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monfoq 19. Mai 1919. | I 46~
Wrtfrn TO-ViAen
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Von hm Burschen. bi? nahen, 4 drangsaliert haben, fri-b nun einer
ropätsche Türkei werde zum Teil an Griechenland fallen, wahrend der übrige Teil den internationalen Staal Konstantinopel bilden werde. Der arnienifche Staat werde unter das Protektorat von Amerika kommen. Kleinasien wird durch Grre- chcnlanÄ, Italien und Frankreich verwaltet werden. England erhält eine wichtige Einflußspähre in M e. s p o t a ni i e n.
DaS Urteil der katholischen Ardetter Hollands.
Haag, 16. Mai. Ter Rar der katholischen Ar- beiteroreaniiaiiyn°n Holland» nahm m seiner am 12. Mai in Herzogeüu ch abgehaltenen Versammlung eine Einschließung an, in der da» bisher bekannt gewordene Ergebnis der FriedenKkonferen; bedauert und die Erwariung auSgeip oben wird, kaß der der Fests tzung der endgültigen Fnedensbe- dingunoen die Berrreter der Gemachte sich die Beiückstchtigung und die dauernde Handbabnna der grozen Grundsätze bei christllchen Rechtes zum Hauptzwl macht» werden.
fübrcrn Dr. Levien und Toller, von ben-n er. ffertr sich in München versteckt halten dürste, während Teller in Memmingen oesehen wurde, aber not' einmal entkommen ist. Geht man die pan-e Vibe dieser Nndividuen durch, dann re^gt fick', daß fast alle ent- flohen sind oder ein Versteck gewählt hob-n. Den Mut, feine Handlungsweise rechifertigen, satte keiner, ob. wohl die Herrschaften seinerzeit grobe Svrücke gemalt Hadem So Hot Dr. Levien ausperufen, man mb.ffe im Nvtwenbjgkei'Sfalle zi> sterben wissen: siegen oder sterben sei die Parole. WTS eS aber nichts ?u siea-n gab, twre es mich mit dem Sterben nichts, denn Dr
Levien flüchtete in ein Versteck, Und Toller, der een-
falls vorn Heldentod fürs Proletariat s-rach, riß schleunigst anS. So zeigen sich diese Rev l"tionS esswn mi:
dem grasten Maul als Feirlinge der erbärmlichsten Art.
Der Leiter drS bäuerischen Zentralirirtshas SmvteS in München, Dr. Cito Neurath, der unheilvolle So» zialisierunasanoftel, ist endlich seine? Amte- enthoben und, wie schon gemeldet, verhal'et worden. Ne riwn? fall der Vertrag mit ibm, der ibm für set-S s>ahre ein Gehalt von 14 000 Mark sicherte, wie die Negierung letzt erk'ären lästt, noch nicht unterschrieben gewesen sein. Der kurz vor dem Sturz, der Näwrenieruvg p. ihr noch nun SaniläiSchef ernannte Dr. Scholle» b r u ch hat sich nach zehntägigem Unrherirren ia 9Un"
| Minister Wisset! zu längeren Ausführungen über die Wirkungen der Friedensbedingungen auf unser Wirtschaftsleben das Wort.
. nach dem andern dingfest gemacht. ES fehlen noch von den Hm'rtr'deS-
»Repuülik Pfd$.e
Schon tot einigen Wochen sind der deutschen Regierung Mitteilungen darüber zugegangen, daß die iranröstfck-en Besotzunaedehörden in der Pfalz, eifrig bemüht seien, vornehmlich industrielle Kreise für den Plan einer Selbständigkeitseiklärung dieser bayerischen Provinz zu gewinnen. Es erübrigt sich, zu betonen, daß die Pfalz für die Lorsagung vom Reiche nicht zu haben ist. Es ist den Franzosen aber gelungen, einzelne Persönlichkeiten zu einer allerdings sehr kleinen Gruptie zu vereinigen, die sich mit einer Selbständig» machuna der Pfalz als Republik selbstverständlich unter französischem Protektorat einverstanden erklärt. Gestützt auf diese von ihm selbst mit den Mitteln der Ueberredung und der Bestechung geschaffenen Gruppe von Hockm-rrätern, will der französische Ober» kommandierende Gerard jetzt mit der Unabhängigkeitserklärung der Pfalz bervortreien.
E» hieß, daß sie gestern hätte erfolgen sollen, an welchem Ince sich auch Fach nach der Pfalz begeben bad? um der Ausrufung der Republik beizuwohngn. Es lieg.'» noch keine Meldungen darüber vor, was gestern in der Pfal' vor sich gegangen ist. Jedenfalls ist das Pofeben der Fran'ofen ein Beispiel dafür, wie fie bem'-stt sind, das Selbstbestimmungsrecht in den beeilten G bieten hinfällig 'n machen. Wir dürfen mit Sicherheit erwarten, daß die Reichsre"ierunq mit aller Enlsch'edenblst reuen das Borge''en der stan^öfische« Besatzungxbehörde in der Plalz einschreitet.
Schmachvolle Bedandinna deS Müntkener NirnttfS.
In der Meldung f6*r da? Antworlsckreiben bei Heil. VaterS an den NeichSvränbenten Ebert war e n- leitenb bemerkt worden, daß es während der Müncke- ner Räteregierunn beim NuniiuS lienen bleiben mu'-tc. Die Herrs,, S"artakiilen haben nickt allein die'e Ver° aögrrrng verschuldet, sie haben, wi- man jetzt auf Grund zuverlässiger Mitteilungen erfährt, den N u n- t i u ? und seinen llditore in einer jedem Völkerecht, jeder Rücksichtnahme und jedem Anstand hohnsirecke»,- d,n Meise behandelt, ja ihnen sogar mit vorgehaltenen Revolvern Geffgennahme und Ersckieben augedrobt. Sie haben mit Gelvalt ein 9I,ita an sich genommen und auf Befehl deS lomm„,nstisck"n CberbefeblShaber» erklärt, dost die 9?unt'at-r in die Lust gesprengt und bi» „gan^e Bande erschossen" werde.
behord- geschlossen, obwohl nach Angabe der Fabrik ucken noch Rohstoffe zur Verarbeitung voryauLM und auch neu beschafft werden können. Dre Bestanoe von 400 000 Paar Schuhen wurden bet dieser O-elegeu- heil den Fabrikanten gegen Zahlung des Friedenspreises wegcenommen und nach Frankreich ge,chlcki. Bei dem üblichen Wochenappell wurden dann alle durch diese gewaltsame Schließung der Fabriken brotlos Gewordenen pefiebt. Sie Siebzehn- bis Zweiunddreiglgiahn- gen wurden auf der Stelle interniert, um na.r) Ludwigshafen gebrächt zu werden, wo die Transporte zu» fammengeftellt werden. Ein Abschied ron den Angehörigen war unmöglich. Diesen wurde erst Stunde hiervon durch deutsche Beamte, die den Auftrag erhielten. Arbeitskleider für die „Arbeitslosen" zu ho,en.
Die Franeosen baden neuerdings jede Einfuhr von Salz aus den re*tsrbeHf,f’en Salinen in das besetzte Gebiet verboten. Das besetzte Hessen, das früher aus- schließlich durch die WetMalinen versorgt wurde, muß nun tut» dem Lntbrmchfchen fern Salz bestehen. Ta tiefe Ware ohnehin schon teuer ist, auch noch der Wäh- rungsunterschied sowie andere Berechnung der Spesen, Dernackung usw. verteuernd wirken, stellt sich für die Bevölkerung der Preis auf 40 Pfg. das Pfund.
Tie Answeifimze» aus Etsasz-Lothringen
gehen unentwegt weiter. Es vertagen alle vierzehn Tage durchschnittlich -3000 Mann dos Lamd. Man könnte beinahe versucht sem, anzunehmen, daß die Aus. weisuna im selben Verbältnis zunehme tote di- lln-u- friede,rheit in Clsaß-Lothnngen. Immer wieder kehrt in der französischen Poesie, um den Lesern eine Er- klärung für die unbefriedigende Lage in Elsoß-Lethrin. gen zu bieten, dir Behauptung wieder, die noch int Lande weilenden „Dockes" seien die Urheber die'er Mißstimmung der einheimischen Bevölkerung. Dte Franzosen werden noch erkennen müllen, daß die Schwierigkeiten aus der Un'-efinhHett des elsiß-loch- ringiscken Lebens mit dem fran-ösiscken erwacksen und hoher im Grunde unheilbar sind. Im ganzen ist die Zahl derer, die seit Beginn b-r Fronmseuherosckaft das Land verlaßen haben, auf über 34 000 gestiegen.
Eine engiifdie Gewalt at. Wie der „Daily Chro. niele" ar$ Falmouth meldet, wurde der Kavitän SHire- nwekter, Kommandant eines deutschen Tauchbootes, an Bord des holländischen Dampfers „Frisia" verlaftet und in London in das Gesängnts gebracht. Kavrtän N,ese- moettcr kommandierte gemeinsam mit Ka'cktän Reißer „U. 56" und versenkie viele Hospilalschtffe. Am 24. Mai 1918 lief das U-Boot, durch ein alliiertes schwer beschädigt, in den Hasen ron Santander em. — Tie Vcrhastung e nes beutsckicn Csfisters an Bord e nc8 holländischen Schisses ist unter allen Umständen ein schwerer Bruch deS Völkerrechts, der um so unerhörter ist, als ihn auch keine Kriegsnotwendiisteit mehr ent» schuldigt. iTunbem wird sich gleichwohl nicraiib über eine solche Praxis ber Engländer. äTam kennt sie zu« Genüge. __________ _________
Vie Anstellung der Türkei.
Die holländische Zeitung „Telegraaf" meldet cu» Paris: 3n Kreisen der Friedenskonferenz wird bekannt. daß ron einem Frieden-vertrag mit der Türkei keine Rede fri, denn noch einigen Wochen wird das türkische Reich noch einer Herrschaft von fünf v-, herten zu bestehen aufgehört haben. Die cu- i
<<A, I CmmhronÄfcfifür bm redaktionellen Teil: «art SSLtte. |ll. I IT« I für dir A«»eig—: A. Parzetter, Fulda. — Rotationsdruck.
Eins Note für die deutsche Mission.
Wenn der Artikel 488 zur Ausführung gelangen sollte, so würden die deutschen Missionen aus allen ihren Arbeitsfeldern mit Ausnahme des niederländischen .S o» lonralrciches gelvattsam verdrängt. Mehr als eineinhalb Millionen Tausbeioerber und Schüler aller Nassen würden ihre geistigen Führer verlieren und 'n die Ge- fahr des Rückfalls gebracht. Tie Missionen der Völker, die von den alliierten und assoziierten Regierungen vertreten werden, Haden, wie die deutsche Delegation gern anerkennt. Hervorragendes und Vorbildliches geleistet. Tie deutsche Delegation vermag daher nicht zu glau- ben, daß diese Negierungen sich der Fogen bewußt sind, die ber Artikel 438 nach sich ziehen müßte. Jedenfalls findet die deutsche Regierung die Zumutung, den Artikel anzunehmen, mit ihrer Würde nicht vereinbar. Zu dem Bedingungen, die dazu bestimmt scheinen, die Wiederversöhnung der Völker viel mehr zu ber« hinde n als anzubahnen, gehört der Artikel 438, dellen unheilvolle Folgen noch viele Jahre zu spüren fehl würden. Die deutsche De.egaticm empfiehlt, einen g e» mischten Ausschuß von Sachverständigen cinzu. setzen, der den Auftrag hätte, mündlich zu erörtern, in welcker Dle.se die Wirkungen dos Friedensvertrages auf die christliche Mission am zweckmäßigsten geregelt würde.
Eine Note zur Saarfrage.
* Versailles, 18. Mai. Dem Präsidenten der Friedenskonferenz Elemevc au ist eine weitere das Saarbecken betreffende Note der deutschen Friedens- delegation übergeben worden. Die Noe enthält, wie die französische Presse mitieilt, Vorschläge zur Deckung des frar.zösi chen Äohlenbedai fs durch geeignetere Mittel als die im Friedensoniwurf vorgesehenen. _______________
Abänderung der Blockade.
Der feindliche Wirtschaftsrat in Paris veröffentlicht eine Erklärung über die Aufhebung der Blockade gegen Deuischtand: Es wurden Maßnahmen getroffen, um die Blockade gegen Dcuischland unrerzüglich in vollem Umfang aufzuheben, sobald Deutschland in formeller Weise den Friedensrertrog angenommen haben wird. Inzwischen werden folgende provisorische Veränderungen hinsichtlich der Blockade aus die Dauer des Wasfeiistillslandes eingenommen: Die Einsuhr von Lebensrnitteln nach Deutschland ist künftig erlaubt, und zwar soll sie eine monatliche Ration con 30 000 Tonnen Getreide (also pro Kopf der Bevölkerung monaikich 1 Pfund), von 70 000 Tonnen Fettstoffen nicht überschreiten. Die Lebensmittelmengen, welche die Rationen nicht überschreiten, können con jedem Lande nach Teutschland ausgeführt werden. Tie aus neutralen, an Deutschland angrenzenden Ländern eingesiihrten Fische sind in dieser Ration nicht einbegriffen. Seit dem 25. März belief sich die von den alliierten Regierungen nach Deutschland gesandte Gebens» mittelmenge auf 550 000 Tonnen, von denen ungesähl 250 000 Tonnen bereits cbgeliefert wurden. Zur Bezahlung der Lebensmittel ist die Ausfuhr von Gold, Silber und Werten, sowie die oon Kriegsmaterial verboten, nähere Lussuhren sind gestattet. Jnbezug auf die Ausfuhr über See haben sich die alliierten Regierungen ein gewisses Torrecht inbezug auf den Ankauf von Kohlen, Farbstoffen und gewisten Lebensrnitteln vorbehallen. Alle schwarzen Listen über Firmen und Personen in neutralen Landern werden ausgehoben.
Hierzu ist zu bemerken, daß diese ganze Aktion der Entente nur g e r i n g e n W e r t für uns hat. Ersten» faßt sie in der Hauptsache Bestimmungen über Einfuhr, schwarze Listen usw. zusammen, die im einzelnen in der letzten Zeit schon getroffen worden sind. Zweitens nutzt uns eine Erhöhung des für die Einfuhr freillegebenen Lebensmittelkontingents nichts, weil wir keine Zahlungsmittel haben, nachdem uns die Ausfuhr der wichtigsten Zahlungsmittel ron der Entente verboten ist. Drittens brauchen wir vor allem überseeische Rohstoffe, um neue Ausfuhrwerte zu schaffen, und daran denkt die Entente gar nicht. . Das Ganze ist als Beeinflussung der öffentlichen Meinung in Deutschland und im Auslände gedacht und soll die Bevölkerung für die Annahme der Friedensbedingungen gefügig machen, muß aber in jedem Falle diesen feinen Zweck vollständig verfehlen.
ttm den Frieden.
_ Die Bedenkzeit, die die Feinde uns gestellt haben, würbe, tneen die Dinze proorammäßig ve, laufen, «t 22. Mm ablaufen. Die Neiclis>egiernng ist in «nnnterbrochenem Be,kehr mit der deutschen Dele- <nton m Versailles, um die noch in Vorber-'iluna bestndlichen Gegenvorschläge inhaltlich und formell sestzisietzen. Graf Brockborfs-Nantzau bat sich «® Samstag von Versailles nach Spa begeben, wo N mit dem Finannninister Dernburg bei» ronbelt. Er kehrt beute noch Versailles zurück. Die "oten ber deutschen Delegation werben sich in den wachsten Tagen häufen, aber wir lönnen nicht an» »f’S um dürfen »ns die eS Werk nicht verdrießen »assen, mag die P.irisei Piesse nochso höhnl'ch von der »'^oienmitrailleu e" des Grafen ViockSoiff-R intzau sprechen. Es ist unerläßliche Pflicht der Reichsre- finrunr, alle Ungeheuerlichkeiten ces Eniwurfs inS tmische Licht eines Vergleichs mit den tmlächlichcn Möglichkeiten zu rücken. Wenn dabei rin Notenwull hrrauSkomm», der auch unseren Unterhändlern über «n Appetit cieht, io liegt das nichr an uuS, sondern en_ 6cr umsaflenben Albeit der feindlichen Staa S- männer. Sie hoben für ih en Vernichtungsplan nne Beratungszeit von fecks Monaten in An piuch Nnommen und wir sollen dasMonürum in v erzehn
übersetzt, studiert un) iv allen feinen Einzel» *eu*? kritisch beantwortet haben.
Von der Tenkschrtst. die die zu^ammenfaflende «mwort und un'ere Geoenvorfchläpe rnihält
dre Einleirung feitiggestellt und nach Berlin ab« v?Rcnpfn. Es wird in ihr auf die Gegensätze der •öHion’itten Veripcechungen und der Forderungen ^"""knsaflend binneroiefen. Darauf wll in den kn . "tn Kav teln die sachliche Begiünduna deS rnNchen Eionbpunktes zugleich mit anoemefienen ^gevvorfchlägen erfolgen. Für diese Arbeit bilden
?"k'grbenen Noten liätentei und gründ- "gkndes Water al.
sich auch der FriedenSa»S- der Naiionalverfommluug mit den deutschen fgrr.Dor (fclaprn beschäftig'. Der Gang ber Dinge vn« nnn "'"br cheinlich io Irin, daß der Veisarller Rat bnr *i'-ne st'wmansche Aiuwort auf unfeie Gegen- Ann k E »tieiirn und zugleich eine Frist für die tonb° » ?*e er rndgütigen Forderungen fiel en kann aber eben io fein, daß oie Verband-
krem 22. Mai ein sehr rasches Ende
®«nn, 17. Mai. Wie wir erfahren, hat die $iei*.ri unfl ^cs Grafen Brockdorsf-Rantzau mit dem »ine .. "^Minister Dornburg in Spaa den Zweck, ter swrJ,onIit^e Stellungnahme zwischen in » Delegation und dem Kabinett herzustel- Hin. Jv.e'fe nach Berlin ist unmöolich, weil die vürb» » mehrere Tage in Anspruch nehmen
Rantzaume Anwesenheit de. Grasen Brockdorsf- Rrift tr„ m^0»9 "^en des baldigen Ablaufe, der ttl5ce n„< x- Ueberreichung der deutschen Gegenvor- unbedingt notwendig ist.
btiebonfin *» 171 ^‘aL '1R k>er Sitzung de«
erstaiteten Reichsjufti,Minister
Leri*7"V8 unl> RelchSvostMlnister GieSbert« Ln ?iL«b<»bHn (.$tr,aU[ Derhanblunaen in r^| Wte- "ack ihnen nahm der ReichswirtkchaftS- -
Aus vem besetzte» Gebiet.
Gegen die Art, wie von den britischen.Zensmbe- hörden aus die llnkschrimsche oiutsche Prefje während der Frwdciisverhandlungen eingewirkt wird, ließ die deutsche Wasfenstillstandskommiffion in Spa Protest erheben. Die briüfche Zensurbehörde in Köln erteilte den Zeitungen in der britischen Lesa- tzungszone Weisung, „gehässige Kritiken" an dem Entwurf des Friedensrertragcs zu vermeiden. 3n Ausführung dieser dehnbaren Vorschrift ist es den Zeitungen verboten, die Versailler Rede Brockdorff- Rantzaus vom 7. Riai im vollen Woritaut abzudrucken. Die Zeitungen sollten statt dessen vorgefchrir- bene Auszüge bringen, die einen vollkommenen falschen Sinn ergeben; ebenso wurde der Abdruck dr» Ausrufs Eberts und Scheidemanns nicht gestattet. Durch solche Maßnahmen wird die Bevölkerung der besetzten Gebiete einem unerhörten Gewissenszwang unterworfen. Die Zeitungen des besetzten Gebietes sind die einzigm Blätter in der ganzen Welt, die nicht in der Lage waren, die Erklärungen der deutsche» Slaatsmänner in Bersailles und in Berlin wiederzugeben. Der Woffenstillstandsvertrag gibt den Besag- uno-behörden nicht die Befugnis zu derartigen Eingriffen. Die Befatzunosbehörde hat kein Recht, einen Teil des deutschen Volkes in seiner schwersten Stunde daran zu bindern. Ne Wahrheit zu erfahren.
In dasselbe Gebiet der politischen Bevormundung gehört auch das nach einer Meldung aus Köln soeben erfolgte Verbot oller Der so mwlunaen der Z e n t r u n> s p a r t e i durch die englischen Behörden. In Köln hasie dieser Ta"e eine nroße Zentrumsver- fommlung eine machtvolle Protestnersammlung gegen den Grwostfr'eden rcranftcl'et. Offenbar ist hierauf da, Derf-nimlunasnerbot zurück'uführen.
Die SBoffcrftilTfl 'ibsfommiffion teilt mit: Es ist bekannt, daß die Alliierten den Begriff „Unterhalts- bedarf" febr weitgehend au«-ulegen pflegen. Aber das, was sie neuerdings als ihm zuoehöria betrachten, dürfte denn doch wohl alle auch noch so wett gezogenen Grenzen überschreiten: In Giene sind für Theater» ouffuhrungen und für einen Fackelzug von den belgischen Truppen Reauisilianen ror#,e"nmmen morden. ?n anderen Stätten, wie Jülich ist die OtfleHung ron Musik f"r Offizier-'n""sn gefordert worden. Deut- M’otfri*« tentt man natürlich nicht daran, d>e erheblichen Kosten f"r diese .dem unmi"elbar-n Unforh^t der Bclatzun''''ri""'-n" dio"en>en Ansr^bxn auf sich red'-'kn. 3?h ?fg'!-n»en si"d In Sva ersucht worden, d'e (ryinlhtn<i de- Kesten für die zu Unrecht erfolgte Reauisi'fon zu rerlnnoen.
I" Krefeld ‘""‘•ei in *en eine An
zahl der or"R'<m f>«'ef<i und G-fchöst-Hänf-r auf Befehl der (i'W**'" dis D'ldnisse brs
^öni-s ""d der **3-11'11 h-r D'f'iw flu-bancen mitten. — 1'1- <J^1TifnrhefiSrsf ngr einfoen
^""ei hoi T-i' nal Könin, fke'e^rich f. auf dem Morknsek in ’m 5 r « entfernen festen. Am anderen Moreen f-ft n"-n n-*f den- c"»i Sta-^nlei,» d->-- Donfs n,of<’ ef-e Te'el -**ff >«r n-t*rlft: erste Sien her
De’ejerl" Kny (KirQf« für diese . ’mifTcfnf* fi«t die Be- n-m''*'H'1 auf n-estere» das Bet-»'-, der Ph-ot-eti neu P Ns,r gfi nerbof-n.
Dicht eenue hob uns—e kst-fane-u-n zurstcheeßasten m-rden und ln Flandern franhen mn"pn. euch 1-n he« fetz'en Ged'ef f -’l moi n-f» mef*
bet, die Arb-1fer r«* hen Fadrik-n »nb i*"’’.'.'or'i?rt »i— m':.horonfb<ni r*>. Pi den
S^elu m pi'-^ren. N»nn fü-ffff* 9fr.
bftf-|ofc. „1 fn-ei rinnen, es He-d’e stch 1'1 °nfe rhre nrh-1 *1*f-r w — liDir-
Mafenz 12 Schuhfabriken auf Befehl der Besahungs-
Was die Jnternatkonalifterung der deutschen Ströme bedeutet.
Bor allem da«, daß die auSländifche Konkurrenz in Korn, Kohlen, Petroleum und vielen anderen auf ben billigen Waffcrlrcg angercieirnen Artikel mit uns spielen kann, teie die Katze mit der Maus. Was wir vor bcin Kriege mit den Kanalprojekten erstrebten, dos kommt jetzt dem überseeischen Handel, der über viel reichere Mittel versiigt, alS der deutsche, zu gut. Gewiß ureben wir eine Verbilligung an, aber doch nicht in der Weife, daß wir die Heimische Podnklien durch die fremde Konkurrenz tcn macken lassen und ber letzteren daS Geld in die Tasche schütten. Davon hätten: wir nichts, baut das Ausland wird uns den Preistarif Höher schrauben, trenn es obenauf ist So i't auch die Juter- itaticiialifiening der großen bfutfdnn Ströme Nickis an. deres als eine weitere Maßnahme zur AuS„eutunz Teutfchlands unter harmlosem Karten.
Gegen den Gewaltfrkeden.
An? gestrigen Sonntag haben in allen Teilen Berlins gewaltige Protesttundgebungen gegen den Ge- waltfrieden sjattgefunden. Fast alle Parteien hacken sich zusammsugefunben, um gegen ben Frieden in der jetzigen Form zu protestieren. In langen Zügen begaben sich die Teilnehmer in dte Milhelmstraße, wo Relchspräsibent Ebert und der Ministereräiibent Scheibemann wiederholt xu den Demonstrieren» ben sprachen. Auf dem mächtigen Platz zwischen dem Bismarckdenkmal und ber großen Freitreppe zum Reickstag hallen sich vormittags Tausenbe und Abertausende versammelt. Nachdem Redner aller Parteiou gesprochen hatten, wurde folgende Resolution angenommen: „Biele Tausende von Männern und Frauen erheben Einspruch gegen den ihnen zvgemuteten Frieden. Wir wollen nicht in ein namenloses Unglück gestürzt werden, wir können nickt dulden, daß CO Millionen Menschen zu Sklaven werden, wir wollen kein neues Blutvergießen. Ein Wille Ist in uns allen lebendig: Gegen Vergewaltigung, für Völkervcrsöhnung. Wir fordern bas Festholten an Wilsons 14 Punkten." Hieraus bildete sich em riesiger Zug, der unter Voran tritt einer Mick- tärkapelle sich noch dem Brandenburger Tor in Bewegung setzte. Unter den Linden traf er mit anderen Zügen zusammen und bereinigte sich mit ihnen. Durch die Wilhelmsiraße marschierten etwa 10 000 Menscken nach dem Reichsamt des Innern. Hier hielt Re chS- päsident Ebert folgende Misprache: „Ich danke Ihnen herzlich für die machtvolle Kundgebung. Wir müßen unsere letzten Kräfte einsetzen gegen die drohende Ber» gewaltigung. Im Namen der Negierung kann ich Ihnen versichern: Wir können und werden diesen Frieden nicht unter sck reiben. Schtvere Tage stehen imS bevor. Helfen Sie uns. DaS g-ne detnfcke Volk mutz sich hinter uns stellen und uns stützen in dem Kampf um den Friedsu."
Der Präsident mußte dann noch einmal sprechen, wobei er aitssithrte:
„Wir wären nickt in der Lage, trern dieser % rieben angenommen würbe, unsere industrielle Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Tausende und Aberlavfenbe deutscher Arbeiter würden gezwungen, bas Vaterland zu verlassen und draußen in der Welt jämmer'iche Ar- beitSbebmgungen aufzusucken, nm dann schmählich unterzugehen. Tie beutfdie Regierung wirb biete B e- bingungen nie und nimmer annehmen. Wir lehnen fie ab, mag da kommen, was da kommen mag. (Stürmischer Dei’all.). Fi diesen schikksa'Ischweren Tagen, in dem Kampf nm Se n eher Nicktsein. ist eS notwendig, daß sich alle geschlossen hinter uns stellen.
Versan?mliin'«n hielten ». a. auch ab die Ausländsdeutschen und die in Berlin lebenden Sesterreicher, zu denen Scheidemann sprach.
Darf man unterzeichnen, was man nicht erfüllen kann?
«m bürgerlichen Leben hält man so etwas allgemein «r unehrlich, betrügerisch und unerlaubt. Im Polin- ichen Getriebe gibt es ober immer noch Leute, die sich E,tr Anstand und Moral hlnwegsetzen wollen.
So Haden bte Sprecher der „Unabhängigen" zuge- ftmbesi, daß die borgelegten Friedeiisvebinguiigen unerträglich. undurchführbar und unerfüllbar sind. Trotz- hem fordern sie, daß diese Bedingungen, auch wenn fie «ütt gemildert würden, unterzeichnet werden sollen. Also die deutsche Regierung und die Nationalbersamm- lung sollen sich berpflichtcn, obschen sie wissen, daß sie
Versprochene nicht leisten können.
Allerdings wollen die Unabhängigen dieses »nred- Brfc Verfahren nickst auf ihre eigene Kappe nehmen. Sie erklären die Unterzeichnung für notwendig, lehnen aver ihre °Unwrschrist vorsichlig ab. Tie gegenwärtige -iegierung, auf deren Sturz die Radikalen Einarbeiten, Ioll sich mit diesem faulen Mancher belasten, und die iationalbersammlung, die zustimmen müfcte, soll in den Strubel milgerisjen werben.
. Betrachten wir bie Sache ben ber praktischen Se te, eem Standpunkt der Zweckmäßigkeit und des Nutzen», so ist offenbar von der Unterzeichnung uu- möglicher Bedingungen kein Segen zu erwarten. Wenn Mir ben Frieden ablehnen, geraten wir freilich in teuere Bedrängnis; aber wenn wir die grausamen Bedingungen unterzeichnen, so wird das Unh-il nicht auf. «cheben sondern höchst« s etwas aufgefcljoben. Tie übermächtigen Feinde können uns politisch, wirtschaf.lich und gesundheitlich ruinieren, wenn sie wollen. Auf Giade odee Ungnade sind wir in jedem Falle ihnen «eisgegeben.
Bis jetzt haben sie nur bie rohe Gewalt auf ihrer Seite. Denn wir unterzeichnet habe», besitzen sie einen NecktStitel. Stäben werben sie unerbitf.idEj Ge- brauch macken, sobald es Deutschland an den ersehnten Leiiiungen fehlen läßt. Sie drohem uns jetzt mit weiterer Okkupation und Verschärfung der Blockade, wenn wir nicht unterzeichnen. Dieselben Z rangsmaß- regeln stehen uns sicherlich bevor, wenn wir die unter- zeichneten Zumutungen nickt erfüllen können.
Es ist ganz Har, daß bie feinblicken Machthaber, b'e auf die Erdrosselung Teutscklands avsgehen, die Unterzeichnung des uwoemilderten Friedensvertrages dringe: b wünschen. Umso toemget sollten wir uns te« eilen, ihnen ben Gefallen zu tun.
Elemeneeau, Lloyd George und Wilson muffen mit der V o l k s st i m m » n g in ihren Ländern rechnen. Tie bernünfngeten Leute, die gegen die harten Frie- bcnSbebtngungen ihre Bedenken haben, würben natürlich ihren Widerspruch sofort dämpfen, wenn sie ersah- reu, Deutschland hat ja den Friedensvertrag für annehmbar erkarnit und unterzeichnet. Dann würden sie aus die Vorteile warten, bie sie sich von ben brutschen Opfern an Land unb Gelb unb Kohlen usw. versprochen. Sobalb biese Vorteile ins Stocken kamen, ivinde bie Enttäuschung sich gegen bas „wortbrüchige Teutkcklond" kehren. Die Fabrikanten bcS unmöglichen .Fnedens" wären bann vor ber öffentlichen Meinung entlastet uvb könnten auf Zustimmung zu ihren wei- irren Gewalttaten rechnen.
Ehrlich währt am längsten. Wie man auch bie Sacke betrachten mag. auf krummen Wegen kommen wir nickst brr Not heraus. Wir dürfen nicht Ker unterzeichnen, bis die Bedingungen so weit a'gcönt?crt sind, daß frir nach menschlicher Berechnung das leisten können, Iva» tote durch unsere Unterschrift versprochen.