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Fuldaer Aertung

Dr»ck der Fulda er rlctiendruckerei in Fulda

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!Mt suZgebaut wer-

Nitteilsnges der YSdtilcheu

VshrArgsMtteLsteLe.

DrttelkvrrkeNung.

Am Montag den 25. August für folgende Straßen: Langebrückenstraße, Lichtweg, Maberzellerstr^, Dom­dechanei, Domplatz, Frauenberg, Klosterweg, Manen- straße, Elisabethstraße.

legenheit zum Beichten, 9 Uhr Hochamt und Predigt, nachmittag- 2 Uhr Andacht und Auflegung der hl. Reliquien. An den Wochentagen ist morgens 7 Uhr Gottesdienst lytb Gelegenheit zum Empfang der hl. Sakramente. Alle Gläubigen denen die Reliquie der hl. Ottilia mtt der vorgeschriebenen Segnung auf­gelegt werden, können einen Adlatz von 50 Tagen ge- Winnen, wenn sie mit reumütigem Herzen bct.n: Hl. Ottilia bitte für un$! Am Sonntag selbst voll!. Ablaß.

Gvaagelifcher VottoSdirast.

Sonntag, 24. August. Vormittags 8 Uhr Pfr. Weber, 9>/> Uhr Snp. Ruhl, 11 Uhr Kindergottesdienst.

Ehrlichkeit.

Ich hefte bestimmt, daß bei Durchführung des jetzt qingeschlagenen Verfahrens sich sehr angenehme Ueber- raschur.grn ergebet werden. Deutschland wird dann bei allaemeiner O-ffenherzi^eit viel reicher dastehen, als es selber zu glauben wagt, und das wird wesent­lich miihelfen zur Rettung aus unseren weltwirtschaft­lichen Nöten. "Wenn auch die Ehrlichkeit und die Ge- wiMiSruhe dabei pcositieren, um so bejfer.

M 193.

e-«tstag, 23. August 1919.

rit-rlu«gea H- << des Sshlsnawtes. -

Literarisches.

* «Das deutsche Volk, einig in seinen Stämmen und von dem Willen beseelt, sein Reich in Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuern und zu festigen, dem inneren und dem äußeren Frieden zu dienen und den gesellschaftlichen Fortschritt zu fördern, hat sich eine Verfassung gegeben." Eine TextauSgabr ist in Karl ScymannS Verlag, Berlin W 8, zum Preise von 1.10 M. erschienen.

Bei den hohen Lebensmittel - Preisen sind die Pilze für die Volksernährung von besonderer Wich­tigkeit, da ihr großer Gehalt an Eiweiß und Nähr­salzen sie den Gemüsen gleichstellt. Zur Erkennung der eßbaren und schädlichen Pilze ist im Verlage von I. F. Schreiber in Eßlingen a. N. soeben ein äußerst praktisch angelegter, von Professor Dr. Dam­mer bearbeiteter Taschen-Atlas erschienen. Der Preis beträgt nur 7 0Pfg. Wenn keine Buchhand­lung erreichbar ist, kann der Taschen - AtlaS gegen Einsendung vorstehenden Betrages in Briefmarken, bei mehreren Exemplaren entsprechend mehr, direkt vom Verlage bezogen werden. DaS Büchlein ist wirklich sehr preiswert und praktisch. Dr. Kr.

das aufgrund eines Planes von 1698 und nach Ein­tragung des damaligen Flußlaufes in den heutigen Lageplan zu dem Ergebnis kam, daß dort also zu Ende des 17. und im 18. Jahrhundert eine starke Flußkrümmung sich befand, die fast im rechten Winkel von Nordosi nach Südwest verläuft, zu deren Schutze die Pfähle saschinenartig mit Geflecht und Reiserpack- ungen verfehrn, vielleicht gesetzt worden sind. Es wäre demnach also die Ausgrabung als ein etwa 200 Jahre alter Uferschutz anzusehen, der durch natürliche Flußanschwemmungen und künstliche Auf­tragungen so tief unter die jetzige Talsohle geraten ist.

23. August 1919.

Ausgabe von Sraakenmehl in der städtischen Ver- kauf. stelle^ 6}e harten N r.7501 bis 7750,

Freitag an die Karten Nr. 7751 bis 8000,

Ausgabe von Zwieback und Keks in den KonfcKo. reien von Rattler und Thiele:

Dienstag an die Karten Nr. 5501 bis 5/00,

In der nächsten Woche entfallen auf die laufrr.de Fettkarte 30 Gramm hiesige Butter zu M 5, bezw. jt 5,20 das Pfund oder 30 Gramm Auslandsbutter zu M 7,20 das Pfund, sowie 30 Gramm Aus'ands- vflanzenfett zu M 10, das Pfund. Die Krau.rn- karten werden mit hiesiger Butter bedient.

Abgabe an die Verbrauäwr: Freitag und Samstag.

Ausglws an die Geschäfte: Donnerstag Vormittag bei der Nahrungsmittelltelle.

Duttcrausgabe: Dounerslag Nachmittag m der Molkerei.

Im Schlachthof wird jetzt täglich Schwarlenmagev aus Pferdefleisch zu dem rrrnäMen Preise von 2 2HL das Pfund verkauft.

Ausgabe von weißem Auslandsmehl zu 80 Pfg. das Pfund. Das Mehl ist durch Sonderkarte 4 sofort in den Geschäften oder Bäckereien anzumelden. Ab- qabeschluß: Dienstag den 26. August bei den Geschäft ten; Mittwoch den 27. August bei der Kartenkontrolle. Gegeben werden 500 Gramm auf die Karte.

In der Verteilung Nr. 5 wird noch Marmelade ausgegeben-, auf den Kopf entfallen etwa 250 bis 500 Gramm. Preis 1,30 M das Pfund. Es wird drin­gend empfohlen, die Marmelade zu übernehmen und selbst eingekochte Drotauflage zu späterem Bedarf auf- zubewahren. , . ...

Die den Geschäften fehlende Menge Marmelade ist von diesen sofort bei der Nahrungsmittelstelle anzufor­dern; die Lieferung erfolgt durch die Nahrungsmittel­stelle unter Anrechnung des tatsächlichen Inhaltes der Gefäße.

Sonderverleilung für stillende und werdende Müller.

Die Karten hierfür werden am Donnerstag (28. August) vormittags in der Kartenausgabestelle gegen Nachweis der Bezugsberechtigung ausgegeben. Die Ware 1 Pfund Bienenhonig zu M 5,50 und eine Einpfunddose Schweinefleisch zu M 3,--ist am

selben Tage in der städtischen Verkaufsstelle bezw. in der Metzgerei Franz Schultheis, erhältlich. Die um 6 Uhr nicht vorgelegten Karten sind verfalle«.

Die Ausgabe von Bollmllchkarlen für den Monck September findet am Dienstag und Mittwoch in der Kartenausgabestelle gegen Nachweis der Bezugsbe- reckitigung und Vorlage des Lebensmittelausweises statt. Sämtliche Milchkarten sind den Milchverkaufs- itsllen sofort zur Voranmeldung zu übergeben.

In den hiesigen Geschäften zu haben:

Reis, das Pfund zu 2,90 M.,

Sarloffelwalzmehl, das Pfund zu 60 Pfg.

Bestellungen von Geschäften an die Nahrungsmittel­stelle.

Von Montag ab ist in der städtische» Verkaufsstelle condenflerle, gezuckerte Bollmilch in Dosen gegen Vor­lage des Lebensmittelausweises zu haben. Preis M 5, die Dose.

An die Milchverkaufsstellsn.

Die Milchkarten für September sind der Karten­kontrollstelle am Donnerstag spätestens nachmittags 5 Uhr einzureichen.

.«kragen in der

neuen ReichSverfasiung.

«edw Dransfeld, Mitgl. d. d. N.

' ^undlegende Bestimmung für die Frauen- - Lr Verfassung muß der zweste Satz des Ar- bezeichnet werden: Männer und Frauen grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte ifMten". Damit ist die Gleichberechtigung der » im Prinzip ausgesprochen. Dosgrundsätz- jr aber die heutige Gleichberechtigung der Frauen EL ihrer früheren Rechtslage nicht etwa unter» l-T sondern einschränken, abschwächen, Ausnah- Ehtfertigen. Es können also auch in Zukunft in Ätzaebung die Frauen von öffenllichsn Rechten Mosfen bleiben, die den Männern zustehen. Das- auf dem Gebiete der staatsbürgerlichen Ickten. Es gibt gewiße staatsbürgerliche Pflich- ,7 in erster Linie die Wehrpflicht die den ' Bruals auferlegt werden können, well die Sin» Jrtita eine andere Pflichtenverteilung vorgenommen

Die Frau dient körperlich und seelisch mit all jfraft dem Nachwuchs unseres Volkes h) ganz $ Weise als der Mann, für den also Kräfte und aimgsmöglichkciten nach anderer Richtung hin leiden.

e dem Artikel 108 ergeben sich die westeren ichen Rechte der Frauen, die entweder wörllich bmgemäß in der Verfassung enthalten sind. Es [i sich dabei im wesentlichen um das Frauen- echt und um die Zulassung der Frauen zu äffent- fiemtern.

Zulassung zu den öffentlichen Aemtern Artikel 126 in folgendem Satze:Alle Staats- . ohne Unterschied sind nach Maßgabe zefttze Und entsprechend ihrer Befähigung und Leistungen zu den öffentlichen Aemtern zuzulas-

Der Zusatzohne Unterschied" hebt also mit ^verständlicher Deutlichkeit für die Zulassung zu sittlichen Aemtern auch den Unterschied des Ge- les auf. Nun ist unbedingt festzuhalten, daß für mfe öffentliche Aemter sich in erster Linie der n und zuweilen auch ausschließlich der Mann eig» daß dagegen in anderen öffentlichen Aemtern die B weibliche Kraft zu besonders wertvollen Lei­en befähigt ist, weil die entsprechende Betätigung h und arbeitstechnisch ihrer Eigenart entspricht, stoerständlich sind diese Aemtergruppen nicht deut- zu unterscheiden, sondern durch fließende Grenzen mit; und betreffs der besonderen Eignung von nein und Frauen für diese Aemtergruppen wird manche Meinungsverschiedenheit auch aus parla- orischem Boden auszufechten sein. Dabei müssen gerade die Frauen festhalten, daß in der Besetzung öffentlichen Aemter ebenso wie in der gesamten ischen Führung der Vorrang des Mannes unbe- ,en bleibt; aber unbestritten > bleibt natürlich ebenso andere: daß Frauenkraft auch im öffentlichen Leben , bei weitem nicht genügend ausgenützt wird.

Freilich fetzt die Natur selber der vollen Auswirkung Fiauenkraft im öffentlichen Leben Schranken, ifächlich wenn sie ihrnähere Pflichten", nämlich lienpflichten, auferlegt. Und es zeugt von tiefster , wenn die Frauen selbst gerade nach dieser Rich- Hin die Grenzen ihrer Kraft erkennen und sich frei- ' an Beschränkungen binden, die keine Verfassung abnehmen kann, weil sie eben in ihrer Natur ndet liegen. Diese Bindungen sollten aus dem ffen der einzelnen kommen; aber die Masse hat r auch äußere Bindungen gebraucht. Und zu i gehört Ehelosigkeit der Beamtinnen. Bis heute ch der Staat als Arbeitgeber gegenüber seinen Be- nen durchweg das Recht vorbehalten, bei einer t das Arbeitsverhältnis zu lösen. Soweit dabei itiflte Ansprücke auf ein Ruhegehalt verloren ge­mühte dieses Recht des Arbeitgebers fteilich eine andlung erfahren. Aber an sich war die Praxis, welcher die Beamtin bei chrer Heirat ihren Posten -ß, zweifellos zu billigen. Dieser Vorbehalt für Tätigkeit der Frau in öffentlichen Aemtern muß e fehlen; denn ein Satz in Artikel 127 der Verfas- ! forbert:Alle Ausnahmebestimmungen gegen mche Beamte werden beseitigt." In Zukunft müf- also mit der verheirateten Lehrerin, der letroteten Post- und Telegraphenbeamtin usw. rech- Damit hat die Frau allerdings schematisch die 'chkn Rechte wie der Mann; aber diese glei- -äechte können und werden mit Sicherheit, "es sich dabei um größere Ziffern von Beamtinnen

~ zur Folge haben: eine Schädigung des Be- weil die verheiratete Frau im natürlichen Lauf Ege ihn nicht fo ausfüllen kann wie der Mann; Schädigung der Familie, der für den größten Teil Tages die Gattin und Mutter entzogen bleibt; eine wgung der Frau selbst, die unter dem Doppelberuf

mehr Stolen ausgeben, und tu egen des Uebermatzes von ungedeckten Noten mußte der Wert der deutschen Mark immer tiefer sinken. Die Geldhamsterer wir­ken also wesentlich dazu mit, daß wir alles, was wir vom Ausland kaufen, drei oder viermal so teuer bezah­len müssen, tote früher. Damit toird zugleich die Teue­rung im Inland« weiter gesteiqett; an die Teuerung schließen sich die fortwähranden Lohnkämpfe; die Streiks führen zu Tumulten, zur Verminderung der Mter- erzeugung und zu weiterem Mißtrauen des Auslandes. So toirbS je länger, je schlimmer.

Heraus mit dem Geld! Nicht etwa zum BeNschenkcn, nein, zur sicheren Anlage auf Zinsen.

Ja, davon mutz ich dann Steuern zahlen, fagt der Hamster. Freilich mußt du dem Kaiser geben, was des Kaiser ist, oder, wie es jetzt heißt, der Republik, was der Republik ist. Jeder soll nach seinen Kräften bei- steuern. Ueber deine Kräfte wirst du nicht herangezo­gen werden, denn du sichst ja schon an den bisherigen Steuergesetzen, daß die Nationalversammlung und die Regierung die schwächeren Schultern nach bester Möglichkeit schonen will. Wenn du auch nicht gerade ein Krösus bist, so kommst du immer- noch glimpflich davon. Berechne mal, du Lbervorsichtiger Hamster, was du bisher schon an Zinsen verloren hast. Ist es nicht ein besieresGeschäft", wenn du dein Geld ans Tageslicht bringst, ehrlich deine Steuern bezahlst und dafür bte Zinsen einstreichst? Dann bist tu auch von den Sorgen erlöst, die dir das versteckte Geld macht. Du brauchst keinen Verlust, keinen Diebstcchl, keinen Brandschaden zu fürchten rmd auch keine Entdeckung durch einen Steuerbeamten. . .

Aber die anderen brücken sich ja auch bwt_ der Steuer, sagst du zur Einschläferung deines Gewissens. Wasandere" Böses oder Dummes tun, kann dich nicht rechtfeftigen. Im übrigen wird, es mit der Steuerdrückerei fortan schlecht bestellt sein. Die Ge­setzgeber haben schon die kräftigsten Maßregeln teils getroffen, teils vorbereitet, um alles steuerpflichtige Vermögen und Einkommen zu erfassen. Wo bisher die Stenereinschätzung mit einer gewissen Gemütlich­keit betrieben würde, da wird künftig mit scharfer Brille und strenger Hand einbegriffen. Die ganze Steuerverwaltung soll nämlich fortan durch eigene Reichsbeamte betrieben werden, überall nach denselben Grundsätzen und in gleichmäßiger Gerechtig­keit. Das ist ein großer Fortschritt, um den sich alle diejenigen freuen können, die bisher schon ebrltch klariert und b«ahlt haben. Tie Drückeberger werden freilich sich atgißn; abex daZ schadet nichts. Im Kr-

der Beamtinnen- und Familientätigkeit notwendig zu- fammenbrechen muß, wenn sie nicht den einen oder den anderen Beruf vernachlässigt; eine Schädigung der Volksgemeinschaft, die an oollgüllig ausgefüllten Be­amtenposten einerseits, am gesunden Wachstum der Familien anderseits ein wichtiges Lebensinteresse hat und die insbesondere durch das entgegenstehende In- tereffe der Beamtin, ihre Familie möglühst klein zu halten, benachteiligt wird; und endlich eine Schädigung der Frauenarbeit, da sich notwendigerweise eine Re­aktion gegen die Anstellung von Beamtinnen über­haupt geltend machen wird, wenn die steigende Ziffer der Verheirateten unter ihnen steigt.

Es sei bei dieser Gelegenheit ausdrücklich erwähnt, daß die Frauen des Zentrums mit ihrer Fraktion gegen den genannten Satz des Artikels 127 gespro­chen und gestimmt haben.

Eines aber ist durch die Artikel 126 und 127 wohl für alle Zeit ausgeräumt: daß sich gegen die weib- lickeVorgefetzte jemals wieder ein solcher Sturm erheben könnte, wie wir ihn, insbesondere in der Frage der weiblichen Leitung höherer Lehranstalten für Mäd­chen und Frauen, erlebt haben, zuletzt noch bei Ver­handlung entsprechender Petitionen im Januar 1918 im Preußischen Abgeordnetenhouse. Wenn die Ver­fassung bei der Zulaflung zu öffentlichen Aemtern kei­nen Unterschied des Geschlechtes mehr anerkennt, son­dern nur noch Desähigung und Leistungen als Maß- stab gelten läßt, wenn die Behörden alle Ausnahme­bestimmungen gegen weibliche Beamte streichen müssen, dann wird man als Beweismittel gegen die weibliche Vorgesetzte nicht mehr das Geschlecht auf der einen Seite unö die männliche Würde auf der anderen Sette anführen dürfen, um auf diese Weise die Beamtinnen von den kettenden Stellen fernzuhalten.

Die neue Reichsverfassung hat der deutschen Frau soviele Freiheiten gegeben, wie sie keine andere Frau der Wät besitzt. Diese Freiheiten stehen fteilich zu­nächst auf dem Papier, und die lebendig fortschreitende Gesetzgebung mag noch Einengungen und Beschrön- ftingen in Hülle und Fülle bringen. Dennoch muß die deutsche Frau heute schon zeigen, daß die ihr gewährte weitgehende Freiheit sie reif genug findet, um sich freiwillig zu binden: an die geheiligten Pflichten jenes Berufes, der mit ihrem Geschlechte verbunden ist, MenschenbUdnerin, Serlen-Pslegerin, Helfenn der Menschheit zu sein.

Km dem RaMargevirr.

(?) AuS der Rhön Tie Stadtratssitzung in Neustadt a. d. S. beschäftigte sich u. a. mit der Errichtung von Kraf tivagenverbindungen zur Erschließung der Rhön und Verbindung der Eiseybahnendpunkte Bischofsheim (Rhön)Gersfeld Wildflecken und Ausbau der Saaletalbahn. In Zeitlofs bei Brückenau wurde ein Schleichhändler abgefaßt, der 2 Säcke mit Rauchfleisch in einem Jauchefaß durchschmuggeln wollte. Vom Gericht wurde er zu 6 Wochen Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe verurteilt. Bestimmungsort für dar so appetitlich verwahrte Fleisch war Frankfurt a. M. Auch in Bad Kiflingen ist eine Spielhölle in Betrieb, wo Berliner Kriegsgewinnler und Spieler ihr Geld los werde« können.

[] Frankfurt a M. Zum erften Make findet in Frankfurt a. M. vom 1.15. Oktober eine Inter- nationale Einfuhrmesse statt. ®te kann vom AuS- und Inland, von letzterem mit Erzeug­nissen aller Art, auch mit Luxu-waren, beschickt werden. Das Meßamt der Einfuhrmesse hat bei den verschiedenen zuständigen Behörden weitgehende Erleichterungen für Besch ckung und Besuch der Messe beantragt Die Messe wird m der Festhaüe untergebracht.

;;Aus Thüringen. Bei Arbeiten zur Hörselregu- lierung war man auf eine Anordnung von Pfählen ge­stoßen, die auf eine Pfahlbausiedelung hinzu­deuten schienen. Das Eisenacher Stadtbauamt nahm sich mtt Eifer der Ausgrabung an und sieß den Spezia­listen für Pfahlbauausgrabungen, Prof. Donderau, Fulda kommen. Leider konnten die spärlichen Funde (Tierknochen, Tonscherben, Hirschgeweihe) keine Unter­lagen für das Vorhandensein einer vorgeschichtlichen Siedelung bieten. War doch auch das System der Pfähle derartig unregelmäßig, daß der Gedanke an prähistorische Pfahlbauten fallen gelassen werden mußte. Blieb noch die Annahme eines alten Flußübergangcs gegeben, der in früherer Zeit vielleicht das Süd- und Nordufer des Flusses in der Richtung des jetzigen Eich- Hölzchens-Frankfurterftraße verbunden hätte. Dieser Gedanke, der nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen war, erhielt aber eine starke Beeinträchfigung durch die Nachforschungen des städtischen Sauamtes,

Sttttlen-GLtao Riesig, 24 Sngnst 1919. Sonntag früh 7 Uhr Austeilung der hl. Kommunion und Ge­genteil! Fe mehr verstecktes Vermögen ober, verheim­lichtes Einkommen aufgestöbert toirb,, desto höher wird der Gesamtertrag der bisher beschlossenen Steuern, so daß toir von weiteren Erhöhungen der Steuerlast ver- scholft bleiben können. Und ein großer Vorteil liegt noch darin: Wenn das Ausland sieht, daß in Deutsch­land noch rocht viel steuerfähiges Vermögen und Ein« kommen vorhanden ist, fo genießen toir Miedet mehr Kredit, die deutsche Mark bekommt _ wieher höheren W-rt, die Teuerung läßt nach, und schließlich sparen toir in der billigeren Lebensführung toieder heraus, was toir an neuen Steuern zahlen urußtevi.

Darum gehl mein Ratschlag dahin: toir müssen all­zumal die Hamsterei und bte übrigen Kniffe der Steuer" flucht mifgeben und ehrlich bekennen, was toir haben und einnchmen. Ehrlich tvährt am längsten. Gin gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen. Auch ein gutes Steuengetoissen. Wenn du mit Heimlichkeiten ober gar strafbaren Lügen arbeitest, so kannst du nicht frei und front zum Himmel empor oder in die Augen ,der Beamten schauen. Die Furcht vor Entdeckung und Bestrafung wird fortan noch empfindlicher sein, da das Auge des Gesetzes jetzt mit aller Schärfe spähen will. Besonders ist noch zu beachten, daß die E r b s ch a f steuer jetzt nach allen Regeln der Kunst ausgebaut h den soll. Solltest du bis zu deinem Tobe, alz Drücke­berger burchkommcn, so wird dann bei der Aufnahme des"Nachlasses die Hinterziehung offenbar werden, und dann gehi an Strafe mehr verloren, als du erspart zu haben glaubtest. 3erger und Schande gibiS dann obendrein. _ ,,

23ic man bte Sache auch betrachten mag als Thrift, als Staatsbürger oder als berjtänbiger Haus­vater, das beste ist offenbar, daß man mit den alten Kniffen und Listen auf dem Steuergebieis Schluß macht Was bisher gefehlt worden ist, wird ja mit dem Mantel des Generalpardons bedeckt Anklagen oder Nachzahlungen sind nicht mehr zu befürchten. Also einen dicken Strich durch die Unsitten der 33er. gangenheit und die entschlossene Rückkehr zur vollen

Unpolitische ZMSuse.

R. ver lin, 20. August 1919.

T®®»? freue sch mich, wenn ich sehe, daß hier wieder einmal ein Posten Wertpapiere oder fiUeuen abgefaßt ist, die inS Ausland gefchmug- loEen. Schade tim jeden Steuerfluchlling, Kftaßt wird! Neulich Hal ein Schmuggler ein benutzt, um ein fürstliches Vermögen nach "n zu bringen, und hat in der Not ohne die abreifen müssen, so daß das unsaubere Ge- flciä;eitert war. Andererseits hat die Berliner ; "nen Drückeberger, bet auf der Eisenbahn ein

In die Schweiz bringen wollte, auf einem (S verfolgt und in Nürnberg glücklich abgefcrn.

mühte es all den Drückebergern und ihren .ergehen, denn e§ ist eine Niedertracht, wenn Pf Deutschland erworbene ober ererbte 83er-

Ausland bringt, während das bedrängte alle Steuerkraft feiner Bürger so bitter» gebraucht, um sich vor dem Slaatsbankroft HC- 3US kleinlichem, kurzsichtigem Eigennutz berübt am Vaterland und zugleich schnö- un den Volksgenossen, denn die anderen 8t5?ti!'en WieM-h um so stärker bluten, je mehr Bürger ihr Vermögen verschleppt haben, fteue ist mich, wenn tie Nationalversamm- L,'e Regierung jetzt kräftige Maßregeln gegen st ecken von Geldvorräten ergrei- ^chutuggel über die Grenze kann nur von 1 rj Leuten versucht werden, weil die Betriebs- , hoch sind. Tas Hamstern von Bank- tn ,, über leibet auch im Mittelstand umb sogar Hein? .?1 Schichten betrieben. Auch eine von 3" Anfang des Krieges wurde leid > -e,rte Zeitlang bas Hartgelb namentlich das 4t V-° "lügenhaft in Truhen 'umb Strümpfen jtg' -T? Mangel an Umlaufsmitteln entstand. Jn- M "g? wir auf das Papiergeld gekommen. Eine nach der anderen wurde geprägt und 5 Ein sehr großer Teil fit in die besetzten *rftäAv ttT dus. weitere AqÄand gewandert. Die gflu- "Wen meinen aber. Laß wenigstens 4 bis 5 itjg < °on Banknoten und Kassenscheinen in die riet Hamsterer geraten sind. Dieses Ver- : töricht, weil die Leute ihre Zinsen verlie- M st aber auch verderblich, denn die Reichsbank ihrer Hamsterei um fünf Milliarde^

Amtliche Anzeige«.

Das Reichsmimsterium hat durch Verordnung vom 15. Juli 1919 (Reichsgefetzbl. S. 647) angeordnet, daß a) beim Verkauf von Schlachtvieh durch die Vieh-

Halter der Preis für 50 Kg. Lebendgewicht nicht übersteigen darf:

1) Schlachtkälber« im Alter unter 3 Monaten M. 120,.

2) Schlachlfchrverne« 150,.

b) daß für den Vorverkauf von Ferkeln und Läufer- fchweinen durch den Diehhalter als Richlpreis gilt bet:

1) Ferkeln bis zum Gewicht von 15 Kg. für das Kg Lebendgewicht ein Preis bis zu M. 10,.

2) Läuferfchweiue« im Gewicht von mehr als 15 Kg. für das Kg. Lebendgewicht ein Preis bis zu M 6' <

Diese Trichkpreise gelten bei dem gewerbsmäßigen wie bei dem nichtgewerbsmäßigen Kauf und Verkauf von Ferkr n und Läuferschweinen. _

D>eie Verordnung tritt mit öim Tage der Ver­kündigung 'n Kraft. Da die Verordnung euthfttvude Rummei' 135 des Reichsqesetzblattes,- Jahrgang 1919, z« Berlin am 19 Juli 1919 ausgogebsn worden ist, giü dieser Tag als Tag der Verkür-digung.

Kassel, den 26. Juli 1919.

Bezirksfleischstelle Kassel. Wird veröffentlicht.

Fulda, den 16. August 1919.

Im Einvernehmen mit dem Arbeiterrat. Der Landrat: Frhr. v. Doernberg.

Sottesdtenftocdnung.

Saiholifcher SlotleSdievst.

Zulda. Tom. SamStag abeno» 8 Uhr Ttibuum zu Ehren des HI. Bonifatius, Predigt und Andacht. Die Andacht hält einer der HoLwürdigften Herren Bischöfe. Stabtpfarrlirche. Samstag abends 8 Uhr Andacht zum hl. Bonifatius.

Sonntag,24. August. Do«. (Pottiunkula-Rblaß.) AR, 6, >/,7 u. 7 M., i. d. 6 M. Korn. d. »tistl. Mütter- Vereins, 8 Pfarramt, >/,10 feierliches Pontifikalamt durch Seine Eminenz den Erzbischof von Köln und Predigt, /il2 M. m. Pr, i/i2 Michaels,Bruderschaft, 2 Chrl., /«3 Vers. d. christl. Mütterverein», 4 Pr. u. A , 7 A. i. d. Morienk. (Montag abend»/iS Rosenkranz-A.) GtadtpfarrNeche. Diözesanmonatskollekte. Portiunkula- Ablaß, v'/i Kom., S'/. M., 6»/« M. u. Kom. f. d. Mütter- herein, 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.), 9Vi Pfarramt u. Pr., 11 M. u. Pr. (2. Schulgd.), 9/i Chrl f. d. Jüngl. i. d. Seberik., IV, Chrl. f. d. Jungfr., 2V, Bruderschaft vom hl. Erzengel Michael, 3V« A. f. d. Mütterverei«. Pfarrkirche ,um heiligen Geist», 'kl Äom., 7 Früh«., 8 Pr., Amt m. Som., Vi5 Chr., SA. Sodali.St. VilO. Srveriklrch». Sonntag» l/i7 St , werktags 6 St. Michael»kirch». 2 Bruderfch. v. d. 7 Schmerzen Marien». Hrrz-Jefn-Hrim. 6 Frührn., 8 Amt m. Pr., 2 8. (Mitt- woch abends 8 A.) grauend,rg. 5,A6, V,7 u. 7 M., 8 Rofenktanzm. m. Pr., 9 Hochamt m. Pt., nach«. 2 A. m. Segen.

Montag, 25. August, grauend,rg. Fest d. hl. König» Ludwig, Bek. u. Patton d. 8. Orden». Ablatztag f. alle Gläubigen. Um 8 Levitenamt f. d. 3. Orden. Nach«. V15 feiert. Vesper m. salram. Segen. General- abfolution f. d. Tertiären.

A»r OSerhsFen unv de« htff. klemierrr.

# Treysa. Dieser Tage gelang es dem Gendarme­riewachtmeister Nolte aus Ziegenhain, am hiesigen Bahnhof einen Berufshamsterer abzufassen und ihm 4 Steigen Eier, die er für Wucherpreise er- standen, zu beschlagnahmen. Beim Berhör gab er an, daß er in einem Schwalmdorfe das Fleisch von 3 ge­heimgeschlachteten Kälber nach Frankfurt a. M. ge- schasst habe.

vermischter.

Gtit zweimaliger Einbruch wurde in letztet Woche in die Marienkirche in Hannover verübt. Ten Tätern fielen vier Kelche in die $5<Hk, von denen zwei silbervergvldete eine Widmurig an den ehemaligen Staatsminifter Ex. Dt. Wrndthorst trugen. Gbenso wurde von den Einbrechern ein Reliquiar erbeutet, das ein Geschenk Papst Leos XIII. an Windihorft war. Bon den Tätern fehlt jede Spur. Die Dürftenkirche ist bekanntlich eine Gründung Windthorsts, der hier auch seine letzte Ruhestätte gefunden hat.