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Deutsches Reich

Kulturkampf auf dem Gebiete der Schule.

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im geringsten um die Wünsche der christlichen Bevölke- Eg. So wurde das Uebergangsschulgesetz, dar schon in der Regierungsvorlage radikal genug mar, von ihnen noch wesentlich nach der kirchenfeind-

diiektoren doch alle für Lebenszeit angestellt seien. Nach dem Rgierungsentwurf sollten daher auch die bisherigen Schuldirektoren für ihre ganze Amtszeit Echnlleiter bleiben. Die Regierung unterwarf sich je­doch gehorsamst der sozialdemokratischen Mehrheit. In der Aussprache mochten die Ausführungen des deutfchnationalen Wg. Dr. R e n d t o r f f den tiefsten Hndnrck. Er führte aus, im Ausschüsse sei mit unbe­hauenen, klotzigen Schlagworten und tönenden Phra­sen, ober nicht mit Gründen gearbeitet worden. Da- b« sei geradezu ein religions- und kirchenfeinülicher Fanatismus zutage getreten. Das Ziel des Gesetzes W offenbar eine zwangsmäßige Erziehung der Jugend M einer fozialistifchen Moral- und Weltanschauung. La einem Moment, da man sich angesichts des tiefen Wchen Niedergangs des Volkes auf die stärksten sitt­lichen Kräfte besinnen sollte, führe man eine geistige Verelendung und Verarmung des Volkes ein. Die misten Ausführungen machten im ganzen Hause einen überaus tiefen Eindruck. Es scheint jetzt Sitte zu werden, daß bei jeder Aussprache der sächsischen Volks- l°wmer über kulturelle Fragen auch der Abneigung

lichen Richtung hin umgestaltet. Die Schlußberatung fand Ende voriger Woche statt. Der Entwurf hatte rod) die vorläufige Beibehaltung des Religionsuntrr- sicht; vorgesehen. Die Sozialdemokraten aber er» mangen gegen die Stimmen sämtlicher bürgerlicher Parteien die völlige Beseitigung des Re­ligion s u n t e r r i ch t s aus der Schule. Dafür M in den beiden letzten Schuljahren eine sittliche sint«weisung (Moralunterricht) stattfinden, natürlich auf völlig unchristlicher Grundlage. Eine wettgehende Linderung erfuhren ferner die Besttmmungen über Schulaufsicht und Schulleitung. Die Wahl der Schul­leiter erfolgt durch, den Schulvorstand auf drei Jahre. An Schulen mit mehr als fünf ständigen Lehrern Hot die Lehrerschaft Vorschläge zu machen. Die bisherigen Schuldirektoren bleiben noch für die nächsten drei Lahre in ihren Stellungen als Schulleiter. Mit Recht

, . wurde in der Aussprache diese Bestimmung als ein 'rÜM,.unerhörter Rechtsbruch erklärt, da die bisherigen Schul»

M 164.

19. Sali 1919.

r bi ausgenommen werden müssen, um die Kosten des i=k Len Leb ns zu bestreiten. Dieses Ziel wird in der SST weit sicherer erreicht werden als durch Zahlung lliin einmaligen Zulage. Die durch die Weitergewährung V jefciaen Teuerungszulage beabsichtigte große Entschul- fik. ELflgaftion der preußischen Staatsregierung wird wesent- beitrogen, daß der für den Staatskörper wichtige 1 % soweit es zurzeit möglich ist, gekräftigt wird.

I M Mitteilungen aus Weimar ist die Reichsregie-

(Uto - bereit, sich dem Vorgehen anzuschließen, und es

Laut. Bag lefäfi -kl-tz frei

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LS erwartet werden, daß auch die Gemeinden ihren ».«stellten gegenüber in gleicher Weise verfahren werden.

* Eine Vorlage betreffend die Sozialisierung der aneraieauellen ist, tote wir zuverlässig hören, fertig Die Vorlage stellt eine Verstaatlichung der Metinzitätserzeugung dar. Die Verstaatlichung um«

je Leitungsnetze, die über 500 Volt Svannuug sowie alle Energiequellen mit Leistungen über Kilowattstunden. Ferner dürfen nach der Vor- YL neue Kraftstationen nur vom Staate angelegt Die alten, im Betrieb befindlichen Krast- hLgnen werden vom Staate gegen eine angemessene AAhödigung übernommen.

Betriebsräte. Vom Reichstoirtschaftsamt ist eine Vorlage über die Betriebsräte ausgearbeitet wor- Sie soll in der nächsten Woche der Nationalver- ^ronlung zugehen.

* gullurtampf in Lachsen. In Sachsen betreiben

S'UltU 1 l u f V5.tu.tiv utt v u; u . t.

Während sie in Weimar in der Nationalversammlung LrfJ Rücksicht nehmen müssen auf das Zentrum, das sie V? ron mal nötig haben, wenn überhaupt etwas zustande X «bracht werden soll, lassen sie in Sachsen, wo sie allein '5nk die Mehrheit haben, ihrem Religionshaß ganz rück- stchtslos die Zügel schießen und kümmern sich nicht

Jo? di? Sozialdemokraten ganz ungeniert den schärsstcn °l '»rturfamnf auf dem Gebiete der Schule.

x, flgt Lnkschalduagsaklion für die Staalebemnfen.

iestbesoldeten Kreisen, soweit sie im Dienste des HW,!. »ehen, beabsichtigt die preußische Regierung da- 6*®^ helfen, daß auch nach erreichter Senkung der 221 für die hauptsächlichsten Bedarfsartikel die Icue« V* «.ulagen in der bisherigen Höhe noch eine Zeit« ** weiter gezahlt werden, soweit staatliche Mittel Mt^r Landesversammlung dafür zur Verfügung gestellt Äl Dadurch wird es den Bediensteten des Staates <*^Lten- Angestellten und Arbeitern) ermöglicht werden,

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llnpolttifche ZeiNSufe.

N. Berlin, 15. Juli 1919.

|Räder rollen wieder in Berlin. Vierzehn I haste der Unfug des V e r k e h r s st r e i k s gc- ' Nacktem wir kostbare Stiefelsohlen verschlissen N/in ganzes Päckchen Markscheine auf Halsbreche- dlottrxrgen verbraucht haben, können wir endlich ^ber auf tHe Elektrische und auf die Omnibusse I Abfen und erleichtert ausrufen: Ach, tote bequem, schnell und tote billig fährt es sich hier.

g®!# die alte Geschichte: das Gute lernt der Mensch I ichätzen. toenn es ihm entzogen wird. Dis dahin es nickst gelobt, sondern bekritelt. Die Groß- \-pr, bor allem die Berliner, halten es fürselbst» T^andlich", daß sie an der nächsten Straßenecke in ^fnen hübschen Wagen steigert können, der sie fürsechs Sper schleunigst an ein kilometerweites Ziel bringt, SRiS/ inzwischen die Zeitung lesen oder ein Pichen machen. Menn der Fahrpreis um ein paar | erhöht wurde, schrie man Zeter und Mordio, riSL.11* aber in dem Naschen von sündhaft teuren i »Kn5 totb in dem Verbrauch von Zigaretten zu 30, KL?, Pfennig, als von Zigarren zu 1 bis 2 Mar! I jp2.taJIoti:n- Jetzt haben wir in den Wochen der Ver- i j-jFStot für eine Strapazierfahrt auf den Urväter» tioHp* - ^^vagen ohne Murren 1, 2 und 3 Mark be« toirffep nach der Länge der Strecke. Für die LU^totKicn, die das Militär in bententoerter Weise Kost der Einheitssatz von 50 Pro., aber dafür ®cn sich auch mit einem Stehplatz in strammer begnügen. Wer in einen Anhänger dieser ^fttöagen stieg, wurde obendrein noch geräuchert, da I jL,0'1 fürchterlichen Auspuff des Triebwagens zu . noct ^lam. Aber alles das wurde geduldig hinge- [ Auch der Stegen, der in diesem Siebenschläfer- zu häufig auf die offenen Gefährte nie» Dann spannt feder den Schirm auf, | V. Oa, bu Schirme das Wasser nicht verschlucken, son- I lassen, so kamen sie allsamt aus dem

ln die Traufe und kletterten mit durchnäßten kM^sund triefenden Rockschößen von der über» [ itowttcn ^rchc wieder herunter. Um die Zeit und «uf ÄL zu vertreiben, wurde zunächst geschimpft l f&i/2 uichtsnutzigsu Streikbolde und dann wurden ! Witze gemacht Über das eigene Elend, die be- ..n Berlin besonders gut gedeihen. Man kittz^S.stch gegenseitig in dem Bewußtsein, daß die <5 h/te und teuerste Fahrt immer noch besser sei, i tttp'''?*1?6 Landbewohner oder auch Kleinstädter mei. f Hunger nach Fuhrwerk sei ein Zeichen von

und Verweichlichung der Großstädter. So

Fuldaer Zeitung Druck bet Fulda« Actndruckerei üt Fulda

gegen die Katholiken Ausdruck verliehen werden muß. Dismol geschah dies durch den deutschnationalen Abg. Dr. W a g n e r. Er meinte hervorhebcn zu müssen, die protestantische Kirche werde durch das Gesetz auch in ihrem Kampfe gegen den Ultramontanismus aufs schwerste getroffen. (!) Das Gesetz wurde, wie bereits erwähnt, gegen die Stimmen sämtlicher bürgerlichen Parteien angenommen. Das Gesetz wird jetzt nach der Annahme sehr bald in Kraft treten. Man hat es ja sehr eilig. Wir werden danach in Sachsen den Religionsunterricht und die konfessionelle Schule ver­lieren, wenn nicht die Nationalversammlung, in Wei­mar zu Hilfe kommt. . -t < > .

Lokaler.

Fulda. 19. Juli 1919.

:: Tic kommunalen Arbeiterräte, die nidit mit den Betriebsarbeiterräten verwechselt werken dürfen, deren Verankerung in her Verfassung geplant ist, ichweben recbtlich völlig in der Luft. Der Minister des Innern hat es bekanntlich der Gemeindevertretung überlassen, zu entsöbeiden, ob sie neben fick nock eine Aussicktsitelle über die Gemeindeverwaltung dulden wolle oder nicht. Das Ministerium hat aber die Frage, nickt geklärt ob und inwieweit die Arbeiterräte als Anfsicktsstelle fick uberbaiivt mit den nock bestehenden Gesetzen int Einklang befinden Diese Lücke füllt ein Rechtsgutachten aus, das der Bürgerrat von Groß-Berlin von sackverständiger Seite Hai erstatten lassen, und das dem Ministerium des Innern überreicht worden ist. In diesem Gutachten wird über die recht» licke Stellung der Gemeinde-Arbeiterräte ausgeführt: Die Rechtsfrage, ob kommunale Arbeiierräte lals Kontrollorgane der Stadtgemeinden zulässig sind, ist allein auf Grund der Siädteordnung von 1853 zu ent­scheiden. Denn die Siädteordnung ist nach wie vor in Kraft. Nack ihr ist die Frage, ob die Gemeinde­behörden fickt selbst Kontrollorgane schaffen können, um- bedingt zu Verne i n e n. Denn die Städteordnung kennt nur zwei Arten von Kontrollorganen, und zwar: Die S t ad tverordnetenversammlstng als Kontrollorgan über den Magistrat und den Stau, als Aufsichfsinstanz über die Verwaltung der städtfichen Gemeindeangelegenheiten, und zwar in erster Instanz den Regierungspräsidenten, in zweiter Instanz den Oberpräfidenten. Die Schaffung oder Duldung eines weiteren dritten Kontrollorgans ist daher gesetzwidrig. Dagegen ist es nach § 59 der Städteordnung zulässig, zur Verwaltung oder Be. vufsichtig-ung einzelner Geschäftszweige (also auch der Arbeitervcrhältnissel besondere Ausschüsse zu bilden. Doch sind dies? dem Magistrat untergcord» n e i."

;; Kräftige Worte gegen die Tanzwut hat ter Land­rar des Kreises Hünfeld gefunden, gr- v->cössentlicht eine Verordnung, worin es u. a hoffet: Es ist hont menschlichen Standpunkt aus verständlich, wenn iunge Leute, namentlich die beimaekehrten Krteger nach Fahre langen Entbehrungen das Bestrebem haben, fick in ge­selliger Weise zusammen zu finden unb aufzuheitern. Unbegreiflich bleibt aber, daß in einer Zeit, in der dem deutschen Volke die schwerste Schmach, die je einem Volke widerfahren ist, angetan ist, in den Wochen, in denen unsere Kriegsgefangenen nach sahvelanger Tren­nung in die Heimat Wiederkehren sollen, bis in die SRacbt hinein getanzt rmd gefeiert wird. Von heute ab werden Tanzbelustigungen nicht mehr zu- gelassen werden, selbst toenn Gemeindevertretun­gen sich nicht gegen derartige Veranstaltungen aussvre- chen sollten. Anträge auf Genehmigung sind zwecklos. Die Herren Bürgermeister wollen die Antragsteller stets sogleich in meinem Namen ablehnend bescheiden.

(a) Gebührcnerhöhung für Prüfung von Kraft- fahneußen. Die für die Prüfung von Kraftfahr- zeugen ttnb für die Prüfung von Kraftfahrzeug» führern den Sachverftändiqen zustehenden Gebühren werden bis auf weiteres für die Prüfung von Kraft­wagen und Krastwagenführern um 60 v. H. und für die Prüfung von Krafträdern uitb Kraftrad- fahrern um 30 v. H. erhöht.

(] Umwechsluna der Gelder der heimkehrende« Kriegsgefangenen.' Soweit ehemalige HeereSange- hörige sich noch im Besitze fremder Geldsorten be­finden sollten, die sie in Anrechnung auf ihre Ge- bübrnisse erhalten haben, können sie sich zwecks Um­wechslung der Gelder an die Zweigstelle der General» Kriegskasse in Berlin SW. 19, Unterwasserstraße 7, »enden. Die Umwechslungstätigkeit beschränkt sich auf umlauffähige Sorten, andere Werte werden nur zum Einzug übernommen.

)( Neue 50 Pfq.-Stücke werden in nächster Zeit ausgegeben. Sie sollen aus einer Mischung von Aluminium, Zink oder Kupfer hergestellt werden

Märkte.

Fulda, 19. Juli. Der heutige Schweine­markt verzeichnete einen Auftrieb von 196 Ferkeln und 3 Läufern. Bei ziemlich flottem Handel wurden für Ferkel 240, 170 und 100 Mark, für Läufer im Durchschnitt 380 Mark das Stück bezahlt.

A Kirchhain. Auf dem hiesigen Schweine­markt wurden Ferkel im Preise von 80110 Mk. pro Stück abgesetzt.

Eottesdienstordnung.

Satlioliicher Gottesdienst.

S o n n t a g, 20. Juli. Dom. (Diözesanmonattkollekte.) Vtß, 6, Vi7 u. 7 M */i7 M. u. Kom. d. Jünol.-Sod. u. d. christenlehrpfl. Jüngl. i. d. Marien!., 8 Primiz­feier m. Vr. u. Segen, */i!0 Kathedralamt m. Pr., 11 Cbr.. >/,12 M. m. Pr., l/,2 SakramentS-A. (1. Front.), 2 Chr., 4 Sakraments-Bruderschaft m. Pr., 7 A. t. d. Marien!. (Montags abends */,8 A.) Stadtpfarrkirche. 5Vi Kom., 5*/< M., M. u. Kom. d. Jüngl., 8 M. u. Pr. II. Schulgd.), 9*/i Pfarramt u. Pr., 11 M. u. Pr. (2. Schulgd.), 91/« A. f. d. Jünglings-Kongregation i. d. Eeverik., 10, Chr. f. d. Jungfr., 2V* Bruderschaft vom hockwürdigsten Gut. Pfarrkirche zum Beiligen Geiste. Patronatsfest mit voll!. Ablaß: St. Mar­garita. 3 V7 Kom., 7 Frsihm., 8 Festpr. u. Segens- omt, 5 21. Sodalität. */,10. Sederittrche. Sonntags */,7 M, Werktags 6 M. Herz-Jew- Heim. 6 Früh-M., 8 Amt m. Pred, 2 And. (Mitt- wock, d. 23. Juli 8 Uhr Bittandacht.) Frauenberg. 57 M., 8 Brudersckaftsmeffe m. Pred, 9 Hochamt m. Pr. Nachmitt. 2 Pr. u. A. f. d. Tertiären, zugleich feierl. Einkleidung u, Profetzablegung. Erteilung des päpstlichen Segens.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 20. Juli. Dormittags 8 Uhr: Sup. Ruhl, 9*/, Uhr: Pfr.Weber, 11 Uhr: Kindergottesdienst. Bieberstein. Vorm. 91/» Uhr: Pfr. Reich.

19. 3uli 1919.

Ausgabe von Krankenmehl in der städtischen Ver­kaufsstelle:

Dienstag an die Karten Nr. 5501 bis 5750,

Freitag an die Karten Nr. 5751 bis 6000.

Ausgabe von Zwieback und Keks in den Kondito­reien von Rottler und Thiele:

Dienstag an die Karten Nr. 2001 bis 2250,

Freitag an tue Karten Nr. 2251 bis 2500.

Auch in der nächsten Woche wird neben frischem Fleisch ooraussichüich noch Fleischzufatz geliefert; Näheres darüber wird noch bekanntgemacht.

Auf die s. Zt. eingereichten Haushaltungsmehl- kartenabschnitte Nr. 22 bis 26 werden aus einer noch vorhandenen Auslandsmehlreservc 80 Gr. auf den Abschnitt zum Ladenpreise von 88 Pfg. das Pfund ausgeteilt. Die Wholung in den Gefchäften kann am Mittwoch oder Donnerstag erfolgen.

Die Austeilung an die Geschäfte und Bäckereien erfolgt am Montag und Dienstag durch die Firma Grüncbaum.

In dem Geschäft von F. W. Höflingzum schwar­zen Bären" stehen heute, sowie am Montag und Menstag Frühzwiebeln ohne Schlolken zum Preise von 70 Pfg. das Pfund zum Verkauf. Es wird gebeten, den Bedarf sofort zu decken.

lieber die Fettverteilung der nächsten Woche wird Näheres noch b^anntgemacht.

MellWe« 6e5 KMenmteS.

Vrikelkverkeilong.

Dem Stöbt. Kohlenamt ist auf die wiederhotten Eingaben folgendes Schreiben des Reichskommissars für die Kohlenverteilung zugegangen:

schlimm ist es aber nicht. In den gepflasterten Strahen werden dock sehr viele Stiefel und Holzschuhe ver­schließen. Die Wege sind weit und müssen oft mehr­mals am Tage zurückgelegt Inerben. Z B. von Hause bis zur Arbeitsstelle vielfach morgens hin, mittag6 zurück, nachmittags hin, abends zurück. Für schwäch­liche und alte Leute geht so ein Fußmarsch über die körperlichen Kräfte. Bei anbettt wird die Arbeitsfähig­keit durch die Ermüdung auf den Wegen beeinträchtigt. Und allzumal verlieren sie kostbare Zeit durch den stun­denlangen Marsck. Zeit ist Geld. So ist es immer­hin nach keine Verschwendung, wenn für eine Fahrt eine oder zwei Mark ausgegeben werden.

Die wilden Fuhrwerke traten in Berlin wie Pilze aus dem feuchten Boden gesckossen. Es war wunder­lich anzrrsehen, wie an den Knotenpunkten des Ver­kehrs steh buntscheckige Wagenburgen bildeten, so daß der ankommende Fremdling glauben mußte, es fei hier gerade ein Jahrmarkt im größten Sfilc. Dazu das Geschrei der Kutscher oder ihrer Helfer, die in einem« fort ihre Route verkündeten, um fchnell nock eineIum- vige Perfon" für die Wagenfüllung beranziiziehen. Ein Lärm und ein Gewirr von Pferden, Wagen und Seen- fchen zmn Bangemacken. Und dock ging es ohne Unglücksfälle ab, weil sich gutwillig der eine in den andern schickte.

Vam Standpunkt der feiernden Straßenbahner war es eigentlichStreikbrechetei". Aber es steckte in dem Getriebe ein gesundet Sozialismus, den die Streiter in ihrem blinden Eigennutz vermissen ließen. Tie In­haber der wilden Fuhrwerke wollten natürlich auch ihren Profit einstreichen: aber er wurde ihnen allseitig geoönnt, weil sie so vrompt und wirksam zum allgemei­nen Besten in die Bresche gesprungen waren. Wemi man ihnen gratulierte zu dem Bündel Papiergeld, so wiesen sie auf die hohen Futterpreise und die Kosten für Verpflegung und Abnutzung der Pferde hin. der Tat ist die Teuerung in den Ställen groß, und es ist wohl zu begreifen, daß die Omnckusgesellfchaft. die hauptfächlich mit Pferdewagen, arbeitet, an den Rand des Zusammetibruchs kam und sich kaum durch Erhöhung von 5 auf 20 Pfg. retten konnte.

Die Stadt, die nunmehr in den Besitz aller Straßen­bahnen kommt, kann aus de» Erfahrungen in der Streikwoche eine vorteilhafte Nutzanwendung ziehen. Wenn die Kosten des Betriebes weiter steigen, so müssen sntweder die Fahrpreise oder die Gemeinde­abgaben erhöht werden Ich glaube, man braucht die Verkehrskosieu mcht auf die Stadtkasse zu fchieben. Das Publikum hat an den Verkehrsanstalten so große Vor­teile, daß es gut und gern noch einige Pfennige mehr für eine Fahrt bezahlen kann. Der Widerwille gegen zne Tariferhöhung tft wesPÜrch gedämpft worden, seil-

dem alle am eigenen Leibe nachhaltig ausgekostet haben, was der Ausfall der regelmäßigen., fcknellen und be­quemen Verkehrsmittel zu bedeuten har.

Dcm Berliner wird fo viel Uchte? nachgcsagt, daß ich mich freue, wenn ich auch einmal sie loben kann. Die hiesige Bevölkerung hat sich in biefen Wochen der Prüfung wirklich gut benommen. Auch die Berliner Arbeiter, die ja leider fonst viel Trabanten für Spar­takus und die Unabhängigen liefern. Kein Krawall, keine Gewalttätigkeiten gegen die wilden Fuhrwerke ober gegen die konkurrierenden Cifenbahner ober gegen die Einrichtungen ber Straßenbahn. Der bumrne Be- fchluß ber sog. Arbeiterräte, baß man kein Notfuhrwerk benutzen falle, fiel glatt ins Wasser. Die Arbeiter hatten crlanint, daß diefer frevelhafte Streik fick haupt­sächlich gegen sie und die ganze werktäfige Bevölkerung richte, und darum von vornherein jede UnterftützunS und auch jede Sympathie versagt Das ganze Publikum war einmütig und entschlossen im Widerstand. Ein .Hetzer rief in einer der letzten Streikverfammlungen aus: Das Publikum muß uns kommen! Nein, das Publikum wollte nicht kommen und brauchte nicht zu kommen. Da der Berg nicht zu Srohammcd ton, mußte Mohammed sich zum Wege nach dem Berge bequemen. Soffcntlick wirkt es heilfam gegenüber dem Streik- fieber, daß sich hier wieder einmal gezeigt hat, wie notwendig für die Streikenden eine gewisse Spmpathte des Publikums ist. Dann bat das ganze Land einen Nutzen von der Einsicht, der Geduld, der Wetterfestigkeit und der Turitfähigkeit. die das Berliner Publikum in biefem Streik und bei dem Auf- und Ab klettern von den Notwagen bewiesen hat.

Wir sagen immerhoffentlich". Aber aus den Gefahren und Sorgen kommen wir doch nicht heraus- Am fetten Tage, wo hier das Ende des Verkehrsstreiks begrüßt wird, kommen Nachrichten aus Ostpreußen und Pommern, die einen Streik Der Landarbei ter während der Ernte befürchten lassen. Das wäre ein fürchterlicher Schlag. Wemn wir die Ernte, die ohne- hin durch das naßkalte Wetter gefährdet ist, nicht recht­zeitig hereinbring-n können, so kann uns die Auf­hebung der Blockade nicht helfen und wir kommen nach Friedelnssckluß in eine ärgere Hungersnot, wie wäh­rend der Kriegszeit. Sollten die Drahtzieher des Um­sturzes, nachdem sie gefehen haben, daß in Berlin keine Empörung zu machen tft, sich aufs platte Land gewendet beben um mittels der verhetzten Landarbeiter das deutsche Voll in Verzweiflung und Bürgerkrieg zu stürzen?

Dagegen muß rechtzeitig Front gemacht werden. Freiwillige vor sowohl zum Schutze der Ordnung als «ick zur Nvchilfe auf den Feldern, wenn dieser mör- derische Streif wirklich in Gang tornmen sollte!

Die allgemeine Kohlenlage ist z. Zt. geradezu ver- Meiselt und gestattet es mir leider nicht, den Anforde- rungen der Stadt Fulda in dem Maße gerecht zu wer­ben, wie es gewünscht wird. Namentlich rm Ruhr» gebiet liegen die Verhältnisse infolge des erschrecken­den Förderungsrückgangs und der unzureichenden Waggongestellung überaus trostlos. Trotzdem geschicht von hier aus alles, um dem dorfigen Bersorgungs» bezirk wenigstens die natwendigsten Mengen zuzu- führen. Ich muß das Kohlenamt sedoch bitten, die obwastenden Umstände mehr zu berücksichttgen und alle Stellen zu äußerster Sparsamkett im Kohlerwerbrauch anzuhalten."

Am Montag den 21. Juli für folgende Straßern Wilhelmstroße, Königstr., Hinter den Löhern, Vordere und Hintere Schleifersgasse, Iohannisstr., Löherstr., Am Pröbel, Simpliziusplatz.

Millionen kleiner Kauäle

in unserer Haut sorgen für die Ausdünstung unseres Körpers. Ä> wertvoll dies für unser Wohlempfinden auch ist, so unangenehm ist für uns das lästige über» mäßige Schwitzen unter den Achseln, an den Händen und Füßen. Um dieses zu vermeiden, benutze man täglich das neue flüssige SchweißmittelManarol." Sie wer­den erstaunt fein, welche wohltuende Wirkung Sie dadurch verspüren, ohne jede schädliche Einwirkungauf die Gesund­heit, da der natürliche Schweiß dadurch nicht unterdrückt wird. Preis nur Mik. 4.50 die Flasche, lange ausrei­chend, zu haben in Apotheken, Drogerien u. Parfümerien.

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