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i säet... man einen schätzbaren Beitrag in K. 8.1 S^mähartikel der „Freiheit", des Berliner
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Roman von Irene v. H e l lm uth. (Fortsetzung aus d^r Beilage.)
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r KriNfche Loge in Liverpool.
Die Londoner Berichterstatter der Pariser Statt et geben nunmehr auch zu, daß die Lage in Liverpool äußerst, ernst sei. Sie spitze sich stündlich mehr zu und man befürchte schwere Zusammenstöße. Reuter meldet weiter: Der Streik der Eisenbahner der Südwesteisenbaln hat auf die City und Südlondoner Elektrische Eisenbahn übergegrifsen.
Rach einer Reutermeldung aus London hat der nördliche Bergarbeiterverband beschlossen, in den Distrikten Midlothian und Eeast Lothian in Schottland wegen Lohnforderungen den allgemeinen Ausstand zu erklären.
Würdigung der neuen Verfassung
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Drittens wirst die „Freiheit" der Verfassung vor, daß sie „Garantien gegen die Weiterführung der R e v o l u t i o n schafft", und greift in dieser Hinsicht alles an, was zur Stärkung der Staatsgewalt und zur Abwehr von Unruhen und Gewalttaten dient. Jawohl, das Volk in seiner großen Mehrheit will keinen weiteren Umsturz, sondern Ordnung, inneren Frieden und Fleiß.
„Die revolutionäre Arbeiterschaft", heißt es da, „wird diese Verfaffung bekämpfen mit allen revolutionären Mitteln, um eine Verfassung im Geiste des Proletariats an ihre Stelle zu setzen". Solche Drohungen mit Empörung und Terror kann alle besonnenen Elemente nur anfeuern, in der Verteidigung der Verfassung nicht nachzulasien.
Wenn jemand noch Zweifel hat wegen der Kom- pwmisse, namentlich in den kirchlichen und Schulangelegenheiten, so wird er sich beruhigt fühlen angesichts der grimmigen Angriffe der Unabhängigen auf diese Vereinbarungen. Man sieht, N den Freunden von Adolf Hoffmann ein dicker Strich durch ihre Kulturkampfpolitik gemacht worden rst
Ideal ist ja nicht alles, was in der Verfassung steht, aber wertvoll und nützlich ist das Werk unter den gegebenen Verhältnissen. Was die Böswilligen f° scharf bekämpfen, lernen die Gutwilligen schätzen.
Ungarns WaffenstMstarrdsbedingmrgen.
Die von dem rumänischen Oberkommando aufgestellten Waffen still st andsbedingung>en ® Ungarn sind folgende: Uebergabe des gesamten smaterials, Herabsetzung der Armee auf Wy Mann, Uebergabe aller Munitionsfabriken und «usrustungsgegenstände, Auslieferung der Hälfte des ^senbahnmaterials, ferner 600 Automobile, tms i^tel des gesamten Bestandes an Rindern sonstigen Tieren, ein Drittel der in Unaarn be- wirtschaftlichen Maschinen, fr WO Waggons Getreide, 10 000 Waggons Mais, Waggons Hafer. Außerdem hat Ungarn die «mam^e Vesatzungsarmee zu unterhal- _"• Das Abkommen ist entweder als Ganzes anzu-
„Wenn Du Dich nicht eingewöhnen kannst, Herzenskind, so komme zurück. Es wird auch so geh«L Für Dich reicht es schon noch."
Aber Linda wollte davon nichts hören. „D» lieber Gott", rief sie ungeduldig, „ihr tut ja gerade, al» ob Maria unter die Hottentotten ginge! So viele Mädchen müßen sich ihr Brot verdienen, und dann — ihr Zimmer ist bereits vermietet, sie muß schon sehen, wie sie zurecht kommt. Ich muß auch tüchtig zugreifen, um mtt all der Arbeit fertig zu werden. Meine Mieter wollen alle bet mir essen. Es geht eben nicht anders."
Maria lief noch einmal die Treppe hinauf und nahm mit naßen Augen Abschied von ihrem lieben Zimmer. Dort herrschte eine ziemliche Unordnung. Die Vorhänge waren abgenommen, es sollte alles gründlich gereinigt und geputzt werden; weil der neue Mieter, der schon Kisten mit Kleidern und Wäsche geschickt hatte, in einigen Tagen einziehen wollte. Maria setzte sich noch einmal auf ihr kleines Sopha. Der Platz an der Wand war leer, denn dos Bild der Mutter wollte sie mitnehmen nach der Stadt. Es lag zu unterst in der großen Truhe neben ihrem geliebten Diolinkasten, der ebenfalls in da» neue Heim mitgenommen werden sollte. Schrank und Kommode waren ausgeraunnt, die Truhe war schon am Tage vorher nach der Stadt geschickt worden. Nur ein kleines Köfferchen, das Marias wenige Schmucksachen und ihr Taschengeld enthielt, stand noch auf dem Tische. Seufzend griff sie danach unb lief die Treppe hinab.
Der Vater beglettete seinen Liebling bis zur Haltestelle der Straßenbahn. Auch ihm wurde der Abschied sehr schwer. Er konnte kaum sprechen, als er Marias Hand ergriff und sie heftig drückte. Dor den Augen des jungen Mädchens lag es wie ein Schleier. Die Tränen rollten unaufhaltsam über die bleichen Wangen.
Dann sah sie im Wagen und fuhr ihrem neuen Wirkungskreis entgegen. Das Herz wurde ihr immer schwerer, je näher sie der Stobt kam. Mit jähem Rück hieü der Wagen. Sie stieg aus.
Das Wetter war recht unfreundlich geworden. Ein kalter Regen strömte Hemieder vom bleigrauen Himmel. Maria stand unschlüssig. Sie wäre am liebsten wieder umgekehrt. Doch bann ging sie, ihre BeNemmvna be*
von einem Koffer geschickt, den kann man ja nirgends unterbringen! Was in aller Welt ist denn alles darinnen? Ich weiß gar nicht, wohin damit! Ich ließ ihn vorläufig hier hereinstellen." Sie öffnete eine völlig dunkle Kammer, in der allerlei altes Gerümpel mnherstand. „Sie müssen nämlich wissen, wir sind sehr beschränkt mit dem Platz. So, unb hier ist Ihr Zimmer!"
Die Hausfrau schlug bie Türe hinter sich zu. Maria war allein. Ihr erster Gedanke war, sofort zu der Frau zu gehen und ihr zu sagen, daß sie hier nicht bliebe. Aber sollte sie wieder nach Hause? Dort war ebenfalls kein Raum mehr für sie. Also wohin? Maria riß das kleine Fenster auf, denn bie Luft in dem engen Kämmerchen, das man ihr angewiesen, war schrecklich dumpf unb modrig. Sie schlang verzweifelt die Hände ineinander. Hier also, hier sollte sie leben, in diesem winzigen Raum, der nichts enthielt, als ein eifern«! Bettgeliell, mit rotgewür-
vorwärts machen, damtt bis zum Abend werden kann. Ziehen Sie sich nur gleich Sie, ich will Ihnen Ihr Zimmer zeigen!"
Frau Gchring schritt voran, und führte langen dunklen Korridor entlang. „Aber sagte sie im Weiterschreiten, „Sie haben da
nehmen oder abzulehnen. Gegenvorschläge sind nicht zulässig. Die für die Annahme gestellte Frist läuft am 15. August ab.
Die ungarische Regierung hat diesen, Entwurf dem englischen General Gordon übermittelt und gleichzeitig eine Antwort überreicht, in der sie erklärt, daß sie nicht in der Lage sei, die im Entwurf enthaltenen Bedingungen anzunehmen, sie lege darum die Entscheidung in die Hände der Ententemächte.
Das Verhalten der Rumänen, die nach einem gefahrlosen militärischen Spaziergang nach Budapest gelangten, und nun derartig vernichtende Bedingungen stellen, hat für uns in Deutschland auch ein gewisses innerpolitisches Interesse. Der Streit über die Unterzeichnung des Friedens geht immer weiter und wird sogar immer schärfer. Ist einer unter denen, die nicht aufhören, die Regierung und die Mehrheitsparteien zu bekämpfen, weil sie der Unterzeichnung des Versailler Vertrags zugestimmt haben, ist einer unter ihnen, der mit einiger Begründung behaupten kann, unsere Gegner in Versailles hätten größere Zurückhaltung bewahrt als die Rumänen, und die Befehlshaber der Entente hätten nach erfolgtem Einrücken einen neuen Waffenstillstand unter glimpflicheren Bedingungen geschlossen, als sie jetzt dem verzweifelten Ungarn angeboten werden?
Dien. Sämtliche Wiener Zeitungen erklären die den Ungarn gestellten Waffenstillstandsbedingungen für vernichtend. Nur der völlige Ruin könnte die Folge sein. .Die Besetzung Ungarns erweise sich jetzt als ein Versuch, das vom Kommunismus geschröpfte Land bis auf den Rest auszurauben. Ungarn werde jede Möglichkeit genommen, sich wieder aufzurichten.
Einzug von Ententetruppen in Budapest.
Französische Truppen sind Dienstag abend in Budapest eingezogen, am Mittwoch Engländer unter Führung des Generals Gordon und Amerikaner unter Hauptmann Nyß. (Es dürfte sich nur um kleine Abteilungen handeln.)
Die Stellung der Bürgerlichen.
Die Verhandlungen der Budapester Soziallsten mit bürgerlichen Politikern führten noch zu keinem Ergebnis. Die Bürgerlichen lchnen es gegenwärtig ab, in das Kabinett einzutteten, sie wollen das Ergebnis der Nationalwahlen abwartm.
Rückgängig gemachte Sozialisierung.
Nach einer MÄdung des Ungarischen Korrespondenzbüros hat der Ministerrat die Rückgabe sämtlicher in Gemeinbesitz übernommenen Finanzinstitute, Unternehmungen und Betriebe, Fabriken und Geschäfte in das Privateigentum ausgesprochen. Auf sämtlichen Linien der ungarischen Staatsbahn ruht der Personenverkehr.
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feiten Kiffen, daneben auf einem Stuhl eine Mechfchüsscl mit ebensolchem Wasserkrug, an der Türe ein paar Halen zur Aufnahme ihrer Garderobe. Schließlich blieb gerade noch soviel Raum, baß man durchgehen konnte. Die schräge Wand, an bet bas Bett stand, war ganz feucht. Maria meinte ersticken zu müffen in der elenden Kammer, die bie Frau „Zimmer" genannt. Nicht einmal ein Vorhang befand sich am Fenster. Das Heimweh packte Maria mit aller Gewalt und der Schmerz um ihr ver- lorenes Paradies preßte chr bie Kehle zusammen. Sie bachte an ihr heimliches, trautes Zimmer, bas abends voll Blumenbuft war. Unb wenn in hellen Mondnächten bie Nachtigall schlug und der Garten dalag, in dem zauberischen Silberlicht, ja, das war wirklich ein Paradies mit seinem Dust unb Schimmer. Maria trat zum Fenster. Eine dicke, nach Ruß und Rauch riechende Lust schlug ihr entgegen. Tief unten lag ein kleiner, schmutziger Hof, angefüllt mit lauter altem Gerümpel, Scherben, Brettern, Fässern und Stangen. Vor ihr tauchten nichts als Schlöte auf, schwarze, rauchende Schlöte, so daß man nur mit Mühe ein Stückchen des grauen, regenschweren Himmels erblicken konnte.
Maria stand noch immer unschlüssig. Sie begriff nicht, wie ihre Vorgängerinnen hier hatten leben können. Hier sich einzugewöhnen, erschien ihr als ein Ding der Unmöglichkeit. Doch bis sich etwas anderes fand, mußte sie hier Heiden, das sah sie wohl ein. Sie nahm sich vor, gleich morgen zu einer Berbingerin zu gehen, um eine andere Stelle zu suchen.
Drauße nmurben schlürfende Schritte hörbar. Mario erschrak, als die Tür heftig aufgeriffen wurde unb Frau Gehring, bie Hände über dem Kopf zusammenschlagend, mit ihrer kreischenden Stimme schrie: „Nein, so etwas war noch nicht da! Ich möchte mir die Arme ausreden vor Arbeit, und bas Fräulein hat noch nicht einmal den Hut abgelegt! Ja, was binten Sie denn eigentlich? Glauben Sie, ich habe Sie zum Faulenzen engagiert? Eine nette Pflanze habe ich da erwischt, bas muß ich sagen! O, diese Dienstmädchen!"
^Fortsetzung folgt.)
kleine Paradies
12]
Warum Erzberger zurückgestellt wurde.
Die Gegner Erzbergers, die offenbar durch seine Enthüllungen in eine unheilbare Erregung versetzt worden sind, fahren fort, ihrerseits mtt „Enthüllungen" zu antworten. Die „Post" füllt unter der groß- gedruckten Ueberschrift „Landsturmmann Erzberger" vier Spalten mit Akten über die Zurückstellung Erz- bergers während des Krieges. Die Akten ergäben in keiner Hinsicht irgend wie belastende Momente für Erzberger. Es geht daraus lediglich hervor, daß Erzberger wiederholt vom Auswärtigen Amt aus politischen Gründen reklamiert und daraufhin zurückgestellt worden war. Eines der Gesuche des Äuswar- itgen Amtes, das von dem ftüheren Staatssekretär Zimmerchann unterschrieben war, lautete:
Die von dem Abg. Erzberger in vaterländischem In- tere'jp geleisteten Dienste sind dem Kgl. Kriegsministerium betetr.t. Durch Einziehung des Herrn Erzberger würben die vielseitigen Fäden, die er durch bie Tätigkeit seines Nachrichtenbüros nach bem Auslände gesponnen hat, zerrissen werden. Cs erscheint jedoch im Reichrdtteresso dringend geboten, baß bie von Herrn Erzberger persönlich in bie Wege geleitete unb mit großem Erfolg vurchge- führte Propagandatätigkeit nach dem Ausland nicht unterbrochen wirb. Aus biefetn Grunde bitte ich um eine weitere Zurückstellung des Herrn Erzberger.
Die Zurückstellung wurde dann regelmäßig verlängert. Erst int Herbst 1917, also damals ds Erzberger im Reichstag die Friedensresolation
70 bis 80 Mark. Auch die WohnungSpreife tv-r^n als fefir bock bezeichnet. Eine Warschauer VcnffiE- &St KÄmmtrn b».«».«»»»» jährlich, ein möbliertes Summer 140 bis 200 Mo.- monatlich. Die Löhne werden durch daS ^arke Angebot lan Arbeitskräften . natürlich ^druckt. Soziale Mrsorge des Staates gibt es in Polen einstweilen m*£ie Korrupticm des polnischen DertvaltungSappa- raks in Vosen wird vorn „Vorwärts als „beffptt.- los" bezeichnet. Die Machthaber haben sich mit Min>- lteraebältern bedacht, während die mittleren und um. = re" Beamten sich mit den Friedensgehältern durch- schlagen sollen. Korfanth und dte übrigen Mit- glieder der „Raczelna Rada" beziehen monatna' 10 000 Mk, der Bürgermeister von Posen 24 000 M. jährlich nebst Repräsentationszulagen tn upManmei ßöfe der Polizeipräsident von Posen — nach dein ^Vorwärts" ein früherer' Hausdiener von Wertheim in Berlin — ebenscwiel. Dagegen erhalten he M-'- ckieder der Bürgerwehr, meist Väter kinderreicher Familien, nur 200 W. monatttck, Stadtfekretar um Assistenten 1800 Mk. jährlich. Die Steuern sind äußerst drückend.
Zustände im polnischen Gefangenenlager Stroilows.
Der ukrainische Oberleutnant Mikolaus, her am 2*. Juli aus bem polnischen Barackenlager S traf! o wo bei Dreschen (Proo. Posen) entflohen ist, macht über Zustänbe im Lager unb über bie Behandlung der deutschen Gefangenen folgende Mitteilungen:
Das Lager beherbergt gegenwärtig etwa looov Insassen, außer deutschen unb ukrainischen Offizieren unb Mannschaften auch internierte Zivilbevölkerung, barunter Frauen unb Kinder, Lehrer, Geistlich« aus der Proom; Posen und Schlesien. Am 23. Juni ist Oberleutnant M. mit einem Transport von über 600 ukrainischen Gefangenen aus Oftgalizien von Lemberg ins Lager gekommen. Schon unterwegs sind 62 infolge von Entkräftung unb Mißhandlung geftorben, 240 mutzten beim Eintreffen am Bestimmungsort ins Spital ubergefuhri weiden. An dem Tage, als er ins Lager kam, sah der Oberleutnant, wie ein Soldat vom Grenzschutz emgebrach wurde, auf den etwa 15 Bewachungsmannschaften wck ihren aus Telephondraht geflochtenen Peitschen emschiu- gen. Am nächsten Tage ersuhr M., datz der Soldat i n folge der Mißhandlungen gestorben sei. Ein deutscher Husarenoffizier wurde geohrfeigt unb geprügelt, fo baß sein ganzer Körper Wunden aufroies. Die schon stark abgenützten Baracken des Lagers bieten gege; die Einflüsse der Witterung nur mangelhaften Schutz. Die Verpflegung der Insassen ist völlig unzureichend. Früh unb abends erhalten sie schwarzen Kafice unb einmal täglich einen Gerstenbrei mit kleinen rstemo- stücken. Die Bekleidung der (Befangenen, die man schon auf dem Transport ausraubt, ist sehr schlecht. Unter wesen Umständen leiden im Lager etwa 3000 Personen an Unterleibstyphus, Hungertyphus, Grippe und anderen Krankheiten: dabei sehlt es an ärztlicher Behandlung. Die Wachtposten schießen, besonders nachts, in bie Baracken, so daß durchschnittlich in jeher Nacht fünf bis sechs Personen verwundet werden, bie bet dem Mangel an ärztlicher Behandlung und Pflege sterben. Offiziere unb Mannschaften find im allgemeinen hn Lager getrennt untergebracht, nur bie deutschen Gefangenen nicht. Die Ukrainer werden schon schlecht behandelt, aber bie Deutschen noch viel schlechter, so saßte M. sein Urteil in wenige Worte zusammen.
Die russisch«« Kriegsgefangene« können zurückkehrcn.
Die „Times" meldet aus Paris: Die Frage der noch in Deutschland befindlichen Kriegsgefangenen, deren Zahl auf ungefähr 200 600 Mann geschätzt wird, beschäftigt den obersten Rat der Alliierten. Obwohl die Rückkehr nach Rußland bie Armee dec Bolschewisten verstärken wird, beschloß der Ober le Rat, Deutschland mitzuteilen, daß ihrer Rückkehr m dieLeimatnichts mehr indenWeggelegtwerde.
soll fort von hier!" meinte sie. „Ach Mutter, . P jo bang! Die Zukunft liegt dunkel und öde und oirh r DDt m*r' kin Lichtstrahl will sich zeigen! Was fr-fk bringen?" Jetzt, wo Maria den foffchenben, Augen des Vaters nicht mehr standzuhalten 1^/7' gab sie sich ganz ihrem Schmerz« hin. Dies dz' bauliche Zimmer, wo sie ihre Mäbchentiäume ge- 6,7; fottte fortan ein Fremder bewohnen. Es schien ""denkbar, baß sie fort von hier sollte. Unb doch fehtV 65 fcilL 5ort von ihrem geliebten (Barten mit 8lyQ.- "'elen schöne» Plätzchen, wo sie oft mit offenen ■ Seträumt. wo Amseln unb Buchfinken sich lustig bi« ' roo ^e Schwalben ihre Nester bauten unb aIs ^ste Frühlingsboten bes Lenzes Nahen [F lettof bie waren so zutraulich, baß sie ganz nahe "i"en, das Köpfchen flink nach links und rechts to*1 .""d auf chr Futter warteten.
my ,atIa lehnte sich an bas offene Fenster und schaute tty, tunenden Augen hinab in ben dunklen (Barten. Es bet milbe, laue Frühlingsnacht. Die Veilchen an fit! ? . dufteten wunderbar süß. Ein warmer Regen Slari CrR.’e6et- Leise tropfte es von Baum und Strauch, bat l 'uhlte ein brennendes Weh bei bem Gedanken, ■“ w >°rt<m bas alles nicht mehr sehen sollte.
KÖ* V.
ibfcfreh kaum einer Woche hatte Maria eine Stelle. Der ^•bsirt r toUtbc He sehr schwer, ßinba tröstete sie zwar, bat n l~meinte, bie Herrschaft würbe ihr schon erlauben, tzale, sonntags für ein paar Stunben herausfuhr, den TnAU besuchen.
^ria schüttelte trübe ben Kopf.
sEe mir bas wohl nützen? Ich denke, ich ge- leichter ein, wenn ich vorerst gar nicht heim tenn wirb der Schmerz immer wieder lebendig, Der 'm ltnmcr wieder scheiden muß."
«ater schloß feinen Liebling innig in bie Arme.
Da- Elend in Polen.
Der „vorwärts" veröffentlicht weitere Mltwilun' Sen über die Mißstände in Polen, als deren Ursachen Lebensmittelnot und Arbeitslosigkeit genannt werden . Schlimmer noch als in Lodz unb Kali sch, wo die Zahl der Arbeitslosen zugenomrnen hak, ist die Lage angeblich än Galizien unb ben Randgebieten. Die Arbeitslosen erhalten täglich 3 Mark Unterstützung, obgleich 400 Gramm Brot in Warschau 8 bis 4 Mark kosten. Ein Paar Stiefel kostet 650 bis 700 Mark, eine Zigarre 3 bis 4 Mark, ein Hemd
kämpfend, bie Strohe hinab und stand bald vor bem Hause, in bem ihre nächste Zukunft sich abspielen sollte. Drei Treppen mußte sie ersteigen. Vor ber Flurtüre stand sie zaghast still. Mechanisch las sie den Namen auf dem MeffingschiD. „Karl Gehring, Kaufmann."
Von drinnen tönte Kindergeschrei und bie zankenbe Stimme einer Frau, bie nichts Angenehmes an sich hatte.
„Wollt ihr gleich ruhig sein, chr nichtsnutzigen Mangen, ihr bringt mich noch unter bie (Erbe! Was man sich boch mit ben Kinbern ärgern muß!"
Da zog Maria bie Glocke.
Eine Frau in sehr nachlässigem Anzug, in unsauberer Schürze unb ebensolcher Bluse öffnete. „Sie sind wohl bas neue Mädchen?" fragte sie unwiffch.
Als Maria bejahte, führ die Hausfrau rasch fori: «Ich erwartete Sie jhon am Vormittag. Warum kommen Sie so spät? Unser voriges Mädchen ist schon fest gestern weg, ba blieb natürlich bie Arbeit liegen. Die Küche ist noch nicht aufgeräumt, Sie müssen nun rasch
betrieben hatte, machte die Militärbehörde Schwierigkeiten. Der Kommandierende General des 13. königl. württemb. A.-K. schreibt am 5. Okt. 1917 dem stellvertretenden Generalkommando des 3. A.-K. in Berlin, es errege Mißstimmung und Aergemis» „daß dieser erst 44jährige, anscheinend gesunde, rüstige Mann nicht zum Heeresdienst eingezogen wird." Der General v. Oertzen vom 3. A.-K. fügt seinerseits hinzu, „im militärischen Intereffe bedauerlich", daß dieser k. v. Fußartillerie befundene Landsturmmann bisher nicht habe zur Einstellung gelangen können, es sei von selten des preußischen Kriegsministeriums wird indes bemerkt, daß Erzberger auch, wenn er ringe- stellt würde, doch dauernd Reichstagsurlaub hätte. Schließlich wird die Zurückstellung mit Rücksicht auf die dauernde Reklamation des Auswärtigen Amtes u. f. w. doch wieder verlängert, obwohl auch das Oberkommando in den Marken einzugreifen versucht, um der deutjchcn Kriegsmacht durch die Einstellung des Landsturmmannes Erzberger den unbedingt notwendigen Zuwachs zu sichern.
Durch diesen Schriftwechsel, der Herrn Erzberger bl.ßft<!'en kll, w-den unseres Erachtens vor allem diemilitärischenBehörden bloßgestellt. Denn man ersieht daraus ganz deutlich, daß die Militärs ihre Macht nozu auszunutzen versuchten, einen ihnen politisch unbequemen und unsympathischen Mann zu bestrafen und mundtot zu machen. Um ihn für die Fnedensresolulion büßen zu lassen, wollte man ihn Ins Heer stecken, ganz wie man zahllose andere Personen „zur Strafe" in die Schützengraben geschoben hat. Wenn Erzberger wegen seiner Propagandatätigkeit im Auslände reklamiert wurde, so ist zu bemerken, daß zahllose Personen aus weit nichtigeren Gründen reklamiert worden sind. Heber „Drückebergerei" haben jedenfalls ganz andere Leuth als Erzberger allerhand Beranlaffung nochzudenken. Wenn Anhänger des Derständigungsfriedens aus politischen Gründen zurückgestellt wurden, so ist das eher zu verstehen, als wenn diejenigen, die sich als Welleroberer, als Helden geberdeten, die den Mund ungeheuer voll nahmen und gegen jeden „vorzeitigen Frieden" tobten, in behag- kicher Sicherheit, zu Hause oder doch weit hinter der Front blieben. Don all den starken Männern, die dem Volke den kriegerischen Geist predigten und heute sogar zu behaupten wagen, das Volk sei nicht opferwillig genug gewesen, ist kaum ein einziger in einen Schützengraben oder auf ein Unterseeboot gegangen.
Ein Brief ErzbereerS an Fach.
Don den Gegnern Erzbergers ist dieser Tage auch ein Dries Erzbergers an Fach veröffentlicht worben, worin er um Freilassung eines Kriegsgefangenen bit- tet. Der „Vorwärts" tadelt diesen Brief, denn als Führer der Waffenstillstandskommission habe Erzberger um solche Gefälligkeiten nicht bitten dürfen. Aber, so fährt der „Vorwärts" mit Recht fort, den Reichs- finanzminister Erzberger belastet dieser Brief nicht, und diesem Finanzminister gilt der Kampf. Die Kapitalisten stürzen von allen Seiten gegen ihn herbei, um mit Absägung Erzbergers ihren Besitz vor dem drohenden Aderlaß zu retten. Der „Vorwärts" hält Erzberger für die Steuerpolllik, die im Reiche nötig ist, so sehr unentbehrlich, daß er glaubt, sie würde mtt seinem Sturz vereitelt sein. Er schließt: „Es geht um ein hohes Ziel. Die Heimkrieger wollen sich von der Bezahlung drücken, wie sie sich von dem Waffen- dienst gedrückt haben. Deshalb ihr Ziel: in di« Flam- mxn mit dem „Scheusal" Erzberger.
Das Nugebst vom August 1917.
Im Unterlaufe ließ die englische Regierung erklären, daß sie im Sommer 1917 keinerlei Angebot au Deutschland gemacht habe.
«Mähartikel der „Freiheit", des Berliner Organs ter Unabhängigen. Aus den Lästerungen des Werks Weimar kann man erkennen, welche wichtigen tg Mielke für die gedeihliche Entwicklung der deutschen ie. §0) «.M unb Wirtschaft uns die junge Reichsverfassung orfN. Ltt.
SOHU Die Todsünde der Derfassung ist nach der Meinung -tret ter „Freiheit" die „Schaffung einer bürgerlich-demo-
3 » V. ia che. t ge tb K. m
ar. 180. | I Donnerstag 7. Sugust 1919. |
fischen Republik!" In unseren Augen ist sie der größte Vorzug, der sich zur Zeit erreichen ließ. Die Wnarchie war unmöglich geworden. Das Heil war «r -u erlangen durch die wirkliche Demokratie, » h. durch die Beteiligung aller Volksklassen an der Selbstregierung. Das Zusammenarbeiten der bür» -erlitten Parteien mit der gemäßigten Sozialdemokratie entsprach dem Volkswillen, wie er sich in der ßaM vom Januar bekundet hatte, und diese Gemeinsamkeit der erhaltenden 5kräfte mußte in der Verfas- fan« verankert werden. Der tobende Widerspruch der llnabhängigen zeigt, daß damit ein wirksamer Schlag Mhrt ist gegen die „Diktatur des Proletariats", wmit uns die Unabhängigen eingestandenermaßen beglücken" wollten, — trotz der grausigen Ersah- rungen in Petersburg, München und Budapest.
Zweitens zetert das genannte Matt der Radikalen über die „Sicherung des Eigentums und des jkqsitalismus". Aber der Kapitalismus ist in seinen Auswüchsen nicht gesichert worden, sondern die Ver- saßimg will nur dem privaten Unternehmungsgeist elegiert tenjenigen Spielraum lassen, der ihm von rechtswegen ’’ gebührt und der m der gegenwärtigm Uebergangszell vollends unentbehrlich ist für die deutsche Wirffchaft. orffaut. jen Schutz des Eigentums lassen wir als einen hohen für die Verfassung gelten. Die Angriffe daimrf bezeugen, daß unsere Unabhängigen für den tonrnumismus arbeiten.
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