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Tie türkische Regierung und die führende Mehr, -xit des Volkes tragen die volle Verantwortung für diese Greuel. Die Aktenstücke erbringen hierfür einen
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Die Rumänen in Budapest.
Die rumänische Heeresleitung hat nun doch nicht auf den billigen Triumph eines Einmarsches in die Hauptstadt Ungarns verzichtet. Zwei rumänische Regimenter haben Sonntag spät abends ihren Einzug in die B o r st ä d t e B u d a p e st s gehalten und zwei dort liegende Kavalleriekasernen bezogen. Dem Einmarsch der Rumänen sind aufregende Verhandlungen Dorangegangen, die den ganzen Sonntag in Anspruch genommen haben. Gegen Abend war der neuernannte Bürgermeister von Budapest, Dr. Franz Harrer, mit dän Chef der italienischen Mission, Romanelli, vor die Stadt gefahren, um mit den Rumänen zu verhandeln Es kam schließlich ein Uebereinkommen zustande. General Ruresco erklärte, daß er keine Besetzung der Stadt beabsichtige, da er nur Auftrag habe, bis an die Grenze der Gemarkung von Budapest zu marschieren, und der Bürgermeister erklärte sich bereit, für die Einquartierung der beiden Regimenter Sorge zu tragen. Entgegen der Vereinte rung ist dann am Montag nachmittag General Mardaresm an der Spitze von 30 000 Mann in die Stadt Budapest selb st eingezogen, hat sie für besetzt" erklärt und das Stodtkommando übernommen. Als Märdarescu von dem Uebereinkommen Kenntnis erhielt, wonach die Rumänen die Stadt nicht besetzen sollten, erklärte er, daß er es nicht berücksichtigen könne und in die Hauptstadt einziehen werde. Der Einzug vollzog sich in Ordnung. Die Bevölkerung, die auf dieses Ereignis ganz unvorbereitet war, hat trotz ihrer Verzweiflung und ihrer begreiflichen Empörung über den rumänischen Wortbruch sich vollständig ruhig verhalten. Rach in Berlin vorliegenden Meldungen hausen die rumänischen Regimenter in Budapest wie Freibeuter in einem eroberten Lande, während die Rumänen selbst melden, daß ihre Truppen „mit Blumen überschüttet und mit Jubel empfangen" würden. Die ungarische Regierung hat sich hilfesuchend an die Entente gewendet. Inzwischen haben auch die Truppen der Szegediner (Regenregierung ihren Vormarsch fortgesetzt und stehen 42 Kilometer vor Budapest. Auch die Tschecho - Slowaken und Ingo-Slawen sind im Vormarsch,
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geringfügiges Ereignis, das der Türkei mich nicht den
Die Armeniermorde.
. Saf während des Krieges nur gelegentlich und
beruht auf der falschen Behauptung von Deutschlands alleiniger Schuld cm Kriege Erst wenn die Welt erkannt, daß Deutschlaich den Krieg nicht gewollt hat und die Schuldigen nicht bei uns, sondern im La- ßer derer zu suchen sind, deren „planmäßig viele Jahre vor dem Kriege »erfolgte Ziele sich nur durch einen Angriffskrieg gegen Deutschland und Oesterreich ver- wirklicten ließen", erst dann wird das Weltgewissen ertoadicn und die Voraussetzung für eine Revision des Gewaltfriedens geschaffen sein.
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eines amerikanischen Arbeiterführers nicht allzu schwer zu nehmen. Dergleichen Uebettreibungen sind landesüblich. Amerika ist das Land der sozialen Kämpfe, die dem krassen Gegensatz zwischen den unermeßlichen Reichtümern der oberen Schichten und der unbefriedigenden Lebenshaltung der arbeitenden Klassen entspringen. Daß diese Kämpfe sich mit der Zeit allerdings sehr erheblich verschärfen würden, ist längst dem Kriege vorhergesagt worden.
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Willens und die erforderlichen Garasttten gegeben habe, um die Ausführung dieser Verpflichtung sicher zu stellen, würden die Mächte bereit sein, unter sich ein Abkommen zu treffen, um der Befatzungsperiode früher ein Ende zu machen. Um die Lasten für die Wiedergutmachung zu vermindern, soll die Summe, die Deutschland für die Unterhaltung des Besatzungsheeres auszugeben hat, die Summe von 2 40 Millionen Goldmark nicht übersteigen.
Zwischen Vertretern des Marschalls Fach, des amerikanischen Generals Allen und anderer alliierten Generäle hat in Koblenz eine Beratung-stattge- sunden, welche den Umfang des Gebietes betraf, welches die amerikanischen Streitkräfte künftig besetzt halten sollen. Danach wird sich der amerikanisch besetzte Teil auf die Stadt Koblenz und die nächste Umgebung erstrecken und die Zahl der am Rhein verhleibenden Amerikaner 6000 nicht überschreiten.
Gegen die Ersnerscherr „Enthüllungen".
In der „Deutschen Allgem. Ztg." nimmt Geheimer Legationsrat v. Schön, das frühere Mitglied der bayerischen Gesandtschaft in Berlin, das Wort, um die s. Zt. von Eisner verösfentüchten Geheimberichte der Berliner bayerischen Gesandtschaft richtig zu stellen. Er behauptet, daß Eisner die Wahrheit durch eine Reitze von Streichungen wissentlich entstellt und damit eine Fälschung begangen habe. (Es handelt sich um die Darstellung der Vorgänge kurz vor Aus- bruch des Krieges.) Die Berichte, die Deutschlands Schuld am Kriege beweisen sollten und vom Ausland auch gegen uns ausgebeutet wurden, sind in Wahrheit für Deutschland durchaus günstig gewesen. Eisner hat nur die entscheidenden Worte fcrtgelassen. So geht aus der Eis- nerschen Veröffentlichung nicht hervor, daß es sich um den serbisch-österreichischen Konflikt handelt, fonbem er bat durch Streichungen zuwege gebracht, daß man annehmen mußte, es handele sich um den Weltkonflikt, von dem aber an jenem Tag noch gar nicht die Rede war. Er hat immer die Hinweise auf den Konflikt zwischen Serbien und Oesterreich gestrichen. U. a. fehlen folgende Sätze: „England wird Oesterreich nicht hindern, Serbien zur Rechenschaft zu ziehen. Sehr wenig Freude würde Italien an einer Züchtigung Serbiens durch Oesterreich empfinden." Herr von Schön zeigt dann an weiteren Beispielen, wie Eisner aus seinem Bericht auch alles gestrichen hat, was den Eindruck befestigen mußte, daß man in Berlin auf einen Weltkonflikt nicht hingearbeitet habe, und wie Eisner bei feiner Veröffentlichung auch alle die Ge- fandtfchaftsberichte unterdrückt hat, die die Bemühungen der Reichsleitung um die Erhaltung des Friedens erkennen (affen. Herr v. Schön schließt:
Der Bericht der Entente-Kommission, die für die Feststellung der Verantwortlichkeit der Urheber des Krieges und die aufzuerlegende Sühne ein» gesetzt worden ist, Beruft sich daraus, daß „der Inhalt meines Berichts vom 18. Juli 1914 niemals offiziell dementiert worden sei. Es ist bedauerlich .daß der Wortlaut der deutschen Kommission in Versailles nicht zugänglich gewesen ist und sie daher nicht in der Lage war, in ihren Gegenbemerkungen die Tatsache der tendenziös verstünrmelten Wiedergabe durch Eisner her- vorzuhebcn. Ich selbst konnte, abgesehen von einem mündlichem Hinweis im Auswärtigen Amt im November 1918, zur Aufklärung nicht früher beitragen, da der damalige interimistische bayerische Gesandte in Ber. ltn die politischen Akten, darunter meinen in Frage stehenden Bericht, an sich genommen hatte; erst vor kurzem war eS mir möglich, eine Abschrift davon zu erhalten und die Eisnersche Wiedergabe mit dem
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Komitee für Freiheit und Fortschritt billigte dieses un- «chschliche Vorgehen, die türkische Beamtenschaft führte
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Aus Lothringen.
lieber das Benehmen der französischen Gendarmerie in Lothringen läßt sich der „Republikaner" vom 15. Juli folgendes aus Großmoheuvre schreiben: „Heute nachmittag war ich und noch andere Kameraden Zeuge eines häßlichen Vorganges. Am Bahnhöfe hatten die hiesigen zwei Gendarmen einen Mann angehalten und die Papiere verlangt. Der Mann zeigte seine Papiere; plötzlich schlug der eine Gendarm den Mann ins Gesicht, daß ihm Mund und Nase bluteten und er- klärten ihn für verhaftet. Es wird beobachtet, daß bei jeder Kleinigkeit die Leute von den Gendarmen verprügelt werden. Leute, die abends auf der Straße deutsch sprechen, werden von den Gendarmen mit dem Stocke verprügelr. Es wurde schon gesehen, daß die Verhafteten auf der Gendarmerie und im Ortsgewahrsam schwer geprügelt wurden. Ich möchte einmal anfragen, ob die Gendarmen das Recht haben, Leute zu verprügeln. Man braucht sich nicht zu wundern, wenn die Leute zur Selbsthilfe greifen und den einen oder den anderen der Gendarmen totschlagen. Die Erbst- tcrung gegen die Gendarmen wächst von Tag zu Tag. Glauben die Herren Gendarmen, sie feien in einer Kolonie oder in Rußland, wo die Prügelstrafe besteht?"
Tas ist ein recht hübsches Kulturbild aus dem vom „preußischen Stiefel" befreiten Lothringen. Der vielverlästerte preußische Gendarm mit dem großen Schnauzibart war allerdings kein Prügelmeister, wie sein französischer Kollege. Der Unterschied zwischen einst und jetzt wird bei den „bei jeder Kleinigkeit" verprügelten Arbeitern aus dem lothringischen Jndu» striegebiet recht deutlich werden, denn bekanntlich wir. len Prügel recht sehr in der Richtung des Nachdenkens.
Europas Kohlennot.
Der oberste Wirtschaftsrat berstet ht der Sitzung in London über die Schwierigkeiten ber gesicherten Versorgung Europas mit hinreichend«! Mengen Kohle, LAvFmitteln und Rohstoffen. Rat beschloß im
Für die Verbindung des Mittelmeeres und der Nordsee hat die französische Regierung ehren Man entworfen. Die Rhone und der Rhein—Rhone-Kanal sollen bedeutend verfieft und verbreitert werden. Die veranschlagten Kosten betragen 3 Milliarden Franken.
* Ein Zwischenfall in Canaenfelb. Im Munitionslager Langenfeld tm Kreise Opladen wurde am 21. Mai der deutsche Arbeiter Bracht von einem britischen Soldaten e r st o ch e n. Bracht war mit an- deren Arbeitern an dem Mnnitionsschuppen tätig, während ein britischer Soldat daneben auf Posten stand. Dieser zeigte Bracht eine Ansichtskarte und B dazu: „1914 bis 1918: Deutschland, Deutsch- über alles! Von 1918 bis 1919: „Schottland, Schottland über alles!" Brach zeigte daraufhin auf seine Stirn und sagte: „Du bist verrückt!" Da schrie der Engländer: „German kaput!" und stach durch den Zaun mit beim ausciepflanzten Seitengewehr aus Bracht ein. Der Stich durchbohrte seine rerbte Lunge und führte den alsbaldigen Tod herbei. Der Soldat wollte daraufhin auch einen anderen deutschen Arbeiter angreifen, wurde aber von einem hrrbeieilenden englischen Posten daran gehindert. — Der Vorsitzende der deutschen WaffenstillstarLskommission zu Düsseldorf bat an den Vorsitzenden der britischen Wassen- ftillstandskommission eine Rote gerichtet, in der um Mitteilung ersucht wird, was non den englischen Gerichten in dieser Anaeleaenheit veranlaßt worden sei.
Belgisches Regiment in Westdeutsckstand. Die Bel- gier händigen den aus den Ententeländern nach dem von ihnen besetzten Eupen zurückkehrenden deutschen Kriegsgefangenen nur dann einen Personalausweis auS, wenn sie sich bereit erklären, B e l g i e r werden zu wollen. Im anderen Falle können diese armen Leute nicht in ihrer alten Heimat Eupen bleiben, son. dern müssen sich eine neue Heimat suchen.
* Die direkten Verhandlungen zwischen Preuße», und Polen beginnen am Mi iwoch in Berlin.
* Der Magistrat der Stadt Ttzo.:« hat sich g**<jen die Aosicht e-.kiäri, die deutschen Fürstenden'mäler nach Deutschland zu schaffen. Sie erwarten, daß die polnischen Milbürger imstande sind, die Denkmäler vor Zerstörungswut fanatischer Elemente nt schützen.
Was ein polnisches Flugzeug enthält. Die „Schle- fische Bolts geitivng" stneldst aus Ratibor: Bei Tziergowitz stürzte ein wahrscheinlich polnisches Großflugzeug mit zwei Motoren brennend ab. Die Insassen, acht Mann, sind tot. Das Flugzeug barg eine Anzahl noch lebender Brieftauben. Außerdem wurden ganze Säcke rusiischen Geldes von Bahnarbeitern aufgelesen. Sofort herbeigeholte Gvenzschutzsoldatein bargen die Trümmer.
(Eine eigenartige AahnenafsSre beschäftigt die Oeffentlichkeit Tirols in lebhafter Weise. Vor kurzem erstiegen, so berichten die „Innsbrucker Nachrichten", einige Touristen die Dajoletspitze und pflanzten zum Zeichen ihrer deutschen Gesinnung und zum Zeichen der Zugehörigkeit Südtirols zur deutschen Heimat lange weiß-rote und schwarz-rveiß-rate Fahnen auf den steilen Bergspitzen auf. Die hiervon unangenehm berührten fremden Behörden versuchten nun alles, diese Zeichen deutscher Gesinnung von den Felstürmen herun- lerzuholen. Die italienischen Kletterer mußten aber unverrichteter Dinge talabwärts ziehen. Run versuchte man den deutschen Farben beizukommen, indem man. die Bevölkerung aufforderte, entweder die Fahnen herabzuholen oder die Namen der Gipfelstürmer be- kanntzugeben. Eine große Zahl anonymer Anzeigen lief ein und in freudiger Erregung und Hoffnung auf baldigen Erfolg begannen die Fremden die Jagd auf die Täter. Dach welche Enttäuschung: Der erste Verhaftete war blind, der zweite ein Kriegsinvalide mit einem Bein und der dritte ein Krüppel ohne Arme. Jetzt werben die Fahnen militärisch bekämpft. Kampf» flieget kreisen um die stolzen Türme, aber weder ihre Maschinengewehre, noch die zuletzt herbeigeführten Minenwerfer waren bisher imstande, das Wahrzeichen deutscher Treue zu vernichten.
* Deutsche Musik in Paris. Am Samstag ist im Tuilerien-Park zum erstenmal wieder Wagner gespielt worden. Eine ungeheuere Menge höPe die Meistersinger-Ouvertüre an und spendete groffft Beifall.
* Die internatioittie Sozialistenkonferenz ist am Eamßtag in Luzern zusammengetteten. Sie wird bis 10. August dauern.
(Eine deutsche Ackerbaukolonie in Argentinien. 44 Handwerker und Bauern aus Bielefeld und Nachbarschaft fahren am 6. August nach Argentinien, um in
^iegsgefangenen
EL aus England kommen,
fünf y Londoner „Daily Mail" meldet: Die ersten 8tfan tuPPentransportbampfer mit deutschen Kriegs-
"fff, verlassen am Donnerstag die englischen er;Ona B,e. Heimbeförderung der deutschen Kriegs- toorben n endgültig vom Ministerrat beschlossen
Bähung der RheingebieLe.
1«.sUttÄp.5" veröffentlicht den Text einer am Vfah zwischen Wilson, Clemenceau und Lloyd ie tzx.Vtz oifene.v .Aomachung, worin gesagt ist, daß w: ^"llsperioöe bis zur vollständigen Erfüllung sn nn, mUtrna^un95^aufe* *n dauere. Wenn in» •ftitfib Bändigung der 15 Jahr» Deutschland den Stieb» en ""chgekommen ist, würden die ihm
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Daß die Rumänen trotz der Gegenbefehle der Entente ihren Vormarsch fortgesetzt und sich schließlich in Budapest einquartiert haben, hat offenbar ganz bestimmte politische Ziele. Die Rumänen wollen bei den beginnenden F r iedens v erh a ndlu ng en nicht nur gegenüber Ungarn, sondern auch gegenüber der Entente eine möglichst starke Stellung einnehmen, und es unterliegt kaum einem Zweifel, daß ihnep das gelungen ist. Es wird der Entente nicht ganz leicht fallen, die Rumänen wieder aus Budapest herauszubekommen, und die Besetzung Budapests durch die Truppen der Entente, die die ungarische Regiemng nach wie vor dringend erbittet, wird sich jetzt etwas schwieriger gestalten.
Mißlingen des Generalskreiks in der Schweiz.
Die Gefahr eines allgemeinen Landesstreiks kann als abgewendet gelten, nachdem die Arbeiterunion der Stadt Bern, die sich immer gegenüber Zürich und Bafel durch eine gewisie Vernünftigkeit auszeichnete, Samstag nacht beschloß, nicht in den Streik zu treten. Damit wurden Basel und Zürich isoliert, da auch die Arbeiterschaft der anderen Großstädte wie Luzern und La Chaux-de-Fonds nicht in den Streik eingetreten ist.
In Zürich hatten sich einige Hundert Straßenbahnführer freiwillig gemeldet, sodaß nach drei Tagen unter militärischem Schutz die ersten Straßenbahnen wieder fahren. Die Straßenbahner haben darauf den Streik abgebrochen, während die Ardeitemnion ihn noch fortzufetzen sucht. Auch in den Betrieben des industrie- reichen Limattales ist der Streik für beendigt erklärt worden. Die Typographen von Zürich, die am Sonntag mit einer kleinen Mehrheit die Teilnahme am Streik beschlossen hatten, haben jetzt mit 473 gegen 37 Stimmen den, wie die „Reue Züricher Zeitung" schreibt, für die Streikleitung wahrhaft niederschmetternden Beschluß gefaßt, vom Generalstreik abzusehen.
Der Mißerfolg des Generalstreiks scheint auch in den radikalsten Köpfen die Einsicht gefördert zu haben, daß in der Schweiz mit Gewalt heute nichts zu er- reichen ist. Ueberdies ist das Bürgertum im Verein mit der Bauernschaft zu stark und gesund, um sich einen gewaltsamen Umsturz gefallen zu lassen.
Die Gärung in Italien.
Auf 8er Linie Tarent-Potenza tourte laut tem „Secole" ein Sprengkörper aus die Schienen gelegt. Besin Eintreffen eines Personenzuges ent» stand eine Explosion, die ein Wärterhaus zerstörte und den Zug zum Gutgleifen brachte. Bis jetzt wurden 9 Tote und viele Verwundete geborgen. Tie Streek, läge in Italien verschlimmert sich. Tie Ber- Handlungen in Rom unter ter Leitung des Industrie- Ministers zwischen den Vertretern der Industriellen und ter Metallarbeiter wurden ohne Ergebnis abge. brochen. Die Streikleitung ter Textilarbeiter beschloß, falls die Industriellen weiter auf ihrem Widerstande bebarren sollten, den Generalstreik aller Industrie- und Landarbeiter vom Dienstag an in ganz Oberikalien, ;
Die Ausstände in Amerika.
Die streikenden amerikanischen Eisenbahner fordern die V e r st a a 11 i ch u ng der Eisenbahnen.
Der Vorsitzende des Bundes amerikanischer Eisen- bahnarbeiter Lee veröffentlicht eine Erklärung, daß Amerika einem Aufruhr näher sei als je. Wenn der Beunruhigung nicht durch gemeinsame Anstrengungen des Kapitals und der Arbeit entgegengearbeitet werde, würden in Amerika Unruhen entstehen, wie man sie doch noch nicht erlebt habe.
' Man wird gut tun, Ausdrücke wie „Aufruhr" und „noch nie dagewefene Unruhen" aus dem Munde
Die „Newyark Sun" meldet, es würden zwar Kabelmeldung» aus Peking angehalten, aber aus diplomatischen Berichten aus dem fernen Osten gehe hervor, daß es auf der Schantung-Halbinfel bereits zu Kämpfen zwischen chinesischen und japanischen Truppen gekommen fei. General Wu, der Befehlshaber der chinesischen Regienmgs- truppen auf der Schantunghalbinsel, habe die Regierung ersticht, ihm zu gestatten, dem Einmarsch der Japaner Widerstand zu leisten. Die feindliche Stimmung gegen Japan sei im Zunehmen.
verhindern; Telegramme Hindenburgs und J tg an Enver Pascha, die an Deutlichkeit nichts
übrig lasten, beweisen dies. Einen schwe- ^M^peyter hat allerdings die deutsche Regierung da» lies ™e^nsen> daß sie trotz les Rates des Botschaft Wolfs,Metternich die deutsche Preste zum I.e8nfrim8en verurteilte und damit den Ausbruch ter des deutschen Volkes unterdrückte.
btr fV‘worten8 des armenischen Volkes ist eine Mem eÜ.- m Auflagen gegen die Barbarei, die in lat. sich wieder einmal fürchterlich ausgelebt teat hZ • Men Steste ter armenischen Nation sollten fcfteJi ?^!ffns in den Schutz ter ganzen Menschheit infer - dieses arme edle Christenvolk verdient 6ritT -""sLstes Mitgefühl Armeniens Wiederaufbau ist ■»-j |ttL.^ni61teg Mitgefühl, Armeniens Wiederaufbau ist
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Hinblick auf den äußersten Ernst ter Kohlenlage die verschiedenen Regierungen auf tue unbedingte Notwendigkeit der vermehrten Erzeugung und des verunnter- ten Verbrauchs aufmerksam zu machem.
Wirtschaftliche Schwierigkeit,« der Entente.
Der Londoner Berichterstatter beS „Corriere beUa Sena" steht unter dem Eindruck, daß es um daS Ergebnis der Londoner Beratungen deS Obersten interalliierten WirlschafttrateS schlecht bestellt sei. Bon keiner Seite sei ein Vorschlag zur Leber» Windung der von allen ^gegebenen Schwrengkettev gemacht worden. _ __r .
Bei den Beratungen erklärte Srr Auckland Geode«, England sei nicht in der Sage, im kommenden Winter auch nur eine Tonne Kohlen aus« zuführen. Frankreich hat jedoch auf der Konferenz das Zugeständnis der Lieferung von Nahrungs« Mitteln von Amerika gegen eine Dollar anleche erh««n»
Unsere Lebenswtttelversorgnng.
Im ReichSernährungsministerium ist die Frage erwogen worden, ob e3 nicht möglich wäre, für gewisse LebenSmittel, die in stärkerem Maße als bisher aus dem Auslande eingeführt werten, einige Erleichterungen der Zwangswirtschaft zu schaffen. Dagegen ist nicht daran zu denken, daß zum Bersprel Fleisch, Butter und Milch ter Kontrolle entzogen werden. Außerdem besteht in der Milchversorgung die Befürchtung, daß hierin eine Einschränkung nötig sein wird. Was dis Brot» und Mehl- berforgung anbelangt, so hofft man an zuständiger S:elle vom 1. Oktober ab in ter Sagt zu fern, in den Wochenrationen eine bedeutende Erhöhung eintreten zu laffen. Nebligen? läuft die Aktion der Regierung zur Senkung der Lebensmittelpreise im Oktober ab. Es besteht nicht die Absicht, sie fortzusetzen, da man im Reichswirtschafts. Ministerium hofft, daß die Schleichhandelspreise schon so weit herabgevrückt fein werden, daß die Regierung den Abbau ihrer Zuschüsse wird besinnen rönnen. Die Lebensmitteleinfuhr wird sogar, stärker, trotziem die Regierung die Lebensmittel nicht, wie bisher, mit Toldmark bezahlt, sondern mit fremder Valuta
4*1 Q I Verantwortlich für ben redaktionellen Teil: Karl Schütte. Jlf. |• ©♦ I für die Anzeigen:J. Parzeller, Fulda. — Rotattonsdruck.
iae Monate nach dem Eintritt det Türkei in den -Jr ausgebrochen war. Vom ganzen Umfang des L-Äiels, von dem dieses unglückliche Christemvolk be- mo; tourte, konnten sich aber nur wenige Singe» •“E, »ine Vorstellung machen. Jetzt endlich ist durch ^Puch „Deutschland und Armenien 1914—1918" Dr, Johannes Lepsins, ein Ueberblick über öie TkLehn'isse möglich geworden. Es ist Aufgabe ter Stfe die Wahrheit über diese Dinge rückhaltlos zu sten, um st mehr als vordem die Kriegszensur SToffenc Aussprache hinderte. Darum seien hier Lrfeie Mitteilungen aus dem Buche (vergl. Nr. 174), A durch das Folgerte ergänzt.
r, gxpsius, der Leiter der deutschen Orientmission, er «»It die Erlaubnis, die diplomatischen Aktenstücke des gjtoäriigen Amtes über dieVorgäsige benutzen zu dür- und er veröffentlichte daraus eine Auswahl, die EX ersten Einblick in diese furchtbaren Vorgänge Danach sind weit mehr als eine Mik- ion Armenier der furchtbaren Christenverfol- -um Opfer gefallen, nahezu zwei Drittel L, «mzcn Voflsteils, der beim Ausbruch des Krieges ter Türkei wohnte. 200 000 wurden versprengt, 250 0 0 0 flüchteten fn den Kaukasus, 200 000 blieben ausgehungerte Bettler in den Konzentrationslagern üftig Tavon wurden gegen 300 000 zum Ueberrritt l— Mam gezwungen. Dazu kamen noch nahezu - »00 000 Armenier, die im Laufe des Jahres 1918 im
«aukasus hing schlachtet wurden. Eine Milliarde ar- Dom, Zisches Nafionalvermögen wurde von ter Türkei ge» £2 «wbt Die Zahl der Frauen und Mädchen, die in Milche Harems verschleppt tourten, geht in die Vie» 6jji.ii, fat Tausende.
’ - Die im Buche veröffentlichten Dokumente geben I hewerreißente Schilderungen der unsäglichen Leiden, taz I In der Kamachschlucht schlachteten Regierungstruppen und» ter 86. Kavalleriebrigade unter Führung ihrer Offi- ’ ’ -', ,j£rc an vier Tagen über 20 000 Frauen und Kinder a Namenlos war das Elend ter Deportierten, die unter unbeschreiblichen Qualen, durch Hunger und norff, Krmkheit fast alle dem sicheren Tode entgegengingen. —2. Sofien hindurch schwammen den Euphrat hinunter die fcertoefenten Leichen der armen Opfer, an den großen iSKaßen, die nach Mesopotamien führen, lagen dis Toten haufenweise und verpesteten in solchem Maße K Verkehrswege, daß die militärischen Operationen Ort« ter Türkei dadurch vielfach zum Mißlingen verurteilk ».[3 tonten. Mit Tränen in den Augen liest man die Be- J ritfite ter Augenzeugen, die schließlich keine Worts » M mehr finden können, um ihrem Jammer und auch ihrer . Erörterung Ausdruck zu verleihen.
ihr «"ingfuglges Erergnrs, das ter Türker auch nrcht den Serrngiten Anlaß zu den unmenschlichen Anordnungen WIR Sib, die damals beschlosien tourten.
,Die Aktenstücke erbringen aber auch den einwand- sim« Beweis, daß die Beschuldigungen ter Entente» die von den Türken im eigenen Lande geflifl fT .terbreitet wurden, daß nämlich die Den t- 19en die eigentlichen Urheber der Greuel ge- Wen feien, völlig erlogen sisid. Die deutschen sEsiiln in Kleinasien, die deutsche Botschaft in Kon- MNluwpel und die Regierung in Berlin haben wäh. Sanken Krieges sich unMäfsig bemüht, das .‘ Volk zu retten und die Türkei zur Mansch,
ff'i“ bewegen. Die Organisationen ter deutschen m Un^ Protestanten haben sich in ausführlichen Biegungen an die deutsche Regierung in gleichem .JS: gewandt. Die Bemühungen ‘ scheiterten aber dP^andig an der Starrköpfigkeit ter türkischen 91 e» en3® 21®.' die entweder die Zuständigkeit Deutschlands
i Frage leugnete oder die deutschen Behörden rhn6 Mehrmals kam es darüber zu em»
.legier £ ^Dcrmungen; als in den letzten Kriegsmonaten zD. ."^n im ehemals russischen Kaukasusgebiet die iif^^richlächterei wiederum begannen, kam es sogar lusigen Gefechten zwischen den Verbünde» z^»?^utschen und türkischen Zruppen, tiafm o-2 .Offiziere die wehrlosen Armenstr vertei- ^epsius weist auch an Hand ter Dokumente [ tl Oa0 einzelne Deutsche, die in ter feindlichen
Ji Namen angefchuldigt waren, geradezu alles W das Los der Armenier zu mildern. Auch fiHBRliehkr/to Heeresleitung gab sich, wenigstens in den ^Kmaten des Krieges, alle Mühe, um das
, „■hie Befehle mit größter Bereitwilligkeit aus. Die uÄ ^udgittigesi Stämme der Kurten und Tscherkessen, von -"uzW Regierrmgstruppen unterstützt, vollbrachten das entsetz- w en in fanatischer Vernichtungswut.
Aus den Dokumenten ergibt sich mit aller Klarheit, M die Angaben der Türken über A u s st ä n d e in Annenien grobe Täuschungen waren; die sogenannte ' n Wan, worauf die Türkei sich im April rscheint angesichts der Dokumente als ein