Einzelbild herunterladen
 

fettigen und in ihrem Dienste tätig werden, selbstoer- stündlich als Hochverräter betrachte und dafür sorgen werde, daß gegen sie auf Grund der bestehenden strafrechtlichen Bestimmungen mit aller Strenge ver­rohren werde.

Das Beiahungsheer und der deutsche Waid.

Die feindlichen Bescchu-ngSlrvpren sind über die ftmucn linksrheinischen Gebiete verteilt. LS gibt lein Dorf in (5if?l nrb HunSrück, da? nicht mit Truppen be­legt ilt. lind diese Truppen kochen, Heizen, bauen nach HereniSlujt nun schon über Ü Monate lang. (fs ist ein Iannner, trenn man siebt, welch eine Verschwendung mit dem .Nolz getrieben wird. In den Waldern sirto proste Hel-fältkommandoS bauernb an der Arbeit. Garne Hoben stud fallt geworben. Die Truppen ncbmen nut dar Stammholz, Acste und Zweige lassen sie liegen. ®n den Stellen, wo die Truppen Lebensmittel tinnfait- gen, wird meist das Brennbolz ausgegeben. ßunberte t>oii Metern l'-gt cS aufgestapelt. Lag für Tag wird ab- und cinaeladen. Voll Entsetzen siebt der Bauer, wie der Moloch Krieg in d> u Wäldern wütet, wie sich daS Laitdichastsbild langsmn aber stetig ändert. Wa» dem Torfe ein Jahr laug zum Brennen, Baven, Ver­arbeiten genügte, ist ui einer Woche verian. Bara- deia, Schuppen, weite Hallen entstehen, Sporipläye, so- flac mit Tribünen, werden angelegt, als loollteik die Aeindc noch sayrelang bleiben. Hundertlausende Kubik­meter Holz, Eichen, Buche, Tannen, für Millioneti und aber Millionen Mark sind perbraucht, verbrannt, ver­baut. Tas alles gehört angeblich zum Unterhalt bet Beiatzungsirnppen. Keiner der Alliierten findet etwas dabei, wahrend die Verwüstungen, die unter dem Swang härtester Kriegsnotwendigkeit in den Wäldern Frankreichs und Belgiens entstanden, 019 ein Verbre­chen dargostellt wurden.

Große Kundgebung in Berlin.

Berlin, 21. Mai. Im Lustgarten fand heute eine große Proiestlundgebung der Unabhängigen gegen den Gcwalkfrieden statt, in der die bekannte Polilik der Partei verlrelen wurde. Die Redner verurieilten die Friedensbedingungen als unerfüll­bar, verlangten aber die Unterzeichnung, weil sie mit ibr und mit der unrettbar damit verbundenen Versklavung und Verelendung deS deutschen Volkes der Wettrevolution den Weg ebnen möchten. Gleich­zeitig wareil auf dem Withetmsplatz und dgr der Reichskanzlei die Anhänger der MehrVeits- fozialdemokratie versammelt, um ebenfalls gegen die Friebensbedingungen zu protestieren und die Polttck dec Regierung zu unierstützen. Entgegen jonstigen Ansammlungen herrsch « fast eine eisige Ruhe unter den Tausenden, die Zeugnis gab, daß jeder sich im Innern mit dem Ernst der augenblicklichen Lage beschäftigte. U. a. sprach Mtnist rprästdent Scheidemann. Der Giundton feiner Rede war:Weg mit dem alten Naiionalis- mus Es lebe die Völkerdersöhnung und der wa re Völkerbund". Tie Friedensbevingungen selbst streift die Rede nur kurz, alletdings mit vernichtender Kritik. Tie drei anderen Redner neben Scheidemann kritisieren die Schandbedingungen. Mitten in dies« Kundgebung flu eten die Massen der Unabhängigen, die aus dem Lustgarten in endlosen Zügen zurückkamen. Turch fortgeetzie lärmende Kundgebungen für den Frieden und gegen die Re­gierung Ccheidemanu ve>h.nderien sie die Redner der Mebiheits ozialislen, sich versiändlich zu machen. Tie Mehlheltsjoziaiiste» erwiderten mit Gegenlund­gedungen, jodaß schließlich ein ohieiibeiäubender Lärm herrschte. Zu Zusammenstößen ernsterer Ratnr kam es jeboct) nichi.

Wilson an den Konstretz.

rotb. Psrlr, 21. Mai. Wilson hat eine neue Bot­schaft an öen Kongreß bet Vereinigten Staaten gerichtet. Die Botschaft geht rasch über die Friedensvelhandlungen in Versailles hinweg und erwähnt nur die lange Zeit seit dec Unterzeichnung des Waffenstillstandes. Es wäre ver­früht. sagt Wilson, die Friebensverhandlungen zu erörtern und ein Urteil odzugcben, bevor sie eine abgeschlossene Fas- sung ei hatten haben. Nach dieser Erklärung kommt der Präsident auf die innere Gesetzgebung Amerikas zu spre­chen. Er berührt dabei auch die Arbeiterfrage und sagt, Amerika iönne nicht (ein Leden cis Nation in der richtigen Weise fortsetzen oder einen entsprechenden Erfolg für die industrielle Gemeinschaft erringen, wenn Kapital und Arbeit Gegner bleiben, anstatt Partner zu sein. Man muffe einen Weg finden, der nicht nur zur Verständigung, sondern zur wirklichen Zusammenarbeit und Gemeinschaft führt, die auf einer tatsächlichen Gemeinschaft der Interessen beruht. Wilson fährt fort: Unsere Geschäftsleute und Ka­pitalisten werden genug Weitblick haben, um zu sehen, dost Wohlstand in einem Teile der Welt auch zur Schaffung von Wohlstand in der übrigen Welt beiträgt, datz unser Hande! mit Landern, die unsere Erzeugnisse und unser Geld brauchen, diejenioen, deren Bedürsniffen wir In der rich­tigen Weise zu dienen trachten, lehren wird, uns mehr als je als reunde zu betrachten. Amerika ist das am wenig­sten beschäftigte Land, das den Krieg mitgemacht hat und kann sich von den Schäden rasch erholen, besonders da es in einer bevorzugten Stellung in Bezug auf feinen Handel stehe und beinahe keine Rivalen mehr habe. Wil­son behandelt darauf noch die Frage der Einfuhr und kommt zu dem Schluß, daß die Lage des europäischen Handels und der ndustrie diejenigen Amerikas nur verbessern könne. Das Augenmerk legt er auf die chemische Industrie, die so ausge- baut werden mußte, daß sie derjenigen Deutschlands die Wage halte und die Konkurrenz aushalten könne. Schlie­ßend tritt Wilson für das Frauenstimmrecht ein.

Di« Krisis in brr Adriastage.

Die Adriofroge und damit das ganze italirnische Friedensproblem ist in die entscheidende Krisis getre­ten. Sämtliche in Nom anwesenden italienischen Mini­ster sind nach Bardonnaix an der italienisch-französi­schen Grenze obgereist, um mit Orlando und C r e f p i, welche von Paris kommen, sich zu treffen und die Adriafrage zu enlschefden. Es handelt sich in erster Linie um Fiume. Nach Pariser Informa­tionen italienischer Blätter geht Wllson von seiner Op- posistoi r diestol'enischcn Ansprüche auf Fiume nicht ab. sondern will Fiume zu einer von südslawischen Gebieten umgebenen Freistadt machen. Dagegen soll Italien Entschädigungen in Kleinasien sowie in Ouecksilberbergwerken erhalten. Endlich soll ihm die kll'amkc ehemalige österreichisch-ungarische Handels­flotte zufallcn. Nachdem das ita(ieiri*e S c.t durch eine wilde Agitation in der Adriastag: überhitzt wor­den ist, dürste die Negierung kaum die amerikanische Lösung annehmen können. Das Ministerium dürfte loear unmittelbar vor dem Falle stehen, nachdem die Besetzung Smyrnas durch die Griechen das Matz der Unzufriedenheit zum Ucberlaufen gebracht hat.

* Die Dorgöngr in der Päpstlichen Tlunfiatur tn München während der Rätcwirtfchaft haben ein Nach­

spiel gehabt. Die Regierung Hoffmann hat nach der Befreiung Münchens das der Nunsitur zngefügle Un­recht gutzumachen gesucht, indem sie für die Vorkomm­nisse hot um Entschuldigung bitten lassen. Es ist aber zu begreifen, daß der Heilige Stuhl cs vorzieht, weite- ren Verletzungen der Exterritorialität der Nuntiatur aus dem Wege zu gehen. Der Nuntius Mfgr. Pacelli hat von Nom die strikte Weisung erhalten, sich schleu­nigst vorübergehend nach der Schweiz zurückzu- ziehen. Der Uditore Mfgr. Scioppa wird für einige Zeit nach Rom achen. Den Briefverkehr Zwischen den deutschen Bischöfen und Nom vermittelt ein deutscher Ordcnsmann, der leit langer Zeit in der Nuntiatur beschädigt ist.

* Altötting, der weltberühmte bayerische Wall- fahrtsort, war bekanntlich ebenfalls von den Spar- fctibeii besetzt. Unter den brandschatzenden Rotgardisten befand sich auch ein c-ewlffer Weingart, der nun­mehr in Landshut ststoenommen wurde. Im Besitze dieses Individuums fand man 1400 J< von der Kon­tribution, die der Stadt Altötting auferlegt morden war. Glücklicherweise batte man das Gnadenbild rechtzeitig nach Vasiau in Sicherheit gebracht. Weingart hätte noch 12 Jahre Zuchthaus abmbüßen gehabt.

Eine Derwakwngskmnmifsion für das Rh-knkand wurde vom Obersten Wirtfcbnftsrat in Koblenz einoefrat. Itzc Vorsitzender ist ein Franzose Tirard. Ihn ist ein britischer Vertreter, der eine lnnoc 21er- woltwmsersahrung in Indien hat, Sir Harold Stuart, beigegeben.

* Ter KurS bet benutzen Mark soll, wie in Ententekreisen bebautet, sestgelent werben, da ein weiteres Fallen nicht in^Jntereffe der Verbündeten liegt.

* In einer Note an d'e palulscke Regierung bat England jede selbständische militärische Operation Polens verboten.

* Der Vormarsch auf Budapest wird von ru­mänischen, französischen und südslawischen Truppen fortgesetzt.

3n Dvsqarstn sind ernste Unruhen ausgebrochen. In Sofia kam es zu blutigen Konflikten zwischen der Garnison und der revolutionären Volksmenge, die die SThfenuno der Neoicrung und die Ansrufunn der Sow- fctregierung verlangte. In Rustfckuk, Phllipooel und Warna ist es zn Ausschreitungen gekommen. Die Tro­pen haben sich überall geweigert, gegen die Sevölterung vorzugeben.

Deutscher Reich.

* Dir Betriebsräte. Der Gesetzentwurf über Be­triebsräte wird jetzt beroffenfltM Er sieht für olle Betriebe mit mindestens 20 Arbeitern Betriebsräte vor. lieber das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer beißt es:

Tee Arbeit mber ist verpflichtet, von jeder Ein» stellunq eines Arbeitnehmers und vor Anspruch der Kündigung und vor jeder Entlassung eine» folgen dem Betriebsrat Kenntnis ,u aeben. Die» eilt nicht bet Ein. stellungcn und Entlaffunaen, bie auf einer gesetzlichen ober fariftierfranliriben oder durch Schiedsspruch einer gesetzlich anerkannten Sctzlichtun-iSsielle ouferleaten Ver­pflichtung beruhen und bei Entlaffnngen au» einem wichtigen Vnickt, der nach dem Gesetz «ur flünbiauni ohne Einhaltung einer Sünbinun'-'Sfrift beredftt-'t. Geern jede Eiustrlluna kann der Betriebsrat binnen fünf Ta "en Einspruch erheben, wenn wichtige berechtigte In. tereffen deS Betriebe» ober der Arbeitnehmerschaft da­durch verletzt werden. Die politische, militärische, kon­fessionelle oder gewerkschaftliche SBctätiiuna eines Ar­beitnehmers darf keinen Grund zur Erhebung de» Ein­spruches abaeben

Um den A>bei>geber bei Einstellungen einiger­maßen zu schützen,' wird ein- vom Betriebsrat zu bestellende Dertranensperkon mit der Entgegennahme von Mitteilungen deS ArbeitaeberS über die für die Einstellung maßgebenden Grunde und zu deren Prüfung berufen. Sie ist zum Stillschweigen ver­pflichtet. Damit wurde aber verhindert, daß Ein­stellungen vor dem vielköpfigen Betriebsrat be­langen und breiten erörtert werden. Ta aber der Betriebsrat doch Zchließlich da» entscheidende Wort hat, so scheint uns das berechtigte Interesse de» Un­ternehmer» nicht genügend gewahrt. Der Versuch, da» Mitbestirnmungsrecht, da» bei Entlassungen einen guten Sinn bat, auch ans die Anstel 1 nngen auszudehnen, dürfte in der vorli grnden Fasiung nicht zum Ziele führen. Buch sonst wird gegen den Enlwuif, wenn er erst in benimmler Gestalt der öffentlichen Kritik unterbreitet wird, noch manches zu sagen sein.

* Im Befinden des früheren König-von Bayern, der in der Schweiz Zuflucht gesucht hat, ist eine toefenflt*e Verlcklim merun q rinnpfreicn.

Bamberg, 21. Mai. Der bayerische Landtag ist heute in Bamberg zusammcngelrcten unb Hal seine durch bie revolutionären Ereignisse wiederholt unterbrochene Tn- gung wieder ausgenommen. Die Abnrorbnelen sind fast vollzählig erschienen. Es mürbe zunächst eine Vorlage btt Reform der Geschäftsordnung des Landtags angenommen. Dann begründete der 3entrumsabgcorbncle Funke eint In­terpellation (einer Pori-i wegen Beeinträchtigung bei Koalitionsfreiheit durch den von radikaler Seite gegen bie Anhänger der christlichen Gewerkschaf, t c n geübten Terrorismus. Die Vergewaltigung der christ- sichen Arbeiterschaft durch die radikalen Arbetlsaenoffen fei kein Ruhmesblatt in der Geschichte der sozialdemokratischen Partei. Man wolle eben auf Staatskosten Porlemefchüste treiben? Der Redner bringt eine Fülle von Fällen zur Spracht, in btnen unter der Herrschaft her A.- unb S.-Rält alle andersdenkenden Albeiter roenen ihrer Gesinnung den schlimmsten Verfolgungen durch Beschimpfungen unb Be­drohungen ausgesetzt waren, aus Ihren Arbeitsstellen ner- trieben ober bei Lohnerhöhungen ausgeschlossen wurden. Dis aufs Blut feien ganze Gruppen der christlichen Orga­nisierten gereinigt unb mehrfach sogar perwutmen worden, sich aufzulksen unb in die sozialdemokratischen Gewerkschaf­ten einzutreten. Dom Ministerium seien die Befchwerben gegen den größenwahnsinnigen Terror dahin beantwortet worden, baß man daran wiffe, aber machtlos sei. Die mehrhtilssozlalistis-ben Mitglieder der Reaienma. der Mi­nister für soziale Fürsorge Gast11gtr und Iustizminister Endres zeigten sich in ihrer Beantwortung der Inter- veffafion bemüht, befchwichliaend in den Streit einzugrei- fen. Sie ncrurteilten die mitaeieilten Vorkommnisse auf das schärfste und oerfitfterfen, daß die Regierung bemüht newefen sei, den terroristischen Ucbrrnriffcn, sobald sie zu ihrer Kenntnis gelangt seien, energisch enlgegenzuireten.

Ans dem llachdargediet.

S Lehnerz. Die Ursache der Verwundung der Fra» a»S Lehnerz ist nicht in einem Schuß, der aus einem Poienzug abgegeben wurde, z« sehen, wie zuerst on-enommen wurde. Tie Frau hatte Kindern vorsichtshalber eine Sprengkapsel an» einer Handgranate, die herumaeleoen halte, weggenommen und, ohne über den gefährlichen Charakter einer solchen Kapsel richtig Bejchetd zu toiffen, diese in die Tasche ihre» Rockes gesteckt. Durch eine geringe Reibung ist die Kapsel zur Entzündung gekommen und hat da» Unheil angerichtet.**"

!! Wisselsrod. Unser allverehrter, lieber Bürger­meister Wilhelm Kl über hat nach 27jähriger Tätig­keit wegen Krankheit fein Amt nieder gelegt. Mit väterlicher Liebe bat er dir Gemeinde stet» geleitet. Viele Mühe und Arbeit hat ihm da» Amt gebracht, besonders im Jahr 1896 97 bei der Zusammen­legung der Grundstücke unserer Gemeinde, ebenso in den Kriegsjahren. Dte ganze Gemeinde wünscht ihm, daß sein Gesundheitszustand sich recht bald wieder belfere und er der Gemeinde noch lange al» treuer Berotec erhalten bleckt.

Kassel. Eine internationale Geld» schranktnackerbande drang in das Büro der ' ;e:ir>er-,ff 'ursi Herkulesbahn in Kassel-Wilhelms- Höhe ein, sprengte den Geldschronk und raubte außer einer größeren Summe baren Geldes 300 000 JA in Wertpapieren. Die Einbrecher sind entkommen.

-d- Vom Feldberg. Der große Taunushüter, der in Friedenszeiten und selbst noch in den Kriegs- jähren allsonntäqlich tausende von Ausflügler» bei sich zu Gaste sah und auf dessen Haupt selbst an

AuS Geis« und Umgebung.

. (::) Geisa. Durch die Verordnung der weimari» scheu Landes-Eierflelle ist der E ierp re i» nm 8 Pfen- nige für daS Stück erhöht worden. Danach erhält der Geflügelhalter von dem Aufkäufer oder Haupt- Händler, wenn das» Er bei ihm abgeholr wird, 40 Pfg., wenn er das Ei ati die Sammelstelle oder den Hauptuändler unmittelbar abliefert, 41 »Der 42 Pfg. «ei der Abgabe durch den Geflügelhalter unmittelbar an den Verbraucher darf folgender Preis nicht überschritten werden: Bei der Abholung 40Pfg^ bei dem Verkauf auf dem Wochenmarkte 41 Pfg^ bei der Lieferung inS Haus 42 Pfg. Bei der amt­lichen Verteilung der Eier darf der Preis' von 47 Pfg. sür ei« Stück nicht überschritten werden.

vermischter.

* Aahnendiebskahl In der Berliner SchlvtzkapeKe- Al'f eine seltsame Beute hallen es Einbrecher abgesehen»

Wochentagen stetS Wanderer weiften, ist setzt ver­ödet. Seitdem auf feinem Gipfel Franzosen die Wache halten, ist jeder Verkehr erngeschlafen. Nur hin und wieher irren ein paar Wanderer, mit Aus­weisen und Pässen reichlich bewaffnet, zu ihm hin­auf. Die drei Gatihou er träumen einen Tornröschen- fchlaf, der Turm ist nur für die Franzosen zugäna- lich Ter Feldbera frbläft. ... S 8

0) Mal«;. Ein Schutzmann wollte sranzöflsche Soldaten, die Radau machten, zur Ruhe mahnen. Der eine ftrrr*~-*n ging darauf auf den Polnisten los. In der Notwehr griff der Schutzmann zur Schußwaffe und traf den Franzosen so unglücklich, daß er starb.

Lokaler.

Fulda, 21. Mai 1919.

t Vonifaiiusfeier.

Aus Anlaß der 12. Jahrhundertfeier der apostoli­schen Sendung des hl. Bonifatius haben die am Grabe des Heiligen in Fulda versammelten Bischöfe ein ge- meinsamcS Hirlenschreiben erlassen. Eie richten darin u. a. an die deutschen Kalholiken die Ville,am Feste deS hl. Bonifatius und im Monat Juni im FcffgokleS- dicnst und in BeretnSversammlungen voll Freude und Dankbarkeit deS großen Heiligen, feine* segensreichen Wirkens und glorreichen Sterbens zu ge» denken und das Vaterland in den schweren Röten der Gegenwart in dessen Schutz zu befehlen".

In Ful da, das sich glücklich schätzt, das Grab des großctn Apostel» der Deutschen,deS Siegers über daS germanische Heidentum, dcS friedlichen Eroberers Deutschlands für das Reich GolteS, unseres geistigen StammvalcrS und dcS Bahnbrechers der nationalen Einheit" zu besitzen, wird der Appell der Bischöfe ge­wiß etn ganz besonders freudiges Echo finden, ©eie. genbeit, diese dankbare Gesinnung zu betätigen, bleien die Wallfahrten, die tu der Oktav zum Grabe de» Heiligen ziehen, in diesem Jahre darf sich niemand dabei auSschließen.

Auch eine Festverfgmmfnngistdem Wunsche der Bischöfe entsprechend in Aussicht genommen; sie wird cnrr 1. I u n i, an dem Sonntag, an dorn die Stadt zrtm Grabe wallt, nachmiitagS 4 Nhr im Stadtsaal stattfinden unb gewiß durch vollzählige freudige Betek- ligung der katholische» Bürgerschaft der Stadt zu einer eindrucksvollen Kundgebung der Liebe und Dankbarkeit für den große» GlanbenSvaier sich gefialien, dem Fulda ja alle», waS öS ist, verdankt. ,

' | besseren Kreisen der Bevölkerung viel von : I frühere» Vorurteil verloren habe. Der Uebet»3

I an Schlack'Vieh und die billigen Prei'e Ende Tezru? 1 I der und Anfang Januar botest der Stadt «r?*

I willkommenen Anlaß, ungefähr L50Pferde zu schiech, ton und für eine eventuelle künfiiqe Notlage ou | Salz- und teilweise Büchsenfl-iich zu konfervi,, I ren. Bon der Einführung der Regieichlachtung Hitb I Wnrstbereitung wurde auch l9l8 Äbltand genommen I da die anderwär S gemachte» Erfahrungen einen I nügenden Beweis dafür erbracht (?at>en, dai dn-ch bje I Entziehung der Selbständigkeit dem Fleischerhagtz, I werk wohl wesentlicher Schaden zugefärr, der Allqe. j mein beit dagegen keinerlei Nutzes geboten werde» I konn'e.

I Hk. Vorschriften sür die Einfuhr. Eine

I sammenstellnng aller auf die Wareneinfuhr bez^ I sichen Vorichriften, welche bet Wiederaufnahme dez Handeisdeziehungen zum Auslande ein brauchbarer

I Hilfsmiilel ietn wird, fgun durch Vetmiltlang Handelskammer zn Hauatt, welche Vestel

I lusgen sofort erbittet, zum Preise von 1.59 Sy I bezogen werden.

(*"> Ein bestrafter MilchhSndler. Ein Landwirt j von Lüde münd wurde wegen Milchfälsck««.

zu 300 Mark Geldstrafe und Tragung der Loft« I verurteilt.

I % Die Titelsncht, über die man sich in der letzte, I Stadtverordneten - Versammlung unterhalten hm I treibt auch anderwärts Blüten. I» nahen Her», I selb hatten sich die Stadiv.-rordneten mit folgender I schwierigen Frage ztt besckästigen Der Rathaus, I diener und die beiden Schuldiener hatten de, I Magistrat den Antrag überreicht aus Verleihung bet I Amtsbezeichnung RathanS» Verwalter «ab I Schulh aus-Verwalter. Der Magistrat schl»» | abweichend davon vor, ihnen den Titel Rathaus, I wart und Schulhanswart zu verleihen. Die I Stadtverordneten hatten eure längere Ausprach« über die Angelegenheit, die damit endigte, daß ben

I Antragstellern die Titel Rath aus meister «u» I Schulhausmeister verliehen worden find.

I (l) Das Proviantamt Fulda erklärt zu dem oM I Dortmund gemeldeten Umstand, daß dort ein ua I Zusammenhang mit Schiebungen festgehallen« I Waggon einen Abgangzettel Proviantamt Full, I getragen haben soll, folgendes: Es kann bei der I Bahn amtlich festgestellt werden, daß vom Proviam» I amt Fulda überhaupt keinerlei Waggons nach I dem Industriegebiet, beziehungsweiie nachdem I Westen abgegangen sind. Wie wir weiter höre», I handelt es sich bei den Lebensmitteln, die vo» Proviantamt Kassel stammend in Dortmund und Umgegend vorgefiinden worden sind, um solche, bie

I zur rtchtmäßigen Verteilung an die BeoöltenmiD Dortmunds vom Proviantamt Kassel an die Nahrunzs- mitielstelle abgegangen war. Die in Dortmund vor-

I genommene Verhaftung |o(l irrtümlich erfolgt feix. I Der Abganazettel hat nicht Prooiaittamt Frudch I fon.'ern Fulda-Hafen (in Kassel) Mmim.

f. l. Dermözetisverzeichnifsc. Die Regierung h« I ungeordnet, daß jedem Steuerpflichtigen von dem Be» sitzsteueramt nur ein Vordruck zum Vermogenrver» I zeichnis eingehändigt werden soll. Die Zustellung bie» fer Vordrucke an die Steuerpflichtigen kann erst statt» finden, wenn die Negierung die Frist zur Einreichung festgesetzt hat. Nach der Verordnung der Regierung fallen die Steuerpflichtigen das Vcrniögensverzei^lir bis Ende Mai d. Is. f u r f i ch aufgestellt haben, damit I sie innerhalb der demnächst festzusetzenden, aber auf I kurze Zeit zu bemesfenden Frist die Unterlagen für ds» I cinzureichende Dermögensverzeichnis zur Hand hab«, I Eine große Anzahl von Steuerpflichtigen, besonder, von solchen, die über verschiedene Vermögencstücke ver- fligen, wünschen eine zweite Ausfertigung des Verinögensverzeichnlffes nach dem vorgeschriebenen Vordruck für sich zu be» halten. Die Buchdruckerei von Edmund Siem in Potsdam, bie diese Vordrucke auf Anordnung der Rt- pierung hergestellt hat, hat der hiesigen Nehrkornlch« Vuchhandsung (Reinhardt, Friedrichstraße) eine arößea Anzahl von Vordrucken zum Einzelpreis von 30 Pfg- überwiesen.

[] Es sei alle Schuld verziehen! Im Zusammen- Hang mit der Aufstellung der Vermözensverz-ichn'ssi wird amtlich geichriebm: Es ist darauf bingeroiefe« worden, daß Steuerpflichtige, die es früher axter- lassen haben, ihr Einkommen ob?e Vermögen richtig an zu geben, jetzt durch eine den Gesetzen entsprechende Vermögensaufitellung ineineschwierrze Late komm« können. Dazir it zu bemerken, daß ein T euer- pflichtiger straffrei bleibt, wenn er seine unrichtig» oder unvollständigen Angaben, bevor eine Anzeige gegen ihn erftgttet, oder eine Untersuchung gegex ihn ein geleitet ist, bei der Steuerbehörde berichtig oder ergänzt und bie gefähidete Steuer, soweit sie betet§ fällig gewesen ist, pritTtristet.

Scharfe Kontrolle über die In Uniform auslrr- fenbi»n Personen. Nach amtlichen Verlauibarung» sollen folgende Grundsätze unbedingt durchgesührt wer­be::: Cöirilliiije Un* .vjjtüere und Mcatnschosira. bie fciticr ii '-törischcn D enststclle mehr ungchören, rjcb« bn Milnärkleidung, soweit irgend möglich, durch Zivilkleider zu ersetzen. Le««, die Militär- klciduny als Entlass ungsanzug erhielten, ha­ben tunlichst Zivilkopfbedeckung zu trag«. Jedenfalls fütb sämtliche milllärstcke Abzeichen zu ent­fernen u. die Knöpfe durch Zwilknöpf« zu ersetzen. 3» Aschaffenburg sind zurzeit Stroßenpatrouillen tätig, Ä alle Leute, die diesem Befehl nicht nachgekoimneu& festnehmen.

(-) Gestohlene Fahrräder. Die Fahrraddiebstäh^ häufen sich in letzter Zeit in erschreckender -re­ibe Polizei steht diesem Treiben, von de« Fälle« abgesehen, wo der Täter auf frischer Tut ertappt wird, fait machtlos gegenüber. Tatsache iss jeden­falls, daß es nur in wenigen Fällen gelingt, bei« Bestohlenen fein Eigentum wieder zu nerchrffm- 11 m die em gemein fährlicken Tr-üben Enthalt i« tut, bat der Bund Tenticher Nähmafchrnen» nutz Fahrradhändler in Frankfurt a. M. einen Er­kenn nnaSdien st ringen Atef. Jedes gestohlene Fahrrad ist der Bundes ze'chäfisstelie untre Angabe der Nummer und Maike sowie fonftiger Monberrt Merkmale sofort zu melden. Ti« Geschäftsstelle wiederum ftelh die Meldungen ntit den Erkeuunnas- Merkmalen ziisammen und gibt sie for'lanfeud bt» Fohrradhändlern bekanin. Auf bie e Weise wird ei gelingen, in vielen Fällen daS gestohlene Rad bn» ' Eigentümer wieder znmführeit. Bekanntlich kommt fass jeoes Fahrrad über kurz oder lang in bie Re- Pitaiimverkitatt des FahrradhändleiS oder es wird ihm zum Ankauf angeboten. Dieser ist formt ec* ehesten in der Lage, an der Eimittlunq gestohlener Räder mitntarbeiten. (Meldestelle sür F«Id«: Hugo Kiehl-Bahuhofsttoße.z

Es muß alles zerflärk werden. Halbwüchsigk Bengel, die r*t fetzen können, wenn noch etwas v> Fulda rang ist- zertrümmerten in der verstossene» Rocht an der Hlnterburg und auf dem Hmwsertse^ mehrere Laternen.

» Iustizperfonalien. Der OberlandeSgerich^ral Dr. Pa l anbk in Po'en ist nah Kassel versetz'. Ter Landgericktsrnk Rn hl in Ftonffurt a. M. ist zum LandaerichtSditekkor in Kassel ernannt worden. Wil Landrichter wurde nach Kassel versetzt der Amts­richter Schaefer in Kiel. Gerichisafsessor Pinder am Amtsgericht Kassel wurde zum Landrichter in Frankftttt a. M. ernannt.

" 9l»trcifcptüfuni. Am hiesigen Gymnasium bestand der Oberprimaner Anguss Harnback anS Hofafchenback, Krei» ^iinfelb. unter dem Vorsitz des Herrn GymnafialdirektorS Dr. Müller gestern die Notreifkprüfung. Er will Elektrotechnik studieren.

* Die Pfiuqstferie» sind für alle höheren mitt­leren und Volksschulen im Regierungsbezirk Kassel wie folgt festgesetzt worden: Schluß'deS Schulun­terrichts Freitag den 6. Juni, Anfang des Schul­unterrichts Dienstag den 17. Juni. Für die isra- elitikchen Volksschulen da,ern die Psingsi. ober Wockenfestferte» vom 4 bi» einschließlich 11. Juni.

(;:) Ein berühmter Vogelsberger gestorben. Ter zu Schotten im Vogelsberg geborene Bildhan-r Prof. Hugo Kaufmann ist, 50 Jahre alt, in München gestorben. Kaufmann hat in Frankfurt 6. M. das Einheitsdenkmal geschaffen. Von seinen zahlreichen Weiken ist beitmber» der schöne Gold» schmiedSbrunnen in Augsbu-g bekannt geworden.

;; liebet unseren Echlachthos im Jahre 1918 macht bet Jahresbericht de» Herrn Oberbürger­meister» eine Reihe interessanter Feststellungen. Der Äüblbettieb hat vom 15. Mm bi» 31. Oktober 1918 gedaueit. Die Kühlräume tour?en in der Haupt- fache von dem Militär und für städtische Zwecke, dagegen von b:n Metzgern nur in sehr geringem Umfange in Anspruch genommen. Ter Pökel» taum mar auch 1918 überhaupt nicht vermietet. Bon 4) Kützlzeven wurden nut 10 benutzt. Tie öeft tetanlage würbe nicht in Betrieb gefetzt. Aus ber Eisfabrik wurden 1944 Ztr. Ei» und zwar 661 Zentu -t an die Metzger «nd 1283 Zentner an Pttvate abgegeben. Die Schlachtziffern sind gegen 1917 weiter erheblich beruntergenangen, be- jonder» bei Jungvieh und Schweinen. Ochien rour« den 107 (im Vorjahr 74), Bullen 53 (71). Kühe 239 (192), Jungrinder 895 (1019), Kälber 1129 (1748), Schweine und Ferkel 399 (1896), Schafe 40 (79', Ziegen und Lämmer 433 (669), Pferde 263 (43) geschlachtet. Im Jahre 1914 war im Etat die Schlachtung von zirka 2300 Stück Vieh, 3170 Kälbern, !R00 Schweinen und 700 Schafen ongeuommen. So haben sich die Zeiten geändert, wird mancher Freund von Schweinebra'en bei dielen Zahlen fasen. In dem Bericht wird auf die starke Verseuchung de» Vieh- und Schweinebestande» binneroieien, die 1918 herrschte und bie gewerbliche Schlachtung von Tieren unterbunden bat. Maul- unb Klcmenwnche, Rotz, Räude und Rauschbrand wurden festgestellt, dazu Schweineseuche und Echiveineroilanf. Letztere Seuchen hakten auch zur Folge, daß die in manchen Städlen betriebene Schweinezüchtereien mit großen Berlunen verbunden waren. Die Seuchen sind w « | en,lich durch Schlachtvieh unb Pferde be» zurück- kehrenden Heere»eiiigeichlepp, worden. Tie Fletsch- Versorgung der Stadt iit entsprechend der Ab- 1 nähme de» Schlachtviehes sehr knapp gewesen; im I Zusammenhänge damit ist ein weitere» Wachsen der I Fettknappheit eingeritten. Kriegswnrsttonrbe wöchent- I lich 4-5 Beniner verausgabt; von Ende Dezember ob würbe Die Herstellung dieser Wurst eingestellt, da info'ge der Demobilmachung reichliche Mengen von I Pferdefleisch hierfür einen genügenden Er au boten. I Der Bericht sogt, datz der Genuß von Pferde- I fleisch in weiten, uiib zwar auch den sogenannten 1