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t* | Mittwoch 20. August 1919. | I 46. Zahrg

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* Tas Reichsernährungsministerium hat mit Rücksicht auf die bereits erfolgten Einkäufe im Ausland und auf die augenblicklich niedrige Valuta beschlossen, bis auf weiteres keine Einkäufe mehr in Dänemark und Holland vorzunehmen.

* Hindenburg wurde zum Ehrendoktor sämtlicher technischer Hochschulen in Deutschland ernannt.

Chemnitz von Reichswehr besetzt. Die um Chemnitz versammelten Truppen sind Dienstag früh zur Wiederherstellung dauernder Ordnung in die Stadt eingezogen. Tie Aufforderung vom 11. Aug. zur Waffenablieterung und zur Wiedereinlieferung der widerrechtlich befreiten Gefangenen war bisher nicht entsprochen worden.

* In Lothringen erscheinen seit einiger Zeit drei neue deutsche Zeitungen, ein Beweis, daß die Ver- welschungsbesirebungen auf Widerstand bei der Be­völkerung stoßen.

* Die Eisenbahner in Belgien haben nach einer Unterredung ihrer Delegierten mit dem Ministerpräsi­denten beschlossen, nicht zu streiken.

* In Petersburg ist der Mangel an Brennma­terial so groß, daß man beschlossen hat, alle Holz­gebäude der Stadt niederzureißen und als Brennstoff zu verwenden.

Der Balntastnrz.

Der Rückgang der deutschen Mark an der Schweizer Börse hält dauernd an. Am Dienstag früh fiel die Mark in her ersten Börsenstunde von 28 auf 25 und 26'«. Der Grund liegt in immer neuen Markverkäufen aus dem besetzten Gebiet mit aus Polen und dem unbesetzten Deutschland ge­schmuggelten Scheinen. Der Kurssturz erstreckt sich übrigen» nicht nur über die deutsche Valuta, sondern auch auf alle fremden Valuten, abgesehen vom Dollar.

Aus dem be'ehten Gebiet.

In ganz Oberelsaß ist vnn der Arbeiterschaft der Generalstreik erklärt worden. In Mühlhausen hat die Straßenbahn den Betrieb ein eftellt Am Sonn, tag morgen setzte auch das elektrische Licht aus. Die öffentlichen Betriebe sind durch den Au-stand ebenfalls lahmgelegt.

In der ganzen Rheinpfalz herrscht große Er- bitteruna über den riesigen Zu irom französischer Zivilisten, die sich vielfach herausfordernd benehmen, was schon wiederholt au Zwischenfällen geführt hat Die WobnungS.eq nsitionen werden immer umfang­reicher. Man hat den französischen Ziiolpersonen be. sondere Versorgun sscheine ausgestellt, bei deren Vor- zeigen alle Geschäfte oerpfltchtet sind, die an die deutsche Bevölkerung zur Verteilung gelangenden Lebensmittel auszuhändigcn.

Von französischer Seite werden an die Industri. eilen im besetzten Gebiet stragebocten versandt, um insbesondere Auskunft zu erhalten über die Gröhe und den Umfang der Unternehmung, ferner iircn Bedarf an Rohprodukten und die Höhe des Geschäftskapttals.

kann keinemZweifei unterliegen, daß es darum handelt.

Wilson kennt die schwache Stelle seiner Gegner zu genau, als daß er nicht wüßte, wie er sie anzu­greifen hätte.' Er sucht mit Deutschland und einem deutschen Nutzen dem Senat graulich zu machen und wird er zweifellos erreichen, daß dieser seinen Wünschen entgegenkommt und den Widerstand gegen den Friedensvertrag aufgibt.

Die deutschen Frauen und die Kriegsgefangenen.

Reichskanzler Bauer empfing am Dienstag abend eine 50 Mitglieder aus allen Teilen Deutschlands zählende Abordnung des Frauenbundes zum Schutze der Kriegs­gefangenen.

Durch die Sprecherinnen brachten die Frauen ihre Bit­ten an die Reichsregierung vor, die vor ollem verlangen, die Reichsregierung solle auf die baldige Ratifikation des Friedensoertrages durch die Ententemächte hinwirken. Außerdem verlangte der Bund Kenntnis der Gründe, die bis jetzt die Rückbeförderung der Kriegsgefangenen verhindert hätten, größte Dringlichkeit der Heimbeförderung der Gefangenen aus Sibirien und regelmäßige Berichterstattung in der Preße, um irre­führenden Berichten und falschen Nachrichten in der Kriegs- gefangenensrage entgegenzutreten.

Der Reichskanzler legte in ausführlichen Dar­legungen die Haltung der Regierung in dieser allen Deut- scheu ohne Rücksicht auf die Parteistellung in cT^.^or Weise am Herzen liegenden Frage dar. Er betonte das fortwährende Bestreben der Regierung, bet (cöcr Ver­handlung die Förderung der Heimkehr der Kriegsgefange- nen in den Vordergrund zu stellen und erörterte den gar- teipolitischen Mißbrauch .der mit dem Schicksal der Kriegs- gefangenen getrieben wird. Vor allem sagte er jegliche Unterstützung der Schritte zu, die von den Frauen selbst unternommen werden sollten, und versprach die Entsen­dung einer Frauenkommission noch Versailles, die sich an Ort und Stelle überzeugen solle, daß tatsächlich von der Regierung jede Möglichkeit ausge- nutzt worden sei, und daß es nicht ihre Schuld fei, wenn die deutsche Kriegsgefangenenkommission m Ver­sailles bis jetzt nicht zu Verhandlungen gekommen sei. Der Minister des Aeußern ergänzte diese Ausführungen noch an Einzelheiten und schloß sich der Versicherung des Reichskanzlers mit allem Nachdruck an. Die Abordnung verabschiedete sich mit mehrfach wiederholtem Dank und lebhafter Zustimmung zu der Bitte des Reichskanzlers, nunmehr gegen falsche Gerüchte und die Ver- hetzung im Lande energisch aufzutreten. Die Na­tionalversammlung wird sich mit allen ihren Parteien in den nächsten Tagen durch eine Resolution den Bemühun­gen der Regierung anschließen.

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Die Deutschen Mestungarns.

Zwischen der neuen ungarischen Regierung und Deutsch-Oesterreich ist ein ernster Zwist ouigebroteit, da anscheinend die ungarische Regierung die Deutschen WestungarnS mit Waffengewalt ungarisch machen will, während sich diese Deutsch-Oesterreich anschließen möchten. Wie ans Fürstenfeld gemeldet wird, finden in allen Orten der an Steiermark grenzenden Ge­biete Deutsch-Westungarns große Kundgebungen für den Anschluß an Deutsch-Oesterreich statt. In allen Versammlungen gelangte eine Ent­schließung zur Annahme, in der ei heißt:Die heute versammelten beglaubigten Vertreter aller Ge­meinden unseres Bezirks erklären feierlich, daß sie dem Volkswillen entsprechend sich von deute an alS zur Steiermark gehörig betrachten. Wir scheiden so­mit aus dem ungarischen Staatenverband aui und entbieten der Steiermark, der wir fortan angeboren wollen, unseren Brudergruß und bitten die Behör­den, die Verwaltung so rasch als möglich zu Über­nehmen." Die Telegramme der deuisch-westunga- rischen Bevölkerung an die ungarische und deutsch- österreichische Regierung sowie die Ententemission sind von Vertretern von 231 Gemeinden unterzeichnet. In allen deutschen Gemeinden wehen rot-werß-rote und grün-weiße Fahnen. Allenthalben herrscht glühende Begeisterung und unbeschreiblicher Jubel.

Aufschlüffe über die Wirtschaft!. Tätigkeit der industriellen Unternehmungen zu erhalten. Man will auf diese Weise den Wert der Unternehmungen feststellen, um eine große Aktion zum Ankauf industrieller deutscher Unterneh­mungen einsetzen zu lassen. Aber auch über die Brücken­köpfe l hinaus suchen sich die Franzosen über deutsche Unternehmungen zu informieren. In Solingen und Remscheid hat man den Versuch gemacht, durch französische Sachverständige industrielle Unternehmungen in allen Teilen prüfen zu lassen. Ge. en solche mit den Bedingungen des Friedensvertrages im Wider- sprach stehenden Machenschaften ist von deutscher amt­licher Seite Protest erhoben worden.

Die Rheinland-Frage.

Eine Vertreierversammlung der Ortskartelle der christlichen Gewerkschaften von SSLt, Üladxn und dem Niederrhein, die sich hauptsächlich mit der Rheinland-Frage beschäftigte, nahm eine Entschlie­ßung an, in der e3 heißt:An allen Orten soll die Bildung von Ausschüssen gefördert werden, in denen alle Kreise und Angehörige aller Parteien vertreten sind und die sichAusschüsse zur Förderung des deutschen Einheitsgedankeins in den Rheinlanden" nennen. Bei Aktionen, die von Freunden einer rheinischen Republik veranstaltet werden und die zum Ziele haben, die Sperrfrist zu durchbrechen, und auf gewaltsame Abtren­nung der Nheinlande vom Deutschen Reich hinzielen, ist eine entschlossene Gegenwehr zu organisieren."

Aus Elberfeld wird gemeldet, daß ein neuer Rhein- landsbund gegründet wurde. Er fordert sofortige Er. richtuing eines nach West und Ost unabhängigen VolkS- staates im Verbände mit den in Bildung begriffenen oberrheinischen Republiken. Der Vorsitzende ist der Unabhängige Joseph Smeets. Ueberwiegend dürsten die radikalen Arbeitermassen und Bauernver­treter derRheinischen Volksstimme" in dem Bunde vertreten sein. Von Forderungen seien erwähnt: Ver­billigung der Nahrungsmittel durch Aufnahme unmit" teilbarer Beziehungen zwischen Arbeiter und Baiuer; Gewinnbeteiligung der arbeitenden Klassen an den Un- ternehmungen, Respektierung des Rheinischen Eigen­tums im Auslande und der rheinischen Flagge auf dem Meere: Errichtung einer eigenen rheinischen Miliz und Herabsetzung der Besatzungstruppenzahl.

Lerrtsche -r«rtis«cklversaMmlrt»g.

Sitzung vom 19. August.

Zunächst werden sechzehn kleine Anfragen erledigt. Dabei stellt sich mehrere Male heraus, daß die An­fragesteller gar nicht zur Stelle sind. Die be­treffenden Anfragen fallen infolgedessen unter den Tisch. Ein wenig erfreuliches Sckiausoiel. Als Abg. v. Graefe (5nat.) in einer Anfrage die- gegen Den Minister Erzderger gertditeten Erklärungen des frühe­ren Reichstanzlers Michaelis. Dr. Helfferichs und Lu­dendorffs berührt, horckn das HauS gespannt auf. Die Forderung Graefes, das Aktenmaterial auS der AmtS- zett des Staatssekretärs v. Kühlmann zu verösfentli. eben, wird von der Regterung damit beantwortet, daß zurzeit das Material tm Auswärtigen Amt zusammen­gestellt werde, daß aber bei der Veröffentlichung auf die international-»^ hi*'lomatifc6en Gepflogenheiten 'Rücksicht genommen werden müsse. Der deutsche Volks­patteiler Mittelmann kommt auf den Vorgang in Ber­lin zurück, wo französische Soldaten auf offener Straße

&.A I Verantwortlich fir den redaktionellen Teil: Kari Schütte, jy V* | für die Anzeigen: I. Parzetier, Fnlda. Rotationsdruck

ltärt^'y°n6trJtn FriedenSvertrag.

®f0n h<^ durch Vermittelung Hitchcocks betreff, bafj, was den FriedenSoer-

hii«: neJl.e Vorschläge oder Vorbehalte

oder könnten. Wenn der Vertrag ab- Lettinr,Q0®,fwerde, dann müsse ein neuer h C'-d,affen lD!tl£,en- Da die Großmächte |o toürh»^1 knFriedenSoertrag angenommen , sig, cn öie Bereinigten Staaten in Die liege b>enb7r, Hute in der.Hand an Deutsch- *^tl,ttträn Hüffen mit dem Ersuchen, einen Um;._n>,ne^meri wollen. Deutschland würde Su ei allem mit den Vereinigten

icn äußersten Nutz n ziehen.

.?aten würden von der Belieferung *' erbäituJ?r°-ffen' 6te für die Kaufleute aller "Gütlich seren/ ausaefchlossen werden.

Deutscher Reich.

Berli«, 15. Aug. Der ReichSwirtschaftsmi« nister legte der Nationalversammlung die AuSfüh. rungsbestimmungen zum Kohlenwirtschafts­gesetz vor, das nunmehr die Gemeinwirtschaft der Kohle bringt, nach dem das erste Gesetz nur ein Rahmengesetz war. Nach dem Beschlüsse des Ael- testen-AuSschuffeS der Nationalversammlung totrh die Vereidigung des Reichspräsidenten erst am DonnerSiag, 21. August, ftattfinben.

Der HauShaltSauSschuß der Nationalversammlung hielt gestern eine längere Sitzung ab, in der zunächst der Reichsfinanzminister die Vorlage der neuen Reich«- anleihe von S Milliarden begründete. Der Weg der Aufbringung wurde dabei sehr eingehend behan- beit Von einer freien Anleihe soll im gegenwärtigen Augenblick abgesehen werden, ebenso von einer Zwang«, anleihe, da bei einer solchen die Verhältnisse der ein­zelnen nicht genügend berücksichtigt werden könnten. Nach den Vorschlägen einer Anzahl von Bankdirektoren soll eine Prämienanleihe in Stücken zu 1000 Mark mit Abschnitten zu 100 Mark und 2 Prozent Zinsen auSgegeben werden. 100 Mark sollen mit 110 Mark zurückbezahlt und die Anleihe in 30 Jahren ge­tilgt werden. Die Stücke der Prämienanleihe sollen steuerlich begünstigt werden, damit so ein besonderer Vorzug und Reiz für die neue Anleihe geschaffen werde. Erzderger wünschte werter die Genehmigung der Mittel für die in AuSsic' t genommene Beam tenent schul- düng (1000 Mark für Verheiratete. 600 Mark für Unverheiratete) und besprach weiter Hilfsmaßnahmen für die Ausländsdeutschen. Der Wiederaufbau der Handelsflotte durch die Reedervereinigung soll gefördert werden. Dar Gesetz über den Wieder­aufbau der Handelsflotte werde dadurch hinfällig.

* Staat»minister a. D. Dr. Hrlfferich verlangt in einem Schreiben von dem Reichspräsidenten Ebert die Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens gegen sich wegen der Anklagen, die er in letzter Zeit andauernd gegen den ReichSfinanzminister Erz­berger gerichiet bat

die Menge durch verächtliche Reden gereizt haben und fragt, alS der Regierungskommissar eine ihm nicht ge­nügende Antwort erteilt, in heftiger Erregung: .Ist die deutsche Regierung bereit, eine Bestrafung dieser Frechlinge von der französischen Regierung zu sor, dein?" Diese provozierenden Worte rufen tm Hause starken Mißmut hervor. Der Vertreter der Regierung weist auf die gegenwärtige politische Lage hin, die Deutschland einen solchen Schritt nicht gestatte. Mit­telmann strahlt, er hat mit diesem Zugeständnis einen billigen Triumph über die Regierung errungen.

Die Vorlage über Enteignungen und Entfchädlgnn- gen aus Anlaß des Friedensvertrages, sowie das AuLführungsgesetz zum Friedensvertrag gingen nach einer kurzen Erklärung des Außenministers Hermann Müller an den Haushaltsausschuß

Die Postgebührenordnung wurde nach kurzer Aus­sprache endgültig verabschiedet. Dabei wurde eine Entschließung angenommen, wonach alle Porto- und Gebührenfreiheiten baldigst aufgehoben werden sollen, ferner eine Entschließung betr. Einführung des 1 Kilo- bcifctcS

Eine regere Aussprache knüpfte sich an die zweite und dritte Beratung des Gesetzentwurfs über: bte W°- chenhilfe an. Es sprechen ausschließlich wetbstche Mit­glieder der Nationalversammlung. Sie brachten zum Ausdruck, daß man gern für die Wöchnerinnen mehr getan hätte, daß aber die Finanzlage das nicht gestat^ Immerhin bedeute das Gesetz em großes Stick Liebe für das Volk. Absprechend äußerte sich nur dl« unab. hängige 9(6g. Frau Zietz.

Hierauf ergreift Reichskanzler Bauer das Wort zu einer Erklärung über Öberschlesr en Ter Reichskanzler kann zu seiner Freude mitte,len daß das Generalkommando Herr der Lage in Oberschlesten» ist. Nur im Gebiet östlich der Linie Bduthen-Tarnowitz hal­ten sich noch polnische Bewaffnete. Reguläre polnische Truppen sind auf deutschem Boden nicht angetroffen worden. Tie Regierung ist stark genug, um dieser Putsche Herr zu werden. Unsere Aufgabe wird es fern, dafür zu sorgen, daß gemäß dem Frieüensvertraae eine wirkliche, ungehinderte und unparteiische Entscheidung in Oberschlesien erfolgen wird

In der Nachmittagssttzung beschließt das HauS den Ausschuß für die Kalibewirtschaftung auch al? Aus,chuß für die Kohlenbewirschaftung fungieren zu lassen

Darauf folgte die dritte Beratung des Tabaksteuer- aesetzes, das nach kurzer Debatte mit einigen unerheblichen Abänderungen gegen die Stimmen eines Teiles der Deutschnalionalen und der Unabhängigen angenommen roil2)as Haus tritt darauf einem Vorschlag des Ausschus­ses für Volkswirtschaft bet, den Abbau der Zwangswlrl- schaft für Gummi in die Wege zu leiten, sowie die Zwangs­bewirtschaftung für Leder und Lederwaren aufzuheben, fernerhin die Regierung zu ersuchen, die Ausmahlung des Brotgekeibes sofort aus 81 Prozent herabzusehen.

Dann folgt die zweite Beratung des Gesetz«, über die Reichssinanzoerwaltung. jedoch nur desjenigen Teiles, der sich mit der Erhebung der Steuern besaßt und eine neue Organisation der S t e u e r b e h o r de schafft-

Dieser Teil der Reichsabgabeordnung, der den Namen Gesetz über die Reichssinanzoerwaltung" tragen wird, führte zu einer ausgiebigen Debatte, die sich bis in die späten Nachtstunden hinzog. Diel umstritten war nament­lich der § -46, der den Ländern und G e m e i n ö e n einen bestimmten Anteil an der Reichseinkom­mensteuer sichert. Hier hatten die Demokraten bean­tragt, diesen Paragrachen zu streichen, während e n Jen- trumsantrag Herold forbene, daß eine Aenderung des s 46 nur auf dem Wege bet Verfassung vorgenommen werben kann. Sn der Debatte führte Geh. Oberfinanzrat Schwatz als Vertreter Preußens unter lebhafter Bewe­gung des Hauses aus, daß die preußische Finanzverwaltung im Einklänge mit der preußischen Landesversammlung von bet Einführung einer Reichseinkommensteuer für die gedeihliche Fortentwicklung bet preußischen Staatssmanzen verhängnisvolle Folgen befürchte, wenn Preußen nicht durch die Borschrift des § 46 die Sicherheit erhalte, sein Eigenleben aufrecht zu erhalten. Er kündigte an, daß für den Fall bet Ablehnung des Antrages Herold Preu­ßen beim Reichsrat Einspruch erheben werde und damit bte Uebernahme der direkten Steuergesetzgebung auf das Reich bis 1. Oktober unmöglich machen würde.

Der Gesetzentwurf wurde schließlich unter Ablehnung des demokratischen Antrags und Annahme des Antrages Herold mit großer Mehrheit in zweiter und dritter Le­sung angenommen. Namens der Baner. Volkspartei er­klärte Abg. Leicht, daß sie in der Zentralisierung des Gteuerwefens die Zerbrechung des Rückgrates der Selb- ftänbigteit der Länder erblickten und deshalb dagegen stimm­ten.

Mittwoch: Zweite Beratung des Erbschaftssteuer. Gesetzes,. Enteignungsgeseßes und des Ausführungsgesetzes zum Friedensvertrag: Wahl des Kriegs-Untersuchungs- ausschusses: Entschließung der Abgg. Löbe (Soz.) und Gröber (Zentr.) betr. Befreiung der deutschen Kriegs­gefangenen.

Die Lage in Oberschlesien scheint Im Hinblick auf die Verbindung der Vorgänge mit dem politischen Kohlenarbeiterstreik bedrohlich zu bleiben. Obwohl nunmehr der Arbeitszwang einge­führt ist, greift der Streik immer weiter um sich. Daß die spartakistischen Elemente, die den Streik ins Werk setzten und weiter schüren, in Verbindung mit polnischen Truppen getreten sind, steht fest. Verschärfend für die allgemeine Lage kommt hinzu, daß die E i s e n b a h - ner in Breslau mit neuen Forderungen an die Re­gierung herangetreten sind unb bei Ablehnung mit ei­ner größeren Aktion drohen.

Nach einer amtlichen Darstellung ist die Lage im Kattowitzer Bezirk so, daß Kattowitz zwar fest in der Hand unseres Militärs ist, daß aber die übrigen Teile dieses Bezirks zum größten Teil als von den Aufrührern als besetzt zu betrachten sind. Am Montag fanden in den umliegenden Dörfern dauernd Kämpfe mit bewaffneten Banden, die mit Maschinengewehren und reichlicher Munition aus­gerüstet waren, statt. Leider gelang es den Banden, mehrere Feldwachen auszuheben. Im Abschnitt nördlich Beu t i) en ist die Ruhe wieder herge- tellt, im Abschnitt südlich Beuthen wird noch chwer gekämpft. Der Straßenbahnverkehr im In- »ustriegebiet ist fast völlig lahmgelegt. Fast täglich inden Zusammenstöße mit bewaffneten Elementen tatt, die die Munitionstransporte a n g r ei- en. Bei einem Ueberfall auf einen Regimentsstab verteidigte sich die dortige Feldwache heldenmütig. Sie verlor 3 Tote und 10 Verwundete. Indessen wurden die Angreifer in die Flucht geschlagen.

Unsre Truppen sind bemüht, des Aufstandes Herr zu werden, aber es ist dringend notwendig, daß fort­gesetzt Truppenverstärkungen in das Aufstandsgebiet gesandt werden, schon deshalb, um die Grenzen ord­nungsmäßig zu besetzen und die Verbindung zwischen den Insurgenten und den Polen unterbinden zu können.

Dor neuen spartakistischen Unruhen.

Aus Weimar erhält eine parlamentarische Korre­spondenz folgende Zuschrift: Die Regierung hat aus verschiedenen Teilen Deutschlands unanfechtbare Be­weise erhalten, die auf neue spartakistische Putsche Hinweisen. Es handelt sich um neue Streiks, Plünderungszüge, Zerstörung der Ernte, Feld­diebstähle im großen, Verwüstung von Gütern. Die Unabhängigen rechnen bei ihren Putschen mit den wirt­schaftlichen Schwierigkeiten infolge des Kohlenmangels und mit der Unlust der Bevölkerung, die Steuern zu bezahlen. Die Unruhen in Oberschlesien usw. sind Bor­läufer der kommenden Ereignisse. Die Regierung hat zur Abwehr von Unruhen umfassende Maßnahmen ge­troffen.

DieDeutsche Tageszeitung" bemerkt dazu, daß ihres Wissens neue spartakistische Unruhen für An­fang Oktober zu erwarten sind.

Teuerungszulagen für Beamte. £berpoftfcf)affner Koch (Hagen), Abg. d. Rat. Beamtenschaft hat durch die Wirkungen des ohne Zweifel ungewöhnlich stark gelitten.

andere Volksschichten, darunter auch manche r iterfreife, Gewerbetreibende jeder Art, die zu den eingezogen oder durch die Kriegswirtschaft ge- ihren Betrieb einstellen mußten, Krieger- Alters- und Invalidenempsängcr und andere ihr vollgerütteltes Maß an Entbehrungen im ertragen muffen. Es ist auch nicht ohne wei- richtig- daß die Arbeiterschaft ganz ungewöhnlich ohne verdient hat. Man soll nicht verallgemei- w besonders die Familienväter mit größerer Sin« haben selbst in den kriegswichtigen Betrieben ui viel verdient. Das gleiche gilt von den Ar- SJj aus Reichs- und Staatsbetrieben. Ueberall zugegeben müssen, daß es Jugendliche, ledige _ n beiderlei Geschlechts waren, die vielfach in 9effentlichkeit Aergernis gaben und es noch tuen, Ne in ganz unverantwortlicher Weife das Geld en.

jpies als Tatsachen vorausgeschickt, ist es aber nicht leugnen, daß die Beamtenschaft vielfach in ihrem men gegenüber den Löhnen der Arbeiter stark Hintertreffen gekommen ist, nicht nur die unteren, . auch die mittleren und höheren Beamten, (eich die unteren, die mehrere Hunderttausend in Reichs- und Staatsbetrieben ausmachen, in ganz em Maße von einer steigenden Erregung er­würben, weil ihre Einkommen garnicht im Ver- zu ben Lohnsummen ber Arbeiter in ben Reichs- Staatsbetrieben stehen. Es ist ben Beamten nicht öglich, mit ben bisherigen Einkommen, bte nun auf Markt tommenben Lebensmittel unb bie erhöhten tonen zu kaufen, abgesehen bavon, baß auch son- Sebrauchsgegenstänbe, befonbers Bekleidungs- nicht beschafft werben können, obschon nun auch zu etwas gesenkten Preisen, wieber überall zu sind.

lieber diese Zustände ist auch seit langem die Re- unterrichtet. Der interfraktionelle Ausschuß Leamtenongelegenheiten unter Vorsitz des Zen- "0- Nacken, der Deutsche Beamtenbund un- der Leitung des Abg. Hammers und Geheimrat fenberg haben in langen Verhandlungen mit der ng diese dazu bewogen, für die Beamten die ingt notwendigen Aufwendungen zu machen. Verhandlungen werden seit dem 4. Juli geführt.

Schwierigkeiten waren zu überwinden. Die regterung hat in keinem Stadium der Verhand- darüber Zweifel gelassen, daß sie die Notlage Beamten anerkennt und gewillt ist, ihr zu steuern.

rs Ausführungen gipfelten immer darin, daß verschuldeter Veamtenstand unerträglich sei. Das notwendig sestzustellen, weil vielfach in letzter Zeit

rechtsgerichteten Presse die Beamten falsch in- und in Gegensatz zu der jetzigen Regierung zu Den Regierungsparteien gebracht werden sollen. " "ie Verhandlungen nicht so schnell zum Ab- e gekommen sind, wie im Interesse der Beamten- wünschenswert war, so wollen die Beamten be- »im, daß keine Regierung jemals Aufgaben von

Tragweite zu lösen hatte, wie die jetzige. Die nten sollen ferner bedenken, daß wir nicht mehr einem reichen Deutschland vor 1914, sondern in " zusammengebrochenen und elend verarmten

Summen, die je zur Hälfte im September und n°E.r gezahlt werden sollen, und zwar 600 Mark ßebige, 1000JUlart für Verheiratete, zudem 200 J,! leoes Kind, bedeuten große Auslagen für und den Staat. Zudem soll die laufende einheitlich mit 50 Mark, statt bisher 50, Nd-rs? Mark gezahlt werden. Von der Dreitei- tfeW s AQt m?n Abstand genommen; jedoch wird IKF' fo®°W i» Preußen wie Im Reiche mit OriM itD°aen Anträge auf Versetzung ei- en sollen" emcn Heeren Teuerungsbezirk geprüft

^Ludendorffs Kriegserinnsrungen.

ansekündigien Erinnerungen des iollsn nun in diesen Tagen vom berei s ^k^ben toet^n- Rechtsstehende Blätter Sv brin^ m Lrs«, längere Auszüge aus dem WendorM^. Rach dtesen Auszügen zu urteilen ist i d-, Werk alles, nur nicht das, als was 8 V eine Geschichtsguelle ersten p o,;,816{ die bekannten Klagen wieder über die den sn'-"9 in Berlin, über Bethmann Hollweg, i^dnnzen Ma^ von Baden, und versucht, alle ermilitörischen Niederlage auf die Heimat ist ' <?-cht durchgehalten Ä Exakte, i Seh,?"£K^no0rS benschwarzen Tag des e ifim S- August 1918, schildert. Man aber er?01? Taten glänzender Tapfer-

einzelnen auch, daß geschlossene Abteilungen

-'ne er^ben bärien. Tie Tanks, die

t ausübten, hatte man be-

eitunn teat;t/ and vor allem hmte die Oberste keine N-sptebertmal triumphierend erklärt, Foch Än Werden mehr, seine Reservearmee sei auf. ^li» -anfgeriebene" Reservearmee brach atelte- Haldern hirvor, griff die in UN- 'n weit vorgeführte deutsche

"Ur ben an 2ub<!nborff beschuldigt im- *». «L "schlechten Geist" der Heimat und der r, 7. der Tatsache, daß wir von unendlicher btn biZbte kvorden sind, scheint in dem Buch K! Ta? m Auszügen zu schließen, nichts zu Steifere"-'si schuld, seine Vertreter sind schuld, ist schuld, nur die Heeresleitung

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