| Mittwoch 3. September 1919. |
I v/r«ltw«tl. fit bex «bertienetlen teil: Dr. Joh.Kramer, Jr* | für dre J.Parzeiler, jitxlbe. — KetetioHibiuef.
Die Elsässer kl der ^Grande Armer".
Natss der .Deutsches Allgemeinen Zeitung* melden französische Blätter, daß die Jahrgänge 1918.19 in Elsaß-Lesthringen in dem nächsten Monat unter die tf timen gerufen werden. Eie werden in eigens ge« bildeten Verbänden mit elsäsiischen llnteroffizieran und Offizieren in Besangou, SB ei f o r k Reims und Nancy in dort garnisoniereude Regimenter einge. reiht werden. __________________________
KrlegSgefangenenhelmkehr
Dem unvermutet am 1. September m Köln-Deutz eingetroffenen Gefangenentransport ist ein zweiter gefolgt. Es kam ein weiterer Zug mit tausend Gefangenen an. Die Berliner Behörden und zuständigen Stellen wurden zwar von der Ankunst der Gefangenen überrascht, aber sie waren nicht unvorberei- tet. Die in langer Zeit organisierte Arbeit hat sofort tadellos geklappt. Die Gefangenenzüge sind in Köln- Deutz von den deutschen Behörden übernommen worden und nach den vorher schon bestimmten Durchgang», lagern weitergeführt worden. Ein Zug gegen Meschede, der andere nach Gießen.
Man glaubte zuerst, es handle sich bei dem Transport um Verwundete und kränke Gefangenen, die in der letzten Zeit ja ziemlich häufig gekommen sind. Auch tauchte die Vermutung auf, daß es sich nur um solche Gefangene handelte, die im Elsaß oder im Saargebiet oder In Nord-Schleswig oder in einem anderen abzutretenden deutschen Gebiet beheimatet wären. Diese Annahme hat sich als irrig erwiesen. 3m übrigen aber handelt es sich um einen S on d e r fa l l, der zunächst keinen festen Schluß über den Zeitpunkt der Rückkehr der Mehrheit der Gefangenen zuläßt.
Die Züge wurden ohne jede Benachrichtigung der deutschen Behörden von den Engländern losgelafien. Allem Anschein nach liegt nur der Wunsch der Engländer vor, das Lager Etaples bei Dünkirchen so schnell
^-rrsaitmsabeln der WotanSmänner.
einem Berliner Mitarbeiter wird uns ge- erfährt die Welt endlich, wer denn eigenllich „ «ieöerfage von Deutschland und Oesterreich herbei- bat.'
Jesuiten haben es getan.
I gers nicht glauben will, mag sich von dem tief- -jXntf Forschen des Altdeutschen B e r b a n- ai fklären laffen. Am letzten Sonntag hictl L gefamtvorstand in Berlin seine diesjährige Ta- K ab, und etwa 500 Teilnehmer aus dem "Reiche Maus Deutsch-Oesterreich ließen sich diese Schauer- ad austischeu.'
■gt Atzoe, der Vertrauensmann ClemenSceauZ ■X; Vatikans zugleich, hat schriftlich mit dem ehe- 5j.<n Slnchtvatrr der Kaiserin Zita, Prof. Sendet, intimen Freund des Herrn Erzberger (große Enmg) zusmnmengearbeitet. Bereits 1916 waren rißienet Jesuiten und die Jesuiten beS Vatikans K einig darüber, daß da? protestantische Kai- 7anm der Hohenzollern zu beseitigen fei. Die Je- jL bereiten die Rückkehr Karls des Kläglichen vor
47 D-Hre sdtd jetzt verflossen seit dem Erlaß dcs Mngesetzes, mit dem das neue deutsche Reich sein EesMatt verunzierte. Wie hat sich die Weltlage Sfjen geändert! Aber eins steht fester als alle jeqfteine und alle Staatsfundamente: die übliche trfeumfiung der Jesuiten. Schon 1872 mußte man Ha, die Jesuiten hätten dem „protestantischen Kai- ynm der Hohenzollern" den Untergang geschworen. 8* em’jige Tatsache ließ sich zum Beweise ansühreir. dhl sprachen Tatsachen dagegen, z. B. die herzliche ijfflfcung des neuen Kaisertums durch den Vatikan 6 die Verdienste der Jesuiten während des Krieges 81870 und 1871. Aber der Orden und all seine Meder wurden doch in die Reichsacht getan. Das Mich bedrohte Kaisertum der Hohenzollern bestand eta und blühte herrlich empor, auch nach der Mil- hmg des Iesuitengesetzes. Auch im letzten Krieg ten die Jesuiten treulich und eifrig ihre Pflicht er- If; doch die neuen Eisernen Kreuze schützen sie eben- nnig wie die dtten Eisernen Kreuze gegen die Be- btatg, daß sie den Untergang der Hohenzollern stiloüen hätten.
9h den Strudel dieser unsinnigen Verleumdungen den nun ausdrücklich die „Jesmten des Vati- einbezogen. Es ist also nicht allein auf eine jnitechetze abgesehen, sondern auf eine Hetze gegen «Heiligen Stuhl, gegen den Katholizismus ielvst, f einen neuen Kulturkampf im Stile der siebziger
Der Schmuggelversuch des Fürsten zu Med. '
Dor dem schwedischen Rathausgericht in Trelle- borg ist der Prozeß wegen des sensationellen Schmuggelversuchs des Fürsten zu Wied verhandelt worden. Die Angeklagten sind Dr. von Stockhausen, der Kabinettschef des ehemaligen Fürsten von Albanien, und Gräfin Anna von Solm-Wildensels, einer Schwägerin des Prinzen zu Wied, des Bruders des Fürsten von Albanien. Der schwedische Advokat der Angeklagten erklärte, daß der Prinz z" Wied dringende Gründe für die Ausfuhr dieser Schätze aus Deutschland gehabt hätte. Die Sicherheitszustände in Deutschland seien so ungenügend und Plünderungen so an der Tagesordnung, daß es sehr gefährlich gewesen wäre, diesen Schatz in Deutschland zu belassen. Das Recht, die Schätze nach Schweden in Sicherheit zu bringen, leitete er aus seiner Exterritorialität als ehemaliger Für st von Albanien her. Da auch sehr viel Eisenbahnzüge geplündert würden, habe er sich entschlossen, das zeitgemäße Mittel des Flugzeugs für die Fortschaffung der Wertgegenstände zu benutzen. Gegen die deutschen Gesetze glaubte der Fürst nicht vergangen zu haben, da kein Ausfuhrverbot für Juwelen bestehe. Die Aussagen der Zeugen ergaben nichts wesentlich Neues. Auf den Antrag des Rechtsanwalts wurden die Ler- handlungen abgebrochen. Interessant bei der ganzen Sache ist, daß, falls die schwedische Behörde die Beschlagnahme der Gegenstände ausspricht, der schwedischen Regierung nur y4 des gesamten Wertes zukommt, während % dem Angeber, dem Assistenten Jörnßen, zufallen. ,
* Rückkehr zur Friedenswirtschaft. Die Reichs- regierung beabsichtigt, wesentliche Erleichterungen im Ein- und A ul f u hrv erke h r zu schaffen. Nach den Bestlmmungen nur noch die Einfuhr einer Reihe von Textilwaren verboten sein. Mil dieser Verordnung soll der Anfang einer freieren Handhabung von Ein- und Ausfuhr gemacht werden.
* Kaliabkommen mit England. Mit England ist von der deutschen Regierung ein Abkommen geschlossen worden, wonach wir am Ende bei Jahre? 22 000 Tonnen Kali abzuliefern haben.
* Der neue Buchdruckertarif. Die Tarifverhandlungen im Buchdruckgewerbe sind jetzt ab geschlossen worden. Die Festsetzungen des im Mai gefällte« Schiedsspruchs erreichten am 31. August ihr Ende. Nach langwierigen Perhandlungen kam eine Vereinbarung auf folgender Grundlage zustande: Die bisherigen Teuerungszulagen werden ab 1. Oktober erhöht um wöchentlich 6 Mk. in Orlen bis mit 5 Proz. Lokelzuschlag; 8 Mk. in Orten mit 7Vt und 10 Proz. Lokalzuschlag; 10 Mk. in Orten mit 12V» Pro«. Lokalzuschlag; 12 Mk. in Orten mit mehr als 12V» Proz. Lokalzuschlag. Für Maschmenietzer erhöben sich diese Teuerungszulagen an allen Orten um 25 Prozent. Gehilfen im 1. Gehilfenjahre erhalten die Hälfte der neuen Teuerungszulage. Die vorstehend fektoesetzlen Sätze p-'>rn '«iS rum 31.
„ S.-nsk«^^srag-tt.
r n« d" Reichsverfassung?
K Presse soll in Paris die Auf-
Wdz in die deutsche Reichsver - i\®eil sieÄpruch mit dem Friedensvertrag da?» Anschluß Deutsch-Oester.
E^SDerf?"^ erwähne, während Deutschland 2*$ in von jedem Gedanken, Deutsch- k’Jtoiben Aaufzunehmen, absehe.
beri-2 u? Artikel 2 und 61. Eine Wolff- >en® dazu: Der Oberste Rat der i s die deutsche Regierung in« ^dznz^.^ugen dieReichsverfas. vM-n er "habe. Ein italienisches Blatt Gt-Vr? ,m Weigerungsfälle eine wei- etwa Frankfurtz besetzt werden
D7-'3'°'ien Kreisen wird die Pa- 'alIs sie wirklich bestehen sollte, als |lQnbnis bezeichnet. Ein Wiüer-
wie möglich von den Deutschen zu räumen. Die offi- ziellen Verhandlungen über die Rückführung der Ge- fanginen stehen unmittelbar bevor. Die Räumung der englischen Lager in Frankreich ist anscheinend aus Zweckmäßigkeitsgründen schon vor dem Beschluß des Rates in Paris begonnen worden.
lieber weitere Transporte aus anderen Lagern ist bis jetzt noch nichts bestimmt worden. Bezüglich der Reihenfolge der Heimkehr läßt sich bis jetzt nur so viel sagen, daß im allgemeinen die Gefangenen in englischer und amerikanischer Obhut rascher heim- kehren dürften als die in französischer Hand Befind- lichen. Unter jenen wiederum sollen, wie der „Petit Pcmsien" wissen will, in erster Reihe die in den Flottenstützpunkten Beschäftigten heimgesandt werden. Was die Gefangenen der Franzosen anbetrifft, so meint das Blatt, daß mit der Entlassung der im Der- wiistungsgebiet Beschäftigten kaum vor Ende September zu rechnen fei. Bemerkenswert ist übrigens, daß das französische Organ bereits dabei angelangt ist, die Freigabe der in Nordfrankreich arbeitenden Kriegsgefangenen auch aus Gründen der Zweckmäßigkeit als wünschenswert zu bezeichnen. Es schreibt: „Man hat recht, sie zu entlassen. Während der schönen Jahres- zeit tragen sie ihr liebel mit Geduld und konnten an den langen Sommertagen beträchtliche Arbeit leisten. Aber mit dem nahenden Winter wäre der Ertrag geringer und die.Fluchtversuche zahlreicher geworden. Es ist vorzuziehen, daß man sich ihrer entledigt."
Nach einer Mitteilung des Roten Kreuzes in Genf, ist von cutoratioer Seite versichert worden, daß die polnischen Behörden die Freilassung der deutschen .Kriegsgefangenen in Dombie bei Krakau he- schlossen haben.
Streiks und Unruhen.
Die Lage in Oberschkesien.
Amtlich wird mitgeteilt: Seit der Niederwerfung des polnischen Aufstandes in Oberschlesien findet dauernd eine Beunruhigung unserer Grenzwachen statt. Infanterie-, Maschinengewehr- und Minenwerferfeuer schlägt uns Taq für Tag von jen- seits der Grenze entgegen. Heimtückische Ueberfälle von bewaffneten Banden, die aus polnischem Gebiet vor- stoßen, un> beim Gegenstoß unserer Trappen sich eben- soschnell dorthin in Sicherheit bringen, sind an der Tagesordnung. DerpolnischeGrenzschutztut nichts, um diese Uebergriffe ,die sich vor feinen Augen abfpieten, zu verhindern. Sm Gegenteil! Die Ban- den werden von der polnischen Armee organisiert, mit Waffen und Munition versehen und von polnischen Offizieren In ihren Aufgaben geübt. Das Generalkommando des 6. A.-K. hat die in Oberschlesien weilende Ententekommission auf dieses Treiben der Polen aufmerksam gemacht und gebeten, an Ort und Stelle > die polnischen Uebergriffe feftzustellen und eine Ab- h ilf e herbrizuführen. Die Erbitterung unseres Grenzschutzes über die heimtückischen Ueberfälle ist im Wachsen. Er hat sich bisher damit begnügt, einbre- chende Banden nur auf eigenem Gebiete zu bekämpfen. Auf di» Dauer kann aber eine solche Zurückhaltung von unseren Truppen nicht verlangt werden.
Gärung in München.
Die Spannung in München hat dazu geführk, daß feit drei Nächten auch die E i n w o h n e r w e h r den von der Reichswehr Tag und Nacht geübten Patrouillendienst übernommen hat. Sn dem vornehmen Stadtviertel Bogenhausen, wo die Kommunisten- banden besonders arg gehaust haben, wollten diese, so heißt es, in einer der verwichenen Nächte die Einwohnerwehr aufheben. In einzelnen Stadtteilen ist nachts die Hälfte der Einwohnerwehr im Dienst. Auch in der „Bayerischen Staatszeitung" wird jetzt der B e- forgnis vor neuen Unruhen in München Ausdruck gegeben.
Eisenbahnerstrelk in Oesterreich.
Infolge neuer Lohnforderungen unter dem Personal der deutsch-österreichischen Eisenbahnen droht ein das ganze Gebiet der Republik umfassender Eisenbahnerstreik. Auf derSüdk> ahn ist er bereits ausgebrochen. Es handelt sich zur Befriedigung der Lohnwünsche um eine Summe von etwa hundert Millionen Kronen.
Lahmlegung der dänischen Seefahrt.
Infolge des H a fenar beiter streik- inKoprn' Hagen ist die Fahrt der dänischen Boot» nach Amerika eingestellt worden. Der anar* chistische Zustand im Hafen dauert an. Bon einer Vermittelung kann im Augenblick keine Rede fei«.
Aufstand in Albanien.
Au- Setrani und Dnrazzo trafen Meldungen in Wien ein, denen zufolge sich die Stämme Klementi, Kastrati und Hoti in Albanien gegen biettalie« nifchen Truppen in den besetzten Gebieten erbeben. Aus mehreren Gegenden werden MassakreS von Italienern gemeldet. Die geschlagenen italienischen Garni'onen ziehen sich gegen Elbafan, Durazze und Balona zurück.
Die bernfinftige« Amerikaner.
DaS Komitee des Arbeiterverbande- von Neuyork empfiehlt die Aufgabe aller Streiks in Amerika für 6 Monate, um die Produktion zu erhöhen und dem Präsidenten Wilson so Gelegenbeit zu geben, die LebenSmittelpreise herabzusetzen.
■ AnS der russischen Räte-Republik.
Ausplünderung des schwedischen Konsulats in Moskau.
Nach Moskauer Nachrichten haben die Dolfche- wissen das schwÄische Konsulat, in dem Millionenwerte untergebracht waren, geplündert. Im Konsulat befand sich auch die Filiale der National Credit Dank, die über mehrere Millionen Dollars in Barmitteln und Wertpapieren verfügte. Sie war nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Amerika nach dem schwedischen Konsulat üdergesiedeü.
Lin großer Dorff oft gegen Petersburg.
Einem Telegramm aus Helsintiors zufolge sind dort der Chef der englischen Streitkräfte im Finnischen Meerbusen, Admiral Coban, und der Chef der engst, schm Militärmission in den Ostfeeprovinzen, General Gough, eingetroffen, um den Plan eines großen Vorstoßes gegen Petersburg vorzubereiten.
spruch zwischen der neuen Reichsverfassung und dem Friedensvertrag fei überhaupt nicht möglich, da Artikel 178 Absatz 2 der Verfassung jeden Widerspruch aus« schaltet durch die Vorschrift: „Die Bestimmungen des am 28. Juni 1919 in Versailles unterzeichneten Friedensvertrages werden durch die Verfassung nicht berührt." Damit fei deutlich gesagt, daß die Bestimmungen des Friedensoertrages in voller Geltung bleiben, selbst wenn sie mit Vorschriften der später erlassenen Reichsverfassung nicht im Einklang stehen sollten. Ueberbies habe sich Deutschland im Friedensoer- trog nicht verpflichtet, von jedem Gedanken der Vereinigung mit Deutsch-Oesterreich abzusehen, vielmehr habe Deutschland in Artikel 80 des Friedensvertrages anerkannt, daß die Unabhängigkeit Oesterreichs unab- ätüierlich ist, „es sei denn, daß der Rat des Völkerbundes einer Abänderung zustimmt".
Die Ratifikation durch Frankreich.
Marcell Hutin Sembat schreibt im,Echo de Parikh daß die Diskussion über die Raiisikation be? Friedens- Vertrages diese Woche geschlossen weide und daß" majt glaube, daß die Ratifikation des FiiedensvertrageS mit Deutschland zwischen dem 15. und 18. September im ,Journal' offiziell bekanntgegeben werde.
Dis Millionenbuße für Sergeant Mannheim.
Wie bereits mitgeteilt, hat Deutschland in Ausführung der von Frankreich für die Ermordung des Sergeanten Mannheim geforderten Sühne nicht nur die 100 000 Mark für die Familie des Getöteten bezahlt, sondern auch die fernerhin als Buße der Stadt Berlin verlangte 1 Million in Gold bereits an die französische Regierung abgeliefert. Die französische Regierung hat dann ihrerseits beschlossen, das Geld dem Internationalen Roten Kreuz zur Verteilung an verschiedene Gesellschaften zu bestimmen, die sich mit der Hilfe für Verwundete befassen.
Von amtlicher Stelle wird nunmehr diese Meldung bestätigt, und zwar mit einer interessanten Einzelheit: Die eine Million Mark in Gold sind der Regierung von privater Seite angeboten würden. Die Regierung hat sie angenommen und in der Tat alsbald an die französische Regierung abgeführt. Sie hat dabei betont, daß sie grundsätzlich auf dem Rechts standpunkt stehe, daß diese Sühne der Stadt Berlin keineswegs begründet sei.
Die deutsche Regierung scheint sich um des lieben Friedens willen zu diesem immerhin recht merkwürdigen Schritt haben bestimmen lassen. ,
Zerstörte Luftschiffe.
Wie da» Reichsmarineamt bekannt gibt, sind sieben deutsche Luftschiffe im Zusammenhang mit der Versenkung unserer Schlachtschiffe in Scapa Flow vom Lufischiffpersonal zerstört worden. Einige andere Marineluflschiffe sind während des Krieges abgebaut worden, da sie für ihre Zwecke nicht mehr brauchbar waren. Dadurch wird es erklärlich, daß 12 von den 16 Luftschiffen, die laut FriedenSverlrag der Entente au8geliefert werden sollen, nicht mehr vorhanden sind und trotz der darüber geführten Klage der englischen Presse nicht hetbetgeschafft werden können.
Der Frledensverkrag mit Oesterreich.
Der vom Obersten Rat angenommene Text des Friedensvertrages mit Oesterreich enthält in territorialer Hinsicht keine wesentlichen Aende- rungen. Das Begleitschreiben stellt den Grundsatz der Verantwortlichkeit Oesterreichs an diesem Kriege fest und verweist auf das Entstehen des Konfliktes sowie auf die Rolle, die habet die Habs- bürget spielten. Dies sei der einzige Grund, weshalb die Alliierten mit Oesterreich nicht den gleichen Vertrag schließen könnten, wie mit den anderen aus der Doppelmonarchie entstandenen Staaten. Dagegen seien sich die Alliierten der Tatsache bewußt, daß sie Oesterreich angesichts feiner territorialen Ausdehnung und geringen Bevölkerung, die kaum sechs Millionen erreiche, in ökonomischer und f i nanzieller Hinsicht helfen müßten.
Die verschiedenen Schriftstücke sind von Dutasta am Dienstag dem österreichischen Staatskanzler Renner überreicht worden. Dutasta erklärte, daß die alliiertet und assoziierten Mächte zur Beantwortung eine Frist von fünf Tagen gewähren würden. Staatskanzler Renner erklärte, daß er infolge der schwierigen Verbindung und der parlamentarischen Verhandlungen je nach dem Stand der Dinge von Wien aus eine Fristverlängerung werde beantragen müssen.
Die Leipziger Messe. ,
$Öie Leipziger Friebensmeff e, _die am Sonntag eröffnet worden ist, wurde am DienZiag von NeickSpräsident E b e rt und Reichswehrminister N o S ke besucht. Im Laufe des Vormittags nahmen sie, fast nn- be merkt und ohne Förmlichkeit, eine Parade ab über den unendlich langen Zug der Plakatträger und der ■ M-chattappen. Tie Vielgestaltigkeit dieser ersten srre- dauSmesse kommt in diesem Zuge, oft in grotesker yorm, eindringlich zum Ausdruck. Von ten kleinsten Nichtigkeiten, dem Zahnpulver und den Nottzblöcken, den Rasierklingen und Hosenfalten-Haltern an, über Ge>ell- schaftSspiele und Geh-Lehrmaschinen für die Kinderstube bis- zu den elektrischen Kvchapparaten, bis zu WohnungSeihirichtungen und einer Unzahl von Konserven sind hier alle die Dinge der Messe vertreten, ott ins lRiesenmatz vergrößert, zuweilen «n spielerische Nichtigkeiten verkleinert. Bi fetzt beträgt dm Zahl der Besucher nach den Anmeldungen rund 76 000. JsiS- gesamt beläuft sich die Zahl der beim Meßamt «ige. meldeten Aussteller-Firmen auf rund 9500 gegen 8325 der letzten Messe. Unter den Ausstellern besinden stw diesmal weit mehr Ausländer als sonst, nämlich 315 Firmen gegen 212 zur letzten Frühjahrsmesse. Die Industrie der tschechoslowakischyn Republik, insbesondere Deutsch-BöhmenS, wiegt, mit 150 Firmen- wieder vor. An sie reiht sich Deutsch-Oesterreich m,t 115 Firmen. Die Schweiz hat 30 Aussteller enftevdet gegen 11 zur letzten Messe. Mit einzelnen Ausstellern sind auch Belgien, Italien, England und die. Vereinig- ten Staaten von Nordamerika bertreten. Bei den am- gestellten Mustern ist die E r s a tz w a r e fast ganz äuSgeschieden« Sie ist saft nur noch dort vertreten, wo sie einen technischen Fortschritt bedeutet und bleibenden Wert besitzt. Der Wille Mr Hebung der Qualität kommt nicht nur in den hochstehenden kunstgewerblichen Leistungen zum Ausdruck, sondern auch in allerhand Gebrauchswaren, technischen Artikeln usw. Am Vorabend der Eröffnung der Herbstmesse fand eine Sitzung des Ausschusses der ZentrÄ- stelle für Interessenten der Leipziger Mustermesse e 53. statt. Zunächst wurde beschlossen, den Ausbau der Inte r n at i o n a I i s i e r u n g der Messe zu fordern. Ein weiterer Beschluß de? Ausschusses geht dahin, eme Zweiteilung der Messe mit Rücksicht auf die sländioe Zunahme der Aussteller- und gesamten Besucherzahl bei dem Vorstand des Meßamtes zu bean- iragen. In der Folge soll die technische Messe und die MusterauSstellung einer Reihe verwandter Industrien in der dritten Meßwoche ftattfBnben. Die erste Woche soll sogSiumnten titen Meßindustrien Vorbehalten blei- ben.. 'k ___ .
Ausschreitungen gegen Ebert und NoSke.
Nach einer Berliner Meldung wurde Nos ke bei seinem Erscheinem auf der ktraße von dem Mob, der sich angesammelt hatte, mit allen möglichen Schimpfworten begrüfet. Noske wehrte sich energisch damit, daß er den Anpöblern mit sofortiger, Verhaftung drohte, wenn sie sich nicht ruhig verhielten. Das schien auch geholfen zu haben, denn er wurde dann im großen und ganzen verschont.
Beim Besuch des Reichtpläsidenten Ebert und Reich»wehrmmistert NoSke :n Meißen ereignete sich folgender Zwischenfall: Als die beiden Staatsmänner die staatliche Potzellanfabrik verließen, trat ein Spartakist namenS Heinemann aus Nünchritz bei Riesa an ihr Automobil unö beschimpfte sie mit Ausrufen wie „Bluthunde". Er erklärte dabet, daß, wenn er Waffen bei sich hätte, er beide nieder- schießen würde. Heinemann wurde verhaftet und nach Dresden gebracht.
.8-mtm und wozu? Der Alldeutsche Verband hat oreines Gewissen. Er suhlt, daß sein überspann- LW» wesentlich dazu beigetragen hat, im 2lus« »Mißtrauen und Abneigung gegen Deutschland zu M. Er weiß, daß er mitschuldig ist an der Aü- »9 euer Gelegenheiten zu einem LeZländlgun^i-- An^nd an der Fortsetzung des Krieges bu zum Westen, d. h. bis zum vollen Zusammenbruch. ' J daß wir unterlegen sind, weil
t ü-Loourieg versagte, weil Amerika eine über« an Soldaten und Kampfzeug hcr- Witc. Die verhängnisvollen Irrtümer und Msst der leitenden Personen und Parteien fol?. n ' verschleiert werden, indem man das Gespenst cenverschwörung ar. der Wand we.. iaht und den Aerger des l-idenden Volkes i «n „ch.ramontanismus" abzulenken lucht.
m°W Graf Czernin auch wohl noch «wocht kommcn, ein Jesuit im Staats- |Ze”u ssw- denn wenn man die Wurzel dcs $er- »n L sucht, jo muß man drm ancr- Ä- i A Graf Czernin frühzeitig und mit roller i bL verbündeten deutschen Regierung erkiart R v-att^ische Monarchie fei am Ende ihrer SäTÄt. von einem „heiml' che n" i LI u ®?ns. der Dinge kann doch kerne Rede Hn tt9ent> etne Verschwörung in Oesterreich- tr K®UebJr herbe-gefuhrr, sondern viel- ehrtfiirhi»flb^ar$.tun3 öet förmlich und feier- 3icS SS1 eE,cWn3 unserer Kampfgenossen. Kt nJ.-v* und der Vatikan bedürfen wahrt.ch K B'r ni'r>K _Fe0en 1° tolle Verleumdungen. '* en- bieie Ausschreitungen des Aüdeut- kt , tn das gebührende Licht stellen, um Wfch -n” ™arnen vor dieser gLwiff.i,los.n Nfe L K Herren stellen sich jetzt als die Vor- 6titr hp. „ narchie hrn und als die echten I» fi. ntio na len" Gedankenss Damit Mr fjnfes »erben m den Kreisen, die noch 1 Siieberoue wonarchljche Ordnung haben unb
unserer Natton in der Welt daß Dadurch angelockt fühlt, der möge : «n crh°Q?n^e ^£ute in der jüngsten Vergangen, h Wufu9"1?00“®5 Hasardspiel betrieben haken, Kckuiiss Xr tragen müssen, und daß sie für Metz- hj^^neue Iesuitenverfolgung und Ka-
Eintracht, zur Samm'ung irischen • Haben wir nichr mit den kvltnr- M 3,ti8ungen auf der Linken übergenug L‘c[I^tfd^ne "üb zersetzende Treiben sollte man bis bLfÄ™' s°udeni undeutsch, da 8 Mnft Treue verstoßt und an der deut-