^brit, was sie noch nie getan. Maria hi m-L,«??5' ®tcen Abend sprachen die Damen M "mchaft gehen zu wollen.

(T-ine Tkohnste der Entente.

gn Berlin ist om 2. September eine Note des fran- Vlinistcrpräsidenten Clemenreau eingelaufen, drohenden Wortlaut hat:

$ie alliierten und assoziierten Mächte haben von deutschen Derfaffung vom 11. August 1919 Kennt- S» «-flammen. Sie stellen fest, daß die Bestimmun- de» Artikel» 61 Abs. 2 eine förmliche Ser« SJTL. >e» Artike l» 80 bei in Versailles - «"8. Funi 1919 unterzeichneten Frieben »- ^-rttage» enthalten. Diese Verletzung ist doppel« 2» «ri: 1- JnSem Artikel 61 die Zulassung Oester-

-um Reichlrat aulspricht, stellt er diese Repu- j.n dal Deutsche Reich bildendenDeutschen «nb:rr.' gleich eine Gleichstellung, Jbie mit der TTfum bet österreichischen Unabhängigkeit nicht ZZfrbat ist. 2. Indem er die Teilnahme Oester- sm Reichsrat zuläßt und regelt, schafft der Ar« M 61 ein politisches Band zwischen Deutschland und Erreich und eine gemeinsame politische Betätigung >!» vollkommenem Widerspruch mit der Unabhängiakeit OriterreW. Die «Liierten und assoziierten Mächte «mnern daher die deutsche Regierung an den Artikel 118 bet deutschen Verfassung, wonach die Bestimmun- ftt des Vertrage» von Versailles durch die Berfaffung ijjt berührt werden können, und fordern die deutsche Itgittung auf, die gehörigen Maßnahmen zu treffen, ib diese Verletzung unverzüglich durch Kraftlos, ertlärung des Artikel» 61 Ads. 2 zu beseitigen. . Unter Vorbehalt weiterer Maßnahmen für den Sher Weigerung und auf Grund des Vertrages

/namentlich deS Artikel» 429) erklären die al« Metten und assoziierten Mächte der deutschen Regie« _ daß diese Verletzung ihrer Verpflichtungen in atm wesentlichen Punkt die Mächte zwingen wird, tzLuSdehnung ihrer Besetzung auf dem rechten Rheinufer zu befehlen, fall» ihre ge«

Forderung nicht innerhalb 14 Tagen, Datum der vorliegenden Note gerechnet, erfüllt Set Einkauf dieses Ultimatums, das gestern schon Wigt wurde, wird in allen Dolkskreisen nicht

Erstaunen Hervorrufen. Innerhalb 14 Tagen eine Verfassungsänderung vorgenommen werden, Hs wird die Entente Befehl geben, die De- auf dem rechten Rheinufer weiter auszudehnen, sie ron Negierungsseite verlautet, wird die Note in den nächsten Tagen beantwortet wer- i. Man steht auf dein Standpunkte, daß eine faisungsabänderung garnicht in der fo » Zeit von 14 Tagen möglich ist. Die Re­allein kann übrigens auS sich heraus keine ng vornrbmen, daj» gehört die Eintoilli- £ dei_Reichsrakes und der Nationalversammlung.

Ansicht der Regierung wird aber auch! ix der wrieitote eine solche Verfassungsänderung gar t »erlangt Es beißt ausdrücklich in dem

ium' daß die Bestimmung deS Artikels 61, ß r solang« außer Kr<rit bleibt, bt$ der Völker- Winß über die Gestaltung der Berhältnisses

Teutsch-Oesterreich und der deutschen Re- enrich,hat. Die deutsche Regpernng wird such nur in dem Sinne antworten können, fu tzernicht beabsichtigt, sich in die. innerpvliti« verhaltniffe bei deutsch-österreiehj>fchen Staates ltchen, und daß sie sich dem Beschluß des sbu-dkS untertoerfen wird. El steht zu hoffen,

dke Ententemächte durch solche Erklärung «»tiajen 'Regierung überzeugen lassen, daß eine

ung des Artikels 61 der deulschen Reichs- uUNZ Nicht notwendig wird.

llebrigenj bedeutet das Vorgehen der Entente Italien Eingriff in daß Selbstbe- A^silgSrecht der Völker, das gerade sie e feierlich vor aller Wekt verkündet hat.

Vergewaltigung Desttschlands und TOuHtimme dureh den feinbl^-n Friedens- rcJr- ich"» zur Genüge bewiesen, daß man *n. ^skmern sich wenig um die Ausrechter- te>«r!ich gemachter Verfpvcchen kümmert, are auch jetzt durchaus ntchü untoahrschein« ^n,a ^'e Entente trock aller feierlichen Zu« he ??r, deulscken Regierunr; doch noch am W«f befände, daß bte Verfassung abgeändert

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