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Ku§ dem MHvargebm.

!! Bad Salzschlirf. Die Zahl der Kurgäste beläuft sich auf 880.

* * Berlin, 20. Mai. Die Abteilun g für BolkSschulwesenim Ministerium r Wissenschaft uito. ist an Stelle des Wirk!. Geh. Rats v. Braun, der in den Ruhestand tritt, dem Geh. Ober-Negie­rungsrat Kästner übertrage» worden. Der sozial- demotratijche Redakteur Taub adel in Görlitz hat die Berufung zum Regierungspräsidenten von Sieg* nitz abgelebni.

"c Zentrumsparteitag. Die ZeutrumSfrakiion der deutschen National-Bersammlung hat sich in den letzten Monaten in Weimar wiederholt mit der Ftage der Parteiorganisation befaßt. Zu einem Abschluß sind diese Beratungen indessen infolge der Ungunst der Berhälmisse noch nicht gelangt. Wie wir hören, ist aber der Vorstand der Zentrums­fraktion der Rational-Verfammtung sich darin einig, daß noch im Lause dieses Jahres ein allgemeiner Zentrumsparteilag stattfinden joQ. Es versteht sich von skldst, daß die Einberufung des Parteitages erst erfolgen kann, wenn die dafür eisorderlichen Maß­nahmen durchgeführt worden find. Es handelt sich dabet in erster Linie um die Neuorganisation der Partei. Die Frage, ob die Neuorganiiation sich oufrichten soll auf den Wählern des Zentrums oder ob man zur Einrichtung eingeschriebener Mit­glieder übergehen soll, dürfte voraussichtlich zu gunften des letzteren Vorschlages entichleden werden.

* Zurückziehung der kapilalrenlensteuer. Seenburg soll die Absicht haben, den Entwurf einer Kapitalrenten- steuer zurückzuziehen. Gleichzeitig soll die Absicht be­stehen, eine einheitliche Reichseinkommen- st e u e r einzusühren, die die kleinen wie auch die gro­ßen Einkommen erfassen soll.

Daraufhin sind die hinter der Regierung Stehenden so- fort in den A b w e h r str e t k getreten. Die gesamten Privatangestellten, Aerzte, Apotheken, Banken, Betriebe des Handels- und Jndustriegewerbes stellen sofort chre Tätigkeit ein.

* Eine englische Handelskammer wurde in Köln errichtet; 68 englische Firmen haben bereits Bet tretec am Rhein. Der französische Handel soll dadurch ver­drängt werden.

Sernichtnng der Solinger Waffenindnsteie. Die britische Besatzungsbehörde hat die Bürgermeister des Solinger Brzirts aufgefordet anzuordnen, daß alle fer­tigen Waffen, auch Seltengewehre, Dolche, Säbel, ab- guliefern find. Die weitere Fabrikation ist verboten. Selbst die kostbaren historischen kunstgewerblichen Waf- fcnsammlungen müssen adgeliefert werde«. Dre Briten führen mit dieser Mastnabme einen tödlichen Sückag gegen die Solinger Industrie, die der englischen Sbe - field überlegen ist und darinn vernichtet werden soll. Tis VernichtungSpläne unserer Feinde treten immer «»verhüllter zutage. . .....

Ter Prozeß gegen hie Mörder drS sächüschen »Kriegsministers" Renring soll im Juni vor dem Dres- bener Schwurgericht zur Verhandlung kommen. Die Verschiebung soll daber kommen, daß nicht toentger als 70 Angeklagte und über 400 Zeugen zu vernehmen toä. ren. Unter den Angeklagten befinden sich auch einige Frauen, von denen eine Neuring in dem Augenblick, wo man ihn über das Brückengeländer in dem Strom hin- abstieß, mit ihrer Hutnadel mehrere Male ins Gesicht <Vi stechen fertig brachte. .

* Äenizews Rache. Auf Antrag von Bemzelo« beschloß die Konferenz in Paris, die Strafverfolgung des früheren griechischen Königs Konstantin her- ^eizuführc».

1000 Aeghpter erschlagen. In bet Sitzung de» englischen Unterhauses vom 15. Mai erklärte Unter» slaatssekretär HarmSworth, der AuSbruch der Un­ruhen in Aegypten fei für da» Auswärtige Amt eine vollständige Ueberra chung gewesen. Bei btt Unter- d'ückung der Unruhen seien fast 1000 Aegyptrt ge­tötet worden.

* UnadhängigkeitSwunsch bet Koreaner. Der Vorsitzende der Friedenskonferenz erhielt ein förm­liches Ersuchen, den Vertrag von Eoeul von 1916, durch den Japan Korea annektierte, für null und nichtig zu erklären. Die koreanische Forderung stützt Üch auf Wilsons Grundsätze.

Kretstagswahlerr.

() Iritzlac. Ser für den hiesigen Kreis gewählte Kreistag setz: sich folgendermaßen zusammen: 8 Seutsch- nalionale, 1 Mitglied der Deutschen Volkspartei, 1 Büuerribündler, 3 Zentrumsmänner, 1 Demo­krat und 7 Sozialdemokraten.

Eine Merkwürdige

Revslntionsprophezeruns-

2n der ^Urchl. Rundschau des deutschen Haus- ststayes (tlleaenSvurg) Nr. 10 fchrerbk der Pfarrer Wllhelm Wielberth:

Mitten in dem Hexensabbat' der letzten Tage fiel mir ein altes Büchlein in die Hand, in dem allerlei Prophezeiungen über unfereZeit krilisch gesichtet und be- rrachtet lverden. Es ist gedruckt bei Manz, RegenSburg, nach einem älteren Original, 1884. In dem Buche werden mit verblüffender Genauigkeit die Schicksale der europäischen Länder vorhergesagt.

Man greift sich an den Kopf, wenn mau von Ruß­land liest, es werde der Schauplatz der größten Greueltaien werden, viele Städte, Dörfer und Schlösser würden verwüstet, eine grausame Revolution werde die Hälfte der Menschen hinopfern, bte kaiserliche Familie, der ganze Adel und ein Teil ter Geistlichkeit werde er­mordet werden, in Petersburg und Moskau würden die Leichen loockenlcmg auf der Strotze liegen und das rus­sische Reich werde in verschiedene Reiche zerfallen. Po- Ten aber wird selbständig und eine der ersten Groß­mächte Europas werden. Tic ungarische Ratton wird verschwinden. Dazu bemerkt kopfschüttelnd der Herausgeber von 1884: Das klingt sehr romanhaft. Uns im stahre 1919 klingt es sehr überzeugend, wenn wir den Lohn sehen, den Karolyi von seinen Logenbrü­dern erbält.

lieber die Süds! awen sagt der Seher, ein sonst unbekannter Franziskanerbrudcr, daß sie sich zu einem großen rstholisch-abendländischen Reich zusammen- schließen würden, um die Türken aus Europa zu bei» treiben. Die Türken aber fänden eine Zufluchts­stätte in Nordasrika, wo sie sich zum katholischen Glau­ben bekehren. Konstantinopel, in dem daö Kreuz an die Stelle des Halbmondes trete, werde der AusgcmgS- bumkt für neue Missionierung in den östlichen Ländern fein, aber viele Grausamkeiten würden verübt und diese Gebiete von schrecklichen Landplagen hrimgesuckr wer­den.

Die deutschen Länder Oesterreichs we.de- "4 an Deutschland anschließen und fest zusammc.. ch.n. Ein Zweig dcs (habsburgischen) Kaiserhauses ;i«rSe die Sirene eines einigen Deutschland tragen und durch eine weise Regierung Eintracht und Wohlstand wieder Herstellen und Deutsch- !ands Macht werde über alle andern Reiche hervor­leuchten. Denn Gott ist mit diesem Regentenhauie. Tie Kör-,ix und Fürsten Deutschlands werden abdanken. Dem König von Preu­ßen aber ist schweres Leid Vorbehalten, lieber Eng. Uni prophezeit bev Bruder: EnÄond dieser Kauf-

' g) Batten. Am 22. Mai kann unser allverehrter Herr Dechant Scknaus sein goldene» Priester« Jubiläum feiern. Der Jubilar steht im 78. Lebens­jahre, erfreut sich aber noch einer staunenswerten körperlichen und geistigen Frische, nachdem er vor etwa 20 Jahren eine schwere Operation, dir ihn dem Grabs nahe brachte, glücklich überwunden bat. In den 50 Jahren feinet priesterlichen Wirksamkeit war er als Kaplan in Hanau, Margretenhaun und Weimar, als Pfarrer in Eisenach, Kranlucken und Neustadt tätig, und seit dem 1. Februar 1903 als Pfarrer und Dechant zu Batten.

-4- Burgbaun. Sein silbernes Priesterjubiläum feierte am 19. Mai unter allgemeiner Teilnahme der Gemeinde Herr Pfarrer von Jagemann. Der Jubi­lar, 1860 in Grottkau (Schief.) acboreu, war vor feinem Eintritt in den Priesterktand Artillerieoffizier. In der Seelsorge wirkte er zu Fritzlar, Naumdura, Oberndorf und Großauheim, wo et die neue Kirche baute.

-g- Tann. Hier wurde ein Zusommenschluß der Kriegsbeschädigten und Kriegshinter­bliebenen für Tann und Umgegend vorgenommen mit Anschluß an den Einheits-Verband der Kriegs« bsschädigien Deutschland-, Sitz in Leipzig. Als Vor­sitzender wurde Kar! Kirchner-Tann gewählt.

(::) Aus bet Rhön. Die 26 Jahre alte Katha­rina Ort, geboren in Theobaldshof bei Tann, wurde vom Schwurgericht in Meiningen wegen Kindes­mord zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

h. Höchst <t M. Au» Anlaß eine» im städtischen Krankenhause vorgekommenen Pockenfalles muß sich die gesamte Einwohnerschaft übet 16 Iahte einer Schutzimpfung unterziehen.

Kampfe in Eisenach.

Reich« Lebensmiitelvorräte vernichtet.

M Eisenach. Die in der Nacht von Sonntag auf Montag hier eingerückten 2000 Mann Regie­rungstruppen Infanterie, Kavallerie und Ar­tillerie haben in der folgenden Nacht mit bett Spartakisten schon einen schweren Kampf bestehen müssen. Um 1 Uhr schossen diese vom Gold­berg aus mit Minen nach dem am Bahnhof stehen­den Panzer- und Proviantzug. Die Minen flogen aber in den Güterbahnhof und setzten denselben in Brand. Ungeheure Mengen von Frachtgütern und Lebensmitteln find vernichtet. Bon mehreren Eiseubahnzügen steht nur noch das eiserne Gerippe da. Der Güterbabnhoi ist biS auf den Erdboden niedergebrannt. Die Truppen erwiderten das Feuer. Ueber 3 Stunden lang, von 1 Uhr bis nach 4 Uhr, dröhnten die Minen, Gewehre ttnb Maschinengewehre durch die sonst so friedliche» Täler Eisenachs. Gegen 3 Uhr trafen noch 2000 Manu Regierungsiruppen zur Verstärkung hier ein. Es gelang, einen Teil der Aufrührer zu ergreifen. Die­selben werden vor dem hiesigen Kriegsgericht zur Aburteilung kommen. Die Eisenacher Arbeiter­schaft hatte zeitweilig zum Protest gegen daS Er­scheinen der Truppen die Arbeit eingestellt. Sie hat diese aber wieder aufgenommen.

Lokaler.

Fulda, 21. Mai 1 iS.

* I t.iuiir-Personalien. Generalleutnant Paulus v. Stolz mann, Kommandeur der 16. Division, wurde zum Führer der anstelle de» bisherigen 11. Armeekorps in Kassel ausgestellten ReichSwrhr- Brigadr 11 Kassel ernannt.

-L.Des deutschen Volkes Schicksalsstunde". Ueber dieses Thema sprach gestern abend auf Einladung bet Deutschnationale» BolkSpartei (Orts­gruppe Fulda) im evangelischen Gemeindehaus vor vollem Saale daS Mitglied der Preußischen Landes­versammlung, Herr Pfarrer Dr. Ritter-Kassel. Er wandte sich entschieden gegen den ErdrosselungS- frieden. Packend wußte er die Versammlung "davon zu überzeugen, daß jetzt alle Parteiunterschiede ver­schwinden und das deutsche Volk ein großes Ganzes bilden müsse. Eine Politik, die nach amerikanischem Speck nnb dergleichen liebäugele, sei jetzt zu verdammen. Selbst daS Schwerste, eine viel­leicht einjährige Besetzung, müßte ertragen werden, bis die Feinde von dieser Marterung des deutschen Bolke« abließen. Reicher Beifall belohnte den Redner. Ein Herr Marx-Frankfurt wandte sich gegen den jetzt allgemein beliebten Ausdruck:Mir ist alles egal". Gegen 10 Uhr war die Versammlung zu Ende.

(r.) Gerüchte von bevorstehender feindlicher Be­setzung, die sich in einem Falle nur auf Frankfurt beziehen soll, im anderen auch gleich für Fulda an­gekündigt wird, beschäftigen dauernd die Oeffeniltch- keit. Die erfolgte Verlegung des Wagenparkes, der sich feit der Demobilmachung in der hiesigen Kaserne befand, »ach Magdeburg wird auch dahin gedeutet. Manche Leute wollen schon die Franzo'en in Nenhos

mannsstaat, welcher <m3 Gewinnsucht alle Ungcreckstig- leiten unterstützt, wird der Schauplatz der größten Grausamkeiten werden. Irland, vereint mit Schott- land, wird in England embrechen und eS verheeren. Dte Handelsstädte Belgiens, Holstein, Schles­wig und mtch die Schweiz werden sich an Deutsch­land anschließen.

Dänemark wird mit Schweden und Nor­wegen ein große» und starkes Reich werden.

Was Frankreich anbelangt, erklärt die Prophe- zeiung: Frankreich wird in einen auswärtigen Krieg verflochten werden.' Sobald aber dieser zu Ende ist, wird das Volk aufstehcn und den Präfidcntcn ermorden, wobei ein entsetzliches Blutbad entstehen wird. Mehr als die Hälfte ber Stadt Paris wirb in Asche verwart- beit werden.

lieber Italien sagt der Bruder: Italien, Ita­lien, du schönes Land, über dich weine ich: ein Teil deiner blühenden Städte wird verheert werden. Hier fiitdcn so viele Deutsche ihr Grab!

Oesterreich wird untergeben wollen, aber bte freigefinnte Natur wird sich abermals erheben. Don Wien wird im Zusammenhang mit all diesen Vor­gängen ^richtet: Wien wird zweimal belagert und, nachdem es sich endlich den Haß, aller Nationen wird zugezogen haben, schwer hetmgesucht werden. Wien wird veröde» und die großen Paläste toerben leerstehen. Am Stephansplatz wird GraS wachsen und aller Adel aufbören.

Zum Schluß faßt der Seher, der Herr habe der Sitterwcrdcrbnis Der Menschheit lange zugesehen, die Fäulnis gebe von den Großen und Reichen aus. Tie Reichen werden arm und die Armen reich sein, und daun wird fllütfiidie Eintracht herrschen, aber eS muß Buße und Besserung auf Erden eintreten."

Prophezeiungen gingen namentlich in der ersten Zeit des Krieges in großer Menge durch die Blätter. Wir haben unsere Leser damit verschont, und es hat sich gezeigt, daß wir recht daran getan hatten, denn die Propheten, d« da über Sauer und Ausgang des Krie­ges allerband zu erzählen wußten, sind fast alle durch den wirklichen Verlauf der Ereignisse blamiert worden. Men tut gut, auch die vorliegende Prophezeiung aus dieser Erfahrung heraus zu beurteilen. Immerhin fei zugegeben, daß von dem, was die Pronheniung an» kündigt» schon manches in verblüffender Weife sich er­füllt Hai. Men kann darüber um so mehr überrascht sein, als die Entwicklung so wie sie geschildert wird, zur Zett des Erscheinens des Büchleins nicht porcitsgeefcnt wer­den konnte.

gesehen haben. In der Tat ist ja auch in Flieden schon feit Wochen eine Ententekomrnijsion, bte aus zwei Offizieren uno einigen Mannschaften besteht, unteraebracht, freilich im Zusammenhang mit dem Polentransport. Auch an daS Zivilkommissariat der neutralen Zone des Abschnitts 4, Sitz Frankfurt, sind zahlreiche Anfragen ergangen, ob in den nächsten Tagen mit der Besetzung von Frankfurt a. M. zu rechnen fei. Tas Zivilkommissartat äußert fich dazu folgendermaßen:

Es handelt sich lediglich um leere» Gerede und haltlose Gerüchte. Bekanntlich läuft am 21. Mai bte Frist ab, bis zu der die deutsche Regierung die Frie­densbedingungen der Entente mit einem ausführlichen Gegenvorschlag zu beantworten bat. Die Prüfung dieser Gegenvorschläge durch die Entente wirb zweifellos min­destens einige Tage dauern. Erst daraufhin wird, falls nicht noch weitere Verhandlungen gepflogen werden, sie Entente der deutschen Regierung einen befristeten Termin nennen, bis zu dem die Unterzeichnung de- Friedensvettrages vollzogen fein muß. Ta dem Parla­ment. vielleicht aiKt dem Volke, Gelegenheit gegeben wer­den fcH, sich über Annahme ober Ablehnunn her Friedens- bebiugungen zu entfcheiben. kann muh diese Frist nicht allzu tnapp bemessen werben. Erst nach Ablauf dieser Frist ist im Falle der Ablehnung der Frtebenrbeümgungen mit Erneuerung des Kriegszustandes, dem Vormarsch der Entente und Besetzung Frankfurts zu rechnen. Vorher auf keinen Fall. Die in der Stadt zum Test oarhanbene Panikstimmung, die zu beschleunigter Abreise und ähn­lichem treibt, ist deshalb ganz und gar unbegründet.

Wir können alio vorläufig noch mit aller Ruhs den Dingen entgegen sehen, zumal uns in Fulda im Gegen säst zu den Frankfurtern vorläufig noch ein starker Respektsabstand von den Franzmännern trennt.

m Opernaufführungen für Fulda. Ausgehend von der Abficht, dem hiesigen Publikum gute künst­lerische Darbietungen im weiteren Umfange zu bieten, haben Kunstverständige die Möglichkeit erwogen, int Stadtsaal einige Opernvorstellungen zu veranstalten. Herr John Glaeser, der erste Heldentenor der Frank­furter Oper, von seinem Konzert her rühmlichst be­kannt, hat sich nach Prüfung der Bühnenverhältniffe des Stadtsaals in Gemeinschaft mit dem technischen Leiter der Frankfurter Oper, Herrn Direktor Schwalbe, bereit erklärt, mit dem ersten Solisten der Frankfurter Oper einschließlich Chor und Or­chester in Fulda einige Gastspiele zu veranstalten. In einer am Montag abgehaltenen vorbereitenden Versammlung von Sachverständigen wurden dir näheren Schritte besprochen und eine Kommission gebildet, bestehend aus den Herren: Arthur Kayser, San.-Rat Dr. Schneider, Musikdirektor Gottfried Leber, Justus Jaeodson und Eugen Metzler. Die Vorstellungen sollen schon in allernächster Zeit stattfinden, wenn möglich Ende dieses Monats be­ginnend. Eine Einzeichnungsliste zur Vormerkung liegt in der Nehrkorn'schen Buchhandlung F. I. Reinhardt au8. Für Garantiezeichner werden tue ersten Reihen zurückbebalken. Einige Herren haben bereits eine Garantiesumme gezeichnet. Es sind folgende Werke zur Aufführung in Aussicht ge­nommen: Der Troubadour, Rigoletto und Tra- viata. Die Entführung aus dem Serail, Martha, Mignon, Cavalleria und Bajazzo. Die Einlriits- preise bewegen sich etwa zwischen 6,50 Mk. und 1 Mk für den Platz.

(**) Me einobjektiver'' Sladkverordnelenberichl anssieh», kann jeder, der sich dafür interessiert, im gest­rigen Fuldaer Kreisblatt feststellen. Sn diesem Be­richte, der abzüglich der Ueberschriflen 113 volle Zeilen zählt, sind 38 Zeilen also ein reichliches Viertel, Aeußerungen des Herrn Krönung ge­widmet. 29 Zeilen sind insbesondere erforderlich, um bas Manuskript der Erklärung, die Herr Krönung über diesubjektive" Berichterstattung derFul­daer Zeitung" abgegeben hat, abzudrucken. Diese Er­klärung ist in aller Weitläufigkeit wiedergegeben. So­gar die einleitende Anrede: Meine Samen und Herren! wird nicht unterdrückt. Neuartige Begriffe, wieWort­züge", über deren Bedeutung man stundenlang nach- denken kann, sind getreulich verzeichnet und der ge­heimnisvollen Wendung:die Fuld. Ztg. kmm es nicht unterlassen, Berichte, bi« nicht in ihren politischen Rahmen passen, so zu bringen, wie sie sind", wird dankenswerter Weise hinzugefügt, das solle mit kla­ren Worten heißen: die Fuldaer Zeitung ist unwahr- hast. Don einer geradezu übermenschlichenObjek- tivität" zeugt es aber, daß die Antwort, die der Stadtverordnetenoorsteher Sustizrat Rang Herrn Krö­nung gegeben hat, In diesem Bericht überhaupt nicht erwähnt ist. Auf andere interessante Be­sonderheiten dieses Berichtes einzugehen, mürbe zu weit führen. Der Berichterstatter der Fuldaer Zeitung möchte nut noch ausdrücklich feststellen, daß er sich noch bestem Können bemüht, durch die Berichte ein wahrheitsgetreues Gesamtbild der Verhandlungen zu geben. Kürzungen und Zu- sammensassungen, die aus Raumgründen nötig sind, machen dos oft nicht leicht. Es ist immerhin ein Unter­schied, ob z. B. Frau Hunold in der letzten Sitzung gesagt hat, die zuletzt gelieferte Butter könne nur als Stiefelschmiere gebrauch toerben ober diese Butter, fei ein Fett, bas eher zum Stiefelschmieren gebraucht werden könne. Sie hat letztere Wendung gebraucht, was wir ans besonderen Wunsch gern feststellen. Der ideale Berichterstatter scheint noch nicht geboren zu sein. Ser erwähnteobjektive" Bericht des Kreisblattes, an dessen Abfassung Herr Krönung wefentüchen Anteil hatte, läßt leider auch nicht die Hoffnung auffommen, daß von dieser Seite das Heil zu erwarten ist.

* Miiitärpaß und Entlassungsgeld Tas Ge­neralkommando des 18. Armeekorps hat aus eine Bitte sich zu der Diele Kriegsteilnehmer interessieren­den Frage, wie man am teilen zu Militärpaß und Entlassungsgeld kommt, sich dahin geäußert, daß Militärpapiere. Entlassungsgelder usw. der zustän­dige Truppenteil, ausnahmsweise, und zwar wenn der Truppenteil vom Wohnort des Entlassenen weit entfernt liegt, da» zu ständige Bezirks- kommando verausgaben. Es muß jedoch darauf aufmerksam gemacht weide», daß naturgemäß Tau­sende solcher Gesuche einlaufen. Das Znsammen- bolen der Papiere von verschiedene» Stellen, die Postschwierigkeiten, daS Fehlen eingeschulte» Per­sonals, daS Zusammenlegen von Formationen des alten Heeres zu einer Abwicklungsstelle und dam-t verbundener Schriftwechsel, die kurze Arbeitszeit u w. verursachen meist Verzögerungen, deren große Nach­teile in keiner Weise verkannt werden, die in der jetzigen Zeit aber leider mit in Kauf genommen werden müssen.

(!) Eine große Schieberaffäre ist in Dortmund anfgedeckt worden Es wurde dort ein gewisser Rölbig verhaftet, der durch Schiebungen in den Be­sitz von den verschiedensten Lebensrnitteln im Werte von 1,5 Millionen Mark, uniergebracht in drei Lagern, gekommen war. Diese Sckiiebung zieht weitere fiieife. Wie Doitmunder Blätter melden, stand Rötlstg in en öfter Verb ndung mit dem Pio- viantamtsdireltor Weber-Kassel. Rötbig Hai Waggon-- labunpen erhalten unter falschen Deklarationen. So war ein Waggon mit Marmelade als Kunstdünger deklariert. Für uns in Fulda ist es nun interessant, | daß nach dem Dortmunder Generalaiizeioer einer J der verschobenen ^igqonS als ^.bgatiasstelle eine- I C* *k 'l - 7

' f*Us, *trrau8 dieses Blatt die SchlußfolgermtH». daß die Provianrämter Kassel und Fulda gevixj' same Arbeit geleistet hauen. Wen» für diese »ahme keine sonstigen Gründe vor liegen alz ?' AbgangSzettek des Waggons, kann man diese Cchi»? folgetang doch sehr leichtfertig finden.

;; Städtisches Acrmessungsweien. Im

1918 sind nach dem Berwaliungsbericht vom ßzA schen Beimessungsamt neben der Unterhaltung O Grenzen, Absteckung der Fluchtlinien, FortfühnO der Kotafterkarten und .Bäcker verschiedene ftjjJ Grundstücke in kleinere Pachtparzellen geteilt worden zum Zweck der Verpachtung an Stadtverwaltung. Wie in dem Bericht an anbet» Sielle mitgeteilt wird, sind die pachtfrei geworden,, Grundstücke, soweit es nach 2a?e der Grunds!^ möglich Dar, geteilt in 24 Ar verpachtet toorbfr Durch daß Bermessungsamt sind 1918 auch dj, forderlichen Aufnahmen zum Ausbau der ®ira£ AmKckegarten" undAm Walüschlößchen" genommen worben.

--- Htmsverkam. Tas Herr» Oekonom Johann« Schmidt gchörige Wohnhaus. Nlkolausstraße 18, gj,, käuflich in de» Besitz des Fahidieust-Leiters Eeis^ hier über.

-5- Kostspieliges Holz. Drei Einwohner v«, E. hatte» aus dem Staatswald Siämme abgtfög und sich Holz verschafft, das etwa 6 Mark wert Sie wurden erwischt und vom Fuldaer Schöffe, gericht zu je 60 Mark Geldstrafe, ferner zur Abtwß. rung der Säoe verurteilt.

[] Der Lehrer-Bezirks-Berrin Fulda hält nächtz«, i Samstag, tiacymittags 3 Ubr, im Saale der Harmonj, seine FrühjahrSversamnüung ab. Dre TageSordnmi- ist im Anzeigen ter! ersichtlich.

= Ter christl. not. Zentralvrrbaab der getfc Land- nnb WcinbergSardciter ladet zum Soni.tag, d« 25. Mai. nachmittags 2% Uhr, in den Saal der nivnie alle landwirtschaftlichen Arbeitnehmer des St.ei. ses Fulda zu einer Vecsauimlung ei». Durch di, Außertraflsehung der Gesindeordnung sind öem land, | wirtschaftlichen Arbeiter dieselben Rechte inbezug as seine wirtschaftliche Interessenvertretung eingermM worden wie allen anderen Arbeitern. Tie Landariv, Her werden durck die Zeit gelernt haben, daß sie oha, Organisatien nicht mehr auskommen können und bo, dieser trwhl allgemein Gebrauch machen.

Letzte Nachrichte».

W. Berlin, 21. Mai. Wie dem »Berk. Lok.-Lnz. aus Wien gemeldet wird» ist der Spandauer Mil- lionendieb angeblich dort verhaftet worden. 2a Verhaftete fei anscheinend mit dem Offiziersburschn Frösche! identisch, der von hier auS wegen Lei Millwnen-Diebstahl« gesucht wurde.

W Berlin, 21. Mai. (Tel.) Wie dasD-rl. Tgbl.' aus Elberfeld meldet, wurden große Mengen erst. f[afftßer Stoffe in mächtigen Lastantomobileii direkt aus Paris nach Köln geliefert. Angs stellte Pariser Firmen begleiteten die Waren. Di- Preise flnd noch sehr hoch. Der Wert der Senduq beläuft sich auf 2 Millionen Mark.

W Ttürnbera, 20. Mai. SerFränkische Kurier'! meldet, daß in S ch w e i n f u r t die Erste automatW Gußftahlkugelfabrik (Schäfer) allen ihren Arbei­tern, etwa 2000, zum 31. Mai kün. digteund di« mit Kohlenmangel und ungenügender Arbeitsteilung I bei stets zunehmender Lohnforderung begründete. Bo« ottderen Werken werde die gleiche Maßnahme aus da gleichen Gründen als bevorstehend gemeldet; so« in Kaltennordheim (Rhön> die Firma Leim' buch u. Co. ihren Arbeitern gekündigt, da sie die je- forderten Löhne nicht zahlen könne.

wtb Königsberg, 21. Mai. (Te.) So nach Mit­teilung der Regierung im Laufe des Mittwochs üt Arbeit wieder ausgenommen werden fol tekft der Aktionsausschuß für den AbVehrstreik mit, daß am Mittwoch früh auch der Ab wehr strei! fein E n d e finden soll.

wtb DerfMes, 20. Mai. (Tel.) Halbamtlich wird bestätigt, daß der Vorfitzende der deutschen Fried«» I betegation, Graf Brockdorf f-Nantzau, an te Vorsitzenden der Friedenskonferenz, Clemenceau, ei« I Rots gerichtet hat, in der unter Hinweis auf die sch I verwickelte Rater der von der deutschen Friedenskons» I renz noch in Noten zu behandelnden Fragen der kbi-1 trag gestellt wird, die für eine eingehende Sarlegimj erforderliche Frfft zu gewähren.

r Wettervoraußsage. Donnerstag: Trocken, war» I schwacke östliche Wmde.

Mitteilungen d« städtisch. RahtungsmIttelsteK

21. Mal ISIS.

Verkauf von frischem Pferdefleisch am Donnerte! vormittag non 9 bis 12 Uhr bet Metzgermeister FröhW Kanalftraße. Dezugsberechttgk find die NummZ der Serie Dl bte 600. Gegeben wird durchscknvM ein halbes Mund auf bie Starte. Die um 12 Uhr oon ** genannten Karten nicht abgehalten Mengen find

MitteüWeii Ses WeimleS-

Nriketkverkeilung.

Am Donnerstag den 22. Mai sofern die ge»* deten Briketts eintresfen.für folgende St aßen: Ädalbe»' str., Buttlarstr., Josephstr Forftstr., Riesigerstr., Parks»- Lelpziaerstrahe.

Die nächstfolgenden Straßen dieses Bezirke» koE infolge brr «entrtertoetfen Abgabe nicht alle an einte Tage erledigt werden. SBelttferung der noch nickt sw gerusenei, Äraßen dieses Bezirks wird nochtel kannt gegeben.

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