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Hr. H8* | I vrenrtaq ). ZrM l^l9. | £$*: I 46. Zahrg.

Olgas Irrtum.

24)

eS der

l'-h gemacht sie ihrem «chrrtte fünf

# 3u schweren Ausschreitungen, die mehrere Menschen, leben forderten, ist eS am Montag in Bielefeld im Anschluß an die bereit» gemeldeten LebenSmittelunruhen vom SamStag gekommen. Eine Volksversammlung unter freiem Himmel war von dem inzwischen einge» troffenen Reichskommissar Severing verboten worden Trotzdem fanden Ansammlungen statt und die Meng« versuchte, einen gcuerwchrturm zu stürmen und sich del dort aufgestellten Maschinengewehr- zu bemächtigen Als die Menge trotz mehrmaliger Aufforderung von ihrem Vorhaben nicht oblieg, warfen die Sicherheit». Mannschaften zwei Handgranaten in die Menge. 2>abet- wurden 15 Personen verletzt, darunter fünf schwer: zwei davon sind ihren Verletzungen bereits erlegen. Gleich­zeitig erzwang die Menge die Freilassung zweier festge­nommener Führer der Demonstranten, entwaffnete die Rathauswache und besetzte das Rathaus. In der leer­stehenden Kaserne fielen den Demonstranten Gewehre und Munition in die Hände. Schließlich besetzten sie auch bie Bahnhöfe. In Plakaten wurden die Arbeiter zum Ver­lassen ihrer Arbeitsstätten aufgefordert. Reichskommisiar Severing hat Regierungstruppen aus Detmold nach Biele­feld beordert.

Zn der französischen Besatzung des Kehler Brücken­kopfes kam es zu solchen Mißhelligkeiten zwischen schwarzen und weigen Truppen, daß die betreffende Di­vision obaelöst werden muß.

* Wilson ist auf dem DampferGeorge Was­hington" nach Amerika abgereist.

Heimkehr aus Amerika. Ein Dampfer mit deut­schen Zivilgefangenen ist vorige Woche aus Amerika abgefahren. Diese Woche fährt ein zweites Schiff mit Deutschen ab. Beide Dampfer werden Rotterdam an- laufen. Sie haben zusammen 3000 Mann an Bord.

ipeler Earp f, der bekannte rumänische Staats­mann, ist im Alter von 82 Jahren im Trzibanesti ge­storben. Earp hatte lebhafte Sympathien für Deutsch­land, die wohl auch darauf beruhen, daß er in Berlin' erzogen wurde und in Bonn Staatswissenschaft studiert' hat. In den kritischen Tagen des August 1916 sprach er sich entschieden gegen den Eintritt Rumäniens in den Krieg aus, wie er sich auch 1914 mit aller Kraft für den Anschluß an Deutschland eingesetzt hatte. Aber er ir-ng "egen die mit russischem und französischem Gelbe arbeitenden Gegner Bratianu und Take Ionescu nicht' durch.

I noch nie dagetvesener Heimlichkeit verhandelt. 2. Punkt: I Die Freiheit der Meere, einer der Hauptgründe, für I die Kriegserklärung Amerikas an Deurschland, ist über­haupt 34$ au» der Erörterung «usgeschieden. 3. Punkt: Um Frankreich für sich zu gewinnen, hat er fernen so idealen dritten Punkt ohne GetvisienSskrupel geopfert und Deutschland nicht nm für die Gegen- wart, sondern auch für eine lange Zukunft wirtschaftlich lahmgelegt. 4. Punkt: Die Abkehr von diesem Punkt (Rüstungsfrage) ist augenfällig, denn er fordert für

I Amerika nicht nur eine Fortsetzung, sondern sogar eine Vermehrung der Rüstungen. 5. Punkt: Der Kolo­nialfrage, die auf teilweise Selbstbestimmung der Eingeborenen lautete, ist ebensowenig Rechnung ge­zogen. Deutschlands Kolonialbesitz wurde einfach Großbritannien und seinen Kolonien zuKsprochen .6 Punkt: Die Räumung deS gesamten ruffüchen Gr- b«tS ,st noch nich Tatsache geworden. Obwohl bet vresem Punkt Präsident üßilfou toenigex Schuld bat, fo gehört er doch auch seinen zahlreichen Entalei. sungen. 7. Punkt: Das große Prinzip deS Sslbst- beitirmnungSrechts hat Wilson tote ein Jonoleur be- banbett England, Frankreich, Italien und Japan haben alles bekonrmen, was sie forderten. Aber wie b"halt ks sich mit dem Selbstbestimmungsrecht Aegvp- tens, Chinas und Irlands? P

ein deutsch-polnischer Bundesstaat.

Die deutschen und die polnischen Volksräte West- preußens verhandeln zurzeit. Von deutscher Seite er­strebt man die Errichtung eines deutsch-polnischen Bun- desftaates aus den von Preußen abgetretenen Gebieten mit eigener Verwaltung, jedoch angegliedert an Kon­greßpolen und Galizien. Die deutsche Beamtenschaft wäre dadurch der großen Gefahr enthoben, nach eini­gen Jahren in öde Gegenden Kongreßpolens oder Gauziens versetzt zu werden. Die polnische Intelligenz Westpreußens soll diesem Plan sympathisch gegenüber- stehen.

Die Alliierten und Deutsch-Oesterreich.

DerNewyork Herold" berichtet, daß eine vom Siererrat ernannte Kommission beschlossen hat, daß die ostereichische Schuld von allen Nationen getragen werden soll, die früher zur alten Monarchie gehört haben. Oesterreich soll 60 Milliarden Kronen bezahlen.

Er heißt Fritz, meine Liebe?" Olga zuckt« zu­sammen. Wer hätte hier gesprochen? Sie sah auf und begegnete den forschend auf sie gerickteten Argen Frau von JisiemS, die sie schon eine Weile beobatiet hol'«? mußten.Nicht wahr, er heißt Fritz, meine

Wir sind zu Ende! Nein, für sie war ... Anfang aller Le-den. Nun war sie kampfeSmüde, ta9 Leben hatte ihr so viel schon deS Herben bessert, sie konn-- und wollte nichts mehr vertragen. Wie sollte das Ende ftinl

Dn Roll iuhl wurde m den dichtesten Stakien g-. sE-ben, Frau v. Jiffem schloß müde die Augen und Olga .-rg sich neben ihr auf der grünen Bank nieder.

Sie mußte si<b immer wieder fragen, ob sie recht g-wn, nach dem Willen der alten Dame zu handeln. Durften ihre Lebensfragen überhaupt durch eine Zweite gelost werden, war sie vielmehr nicht die einzige und zuerst maßgebende Person, m dein Dilemma ihres Herzens nach dem Ausweg zu forschen? Nein, sie war es mcht, sie war mißtrauisch gegen sich selbst, sie besaß die Gewalt nicht mehr Über ihr rebellisches Herz, sie mußte Rat und Hilfe bei anderen suchen. ES hielt so schwer, die Bürde wieder aufzunehmen,, die man be­reits abgeworfen, ohne Halt, ohne Stütze, ohne Trost weiter zu wandern. Sie beraubte sich des letzten tröst- lichen Gedanken». Sie hatte so fest gehofft, daß Stür- mer sie vergeßen machen werde, was sie vergebens mit Aufbietung aller seelisch» «i Kräfte erstrebte Noch kämpst- die Liebe um de,. Sieg, aber der Stolz, der mächtige Partner, führte seine letzten Kräfte zu Felde. Wie bald, und auch er erlahmt in dem ungleichen Äamtfe, sie war besiegt durch die Liebe zu ihm, der ihr fner stand, stehen mußte, als die Sonne oon der Erde. Welch« Qualen sie litt! Und das alles erst nach jenem unglücklichen Zusammentreffen. Als er ihr dte Wort? zu schleuderte:Geh, Olga Gastww, wir sind zu Ende!" da wußte sie, daß der letzte Halt ber- loren, das lose Band sich vollends gelöst. Ta hätte sie auffchceieti mögen vor innerem Weh und härte doch nicht das erflebte verzeihende Wort aussprechen können. DaS größte Rätsel ist das Menschenherz. ES ist au5 tausend Problemen zusammengesetzt, und ihre Lösung sind die Wunden der Liebe.

Liebe?" wiederholte sie dann. Olga umfaßte lrampf- haft ifre Hand und scheuste ihr voll und forschend iu das lächelnde Gesicht.

Wer wer sagte Ihnen*

denke", meinte die Dame mit feinem Lächeln, nach allem, toaS er Ihnen zugefügt kann er hur Fritz heißen."

Ich beschwöre Sie, scherzen Sie nicht jetzt nichts" rief Olga erregt.

Liebes törichtes Kind", ihre schmale Hemd lag auf dem blonder: Scheitel Olgas,glauben Sie denn, 'ch könnte Ihnen meine Teilnahme versagen bei solcher Seelenaual, wie sie in diesen schönen stolzen Augen, um jen-n herabgeschlossenen Mund zum Ausdruck kommt? Nehmen Sie doch an, ich hätte Sie im wachen Trmim belauscht, oder wäre auf irgend eine Weise in den Besitz eines bezeichnenden Schriftstückes gelangt oder-- hätte ich mich zu Kombinationen verleiten

lassen Frauen in meinem Alter kombinieren gern. Nehmen Sie alle Möglichkeiten an, nur die eine nicht daß diese, alte Herz teilnahmslos Ihrem Schnr«rze gegenübrestände." Olga kämpfte mit den aufsteigenden Tränen; sie beugte sich hastig über die Hand der Matrone und kiißte sie.Gestatten Sie mir nun noch eine Frage", begann diese wieder,stutzt sich Ihre Ueberzeugung, daß jener Mann an- eine Andere un­löslich nach göttlichem Gesetze gebunden, auf Beweise?"

Er leugnet selber nicht seine Schuld. Das war für mich genug."

Kopfschüttelnd legte sich Frau von Jiffem in den Stuhl zurück und dachte lange nach. Dann richtete sie sich wieder lebhaft empor und sagte:Beinahe hätte ich eS vergessen! Mein Neffe hat sich für morgen an- gekündigt. Darf ich Sie bitten, bei mir den Tee ein­zunehmen? Dann können Sie ihn alsbald begrüßen. Er wird neugierig auf Sie sein, denn ich habe iljr viel Schönes geschrieben."

Denn er nur nicht enttäuscht sein wird!" meinte Olga mit halbem Lächeln.Wenn ich es nur nicht werde", dachte »dessen Frau v. Jiffem. .. i!

^Fortsetzung folgt.)

Das Sterrerbrrkett.

Zehn Steuervorlagen und noch längst kein Ab­schluß. Das dickste Ende kommt noch hintennach.

Eiftige Kritiker sagen schon, es sei minderwertiges Flick« und Stückwerk, was jetzt vorgeschlagen werde, und man vermisse den großen Zug, den neuen schöpferischen Gedanken. Mit bem" Ausbau bet alten Steuern auf Tabak, Erbschaften, Zucker, Grund- wechsel usw. sei nichts Durchschlagendes zu erreichen.

Freilich wäre ein großartiger Plan recht erfreu­lich. Aber woher ihn nehmen? Die Finanzminister haben zu schnell gewechselt: ob sie bei längerer AmtS« dauer unter den gegenwärtigen Verhältniffen eine geniale Idee aukgebrütet halten, ist freilich noch zweifelhaft. Auf dem Steuergebiet pflegt auch die Regel zu gelten, daß der praktische Staatsmann an daS gegebene anknüpfen und sich mit einem ge­schickten Ausbau begnügen muß, statt einem phan­tastischen Neubau nachzujagen. Uebrigens ist noch die Nationalversammlung da, um einen höheren Zug in die Steuervorlagen hlneinzubringen. Auch in den früheren Beratungen hat sich schon gezeigt, daß wertvolle Gedanken aus her Initiative der Volksvertretung hervorgehen können. Wir erinnern z. B. an die großzügige und noch sehr entwicke- tungSfähige Nm satzsteuer, die «uf Anregung von Müller-Fulda an bie Stelle der kleinlichen Quick tungSsteuer gefetzt wurde.

Es war nicht geschickt, daß man die neuen Steuer- Vorschläge an die Oeffentlichkeit brachte, ohne zugleich eine Schätzung des Ertrages beizugeben. Das ist jetzt nachgeholt worden, soweit der Finanzminister sich eine Schätzung bereits zutraut. Daraus ergibt sich, daß das sog. Flickwerk der indirekten Steuern, die in Frage kommen, doch schon einen respektablen Betrag in Aussicht stellt. Aus dem Tabak ein Mehr von 400 Millionen, aus den Erbschaften 470, vom Zucker 180, vom Grundwechsel 74, von Zündwaren, Spiel­karten, Vergnügen auch gegen 76 Millionen, so daß' im ganzen 1200 Millionen herauskommen.

3fattm auf dem englischen Rasen deS Gartens saß Eags barhaupt ein Häuflein Menschen zusammen, g pfercht, ferne Blicke in eine Röhre hineinsondend «L Mnftn hölzernen, mit einem Tuch- --verdeckten Gestell anzüglich hervortrat. Unter der schwarzen Decke

sich etwas, Phinchen Histenhubers Kopf kam zum «Escheln. -Sitte, etwas freundlicher, Mister Lu- «» , und hüllte sich wieder in Nacht und Dunkel fachen Hrsrenhuber photographierte!

Dr. von Alpenheim stürzte in daS Zimmer Frau von Jisiems.Sie sehen mich flüchtig, meine Enä-

01,5 Ur Sa^rie Histenhubers verübt pho- ttsr«Me Attentate an der ahnungslosen Menschheit. Da heißt die Parole: Rette sich, wer kann.

I-i demselben Augenblick sagte Phinchen Histen- KL '?erh9*" und in das Häuflein taubstummer ««cnschen kam Leben. Sie umftürmten Phinchen und «Wen ad« wissen, ob sie auchgetroffen seien Wm^en wußte indessen daS würdevolle Schweigen zu wahren, das sie ihrer Kunst schuldig war, und da Olga gerave vom Strande kommend in den Garten einbog, 2J.® !*c entgegen und macht« ihr die verblüffende Mitteilung, um welches Vergnügen sie gekommen sei. ..Daren Sie fünf Minuten früher gekommen! Ti« fehlen auf dem Bilde!" Olga bedaii-'t- fjjr, bie-'e ffümtige Gelegenheit, von Phinchen werden, dervaßt zu haben, n ^noufer in> Stillen dankte, daß er ip Minuten später heimwärts gelenkt.

Edle Seelen".

m Di« belgische ZeitungLe Soir" bringt in ihrer Nr- 149 einen Artikel, der bezeichnend ist für den Geist dieses Volkes und die Behandlung, die es feinen Ge- fangnen angedeihen läßt. Der Artikel lautet in deut- I scher Ueberfetzung:

I s ,'i® e r * $ *.e Strafe. Dor einigen Tagen war ein I deutsches Munstwnsdepot zwischen Rochefort und Cprave

? die Lust geflogen. Bei dieser Gelegenheit war die Bahnlime beschädigt worden. Eine Abteilung von 44 ge* fangenen Boches wurde mit der Wiederherstellung der ?9ngnie und Entfernung der nicht explodierten Geschosse I defchaftigt. Die Mehrzahl dieser Granaten enthielten aber I 8.J1'8 c ® f e. Bei der Bearbeitung der Erde, die I 2 ?'Esem tödlichen Stoffe getränkt war,' wurden d i e Boches vergiftet. Zwei sind tot, die übrigen wur- Öen derartig krank, daß sie durch eine neue Abteiluno " .etzt werden mußten. Diese hat das Schicksal der j ersten erlitten . .

Delsstfche und stanzSsische Kultur.

Nachdem die Franzosen am Montag den 23. Juni on welchem Tage die Unterzeichnung des Friedensver- trags in Frage stand, nächtlicherweise vergeblich ver= h^ten, das im Dorf Kehl befindliche Krieger- ^^"ren, haben die Franzosen nunmehr in ber Nacht zum 29. Ium das eherne Denkmal zu Fall gebracht, indem sie das Standbild mit Tauen vom Sok- n!?»Erurckmiffrn. Die Ortseinwohner konnten die Untatmcht hindern, da es ihnen bei Strafe verboten ist, nach 10 Uhr abends ihre Wohnung zu verlassen ~ "Swarts" ^ftd aus Mörs geschrieben: Am Montag abend haben die Belgier im Städtchen Mors am Niederrhem ungefähr 20 Schaufenster einer Trinkhallezertrümmerft Um Schsim- meres zu verhüten hatten fast alle Ladenbesitzer am anderen Tag ihre Geschäfte geschloffen. In K r e f e l d hat man ähnlich ,m Kaufhaus Tietz und EaföKron­prinz gehaust.

-rie SRwHiter Sineiiksaae.

^^hrend bet Mgemeine Giscnbahnerverbanb Be- s^ss^^t^ semeN-Mitgliedern die Wiederaufnahme

c*;?cr£n Morgen warOlgoS Traurig? nicht', ww dre alte Danie gehofft, überwunden. Ihr bleickies !be5 'anH,> S-igte die durchwacht« Nacht. Sie saßen ! 8ftaOT«en_in bet JaSminlaube, Frau von Jissem^in ihrem Rollstuhl. Olga auf der Bmik neben ihr. Erstere ffleSnia8 unb fragte nach dem Grunde ihrer Detnwn'S. Schweigend reichte ihr Olga den erhalle- neu xtttc*. Ste las

.Mein liebes Fräulein I Bei Schluß der Ferien erlaube iw mir. Sie an das mir gegebene Versprechern 3U ertnn-rn. Fällt Ihr Entschluß tröstlich für mich auS, bann bringen Sie mir Uhr« Antwort. Ich hörte sie fo gerne von Ihrem Lippen. Sollte eS der so iehnlichst erwartete Entscheid nicht fein, bann sckreiben Sie mir baß ich Jsert gewinne, vor Ihrer Rückkehr noch meinen SB trutnc^S? reis au andern. Auga "

Frau von Jiffem faltete bedächtig das Schreiben zusammen

. -^re werden ihm also schreiben müssen' , sagte sie einfach. £Iga schaute sie fragend an.

Wäre eS nickst die einzige Lösung des Problems, nnck- ihm zu l ermählem? Er hätte Geduld mit mir und vielleicht könnten mein« Gedanken sich losrcißen __"

S?a Icg'c sich die Hand der Greisin auf die ,hr». Tauschen Sie sich nicht. Sie würden doppelt sündigen. Der Eedavle an eine Heirat mit Stürmer ist da? B täuhingSmitzci, nachher tarne daS @rlradxn und >-S wär« schrecklich. Sie macken es dem Lebensmüden gleich, der, nicht Rat und Beistand suchend, sich in be Fluten stüpch dann er-üLterl ist bereut, um Hchje jammert: aber ist zu spät, er geht unter in dem selbstgeschaffenen Grabe."

Mir bleckt also nur übrig, freub- und sreundloS weiter zu <*ben.'

Harren Sie aus, Olga, Ihre Stunde kommt noch." Ick glaube nicht daran; ich berlarg- nicht ernn.nl mehr nach ihr."

Die Zeit mag es lehren; vergessen Sie nicht, heute noch an Stürmer zu schreiben. Macken Sie es lurz und wahr, des ivird die beste Heilung für ibn sein. Hub nun, liebes' Kind, müssen Sie einer alten Frau es schon verzeihen, wenn sie ihr Schlasftündchen nicht unbenutzt vorubergehen läßt." , , , - ]

Aberid erhielt Olga einen Brief, ber sie sehr «regte Er trug den Poststempel M. und war von Dr. (Stürmer.

ton Iissem fand sie infolgedessen außerge­wöhnlich nnchdenllich und niedergeschlagen. Sie schien indessen ihre veränderte Gemütsstimmung nicht zu be- uierken und wünschte ihr fast heiter eine gute Nackt. Auch Frau von Jiffem hatte einen Brief erhalten, m benen Lektüre sie sich bis spät in hie Nacht hinein vertiefte.

der Arbeit zu empfehlen, und für Dienstag eine Der» trauenSmännerversammlung einberufen hat. um wei­tere Weisungen zu geben, haben die Funktionäre de» Deutschen EisenbahnerverbandeS sich i für die Fortdauer beS Streiks ausgesprochen.

Sie erklären, daß die Versprechungen der Regierung bezüglich der Herabsetzung der Lebensnnttelpreise ihnen nicht genügen. Sie fordern die sofortige Entlasnmg von drei in Schutzhaft genommenen Mitgliedern ihre» Verbandes und außerdem «lins Lohnesthöhung sowie das Mitbestimmungsrecht. Die Folgen dieses Beschlus­ses waren, daß gestern nachmittag die Eisenbahnar- beiter und -Handwerker, die in den einzelnen Be- triebswerkstätten wieder erschienen waren, erneut di« arbeit nieberlegten. Alle großen Be^ick-- Werkstätten liegen wieder vollständig still. Str-ik- posten verhinderten die Arbeitswilligen die Arbeir auf­zunehmen. In einer bon 4000 streikenden Eisenbah­nern besuchten Versammlung wurde aufgefordert, nicht nur dre Personenzüge, sondern auch die Kohlenzüge und vor allem die LebenSmittelzüge nicht mehr z £>e, fordern. Tas Proletariat habe viereinhalb sZahre lang für den Kapitalismus gehungert, jetzt könnten die Kapitalisten auch einmal für daS Proletariat leiden Sekretär Lehmann vom Metallarbeiterverband (Orts^ bezirk Berlin) erklärte, daß die Metallarbeiter dem Eisenbahnerstreik sehr sympathisch gegenüber ständen. Er schloß mit den Worten:Wir haben einen zweiten Schlag vor, der hoffentlich besser klappen wird als der am 9. November."

Wie eine Berliner Korrespondenz meldet, ist die Regierung enffchloffen, den kommunistischen Putschen der Eisenbahner entschiedenen Widerstand entgegenzu- letzen Der Terror der kommunistischen Elemente soll gebrochen werden. Man erwägt, falls alle Bernunft- gründe versagen, die E i s e n b a h n w e r k st ä 11 e n ebenso, wie bie? mit den Spandauer Werkstätten ge- fdxtf), auf guloj en. Eine große Zahl von Kom- mu nt st en ist tm Laufe des Montags verhaftet wurde angeordnet, daß jedem Versuch, den Eisenbahnverkehr Wetter zu unterbinden und durch TerrortSlmiZ dte Arbeitsaufnahme zu verhindern, mit größtem Nachdruck entgegenzutreten ist.

li^,. N^»>^rkchrs!age zeigte sich gestern keine wesent- l^e Seranberung. Der Vorortverkehr war unreaelmäftia mirfp'u rIift ebenfalls noch unter dem Streit nudelte sich aber im wesentlichen befriedigend ab

, .2)er ^rraßenbahn erstreik in Berlin soll heute feSw'rx $-iC .Abstimmung in den Betrieben der Etta. TOph&^m!e unb Untergrundbahn ergab eine

M°hrhett von 90 Prozent für den Streik. Es ist zu befurchten, daß sich auch ein Teil der Angestellten der Dor- e."LUnh ^'?Lbahn anschließen wird. Die Zahl der Streb fenben betragt etwa 22 000. Sie umfaßt auch die iechni- schen und kaufmännischen Angestellten ber Berliner Der- Ser hTrTT" "juß leider mit einer langen

Streikes gerechnet werden, die Straßenbahn nuk f'ns ferF entschlossen, nicht nachzugeben. Bis

h 6reS rou?r aIfo Berlin und Umgebung auf private Beförderungsmittel angewiesen sein. Diese Fuhrwerke sol- 7/uttr ni litänschen Schutz gestellt werden.^Be^ichnend

Att, wie für diesen Streik Stimmung gemacht wurde, scheint die Form der Abstimmung. 53on ben Ser» nn°rU hlr 6^*1 die Weisung ausgegeben worden sein, vor der Abgabe der Stimmzettel an die Angestellten die Frage zu richten, ob sie Wert darauf legen, 700 Mark 3ulage zu erhalten oder nicht; wer Wert darauf legt, den x^ra®verhalten, soll auf den Zettel ,La" schreiben Timm"0 -üm mbcrn Falle der Zettel mitNein" aus-' zufüllen ist. Natürlich schrieb allesJa".

Der Hamburger Aufruhr.

Durch den Verrat der Hamburger Volkswehr die zu einem erheblichen Teil zu den Aufständischen über- gegangen ist, sind auch die Bahrenselder Freiwilligen sick .^verlässigen Truppen von Hamburg, die

i bienten und Offizieren rekrutieren, in eine bedrängte Lage gekommen und haben 15 Gefan- fiotrf6 J?rI-°4en; 15 Gefangene wurden in ein mehr Erfuhrt, und eit dieser Zeit hat man nicht- mehr von ihnen gehört. Es ist leider zu befürchten, Msi pk dem Hafengesindel zum Opser gefallen sind. Mit dem Einmarsch der Truppen Lettow-Borbeik wird lue die nächsten Tage gerechnet, v. Lettow-Borbeck wurde auch emmarschieren, wenn die Vermißten, um beren Schicksal man in Hamburg bangt, gefunden wür­den. Die größte Hafenstadt Deutschlands, die zugleich der Lagerplatz für die Tschechoslowakei ist, kann nicht Tummelplatz wilder Leidenschaften sein und außerhalb der Souveränität der Regierung stehen. B 9

Der Frieden.

Rückreise der deutschen Delegation.

Die deutsche Friedensdelegatton, die Samstag abmd Versailles mit Sonderzug verlassen hat, ist in der Nacht ?um Montag im Potsdamer Bahnhof eingetroffen. Reichsminister Dr. Bell verließ den Sonderzug in Elberfeld, um sich nach Essen zu begeben, während Reichsminister Müller die Reife bis Berlin fortsetzte. Frhr. o. Lersner und ungefähr 20 Sekretäre blieben in Versailles zurück. Auf eine Anftage, ob die Deut­schen sich jetzt frei in Versailles bewegen dürsten, ist eine Antwort noch nicht erfolgt.

Auch die Mehrzahl der Mitgsieder der deutschen Kommission in S p a a kehrt nach Berlin zurück. Nur Generalmajor Frhr. o. H a m m e r st e i n, der Vor­sitzende der deutschen Kommission, bleibt in Spaa zurück. Die vorläufige Weiterführung der aus der bisherigen Tätigkeit der Waffenstillstandskommission in Spaa sich ergebenden Arbeiten werden die in Frankfurt a. M. und In Wiesbaden bestehen­den deutschen und alliierten Unterkommissionen über» nehmen.

Der Zehnerrat tagt wieder.

Bon jetzt ab wird der Zehnerrat, der seit drei Monaten durch den Viererrak ersetzt war, wieder tagen. Er wird vor allen Dingen die Frage der Durchführung der Friedensbedingungen sowie die Festsetzung der Friedensbedingungen mit Oefter- reich, Bulgarien und der Türkei zu regeln haben. Im Zehnerrat sind vertreten: Frankreich, England, Amerika, Italien und Japan.

Eine Botschaft Wilsons.

Wilson hat bei der Unterzeichnung des Friedens- dertrages eine Erklärung überreicht und diese gleich in Hunderten von Exemplaren verteilen lassen. Es ist eine in den salbungsvollen Phrasen gehaltene Botschaft an da- amerikaniiche Volk. Wilson sagt darin, daß der Friedensvertrag ein unabänder­liche» Abkommen bilde, und daß jeder Vorbe­halt abgelehnt worden sei. Er sagt, der Vertrag, der zwar hart fet, bilde den Beginn einer neuen Epoche, weite zur Freiheit und zur allgemeinen Beruhigung führe.

Zwei aufsehenerregende Erklärungen.

Kurz vor Unterzeichnung des Friedensverttags in Versailles sind zwei Erklärungen abgegeben worden, die größtes Auffehen erregt haben und in der Entente- Presse Anlaß zu eingehender Erörterung geben. Sas war einmal die Erklärung der chinesischen De­legation, den Vertrag nicht unterzeichnen zu wollen, zum andern eine Erklärung des Generals S m u t s, des Vertreters von Südafrika auf der Kon­ferenz. General Smuts erklärte, er habe den Frie- densvertrag unterzeichnet, nicht weil er ihn befriedige, sondern weil das unbedingt nötig gewesen sei, um den Krieg zu beenden. Der Verttag bringe nicht den wahren Frieden, den die Völker erhofft haben. Die wirkliche Ausarbeitung des Friedens beginne erst noch. Der Wiederaufbau der zerstörten SBett fei nur unter zwei Voraussetzungen möglich: 1. müßten die Deutschen das britische Volk von ihrem chrlichen Willen überzeugen, und 2. müßten die Alliierten daran den- ken, daß Gott ihnen den Sieg nicht verliehen habe zu selbstsüchtigen Zwecken, sondern zur Erreichung großer Ideale. Manche der Abmachungen über Landabtre­tungen seien abänderungsbedürftig, manche der Siche- rungsbestimmungen stünden mit der neuen friedlichen Gesinnung und der Entwaffnung der Feinde nicht im Einklang. Die vorgesehenen ©trafen müßten bei ruhi­ger Erwägung gestrichen werden, die geforderten Ent­schädigungen würden die industrielle Wiedergeburt Europas beträchtlich schädigen und müßten zum Wohle aller gemäßigter gestaltet werden.

Die verlassenen 14 Punkte.

Don den amerikanischen Pressestimmen, die sich den 14 Punkten des Präsidenten Wilson beschäfti­gen, ist besonders bemerkenswert ein Artikel der New- YorkerSun", die zu Wilsons Abkehr von seinem Pro­gramm schreibt:

. "Präsident Mlson bezahlt feinem Völkerbund mit Abkehr von der Hälfte seiner 14 Punkte, unb zwar:

1. Punkt: Anstatt offener Erörterungen wurde mit