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jn der großen Waldzone westlich von Fulda ist der «mmelsberg mit 489 Meter Erhebung der hervor- §aend'te Punkt der östlichen Ausläufer des Vogelsber-
2er Unterbau ist der Buntsandstein, welchem L'der Westseite tertiäre Bildungen aufgelagert sind.
die Witte des 19. Jahrhunderts wurde hier Braun- Llenbergbau betrieben. Als jüngstes geologisches Ge- Me erscheint eine Basaltdecke, die teilweise dem Bunt- ^»stein, teils auch den tertiären Bildungen aufgelagert E; he ist schon stark in der Verwitterung begriffen. IL tertiären Tone wurden ehedem von Häfnern in gfapfcn») Eiesel gewonnen. Da, wo der tertiäre Ton Soge liegt, können die Niederschlagswaffer nicht nach ^ Untergrund gelangen; infolgedessen gedeiht hier frf lustiger Höhe in üppiger Fülle eine ganze Reihe Äscher Sumpfpflanzen. Für die ehedem in dein ertjen Forst, dem alten Zunderhard, heimischen Wild» Meine waren diese Sumpfsenken ein gern gesuchter Menthaltsort, zumal auch der Buchen- und Eichen- t-stand des Himmelsberges für die Borstentiere reich- 2k Wast lieferte. Diese Sumpfstellen liegen ungefähr
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Samstag, 23. August. Vorabendgotte-dienst 6,45, morgens 7,30, nachmittag»4,3O,Sabbatbau«aang8,15Uhr.
Montag Fasttag. Gottesdienst 12,20 Uhr mittags.
Wochengottesdienst: morgen- 6,30, nachmittags 6,30, abend- 8,0ö Uhr.
Ueberall da, wo der Leichnam des Heiligen auf seiner letzten Fahrt von Mainz nach Fulda während der Nacht oder der Mittagsrast niedergesetzt wurde, sollen die Gläubigen Kreuze errichten oder Kreuzka- pellen erbauen, so forderten die Mönche das christl. Volk auf. Entlang der Antsan-via in der Wetterau ist Wolff den Spuren dieser Kreuze und Kirchen nachgegangen mit dem bekannten Erfolge. Wolff hat seine Svezialuntersuchungen in dieser Hinsicht bis in den östlichen Vogelsberg ausgedehnt.
In der Nähe des Gunzenauer Horstes traf die diesseitige Tracierung mit der Wolfsschen zusammen. Die Antsanvia führte, wie berichtet, am Nordsuße des Himmelsberges nach Klein heiligkreuz.
Wem verdankt, so erhebt sich nun die Frage, Kleln- heiligkreu; seine Entstehung? Eine Urkunde vom Jahre 1348 berichtet vom Einsiedler Hermann von Hammelburg, der dort den Boden gerodet, eine Kapelle erbaut und so der Gründer von Kleinheiligkreuz geworden sei.
Aeltere schriftliche Nachrichten über den Ort sind nicht bekannt.
Unwillkürlich fragt man: Wie kommt der Einsiedler Hermann zur Wahl dieser Stätte? Als Siedelstelle ist der Platz am Süd-Eingang des Finstergradens wohl geeignet, zumal nur wenige Meter entfernt eine beute noch fließende Quelle reichlich Wasser liefert. Ob der Durchgangsverkehr um die Mitte des 14. Jahrhunderts hier in der Nähe des Schnittpunktes der beiden Straßen noch ein reger war, bedarf noch näherer Untersuchung. Wäre es der Fall, so hätte unser Einsiedler „an den Weg" gebaut und der Beweggrund zu seiner Gründung würde hinfällig. Biel wahrscheinlicher wird die Gründung von Kleinheiligkreuz, wenn wir sie in Beziehung bringen mit der Ueberführung des heil. Märtyrers Bonifatius nach Fulda. Mehrere Gründe zunächst hypothetischer Natur sprechen hierfür. Der Leichenzug führt zu Land ab Hochheim auf der oben bezeichneten Strecke nach Fulda. Höchstwahrscheinlich ist am letzten Tage die Wegestrecke Niedermoos-Kleinheiligkreuz-Fulda zurückgelegt worden. In Niedermoos mar bei der letzten Ueber- nachtung Gelegenheit für die Verpflegung von Menschen und Lasttieren, insbesondere war dort Wasser reichlich vorhanden. Auf der Strecke Niedermoos- Kleinheiligkreuz fehlen dagegen ausreichende Quellen, die Straße ist hier ein ausgesprochener Höhenweg.
Die Quelle von Kleinheiligkrmz sowie die nahe „kalte Lüder" boten bei der letzten Mittagsrast wieder reichlich Gelegenheit für die Verpflegung von Menschen und Tieren. Es blieb dann für den Rest des Tages immer noch eine Leistung von 3 bis 4 Wegestunden.
Wenn nun dis Mönche die Gläubigen aufforderten, an den Raststellen Kreuze und Kapellen zu errichten, so werden sie selbst mit gutem Beispiel da voran gegangen sein, wo der Leichenzug gewissermaßen heimischen Boden betrat. Der Lieblingswunsch des Heiligen war es doch, in feiner Erlöserkirche an der Fulda begraben zu fein. Jetzt ist er an der Grenze der Karlmannschenkung angekommen, also bereits auf dem Boden des fo reich bedachten Klosters.
Auf Grund der vorstehenden Erwägungen gab der Hochwürdigste Herr Bischof Dr. Joseph Damian Schmitt von Fulda die Erlaubnis zu einer Untersuchung mit dem Spaten an der heutigen Kapelle von I Kleinheiligkreuz. Die noch nicht abgeschlosienen Grabungen begannen im Mai d. 3s. Der jetzige Bau ist 1696 von dem späteren Fürstabte Adalbert von Schleif- ras errichtet worden. Es galt nun zunächst an den Grundmauern dieses Baues den Versuch zu machen, Mauerwerk aus früherer Zeit nachzuweisen. Am meisten Erfolg versprach ein Versuch in den beiden Winkeln, welche von den Chormauern und den Ostmauern des Langhauses geblldet werden. Der auf der Südseite des Chores angesetzte Versuchsgraben führte in I 50 Zentimeter Tiefe tatsächlich auf ein älteres Mauerwerk, auf welchem die Schleifrasmauern ruhen. Beide I Mauerkörper sind zunächst nach ihrer Technik grundverschieden: die jüngere Schleifrasmauer ist ein solides Bruchsteinmauerwerk mit ausgezeichnetem Mörtel; die tiefere, ältere Mauer ist aus Feldsteinfind- lingen, darunter Basalten, zusammengesetzt, als Mörtel diente kalkfreier, sandiger Bachschlamm aus dem nahen Gieseler Graben. Ueberraschend unter den Steinfindtzngen sind, die Basaltblöcke; da die nähere Umgebung aus mittlerem Vuntsandstein besteht, können die Basalte nur vom Himmelsberg herbeigeschleppt sein. Neben diesem Unterschied technischer Natur unterscheiden sich beide Grundmauern sodann in -hrer Flucht: im südlichen Chorwinkelpunkt ragt die Außenfläche der älteren Maner 20 Zentimeter vor, auf ungefähr 6 Meter östlicher Entfernung beträgt diese I
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Freitag, 22. August 1919
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Katholischer SottrSdieaft.
$u!be. Dom. Freitag und Samstag abeuos 8 Uhr Triduum zu Ehren des hl. Bonifatius, Predigt und Andacht. Die Andacht hält einer der Hochwürdigsteu Herren Bischöfe. — Stadtvfarrkirche. Freitag und Samstag adendS 8 Uhr Andacht zum hl. Bonifatius.
von Nahrungsmitteln ein Ende zu bereiten, und mit der, Verwirklichung dieses Planes in naher Zeit ganz besttmmt rechnen, verstehen nicht die Arbeitsunlust die bei uns herrscht. In Amerika heißt es überall, Arbeit schändet nicht, und wer nicht arbeiten will, der muß eben hungern. Unsere deutschen Landsleute sensoits des Ozeans haben schon ost hart arbeiten müflen, bis sie drüben zu etwas gekommen sind, aber sie rühmen sich dieser Vergangenheit, die ein Leweis für ihre Tüchtigkeit ist. Und darum schütteln sie den Kovf, daß sich Deutsche bei der großen Not ihres Vaterlandes der Arbeit entziehen. Die Ueberzeugung von der Arbeits- uotwendigkeit, die die Grundlage der amerikanischen Größe ist, hatten auch wir. Und wenn wir sie nicht wieder, bekommen, dann bleiben wir für immer zurück. Das ist eine einfache Geschäftsrechnung. Wer stets auf dem Sprunge ist, überholt Len Saumseligen. a
— Heber die Ideale der Kinder bat ein Gelehrter an 800 Schulkindern in Belgien, die im Alter von sieben bis sechzehn Jahren standen, sehr interessante Aufzeichnungen gemacht. Er fragte die Kinder, welcher Person aus ihrem Umaange oder aus ihren ~tnbien sie Wohl gleichen möchten und was ihnen d größte Freude bereiten würde. Die größeren Kinder mußten die Fragen in Form eines schrift- lichen Aussatzes beantworten. Von den Kindern im Alter von sieben Jahren erblickten über 60 Prozent ihr Ideal noch im Vater oder in der Mutter. Mit zunehmendem Alter wurde die Urteilsfähigkeit ent. sprechend der erweiterten Gedankenwelt aber immer selbständiger und schärfer. Von den Drei» zehnjährigen hielt nur noch ein Kind; ein Mädchen, am Ideal der Mutter fest! Vom elften Jahre an fanden die Knaben ihre Ideale an den Helden der Geschichte, die Mädchen jedoch zu 48 Prozent noch immer an Personen ihrer Umgebung. Auffallend war nun aber, daß fast alle Mädchen von sieben bis sechzehn Jahren ihr Ideal in Per onen des andern Geschlechtes erblickten, bei den Knaben betrugen die „weiblichen" Ideale aber schon im 12. Jahre nur norsi 10 Prozent, vom zwölften Jahre an — Rull! Rttchtum war allen Mädchen ein schätzens» werter Besiu, rährcnt die Knaben schon vom dreizehnten Jahre gr darin nichts besonderes Ideales erblichen! ' fw.
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heiligkreuz . Hermannseiche (ösüich am Himmelsberg), Niederröder-Höhe - Zell . Fuldafurt (jetzt Brücke westl. der Schule) in K o hl- haus - Künzell - Lanneshof - Böckels - Milseburg - Grabfeld.
Wie schon hervorgehoben, kann hier auf Einzelheiten nicht eingegangen werden; aber die alten Gräbergruppen, die frühgeschichtlichen Befestigungen, die Splitter- stmde, die Flurnamen, die vor der sogenannten Verkoppelung in den fünfziger Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts angefertigten Meßtischblätter des kur- heffischen Eeneralstabes mit den teils jetzt verschwundenen alten Wegen und ganz besonders die Verwanüt- schaftsbezichungen des gesamten Fundinventars von der Periode der Schnurkeramik bis herunter in Die fränkisch- merovmgische Epoche legen ein beredtes Zeugnis für diese alten Wege ab. Hierzu kommt noch, daß in den großen Waldzonen, da wo Pflug und Egge nicht verwischend wirkten, sich die alten Wegerillen oft, weit, abseits der neuen Wege in mehreren Parallcl- linien dicht neben einander nachweisen ließen.
Neben diesen beiden ost-westlichen Durch- gangsstraßen konnte auch eine nord-südliche nachgewiesen werden, die im Gegensatz zu den vorhin kurz skizzierten ausgesprochenen Höhenstraßen, in ihrem Laufe sich vielfach als T al st r a ß e dokumentiert, es i|t die ßtnie Hersfeld-FuldafurtbeiUnter- tuegfurt - Sandlofs - Fraurombach - Lüdermünd - Kämmerzell - Horas - Fulda-Bronnzell-Löfchenrod-Brückc- nau-Hammclburg. Auf dieser Straße hat der hl. Sturmius von Hersfeld aus feine dritte Reise südwärts angetreten, um die Ställe für das neue Kloster 3» suchen. Immer da, wo Bäche in die Fulda münden, forscht er nach dem vom hl. Bonifatius ihm vorbezeichneten Ort: am Rombach, am Krätzbach, am Gieselbach: Endlich findet er die geeignete Stelle im Mündungswinkel des Waidesbaches in die Fulda und pflanzt dort als erster in Buchonien das Kreuz.
Die Bonifatiusquellen an dieser Strecke bei Pfordt und Horas halten die Erinnerung an jene Zeit bis auf unsere Tage wach. An der Fuldafurt bei Kämmerzell traf Sturmius badende Slaven, die auf der Antsanvia von Thüringen nach Mainz ziehen; oberhalb der Gieselmündung, da wo heute das schon genannte Schulhaus in Koblhaus steht, ist der alte Ortesweg heute noch gegenüber der Fuldafurt scharf eingeschnitten, dort traf Sturmius einen Reifenden, der von der Wetterau nach dem Erabfeld zog.
Beim drohenden Sachseneinfall flüchteten die Mönche mit den Gebeinen des hl. Bonifatius südwärts in der Richtung nach Hammelburg, kehrten aber von Bronnzell aus nach Schwinden der Gefahr mit den hl. Gebeinen ins Kloster zurück.
Differenz bereits 65 Zentimeter. Diese Unterschiede ii der Mauertechnik und der Mauerflucht beweisen dem- nach, daß die Schleifraskapelle über einem früheren Bau errichtet ist, jedoch hat man die alte Flucht nicht beibehalten. Beim Verfolgen des älteren Zuges ostwärts brach dieser jäh ab. Auf der nördlichen Chorseite waren die Versuche in dieser Hinsicht ergebnislos. Da außerdem, wie durch die Ausgrabungen einwandfrei feftgefteHt ist, unter Schleifras umfangreiche Planierungen um die heutige Kapelle vorgenommen wurden, so werden weitere Grundmauern der früheren Stapel« lenbauten auf dem freien Gelände nicht mehr nachge- wiefen werden können; sie liegen höchstwahrscheinlich | unter dem jüngeren Bau.
Es erhebt sich nun die Frage nach dem Alter ber freigelegten älteren Mauer. Nach den innerhalb des Fuldaer Klostergebietcs an den allen Grundmauern der Karolingerzeit gesammelten Beobachtungen kann unsere ältere Mauer nicht aus dem achten Jahrhundert, also aus der^Zeit der Ueberführung des hl. Bonifatius stammen. Würden die bau- kundigen damaligen Benediktiner eine Kreuz tapelle ‘ gebaut haben, so würden die Grundmauern der letzteren ein solideres Mauerwerk darstellen. Die freigelegte alte Mauer macht in ihrer primitiven Technik ganz den Eindruck eines nicht von zünftigen Bauleuten hergerichteten Werkes. Es kann demnach der alte Mauerkörper sehr wohl aus der Einsiedlerzeit des Mönches Hermann herstammen.
Der Nachweis einer Kreuztapelle aus Karosingerzeit an der letzten Raststätte des Leichenzuges ist demnach bis heute nicht gelungen. Es fragt sich nun, ob an ihr ein Kreuz errichtet war, das der Stätte den Namen gegeben hat. Auffallend ist zunächst, daß der Name nicht auf eine Kapelle, sondern auf ein Kreuz himveist. In der näheren Umgebung wird die Stätte auch kurz „Heiligkreuz" bezeichnet. Ferner ist folgendes zu erwägen: Hermann von Hammelburg war Mönch in der Propstei Johannesberg, an der der Ortesweg vorüberführt. Am Ortesweg liegt auch 12 Km. nordwestlich das Kloster Blankenau. Es ist anzuneh- I men, daß Hermann zwischen Johannesberg und Blankenau, also auf dem Ortesweg, verkehrt hat und I auf diesen Wanderungen ein Kreuz an unserer Stätte gesehen hat. Ob Hermann noch eine Tradition unter den Fuldaer Klosterleuten über diese letzte Raststätte und ihr Kreuz gekannt hat, steht dahin. Jedenfalls I würde durch die ausgesprochenen Annahmen zunächst I schon einmal die Wahl dieses Ortes für die Einsiedelei I erklärlich gemacht.
Waren diese Annahmen richtig, so mußten nun bei den diesjährigen Grabungen Funde zu tage kommen, I die einen Aufenthalt von Menschen an dieser Stätte vor der Zeit Hermanns bezeugen. Erfreulicherweise
I haben sich nach dieser Seite hin die gehegten Erwar- tungen erfüllt. Neben dem keramischen Material des späteren Mittelalters und des 18. Jahrhunderts fand sich eine Anzahl Scherben, die nach Form und Technik vollständig ubereinftimmen mit jenen, die gelegentlich der Ausgrabungen im allen Benediktinerkloster in den Kullurschichten aus der ersten Klosterzeit gefunden wurden. Hiermll ist der Nachweis erbracht, daß schon im und 9. Jahrhundert Beziehungen zwischen dieser Stätte und dem Kloster bestanden haben: Ander Quelle von Kleinheiligkreuz halber Leichenzug zum letzten Male größere Ra st gehalten. Die Errichtung eines Kreuzes anbieferStätteergibt s i ch nach berälufforberungber Mönchedamit von selbst.
Welchen Weg schlug nun ber Zug mit ber Leiche des hl. Bonifatius nach dem Kloster Fulda ein?
Zunächst ersteigt die Antsanvia am Südrand des Finstergrabens die Höhe 430 und wendet sich dann nordostwärts in ber Richtung nach dem alten La Ttzne Ringwall am Heidenküppel bei llnferbimbarf). Auf biefer Strecke wird die alte Straße von bem oben beschriebenen Verbindungswege Hainzell - Fulda in ber Nähe ber Schnepfenkapelle geschnitten Von Kleinheilig'rcuz bis ungefähr zur Schnepfenkapelle wird sich demnach ber Kondukt noch auf ber Antsanvia bewegt Haden, um am oben genannten Schnittpunkt die Richtung nach Osten einzuschlagen über Rodges nach der alten Fuldabrücke. Auf dieser Strecke begegnen wir noch mehrfach alten und neueren Kreuzen und auch einer Kreuzkapelle. Der Schulzenberg mit stein- zeitlichen Grab- und Wohnfunden heißt heute bei den Umwohnern noch der Kreuzberg und die alte Kapelle, die vor ber jetzigen Herz-Jesn-Kapelle auf ber Höhe stand, hieß die K r e u z k a p e l l e. Am Südhang des Schulzenberges laufen die alten, in den harten Kalkfels eingefurchten Wegerillen von Westen nach Osten. Weiter nach Osten über den Heiligenberg ziehend, hat sich da, wo diluvialer Lehm dem harten Kalkfels aufgelagert ist, ein tiefer Hohlweg im Münster- selb eingeschnitten, ber in feiner östlichen Fortsetzung der alten Brücke in schnurgerader Richtung zustrebt. Nahe östlich ber „Deutschen Eiche" unterschneibet ber alte Weg die jüngere Straße Fulda-Haimbach und zieht nun durch bas Fuldatal nach ber oben mehrfach genannten Brücke hinüber nach dem Klostergelände. Auf dieser letzten Strecke: Kreuzberg-Heilige nberg-Münfterfclb, alte Fuldadrücke wird auch im Juli 754 jener für Fulda so bedeutungsvolle Leichenzug einhergegangen sein, ber unseren Glaubensvater nach der von ihm selbst gewünschten letzten Ruhestätte im jungen Salvatorkloster brachte. Dieser Weg war für die Gläubigen Fuldas stets ein „Wallweg" Die Bürgerschaft der Stadt veranstaltete bis ins 18. Jahrhundert an den beiden Kreuzfesten Prozessionen mach dem Schulzenberg. Die marianische Bürgersobalität wallfahrte ehedem jährlich nach Kleinheiligkreuz. Und auch heute noch, besonders feit ber Wiederherstellung des Schleifrasbaue? durch den bi- fchöfsichen Stuhl in Fulda pilgern Familien und Vereine gern nach bem idyllisch gelegenen Kirchlein in ber Walbeinsamkeit.
Frommer Wallfahrer — ober froher Wandersmann, führt dich dein Weg in ber Folge wieder einmal zum hl. Kreuz im Zunderhard, bann gedenke auch jenes denkwürdigen Leichenzuges, ber Fuldas Kleinod von dort zum Kreuzaltare der Erlöferkirche geleitete!
Fulda, 15. Aug. 1919. I. Donderau.
fjausmeier Karlmann eine Landfchenkung an das Inge Kloster; dieses geschenkte Land umfaßte ein Ge- M von ungefähr 10 Kilometer Halbmesser im Um- te. Heber die Schenkung wurde auch eine Urkunde «gestellt, in welcher die Grenzen nach damaliger pfte genau umschrieben sind: Der Lauf ber Gewäs- -str, ihre Quellen und Mündungspunkte, scharf auf» Wgende Bergkuppen bildeten für diesen Zweck unver» wbare Grenzmarken. Unter diesen Richtpunkten an >ier Westgrenze der Karlmannschenkung nimmt nun der Aimmelsberg einen wichtigen Platz ein. Der betreffende Weil der Erenzbeschreibung lautet:
B.. ... 6on bet Mündung des Bimbaches Mn ine Silber bei ter Wieseumühle in Oberbimbacb) »»dessen Ufer aufwärts bis zur Quelle Her Kottenbacbguelle, so heißt der Bimbach in seinem werl-wse, südöstlich des Forsthauses Kleinlüder), darauf über den Weg, welcher Aritfan- Ma heißt, darauf auf den Weg, welcher Vrtsw-g genannt wird (von der Kottenbach» Melle durch den Finstergraben nach Kleinheiligkreuz), Ion da nach dem Wildschwein sumpf auf Jem Himmelsberg (also der eben beschriebenen Mmpmelll — von der Bimbachguelle bis Punkt 489 Wie fast schnurgerade Linie.)
HNach diesem Wortlaut ergibt sich, daß am Nord- W $C5 Himmelsberges sich auch zwei Handelsstraßen Weiten, die nachweisbar von der jüngeren Steinzeit Ft ben Durchgangsverkehr vermittelten; sie dienten Wh zur Zeit der Klostergründung und darüber hinaus 8® st^udel und Wandel. Da nun für die gesamten gutaitiomunqen die alten Handelsstraßen überhaupt Mhochster Bedeutung sind, so kann es uns nicht pinoer nehmen, wenn schon seit mehreren Jahrzehn- S Erforschung der Routen jener am Himmelsberg M schneidenden Wegezüge betrieben wurde. Es soll r? aus die Methode der Tracierung dieser Wege Weganxen werben, es fei nur mitgeteilt, daß nach W bisherigen Gefamtuntersuchungen der eine Weg, ■^genannte Antsanvia, folgenden Lauf hatte: Winz-Hochheim' - Allenstadt - Gedern - Nieber-Moos- ?Wr$eller - H e llb er g-H öcker-Westhang MHimmelsberges - Kleinheiligkreuz- infs tDon, ll.nterbimbach - Trätzhof- W ofurt, jetzt Brücke bei Sämmersell» - Neunharbts-Kirchhasel-
E ’ Pferbsdors - Vach a-Ersurt.
l a/Jx 6cr sogenannte Orts weg, führte Ul^ach über den Vogelsberg nach Sitten« »in,Schlechtenwegen - Blankenau» Ky®P*Surt am Schlagberg - Klein-
"d ich« ichstllich ber hl. Bonifatius durch feinen Schü-
Auch Verbindungs st raßen dieser Durchgangswege konnten nachgewiefen werden, fo besonders für Fulda wichtig ein Zug, ber von Hainzell über Kleinlüber nach bem Schnepfenhof, Rodges zwischen Haimberg unb Schulzenberg hindurch über bas Münsterfeld nach einer Fulda- drücke westlich des heutigen Priesterseminars über ben alten Fuldalauf führte. Diese Fulbabrücke wurde ausgegraben 1909-10 unb ist nach ben gehobenen Fun- ben basiert von der La Tznezeit bis in die fränkisch- merovingische Epoche. Ein Tongefäß, dem 3. Jahrhundert n. Chr. angehörig, stand noch auf dem Brückenbelag. Zur Zeit der Ausgrabung hatte die Brücke noch ihre Tragsähigkest, insbesondere das schwere Eichenholz; sie wird auch in der Zeit ber Klostergrünbung bekannt gewesen unb benutzt worden sein. Der über diese Drücke führende Verbindungsweg konnte in östlicher Fortsetzung vorn alten Heertore (ber heutiaen Hofschmiede) aus nachgewiesen werden durch römische Münzfunde und die zweimalige Flurbezeichnung am „Rinnweg" in ber Richtung nach Künzell-Lanneshof.
Die vorstehenben Ermittelungen lagen in ihren Hauptzügen fest, als Prof. Wolff-Frankfurt seinen in Fulda viel zu wenig beachteten Auffatz in der Zeitschrift „Alt-Frankfurt" über „Des Bonifatius letzteFahrtdurchdieWetterau" veröffentlichte. Es ist ein bleibendes Verdienst des Nestors hefsen-naffauifcher Altertumswiffenschaft den archivalisch wie archäologisch gelungenen Nachweis für die Wegeroute des Leichenzuges des glorreichen Märtyrers erbracht zu haben.
Ganz von selbst war hiermit der Fuldaer Lokal- forschung .ber Anreiz gegeben, innerhalb des diesseiti- gen Arbeitsfeldes ebenfalls den Spuren jenes Leichen- -mges nachzugehen. Durch Vermittlung des Henn Geheimrates Schuchardt-Bersin stellte die Rudolf-Vir- chow-Stiftung eine beträchtliche Summe für die weiteren Forschungen in dankenswerter Weife zur Verfügung. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen, aber schon läßt sich folgendes sagen:
es auch wahrscheinlich, welche die säuerliche Zubereitung „erfunden" haben. Im alten Rom war die Frucht so beliebt, daß man sie genau fo kultivierte wie jetzt, und zu jeder Jahreszeit Gurken verspeisen konnte. Gute, reise Gurken schmecken vorzüglich, sie kühlen und stillen den Durst, besitzen sie doch allein 97 Prozent Wasser. Diesen Saft, aber auch die Körner sollte man niemals wegtun, sie erhalten eine beträchtliche Menge Eisen unb Phosphorsäure, bie sich leicht assimilieren, d. h. in den Körper übergehen. Die saure Gurke schmeckt säuerlich infolge der durch Gärung erzeugten Milchsäure. Dieser Milchsäuregehalt macht bie saure Gurke namentlich empfehlenswert für Zuckerkranke und solche, bie es nicht werden wollen, sie leistet also allen Menschen ausgezeichnete Dienste.
— Warum Haven die Deutschen vier Fahre laug gesiegt? In einem Artikel der „Times" beschäftigt sich dessen Verfasser, mit den „Geheimniffen ter deutschen Siege". Er gibt also zunächst einmal die deutschen Erfolge zu, was gewiß sehr hübsch von dem Manne ist. Aber , da die Engländer nach seiner Ansicht in der svortlichen Vorbedingung, in der Ausrüstung, in der Bewaffnung, in aller sonstigen Versorgung nicht zuletzt in der Moral (I) und in der Tapferkeit (') den Deutschen weit überlegen sind, so muß der bisherige lang- fährige deutsche . Erfolg eben ganz wo anders zu suchen sein. Und dieses Geheimnis entdeckt besagter Kritikm in — der deutschen Führung! Nicht nur aiterlennt er die Strategie Hindenburg und die Tatti? Ludendorffs, sondern er rühmt, daß feder Offizier, bis zum jüngsten Leutnant hinab ein vollendeter Stratege sei, und das wieder führt der gute Mann einzig und allein darauf zurück, daß sich in Deutschland feder Halbwegs gebildete Mensch, besonders aber feder Osftzier, eifrigst mit dem Schachsviel beschäftigt! Schon unter den höheren Schülern gäbe es kaum einen, der sich nicht diesem „Kriegs- soiel" widme, bei dem es Festungen, Läufer. Jnfan» terie, Kavallierie und in den Türmen und in der Dame sogar „Ferngeschütze" gäbe. Den Gegenbeweis führt der Verfasser dadurch, daß viele der besten eng- ftschen Diplomaten auch gute Schachspieler seien, z. K. Sonar Sato _ usw. Sonach haben die Deuffchen ihre Siege der eifrigen Beschäftigung mit dem Schachspiel zu verdanken. _ =as
— Tie Deutsch-Amerikaner, die eine großartige Organisation ins Leben gerufen haben, tt.; der Unterernährung .in DeursH.ani) durch eme Z?«ffer>«nfuhr
W Aleiyes KeuiAetor?.
ISÄ tteü,e Briesporto, das 20 Pfennige für Üb P1 Getvicht bis zu 20 Gramm betragen
jtid h,:9t UnS ein großes Stück zu dem Zustande E, e ‘er 61 ttor 1866 bestand. Damals mußte für EBf ^LQUJ bie Entfernung von 10-15 Meilen .gezahlt werden, und weitere Strecken Ktr bemessen. Fritz Reuter erzählt
Wrstüd>"L?°^^*' ein Btzief aus feiner
» Auhagen in Mecklenburg nach Paris Ktta ^Igte. Das ist durchaus keine lieber» ItrL 'Ja Frankreich betrug das Briefporto vor /ittg 20 Centimes = 16 Pfennige kanten ber großen Graupen, der
tetioit "21berzähne, die uns als Kriegsnahrung h oft 8ttei^ wurden und die wir wohl auch t 6in‘°S!nen werden, kann eine sehr vielseitige tafa. Magen verträgt die großen
löt gut, sie lassen sich auch schwer zer- weiften Haussrauen mahlen sie daher M ro in der Kaffeemühle klein, es entsteht Iwirf. Trutze, die aber auch noch nicht leicht fit: trt 'T' l°bQB diele Nährstoffe verloren gehen. M sind' 010:1 kocht die großen G.aupen so, ■gtL.0/ recht weich und treibt sie bann durch : »an ^m^chine, eventuell zweimal. Dann Brei, der sich vielfach verwerten ■m» „"»en, zu Gemmen und Suppen, zu « w.
ist das Jedoch lassen wir BlbefAxcr uf’ den dieser Kalenderabschnitt hat, öir uns lieber mit ber Gurke selbst! Vorderindien, ist aber sehr wahr- erst im grauesten Altertum von «^wamifchen Inseln herübergebracht worben. i>a, L"‘kam die Pflanze nach Kleinasien, ™ 7- Jahrhundert vor Christo, nach "ud bann nach Rom. Erst durch Karl kte, fips. . lehr viel Nutzpflanzen in Deuffchland JKtnh p, etF. auch zur Gurke gelangt. Im östlichen IN , ar sie freilich durch Vermittlung der Hun- ir crcn schon viel früher bekannt, diese find ,
!N Hk Nitteli ere g geschr :I)m f
beim davon zu erzi anno 'alten Dr. ;
reck! mitl
jjz zur Mottener Haube hin. Bei westlichem Sonnen« l|anb und günstigem Fernsichtwetter tritt die Steige« . tL’ ’ttaltigfeit der Rhön so recht hervor, besonders ber ,r ’Wl mÄtiae Steinklotz ber Milseburg unb die scharf ge« Sl ktte"e Linie er Wafferkuppe.
"V1®1’ ! Jedem Freund von Gottes herrlicher Natur sei ein . j »tzchlch des Himmelsberges hiermit empfohlen; abseits " fj« großen Wandcrstraßen liegt in stiller Waldeinfam- Ifeit ein köstliches Stück, ehemals fuldischen Kloster-
ib hff! 3$ Meter östlich des Höhenpunktes 489."
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