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Wögen Beteiligung cm Demonstr Juli sind 287 Teügraphenar beiter

Demonstrationsstreik

vom

in Berlin ent«

21.

kli

sich

Teilnehmer, angeblich wegen politischer und mineller Umtriebe, verhaftet.

Sie haben Ne Düppeler Schanzen vergessen.

Die Dänen werden in den Gebieten, die

Streik und Streikfolgen

Streikgefahr bei der Reichspost.

und bestimmt gefaßte Frage vor, ob Ludendorff sicher sei, bei der jetzigen Offensive den Feind endgültig und entscheidend zu besiegen. General Ludendorff wieder-- holte diese Frage, um seiner Antwort besonderen Nachdruck zu verleihen und erklärte:Darauf ant­worte ich mit einem bestimmten Ja!" Bis Mitte August hat Herr v. Hintze eine andere Schilderung der rein kriegerischen Lage von der Ober­sten Heeresleitung nicht erhalten. Er ließ sich aber durch die rosenrote Beurteilung der außenpolitischen Lage nicht in Illusionen verstricken. Nach einer Be­sprechung mit dem Bizekanzler v. Payer in den ersten Augusttagen reiste er nach Spa und hatte am 12. und 13. August Beratungen mit der Obersten Heeres­leitung, denen am 14. August ein Kronrat unter dem Vorsitz des Kaisers folgte. In ihm hat Herr v. Hintze als Er st er und Einziger amtlich und verantwortlich den Rat erteilt: Die politische und militärische Lage verlangen Friedensschritte und daraus müßten die Konsequenzen gezogen werden.

holten Mißhandlungen Deutscher gekom­men. Die Deutschen des Kreises Sonderburg ver­langen von der Behörde eine genaue Untersuchung und strenge Ahndung gegen alle Ruhestörer, einerlei ob Deutsche oder Dänen. Sie protestieren gegen jede systmatische Verhetzung und dänische Demonstration.

Ein französischerNationalheld".

Der französische Sergeant Manheim ist bekannt­lich im Berliner Hurenviertel möqlicherweise von Zuhältern erstochen worden. Die Stadt Berlin soll wegen diese« Vorfalles 1 Million Gold als Buße bezahlen. Die Franzosen aber haben einen Natio» nalhelden mehr. Die Leiche des Manheim ist be­kanntlich feierlich nach Frankreich überführt worden. Jetzt wird aus Paris gemeldet: Am Mittwoch vor­mittag fand hier mit großem Pomp die Be­erdigung des Sergeanten Manheim statt. General Mangin, sowie die französischen, englischen, italienischen, amerikanischen, belgischen und rümäni- schen Misiionen in Berlin hatten militärische Abord­nungen entsandt. Was gehört doch nur dazu, um ein französischerNationalheld" zu werden.

Das neue Zion.

Die Zionistische Organisation von Amerika teilt mit, daß IVt bis 2 Millionen Juden von allen Teilen der Welt nach Palästina gehen werden. Man erwartet, daß eine Million aus Rußland kommt.

I Verantwort!, für den redaltion.Teil I.V.: Dr.Joh. Kramer, I A

f[r. |0V« | für die Anzeigen: I. P arzeller, Fulda.- Rotationsdruck. | Irerrag ^3* JUIl

durch Abstimmung zwischen Deutschland und Däne­mark entscheiden sollen, sehr frech. Aus Sonder- b u r g wird gemeldet: Am 23. Juli landeten in Son­derburg ohne Päsie und Ausweise etwa 1500 dä­nische Pfadpfinder unter der Führung von Offizieren. Die dänische Bevölkerung der Stadt fand sich an der Landungsbrücke ein, um da­durch den erwarteten Widerstand der Behörde gegen die Landung zu unterbinden. Die Pfadfinder wurden durch den Sonderburger Redakteur Graus mst einer Rede empfangen, in der er hetzerische Ausfälle gegen Deutschland mit Hochrufen auf das größere Dänemark verband. Unter seiner Führung traten die Pfadfinder dann einen Demonstrationszug durch die Stadt unter der Absingung dänischer Lieder an. Durch das Verhalten Graus gereizt, zog abends ein Zug Deutscher in das dänische Versammlungshaus und verlangten in dieser die Auslieferung Graus, aber ohne Erfolg. Dieser versammelte morgens die dänische Be­völkerung auf dem Markte und veranlaßte die Menge zu dem Beschluß einer Entsendung einer Kommission nach Kopenhagen, welche die Entente zur soforti­gen Besetzung Nordschleswigs zur Sicher­heit der angeblich schutzbedürftigen Bevölkerung er­suchen soll. dielen Ereiwvllen iv, es. zu wieder-

Kurland.

« Amerika ohne Alkohol. Das Repräsentanten- hau» der Vereinigten Staaten hat das Gesetz gegen den Alkoholmißbrauch mit 387 gegen 100 Stimmen angenommen. Das Gesetz ist so weitgehend, daß, man glaubt, es werde den Handel mit alkohol-, haltigen Getränke n vollständig unterdrücken.^ Die Vorlage geht jetzt an den Senat. I

** Rüstungsverstärkung in Japan. Das japa­nische Parlament har die Heeres- und Marine­vorlage einstimmig angenommen, die eine finanzielle Mehrbelastung von jährlich einer Milliarde 9)en; bringen. Danach sieht es mit dem Weltfrieden, noch mau aus!

England und der Friede.

Nach Aeußerungen im englischen Unterhaus soll Deutschland so bald wie möglich in den Völ­kerbund ausgenommen werde. Als Termin wird der 1. Oktober 1919 genannt.

Es liegt folgendes Telegramm vor:

wtb London, 25. Juli. (Tel.) Im Laufe der Debatte im Oberhause über den Gesetzentwurf betref­fend den Friedensvertrag sagte Lord Curzon, es fei möglich, daß das gerichtliche Verfahren gegen den ehemaligen deutschen Kaiser nicht in London abgehalten werde. Man habe eingesehen, daß hiergegen wegen des damit verbundenen uner­wünschten Aufsehens und der Erregung der öffentlichen Meinung sowie der Störung des öffentlichen Lebens ernste Bedenken vorliegen. Ein endgültiger Beschluß sei noch nicht erreicht, und falls der Prozeß doch auf englischem Boden stattfindet, sei damit nicht gesagt, daß für diesen Zweck London gewählt werde. Der ®e= setzentwurf über den Friedensvertrag und den engllsch-französischen Vertrag wurde in allen Lesungen einstimmig angenommen.

Sus lkirche und Schule.

** Katholikentag der rheinischen Westmark. Die Vorbereitungen zu einem Katholikentag in Aachen (Katholikentag der rheinischen Westmark» sind» nach­dem Kardinal von Hartmann freudig seine Zu­stimmung gegeben und seine Mitwirkung in Aussicht gestellt hat, nunmehr in volle» Gange, so daß mit einer wirkungsvollen Tagung gerechnet werden tarnt.;

lass en worden. Man hatte sich an den Reichspost- minister gewandt, aber dieser hat die Entlassung für gerechtfertigt erklärt, weil der Streik dieser Staatsarbeiter ein Verbrechen an den Interessen des Volkes und der RepnoiL gernesen fei. Dor er- n n d bei­de u ts ch e n Telegraphenarbeiter 1*ai sich mit diesen Entlassungen beschäftigt und den Gene- r a l st r e i k in Aussicht gestellt, falls binnen vierund- ztvanzig Stunden die Entlassungen nicht rückgängig ge­macht werten.

Aussperrungen bei Siemens.

Die Siemens-Schuckert-Werke teilen mit: Den­jenigen Arbeitern der Siemens-Firmen, die in pas­sive R e s i st e n z getreten waren und die trotz der Aufforderung der Werksleitung die Arbeit nicht wie­der aufnahmen, wurde die Entlassung mitgeteilt. Es handelt sich ungefähr um 10000 Mann. Der Generalausstand in der Groß-Dresdener Metallindu­strie ist verhindert worden. Die beiden Parteien haben sich bezüglich des Mitbestimmungsrechtes ge­einigt. _______________ _______________

Ein Versuch mit der Sozialisierung.

Im Verlauf seiner Rede in der Nationalversamm­lung hat Ministerpräsident Bauer mitgeteilt, daß die Regierung zur Sicherstellung der durch den Friedens- rertrag bedrohten Versorgung der deutschen Eisen­hütten mit Erzen die Ueberführung der r e i ch e n E r z- lager des Ilseder-Peiner Bezirkes in Aussicht genommen habe. Ein entsprechender Gesetz­entwurf wird dem Staatenausschuß und der National­versammlung noch in diesen Tagen zur Beschlußfassung zugehen. Es handelt sich um die I l s e d e r Hütte, deren große Erzlager sich in Hannover, und zwar in den Erzgruben Bülten-Adenstedt (mit Tagebau und Tiefbau), Lengede-Bodenstedt, Georg-Friedrich (bei diesen nur mit Tagebau) befinden. Seit dem Jahre 1907 betreibt die Ilseder Hütte auch bei Isernhagen die Gewinnung von Brauneisenstein. Die Arbeiter­zahl der beiden Werke beträgt ungefähr 5400.

Enthüllungen.

E5ir leben in der Zeit derEnthüllungen". In Großstadtpresse wird zurzeit alle Vormittage und «üchmittage etwasenthüllt" aus der Zeit vor dem oder aus der Kriegszeit selbst. Durch diese Enthüllungen wird aber nicht irgend eine Sache klar Sylt, sondern nur eine noch größere Verwirrung Verdunkelung hervorgerufen. Das ist wohl auch Absicht. Meistens wollen dieEnthüller" sich Mtlosten oder aber sie wollen dem Gegner etwas anhängen.

$er hereingefalleneProphet des deutschen Sie- ttt, Helfferich, erster Vertrauensmann aller ^kapitalistischen Herrschaften,enthüllt", wie wir -^führten, jeden Tag einiges über Erzbcrger. sJJt hat er, da die vielfach geradezu kleinlichen An- Me Helfferichs nicht viel Erfolg versprechen, in dem siäheren deutschen Botschafter in Wien, Graf Wedel, einen Helfer erhalten. Dieser Herr erhebt gegen Erz- bcrger den Vorwurf, dieser habe im Jahre 1917 gnen Geheimbericht des Grafen Czernin, ten er von nichtamtlicher Seite erhalten hatte, in einer Versammlung vertraulich verwertet. Infolge­dessen hätte das Geheimnis seinen Weg nach Paris gefunden. Ein französischer Diplomat hat in Wien verraten, es habe 1917 einen Augenblick gegeben, wo Lloyd George, der über Krieg und Frieden entschied, in seiner Siegeszuversicht infolge der Wirkung des U-Bootkrieges wankend geworden und Verständigungsgedanken nicht ganz unzugänglich ge- oefen fei. Lloyd George und Ribot hätten im Begriff gestanden, nach Rom zu reifen, um mit den italienischen Kollegen die Frage eines Verstän- dizungsfriedens zu beraten. Die geplante Seife fei aufgegeben worden, weil die Lage durch die Nachrichten aus Oesterreich sich geändert habe und deshalb habe man den Verständigungsge- dankendefinitiv fallen lasten.

Daß die Staatsmänner der Entente bei ihrer Be- «teibmg der Lage in irgend einem Zeitpunkt des Krieses so von der zufälligen Kenntnis eines einzelnen Sehrimberichtes abhängig gewesen wären, ist völlig unglaubwürdig. Ihr Urteil, und damit ihre Ablehnung desVerständigungsfriedens" würde wohl auch festgestanden haben, wenn sie diesen Bericht nicht gckannt hätten. Daß sie ihn aber gekannt haben, und daß Erzberger daran schuld ist, falls sie ihn gekannt haben sollten, wird durch WedelsEnthüllungen" wahrhaftig nicht erwiesen. Es steht in derselben Reihe wie alle anderen Anschullrigungen und Angriffe, denen gegenwärtig der Reichsfinanzminister. Erzberger ausgesetzt ist.

' Die Motive zu den Angriffen auf Erzberger kenn­zeichnet derVorwärts" dahin:sie gelten nicht der Person Erzbergers, sondern dem sieichsfinanzminister, der im Begriffe ist, den Besitzenden harte Steueropfer aufzuerlgen; nicht Ercherger selber solle getroffen werden, sondern man oill die beabsichtigte Steuergesetz- zebungvereiteln." Dabei darf man aber nicht vergessen, daß die alldeutschen und liberalen Blätter in erster Linie auch ihren Geifer auf Erzberger aus- gießen, weil er ein Bormann der verhaß- icn Zentrums Partei ist.

Erzberger wird die Antwort nicht schuldig "leiben. Die politische Aussprache in der Nationalversammlung soll ihm die Gelegenheit dazu geben. Da wird es neue weitere Enthüllungen geben. In parlamentarischen Seifen rechnet man damit, daß es im Verlauf der «ebatte, in der die Konservativen Herrn v. Gräfe, anen ihrer Schärfsten und Fanatischsten, vorschicken sollen, zu hefttgen Auseinandersetzungen über die «nuld an unserem Zusammenbruch kommen wird. Wdjsminifter Erzberger will dazu sprechen und d»ll sich dabei auf bisher noch nicht bekannt geworde- amtliches Material stützen; er will auch die Ge- E^nheit benutzen, seinen Gegner Helfferich zu stellen, «chan jetzt wissen die Blätter aus Weimar zu melden, ^beiger werde heute wichtige Akten st ücke fur dem Sommer 1917 verlesen, aus denen ^°rgehe, daß ein englisches Friedens- .f,n 9 e b o t durch die damalige Regierung Michae - rs falsch behandelt worden sei. Der päpst-

Nuntius in München hatte sich in einem Schrei- ??an die Regierung gewandt, in welchem er erklärte, ^englische Regierung habe durch den englischen Bot- ^sier am päpstlichen Stuhl gebeten, in Deutschland Justagen, wie dieses über die belgische Frage denke, ^vielleicht auf diesem Wege zu einem baldigen

zu kommen. Deutschland solle mitteilen, welche ^Mdigung es Belgien zuzubilligen gewillt fei und

Garantien Deutschland beanspruche.

. Daß die Sache mit dem englischen Frie- J5angebot stimmt, geht daraus hervor, daß ffircuensmänner der damaligen obersten Heeres-

jetzt schon in der Presse erklären, daß die Heeresleitung nicht schuld an der Ablchnung Angebots geroefen fei.

Ekzberger arbeitet.

Cntiönt von der Schimpf- und Verleumdungskano- » ^^"Kapitalistischen Meute und ihres Anhanges A» dresie ist Erzberger ganz bei der Sache, die

°n3ielle Wiederher st ellun g Deutfch- z durchzuführen. Nach einer Meldung aus Crfla.rt hat er auf dem Wege zu diesem Ziele w i e- k/einen großen Erfolg aufzuweisen. Zwi- ^.oem^Reichssinanzminister Erzberger und den süd-

Finanzministern ist nämlich eine Einigung «rage der Ausgestaltung der Reichssteuergesetze kSr worden. Jetzt werden die Gegner Erzbergers wilder werden.

Dudendorff, Hintze und der Zusammenbruch. fUM Aufzeick. mngen des Staatssekretärs des Hm 1 Dcn Hintze, des Nachfolgers Kühlmanns, Hoi-i.e "prunkst Ztg." Enthüllungen, aus denen daß die immer wiederholte Behauptung, «ta »^Üe Heeresleitung habe schon seit August 1918 »göneben gedrängt, die Untätigkeit der politischen aber habe es verschuldet, daß der Waffenstill- tz. M angeboten wurde, als es zu spät war, falsch H'ntze hatte vor Antritt seines Postens "Uli in Aoesnes eine Unterredung mtt dem Ge- 61 Er legte ihm di« förmlich

blick wieder neu aus brechen. Verbrecherische Agitatoren sind im Lande tätig, nm nnt russischen! Gelbe die Landarbeiter zu neuen Streiks aufzuhetzen- Angesichts der ungeheuren Gefahr hätte die Regierung die Pflicht, endlich einmal die Energie zu zeigen, btf wir bisher so sehr an ihr vermaßt haben

Abg. Behrend (Dnat. Vp.): Die Not. d,e auS einem Landarbeiterstreik für die Landwirtschaft ent­stehen müßte, wäre die Not des ganzen Volkes - Dip verlangen deshalb von der Negierung die Ermöglichung für die Arbeitaeber, den Arbeitern dre Naturallöhne auszuzahlen, und Freiheit der Landarbeiter hinsichtlich der eigenen Erzeugung, ferner Forderung des Taris- bcitidöSlDcfcnS. , .

Reichsarbeitsminister Schlicke: Jeder von uns werd den Ausbruch der Landarbeiterstreiks aufs tiefste be­dauern. Aber es darf auch nicht verschw.egen werdcn, daß die landwirtschaftlichen Unterneh­mer in der rücksichtslosesten AuSnntz-, ung der Konjunktur ihren Arbeitern eln sehr schlechtes Beispiel gegeben haben. Als VorbeugungS. maßregel ist außer der erwähnten Landarbeitsordnung noch folgendes geschehen bezw. in Aussicht genommen: Ein Erlaß, der den wilden Kündigungen, der Land, arbeiter vorbeugen soll, Ausbau und Bcsefrigung des Tarifwesens. Endlich sind Verhandlungen tm Gange, inwieweit eine Haftung einzutreten hat für den Ver­tragsbruch, und zwar nicht, nur fettens der ArbetmLh- mer, sondern vor allen Dingen auch der Arbeitgeber, .kleinesfalls ist etwa beabsichtigt, das Stretkrecht irgend­wie anzutasten oder einzuschränken.

Die politische Aussprache.

Auf Vorschlag des Präsidenten F e h r e n b a ch be- schließt das Haus, die Besprechung der Jnterpellatwn mit der politischen Aussprache Zu verbinden

Abg. Krätzig (Soz.): Der Abg. Wrtthoest Bat ein lautes Klagelied über die Kriegswirtschaft, angemmmt. Er hat aber verschwiegen, daß diese Kriegswirt­schaft ein Werk der vorrevolutionären Regierung ist. Im übrigen ist es uns niemals eingefallen, diese Kriegswirtschaft als Sozialismus auszugeben. (Sehr richtig! bei den, Sozialdemokraten.) Das kapitalistisch-autokratische Regime hat d<nmt ge­endet, blühende Fluren deutschen Wirtschaftslebens ,n ein riesengroßes Trümmerfeld zu vertvandeln. B Programm, das uns gestern der Herr Ministerpräsident entwickelt hat, stimmen wir im großen und ganzen zu, aber wir müssen fragen: Wo bleibt der Staats- geriÄtshof, der endlich die zur Verantwortung ziehen soll, die all dieses Elend verschuldet haben? (Beifall bei den Sozialdemokraten ) Der Wg.Got- hein bestreitet imBerliner Tageblatt , daß der«W- talismus zur Katastrophe des Krieges gerührt hat. Der Kapitalist im einzelnen hat allerdings diese Verantwor- tung nicht, Wohl aber der Kapitalismus tut ganzen Besonders spielt dabei das R ü st u n g s k a p t ta l. eine Rolle. Wir wollen durch das internationale Pro. leüariat zu einem internationalen Abkommen gelangen. Helfferich sprach zu seinen Beamten m der Deut- scheu Dank beim Ausbruch des Krieges, der Krieg werde kurz aber glänzend sein. Helfferich ist der reicht, fertigste V ab a n gu e s p , el e r! Die Rechtt ermahnt un5, die Arbeiter zur Arbeit anztchalien. Dl« Mahnung kommt aus Kreisen, die den Müßiggang als vornehmste Eigenschaft des Lebens ansehen unbubt deshalb keine moralische Wirkung aus In der sozialt- nifchon Gesellschaft ist kein Platz für Müßiggänger. Die Sozialisierung muß durchgeführt werden, wenn auch! nickst in allen Wirtschaftszweigen Wir verlmigeniwe aroßzimige Politik, Hebung der landwirtschaftlichen Produktion und Schutz der lebenswichtigen Betriebe gegen die Gewalt. Wir wünschen den Belage, rungs^ustand zum Teufel, ccker bte litten muffen erst einsehen, daß sie sich mtt ihrer Politik der Handgranaten blutige Köpfe holen. Die Selbst­zerfleischung des Volkes muß . aushoren Alle Kreise müssen zusammenstehen, damit unser deutsches Volk nidUmn%2SUBr vertagt das Haus die SBeiterberahmg auf Freitag. (Fortsetzung der Aussprache, kleine An- fragen.) _________

Deutsches Reich.

* Die Zahlung der Zölle iu Gold. Das Gesetz, über die Zahlung der Zölle in Gold wird so der- kündet werden, daß es am 1. August 1919 in Kraft tritt.

* Die Entschädigung der Offiziere. Der Haus­haltsausschuß der Nationalversammlung, der über das Offiziersentschädigungsgesetz berät, nahm mit 15 gegen 13 Stimmen einen sozialdemokratischen Anttag an, nach dem dir vorgefehene Entschädigung nur im Falle der Bedürftigkeit gewährt werden soll. Der preußische Kriegsminister gab zu, daß ein Teil der Offiziere wohlhabend sei und einer Entschädigung nicht bedürfe, deren Zahl sei aber nicht so hoch, daß das finanziAl groß zum Ausdruck käme.

** Für ein Zündwarenmouopol. Der Antrag Nacken (Z.) auf Einführung des Zündwarenmtmo- pol« bis spätestens 31. März 1921 wurde mtt 17 Stimmen des Zentrums und der Sozialdemokraten, gegen 11 Stimmen der Demokraten, der Deutschen. Volk-Partei, der Deutsch-Nationalen sowie des Unab­hängigen Laukam in dem Ausschuß angenommen

** Als Stichtag für den Der Mögenszuwachs wurde in der Ausfchußsitzung der Nationalversammlung der 30. Juni 1915 beschlossen.

Derrtsche Nationalversammlrrng.

Sitzung vom 24. Juli.

Das Haus tritt in die Beratung der Interpellation Arnstadt (Dnall.), Hintze (D. Vp.) über

die Planwirtschaft

ein. Die Interpellanten fragen an, ob die Reichs- tegierung die in ihrer Denkschrift des Reichswirt- schaftsministeriunvs wiebergelcgte Absicht der Verewi­gung der gebundenen Wirtschaft unter staatlicher Auf­sicht (Plariwirischafi) die ihrige gewesen sei.

Abg. totttljoefft (D. Vp.): Würde die Planwirt­schaft deS Reichswirtschaftsministeriums verwirklicht, so würde die freie Initiative zum schwersten Nachteil für die Wieder<wfri<Aung des Handels und der Industrie ausgeschaltet. Der freie Handel ist ein gut funk­tionierender Regulator der Preisverhältniffe. Er wird den Preiswucher verschwinden laffen und unsere Va­luta beffern. Was unser Staat braucht, ist eine disziplinierte Truppe zur Aufrechterhaltung der Ordnung und der Arbeit. Nötig sind gesunde Finanzen und Sparsamkeit, gerechte Steuern und freie Entfaltung der gesamten Volkswirtschaft. Zwangs, bestimmungen find nur noch für Brot und Fleisch nötig. Nötig ist weiter die Aushebung aller Kriegs- und Zwangsgesellschasten, Sozialisierung mit Miß, Schutz den Ausländsdeutschen. (Beifall rechts.)' Reichswirtschaftsminister Schmidt: Trotz der Blockade sind unsere Aussichten nicht allzu, ungünstig. Unser Boden, die Bergwerke und Berkehrsstraßen können bald wieder leistungsfähig gemacht werden, sobald nur erst wieder die Arbeit einsetzt. Das Reichswirtschafts­amt wird versuchen, die Interessen, Konflifte und Ge­gensätze, die entstehen müssen, auszugleichen. Ein starres System kann es nicht aufstellen, sondern muß nach den Bedürfnissen der einzelnen Industrien ver- f-chren. Eine vollkommene Freiheit des Handels und Verkehrs ist heute unmöglich. Sobald das Gesamt» intereffe etz einigermaßen zuläßt, sollen die Einschrän­kungen aufgehoben werden. Die Ausfuhr unbeschränkt zu gestatten, geht bei der gegenwärtigen Preislage und dem Stande unserer Valuta nicht an. Dagegen wollen wir die Ausfuhr von Luxusartikeln und solchen, die wir im Lande entbehren können, oder deren Rohstoffe wir im Lande haben, nach Möglichkeit fördern. Auch die Einfuhr bedarf einer gewissen Kontrolle. Wichtig ist es, unserer Texftlindustrie die nötigen Rohstoffe zu­zuführen. Die Rohstoffversorgung uberhauvt eröffnet ein weites Gebiet für den Handel. Der Großbandel wird bei genügender Aufsicht fein Bionopol erhalten.

Es folgen die Interpellationen Dr. Heinze (D. Vp.) und Arnstadt (Dntl.) betreffend den

Landarbeiter streik.

Die Interpellation Dr. Heinze begründet Abg. Dusche (D. Vp.): Der Landarbeiterstreik ist zwar für dm» Augenblick beigelegt, aber er kann jeder; Augen,-

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Unruhen in aller Wett.

Elsässer und Franzosen raufen sich.

In Straßburg ist es am Dienstag zu blu­tigen Zusammen st ößen zwischen dem fran­zösischen Militär und der Zivilbevölkerung gekommen. Anlaß war der Streik der Straßenbahner, ll« den Verkehr aufrecht zu erhalten, hatten französische Offiziere und Unteroffiziere die Bedienung der Wagen übernommen. Dies erregte eine derarttge Erbittemng unter den Arbeitern, daß sie die Straßenbahnwagen mit Steinen bombardierten und die Leitungsdrähte zer­störten. Bei den Zusammenstößen sollen ein Offizier und mehrere Soldaten getötet und mehrere fran­zösische Persönlichkeiten mißhandelt worden seien. Es wurden auch Flugblätter verteilt, die die Selbst­ständigkeit des ehemaligen Reichslandes forder­ten. Allem Anschein nach ist die (Stimmung der Straßburger Bevölkerung sehr erbittert.

Slowenen und Kroalen gegen die Serben.

Der Versuch, Slowenen und Kroaten mit Serben zusammenzuspannen, wie es jetzt mit dem jugoslavi- fchen Staate gemacht wird, ist bisher in der Geschichte immer wieder mißlungen. In der kroatischen Lan­deshauptstadt Agram und ebenso in Serajewo ist es seit dem Herbst vorigen Jahres wiederholt zu blutigen Arbeiterausständen gekommen, die jedesmal dadurch hervorgerufen wurden, daß die Serben ver­langten, die kroatische Armee solle den Treueid für König Peter ablegen. Als vor wenigen Tagen dieser Versuch zum drittenmal gemacht wurde, verlangten die Kroaten vollständige Autonomie, die Befteiung ihrer im Kerker schmachtenden Führer, die Entfernung des serbischen Militärs und die Einfüh­rung der republikanischen Staatsform. Die Slowenen ihrerseits wollen den serbisch-italienischen Adria-Streit nicht länger mehr auf ihrem Rücken austragen lassen. In der südsteierifchen Stadt Marburg ist es zu blutigen Zusammenstößen zwischen serbi­schem und slowenischem Militär gekommen, wobei es mehr als 100 Tote absetzte. Die Slowenen sind im Augenblick die Herren der Lage, aber die Serben ziehen Verstärkungen heran.

Maffenverhaftung polnischer Kommunislen.

Wie derKatolik" aus Beuthen (Oberschlesien) mel­det, fand am Mittwoch in Sosnowiese ein Dele­giertentag aller Kommunisten von Kongreßpol en statt, besonders aus den polnischen Industriebezirken von Lodz und Warschau. Seitens der polnischen Regierung wurden sämtliche 183