Ein« Seeschlacht im finnischen Golf.
Dri einer Seeschlacht zwischen btt britischen und der bolschewistischen Flöt'« im Golf von Firn land sind die Schlacht'chiffe „Andrei Pertoorwanny" und „Petropatolotolk" sowie ein Transport- nnd ein Wochtschiff gesunken. Die Engländer verloren drei Motorboote,' acht Offiziere und drei Marin.
r un g die Gefangenen und ihre Angehörigen verurteilt sind. Die Nationalversammlung sieht unter dem er» schlitternden Eindruck zahlreicher Beweise, daß die Zahl der Op'er diese» Kriege» noch nach de n FriedcnSschlutz durch Tausende von Gefangenen vermehrt wird, die an der Willkür und Unsicherheit ihrer Lage verzweifelnd, körperlich und seelisch zu Grunde gehen. Sie steht unter dem Eindruck der steigenden Verzweiflung von Krauen und Angehörigen, die da» Ende ihrer unerträglichen Spannung immer wieder hinautgeschoben sehen, und sie erhebt mit dem Nachdruck und der (Em* dringlichkeit, die dem Piotest gegen zwecklose Grausam- feit und dem Appell an die Menschlichkeit innewohnt, die Forderung, dag mit dem Abtransport der Gefangenen unverzüglich begonnen werd.
VIu» dem gleichen Grund herau» fordert die Nationalversammlung, daß auch dem Abtransport russischer Gefangenen von Leiten der Entente keine wert'ren Schwierigkeiten brmtrt werden.
Der Antrag wurde in der gestrigen Sitzung unter stürmischem Beifall ausgenommen.
gegen die Grenze. Die Säuberung dieses Grenzgebietes durfte aller Voraue sicht nach noch einige Tage dauern. 3m Beuthener Ausstandsgebiet kann der Aufstand in der Hauptsache als bezwungen gelten.
lieber den mit dem Aufstand Hand in Hand gehenden Generalstreik ist zu melden, daß sich bereits eine geringe Wiederausnahme der Arbeit bemerkbar macht. So arbeiten auf der Königsgrube 50 Proz., auf den Gruben Hohenzollern, Emma und Römer 25 und auf der Grube Anna 20 Pcoz. der Belegschaft.
Greift die Entente rin?
Die Pariser Blätter melden, daß angesichts der unsicheren Lage in Oberschlesien der Oberste Rat der Alliierten den militärischen Führern Anweisungen erteilt habe, in diesem Lande Ordnungzuschafscn. Es sei anzunehmen, daß die Besetzung beschleunigt werde. — (Der Friedensvertrag sieht die Besetzung dieses Gebietes erst 50 Tage nach der Ratifikation vor.)
* Nach der Besetzung her Stadt Chemnitz sind die Kommunistenführer Heckert und Brandler geflüchtet. Heckert ist inzwischen in Nürnberg fest, genommen worden, während » Brandler anscheinend gelungen ist, nach Ludwigrhafen in» besetzte Geb et zu entkommen. (Im Frühjahr al» die Ge- ncralstreikwelle über Deutschland gina, erklärte Brandler, daß et bei revolutionären Bewegungen um Kopf und Kragen ginge. Darauf komme e» ober nicht an! Da» müßte jeder mit in den Kauf nehmen. Da« war schön gesagt, ch.-r tote man sieht, war damit wohl dar Kopf und Kragen von anderen gemeint!)
• Unruhen in Westpreutzen. Ncchdrm et vor einigen Tarrn infolge Sirrin keilen zwischen Polen und' Grenzschutz oldateu in Thorn zu Zu amm-n- stößrn gekommen war, bei denen fünf Soldaten verletzt wurden, rotteten sich am Dienrtagnachminag zahlreiche thbe>t8lore zusammen, welche die Geschäfte plünderten. (£« wurde die Garnison alarmiert und zahlreiche Verhaftungen vorgenomm-n. E» ist leicht möglich, daß in Wefpreutzen Unruhen nach Art der ober-chlesischen angezettelt weiden sollen.
* Der rumänische Kronprinz Karol hat tnb- gütig auf den Thron verzichtet.
* ttin ägyptischer Protest. Der Führer der ägyptischen Delegation in Pari» richtete an alle französischen Deputieiten und Senatoren na oen» he» ägyptischen Volke» einen Protest gegen die 5Be» st.mmungende» Friedeit»vertrage§betrejsendAegypten.
Deutschs MKtiouKlvsrsamml««-.
Sitzung vom 20. August.
Al» erster Punkt steht auf bet Tagesordnung die zweite Beratung de» ErdschaflSsteurrgesetze».
Abg. Graf Posadowsky dnatl.) erklärt, in der Au», schuhberatung habe der Entwurf so wichtige »enderunaen erfahren, daß eine grün»liche Durchberatung unbedingt notwendig sei. Seme Partei könne sich mit der @tie- digung de» Gesetze» nur einversionden erklären, wenn die Aendrrunpen de» Ausschüsse» adgelehnt würden.
Nach toetterer kurzer Geschäfttordnuugtdevatte tritt da» Hau» in die Beratung der Vorlage ein.
Abg. Becker-Hessen zD. Vp.) erstattet den Bericht, wonach da» Gesetz durch den Aurtchuß besonder» auch für die Abkömmlinge und Ehegatten eine wesentliche Verschärfung erfahren bat.
Die 8t bgn. Seil (Soz) Rnsching (Dem.) treten nanten» ihrer Parteien für die Annahme bei Erbschaftssteuer- aefetze» ein, während die «bgg. Hnmpe (bntl.) und Maretzktz (D. Vp.) sich gegen die Vorlage eu»sprachen. Rech zur immensen Erklärungen de» Abg. Wurm (Unabb.) schließt die allgemeine Au»sprache.
In der Einzrtoebatre beantragt Abg. Dr. Becker- Hessen (D. Vv,) zu §7 über versteuerte Vermögen einen Antrag auf Steuerfreiheit auf die vor dem Krieg erworbene!» Gegenstände von geschichtlichen, kunstgewerblichem oder wissenscbaftiiwem Werte.
§ 7 wird unter Ablehnung de» Anträge» in der AuSichußfaffung angenommen.
Zu § 25, der die Steuersätze enthält, tie-en Anträ ie der beiden Parteien der Rechten auf Wieder- Herstellung der RroirrungSvortace vor. E» entwickelt sich eine längere Debatte, in der u. a.
Abg. Gröber (Zentr.): gegenüber den Einwänden gegen tue 8lu»schutzsätze darauf aufmerksam macht, daß die AuSschuhfoffuni erst nach en vermögen»gruppen bi» zu 150 000 Stark van der Reglern» »Vorlage ab. weichend beginnt und erst bei den ganz g ohen Vermögen sich wirklich verschärft.
Schließlich wird j 25 nach dem AuSschußdor- schlag gegen die Stimmen der «echten angenommen, ebenso der Rest der Vorlage.
f 's Vorschlag de» Vt5fi6enien erfolgt sofort die dritte Lesung.
Einstellung dr» Sounta,»verkehr».
Die ,Franks. Ztg/ meldet au» Karlsruhe: In der Plenarsitzung bei Direktorium» de» BerbandrS südwestdeulscher Industrieller teilte der General- direkror der badischen StaatS-isenbahnen mit, daß zwi'ch'n Baden, Württemberg, Bayern und anderen Verwaltungen äugend! ck ich Verhandlungen über eine vollständige Einstellung de» Sonn tag»ver kehr» wegen außeiord-nt- licher Kohlenknapphrit schweben. Schnell- und Per. fönen jüge sollen ohne jede Ausnahme eingestellt weiden und nur noch Milch- und Leben»mit'.elzüge fahren. Dadu. ch spare Boden monatlich ge-en 3000 Tonnen Kohlen. Zu den bevorstehenden Tariferhöhungen erklärte der Generaldirektor, daß Sa en höchsten» Erhöhungen bi» zu 70 Prozent zu- fiimmen könne.
Eine Brotkatastrophe in Bayer«.
Infolge der schlechten Bkotcelreioeablicserunq droht den bayeri chen Grohstä'>ien eine Vrorkata- 'tiophe. Ab 1. September können, wenn nicht ra dj Besserung eint itt, in den Großstädten die Brotmarken nicht mehr voll eingelöst werden. Tie bayerischen Landwirte fordern u. a. die Wiedereinführung der Frühdruschprämie.
Der Kampf um den Friedensverlrag in Amerika.
Präsident Wilson hielt auf einer Konferenz mit dem Senalsausschuß für auswärtige Angelegenheiten eine Rede über den Friedensvertrag, in der er es als dringend notwendig erklärte, den Frieden so schnell wie möglich zu ratifizieren. Er schilderte die infolge des Kriegszustandes in der amerikanischen J'.tduskrie herrschenden mißlichen Verhältnisse. Die Industrie könne sich nicht entwickeln, sie warte auf Frieren. Dann suchte Wilson mit der drohenden Aon» kurr<.nx der Ententegcnossen Angst zu machen. Wenn die Ratifikation nicht sofort geschehe, würden England, Frankretch, und Belgien den Markt in Deutschland und Mitteleuropa erobern und die Amerikaner hätten das Rächst Yen. Schließlich ging Wilson auch auf den von seinen Gegner heftig bekämpften Sölterbunboeutag ein und erklärte die Behauptung, daß der Völkerbundvertrag der STunoe doktrin (Amerika den Amerika- liern) widerspreche, für falsch.
«krieg-gefangenen.
ht '*• -’htplieber bet Nalionalver ammlung Entschließung eingebrackt:
*9em e>ul v Nationalversammlung hat wiederholt '«g,- ?^^ruck die Befr ejung der deutschen denen grfotoert. Sie erhebt noch 'm z., ^nmme, um vor aller Welt den Empfin- 1 °eut>chkn Volke» Au»bruck zu geben ange» ^lebhJ1 °^en seelischen Marter, zu der durch di»
S at< Berzögerung 6er Auilicfe»
Der Aufruhr in Oberschlesien.
Die Lage der Dinge in Oberfchlesien bleibt nach wie vor ernst. Die Truppen haben, obwohl sie sich glänzend schlugen, einen schweren Stand. Man schätzt die Zahl der Aufständischen auf etwa 35 000 Mann, jenseits, aber dicht an der Grenze steht eine polnische Truppen« macht von etwa 40 000 Mann und die vielleicht eines Tages sich für berechtigt hält, ihrerseits anzugreifen. Es bestätigt sich immer mehr, daß es sich hier um eine von langer Hand wohlvorbereitete Aufstandsbewegung handelt, die von Polen in Oberschlesien ausgeht, aber von jenseits der Grenze genährt wird. Wenn na» mentlich aus Kreisen der Großindustrie die Auffassung vertreten wird, daß die Bewegung spartakisti- s ch e n Charakter habe und eine mehr innerdeutsche, auf den Sturz der gegenwärtigen Regierung berechnete Aktion sei, so ist das insofern richtig, als die spart«, kistifch gesinnten Clemente bekanntlich keine Gelegen- heit vorübergehen lasten, ihre politischen Ziele zu verwirrlichen und daß sie also dieses offenbar national- polnische Feuer benutzen möchten, daran ihre Suppe zu kochen. An dem polnischen Charakter der Bewegung kann man umso weniger zweifeln, als er von sehr angesehenen Führern der Polen ganz offen zugegeben worden Ist. Die Polen betrachten Oberschlesien jetzt schon als ihnen verfallen und sie sind der Meinung, daß nicht Berlin, sondern Warschau oder Posen in Oberfchlesien zu befehlen und zu regieren habe. Man will vollendete Tatsachen schaffen wie in Posen, weil man dem Ergebnis der Volksabstimmung nicht traut, und wenn die Dinge nicht noch Wunsch gehen, jo hofft man offenbar der Entente einen Vorwand zu geben, sich einzumischen und das Land zu besetzen.
Die deutsch-polnischen Verhandlungen in Berlin über die Verhältniste in der Ostmark wurden von den Polen mit Rücksicht auf die Vorgänge in Oberschlesien abgebrochen. Offenbar möchten die Polen sich wieder vor der Welt als die verfolgte Unschuld erscheinen losten Die Regierung tut nur ihre selbstverständliche Pflicht, wenn sie sich allen Mitteln, die ihr zu Gebote stehen, die Ruhe und Ordnung in Oberfchlesien wiederherzustellen sucht. Wer die bestehende Ordnung mit Maschinengewehren und Handgranaten umzustür- zen sucht, der darf sich nicht wundern, wenn er mit tsteichen Waffen bekämpft wird, einerlei ob es sich um spartokistische oder um nationalpolnische Ruhestörer handelt. Bei einer Wiederaufnahme der Verhandlungen gestern abend suchten sich die Polen in der Tat als h>- Unsihul' slämmer aufzuspielen, sie forberkn die Zurücknahme ter Reichswehrtruppen, die Abberufung des Staatskonmststars Hörsing, die Einsetzung von polnischen Iboif.-räten und ähnliche wohlbekannte Dinge aus der Wunschl.ste der oberschlesischen Streifleitungcn.
Sn den Straßen von K a t t o w i tz haben am Mittwoch wieder blutige Kämpfe ftattgefunben, wobei es wieder viele Tote unb Verletzte gab. Sn Bcu» ihen kam es um die Mittagsstunden zu neuen Zu- sammei.stößen. Vor dem Stadttheater hatte sich eine größere Menschenmenge anoesammclt, aus der plötzlich Schüsse fielen. Die heranrückenden Reichswehrtruppen suchten die Menschenmasten zu zerstreuen. Es kam zu tollen Schießereien, bei der es auf beiden Seiten Der. lüfte gab. SnBobrekbei Beuthen kam es zu einem schweren Gefecht zwischen Reichswehrtruppen und bewaffneten Banden, in welchem die Reichswehrttupopen die Oberhand bereiten. Sie verloren etwa 15 Tote. Die Zahl der bei den Aufständischen Gefallenen wird auf 70 geschätzt. Sn und um Schoppinitz fand in der Rächt zum Mittwoch eine starke Schießerei durch Artillerie und schwere Maschinengewehre statt. Der Ort ist im Besitz der Aufrührer und ringsum abge« schlossen. Die Beamten sind von den Polen weggeschasst worden. Auch wurden Aushebungen ooroenom. men. Die Männer wurden mit Waffen versehen unk zum Dienst gezwungen. Ueberhaupt hoben die Aufständischen in den besetzten Orten alle männlichen Per- fonen zwischen 20 und 40 Sohren z u den Waffen e i n b e r u f e n. Ein großer Teil der deutschen Einwohner wurde über die Grenze nach Polen ab» geschoben. Cin großer Angriff fand in und um Laura h ü 11 e statt. Aber auch hier gelang es unseren Truppen, Herr der Lage zu werden. Laurahütte ist fest in unserer Hand.
Sn den gestrigen Morgenstunden war der eigentliche Grenzbezirk Kattowitz-Myslowih stark gefährdet. Ev wurde hier ein großer erfolgreicher Angriff an- gesetzt. Unsere Gruppen sind Im m-steren Vormarsch
LK Wurzel unserer Niederlage.
aatzen dorff kommt in seinen Kriegserinne- «t auf unser Verhältnis zu den B u n d e s g e - le» zu sprechen. Er schildert die guten Eigen- L österreichischen Heerführer Erzherzog Fried- «ch General Konrad von Hötzendorss, aber auch ^Dächen der t und k. Armee und bemerkt: HtL hie Doppelmonarchie und die k. und k. Armee ®tafonH8s das geleistet, was mit Fug und Recht [kant» von ihnen erwarten konnte, so wären deutsche wenigstens nicht in solchem Maße zur Stützung Ätttreichisch-ungarischen Fronten gebraucht worden, hatten auf die Dauer mehr Kräfte für den Westen ,bar gehabt. Allerdings beklagt sich auch Oesterreich» - haß wir im Herbst 1914 in Frankreich nicht 'hätten und daß es allein der russischen Ueber» rit preisgegtben gewesen sei. Es war für uns jeden» fin Bedjängnis, daß wir mit ab st erbenden j t j n wie Oesterreich-Ungarn und der Türkei oer» i waren. Ein Jude in Radom sagte zu einem meiner , K tonne nicht verstehen, daß ein so lebenswarmer tröftiger Körper wie Deutschland miteinemLeich» m zusammen ginge.
ßciin auch die habsburgische Monarchie inzwischen indig 3ufammergebrod;en ist, so hätte General tdorss doch diesen starken Ausdruck lieber nicht «gen und weitergeben sollen. Begreiflich ist ja, er die Verantwortlichkeit für die Niederlage chlands zum guten Test auf die Verbündeten ab» en möchte. Aber wir wußten ja von vornherein, die Armee des völkssch zerriffenen und vielfach zu Mchen" Oesterreich-Ungarn, nicht gerade ersten ges fei, Ludendorff mildert auch seinen Vorwurf em, als er die Vernachlässigung der österreichischen tfraft im Frieden anerkennt und auch erwähnt, die Oesterreicher sich beklagt hätten über unseren erfolg vom Herbst 1914 in Frankreich, wodurch erreich allein der russischen Ueberlegenbeit preis» ^6en gewesen sei. Sn der Tat war ja die S ch 1 a ch t n d c r M a r n e, die uns zur Flucht in dir Scknitzen- «ien zwang und dadurch den erschöpfenden Dauer» । herbeiführte, schon der Anfang unserer tderlage. Der Plan des deutschen General» s, durch schnelle Ueberrennung Frankreichs die cheidung herbeizufuhren, war damit gescheitert. crrelch-Üngam war unterdessen in Bedrängnis ge» i; es hatte weder fein Galizien noch unser Ost- ßen unversehrt erhalten können: aber wir wollen doch dankbar dafür sein, daß wenigstens Obersten gerettet blieb und daß wir noch bit Möglich- behi-lten, durch das Eingreifen von Hindenburg > Ludendorff die Lage im Osten wiederberutstellen. Unsere Verbündeten haben schließlich geleistet, was ihren (allerdings schwachen) Kräften stand. Mehr ■fien wir nickt erwarten. Das Maß ihrer Kräfte im wir v o r h e r richtig einschätzen müssen.
3n dieser Hinsicht schreibt nun Ludendorff recht ver-
„Unfere verantwortlichen Stellen hatten wohl erkannt, die Doppelmonarchie zum kranken Mann In Europa »iben war; nur haben sie nicht die richtige Folgerung aus gezogen. Wir hätten ihr Treue halten und sie hren sollen, statt uns ihr zu verschreiben und ihrer Tlegtntn, ober einseitigen Politik zu folgen.“ Das ist der Kernpunkt. Wir haben die Nibekunaen- gegenüber Oesterreich-Ungarn bis zur blinden benheii getrieben. Herr v. Deihmann Hollweg hat 4 in den kritischen Tagen nach Wien telegraphiert, wollten nicht in den Welibrand hineingerissen en, ohne wenigstens erst gehört worden zu (ein.
hat er daraus nicht die volle Nutzanwendung ;en, Nack der Mordtat von Seraiewo handelt es um den Schutz der Doppelmonarchie gegen die flaroiftlfeben Angriffe über Serbien Daß aus Vieser Abwehr ein Weltkrieg ent« i konnte, war für jeden verständigen Menschen 1 zu erkennen. Deutschland durfte verlangen und «fordern, daß es bei der Abfassung des Ultimo» an Serbien zu Rate gezogen wurde, da e Wirkungen dieses Sckrittes mit zu tragen hatte, der Milderung des Ultimatums um einen oder — Wmkte hätte sich der blutig« Konflikt vermel» en lassen.
Allerdings wohl nur für den Augenblick, da Vie B* Kraftprobe doch in brr europäifckrn Gewitterluft Aber mit der Derzöperung wäre schon ungeheuer gewonnen' worden, da die Verhättnisie für die sleuwvLischen Mächte so ungünstig lagen, wie sie i schlechter gedacht werden konnten.
Aus übergroßer Rücksicht gegen Oesterreich-Ungarn wan in Berlin sich nicht zum energischen Ein« in die österreichische Politik verstehen mögen, ,Tn sich mit der Hoffnung beruhigt, die Sache * sich, „lokalisieren" lassen. Tiefe Hoffnung JW) vicht verwirklichen, auch nijfct durch bit sykn AuSalrich-bestrebungen, die Kaiser Wilhelm Wahrer Frieden-sürft nach der Rückkehr von "ordlanbreise in Gang setzte. Rußland und «undesg-nofle Frankreich waren znm Lor- kittschioffen, da sie der Hilfe von England ' waren.
"bttolanb hat sich zur Berteidiaung der her« ^opyelmonarchie geopfert. Wenn General bs t ""d fein Tewährkmann von Radom da» ">» mit einem „Leichnam" beklagen, so geht -Vorwurf schließlich auf BiSmorck zurück. Wägetet al» dieser anerkannte Meister der hat 1873 die politische Ehe zwischen M. "A und der Donaumonarchie herbeigesührt. <bfUn?sn* toae zum Grund» und Eckstein der n Politik geworden. Seinen Nachfolgern an ez nehmen, daß sie daran feit»
iei4,?* T toat höchsten» der, daß sie den Ur •ln9ar*itt,en Staatsmännern allzu viel l l,*taum ließen. Für die übergroße
"°ume auf da» Sechstbewußisein de? ^Ver- rg- ^sssien wir bitter büßen; aber wir dürfen itbew*B' ?^it die Treue und den ehrlichen ° «»willen gewahrt zu haben.
Abg. Dr. vecktr.Hessen (Vp.) und Abg, Graf p»fa»ow,tz» D.»Ntl.) erklären, daß ihr« Parteien da» Gesep abiehnen. , _ „
In der Gesamtabstimmuna wurde darauf »a» Gesetz peaen die Stimmen der deutschen VSlkSparter und de» größten Zeile» der Deutschnationalen end» ailti a angenommen. „ , , .
In der Nachmittagtsitzung werden die Gesetze be» treffend die Knleihekretzite für 1919 un» über ite «utfühmng der 5rie»en>vertrage, gemeiniam beraten.
Ada. hn-enderz (D.»Ntl.j »pricht sich scharf gezen die Arbeit »er Kommissionen au» und erklärt, da, »fe «ufgflbe b>t Opposition durch »irse Art bet ®e|cbajt»- behanslung unmö,stich gemacht wird. Wir wer»rn 8 Milliarden bewilligen, weil wir anerkennen, daß ote itzinantlaae de» Reiche» die» verlangt. Mit der Streichung einer M i llia r d« wollen wir bezeugen, daß wir zu dem augenblicklichen Iinanzmrnrfter kein Vertrauen haben. ®» war irln «lucklrch-r Griff, den j-tzi-en Finanzminister rn seine et.-Uung zu bttneen Die Fra re einer medrig ve zinsten Zwang», an leihe hä.te wohl eine g-ündliche Eröttcrunz verdient. Wir werden diese Vocla,re ablehnen. Dir beiden Gesetze zur Au»,ührung bei Friedenlvertrage» werden dem Volke klar macken, wie dur tz den Frieden», vertrar unser Glück und unser Wohlstand, unsere Selbstbestimmanz und unsere Freiheit prel»ikeeben worden sind. Die beiden Gesetze legen weitgehende Be- surnisse in die Hand einer einseitigen Parteireglerung. (Beifall recht», Lärm links.)
Reich.minifter Erzberger: Herr Huzenberg erhebt zunächst den Vorwurf, e» werde in der Natwnalver- fantmlum zu rasch gearbeitet. Natürlich, nur irnrier langsam voran, daß der konservative Landsturm na^- kommen kann. (Beifall und Heiterkeit lrnk».) Deutschland kann nickt warlen. Der Wiederaufbau muß unverzüglich in Anariff genommen werden, und wer der Re ierung in den Arm fällt, der treibt Deutschland irr den Ruin hinein. Der Friedensvertrag ist hart, aber unsere Leistungen sind genau umschrieben. Wir haben 140000 Stuck Vieh zu liefern und sov.el an Maschinen al» se.nerzllt auf di« Initiative be» Herrn Hugenberg au» Belgien und Nordfraakreich wergeholt oder zerstört worden find. (Hört, hört! Stürmrscher Wideripruch rechts, Rufe links: l/tuge!) Herr Hu.enberz behauptet weiter, die Siem ter würden jetzt nach einftitijen parteipolitischen Gesichtipunlten besetzt. Wo sind denn im alten Regime die Männer aus dem Zentrum, eius der Demokratie, aus der Sozialdemokratie gewesen, dis überhaupt zu wichtik-en Staatsämtern zugezogen wur» don? Wenn wir jetzt dazu übergehen, befähigte Männer aus diesen drei Parteien zu Staatsämtern heran, zuziehen, so machen wir dadurch nur ein jahrzebnte. lang geübtes Unrecht wieder gut. (Beifall bei der Mehr- heit.) WaS bemn die Angriffe gegen meine Person betrifft, so wiederhole ich, was ich schon einmal ge,agt habe: Solange ick das Vertrauen der Mehrheit der Versammlung und meiner Fraktion habe, werde ich als NeichSsinanzminister an meinem Platze bleiben. (Beifall.) Aber wenn Sie (nach rechts) schon einmal persönlich den Kampf gegen mich führen wollen, dann wenigstens mit etwas mehr Wahr, heit und Ehrlichkeit. (Lebhafter Beifall bei den Mehr- heitSpnrteien, lärmender Widcrfvnich rechts.) Gegen Zurufe der Tenlfch-Nationalen wendet sich der Minister mit der Bemerkung: Ich verbitte mir diesen ungern, oenen Zuruf. (Minutenlanger Lä r m.) Solche Läimfzcnen, wie Sie (zur Rechten) sie auffnhren, sind früher nicht möglich gewesen. (Stürmischer Beifall bei den Mehrheitsparteien.) Sie sind gewohnt zu Herr, schen und können sich an den neuen Zustand »icht gewöhnen. Daraus erklärt sich ihre Erbitterung. (Er- neuter großer Lärm rechts, lebhafter Beifall links. Auch die nachfolgenden Ausführungen de» Ftnanzmini. stet» dringen gegenüber den unausgesetzten Zwischenrufen nicht immer durch.) Der Abg. Hilgenberg hat keinen einzigen sachlichen Vorschlag gemacht, von wel- chem Posten die eine Milliarde, bereit Streichung seine Partei beantragt hat, abg: strichen werden soll. Wenn man dem Anträge folgen würde, dann wäre es beispielsweise unmöglich, einen Antrag sämtlicher Par. teien, also einschließlich der Dcutschnattonalen auszu» führen nach dem den Hinterbliebenen von Kriegern eine einmalige außerordentliche Beihilfe gewährt werden soll. (Lebhaftes Hörtl hört! links, anhaltender Lärm rechts.) Eine Zwangsanleibe toü.be von unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen begleitet sein. Diesen Weg kon. nen wir jedenfalls nur in der ällhersten Rot besckrel. ten. Der Minister appelliert schließlich an bie Bet. ffftnrnlung, die Vorlage ariunetjmen, damit es für die nächsten drei Monats möglich ist, die dringendsten Und notwendigsten Ausgaben finanziell zu sichern.
Nach weiterer Aussprache wird der Anleihekredit nach Sstündiger Debatte in dritter Lesung unverändert angenommen mit einem Antrag, wonach alle Vergünstigungen für die Prämienanleihezeichnung, Befreiung von der Einkommensteuer oder Minderungen dieser Steuer unzulässig fein sollen.
Eine Entschließung, daß der Bau unterer Handei«, flotte auf reichseigenen Werften und in Reichsr-gi« vorgenommen werde, wurde angenommen.
DaS HauS erledigte sodann in dritter Lesung en bloc das Anssührnngsgesrtz zum FciedenSverirag und das Enteigniingögesetz, letztere» mit einer Entschließung, wonach bei der Beschlagnahme und Enteignung die schonungsbedürftigen Kriegsteilnehmer «nb bte Hinterbliebenen von Kriegern besonder» berücksichtigt tüctben sollen.
Ter Einsetzung eines Untersuchungsausschußes von 28 Mitgliedern, auf den sich der VerfassungSauSschuß anstelle beS von der Regierung geforberten außeror. deutlichen Staatsgerichtshofes geetmgt hatte, wurde nach kurzer Debatte zugesttnrrnt.
Zii einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich bie Annahme einer Entschließung aller Parteien, in be# mit Nackdruck die
Besretting der drutschen Krieglgefangenen -kfardert wurde. Unter anhaltenden Kunbgebungeu richtete „ ,
Präsident Aehrenbach einen dringenden Ruf an unsere Feinde, den gefangenen die Freiheit zu geben. Er sagte: Es ist begreiflich, daß die deutsche Volksseele angesichts der oielen gequälten Menschen in Feindesland und der Zermürbung Ihrer vergeblich harrenden Angehörigen in der Heimat in leidenschaftliche Wellen der Erregung geraten muß. Roch immer aber sind weite Kreise nach nicht ganz oen der Gewißheit durchdrungen, daß wir ein besiegtes Volk sind und keine Machtmittel zu Gebote haben, unsere Wünsche nach der Heimkehr unserer Kiregsgefangencn zu unterstützen. Es liegt an unseren Feinden, wenn die Menschlichkeit noch immer nicht zu ihrem Rechte tonimt. Die deutsche Regierung hat alles getan, um die Rückkehr unserer Gefangenen herbeizusühren. Davon haben uns die ausführlichen Darlegungen, die der Reichrminister des Aeußeren kürzlich gegeben hat, überzeugt und Ich hoffe, daß diese Darlegungen in weitesten Streifen befonnlgem«4rt werden. Wenn in feindlichen Lagern die Meinung »er. breitet wird, wir trügen Schuld an der Zurückhaltung ber Gefangenen, so iit bat eine Unwahrheit und m e i e h e 11 (Stürrniiche: Teifoff) _ Eine Gewissen- t o [ i e f e i t tft t» aber, wem» in deutschen Landen 813 t» lei «ch Rn»«*, ht# etoet befiert« Dissii di« Meinurg veeSeell«. M» e4n V« de«ttche Regiemnc schuld ar hee ^hw6<h«äww »w Te# schSEck!
I Verantvsrtlich sttr de« «d«kti«nrllen Teil: Karl Schütt«, I T) 3 t □ttrtttft 1Q1Q I «erla» dir Fuldaer «ctiendrnckerei in Fulda. — Vreis'MOuatl. I 4ß Irthrrt
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