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Die neuen Sätze der Erbanfallsteuer«

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für die ersten cnmefangenen' oder dollen 20,000 Mark deS

steuerpflichtigen Erwerbes für die nächsten nngcfan» genen oder vollen 30,000 für di« nächsten angefan. genen oder vollen 50,000 für die nächsten angesan» genen oder vollen 50,000 für die nächsten an gefan­genen oder vollen 50,000 für die nächsten angefan- flcrten oder vollen 11)0,000 für die nächsten angefan» genen oder vollen 200,000 für die nächsten anaefan- genen oder vollen 250,000 für die nächsten angefan. genen oder vollen 250,000 für die nächsten angefan- genen oder vollen 500,000 für die weiteren Beträge

die voll» und halbbürtigen Gefchwif?:.

IV. Klaffe.

Tie Großeltern und die entfernteren Voreltern^ die Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern,

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201. I LSS.® | Oienstoa 2. September 1919. |

Die Steuer erhöht sich um je 1 v. H. ihres Be­trags, intb zivar soweit das zur Zeit des Erbansall» bereits vorhandene Vermögen des Erwerbers 100 000 Mark, aber nicht 200 000 Mk. übersteigt, für je an» gefangene 10 000 Mk., soweit das vorhanden« Vermö» gen 200 000 Mk. übersteigt, für je angefangene 20 000 Mark. Ter Zuschlag darf die Hälfte des 100 000 Mk. übersteigenden Betrages des. vorhandenen Vermögens nicht übersteigen. Er darf ferner nicht mehr betrage» als 100 v. H. der Steuer. Ter Gesamtbetrag der Erb­schaftssteuer darf nicht höher sein als 90 v. H. Bet einem Erioerb, der vor dem 1. April 1935 anfällt, wird die Steuer für jedes volle Jahr bis 1. April 1925 zurück um 1 v. H. für jedes wertere vorhergehende Jahr um 2 v. H. ermäßigt.

Die Klaffen sind tote folgt abgegrenzt:

Der mißglückte Putsch in der Pfalz.

Die Krise in Ludwigshafen erreichte am Samstag ihren Höhepunkt. Für die französische Besatzung wurde die Gefahr so drohend, daß er der Platzkommandant von Ludwigshafen für ratsam hielt, alle Militärperso­nen von den öffentlichen Gebäuden zurückzuziehen und den Soldaten die Anweisung zu geben» sich möglichst wenig und unauffällig auf der Straße zu zeigen. Tat­sächlich ist auch die militärische Besetzung des Post­gebäudes und am Bahnhof a u f g e h o b e n, nur die Rheinbrücke nach Mannheim wird nach wie vor stark bewacht. In unterrichteten Kreisen verlautet, daß die Abberufung des Oberkommandierenden der Besatzungs- armes in der Pfalz bevorstehe.

Wie jetzt bekannt wird, haben auch in Franken­thal und Landau Putsche stattgefunden. In der Nacht zum Freitag kam es in Frankenthal zu Unruhen. Mehrere Personen wurden verletzt. Das Ziel der Ver­räter wurde nicht erreicht. Es gelang ihnen nicht ein­mal, die mitgebrachten Plakate anzukleben.

I. Klaffe.

1. Der Ehegatte und die ehelichen Kinder de? Ecb> lafferS, mit Ausnahme der an Kindes Statt angenom­menen Personen, ferner diejenigen Kinder, welchen die rechtliche Stellung ehelicher Kinder zukommt, sowie die eingekmdschafteten Kinder, sofern diesen die recht­liche Stellung ehelicher Kinder zukommt.

2. Tie unehelichen Kinder der Mutter und die vom Vater anerkannten unehelichen Kinder.

II. Klaffe.

Die Abkömmlinge der in der I. Klaffe bezeichneten- Kinder.

III. Klaffe.

1. Tie Eltern,

3. die Schwieger- und Stiefeltern,

4. die an Kri.desstart angenommenen Personen und diejenigen chrer Abkömmlinge. ,

V. Klaffe.

1. Die Abkömmlinge zweiten Grades von Eeschwb stern,

2. die Geschwister der Eltern, \

3. die Verschwägerten zweiten Grades ter Seiten« tenlinie.

VI. Klaffe.

Alle übrigen Erwerber.

Nach den lebten Veschlüffen d-r Nationalversamm lung beträgt die Erbanfallsccuer:

Klaffe 1

Dedantag.

r a-rte feierten wir in früheren Jahren die Erinne- siegreiche Schlacht bei Sedan. Jetzt feiern W?L mehr. Der preußische Minister des Innern pr auf den öffentlichen Gebäuden seines pam S-dantage nicht geflaggt werden soll. E» itt das Begräbnis der Seüanfeier emgeleitet. Efcbcr ein hoffnungsfrohes Wiegenfest war, ist L^r tränenreichen Totenfeier geworden. Die M.^7 Herrlichkeit, zu der bei Sedan der Grund ge- Ltwurdr. ist unter den Schicksalsschlägcn des letzten Km m-ammengebrochen.

^««edantage wird man nicht den mcderdrückenden Entat abschütteln können, daß die Nachkommen der Don 1870 jetzt im Gebiete um Sedan Fron- trite und einen Tribut von Milliarden leisten müs- die Besiegten von damals, die ihre Revanche

Bonnell haben.

^ffreilich pflanzen wir noch am Grab» der alten ^Mkeit die Hoffnung auf. Wir wollen nicht »LpflMn an der Zukunft des. deutschen Volkes, das Pgy dem Zusammenbruch wieder erheben n., zur blutigen Rache, sondern zur Wiederher- seines Wohlstandes, (einer Ehre und seiner Etan« als friedliches und tüchtiges Glied am menfch- itat suliurtörper. Erst müssen wir etwas erringen, können wir wieder feiern und singen.

M8 Mal haben wir den Jahrestag von Sedan in Mbencr Stimmung begangen. Auch im letzten EuMjnfri-e noch, da trotz der kritischen Lage auf dem ftwrschauplatze das Volk noch in der Zuversicht auf ftg Mr wenigstens auf einen guten Derständigungs- totn erhalten war. Dis zum goldenen Jubiläum w die Sedanfeier es nicht bringen können. Mit Weh- «t denken wir zurück an die fünfundzwanzigjährige, He silberne Feier in den neunziger Jahren. Die war Awlich, weil inzwischen das Fest seine Kinderkrank- Wp überwunden hatte. Während der Kulturkampf- hatte nämlich die Feier vielfach einen schlimmen lherekter der Verhetzung und der Kränkung ange- «innen, unter der die katholische Minderheit schwer pt leiten hatte. Der Unterdrückungskoller, der tn fei» em Wesen undeutsch ist, drängte sich damals vor und stltc sein Mütchen in dem inneren Krieg, um igene Jolksgcnossen alsReichsfeinde" zu beschimp- und zu vergewaltigen. Rach zwei Jahrzehnten fate dieser kulturkämpferische Fieber ab. Die Sedan-

«erl«« »er Kxlbaer«etirudiuSer,i ix Fulda. -Preis monaU. I

l.io Mk. ArrntNT. Wr. s. r«le«r.-A»resse: Fuldaer Zeitan,. j____

aer läuterte sich allmählich, Wenn die Einkreifungs- efitif unferer Nachbarn die friedliche Entwicklung icht gestört hätte, so würden wir den Sedantag noch regt als Geburtsfest des deutschen Reiches haben Mn können, ohne die berechtigten Gefühle der Fran­ken zu kränken, da tatsächlich die Jedes des Friedens W der Völkerversöhnung im deutschen Volke Wurzeln Magen hatte.

Der unglückselige Krieg hat alles umgestürzt. Unser Stier Wille wird nicht mehr anerkannt und hat bei nuferer Ohnmacht auch keine realpolstische Bedeutung Denn wir jetzt Sedan mit öffentlichen De- ®onffrationen begehen wollten, würde man uns nach- FStn, wir betrieben Rachepolitik und arbeiteten aus tBwn neuen Krieg hin. Das gäbe wieder Vorwände P weiterer Mißhandlung.

^vchon aus diesem Gesichtspunkte empfiehlt es sich, ?? "" dem Tage in wehmütiger Ruhe verharren «w reinen flnloß zum Prahlen nehmen, sondern viel- Mk zur E e w i s s e n s e r f o r i ch u n g: Wie weit daran, daß die deutsche Herrlich» S,*r dchan erlebt hat? Was müssen wir tun, um und Vaterland aus dem Elend zu retten?

stnn x me^r> auf den alten Lorbeeren von ui und 1871 auszuruhen, und sich über den Ernst Etf» tauschen. Wir müssen vielmehr be-

vaß die Franzosen s. Zt. durch treues Zusam- n und gemeinsamen Fleiß die Nachwehen der N^la^e schneller und besser überwunden haben, als 6is setzt gelungen ist. Unsere Schwä- K? Fehler siegen klar zu tage. Wenn die Er- K® -u"3 ösir befferen Erfüllung unserer Pflrch- |L T .chstntlichen Leben und in der Werkstatt an- F das die besteSedanfeier".

Pskow eingenommen. Lorbeeren werden dort gegen die roten Truppen vorläufig nicht zu holen sein. _

Noch ungünstiger stehen die Dinge für die Entente an der Nordfront, am Weißen Meer, wo die Engländer sich festgesetzt haben. In England ist man sehr in Sorge, daß bei einer Zurückziehung der britischen Truppen aus Archangelsk dieses in die Hände der Sowjettnrppen fiele, und damit da; Einfalltor für den englischen Hande! gefperr» würde. Unter dem Druck der britischen Arbeiter hat Chur­chill die Zurückziehung der Truppen aus Archangelsk be­stimmt zugesagt. Aber es scheint mit der Ausführung die- ses versprechens merkwürdig herzugehen. Schon früher wurden neue Soldaten in das Welpe Meer geschickt mit der merkwürdigen Begründung, es sei unmöglich, die dort stehenden Truppen freizumachen und vom Feinde loszu- bekommen, wenn nicht neue Kräfte sie, unterstützten. Jetzt verbreiten norwegische Blätter, daß für je 1000 Mann, die von Archangelsk weggenommen werden sollen, 2000 Mann neuer Truppen hingesandt werden. Wäre das rich­tig, so wäre da» Versprechen Churchills und die Art seiner Erfüllung eine Verhöhnung der britischen Arbeiterschaft. Vielleicht haben aber diese Truppensendungen den Zweck, an dieser Front noch vor dem Winter einen starken Schlag gegen die Rote Armee zu führen, um dann ohne Besorg- nis die englischen Truppen wegnehmen zu können. Ob das gelingt, ist freilich zweifelhaft.

Im Oste» steht es besser um bte Gegenrevolution. Das Vordringen der bolschewistischen Armee nach West­sibirien hat sich verlangsamt. Sie kommen zwar noch vorwärts, aber etiraS Entscheidendes ist in letzter Zeit nicht geschehen, und eS ist auch nicht wahrscheinlich, daß sie noch weit nach Sibirien hinein Vordringen werden, weil ihnen im S ü d e n Schwierigkeiten erwachsen. Demikin und die Ukrainer gewinnen hier immer mehr Boden. Odessa, das während dieser Kämpfe den Besitzer mehrmals gewechselt hat, ist cnif$ neue in die Hand der Ukrainer gefallen und die Sowjetarmeen sind damit auf einen ganz schmalen Streifen am Schwarzen Meer, westlich von Odessa einpeflerrrmt,. den sie schwerlich lange werden halten können. Kiew ist noch in den Hän­den der Sowjetregierung. Weiter nördlich haben die Polen vor einigen Wochen Minsk besetzt. Hetzt siegen sie an der Beresina, sind aber dort von den Bolschewist nach deren Bericht zurückgeworfen worden. Im ganzen scheinen alle diese Kämpfe unter furchtbaren Grau- samkeiten von beiden Seiten geführt zu werden, und die unglücklichen Bewohner werden oft nach einander zuerst von der einen Partei, dann nach einer Wendung dez Krieosglücks von der anderen auSgeraubt, schänd, lich mißhandelt und in nicht geringer Zahl auch des Lebens beraubt. , , . . .

Wie lange dieses Enffetzen noch fortgehen wird, ist einstweilen nicht abzusehen. Daß eS den gegenrebolu- tto'.'.ären Armeen gelingen könnte, etwa noch vor dem W-.nter die Sowjetrepublik zu stürzen, ,st unwahrschetn- lich geworden. Die Fortschritte, die sie tm Süden ma- <f>en, mögen nicht unerheblich sein, aber Ruhland ist -in Land von solch einer Weiträumigkeit und einem solchen inneren Gefüge, daß militärische Erfolge immer nur dn der Oberfläche bleiben.

Auch die militärische Niederwerfung des Bolschewls- muß würde allein noch keine Ruhe in Ruhland schaffen Zwischen den gegenrevolutionären Parteien Rußlands besteht eine unaeheure Rivalität, die schwere Berwicke, lunaen in der Zukunft zur Folge haben kann. ES gibt dort eine demokratische Front, hinter der das liberale Vüwertum tund die nicktbolschewistischen sozialistischen Parteien stehsn; sie fordern vor allem die Einberu- fung einer Nationalversammlung auf vemokratischer Grundlage. Die andere Front ist dre monarchr,k!che, die eine neue Monarchie auf verfassungsmäßiger Grundlage anstrebt. Zwischen dreien beiden Machte, gruppen wird nach einem etwaigen ©htrge der Sowjet­republik der Kampf in Rußland entbrennen.

Wie sich zu den beiden Strömungen die Enken« stellt, ist noch nicht geklärt. Vorläufig unterstützt sie so ziemlich alle?, was sich gegen Moskau richtet. Aber zweifellos wird sie sich nach Niederwerfung des roten Terrors gar bald siür einen oder den andern der Erben der Sowtetrepublik entscheiden. Daß fie das nicht in selbstloser Weise tun wird und trotz aller .Grundsätze" des amerikaMischen Präsidenten nicht einer Mehrheit deS russischen Volkes gerecht werden wird, sondern nach ihrem eigenen Vorteil entscheidet, darüLer ist man sich klar. Man weiß in Rußland, wie sehr die Eniente bprauf bedacht ist, m Zukiinft das Reich auSzusaugen, wie namentlich Englands Interesse dfthin geht, Rußland wirtschaftlich ariszUbeuten ES ist dieS einer der Hauptgründe dafür, daß der Bolsche­wismus nicht schon längst zusammengebrochen tlt

Die Heimschaffung v<r Krieg-gefangenen.

Der Stab der Gruppe Rhein zur Rückführung deutscher Kriegsgefangenen teilt mit, daß am 1. September morgens ein am 31. August nachmittag? angekündigter Transport gesunder deutscher Kriegsgefangenen in Stärke von 999 Mann die Abnahmestotion Köln-Deutz in Richtung auf Durchgangslager Meschede passiert hat. Ter Tran»- Port kommt aus dem englischen Lager EtapleS bei Dünkirchen, da» mit 5000 Mann belegt ist.

Tie Kohlen - Lieferungen an Frankreich.

Die Verhandlungen über die Köhlen-Lieferungen an Frankreich sind jetzt zum Abschluß gekommen. Wolff» Tel. Büro berichtet au» Versailles ju- sammenfaffend darüber:

Don Anbeginn der Verhandlungen sst deutscherseits betont worden, daß bei der augenblicklichen Wirtschasts- und Arbeltslage in Deutschland eine Lieferung in dem oer- langten Umfange von 43 Millionen Tonn en tm ersten Jahre zu Öen verhängnisvollsten Folgen fuhren würde. Die Gegenseite hat ihre ursprüngliche Forderung zunächst auf 20 Millionen Tonnen jährlich er­mäßigt. Die deutschen Unterhändier haben demgegenüber immer wieder betont, daß Deutschland ein Minimum ge­lassen werden müsse. Diesen Standpunkt bei den Der- Handlungen zur Geltung zu bringen, ist leider nicht gelungen. Die Entente hat ihre Forderungen _enögi!tig wie folgt formuliert: Deutschland hat i n d e n n ach st e n sechs Monaten Kohlenlieferungen zu leisten, die einer Iahrerlieferung von 20 Millionen Tonnen enssprechen. Liegt die Gesamtförderung 'Deutschlands 108 Millionen Tonnen jährlich, so wird von der Mehrförderung bis zu 128 Millionen 60 Prozent, darüber hinaus 50 Prozent zu liefern fein, bis das Höchstmaß der in den Friedensbrdin» gungen vorgesehenen Pflichtlieferung erreicht wird. Fällt die Gesamtsörderung unter 108 Millionen Tonnen, so wird die Entente die jeweilige Sachlage nach Anhörung Deutsch­lands prüfen unö ihr Rechnung tragen. Diese Grundlage soll aber nur dann Geltung haben, wenn Deutschland mit den Lieferungen sofort beginnt. Trotz der außerordentlich schweren Bedenken, die deuffcherseit» be­stehen, hat sich die deutsche Regierung entschlossen, schon jetzt mit den Lieferungen zu beginnen, im Vertrauen darauf, daß die Entente nicht auf den Liefe­rungen in der verlangten Höhe bestehen wird, wenn nach­weislich die Wirtschaftslage Deutschlands dadurch er­schüttert werden kann.

Daß auf sofortiger Lieferung der Kohlen bestanden wird, hat offenbar seinen Grund darin, daß

11t; deutsche Kohle dringend braucht, nicht

Honen Tonnen eingeführt werden wußten Wenn Deutschland 100 Milliarden zahlen solle, dann muffe man es durch Lieferung von Nahrung«- und Dünge­mitteln uns Rohstoffen wieder aufrichten.

Der Prozeß gegen die Geiselmörder, die in den setzten Tagen der Münchener Röteherrschaft die ge­fangen genommenen Perfonen erschossen, hat begon­nen. Don den Schuldigen sind der Oberkommandant Eqelhoser und der stellvertretende Kommandant tnt VuitpoILrnirnafum Hausmann durch «etzstmord um­gekommen. Angeklagt sind 16 Personen. Der Haupt- beschuldigte ist der Kommandant des Luitpoldgymna- siums Fritz Seidler. Er hat von vornherein den Be- fehl gcoeben, daß bei Gefahr die Geiseln sofort nieder- gemacht werden füllten und hat dann von einem Fen­ster'des Hofes aus der Erschießung zugesehen.

Aus dem Elsaß werden die von deuffchen Merck stammenden Arbeiter, die bis zum 15. September keine Anstellung in Privatbetrieben gefunden hoben, mit ihren Familien ausgewiesen. Die ftanzosische Ver­waltung gestattet aber gnädig, daß sie ihre Möbel mitnehmen, was sie bei andern Ausweisungen bisher nicht erlaubte.

Marsckall Liman von Sanders, der von der Ententt zurückgchalten worden war, .ist am Sonntag tn B er- l i n eingetroffen. Die englischen SBIatter melden, GL, nerail Liman werde sich wegen der Armenier- und StmergreucI verantworten müssen. In einer Unter» redung erklärt der Marschall mit einem, Vertreter der BZ", datz alle Behauptungen von seiner Mitschuld anbdn Armeniergreueln böswillig erfunden seien In bezug auf den Zusammenbruch der Palamnasront er­klärte er, dieser sei auf das gänzliche Versagen der achten türkischen Armee zurückzufuhren. DeutsÄe Trup­pen hätten dort nicht gestanden. Der MarsckM be- tonte am Schluß, Deutschland werde zuerst bte Orient, gefangenen zuritcksordevn, da ihre Lage am traurig- ften fei

* Ter aargauische Katholikentag, der von 10 000 Personen besucht war, beschloß den Beitritt bet Schweiz zum Völkerbunb abzulehnen, weü baä Papsttum davon ausgeschlossen sei und weil bet Bnnb kein Bund der Völker, sonbern bet,Sieger sei mit dem Zwecke bet unbeschränkten kapitalistischen Ausbeutung der Mittelmächte. _ .

* Die Amerikaner und Oberschlepen. Nach einem Washingtoner Bericht wird im Repröseniantenhause eine Resolution eingebt acht werden, welche verlangt, daß bet Beschluß, eine amerikanische Brigade nach Obrr- schfesten zu entienben, zurückgezogen wi-h.

Der Zweck der sibirischen Expedit'-on Amerikas. Die Angebörigen der amerikanischen Soldaten in Sibirien Haven eine heftige Opposition gegen die Regierung zu wecken gewußt, weil bte Soldaten bringend nach Hau,e verlangen Einige amerikanifche Zeitungen melden, die Regierung könne sich über den Zweck der sibirischen Expedition nicht auslassen. Tie amerikanischen Trup- pen wolle man noch möglichst lange dort tm Rucken Japans lassen und gegebenenfalls noch verstärken. Kriegssekretär Baker besteht darauf, daß die Truppen in Sibirien belassen werden.

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Rußland.

Sicicf) einem großen Friedhof von Mensch- dki CJ Menschheitszukunft. Täglich wird die Not & Sjofjer, Ungezählte rasst der Hunger dahin: Men anh J". den Städten lähmt und ruiniert aller, KSiiw» l 'lvsstönüe sind an der Tagesordnung.

nb't ist die rote Diktatur int Lande noch nicht Ä, x t Seit zu Zeit verbreitet die Entente lltem , qb die Sowjetregierung nunmehr vor 'tzt eytiS "I^"menbruch stände, unh daß ein letz- M uf i ,®B der gegenrevolutionären Truppen, die Ä mn*.- 8 unterstützt werden, der Räterepublik ein khttt ®etbe- Auch in den letzten Wochen wieder flt6röfKHa,len' man bald mit dem Fall der beiden W Snn« Hochburgen Petersburg und Moskau rech- » befi^^.^ö damit das Schicksal des Bolschewis- W SStnl1 °uf solche Meldungen nicht viel geben. Wie u»m Rußland steht, davon weiß man draußen B Stttwk ?um- Was man erfährt, find Mitteilungen Bfeiiij. L-?a gelegentliche Funksprüche der Sowjet- Quellen, die man nur mit Vorsicht be- 6i« \ 5803 ui cm einigermaßen übersetzen kann, ist Petm, beiderseitigen Heere an den verschiedenen hy, den Angaben, die dieTimes" darüber ! Ü k,vowjetregierung an den verschiedenen Fron- Md°n mit 480 009 Mann sichen. Außerdem H der 7> ?.^ch 727 000 Mann im Innern des Landes. Hj. ? " f r o n t, d. !. am Weißen Meer, hat Trotzki N Dttai«, I Westfront, von den Ostseegebieten bis ,, Armeen mit zusammen 167 000 Mann, eMn 5 islanb g Armeen mit 146 000 Mann, im , Sn mit 133 000 Mann.

Estsront hoffte man nach Ententenachrich- E Cs frn-n ^utscheidenden Schlag gegen Petersburg zu 5*1 btt ein umfassendes müitarifdfes Unternchmen E'lit 5,nmB Englands vor sich gehen. Alle Staa- 2lt Sowjetrepublik grenzen, Finnland, Esth- Tv 'Ä^?onkontingrnt« aufstellen und marschieren flRen »^'"^erpräsident der neuen russischen nord- Wtztz, .Gerung, Lionosow, hat die Eroberung Pe- M .^uufe des September versprochen. Er tat deshalb, um bte finnischen Streitkräfte für P fct (T;tTnen- . Finnland aber hält sich zurück, und ^Meiul .E" ijoigen geringe Meinung, ihre Haut für C?'^it k'-Karfte zu tragen. Allem Anschein nach Operationen im Finnischen Mrerbt^en einer iS" 9h [.<»3 Unternehmens gegen Petersburg dienen eHiek/Sitr Ztit aber sind die Berichte der (Entente* 'chi kleinlaut geworden. Den Volschewisten 7 ""Durchbruch bei Plerkau gelungen und haben

Ter englische Bericht über die Hungerblockade und deren Wirkunaen in Deutschland ist alsWeiß­buch' erschienen. Daraus ist u. a zu ersehen, daß die Ernährung tnf$BeIgien besser war, wie bei uns, sie war 5 Prozent" höher und enthielt 10 Prozent mehr Protein und 3 mal so viel Fett. Zahlreiche Todesfälle traten in Deutschland auf sckon bei 30 Prozent Ge- toichtSabnahme besonders im Winter 1916/17, während man sonst 40 Prozent erst für tödlich hält. Die Todes- fälle an Tuberkulose waren zweinndeinhalbmal zahl- reicher als tm Frieden. Zwischen 1915 und 1918 sind allein 760 000 Erwachsene mehr gestorben, tote vorder. Statt 1250 Millionen Liier Mila, erhält Bersin jetzt nur 250 Millionen. Leider vergißt bet Bericht hinzu- zufügen, daß die Entente trotz des absoluten Mitch- mangel» auf bet Auslieferung von 150090 Milchkühen aus Deutschland besteht.

Der Bericht sagt weitet, in Deutschland sei kein Rachegefühl unter den Arbeitern zu bemerken, sondern nur Niedergeschlagenheit und Erschlaffung. Auch bei den fahrenden Persönlichkeiten sei die Erschöpfung in die Augen springend:

Die Aussichten für die kommende Periode 1919/20 schildert bet Bericht äußerst düster. Die Versorgung mit Brotgetreide habe sich um 550,000 Tonnen, mit Zucket um 150,000 Tonnen, mit Fleisch um 666,000 Tonnen, mit Butter und Fett um 92,009 Tonnen ver­mindert. Schon im Mai 1919 sei trotz der Berringe- ritng de? Heere» dec meiste Vorrat bereits erschöpft ge­wesen; 1820 werde die Lage noch viel schlimmer fein, wobei in Betracht gezogen werden müsse, daß noch 800 000 Gefangene zutuckkommen und ebenfalls ernährt werden mützleu. Die deutsche Bevölkeiung werde der gleichen furchtbaren Sage begenüberstehen wie 1916/17. i Deutschland befinde sich al,n vor einer Katastrophe, die > den Hungertod von Millionen nach sich ziehen werde, wenn nicht für erlügend Einfuhr von NahrungSmittein ge­sorgt werde. Der Bericht berechnet die notwendig ein­zuführenden Mengen auf 5,5 Millionen und da» nur, um die jetzige erbärmliche Ernährung aufrecht zu er- . halten, bte an sich schon Krankheit, Tod und Verminde- i rung der Arbeitsfähigkeit zur Folge habe. Man Hobe j vor allem Fett und Protein nötig, von denen 2V» Mil-

nur weil es dort an Kohlen mangelt, sondern auch, weil in Frankreich eine Transport- krisis herrscht, die mindestens fo groß wie in Deutschland Ist. Das zeigt der Stand der Dinge im Saarrevier. Frankreich verfügt vollständig über die Saarkohle, aber es ist nicht imstande, sic nach Frankreich zu bringen.

DieD..Allg. Ztg." erfährt darüber:

Die auf Frankreich schwer drückende Kohlen not wird dadurch beleuchtet, daß eine für Saarbrücken ge­plante französische Propagandaausstellung abgesagt werden werden mußte. Der Transport der Saarkohle ist wegen Mangel an Transportmitteln nach Frankreich nicht mög­lich, und man hat sich entschließen müssen, den direkten Verkauf von Kohlen an den Gruben sreizugeben. Der Vergarbeiterschast haben die Franzosen in letzter Zeit sehr wichtige Zugeständnisse machen müssen. Die Auslösung der Arbeiterausschüsse wurde zurückgezogen. Auch die den Arbeitern bereits gestrichene Deputatlohle mutzte erneut zu- gestanden werden.

Eis.'nvahner und Kohlenvsrsorgunst.

Sine Versammlung der Eisenbahner in Breslau hat eine Entschließung angenommen, m der sestzestellt wird, datz die matzaebenden Körperschaften die Forderungen der Eisenbadner wohl als berechtigt anerkennen und bex feiten Willen haben, den Eifenbahnern zu Helsen. Die Versammlung hält aber nach wie vor an ihren Forderungen fest und erwartet, daß die matzgebenden Körperschaften auch rhren Willen in die Tat umsctzen werden.

Zur- Kohlenversorgung für Hausbrand und Industrie steht bte Versammlung auf dem Standpunkt, datz sie die Verantwortung nicht auf sich nehmen kann und will, die entsteht, wenn die Schuld des Zusammen­bruchs auf die Eisenbahner fallen würde. Sie hält ei belbalb für ihre Pflicht, aus aller Kraft die Fertig- stellung von Lokomotiven uns Wagen zu betreiben, vorausgesetzt, daß die Eisenbahnverwaltung Gewähr dafür leistet, den Bediensteten daS MitbestimmunoS- recht einzuräumen, und tatsächlrch bestrebt ist, alle» daran zu fetzen, um den guten Willen bei Bediensteten zu unterstützen. Die Versammlung sprach sich ferner aegen jede Art von Akkordarbeit aus und be­kundet, datz sie da», toal sie früher an Akkordarbeit leisten muhte, in Zukunft au» freier Uebcrgeugung und aus Pflichtgefühl tun will zur Gesundung dc» ganzen WirtschoftsiebenS.

Regrrvrrsolgnngen in der Union.

Times" melden aus Washington, datz in Cemun« gee (Georgia) infolge von Gerüchten, datz dieNeger stch erheben und die Weißen auStilgen wollten", eine Negerkirche von Weißen angegriffeln und ein Sie­ger in der Kirche erfchossen toirtbe. Hierauf leg­ten die Weißen noch mehrere Negerkirchen und einen Negersiub in Trümmer. Aus Knox Ville (Tennessee) meldet Reuter, daß im Verlaufe von Rassenkämpfen, wobei die weiße Bevölkerung das Gefängnis stü rm t e, um einen Neger, der deS Mordes an einer Weißen angefiept war, herauSzuholen, zwei Deitz- und drei Neger getötet unb eine Anzahl verwundet wur­den. Sechzehn Gefangene, darunter mehrere Mörder, entwichen dabei aus dem Gefängnis. Den Truppen gelang es, den Mob zu zerstreuen.

Der von der Negerbevölkerung Amerikas zur F r i c» denskonferenz in Paris entfembte {delegierte, der vergeblich versucht hatte, die Interessen der Neger auf der Friedenskonferenz zu vertreten, erklärte vor dem SenatSausfchuß, wenn bie Sieger nicht ordentlich behandelt würden und dieselben sozialen und politischen Rechte erhielten tote die Weißen, so werbe Amerika eine Gefahr für den Weltfrieden werden.