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-- Fuldaer Zeitung

<$* Druck der Fuldaer Lletieudruckerei in Fulda.

Mittwoch, 28. Mai 1919.

Frühjahrs-Hygiene. |

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Donnerstag, 29 Mai. lChristi Himmelfahrt.) Dom. */»6, 6, V,? u. 7 M., 8 Pfarramt m. Auss. u. Pr., ’/elO Kathedralamt m. Pr., V,12 M. m. Pr., */«2 Bitt. Prozession nach Neuenberg, daselbst Pr. u. A. Bei un­günstiger Witterung And. im Dom, 7 Mai-And. i. d. Mariens. — Stadtpfarrkirche. 51/, Kom., 5’/« u. 6*/< M.,

Und unsere Nachkommen? Ihnen bieten wir das bestmögliche Trost- und Hilfsmittel, wenn wir sie erziehen in dem Geiste, der oom Himmel kommt und zum Himmel führt. Das Unglück in der Welt wurzelt gerade darin, daß die Menschen zum großen Teil nicht 'istlich sind, obschon sie christlich heißen. Die viel­gepriesene moderne Kultur, die sich nur auf Menschen­witz und Menschenkunst stellen will, macht Bankerott in Elend und Grausen. Es gibt kein anderes Heil für die Völker und für die Individuen, als die Zuflucht zur himmlischen Weisheit und f-'^mliftben Gnade. Dazu gehört vor allem eine ;ft religiöse Erzie­hung der Jugend, und so mahnt uns auch der Himmel­fahrtstag, daß wir in den Nöten der Zeit auf keinen Fall vergessen dürfen, für die christliche Schule mit allen Kräften einzutreten.

Ja, wir stehen da wie die Männer von Galiläa: wir schauen gen Himmel, denn dieser Blick in die Höhe gibt uns Trost in Leiden, Geduld in der Heimsuchung, Mut in der Bedrängnis, Kraft zum pfstchttreuen Wir­ken nnd Schaffen.

Der Friede, den uns die gegenwärtigen Macht­haber versagen, muß und wird von oben kommen durch den G-ist, der alles schafft und dos Antlitz der Erde erneuert. _„

____ ...Lry-s-'Cä

Der Blick zum Himmel.

„Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schauet gen Himmel!"

Das wurde einst den Jüngern gesagt, die in Schmerz und Sorge dem Aufgefahrenen nachblickten, und zwar zum Tröste, denn es schloß sich daran der Hinweis auf die künftige Wiederkehr des Aufgefah­renen.

Jetzt bekommen die Christen manchmal einen ähn- lichen Zuruf zu hören, aber im Sinne des Zweifels und der Mißachtung. „Was stehet ihr da und richtet euren Blick gen Himmel, als ob die Hilfe von oben kommen könnte!" Die sog. Aufgeklärten möchten uns für rückständige Galiläer halten, wenn wir am christ­lichen Glauben und an der Hoffnung auf den Himmel festhalten.

Bei oberflächücher Betrachtung der traurigen Der- hältnisie auf Erden kann es ja den Anschein haben, als ob Gott die Welt verlasien hafte und ihrem Verderben nicht steuern wollte. Aber welch eine Anmaßung und Torhett tft es, den kleinlichen Maßstab der menschlichen Kurzstcht und Ungeduld an den Weltplan der ewigen Vorsehung legen zu wollen! Auf welche Weise und zu welchem Zeftpunkt der Allmächtige Eingreifen wird in die irdische Wirrsal, das bleibt uns vorläufig verbor­gen: aber 7 wir wissen, daß ein gerechter Vater die Ge­schicke lenkt und ein liebevoller Erlöser zu seiner Rech­ten sitzt, und darum stehen wir da in fester Zuversicht und richten den Blick gen Himmel, hoffend auf das Heil von der Höhe.

Woher rührt die Not auf Erden? Weil die Chri­sten nicht christlich denken und handeln! Weil die Macht­haber dieser Well die Botschaft mißachten, die der auf- gefahrene Erlöser der Menschheit hinterlassen hat, und weil sie den hl. Geist, den er als Tröster und Lehrer gesandt, ausgeschaltet haben durch den eigenen Geist der Hochfahrt, Härte und Habgier. Der Krieg war schllmm, aber noch schlimmer ist der sog. Friedens­vertrag, der zu ollen chrisllichen Gefühlen, Grund» föen und Pflichten in schreiendem Widerspruch steht. Während des halben Jahres, das man zur Ertüstelung und Ausgestaltung dieses Marterwerkzeuges gerauchte, ist kein Blick gen Himmel gerichtet worden, kein Ge- danke an die Verantwortlichkeit vor dem höchsten Rich- etr oufgestiegen. Was in den 14 Punkten Wilsons noch vom christlichen Geist der Gerechtigkeit und Versthnung dnchalten war, hat man bis auf den letzten Rest aus- tzetneben. Wenn die Versailler Bedingungen als Kenn-

Zeichen der Gegenwart gelten sollen, dann wird die Weltgeschichte sagen müssen, das erste Viertel des zwan­zigsten Jahrhunderts der christlichen Zeitrechnung sei ein unchristliches Zeitalter gewesen.

Müßten nun nicht alle Christgläubigess der ganzen Welt sich einmütig erheben gegen den Frevel am Chri­stentum? Die gegenwärtigen Machthaber haben von vornherein vereinbart, daß das Oberhaupt der kathol. Kirche, der berufene Vertreter des christlichen Geistes, von jeder Einwirkung auf das Friedenswerk ausge­schlossen bleiben soll. Aufrufe zu Protesten an die ausländischen Glaubensgenossen sind von katholischer und protestantffcher Seite ergangen, aber man sieht kei­nen Erfolg. Die christlichen Dolkskreise sind zum Teil verblendet, zum Teil zerfahren und schwach.

So sieht die Lage sehr düster, ja verzweifelt aus. Wo kann da der Anker der Hoffnung noch Hall finden? Nur im Gottvertrauen, nur in der Zuversicht, daß der aufgefahrene Erlöser bei uns bleiben wird bis ans Ende der Welt, und daß der Geist Gottes schließllch doch das Antlitz der Erde erneuern wird. Gerade weil es auf Erden so furchtbar schlecht aussieht, richtet sich der Blick zum Himmel empor.

Da holen wir uns die Kraft zum Durchhalten. Während des Krieges wurden wir immer zum Durch­halten ermahnt; leider brach die nationale Ausdauer etwas zu früh zusammen. Nach Abschluß des Waffen­kampfes hofften wir oufahnen und die Glieder ent­spannen zu können. Aber wir sind nur vorn Regen in die Traufe gekommen. Jetzt gilt es erst recht, zähe auszuharren und tapfer auszuhalten bis zum Aeußersten, um die aeplante Vernichtung in letzter Stunde abzuwehren. Das ist dem Christen leichter wie dem Heiden. Denn er fühlt auch in der höchsten Not sich nicht verlassen, weil der alte Gott noch lebt und die Verheißungen des Erlösers in Kraft bleiben.

An der menschlichen Gerechtigkeit möchte man unter den fetzigen Verhältnissen verzweifeln. Doch d'e göttliche Eerechtiakeit steht unerschütterlich im Strome der Ereignisse. Wenn uns Leiden beschieden sind in der Wartezeit, so willen mir, daß der Aus­gleich erfolgen wird im Gericht Gottes. Auf keinen Fall kann für den Einzelnen die Erlösung und die Be­lohnung sich länger verzögern als bis zu seinem Ab­schied von dieser manaefhaffen Welt, lieber ein Klei­nes ist auch unser Himmelfahrtstag. Wer in Frieden mH feinem Gott aus vieler unerfreulichen Welt scheidet, für den gilt auch das Wort: Mußte er nicht also lei­den. um in die Herrlichkest des Himmels einzugehen?

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Musik wird oft nicht schön empfunden, weil sie mit Ofcrfiuf» verbunden, «seit einigen Wochen ist „Am Waldschlößchen" die Luftschaukel wieder im Betrieb, zum Vergnüaen großer und kleiner Kinder beiderlei Geschlechts. Dabei wird eine Orgel betätigt von nach, mittags bis spät in die Rackst hinein, „ohn Unterlaß und nicht zum Svaß" der Anwohner, die nach ange­strengter Arbeit ficb erholen wollen Im vorigen Jahre war im letzten Drittel der Schankelsaison, die immer emrae Monate währt, die Orgel durch Decken abae. dämpft, sodaß die lieblichen Töne nicht allzu grell hör. bar waren. Sollte dies nicht auch in diesem Jahre möglich fein? Wer hilft? Ein Musikfreund.

8 M. u. Pr. fL Schulgd.), 9*/, Pfarramt u. Pr., 11 M. u Pr. (2. Schulst).,, 1‘/, Flurprozession, 8 Mai-A. — Pfarrkirche zum tzl. Geiste *|,7 Generalkom. d. Sod., 7 Frühm. fällt aus, 8 Pr. u. Amt, 5 Mai-And. — Novnenkirche. 9’/« feierliches Hochamt mit Pr. und hl. Segen, nackmittags 3 Vesper mit hl Segen. — Frauenberg Ablaßtag f. alle Gläubigen. M. B. 5 fm. Mai-A.) bis 7. 8 Rosenkranzm. m. Pr., 9 Pr. u. Le­vitenamt m. Auss. u. Segen, nachm. 2 feiert. Vesper m. sakram. Segen. Generalabsolution f. d. Tertiären.

Freitag,30 Mat. Dom. Abends V,8 Schluß der Mai-A. i. d. Marien!. — Frauenberg. Beain.n d. Novene z. Ehren d. hl. Geistes. Jeden Morgen findet im An­schluß an die 7 Uhr-M. eine kurze A. zum hl. Seift statt. Fest d. hl. Königs Ferdinand, Sei. v. 3. Orden. (Ablaßtag für die Tertiären.)

«daagettsch« Gatt ««dienst.

Donnerstag, 29. Mai. (Christi Himmelfahrt.) Corrn. 8 Uhr: Pfr. Weber, 9'/, Uhr: Pfr Riemen- schneider. — Birber-frin. Borm. 9'/, Uhr: Pfr. Reich

Betrifft Wollablieferung ltnt Bischlagnahne-Besflmaacg Nr. W. 10/3.13 L Hirz 19.

Zam Ankauf der Wolle von Schafh altern mit wen’?er als 30 Schafen sind Bezirksaufkäufer bestellt worden. Die Bezirksaufkäufer wiederum haben bammelsteilen errichtet 2417

Sanuneistelle für den Kreis Dermbach i

Braude, Gaisa.

An dieser Sammelstelle können die Schafhalter '"'n .. °"e zur Abschätzung durch den Bezirksauf- liefern. Der Bezirksaufkäufer kauft diese Wolle gegen eine Provision für die Reichswoll-Aktien­gesellschaft, Berlin, also nicht für seine Rechnung, auf- Er ist angewiesen, für das rohe, ungewaschene Produkt den höchsten Preis zu zahlen unter Zu­grundelegung der am 1. März d. Js. für gewaschene j-l? festgesetzten Uebernahmeireise, welche gegen die bisher g. Preise beträchtliche Erhöhungen aufweisen.

Bezirksaufkäufer st d e Firma t

N. u. L. Stiebe., Eisenach.

Jeder Ablieferer von Wolle erhält einen Ablie­ferungsschein. Auf demselben ist vermerkt, welche Mengen Rohwolle (Schmutzwolle) den Schafhaltem

Zwecke der Selbstversorgung freigegeben werden.

Bezirksaufkäufer bezw. Sammelstellen von deut­schen Wollen sind berechtigt, diese freigegebenen kleinen Mengen Wolle zum Verspinnen anzunehmen, tune Belieferung von Strickgarn findet nicht mehr statt

Reichswirtschaftsstelle für Wolle, Berlin.

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