'N1.
■
| kommen, weil man dort einen ^revolutionären Hery vermutet. „ „. . >
»eiMschaffung derKriegsg.sangencn. Dersailler Friedensve
” ö 85 " nen und sollten einen Sc
e htirh Vmt ht« tMlevj r -t. ri - c. (7\..„x 1-1 <.
schließen. Durch seine langen und grausamen Be>
L «beförderung der auf französischem Boden _-,jscher Hand befindlichen deutschen Ge- d«,kn"l gesoffen worden.
n®>
%
zurück auf GoLteS Fügung und cnr
onvertrautein Truppen. Dieser
10®, Ä
Wenn es mir gelungen ist, heute vor fünf fahren einen glänzenden Sieg zu erringen, so führe ich dos uf den Geist der mir Geist darf unS nicht
it. In Frankreich hat man jetzt in der Kammer der Besprechung des Friedensoertrages begonnen,
regierung bereit sei, den Behörden die Befugnis zu erteilen, je nach den örtlichen Verhältnissen in Gemeinden, in denen bouptsächlich die Landbevölkerung ihre Einkäufe besorgt, tin Sonn- und Feiertagen einige Stunden für den Warenverkauf freizugeben, um keine Kräfte nichloS der drängenden Erntearbeit zu entziehen.
* Darmstadt. 30. Aug. Heute trafen Reichspräsident Ebert und Reichswehrminister R o s k e zum
* Die Beschimpfung der Elsässer. Nachdem in Elsaß-Lothringen der erste Begeisterungsrausch verflogen ist, mehren sich die Nachrichten von zunehmenden Unstimmigkeiten zwischen Franzosen und Elsässern, die schon oft zu Tätlichkeiten ausgeartet sind. Nunmehr sieht sich General Gouraud gezwungen, eine De r o r d- n u n g zu erlassen, in der er seinen Soldaten auf das strengste verbietet, die Elsäsier, die der franzö» sischen Sprache nicht mächtig seien, als „Boches" zu beschimpfen. Der General droht mit äußerst strenge»
^-hat die Ratifikation von Verträgen vorzunehmen), ntent erst vom Senatsausschuß behandelt. Italien
verloren gehen, wenn auch für uns jetzt traurige Zeiten ongebrockvn find Wir dürfen den Mut nicht finken lassen: Wir dürfen nicht zu Parias der Gesellschaft und zu Heloten unserer Feinde werten. Wir müssen wieder werden, waS wir damals waren, als in Versailles das neue deutsche Kaiservoich gegründet wurde. Der Geist tiefes großen Tages darf uns nicht verloren gehen in dieser schlappen, falschen Zeit. Dafür hat die Jugend zu sorgen, und der Geist,, der aus Ihren Worten spricht, gibt mir die Gewähr, daß dieser Geist toieierlommen wird.
FELa der Pariser Ausgabe des „Newyork Heralb" uAfoflen Amerika und England, im Laufe ten und übernächsten Woche täglich zweitau- Za wutsche Kriegsgefangene abzutrans- arlicten. Augenblicklich befänden sich 48 000 rL» Kriegsgefangene unter amerikanischer Bewa- Das Blatt sagt wörüich: „Die französische Re» EL will die unter ihrer Bewachung befindlichen k-Mmen zurückbehalten, bis der Friedensvertrag
'rtrast zu unterzeich- Sonderfrieden mit Deutschland
Ministerpräsident Ulrich begrüßte die Reichsleitung in herzlicher Ansprache, worauf der Reichspräsident Ebert eine lange Erwiderungsrede hielt, in der er die besonders großen Schwierigkeiten Hessens infolge der Besetzung anerkannte und versprach, daß von sei- ten des Reiches alles getan werden würde, um auch die Not Hesiens zu mildern. Reichswehrminister N o s k e machte Mitteilungen über die Ueberführung des derzeitigen Heeres in den kommenden Friedensbestand und erklärte, daß im Einvernehmen mit den Alliierten die Herabsetzung dec feeres- m a ch t in der Hauptsache erst i m kommenden Frühjahr vargenornmew werden wird mit Ruuficht auf im Winter etwa neu auftebende Pptsche und Unruhen. Die Hauptsache seien Kohlen und damit Arbeitsmöglichkeit für den Winter, dann kämen öü;
Deutscher Reich.
Warenverkauf an Sonn, nnb Feiertagen. Der 3entnnnSabg. Prof. Grebe hat in der Preußischen Lande sversammlung wegen vielfacher Klagen aus ländlichen Bezirken über das Verbot jeglichen Warenverkaufs an Sonn- und Feiertagen artgefragt, ob die Staats»
gon zuständiger Stelle ist bekanntlich an die Nach- M über die bevorstehende Heimsendung der Kriegs- "Laetten ein Kommentar geknüpft, worin betont :rk her sofortige Beginn der Vorarbeiten für die Endung der Gefangenen noch nicht den Beginn st-» ^Abtransportes selbst bedeutet. Die etwas
* 011§ Versailles gemeldet wird, hat die inten
Kommission für den Rücktransport der Wrt. Kriegsgefangenen am Samstag in Pari« *etfte Sitzung im Ministerium für auswärtige ^leaeuheiten abgehalten.
meldet: Es sind Anordnungen zur
dingungen lege der Friedensoertrag Deutschland Strafen auf, die die internationalen Gesetze verletzen. Der Friedenszustand trete jedoch ein, sobald drei Großmächte den Frieden ratifiziert hätten. Die Vereinigten Staaten sollten chren eigenen Frieden schließen. Knox fuhr fort: Ich bin der Ansicht, wir sollten gegenüber Deutschland auf jegliche aus dem Krieg entstandenen Entschädigungsansprüchen vrr - z i ch t e n und dafür sorgen, daß Deutschland statt dessen Kredite erhält. Präsident Wilson hat im Jahre 1917 erklärt, das Kriegsziel der Vereinigten Staaten sei, die Willkürherrschaft zu stürzen und dos deutsche Volk in die Lage zu versetzen, über sein Schicksal zu be- stimmen. Die Vereinigten Staaten müßten aus dem Krieg gehen, wie sie in den Krieg gezogen seien: frei, unabhängig und Herr ihres Schicksals. Knox hob die wertvollen Dienste hervor, die die amerikanischen Untertanen deutscher Abstammung den Vereinigten Staaten geleistet haben. Sie seien froh in den Kampf gezogen in der Ueberzeugung, daß es letzten Endes zum Besten ihrer deutschen Blutsverwandten sei. Statt dessen seien Friedensbedingungen auferlegt worden, die das deutsche Volk nie erfüllen könne.
Französische Rückverlegungen.
Die französischen Besatzungen innerhalb des Kehler Brückenkopfes gegenüber Straßburg wurden zurückgezogen. Es sind über 15 Ortschaften dcS badischen HanaueclandeS, die ein halbes Jahr lang französische militärische Besatzung hatten, von dieser befreit worden. Auch die noch besetzten Ortschaften an der Grenze des besetzten in da« unbesetzte Gebiet haben nunmehr halbe BesatzungSstärken, und zwar ausschließlich weiße reguläre Franzosen.
Auch nördlich von Frankfurt h ben die Franzosen die Grenze der besetzten Zone um eiwa 3 Kilometer zurückverlegt. Die Ortschaften Weißkirchen und Siierstadt sind geräumt, dagegen ist der Bahnhof Weißkirchen nach wie vor besetzt.
Hindenburg über den Tag do» Tannenberg.
Bei einer Kundgebung, welche die Jugend von Hannover am 29. August, als dem Tage Der Schlacht von Tannenberg, vor der Villa Hindenburgs veranstaltete, erwiderte Hindenburg auf die an ihn gerichtete Ansprache:
den und nicht ganz klare Note des Obersten muß dem Wortlaut nach allerdings zunächst so ißt werden, daß die Heimsendung erst begonnen i soll, wenn der Friedensvertrag in Kraft ge- Iflft ton ist und das ist erst dann geschehen, wenn er u wn Deutschland und drei feindlichen Hauptmächten >°zl» Miziert, d. i. genehmigt ist. Hauptmächte sind Ame- 3» äa, England, Frankreich, Italien, Japan. Bisher i)t A faten nur Deutschland und England den Vertrag rafi»
Biri) wahrscheinlich Mitte September damit beginnen. ™ iapan wird abwarten, wie Amerika sich in der heiklen bei» äjontungfrage entscheidet.
Alles in allem kann es also noch lange dauern, bis
Die preußischen Eisenbahnen vor dem Ruin.
Einem Artikel beS Staat sm inisterS Cefer in der „Frmikf. 8tg." über die wirtsckaftl. Bedeutung der Slaatsbahnen ist zu entnehmen, daß die Ausgaben der preußischen Staatseisenbahnen im laufenden Halbjahr 8 Milliarden Mark erheblich übersteigen. Statt 70 000 Arbeiter werden 166 000 in den Werkstätten beschäftigt. Trotzdem sind in der vergangenen Woche mehr Lokomotiven zur Reparatur gekommen als solche aus- gebeffert dem Verkehr zurückgegeben wurden.
Verhandlungen mit den Eisenbahnern.
Im preußischen Eisenbahnministerium finden, wie wir hören, zurzeit mit den Eisenbahnarbeitern Ver- Handlungen über einen Lohntarif statt, liebet eine WirtschafiSbeihilfe wird am 11. September im HauSbaltungsauSschuß der preußischen Landesver- sainmlung beraten werden. Die Nachrichten über einen bevorstehenden Eisenbahner streik baden keine Grundlage. Auch ist e« faftch, daß daS Eisenbahnministerium eine WirtschaftSbeihilfe abgelehnt hätte.
j, Amerika wird der Vertrag gegenwärtig noch nicht mi Senat (nur dieser und nicht das Repräsentanten-
An Düsseldorf find am SamSkag die bürget- lichen Blätter nicht erschienen. Zwischen den Arbeitgebern und den Hilfsarbeitern der Druckereien wur- den Verhandlmigen über neue Lohnfestsetzungen ge. führt. Die Verhandlungen waren schon einer (Einigung sehr nahe, als die Vertreter des sozialdemokratischen Verbandes der Buch- und SteindruckereihilfSarbeitet verlangten, daß lediAich mit ihnen verhandelt werden und eine Teilnahme der christlich organisierten HilfS. arbeitet ausgeschlossen bleibe. Die Christlichorganisier- ten sollten höchstens beratende, aber keine beschließende Stimme haben. Als die Arbeitgeber auf diese Forde, rung nicht eingingen, erklärten die sozialdemokratischen _______,».^^„„.>,1,« u o t c
®ruB^eTfrate in°d^^Ausswnd^ und ihre Besuche der hessischen Regierung in Darmstadt ein.
SäÄ Fr<K handhabe? dik Bucheckercb 1 Ministerpräsident 11 l r i rfi hU
bescher beschlossen, diese Sache auszutragen, die An. erRenntmg der Christlicktorgpuisierten zu lerzivtzngen und bis dahin ihre Blätter nicht erscheinen zu lassen. Auch das Blatt der Mehrheitssozialisten kann nicht er. scheinen, weil es in einem bürgerlichen Betrieb gedruckt wird. So erscheint nur das Blatt der Unabhängigen und Kommunisten.
Strafen. „ . .
* Oelschieferfunde sind m letzter Zelt tn der; Provinz Hannover gemacht worden. Die» eröffnet für die Brennstoffveisorgung völlig neue Aussichten. In Schweden ist bereit» Oelschiefer seit längerer Zeit als Brennmaterial für Hochöfen mit bestem Erfolg angewendet worden. Er besitzt aber der Steinkohle gegenüber den Vorzug längerer Brennt dauer und Geringerer Ä che.
Ein deulsches Flugzeug wurde an der deutschen Grenze in der Nähe von Ratidor, als cs die vereinbarten Erkennungssignale nicht gab, von deutschen Abwehrgeschützen abgeschossen. Die beiden Insassen, Leutnant Rusche und der Beobachter Bizeseldwebel Kiecke wurden getötet.
Neutrale Strohmänner. Das ist das neuste Ge» schäft, um den Profit der Kriegsgewinnler der Steuer- zotige zu entreißen. In der Schweiz, in Holland, in Dänemark haben sich überall Leute gefunden, die für die deutschen Steuerflüchtlinge gegen gute Provision deren Vermögen gegen Steueransprüche in Obhut nehmen, und sie werden dabei von Entente-Kapitalisten Wecker unterstützt. Es ist unmöglich, deutsches Geld, das wegen der Steuer ins Ausland gebracht ist, zu beschlagnahmen, wenn ein Nichtdeutscher als Besitzer sich ausweisen kann . Wer will beweisen, was Schein und was Wahrheit ist? Wer freilich sein Geld nicht vor dem Valutasturz ins Ausland gebracht hat, der muß dran glauben. Jedenfalls sind alle diese Vorgänge! traurig, und das traurigste bleibt, daß die ehrlichen Leute zahlen müssen, während die Kriegsgewinnler mit dem weiten Gewissen sich vorgesehsn haben.
* Belgische Mordtaten. Dem „Vorwärts" wird zuverlässig gemeldet: Beim Siegesfest der Belgier in Krefeld verlangten belgische Soldaten in einem Gasthause, daß die Marseillaise gespielt würde. Da der Kapellmeister sich weigerte, sie zu spielen, zwang man ihn mit o o r g e h al t e n e m Revolver dazu. Als darauf sämtliche deutsche Personen das Lokal verlleßen, warfen die Belgier mit Gläser nach ihnen. Dies verbat sich der Koch am Büfett und, deshalb schoß ein belgischer Soldat nach ihm, fehlte ihn, traf aber das Büfettfräulein tödlich. Fast gleichzeitig wurde ein junger Deutscher e r s ch o s s e n, als er seine Schwester holen wollte, die mit einem belgischen Soldaten auf der Straße sprach. Der Belgier zog feine Waffe und schoß den jungen Mann über den Haufen. Solch« Fälle sind keine Seltenheiten. Nur bringen sie wegen der scharfen Zensur nicht in die Presse. Strafverfolgung tritt natürlich nicht ein.
Streif in der Papierindustrie. Sie Arbeiter der Papierfabriken des Hirschberger Tales sind wegen Ta- risstreitigkeiten in den Ausstand getreten. Sämtliche Papierfabriken stehen still. Es streiken etwa 15001 Arbeiter.
Bei einer Haussuchung im Wiener kommnuisti- scheu Parteisekretariat verhaßtere die Polizei die! beiden deutschen Kommunisten Franz Beckenbauep und Ewald Erzberger. Die Verhafteten tourber" nach München zur Aburteilung gescbafft.
Die deutschen Seeleute, die an der DersenkunW der deutschen Flotte bei Scapa Flow beteiligt toaren^ haben die englische Regierung gebeten, ebenfalls be«! straft zu werden, wenn Admiral v. Reuter für seine Handlungsweife zur Rechenschaft gezogen werde»! sollt-.
Deutsches Kali für England. Die englischen Blätter melden, daß innerhalb der nächsten 14 Tage 40 000 Tonnen Kalisalze in England erwartet werden, , die die britische Regierung von Deutschland gekauft 1 habe und deren Wert auf einige 100 000 Pfund Sterling geschätzt wird.
Bulgarlen. Nach einer Meldung au5 Sofia hat der französische General Franchet d'E perey ange» ordnet, daß ganz Bulgarien durch französische Truppen bis zur Ratifizierung des Friedensver- träges besetzt wird. In Sofia, Warna und Schumlch kam ei bei der Entwaffnung der bulgarischen Truppen zu Zwischenfällen.
* Der Zwist zwischen Wilson und dem Eenem wegen der Schantungfrage ist dadurch verschärft worden, daß der amerikanische Gesandte in China, Dr. Reinich, zurückgetreten ist. Er hatte China, die Rückgabe von Schantung als Gegenleistung füv die chinesische Kriegserklärung zugesagt.
Im Elsaß wurde ein sozialdemokratisches Flugblatt in Massen verteilt, das die schwersten Anklagen gegen di« französische Regierung erhebt, der es vorwirft, daß sie iurdj ihre Mißwirtschaft die soz. Ordnung zersetze. Bon den französischen Behörden wird auf dieses Flug- blatt energisch Jagd gemacht und die Verteiler wurden verhaft«. In ben letzten Tagsn sind neuerdings bedeutende militärische Verstärkungen nach Dem Elsaß (je-
ter Vertrag satzungsgemäß in Kraft tritt. Wenn man jm *tlen Wllen hat, kann man aber auch die Note so ™ «siegen, daß der Rücktransport beginnen soll nach W km gemäß der Note oordatierten Inkraft-
Die Kohlennot.
Sn Berlin hat die Stillegung von Betrieben wegen Kohlenmangels schon ihren Anfang genommen. Die Aktiengesellschaft Ludwig Löwe (2800 Arbeiter) hat vorläufig ihren Betrieb geschloffen. Ob in dieser Woche die Arbeit wieder ausgenommen wird oder ob die Stillegung andauernd wird und weitere Kreise zieht, hängt von der Zufuhr in den nächsten Tagen ab. Die städtischen Elektrizitätswerke, die für viele Tausende von mittleren und kleinen Betrieben die Kraft und das Licht liefern, stehen auch verzweifelt vor ihrem hinschmelzenden Kohlenrest.
Am Freitag fand deshalb in Anwesenheit von Vertretern der Ministerien, des Reichskommissars für Kvh- lenverteilung sowie der Gewerkschaften eine Besprechung mit der Groß-Berliner Industrie und den Elektrizitätswerken über die Folgen des bedrohlichen Kohlenmangels und die erforderlichen Maßnahmen statt. Man kam grundsätzlich zu dem Enffchluß, die Indu» ftrie auf 70Prozent des bisherigen Durchschnitts» verbrauchs an Kohlen einzuschränken. Wenn Betriebe jedoch auf die Nachtstunden verlegt werden können, sollen sie jedoch 85 Prozent des bisherigen elektrischen Stromes benutzen dürfen. Die vollständige Stillegung der Groß-Berliner Industriebetriebe kommt noch nicht in Betracht, doch darf nicht verkannt werden, daß die Lage mit jedem Tage ernster wird. Zurzeit wird die Frage besprochen, ob durch Verringerung der Arbeitszeit in den einzelnen Betrieben eine fühlbare Ersparnis cm Kohlen erziell werden kann. Die Kohlennot greift so wett und so hoch, daß sogar die Regierung sich auf sie beruft bei der De- gründung ihres Entschlusses, auf den Umtausch der Banknoten und Kassenscheine zu verzichten. Wir tonnen die neuen Geldscheine nicht Herstellen, weil die Papierfabriken und die Druckereien nicht über die nötige Betriebskraft verfügen.
Am ersten ist es noch angängig, den Verbrauch da einzuschränken, wo er dem Luxus dient, vor allem, wo Licht und Kraft für Vergnügungszwecke gebraucht werden. In den Gasthäusern kann man sich mit weniger Licht behelfen. In den Kinos und Der- gnügungslokalen erst recht; es ist sogar kein Unglück, wenn diese Anstalten zum großen Teil zeitweilig still liegen. Die Spielklubs, die in Berlin üppig emporschießen und ein großes Aergernis geworden sind, ver- brauchen sehr viel Licht, da sie nur in der Nacht leben, man sollte sie überhaupt unterdrücken. Auch in den Privathäusern läßt sich viel sparen, da wir uns in neuerer Zeit an eine Lichtverschwendung gewöhnt haben, die über bas rechte Maß hinausgeht. Im näch. sten Winter werden wir mehr für die Heizöfen sorgen müssen, als für die strahlenden Lampen. Wer früh, zeitig zu Bette geht, Hilst sich selber und dem Gemein- wohl.
Die Hauptsache bleibt immer, daß die Streiks aufhören. Sonst müssen wir erfrieren und verhungern.
Die Sohlenlieferung für dir Entente.
Es ist gemeldet worden, daß sich die Entente vorläufig mit der Halste ihres Anspruchs bescheiden will, wenn Deutschland nicht mehr liefern kann. Falls wir 108 Millionen Tonnen Kohlen jährlich fordern, sollen wir 20 Millionen (statt der vorgeschriebenen 40) ab» I liefern. Wird in Deutschland mehr gefördert, fir er
höht sich die Ablieferung verhältnismäßig. Wird weniger gefördert, so verpflichten sich die Gegner nicht schon auf eine entsprechende Ermäßigung des Tributs, aber sie wollen doch darüber verhandeln.
Ob die Herabsetzung der Lieferungssorderung wirf» lich der gegenwärtigen, so ungeheuer gesunkenen deut- schen Leistungsfähigkeit sich anpaßt, darf bezweifelt werden, immerhin scheint es doch ,als ob die Entente von dem blinden Eifer der Rache- und Beutepolitik in realpolitsche Ueberlegung und Mäßi- gung zurückkehren will. Man hätte ja die Unmöglich- feit der vollen Kohlenlieferung zum Vorwand für weitere Vergewaltigung und sogar für den Vormarsch über den Rhein machen können. Wenn darauf ver- zichtet wird, so wird wohl die Erkenntnis entscheiden, daß Frankreich und feine Genossen bei der Vernichtung des deutschen Wirtschafts- und Staatslebens noch weniger erlangen würden, als die Hälfte des ausbedungenen Tributs . Dem Huhn muß das Leben gelassen werden, wenn es goldene oder schwarze Eier legen soll. In Verfolg dieser Erkenntnis kann man sich allmählich wieder aufschwingen zu dem Standpunkt der natürlichen Interessengemeinschaft der Kulturvölker, Auch Frankreich und Deutschland müssen trotz aller alten und neuen Gegensätze den nachbarli- chey Verkehr wieder in gedeihlichen Gang bringen, wenn Europa einen wirklichen Frieden bekommen soll.
Inzwischen müssen wir alle, auch die Bergleute, uns bewußt bleiben, daß die Vermehrung der Kohlen- förderung die dringendste Forderung der Gegenwert ist und daß wir bei dieser Arbeit kaum zu einem Fünftel für das Ausland tätig sind, mit mehr als vier Fünftel des Ertrages unsere eigene Wohlfahrt und die Zukunft der Nation retten können unb sollen.
Der Pfälzer Putschversuch-
Die die »Park. Pol. N." hörcft, wird die politische Lage in der Pfalz von berufener Seite nach wie vor als ernst beurteilt. Wenn auch der neue Putsch in Lud. wigShaftn mißlungen ist, so darf doch die von Dr. Haas und Genossen en nachte Bewegung auf Begründung einer Republik »Freie Pfalz" keinesfalls als ab- fletajn Helten. Arzu ist die materielle und moralische Unterstützung, he die Franzosen den Absplitterungs. beftrebungen zuteil werden lassen, viel zu nachhaltig. Die Hochverräter finden fortgesetzt bei der französischen Militärbehörde eine so starke Rückendeckung, daß auch weitere bewaffnete Putschversuche für die nächste Zeit im Bereiche der Möglichkeit liegen. Die jüngsten Vor- kommnisse in Ludwigshafen sind Übrigens ver- otnzelt geblieben. In den anderen pfälzischen Städten hat sich nichts Besonderes ereignet.
Die starke Erregung, die die Vorgänge in der Nacht zmn Freitag in Ludwigshafen hervorriefen, ließen cS Wohl dem französischen DLilitäsbehörden geraten erscheinen, dem Verlangen der Arbeiterführer nachzuge- ben und die Abhaltung einer öffentlichen Versammlung zu geflattert. Diese fand am SamStag im überfüllten Saale des Gesellschaftshauses statt. Die Redner nah. mtti kein Blatt vor den Mund und kennzeichneten unter vielen zustimmenden Zwischenrufen die Gewalttätig, leiten, unter denen seit Monaten die pfälzisch« Bevöl. kcrnng zu leiden hat. In einer Enschließung wurde gefordert: sofortig« Gewährung bet VersammlungS- imb Pressefreiheit für die deutschen Behörden, fofor. ttge Befreiung der verhafteten Beamten unh Arbeiter und Entschädigung der Opfer des Gewaltattes. Sollten diese Forderungen bis Montag nicht erfüllt werden, so soll der Generalstreik in der gesamten Pfalz erklärt werden. Am Samstag wurde in allen Betrieben gefeiert.
Dr. Dorfen wieder verhaftet.
Das „Hamburger Fremdenblatt" erfährt aus Köln: Bei einer Dortragsrelfe wurde Dr. Sorten in Bit- burg in der Eifel verhaftet, nach Koblenz transportiert und dort von den amerikanischen Besatzungsbehörden ausgewiesen. Dem »Präsidenten" ist es also bei den Amerikanern nicht besser gegangen als kürzlich bei den Engländern.
Sozialdemokratischer Terror.
re!en des Vertrags. Gern möchten wir eine Be- fcgung dieser Auslegung in der oben mitgeteilten Reibung von der unmittelbar bevorstehenden Heim» foibung unserer Landsleute aus englischer unb amen« iwscher Gefangenschaft sehen. Mit Sicherheit Ist bie Mische Bedeutung des Entschlusses des Obersten »ter aber auch jetzt nach nicht zu erkennen. Leider I bie Unsicherheit noch verstärkt worden durch ben Michen Hinweis ber Note, daß bie ,^vohlwollenbe N®g nur bann von Dauer sein wirb, wenn bie
Regierung unb bas deutsch« Volk alle ihnen Mqmden Verpflichtungen erfüllen". Das klingt Pk fo, als ob man Ae Rücksendung ber Gefangenen »s Drucf= unb Zwangsmittel benutzen wol- «, um jeden Augenblick sagen zu können: „Wenn ihr RJ nicht leistet ober unterlaßt, so sistieren Eu -''Transport eurer Gefangenen!" Die ohne- M ichon so schwer geprüften Gefangenen als G e i s e In wäre boch höchst ungerecht und geradezu
Immerhin ist angesichts ber Drohung ber Note mit S °°rauf hinzuweifen, baß bas beutsche Volk ar» t—..en.rcmS an bem Wiederaufbau seiner Probuk- WPWt. Sonst kann es feine Verpflichtungen BvTulen’ und bann können bie Heimtransporte werden.
te ,aP Streiks unb Tumulten beteiligt, muß rsiuX. oin.’" baburch zur Ve r lä n g e- hoeteiJJ \e‘"en der Kriegsgefangenen unb ihrer "wrigcn beitragt
für Oesterreich. |fc hat Rat der Alliierten ist jetzt endlich fo. Efc.?'1’ Text des öfter reichen Friedensver-
9i n t'11 Die Ueberreichung erfolgt am
he Äfft Dif österreichische Delegation hat fünf Antwort. Die Unterzeichnung soll am ■ Sie St. Germain ftotifinben.
S ter Per^t. besagt der Vertrag unter anderem, W habt itoar wele Forderungen Oesterreichs
* Stsin fcr.nei«, daß er aber trotzdem nicht
M Deichs wünsche und aus diesem Grunde h» k, die Entschädigungen Vollmachten ae. Ren » C* Ausführung des Vertrages Milde- J» Sagt ftnanziellen Kraft unb wirtschastli. Wrt he- .erntreten zu lassen UebrigenS
N »Bf k;, die letzte noch vorhanden« Hoff.
Deutsch.Tirol-, Ä WWen»^^? Einheit dieses Landes mit dem ven nt r I^nnno ansspricht i»:id überdies den 68 die natürliche Grenze Italiens be.
ra"6 flor Zur Sprache gekommen.
brinot einen ausführlichen der k- en*nommenen Bericht über das vom >7 6 r |ut auswärtige Angelegenheiten vorgenom- '"kte, ^°"hör Lansings über die 14 E25marlfien ^chantungregelung, das Verfahren gegen WR» Kaiser und den Vertrag zwischen
? eWe und den vereinigten Staaten. San-
. des Verfahrens gegen den Kaiser, E.Swgt Kommiffionsmitglieber, die sich mit F»; daß eht fassen hätten, wären ausnahmslos der L58! bi. » S^yiifieä verfahren nicht möglich KS fcittfinbH.1084 des Senators Borah, ob ein Ver° »^Sefavt nerO.t$e' fagt Lansing lächelnd, das habe i*r mjt™' die Frage des Senators Iohnfon, ob A«^äsitz Handlungen in Paris die 14 Punkte |7f 8aniino;n V? 3ur Sprache gekommen feien, er« glaube nicht." Senator John- lieben ie darum handelte, daß auf den
I Sl' a 611 * n ,rotr<)en mußte. Lansing erwiderte: BfRUgtn r.S'01erinnere." Lansing erklärte ll-'Mjer L * Ansicht nach hätte Japans Unter» kiüori* Ätrt)unÖ5cetfta9 auch ohne die Ent- Schantung- erfolgen können.
®*e Sfimme ffit Deutschland.
I n ° $ erklärte im amerikanischen Senat, Staaten sollten es ablehnen, deq
I Montag 1. September 1919. | Sr.’ÄÄXlÄWih
Beranftrerttich fit den «dakttsnellen teil: Karl Schütte, fit die Anreizen: I. Parzeller, Autttcu — Rotationsdruck
aer
200. |
9